Indiana Tribüne, Volume 29, Number 213, Indianapolis, Marion County, 2 May 1906 — Page 1
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Erscheint feden Nachmittag. Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Mittwoch, 2. Mai 1906. No. 213. "fg . i i i ! ' ' i ,
i Joseph S. Webster, i
Früherer Feuerwehr Chef vom Tode ab berufen. Nach mehrwöchentlicher Krankheit starb am Mittwoch Morgen um 2 Uhr der frühere Chef der Feuerwehr von Indianapolis Joseph Harvey Webster in seiner Wohnung. 1314 Ost 10. Straße. Im Jahre 1833 in PhelpZ. Ontario County, N. I., geboren, lyn er im Jahre 1855 nach Jp"' .zölis. Am 31. März 1860 trat er in die da. rnölS eben etadlirte Beruföfeuerwehr ein. die dann in den Jahren 1882 bis 1889 und 1891 bis 1893 unter feiner Leitung stand. Noch zwei Jahre stand er im Dienste der Stadt; im Jahre 1895 zog er sich auf feine westlich nahe der Stadt gelegene Farm zurück. Der Verstorbene war seit etwa einem Jahre Wtttwer; zwei Töchter und ein Sohn sowie zwei seiner Brüder über leben ihn. Der Streik der Zimmerlente. Die Situation in dem Streik dr Zimmerleute ist in so fern verändert, als-die Arbeitgeber ihr ArbitrationS Comite entließen und die Angelegenheit der EmployerS' Association Übergaben; die Zimmerleute haben eS also nicht mehr mit den BauKontraktoren allein zuthun. , Ungefähr die Hälfte der UnionZim merleute sind an der Arbeit. Unter den Streikern befinden sich viele, welche im Stande sind, selbst BauKontrakte zur Ausführung zu übernehmen. Diese eme veadnchtlgen NÄ als Bau-Unte nehmer zu etabliren und die übrigen Streiker bei ihren Bauten zu befchäf tigen. In dem Bestreben, einer unrichtigen Auffassung des Vorgehens der Union der Zimmerleute seitens des Publikums vorzubeugen giebt daS Preß.Comite l f ft .. i k w nt 1 derselben bekannt, daß da? Anerbieten der Arbeitgeber, 40 Cents pro Stunde zu zahlen, an die Bedingung geknüpft war, Sympathik'StreikS zu verbieten. Diese Proposition, welche erst in der letzten Minute vor Schluß der Ver sammlung am Montag Abend in der Voraussetzung, daß dieselbe nicht ange nommen werden würde, gemacht wur de, wurde mit 400 gegen 9 Stimmen Jiirftifrtfttitffrn. Nun nsstt ?Ritfbti des neuen Uedereinkommens waren nur r, ftrriH.i hh nrrffttift. 9nfin.Br. Mfmn hi, fRiTTmmm ,zFeiertag? am Samstag und die Aus. zahluna der Löbne an der ArbeiMelle Die zwei letzteren wurden fallen gelas. " " i a sen und nur die fZorderuna der Lobn. erhöhung von 37z Cents auf 421 Cts. pro Stunde aufrecht erhalten und , war geschah dies nach drei Versammlungen i i.f . st, r ... nicht nachgiebig zeigten, sondern noch w I Zusätze zu ihrer ursprünglichen Vrovo KJ V 0 I" 07 r Y fition machten. DaS Comite sagt ferner daß die Union durchaus nichts anderes als ei nen Streik erwartete, da auch in frühe ren Jahren ohne einen solchen niemals irgend etwas von den Arbeitgebern be willigt wurde. Seit vier Jahren hat die Union der Zimmerleute keine For. derung auf Lohnerhöhung gemacht und glaubt deshalb, daß nach der wäh rend der ganzen Zeit für die Arbeltge der vorherrschend gewesenen günstigen Geschäftslage ihre jetzige Forderung be rechtigt ist. Außerdem behauptet das Preß'Comite, daß Zimmerleute in an deren Städten von 2z bis '3 Cents pro Stunde mehr Lohn erhalten als die Union.Zimmerleute in Jndiana polis. ' D e r 52jährige Harry Hunter, 2217 Süd Meridian Straße, wurde gestern von den Radlern Morgan und AmZden abgeführt. Derselbe wurde beschuldigt, einen thätlichen Angriff auf ein kleines Mädchen verübt zu haben. Er wurde unter eine Bürgschaft von S100 gestellt, um ihn für eine gericht. liche Verhandlung festzuhalten. G e o. A. R e m m e t t e r, 224 Nord Pine Str. Dunkles und helles Capi tal City Vier stets bei mir zu haben.
Nandanfall.
Einer der Gauner entkommt. Der Beamte MackaZsy und Sergt. Milam brachten gestern den 21jährigen Raymond Mitchell, 437 Chadwick Str.. zur Poitzetpatton, well er oes ircauo w - Bw fc. M "t I anfalls beschuldigt wurde. Ein gewisser Slinöly und Oppen Hauergingengestern kurz nach Mitter nacht durch den Tunnel am Bahnhof, als sich ihnen plötzlich 2 Burschen ent. gegenstellten und mit gezogenen Rzvolvern ihnen befahl, sie Hände hochzu halten. Oppenhauer, der einen kleinen Stock mit sich führte, holte, anstatt die Hände hochzuhalten, mit dem selben au5 und schlug den einen Kerl aus den Kops, woraus sich beide zur Flucht wandten. Außerhalb des Tunnels trafen sie den Beamten Mackcssy. der, nachdem' gehört hatte, was geschehen war, die Flüchtlinge sofort verfolgte. Die Burschen bogen von d.'r Illinois in die Georgia Straße ein, der Polizist blieb lhnen hart auf den Fersen, verlor sie jedoch schließlich aus den Augen, da die Kerle in eine Alley bogen.. Der Beamte beschleunigte seine Schritte und gelangte gerade indem Augenblick zu dem Ausgang der Alley, als einer der Burschen aus dem Dun kel derselben auftauchte. Ein Griff deS Beamten und der Flüchtling war in seiner Gewalt, den er sofort nach Nummer Sicher abführte. Bei der Untersuchung der Schießerei, fand man einen vollgefteckten Patro nengurt an dem Burschen, den Re oolver hatte er bei der Flucht fortge Worten. Ter iuxl wurde unter eme Bürgschaft von $500 gestellt. Wie der Sergeant Milan vernom men hat, sollen die Burschen schon vor her 3 Neger aufgehalten haben, wo sie edenfallZ ohne Beute die Flucht er ariffen. Der zweite der Wegelagerer wurde mn , , v nrn , . w ' m .... I am Mittwoch Mittag von den Geheim Polizisten Milan und Mackassy in Haughville erwischt. Er giebt seinen Namen als JameS Zook an und will erst vor einigen Tagen von Frankfort, Ind., nach hier gekommen sein. Check-Fälscher verhaftet. Der Maurer Fred Anderson, 505 krginia Avenue wohnhaft, gab in der Wirthschaft von Jos. Lux. No. 11 Oft Market Straße, einen Check über S13 m lütt der sich als gefälscht und Ir n,c"9105 "rai9- e neiec. T? T ST SlT MM.f nv l 5 nin Sclllr MI ,,4 I ' uw 1 2lnDer,0n cr,t cu5 em igaui? mivmu enilanen wor. den; sein Straftermin wegen desselben ergeqen- geyi eru in uwa jaqren " f"0' Die Zuchth.uSthore werden XühAlh aHI ImKiii ( ist AHt i, n.M stehen. St. Johannes - JünglingsVerein. Der St. Johannes . Jünglings, Verein hielt gestern Abend in der St. Marien.Halle zur Feier feines 10. ttftunns.effk ein Rnk,tt ak. Rev. Echeldeler. Rev. Wm. Häuser und Präs. Henry I. Volkert hielten Ansprachen, denen sich ungebundene Fröhlichkeit aller Thellnehmer anschloß, Das Comite bestehend aus den Herren Hy. I. Volkert, Vors.. Rev. Wm. Häuser. Jos. C Strack, Ed. Galm, Peter Zimmer, Wm. Strack . V Cm V O On f k '11 v?. cm uno oo ' iüouexi ylltten oit Arran gementS so ausgezeichnet getroffen, daß Jeder voll befriedigt die gaftllch: Halle verlleß. Arthur Biitner. 20 Jahre " alt. 857 Mulberry Straße, wurde von dem Beamten Schlangen unter dem Verdaut deö KleindiebgahlS hinter Schloß und Riegel gebracht.Sozialistischer Sängerbund, . Concert und Rall in TOnn,t' n, (Relchwein'S Halle). . Ecke Noble und Market Str., Sonntag, 13. Mat 1906, Abends 8 Uhr. Freunde willkommen.
Südseite Turnverein.
Die regelmäßige Geschästr.Versamm )eS Südseite Turnvereins er. lung des Südseite freute sich gestern Abend eines sehr guten Besuchs. Sechs neue Mitglieder wurden auf genommen uno feqs anotoa:en zur a. w l l - . . Mitgliedschaft vorgeschlagen. Das VergnügungS'Comite berichtete, daß das am 22. April abgehaltene Schauturnen in jeder Beziehung ein großartiger Erfolg war. Die 65 Mitglieder des Turnvereins von Alexandria, welche dem Schau turnen beiwohnten.' sprachen in einem Schreiben an den Verein ihre vollste Anerkennung für ihre Aufnahme sowie über die Leistungen aller Klassen bei dem Schauturnen cuZ. Die Berichte des Schatzmeisters fo wohl als auch des Turnlehrers lauteten wiederum sehr günstig. Der Damenverein hat weitere 3 Antheile des HallenBauVereinS über hemmen und' dieselben voll bezahlt, welche Mittheilung mit großer Be friedigung aufgenommen wurde. . Der Verein ist berechtigt, sich durch acht Delegaten auf der am nächsten Sonntag ftattsindenden . BezirkSTag satzung in Fort Mayne vertreten zu lassen. ES wurde beschlossen, die volle Delegation zu entsenden und wurde den Delegaten ihre Instruktion ertheilt. Der übrige Theil der Versammlung wurde durch Erledigung von RoutineGeschäften in Anspruch genommen. tWttf? An die Leser. Herr Paul Janke, unser langjähriger treuer Collektcur der Tribüne" ist durch Krankheit anö j Haus gefesselt, und - wird Herr I W m. C. Kappler die Collek- ? tionen an dessen Stelle besorgen. 1 ! r Die Gutenberg (5o. ch 4 Wichtig für Milchhandler. Hunderte von Farmern und Milch' Händlern verfolgen mit großem In teresse den Prozeß gegen den Farmer Markley wegen Verkaufs ohne Licenj, US dem ein sog. Teft.ftall aesöassen werden soll. Markley wohnt in John, son County und verschickt Milch direkt an Molkereien und Händler in Jnd!a napoliS. Er behauptet, daß die Ordi nanz, welche er übertreten haben soll, ngrnajt ist, da DU Händler, die seine rn!i 3t. r t ifciicg veriaun, gezwungen nnv, eme Licenz zu haben und wenn von ihm das Gleiche verlangt würde, hätte die Stadt tmn doppelten Vortheil für dasselbe Produkt. Wenn der ffarmer attwun. gm werden kann, eine Licenz zu lösen, I f . . im tf , m . oeyaupier ymmvwmtx, neu! er Nch I i. . II. M..lf i rr r . . . unter die Authorität der GesundheitZ Behörde und kann bestraft werden, wenn die von ihm an Händler aesandte Milch als mmderwerthig befunden wird ohne Rücksicht darauf, daß die Ent werthung der Milch erst nach dem Ver. lanen ser arm vom Händler vorge. l rr r. .. . nommen wuroe. nn oreimg Farmer m obn on rw r rv. county sind entZchiosien. den Markley. Prozeß durch alle Instanzen zu führen, um oie umguu oer naott,chen Llcenz. roinanz zu erprooen. ; .Robinson, 1. Mai. Frau Nora Plunckett. ein seit zwei Jahren bei dem Bankier und früheren Post, I mrt . . metner vamuei . Bennett bediensttt ist, machte gestern Abend auf ihren DienftHerrn einen Mordangriff. Ben. nett hatte sich bereits iuz Rube be. $tUn, als die Plunkett in das Schlaf, ' Zimmer kam und ihm mit den Worten: I i-b. ir tf M.tr 39 Ystv um Jynen zu reden- mit einem Rastrmesser mehrere . tiefe Schnitte am Halse beibrachte; die 'unoen an na) nnv ntcht lebenöge. sayruq. grau Plunkett stellte sich darauf dem Sheriff und giebt an, daß enneu zur lyren utn verantwortlich wäre, ennen oeyauptet, keine Ver. anlassung . zu der That gegeben zu nrt I haben.
Arlicitcr-Mai-Feier
. . , ' .. Rutschen Gewerkschaften. Ein schöner Beweis der So lidarität. Ein schöner Geist der Zusammenge Hörigkeit durchwehte die gestern Abend in der ColumbiaHalle unter den Auspi cien der Möbelschreiner.Union No. 13, Typograph! No. 14 und Brauerei' arbeiterUnion No. 77 abgehaltene Maifeier, die Feier zur Erinnerung an die internationalen Bestrebungen zur Einführung des AHtstundenTageZ. In hellen Schaaren. hatten sich die organistrtm Arbeiter eingesunden, um an der Feier theilzunehmen. Das Comite hatte ein vorzügliches' Pro gramm aufgestellt, welches der Bedeu tung deZ TageS angepaßt war und auch der Unterhaltung der Gäste in jeder Weise Rechnung trug. Der Sozial! ftische Sängerbund unter Leitung sei neö Dirigenten Herrn Joseph Gunter mann hatte feine Mitwirkung zugesagt und brachte mehrere Chorlieder in vollen deter Weise zu Gehör. Die SoloVor träge von Fräulein Clara Schultz und Herrn Frank Herder rissen die Zuhörer zu so begeistertem Beisall hin, daß sie sich zu Zugaben verstehen mußten, DaS Quartett der Herren August flö beler, Frank Herder, Fritz Wirk und Carl Wetter wurde in recht ansprechend der Weise vorgetragen. Frau Emilie Hofmann mit dem Prolog Frühlings gedanken" und das Cornet'Duett der Herren H. White und John Hedderich verdienen vollste Anerkennung. Den. Glanzpunkt des Abends bildete in mehr als einer Beziehung die Fest rede des Herrn Hugo Miller. Herr Miller,' der feit langen Jahren inmit !ten der ArbeiterBewegung steht, lft kein Schönredner und doch wußte er tnt Ausführungen, die sich zu . . . . . . . meist auf eine Geschichte der Achtftun deN'Bewegung beschränkten und voll ständig sachlich gehalten waren, die Zuhörer von Anfang bis zu Ende zu fesseln. . Herr Miller sagte unter Anderem: Erster Mai, internationaler Arbei ter.Feiertag. wie herrlich bist du ge dacht, welch' hehre Prinzipien liegen dir m Grunde, aber leider wie wenia wirst du verstanden, wie wenig wirft du ge. feiert, speziell in diesem Lande. Und dock, war es in. Amerika, wo zuerst der Gedanke auftauchte, den 1. Mai nicht nur als Frühlingsfest zu feierck. denn dies thaten ja schon unsere VorI . . r fahren die alten Germanen, fon dem ihn zu einer Demonstration des arbeitenden Volkes zu gestalten, zu einem Markstein der Einführung deS acktuündiaen Arbc tertaaeS. ES war der im Oktober 1834 in Chicago ta I . m . gende 4. JahreSongreß oer Vewerr I w . . - . . ,. schastenAmerika'S.der den denkwürdigen Beschluß faßte, alle Arbelterorganlsa tionen aufzufordern, vom 1. Mai 1886 an den Achtstundentag zu ver langen und nöthigenfallS zu erzwingen Ich brauche Jdnen wohl kaum zu I "-' ' sagen, daß eS nicht der Hang nach Trägheit ist. der den Arbeitern die For I " " dernn d-L MMnd?nta,ieS als dren nendste der Geaenwart aufgedrängt hat, sondern eS ist die Ueberfüllung deS ArbeitermarkteS infolge der. Einfüh g arbeiterfparender Maschinen und das Bestreben der Glücklichen-, die kür ihre Arbeitskraft einen Käufer ge funden haben, diese Gelegenheit au e auszudehnen, welche zur Arbei I , !fY m . f i V- n W luens uns IM lanoe uns Oder kurz gesagt: Die Forderung nach Abkürzung der Arbeitszeit ent svrinat der dandareittlchen Wabrbeit. i , j ' 7 --'ö l w ' w daß je mehr die Maschinen arbeiten, je mehr sie alle Bedürfnisse des Lebens I . . ww m erzeugen, deftoZ weniger dte enfcyen arbeiten sollten, damit der Segen der Maschinen nicht nur einer kleinen Min oeryett, sondern Allen zu Vme kommt. Me Verkürzung der Arbeitszeit tft daher eine Principienfrage, hie .am Baume deö Capltal.PrositS nagt, und dieß weiß oder fühlt die ausbeutende Classe auch inftinctlv und darum ihr verzweifelter - Widerstand' - gegen diefe
Forderung. Eine Löhnerhöhung, welche
sich die Arbeiter hier und da, und ge wöhnlich auch erst unter großen Opfern erringen, kann das Capital meist wie der dadurch ausgleichen, daß eS die Preise der LebenSbedürfniffe . in die Höhe schraubt; aber eine Stunde wem ger im ArbeitSjoche, bedeutet eine Stunde mehr Freiheit für den Arbeiter, eine Stunde mehr Gelegenheit zur Fort bildung und Erkenntniß seiner Classen läge. Daher ist die Forderung nach Verkürzung der Arbeitszeit eine ebenso revolutionäre wie zeitgemäße und wenn sich auch das Ausbeuterthum noch so sehr dagegen sträubt und sich gederdet. als ob der Arbeiter ihm etwas stehlml wolle, wenn er sagt, ich will Euch meine Arbeitskraft nur noch für acht Stunden täglich verkaufen und mit der Übrigen Zeit thun, was mir behagt," so vermag eS doch dieser selbstverständlichen Forderung auf die Dauer nicht zu wi derstehen. War der Anfang auch vorerst klein und wenig ermuthigend, so wuchs die Achtstundenbewegung doch gegen Ende des Jahres 1835 und zu Anfang 1886 awinenartig an, und als der 1. Mai 1836 heranbrach, waren eine ganze Anzahl Gewerkschaften in der glück ichen Lage , sich' den Achtstundentag aus eigner Krast erringen zu können. Und ohne Selbstüberhebung können wir conftatiren, daß es in erster Linie deutsche Organisationen waren, welche anno 1886 den Achtstundenkampf in diesem Lande enthusiastisch und auch zum großen Theile erfolgreich führten; es waren die Möbelschreiner, die Seidenweber, die Cigarrenmacher. die Zimmerleute, die deutschen Buchdrucker, die Holzschnitzer und die Steinhauer, welche als nationale Organisationen in den Achtstundenkampf eintraten und denselben auch gewannen. Und in den Großstädten New York.. Chicago, Mil waukee, St. Louis etc., wo dieser Kampf am heftigsten tobte, waren eS auch besonders die Eingewanderten-, die im Vordergrunde der Bewegung standen. ES würde zu weit führen, Ihnen hier eine Geschichte der glorreichen Achtftun den Bewegung von ivvd geben zu wollen, die zu dem bekannten Bomben ettentat in Chicago und der demselben folgenden gesetzlichen Ermordung einer Anzahl Vorkämpfer deS Proletariats führte. Aber wenn !eS damals der herrschenden Klasse auch gelang,, die so vielversprechende Bewegung mit bru taler Gewalt einzudämmen, so hat doch die Idee des Achtstundentags immer weiterWurzel gefaßt.'und heute nach 20 Jahren, sehen wir, wie wiederum ein großer Gewerkverein in diesemLande.die International Typographical Union, sich mitten in einem heftigen Achtftun. denkampfe befindet, den sie mit einer Energie und Opferwilligkeit führt, die ihr sicher die Anerkennung aller Freun de deS Fortschrittes eintragen muß, und die auch soweit schon mit Erfolg ae krönt ist. Erfreuen sich aber erft ein mal die englischen Schriftsetzer dieses Landes des Achtstundentages, den die deutschen sich ja vor 20 Jahren er rungen haben, dann werden auch die anderen Branchen deö graphischen Ge werkeS deren Beispiel bald folgen und die Bewegung wird um sich greifen und mächtiger werden, wie sie eS vor zwei Jahrzehnten geworden. Wir können daher heute, am 1. Mai, frohen Muthes in die Zukunft schauen und unseren Widersachern daS berühmte Galilei'sche Wort entgegenrufen: Und sie bewegt sich doch!Begelfterter Beifall lohnte den Redner. . Nach Beendigung deS Programms fand ein Tinzkränzchen statt, das die Theilnehmer bis zum frühen. Morgen in gemüthlichster Weise beieinander hielt. . TerreHaute. 1. Mai. Der 70.jährige Eric Colomon wurde im Polkzeigericht zur Zahlung einrr Geld strafe von S300 und zu 6 Monaten Ge fängniß verurtheiltrorll er einem 14 jährigen Mädchen die Zöpfe abge schnitten hatte. Wie eö heißt, wurde er bireitS vor zwanzig Jahren wegen desselben Vergehens bestraft.
Nachrichten aus Jndiana.
M o r o c c o , 1. Mai. Mit Hülfe von Röntgenftrahlen wurde nachgewie sen, daß die Verletzungen, welch: Geo. W. Murphy bei einem Falle auf der Straße erlitt, für die Dauer keine un angenehmen "Folgen haben werden. Die Klage Murphy'S gegen-die Stadt auf Zahlung von S6000 Schadenersatz wurde deshalb abgewiesen. W a d a s h, 1. Mai. Auf eigen thümliche Weise kam der 30-jährige Farmer Emanuel Miller auf seiner Farm nahe North Manchester um'S Le den. Er war damit beschäftigt einen Drahtzaun zu ziehen als die Kette, an der seine Pferde zogen, platzteund ihm ein Gelenk derselben an die Stirn flog. Der dadurch verursachte Schädelbruch führte den Tod herbei. Auburn, 1. Mai. Der unver heirathete William Metcalf aus St. Joe wurde von einem Zuge der Balti more und OjioBahn überfahren und sofort getödtet. Der Lokomotivführer berichtete, daß der Getödtete auf den Schienen saß, als der Unfall sich ereiz nete und daß er den Unglücklichen erft bemerkte, als es bereits zu spät war, den Zug zum Halten zu bringen. Fort Wayne. I.Mai.- Daß unsere Stadt ein EierCentrum ift, war auch nicht vielen Fort Wayne'ern be kannt. Und doch versandte daS hiesige Fruchthaus nicht weniger als 90,000 Eier allein am letzten Samftag. Die Eier gingen nach Massachusetts und füllten einen ganzen Eisenbahnwagen; eS waren 250 Kisten, von denen jede 30 Dutzend Eier enthielt. Wenn die Eier alle aneinandergelegt werden wür den, ergäbe sich eine drei Meilen lange Eierreihe. Wir überlassen es unseren Lesern, auszurechnen, wie viele Ome Uit& u YittUn 90.000 kern emackt werden könnten. . v ' ' Jeffersonville, 1. Mai. Mehrere große Fischnetze, darunter einS von 300 Fuß Länge, welche von dem Fischerei und Jagd'Aufseher Jsaak Cox konfiLcirt worden waren, wurden auf offener Straße von den Behörden verbrannt. Die Fischer CliaZ. Dold und Ham Mitchell, denen die Netze ge hört hatten, wurden wegen unerlaub ter Ausübung deS Fifcherel'BetrlebeS bestraft. Jeffersonville, 1. Mai. Ge. legentlich der Feier deS 54. Jubiläums der Odd Fellow Loge in Utica unter ytett Frametn Irma vowaro vte -oe sucher durch Vorführung eines TanzcS und den Gesang eines - LiedeS. Rev. H. W." Baldrige, der die Festrede hal ten sollte, weigerte sich in Folge dieses in seinen Augen anstößigen Benehmen? der Fräulein Baldrige die Rede zu hal. ten und machte mehrere abfällige Be merkungen mit Bezug auf die junge Dame. Einige Tage später erschienen die zwei Brüder derselben in der Woh ki ffA(l. friuvTtttrtt ay 5Ts - UUttg U(9 JUiuio uuu unmuyiiu bitte wegen der beleidigenden Aeuße rungen und als dies verweigert wurde, verabreichten sie dem Geistlichen eine Tracht Prügel. Die öffentliche Mei nung in Utica ift zu Gunsten deS Pa ftorS. Baldrige und wird die Sache jedenfalls noch ein Nachspiel in den Ge richten haben. - S- Raucht die Tish I Mingo. D i e Wüste Sahara nimmt einen Flächenraum ein, der halb so groß ist wie der der Ler. Staaten. Liebeserklärungen auf Postkarten sind nach russischem Postqesctz mit einer Geldbuße von je $2.50 strafbar. Millionen von NobinS flogen jüngst auf ihrem Wege nach dem Süden über Duba. Nevada. und Placer Conties, Kal., dahin. ; Zahlreiche Arme haben das 100. Lebensjahr erreicht, aber ron einem Millionär, de: in einem so hohen Alter heimging, hat man niemals gehört. ,' :,--r ' Prächtig e' Exemplare von Vaumwoll-Fabr'ika-ten aus der Zeit der-Inkas werden häufig in peruanischen Grabstätten gefunden '"" '
