Indiana Tribüne, Volume 29, Number 213, Indianapolis, Marion County, 2 May 1906 — Page 6

Alöbel,

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Ein Ncrlmer Junge.

Erinnerungen eines Wcltreisenden. Von 5. ten ?ocr. Paradetag in Berlin. Die Straßen, die zum Tcmpelhofer Feld im Süden der Stadt hinausführen, find voll marschlrender Truppen und Militärmusik. In endlosen Kolonnen nrarschirt die Infanterie hinaus, die Sa vallerie unterbricht die ermüdende Reihe der Fußtruppen, rasselnd ziehen die Batterien mit Mannschaften zu Fuß und zu Pferde vorüber. Jeder Truxpenthei! ist begleitet von Tausenden von Menschen, die mit hinausmarschiren auf das riesige Paradefeld. In den Straßen aber, die von den Truppen passirt werden, besonders in der sehr breiten Bellellliancestraße, staut jlch daS Volk ;u beiden eilen, immer dichter werdende Menschen mauern bildend, die unbeweglich stehen und das glänzende militärische chauspiel betrachten, das dem Berliner eine der größien Vergnügungen ist. Nach dem Vorbeimarsch der Truppen ist das Programm der Sehenswürdigkeilen keineswegs erschöpft. Tann beginnt der Korso der Equipagen, deren Insassen sich assirscheine zur das Paradeseld von der Polizei beschälst haben. Dann kommen die 'Generäle, die Offiziere der Stäbe und Gefolge, die Adjutanten, eine wahre Musterkarte der, Uniformen der gesammten deutschen Armee. Aber immer bunter und sonderbarer werden die Uniformen : die auslän dischen Militärs, die Attaches der Gezandtschasten, die fremden Militärbevollmächtigten reiten hinaus. Ihnen folgen zu Pserd und Wagen die Pnnzen und Prinzessinnen deö königlichen Hauses, und je näher die zehnte Stunde des Vormittags heranruckt, desto un ruhiger .wild es unter den Bolksmassen und Zuschauern, der alte, greise, allgeliebte Kaiser Wilhelm muß jetzt bald erftzeinen. . Ja, wir bennden uns noch, rn der Zeit, in welcher Kaiser Wilhelm der rste auf dem deutschen Kaiserthrone sah. SS ist im Mai 1882. Auch ich war als Paradebummlcr hinausgezogen nach derBelle-Alliancc-straßc, nicht allein wegen des mililärischen Schauspiels, sondern um Studien zu machen in ver interessanten Berliner Volksseele, die sich so mannigsach zu äußern versteht. An einem solchen Paradetage feiert der echte Berliner Witz in der Zuschauermenge wahre Orgien, und wer sich nur eine Viertelstunde unter diese ulkenden, witzelnden Leute stellt, kann ihn einmal unversälscht an der Quelle kosten. Dort tönt lautes, immer wieder erneutes Lachen aus einer dichten Menschengruxpe, die unmittelbar an dem Reitwege steht, auf dem soeben eine bunte Offiziersgestalt nach der anderen auf flüchtigem Nosse dahergejagt kommt. Man hört eine stimme im Vortragstone beständig reden, nur unterbrochen von den Lachsalven der Zuhörer. TaS war der chinesische Attache, der bezopfte Sohn des Himmels," belehrt die vortragende Stimme in unvcrfälschte? schnoddriger Berliner Mund art. .Ein schönes Land, dieses China, liegt hinter dem Schlcsischen Busch, dicht bei Treptow. Tüchtige Kerle, diese Chinesen, fressen Hunde, während wir so dumm sind, drcse Thiere zu versteuern. Und erst die Chinesinnen, nette Mädchen, a la bonnc heurc. Clte! sind sie wie der Teufel, verkrüppeln sich die Hintersüße, damit die.selben recht, klein aussehen. Mancher Dame würde das auch bei uns im civilisirten Europa nichts schaden. Zum Beispiel Sie, schöne Frau Nachbarin, könnten eine, solche Verkrüppelung ihres höchstwerthen Fußgestells durchaus vertragen! Teufel noch einmal leben Sie auf großem Fuße! Hätte Napoleon der Dritte Sie gekonnt, er hätte sich von Ihnen auf einmal das ganze linke Nheinufer abtreten lassen, die Fußgröße haben Sie dazu." Man hört lauteö'Gelächter und das Schimpfen einer Frauenstimme, wodurch das Gelächter nur noch gesteigert wird. Der ioü ist ein Spanier," fährt der Redner fort, auf den vorbeireitenden Offizier deutend, lein stolzer Mann, schade, daß seine Regierung keine Zinsen für ihre Staatspapiere zahlt. Aber es muß auch solche Thiere geben, wie sollten sonst die zoologischen (Alten auf ihre Äosten kommen. Die Spanier nähren sich von ihrem Selbstbewußtiein, ihrem Rationalstolz, was noch billiger ist als eine Portion auö der Volksküche; außerdem essen sie Zwiebeln, Kastanien mit etiraö Kastag netten und Fandango mang, und im Uebrigen essen sie, was sie haben, iolch' sonderbare Leute sind diese Spanier." Ich mußte näher heran, vm den Mann zu sehen, der diesen Blödsinn : - .: -i ar:. v cn-t. ? um v uici Ullv iel)gen l?on na gab. ES war augenscheinlich ein Pennbruder,"' das heißt ein obdachloser Vagabund. Wahrscheinlich hatte . er 9ZachtS in der Hasenheide geschlafen und stand jetzt hier, um zu ulken. Seine Stiefeln waren zerrissen, die nackten Zehen guckten heraus, Hose und Rock waren eigentlich nur noch Ueberreste von Kleidungsstücken. Ein Hemd schie er nicht zu haben, denn er

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t-t4 ' li.Vrr i -Wi. JtUH r hielt sich d?n Kragen des unsäglich adgeschabten .JacketS am Halse zu. iS'iv. alter, in allen Farben schillernder Hut bedeckte sein Haupt, und im rech' ten Ange trug er ein Monotte. Unglaublich drollig war die Wirkur.c; dieses mit einem schwarzen Hornrandc versehenen runden Stückes Brillcngla?. das der Stromer mit einer Sichellzeit in's Auge klemmte, die darauf hinwies, daß er wohl verstand, mit dem Tinge umzugehen. Ter Mann war höchstens dreißig Jahre alt, sein Gesicht stark vcrwcttert, wohl vom 'Mächtigen im Freien und vom Schnapsgenuß, aber sonst intelligent, fast sympathisch aussehend. Als ich mich ihn: näherte, machte er mir eine tadellose Verbeugung und riß seinen alten Filz vom Kopfe : Guten Tag, Kommilito," sagte er mit leicht Näselnder Stimme. Guten Tag! Riesig angenehm ! Ich sehe aus Ihren Schmissen im Gesicht, daß ich einen Kommilitonen vor mir habe. Da aus Ihrer werthen linken Backe sitzt eine ganz verteufelte Quart. Scheint ganz unparirt hineingekommen zu sein. Thut nichts, sieht sehr schneidig aus. Gratulire ! Wenn Sie für einen armen, heruntergekommenen Kommilitonen, der an . ganz akutem und dabei chronischem Durst leidet, etwas übrig haben, so geniren Sie sich, bitte, nicht. Ich nehme alle gangbaren Münzsorten, sogar Koupons von ausländischcn Werthpapieren." Er hielt mir den Hut hin, und ich warf ein Zweimarkstück hinein. Er nahm das Geldstück heraus, betrachtete es und sagte dann spöttisch lachend: Sie haben sich wohl vergriffen? Oder vielleicht Börsenjobber, wie?" Nein, nein,- versetzte ich. ..Das Geschenk galt dem Kommilitonen." In den Augen deö Mannes zuckte etwas auf, was mich für diesen Beikommenen einnahm. Rührung und Dankbarkeit sah ich für einen Augenblick in seinen Augen leuchten, und er wendete sich plötzlich ab. Aber nach einer Minute "begann ' er wieder zur Erheiterung seiner Nachbarn seine schnoddrigen Witze zu machen. Wie der Donner eines herannahenden Gewitters näherte sich jetzt, lauter und lauter werdend, Hurrahrufen. Der Kaiser kommt ! Tücherschwenken, Tausende in die Luft gestreckte, win kende Arme ! Und dann nahte die ein fache zweispännige Karosse mit dem mild lächelnden unablässig grüßender Kaiser. Zum Brausen des Orkanes schwoll das Hurrahrufen an. Vorbei! Die Menge begann sich zu verlau seit; die meisten Zuschauer begaben sich in die benachbarten Restaurants, um zu warten, bis sich nach zwei Stunden der Rückmarsch der Truppen nach der Stadt vollziehe. Auch der Pennbruder mit dem Ä!onokle wendete sich zum Gehen. Wohin?" fragte ich ihn. Das Geld in Alkohol umsetzen!" Eine üble Verwendung.' Sie sollten das lassen. Kann ich nichts für Sie thun?" Nichts. Ich bin ein Verlorener, dem nicht mehr zu helfen ist!" Ist gar kein moralischer Halt mehr bei Ihnen vorhanden?" Ich weiß es nicht. Es ist auch gleichgiltig. Ich habe-Durst, und diese Unterhaltung thut mir weh!" Hier haben Sie meine Karte; kommen Sie heute Abend nach meiner Wohnung!" Der Slromer warf einen Blick aus sein Aeußeres. In diesem Kostüm?" Ich wohne allein und habe nach Niemandem zu fragen; ich will Ihnen auch einen anderen Anzug geben." Tausend Dank! Ich werde lern rnen." Der Pennbruder verschwand in der Thür der nächsten Schnapskneipe. Dort .mußte er wohl bekannt sein, denn lautes Geschrei empfing ihn bei seinem Eintritt. Als es dunkel geworden war, erschien mein neuer Schützling bei mir. Ich mußte wieder über seinen Anblick ! lächeln. Er trug noch immer seine j Lumpen, dazu das Monokle, war aber ' ras Ut und sehr lorgfältis krikirt.

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Kostet 'nichts!" sagte er, als er meinen fragenden Blick bemerkte. Ich war in der Barbierlehrlings schule, habe mich dort als Versuchsthier für die angehenden Verschönerungs jünglinge hergegeben. Man wird gratis seingemacht, muß es aber in den Kaus nehmen, wenn man von solchem Bar bierstift, der' noch keine Uebung hat, ordentlich geschnitten wird. Den Halö schneiden sie Einem aber nicht ab, lei der nicht. Mein Name ist, nebenbei bemerkt, Hirzcl, Referendar a. D., zur Zeit vagirend. Wohnung in dei Hasenheide, dritter Baum links, zwei terAst von oben." Treten ie in dieses Zimmer ein," schnitt ich seinen Redestrom ab; Sie finden Alles dort, um sich zu reinigen, und umzukleiden. Wenn ie fertig sind, reden wir weiter mit einander." Nach einer halben Stunde erschien Hirzel in dem Zimmer, in dem ich ihn erwartete. Er stellte sich vor den Spie gel, betrachtete sich wohlgefällig von oben bis unten und sagte dann zu sich selbst: Herr Hirzel, Sie sind ein feiner Hund!" Tann wendete er sich zu mir, nahm aus meine Veranlassung am Tische Play und begann unaufgefördert loszurcden: Sie wollen mei nen Lebenslauf wissen. Machen wir die Sache kurz, denn sie ist für mich etwas peinlich. Ich bin aus anständiger Familie und war nicht ohne Vermögen, habe früh meine Eltern verloren und bin von finem sehr pedantischen Onkel auscrzogen "worden, der 'm7ch' gegen meinen Willen zwang, Jurist zu ivcrden. Ich war ein sehr flotter Knns' burschc, machte Schulden auf mein zu künftiges Vermögen, und als ich großjährig wurde und es in die Hände bekam, war nicht mehr riel davon da. Ich schlug natürlich auch den Rest todt. Ich hatte drei Jahre lang ein Lumpenleben geführt und dabei meine moralische Kraft und Energie eingebüßt, besaß weder die Lust noch die Kraft, etwas Neues anzufangen, hätte auch nicht gewustt. welche Laufbahn ich einschlagen sollte, denn ich hatte ja nichts gelernt als saufen und den feinen Kerl spielen. Ich lebte noch. ein Jahr lang vom 'Anpumpen von Bekannten, dann kam ich heruner bis zum Bettel. Es war die Folge meiner pedantischen ErZiehung und der studentischen Lumperei. Doch habe ich mir keine gemeine oder schlechte Handlung vorzuwerfen, habe nicht einmal silberne Löffel gestohlen, weil die heutzutage nicht mehr viel werth sind. Bin also noch unbestraft und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte. Aber mir ist nicht zu helfen. In Deutschland kann ich unter keinen Umständen mehr hochkommen, selbst wenn ich eö wollte. Ich möchte nach Amerika gehen, aber der Fußsteig zum Hinübergehen ist noch nicht fertig, und die blöden Dampfergesellschaften sordern Geld für die Hinüberbeförderung. So bleibe ich ein Perznbrudcr. Schade um d!e Mühe, welche Sie sich mit mir geben. Schade um die anstündige Schale, in die Sie mich gesteckt haben. Die ist doch in wenigen Tagen wieder den Weg alles Fleisches gegangen. Immerhin danke ich Ihnen für Ihre Güte. Lassen Sie mich aber jetzt gehen!"Nein,'ich wollte gerade mit Ihnen plaudern. Ich will nicht alte Wunden in Ihnen ausreißen, aber ich kann Sie auch so nicht gehen lassen. Sie sind ein gebildeter, begabter Mensch, der nicht ZU Grunde gehen darf, zumal er sich außer Leichtsinn und Energielosig seit eigentlich nichts vorzuwerfen hat. Sagen Sie mir, haben Sie denn kein Ideal mehr in der Welt, nichts, was Ihnen begehrenswerth erscheint? Gibt es keinen Mann, kein Weib, um dessentwillenSie sich wieder emporraffen! möchten?" Der Stromer senkte, den Kopf. Gerade, weil ich schändlich an einem Weibe gehandelt habe, wird es mir nicht gelingen, die nothwendige Selbstachtung wiederzuerlangen, die man braucht, um aus dem Pfuhl, in den ich versunken bin, wieder herauszukom men. Kurz bevor ich mit meinem Ver- ! möaen zu Ende gelangte, lernte ich ein einfaches Mädchen kennen, in das ich mich aufrichtig verliebte. Das Mädchen

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Unter Frauen findet man eine überraschende Unroissenheit-bezüglich ihrer eigenen Funktionen. Neun aus zehn Frauen leiden jeden Monat unsäglich und glauben, dres muß so .sein l. Auch Sie? Wenn dies der Fall ist, sofind Sie im Irrthum. m i ist Nlcht nötlng zu leiden, ausgenommen Sie wünschen es. Funktioireller Schmerz :st das Anzeichen funktioneller Krankheit. Diese kann kurirt werden durch

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Ver $mmn Heilmittel Alle jenen niederziehenden Schmerzen. Kopfweh. Rückenschmerz. Klampfe, Schwindel u. s.w. können mit Carom Iirnrt werden. Können nicht nur, fondern follten es. Das Wiederkehren derselben in jedem Monat zu gestatten, führt zu Verlust von Gesundheit und Glück. Unregelmäßige Menstruation, übler Athem, schlechtes Blut lauter Resultate von weiblicher Schwache bei Jung oder Alt, kann mit Cardui kurirt werden. Versuchen Sie es. , i.j; . , . . . ; In allen Apotheken zum Verkauf sür $1 die Flasche

stand ganz allein in der Welt und ernährte sich redlich durch seiner Hände Arbeit. Als es mit meinem Gelde zu Ende ging, gab sie mir ihre Erspar nisse, und ich war erbärmlich genug, sie zu verbrauchen; ich uax verkommen genug, mich von dem armen Geschöpf, daS Tag und Nacht nähte, ernähren zu lassen. Sie sagte mir kein Wort des Vorwurfes, aber ihre verweinten Augen, ihr bleiches Gesicht sagten mir, wie viel sie um meinetwillen litt. Da verließ ich sie, und sie hat mich hoffentlich vergessen. Ich suche jetzt Vergessenheit meines Elends im Trunk." ' Ein erbärmlicher und unsinniger Ausweg. Aber Sie irren sich wahrscheinlich. Ein Frauenhcrz, das wirklich liebt, vergißt nicht so leicht! Hätten Sie nicht alle Veranlassung, sich wenigstens in den Augen dieses Mäd chenS zu rehabilitiren?" Wie gern, wie gern thäte ich eö! Ich liebe das Mädchen heute noch, vielleicht heute viel mehr als früher, weil Agnes jetzt für mich unerreichbar ist; aber was soll ich denn anfangen? Gibt es irgend ein Geschäft, eine Beschäftigung, die ich treiben konnte? Bin ich nicht daS Opfer einer verkehr ten Erziehung, die den Lernenden sorg faltig davor bewahrt, sich irgend welche praktischen Kenntnisse zu erwerben?" Sie vergessen, daß cle ein Talent haben, das unter Umständen sehr viel werth ist: Ihren schlagfertigen Witz!" DaS ist Galgenhumor." Ein Beweis, daß Sie unter besseren Verhältnissen erst recht Humor entwickeln würden. Humor wird sehr gut bezahlt. Besonders weiß man ihn in Amerika zu schätzen!" Wir sind eben nicht in Amerika!" Ich werde Ihnen die Mittel beschaffen, um hinüberzugehen!" Sie scheinen eine Art Nabob zu sein!" Durchaus nicht, aber ich habe Bekannte, die in der Lage find, für einen Menschen etwas zu thun, der es wohl verdient, vor dem Untergange bewahrt zu werden. Ich habe hier eine nothdürftig möblirte Kammer; ich biete sie Ihnen als Aufenthaltsort an, bis Sie abreisen können. Nur mache ich zur strengen Bedingung, daß Sie das Trinken aufgeben. Sind Ihre Papiere in Ordnung? Sie brauchen sie, wenn Sie auf das Schiff gehen!" Meine Papiere sind vollständig in Ordnung, ein Kneipwirth hat sie in Verwahrung; ich konnte sie auf meinen Fahrten nicht mit mir herumschleppen." Hirzel wollte mir danken und schien tief ergriffen; ich wehrte ihn ab und schickte ihn nach seiner Kammer. Das Abendessen war vorüber. Wir waren' nur Herren an, der Tafel des reichen Geldmannes und zogen uns jetzt 'in daS Rauchzimmer zurück, wo eine lebhafte Unterhaltung begann. ES wurde von der heutigen Parade gesprochen und davon, wie wohl und frisch der Kaiser ausgesehen habe. Nun hatte ich Gelegenheit, zu erzählen, welch' komischen Pennbruder ich gesehen hatte. Ich- erzählte die ache etwas drastisch, fügte noch einige Kleinigkeiten hinzu und erzielte einen großen Heiterkeitserfolg. Ich erweckte Interesse für den Marni, das noch stieg, als Ich erzählte, was ich von ihm aus seiner Vergangenheit erfahren hatte. Hätte ich in dürren Worten bei der Tafel die Herren gebeten, für einen Unglücklichen etwas zu thun, so hätte jeder mit sauersüßer Miene einige Mark gespendet, mit denen nicht ge halfen war. Jetzt nach dem Essen waren die Leute in behaglichster StimMÜNZ, hatten über den Mann gelacht, und ihr Interesse war geweckt worden. Man muß die Sache eben nur zu schieben wissen. ; . Geheimer Kommerzienrath G. sing von selbst an: Meine Herren, für den Mann muß etwas geschehen! ES wäre jammerschade, wenn er zu Grunde gehen sollte. Ich erbiete mich, für ihn die Ueberfahrt im Zwischendeck zu bezahlen!" Bravo!" riefen einige andere Her. ren, die nicht hinter dem Geheimen

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chlm i 'M Vev Frauen Heilmittel. i u 3H konnte kaum noch gehen bor Schmerzen während meiner rno natlichen Perioden", schreibt Frau F. I. Ashburn ton Clarkrange, Senn. Ich hatte niederziehende chmerzen. 'der Kopf that mir jeden klag weh und mein Rücken schmerz te fo, daß ich kaum stehen konnte. Ich war müde und entkräftet und laubte, ich könnte nicht am Leben tilctöen. Seitdem ich jedoch Cardut nehme, habe ich mich bedeutend ae bessert und fühle jetzt besser als iett Jahren. Ich haöe eö nur Cardui zu verdanken, daß ich nicht fchon unter der Erte iüu" Kommerzienrath zurückbleiben wollten. Ich eilte nach dem benachbarten Arbeitszimmer des Hausherrn, holte von seinem Schreibtisch ein Blatt Papier und einen Beistift und ließ die Sammelliste herumgehen. In wenigen Minuten hatte ich nicht nur die freie Ueberfahrt für Hirzel, sondern auch noch dreihundert Mark zusammen. Ich triumphale. Hätte ich die Sache nicht so angesangen, wären keine sechzig Mark für meinen Schützling zusammen gekommen. Achtundvlerzig Stunden später verabschiedete sich Hirzel von mir, um nach New Jork zu fahren. Er hatte seine Fahrkarte und einige Mark baar, dann aber einen kleinen Kreditbrief auf ein New Aorker Bankhaus in der Tasche. Crwar tief gerührt, als er sich verabschiedete. In der Thür sagte er noch: Ich war bei Agnes. Siehst mir Alles verziehen. Vielleicht werde ich doch noch ein anständiger Mensch. Adieu! Einsteigen nach Amerika!" Im Jahre 1883 war ich in der Hauptstadt von Transvaal, in Pretoria. DaS bisher so arme Transvaal, dessen Präsident in Europa nicht einmal eine kleine Anleihe zum Bau einer Eisen bahn auftrciben konnte, war mit einem Male ein interessantes, ja ein reiches Land geworden, denn in der Nähe von Pretoria hatte man Goldfelder entdeckt. Die Zeitungen brachten Kunde von' den sich beständig mehrenden Goldfunden, und nicht nur die Abenteurer aus aller Welt machten sich auf den Weg nach Transvaal, sondern auch das europäische Kapital rüstete sich, um durch die Ausbeutung der Gvldminen Geld zu verdienen. Kapitalisten aber handeln nicht leichtsinnig, besonders nicht, wenn sie Engländer sind, und so hatte mich ein Konsortium nach Transvaal gesendet, um dort Studien zu machen und Bericht darüber zu erstatten, ob es sich lohne, Kapital in den Goldminen anzulegen. Die Minen am Witwatcrsrand zu studircn, wo man gerade die auffallend sten Goldfunde gemacht hatte, war höchst inreressant. Nicht nur die Minen waren interessant, sondern auch die Menschen, die man dort fand, tts waren meist Engländer, viele Amerikaner, einige Holländer, Deutsche und eine Menge polnischer Judän, die den Hausirhandel ganz und gar in Händen hatten und die Goldgräber mit den kleinen Lebcnsbedürfnrsscn versorgten. Auffallend waren die vielen Kneipen, in denen eö tagsüber sehr still zuging, weil Alles draußen bei der Arbeit war, in denen aber Abends die Gäste kaum Platz fanden. Unter den Minen muß man nicht etwa regelrechte Bergwerke verstehen, solche wurden erst in jüngster Zeit er rietet. Damals bestand ein Minen selb aus einer Menge einzelner Arbeitöstände, in denen die Gcldgräber auf gut Glück nach dem gelben Metall suchten. Fanden sie nichts oder nur wenig, so verließen sie ihren Elaim," das heißt ihre Arbeitsstelle, und suchten sich in der Nähe eine andere. ' , (Schluß folgt.) Die Nealzymnasialansialt für Mädchen wird mit GenehmizunZ des Kultusministers nach Ostern von bi Stadt Berlin eröffnet werden. Di: Schule Wird aus sechs Klaffen bestehe. die im Wesentlichen den Klaffen ten Untertertia bis Oberprima eines R:fo.'mrealgymnasiums entsprechen sollen. Wie aus Sfoin telegraphirt wird, bedrohte der Diener der amerikanischen Bildhauerin Lola Mora seine Herrin mit einem Dolche und versuchte, sie zu berauben. Es gelang der geistesgezenwärtigen jungen Dame, sich aus d:r UmschlingunZ des Raubmörders zu befreien und den Balkon zu erreichen, von wo sie um Hülfe schrie. Der Verbreche? entfloh, ohne daß es der herbei yeeilten anderen Dienerschaft gelang, ibn fesiiunehmen. '