Indiana Tribüne, Volume 29, Number 211, Indianapolis, Marion County, 30 April 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, 30. April 1006

er jüngste

Bruder

Soziale? Komsn vou VrnK Wlchert.

(ZZortsehung.) gewahre! Aber Mathilde und ilzre Cousine. Obgleich sie so thut Na, ich kenne sie. scheint Dir die Sache veruünftig, Ewald?" .Hm ja in mancher Hinsicht. .. ZHarum nicht ? Die Cheleute besprachen die Angelegenheit in scherzhaftem Ton. Du mußt vorangehen, lieber Schatz.- sagte die kleine Frau. .Ich ? Das paßte mir och." .Du. Nur vorbereitend. Kommt das erste Wort von einem Manne, so ist die Wirkung eine bessere. . .Ack, laßt mich aus dem Spiel!Oiein, nein! Das kann diesmal

nicht gcscheben.- Sie redete so lange aus ihn cm. bis er versprach. Arnold gelegentlich bei Seite zu nehmen. Er hielt denn auch sein Bcrsprccken. .Wie geht das Geschäft?" sragte cr Arnold bei dqjni nächstem Besuch, nach, dem er ihm in seinem Zimmer eine (Sigarre angeboten hatte. mjanit,- anrworrele Arnold, .tcy meine recht gut." .Du wirst wohl bald a'nö Hcirathen denken?" Er wurde verlegen. .Ich .Alt genug bist Du dazu." .Na ja man denkt ja mitunter an so etwas. Ob es aber nachher allen Theilen paßt " .Das kommt auf die Frau an. Hast Du denn noch gar nichts in'S Auge gesaßt?" ..Ernstlich das will ich nicht be Häupten. ES kann einem schon eine recht gut gefallen, und man hat doch nicht den Muth dazu " .Ja, Muth gehört mitunter dazu," bestätigte der Major, schalkhaft mit den Augen blinzelnd. .Wer gewinnen will muß wagen. Manchmal sieht'S auch nur so aus, als ob da etwas zu riökircn wäre. Also im Ganzen wärst Du nicht abgeneigt?" .I, durchaus nicht im 0e;cn theil. Ich kanus nur nicht so übersehen " .Weißt Du waS ? Besprich die Sache mit meiner Frau." .Mit Deiner Frau? Ach!" Ja, sie fft Dir sehr gut und wird Dir gewiß den besten Rath geben. Vcrsuch's einmal." Sie kaun aber doch nicht wissen" Die Weiber haben da mitunter ganz merkwürdige Treffer. Das heißt thu.' was Du willst." Jawohl." Arnold war ganz nach' dcnklich geworden und kaute seine Eigarre mehr, als er sie rauchte. Wenn Du 'mal leise antippen wolltest damit sie doch weiß " Seh? gern." Als die Brüder sich wieder trafen diesmal in kürzerem Zwischcnraum, als sonst sagte Ewald, ihm auf die Schulter klopfend: Sarah hat eine gute Pattie für Dich in Borschlag." Arnold machte sehr erstaunte Augen. Was? sie...." .Nun ja, sprich nur ganz dreist mit ihr." .Da bin ich doch neugierig, ob sie. . . Sehr neugierig." Er hatte sich' dazwischen überlegt, daß Friederike am Ende wirklich die rich tiqe Frau für ihn wäre. Natürlich

müßte sie erst auö dem Dienst und zu ihrem Bruder nach Hause. Bon don konnte er sie sich ja holen. wenn'S so weit wäre. Daß die Schwägerinnen

damit so ganz einverstanden sein wur

den, hatte er freilich nicht zu hoffen gc-

wagt; daß sie aber selbst für ihn wählen tonnten, war ihm gar nicht in den Sinn

gekommen. Was meinte croalo elgcnt lich?

Frau Sarah klärte ihn bald darüber

aus. .Das l!t vernünftig, daß (sie hei

rathen wollen," sagte sie. .(wald hat

mir erzählt.

.Hat er Ihnen erzählt " druckste er. .ja aber was ? Das ist nun so. Ich weiß wirklich nicht recht, ob er die

Sache und was ie unter vcrnuns tig verstehen."

Sie wickelte ein Schlangenarmband über ihre lächerlich kleine Hand ab und wieder auf. .Wir wollen uns mit

' Doktorfragen gar nicht abmühen." erwiderte sie leichthin. .Das sind Fragen

Wissen Sie, was ich meine? So zum Beispiel: was ist Wahrheit waS ist Vernunft ? WaS für Eigenschaften muß eine Frau besitze::, die einen Mann

glücklich machen soll Ucberhanpt, waS ist Glück ? Larifari! Ein gewisser

Goethe, von dem Sie ja sicher geHort haben, sagt : Am farb'gen Abglanz haden wir daS Leben. ES kommt aus den

Standpunkt an. uicht wahr? Wenn Sie nun Ihren Standpunkt kennen. . .

Aber auch da ist Theorie; wir können

UNS ein anderes Mal darüber uutcryal

teu." Sie kniff die Lippen zusammen.

(hnb das Ärmvano zurccut. nov viotMW

den reizend frisitten Kopf und fragte: .Wie aesällt bucn Fräulein Ulrike ?"

Arnold stutzte ein wenig; aber es leuchtete ihm keineswegs sofort em, was die schelmische Schwägerin beabsichtigte.

Er nahm denn auch zunächst diqe vcr-' c r.n ri. r.(L."i ....V

janguajc 5 rage gauz jur jicy uo, uu antwortete mit allem Ernst: .Was kann man da sagen? Eine sehr achtbare

Dame gewiß. Ich denke wenigstens

Die komme der Schwägerin Ma

thllde Eine, sehr achtbare Dame

gMlß."

.Stoßen Sie sich nicht daran, daß

sie lange mit einem Osttzier verlobt

gewesen ist, der sie dann hol sitzen lassen?" .O. ich! weshalb iollt' ich mich

daran stoßen? Das ist ein Unglück. Und selbst wenn da Sie verstehen mich scholl.. WaS kann sie dafür, daß r S r. f

es jotaze cyuiie guu r- . .Sie. gefallt Jhueu.alfo recht auttÄ

.Das beißt Wir kommen ja jetzt

schon so ziemlich ' mit einander zu recht." .Wissen Sie. Aruold Die wäre eine Frau für Sie." Seine Augen öffneten sich groß. Er starrte sie eine Weile an. als hätte er sie gar nicht verstanden, und brach dann iu ein unbändiges Lachen loö. Es wirkte ansteckend. Die Majorin lachte ebenso. .Fräulein Ulrike und ich ha, ha, ha. ha !" Sie lachte ihm zur Gesellschaft tüch tig mit und wischte sich am Ende gar eine Thräne auö dem Augenwinkel. .Sie sind zu komisch. Wie Sie lachen ha ha man muß selbst lachen." Sich zum Ernst zwingend, aber von Zeit zu Zeit immer noch einen Lachla:. auSstoßcnd. facste sie daun : .Die Sache ist aber gar nicht so spaßbaft. ES ,1 meine ganz aufrichtige Meinung : J

nie i)t eine Frau sur ic."

Der wurden Sie imon ankom

men

!

.Wer weiß?" .Sie ist stolz." .Das gibt sich. Und worauf ciacnt-

IiA? Sie ist arm. lebt von Wobl,

thaten und arbeitet ja auch ein Bis-

chen.

..Ja. aber " Nu freilich ! Sie gehört zur guten

Gesellschaft, theilt deren Nciczung, hat eine Erziehung genossen, weiß sich zu benehmen. Anders kann ich mir Ihre Frau gar nicht denken, lieber Schwa-

ger. etwas neueres kann )it ;ynen gar nicht einbringen. Für die nöthigste Ausstattung würden ja die Verwandten

sorgen. Sie weil; zn rcprascntlrcn. Neben ihr werden Sie. . . . Mein Gott.

mir sind &it za aucy o ganz recyt. aber Sie werden doch selbst zugeben.

daß Ihnen sur die Stellung, die Sie neb Ihren Brüdern einnehmen sollen, noch manches fehlt. Wenn eine Frau

tc nun so trnftlch ergänzt JOöc

ist sie Ihnen zu alt ?"

Am, das gerade nicht." er wurde

durch . ihr Verhalten genöthigt, die

ache nun auch mcht mehr spaßhast zu

nehmen.

Oder mcht hübsch genug? Sie hat

sehr schöne Augen."

..Ja wohl." ..Also überleacn Sie sich's einmal.

Bequemer können Sie'S garnicht haben.

Die Eounne Ihrer Schwägerin ! DaS

macht sich ja ganz von selbst."

Ja. wie soll sich daS machen ? Sie

haben sich da etwas auögcdacht aber

eS steht mcht aus festem Boden, 5uc Schwägerin Mathilde würde Sie aus-lachen."

Soll, ich sie auSkundichatten ? Ich

wette, sie lacht gar nicht. Die Partie ist für beide Tl,eile so vorteilhaft !

oll ich?" Und ich müßte doch auch irgendwas

fühlen "

Ja, wenn Sie sich aus den Stand'

punkt stellen wollen, lieber Schwager. .. Dagegen ist ja sonst gar nichts zu sagen. Aber in Ihren Verhältnissen " Sie zuckte die' Achseln. ,,Sie können eben nicht, wie Sie wollen. Wenn Sie ab-

warten mögen, biS Sie aus Liebe hclrathen kVnnen r das ist ja auch ein Standpunkt. Aber ich werde dann

schwerlich noch auf Ihrer Hochzeit tanzen. ES könnt' Ihnen auch selbst leicht zu spät werden. Was müßte da nicht

glücklich zusammentreffen, damit alles

glatt auf cmandcr pafctl Ich meinte.

Sie wollten die Vernunft sprechen las-

cn."

DaS wär' allerdings das Vcrnünf-

tigste." Er fuhr mit der Hand in das

dichte Haar. ..Sie scheinen wiMich

nicht zu spaßen. Aber ich und Fräulein

Ulrike! ie !"

Er machte sich mit dem Gedanken doch

mehr und mehr vertraut. AIS er mit

der Eousine der Schwägerin wieder zu

sammenkam. sah er sie Mit ganz anderen

Augen an. Er luett gleichsam Muske

rung, ob sich an ihr etwas entdecken

ließe, was er bisher noch nicht bemerkt

hätte. ES ist zu verrückt I" hatte er

sich in den vorigen tagen tausendmal zugerufen, aber zu einem kräftigen Nein

war er doch nicht gelangt. Eine feine

Frau ! daS ließ sich doch hören. Uno

..sn" war Fräulein Ulrike, ganz

sein." Wie sie sich hielt und wie sie sprach, nd wie sie mit den Dienstleuten verkehrte, und wie sie sich daS Ansehen

zu aevcn wusztt, oan sie nur aus icjai

tigkeit arbeite ganz sein." schone

Augen hatte sie wirklich. Und cS kam ihm so vor. als ob diese schönen Augen

sehr freundlich lächelten, wenn sie sich

auf ihn richteten. Er hatte eS früher

nicht so bemerkt, aber setzt Wahr

hastig, wieder ! Sie ucn die Hände mit der Näharbeit auf den Schooß sinken, wenn sie mit ihm sprach. Und sie sprach mit so sanfter, weicher Stimme, auch wcun sie anderer Meinung war als er.

Onendar cnnuthigte sie ihn zur sbla

derci. Was er vorbrachte, schien sie

lcbhast zu lnteresurcn. Die Ammerk

samkeit. die sie ihm schenkte, mußte ihm

schmeicheln.

Die Geheime Näthin hatte sicher von

Frau Sarah erfahren, welchen Plan

dme schmiedete: Sie wollte w aus

kundschaften. Arnold hatte sich auf ein sehr strenges Gesicht, auf ein kühles Verhalten bei der nächsten Begegnuxg gesaßt gemacht. Er meinte, sie würde

ihm gleich mit dem ersten Blick zu ver

stehen geben, daß sie durchaus nicht der

Ansicht der chwaierm beitrete. DaS

wäre ihm eigentlich lieb acwcscn. Er

hätte dann gleich einen strich ziehen

und sich dahinter stellen können. Aber

er täuschte sich ganz und gar. Frai

Mathilde benahm sich gegen ihn viel

liebenswürdiger als sonst. Sie war

augenscheinlich in der heitersten Stim

muna und behandelte ihn mit ganz

ungewohnter Zuvorkommenheit. Er

wußte nicht mehr recht, was er denken

sollte.

jtam Ucberflub deutete, sie denn auch

so beiläuIg an, daß dk ierin bei

rar gewesen sei. .Sie lfl erne sehrNuge rv . . , f 0

tfrau, zagre sie, mvm mcnr, aw im früher geglaubt habe." Worauf bezog sich das nun ?

Er mußte den Tag nennen, wann er

wiederkommen würde, und fand rän-

ein Ulme vor, obgleich es gar nicht ihr

Tag war. Und so jedes Mal, es konnte

ein Zufall scm. Die Nathin wusztc es

dann so einzurichten, daß Beide viel

mit einander allein blieben, selbst die Kinder wurden entfernt, wenn cö irgend anging. Arnold sagte sich noch immer :

ES ist in verrückt?" aber nicht mehr

ganz in dem früheren Sinne. . Wenn er wollte ! Die Gnädige würde am Ende gar nicht so viel dagegen haben, und das Fräulein über einen Antrag nicht in Ohnmacht fallen. Wenn er wollte!

Er wollte nur noch immer nicht.

Wenn Friedcrikc fortgeschickt worden wäre ! Ganz auö dem Hause ! Aber k 1 .

nun say er s:e icoes vjiai, wenn er lam nicht mehr so viel, als früher, doch genug, um sie nicht ans dem Gedächtnis zu verlieren. Die Vcrunstaltnngcn der

Geheimen Nathrn zu Gunsten igrcr

Eonsine hatten zugleich ganz von selbst

den Erfolg, daß Friedcrikc möglichst fern gehalten wurde. Mehr als wenige Worte mit ihr zu sprechen, hatte Arnold

eme Gelegenheit mehr. Er ah sie

doch und sah sie noch immer so gern, wie vorher. Vielleicht noch lieber. Denn wenn sie jetzt eintrat nnd so lange sie im

Zimmer blieb wl?r es ihm immer, als ... . C... i

rönne er roicccr iciajicr aiuinen. bedrückte ihm wirklich etwas die Brust.

Er meinte mitunter, der Nock sei ihm zu

enge geworden, riß den obersten Knopf S V CIW v . fl O '

aus uno viies cmen .'luno vou yiKtf

uft fort, die Spannung zu mindern.

Fräulein Ulrike erschrak jedes Mal über dieses gewiß sehr unschickliche Venehmen, gab aber nur durch ein Lächeln mit gesenkten Augenwimpern zu verste-

hen, daß sie eS nicht unbeachtet lasse, aber auch nicht rügen wolle. Es kam

vor. daß er unaufgefordert etwas zur

Entschuldigung sagte, wie zum Beispiel, daß eöihm im Zimmer sehr heiß zu sein

cheme. oder da der iiraqen schlecht ge

plättet sein müsse und ihm den HalS

chnure. Ein Vergleich zwischen Fräulein Ul-

rike und Friederike war eigentlich gar

nicht möglich. Auch wenn er Ulrike

nicht anredete, sondern sich mir ihr nur irgendwie in Gedanken beschäftigte, nannte er sie immer Fräulcin Ulrike." vertraulicher höchstens mit der Vczeichnung der Kinder Tante Ulrike." Sie war eine Dame. Friedcrikc ein Mäd

chen. Er hätte sich rledenke gar nicht

so gekleidet und srisirt denken können ;

sie würde ihm verputzt vorgekommen

sem. Zu dem raulcm gehörten ganz selbstverständlich die weißen Hände mit den gepflegten Fingernägeln Spielzeug, mit dem er gar nicht würe umzugehen wiffcn, allzu zerbrcchlichcSpiel-

zeug! Uiid die ganze Figur Wie schlank, wie zierlich ! DaS ganze Per-

sönchen so unkörperlich! Dazu die melancholischen Augen und die lispelnde

Stimme. VaS alles war sehr vemcrkcnswetth. übte aber wenig sinnlichen Reiz. DaS Fräulcin hatte etwas Verblühtes, Friederike war ganz Jugendfrische und kernige Gesundheit. Ein Pruck ihrer Hand, ein 5kuß ihrer Lippcn davon konnte er träumen. Frönlein Ulrike erregte ihm in ganz anderer

Weise Herzklopsen. ?cnn er sich'S ehrlich gestehen wollte, so fürchtete er sich ein wenig vor ihr.

Und doch ließ er es an Bemühungen.

ihr zu gefallen, keineswegs fehlen. Er

bezwäng sich zu einem sehr höflichen

Benehmen und war vorsichtig in der Wahl seiner Ausdrücke. Bei Tisch

wurde er stets neben Ulrike gesetzt und versäumte danu die kleinen Pflichten . STt - r .

nacyvaniazer aianicne nicht ganz.

Die Geheime uiatmn lobte, oan er er

freüliche Fortschritte mache, und gab

ihrer Cousine sckcrzhastc Uvinkc. dier

Ziehung fortzusetzen. Sie behandelte sie rücksichtsvoller, freundschaftlicher als sonst, vielleicht nm sie in Aniold'6 Augen

noch mehr zu neoen. diesen selbst be

ehrte sie mit einer Vertraulichkeit, die gegen die frühere steife Haltung sehr wohlthuend abstach. Er war offenbar auf dem besten Wege, als Schwager

ernst genommen zu werden.

Nach alledcm ergaben sich ganz ersreuliche Aussichten sür die Zukunft.

wenn er sich :n seinem Glück leiten

ließe. Er widerstrebte uicht. obgleich er auch nichts dazu that, eine Entscheidung c f. . 1 r. fc f.vii - ! 1 .

ijtruti$uiui;icu. yuue gur iiiujl gc wußt, wie er das anfangen sollte

uroe er nun einmal geschoven. so mußte auch der letzte Anstoß von außen

kommen.

Ganz frei fühlte er sein Gewissen nicht. Er nannte das sein Gewissen, was ihm zuweilen großes Unbehagen r? .f. . ,

ucruquuju. uaiui u ia; 2JCm: gav. Friederike bei sich silbst zu verleugnen.

als hätte er doch bei so einem Mädchen . . . ?i I ! J. - O t . 1 a ....

an eine ernsiiiaie, ivsia)r gar nicht oen ken können. Er doch daran ae

dacht. Und wenn er ihr auch kein Ver-

sprechen gegeben, so hatte er ihr's doch oft und deutlich genug zu verstehen gegeben, wie er ihr gesinnt war. Wenn

sie ihrerseits sich noch zurückhaltender

gezeigt, so wunte er za. dan die austän

digen Mädchen ihres Standes es für

gute Lebensart meiten. m solchen Fällen

eher eine gewisse Gleichgültigkeit zur Schau zu tragen : Bil.de Dir nur nichts

ein. ich kann auch einen Anderen haben

Sie war ihm sicherlich recht gut. Nun mußte es sie kränken, daß er sich so ohne

Grund, von ihr abwandte. Ohne einen Grund nämlich, der in ihr lag. Das ging ihm aber an's Gewissen und machte ihn ganz traurig, wenn er sie wiedersah. Sie mußte auch gemerkt haben, was

im Averke war. lir yatte wohl Gelegen heit gehabt, zu beobachten, wie verwun

dert sie dreinschaute, wenn , das Fräulcin sich so gütig und liebevoll seiner auuahm und er ihr mit so viel Höflichkeit beaea-

ncte. Er hatte zu sehen, geglaubt, daß

sie spöttisch' lächelte, und einmal, als der kleine Fritz sehr ungehalten darüber war, daß Onkel und Tante sich um ihn

gar nicht vc.ummertcn, hatte sie ihn aus den Arm genommen und beim Hinausgehen gesagt : .Komm nur wir sind hier im Wege." Sie war ihm dann auSgewlchcn, so viel sie konnte, und hatte ihm nicht einmal einen Blick gcschenkt, wie er ihr auch mit den Augen folgte, so bald er sich von Fräulein Ulrike nnd der Schwägerin nicht bcauf sichtigt meinte. DaS mußte Absicht sein. Er sollte wissen, daß sie sich aus einem so unbeständigen Wünschen gar nichts mache.

Eines Abends, als sie ihm die Entree

thüre öffnete, um ihn, in'S Haus zu las-

scn. und gleich wieder fortgehen wollte.

sayte er sie bei der Hand und hielt si: zurück. Ein Wort. Niekchcn," flüsterte er.

Sie suchte sich loszureißen. Na

nu!" sagte sie unwillig. WaS soll denn das ?"

Warum sind sie denn jetzt immer

so böse?" fragte er. Ich habe Ihnen doch gar nichts gethan."

Was sollen Sie mir auch gtthan

haben?" gab sie zurück. Ich bin, wie

ch immer bm. 0 lassen Sie Mich doch oö. Herr Bcrkcn !" Ich muß erst wissen " Sputen Sie sich nur hinein das

Fräulcin wartet schon lange."

Ach, das Fräulein." Thun Sie doch nicht so!" Dummes Zeug." ..Wenn Sie mich nun aber nicht losassen. sprcch' ich so laut, daß cs die

gnädige Fran im Zimmer hört."

.,ie werden doch mcht ? Ich will

Ihnen ja nur sagen "

ES nt oar nicht nörnrn." vca gut denn. Adieu !" Er gad

ihre Hand frei.

Wollen ie denn wieder gehen r Ja. Bestellen Sie nur. ich hätt'

mich nur wegen heut entschuldigen wollen. Ein dringendes Geschäft

Das heißt, es ist nicht wahr," setzte er

flüsternd hinzu, ich will mich nur nicht wieder langweilen lassen"

rich !" rief sie vcrwunocrr. wendcte sich aber ab und ging der Stubenthür zu.

Eö war ihm so Plötzlich in den Sinn

und auch gleich auf die Lippen gckom-

mcn. r nauc qemeini, nir ocn be

weis geben zu müssen, daß er sich nach

der Gesellschaft des raulemö gar nicht sehne. Nun ärgerte er sich schon dar-

über. WaS nützt das? Er munte sich

nun doch schon selbst beim Wort nchmen und gehen. Das that tv verdrieß

lich genug.

Er blieb auch die nächste neu in ver

drießlicher Stimmung. Soll ich oder

soll ich nicht?" fragte er sich tausendmal. Er hatte das sichere Gefühl, auf

dem Scheidewege zu stehen und vielleicht eine ebenso grone Dummheit zumachen.

wenn er nach rechts, als wenn er nach

links ging.

Am nächsten Sonntag lauerte er

Friederike auf der Straße auf, wieder

in einiger Entfernung vom Hause. Sie

war sehr ungehalten, als er aus der

Seitengasse aus sie zukam und sich ihr anschloß. Diesmal sicher ganz ernst-

lich. Ich will S:e nicht lange be-

lästigen, Niekchen." sagte er. emen gewissen Abstand haltend. .,ES ist mir nur darum zu thun, daß Sie nicht

schlecht von mir denken, weil ich " Ich denk' gar nicht schlecht von Ihnen." fiel sie ein. Lassen Sie mich in Frieden." Sie denken doch schlecht von mir," behauptete er, ich hab'S Ihnen angesehen. Und ich will's Ihnen auch nicht übel nehmen. WaS soll ich aber thun ? Es ist mir so entaeaengebracht. und ich

hab' gar nicht ausweichen können. Die Schwägerin Sarah, die Majorin, ist ganz versessen darauf. Und da ich doch

ibrem Vater am Ende großen Dank

schuldig bin " Das ist gar mcht im Kopf der Majorin aufgestiegen." siel sie eifrig ein, indem sie ihren Schritt noch mehr be-

fchleuniate. ..Unsere gnädige Frau hat

das ausgeheckt und mit dem Fräulein in'S Neine nebracht. und dann sind sie

krumm herum gegangen glauben Sie

das nur." ..Sie sind aewiß im Irrthum."

..Ein Kind kann's ia einsehen. Es

geht mich natürlich so weit gar nichts an. Aber weil Sie mir leid gethan

haben " Sie hatte vielleicht schon

mehr gesagt, als sie wollte, brach ab und

bis; sich aus die Lippe. Arnold aina einige Schritte schwel

gend neben ihr her. Wiederholt spie er aus, als ob er sich die Kehle frei machen

mume. Dann sagte er: ot yav'

Ihnen also leid gethan?" Sie antwortete nicht.

Hm! Wenn ich könnte, wie ich wollte .... Sehen Sie, das hatt' ich , . - . . 1 r c t.;. cr-

Mir gcdacht. AVer oa siuo oie er waudteu "

Ja. auf die müssen Sie nun schon

hören." Sie sagte das, wie es lym

schien, uicht ganz überzeugt. ..Glauben Sie nicht?" fragte er.

.cb bab'S ia doch gesagt." antwor

tete sie. Und eS ist auch ganz in Ord-

nung." ..Was?"

..Daß Sie so einen Schritt nicht thuu, ohne mit den Verwandten einig

zu sein." Die wollen aber grrade, daß ich Frau lein Ulrike "

..Das ist dock nock etwas Andere."

Freilich! Ich muß ja nicht durch-

ans....." (Fortsetzung folgt.)

Kutfii vor d e.m G e r i ch t.

Weil als euäin vor Gericht er-

scheinen sollte, hat sich, m Triptis. Thüringen, die 76jährige Wittwe Grutut ertränkt. Die Frau, die ui guten Verhältnissen lebte, hatte vor dem Gei.7 . vrur. eY,.V(&i

naji eine unuvcrnnnvwu u

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