Indiana Tribüne, Volume 29, Number 211, Indianapolis, Marion County, 30 April 1906 — Page 6
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Allerlei Behauptungen und ihre vifsenschaftlichen Widerlegungen. Nnznverlässtskeit des menschlichenGedächtuis sts-Klimatologischt Instrumente-Geringe Temperaturroechsel-Wikderkekir von alt Fruchtbarkeit-Bewifferung. Dem tveit verbreiteten Glauben, daß ,as Klima in einer und derselben Ge gend während der Dauer von mehreren Generationen oder sogar innerhalb der Erwnerungszeit von Lebenden, den sogenannten ältesten Leuten" sich ändere. d. h. entweder kälter oder wärmer werde, tritt Robert De Courcy Ward, Hilfsprofessor für Klimatologie von der Harvard-Universität, unter Anderem mit den folgenden Ausführungen entgegen: Das menschliche Gedächtniß ist un zuverlässig, insonderheit wm' es sich um klimatische Dinge handelt. Die einzige Antwort von realem Werthe in dieser Angelegenheit geben nur- die durch Instrumente gewonnenen Feststellunaen über Temperatur. Negenund Schneefall. Diese Feitstellungen aber zeigen, obwohl sie zum Theil biZ zu 150 Jahren zurückreichen, keinerlei progressiven Wechsel in der gedachten Beziehung. Es sind allerdings Beweise für geringe Wechsel in der Temperatur in größeren Arealen vorhanden. Sie bilden eine Folge von irregulären Luftstromungen: die Fluktuationen aoer weichen nur um einen oder zwei Grade von der durchschnittlichen Temperatur ab. Man hat z. B. beobachtet, daß diese Luftwellen von höherer oder niederer Temperatur an der atlantiscöen Küste Amerikas in Intervallen von 25 Jah ren einander folgen, im Inneren des Landes in Zwischenzeitraumen.von tu wa 7 Jahren. Die Behauptung, daß durch die Abholzung von Wäldern und die Erschließung neuer Ackerbaustrecken das Klima der Ver. Staaten eine Aenderung erfahren habe, findet keine Begründunq in den Daten der llimatolo gischen Instrumente. Die Berichte über die Schließung der Schifffahrt auf dem Hudsonstrome wegen Eis während der verwichenen 100 Jahre zeigen, daß der Tag der Einstellung der Schifffahrt innerhalb zenes Zeitraumes tm Durchschnitt derselbe geblieben ist. In Aubonne im Schweizer Kanton Waadt pflegte in dem Jahrhundert von 177s! bis 1873 die Weinernte etwa zehn Tage früher zu beginnen, als in dem Jahr hundert von 1675 bis 1775, ober drei Tage später als in der Zeit von 1575! bis 1675. Gegenwärtig fällt dort der Beginn der Weinernte auf denselben Tag. wie am Ende des 16. Jahrhunderts. In manchen Gegenden Europas, in denen früher der Anbau von Wein, Oliven oder Mais einen wichtigen Erwerbszweig darstellte, wachsen gcgen wartkg diese Früchte nicht mehr. Man hat daraus den Schluß gezogen, daß sich das Klima in jenen Landestheilen ungünstiger gestaltet habe. Dre Wahrhttt ist, daß man die Kultivnung de: genannten Früchte in einer anderen Lo kalttat als profitabler erkannte und sie von hier leichter auf den Markt bringen konnte. Das Klima in dem ersteren Distrikte hat nicht gewechselt.. Auf en britischen Inseln wurde früher Weizen in einem nördlicheren Breitengrade in größerem Maßstabe angebaut, als heutzutage. Der Anbau lohnte sick. wurde aber unprofitabler' durch die Wiedereinführung der Steuer auf Brotstoffe. So verminderte sich die Wenenkultur in icnen Breiten. - Es kann nicht geleugnet werden, daß Lander, dereinst fruchtbar und wohl bewässert, sich im Laufe der Jahrhunderte m sandige und unfreundliche Wüster verwandelt haben. Die Ursache für diesen bedauerlichen Wechsel ist aber nur m den intellektuellen und moralischen Eigenschaften der Bewohner jener Gegenden zu suchen. Der ehemals von Seiten einer starken Negierung auf die Einwohner ausgeübte Zwang zur Bestellung und Bewässerung des Bodens existirt nicht mehr, und so werden jetzt keine oder nur geringe Anstrengungen zur Nutzbarmachung der Erde gemacht. In zablrcichen Distrikten am mittelländischen Meere wo man in neuerer Zeit die Bewässerung wieder einführte, ist auc die alte Fruchtbarkeit des Boden zurückgekehrt. Auch die Bermuthung, daß in Nordafrika der Regenfall sich vermindert habe, ist haltlos. Durch wissenschaftliche Forschungen wurde festgestellt, daß z. B. die Seen im Inneren jenes Landes heute just soviel Wasser enthalten, als sie ehemals faßten. Die serbische Nationalhymne. Die letzte That des verflossenen serbischen Ministeriums vor seinem Rucktritt bestand darin, daß ein Gedicht ausgewählt wurde.' das die neue, serbische Nationalhymne werden soll. Bald nach der Thronbesteigung des Königs P:ter wurde ein Wettbewerb ausgejazneoen, aoer aue oie Poeme, me i ' Y . V l iYI . eingingen, waren so mittelmäßig, daß man sich für keines entscheiden konnte. Jetzt endlich ist nun ein Gedicht ccfunden, das der hohen Ehre theilhaftig werden soll. Der Tert ist in dem serbischen Staatsanzeiger" veroffentlit Korden, und an alle serbischen Musiker ist die Aufforderung ergangen, sich an dem Wettbewerbfür die beste Kompo sition zu betheiligen. Der glückliche Gewinner wir einen Preis von $250 eroalien. .
Jndzana Tribune,
ÄeM der Miflenschasi. Der Direktor deS meteorologischen Observatoriums auf dem Vesuv. verschiedene Hcro-Ter jüngste Vesuveus-bruch-VkatteueciS Ausharre aus seinem Posten nö dcr Jioeck -Frühere nuttzige Tyat-Lage deS Observatoriums. (SfTirn ntfit ?6 in vielen Äerukszeiiw rfr ifrn?n zäklen der Soldat der bis zum Ende ficht und lieber stirbt, als sich dem Feinde ergibt; der Schifr . f r v r:s, Crr icciajci au uciii iiuiuivtu uui;i Professor N. V. Metteucci. Hkuge bleibt, um einen Passagier zu leiten; . der Arzt und die Krankenpsleerin, die in einem von einer Epidemie heimgesuchten Orte ausharren; der Feuerwehrmann und der Polizist, welche, um Anderen Hilfe zu bringen, r erzenes Leben in die Schanze schla--?n. Den höchsten Grad des Heroismus aber dürfte ein Mann erreichen, der gleichzeitig einem Dutzend verschiedener Todesarten unentwegt in's Antlitz schaut, und zwar nicht etwa nur während eines Momentes oder einer Minute, sondern Stunden und Stunden und Tage und Tage. Ein solcher Held ist Professor R. V. Matteucci, der Direktor des meteorologischen Observatoriums am Vesuv. Der jüngste Ausbruch jenes feuer speienden Niesen an dem lieblichen Golfe von Neapel war der schrecklichste seit dem Jahre 79 n. Chr., als die Städte Herkulanum, Pompeji und Stabiae unter Lavamassen begraben wurden. Er ließ auch das Observatorium nicht unverschont; ein Theil desselben wurde zerstört, und unersetz liche, von Matteucci und seinen Vor gangern mühsam zusammengebrachte geologische Sammlungen wurden ein Opfer der gewaltigen verheerenden Eruption. Matteucci aber verblieb auf seinem Posten, und warum? Um die aus vielen Tausenden von Kopsen bestehende Bevölkerung rings um den Vesuv zu warnen, wenn von Seiten desselben neue Gefahren drohten, und um die schwer geängstigten Leute zu beruhigen, wenn der Vulkan Zeichen von dem Niedergang seiner Zerstörungskräfte bekundete. Thatsächlich wurde Neapel an einem Tage durch Matteucci vor einem Aufruhre bewahrt. - Die Einwohner glaubten, daß die Stadt der Vernichtung preisaegeben sei; die Sträflinge in den Gesangmssen meuterten, und die ärmere Bevölkerungsklasse, meinend, daß der Verlust so vieler Menschenleben der Sorglosigkeit der BeHorden zuzuschrei ben sei, zeigte sich zu Ausschreitungen geneigt. Da traf im' kritischen Momente von Matteucci eine Depesche ein. besagend, daß die Eruption des Vesuvs im Abnehmen begriffen sei; die Folae war. daß allgemach eine Beruhigung der erregten Gemüther eintrat. Schon vor sechs Jahren erweckte Matteucci er war damals seit vier Jahren Direktor des 1841 erbauten Observatoriums durch eine muthiqe That großes Aufsehen. Er hielt sich wissenschaftlicher Beobachtungen halber drei Tage lang am Rande des Kraters des Vesuvs auf. als diesem glühende Lava entströmte. Hierbei sie nur etliche Aards ö0n tn gtotjcr Stem Nieder. Matteucu berechnete, öaß dieser Stem von d$m Vulkan mi .-wer Gewalt von 607.995 Pferdekräf ten ausgeworfen worden war. Bald darauf erlitt er übrigens, als er an dem Daö Observatorium auf dem Vesuv. Berge Photographieaufnahmen machte schwere Verwundungen, oie ihn mo natelang an's Bett fesselten. xas aus einem lyüo hc,5en Berarücken des Vesuvs siebende Qöservatoriuru ist zwei Stockwerke hoch und enthält, neben den Wohnzimmern des Direktors. Räume für Wissenschaftliche Arbeiten. Die das Gebäude kröenden Thürmchen wurden bei dem jüngsten Jesuvausbruche zerstört.
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30. April 1906
Der sparsame Graf. Der alte Graf Rottmannseqa auf Donnershausen ist sehr sparsam. Die Leute nennen's freilich anders, sie schimpfen ihn einen Geizkragen. Er selbst will das aber nicht für wahr fs, fnnlnf-m 2 slP :. X." ijuvui vilW4UtUfc uyi lyui uuilli? ich auch niemand in's Gesicht): er hält sich nur für fparsam. und Sparsamkeit jt eine Tugend, die auch angesichts der paar Milliönchen, über die der Graf gebietet, nicht zu verachten ist. Eines schonen Tages muß der Alte zur Kreisversammlnug in die nächste, eine reichliche Stunde entfernt liegende Stadt. Er hat ja Pferde genug im Stall; bei dem warmen Wetter wär's aber doch eine Sünde, die edlen Thiere zu strapaziren. und der Graf ist. trotz einer siebzig Jahre, noch ein ganz guer Fußgänger. So macht er sich denn wohlgemuth auf den Weg, und als ihm vor dem Goldenen Löwen," in dem die Versammlung stattfinden soll, dcr Knecht des Hauses vulgo Hausknecht entgegentritt, da gleitet ein selbstzufrieoenes Lachein über des Grasen Zuge: er hat wieder einmal das Trinkgeld gespart, das er jenem wohl oder übel hätte zahlen müssen, wenn er zu Pferd oder gar zu Wagen gekommen wäre! Aber man soll den Tag u. s. w. Es hat ziemlich lange gedauert mit den mancherlei Verhandlungen; ein guter Bekannter hat schließlich noch eine Bowle zum besten gegeben kurz, es ist spater geworden, als der Graf erwartet hat. Wie er sich endlich zum Heimweg anschickt, merkt er zu seinem Schrecken, daß es draußen pechradenschwarze Nacht ist. Der Mond schien allerdings im Kalender; im übngen jedoch nicht die leiseste Spur von ihm, da dunkle Regenwolken ihn verhüllen. Dumm, sehr dumm! Aber unter diesen Umständen mag er sich doch nicht allein auf den Heimweg wagen; ihm bleibt nichts anderes übrig: er muß sich seinen Freund, den Hausknecht, als Begleiter engagiren. Der wäre nun zwar lieber in's Bett gekrochen. anstatt die halbe Nacht, wie er innerlich fluchend meint, auf der Landstraße herumzuliegen. Ja, wenn er wenigsterls seine Hilfeleistung leidlich bezahlt gekriegt hätte! Aber der Alte wird doch seine Natur nicht verleugnen . . . . Der Lohn, den sie verabreden, ist denn auch in der That tm fürstlicher: Eine ganze Mark! Indessen, was hilft's; erzürnen darf man den hoch gebietenden Herrn nicht. Die beiden wandern also miternan der los. Mit dem Alten geht's heute Abend nur langsam, und es dauert beinahe schon eine Stunde, bis sie das Dorf Sandhagen, das ungefähr auf der Mitte des Weges liegt, erreicht haben. Inzwischen hat sich der Himmel mehr und mehr aufgehellt und just, als sie den Kirchhof in Sandhagen passiren. bricht der Mond voll und klar durch die Wolken. Zugleich mit ihm erhellt auch ein Freudenschein das bis dahin von wegen der Mark stark verdüsterte Antlitz des Grafen. Nun findet er den Weg schon allein weiter! Er zieht mit einem süß-sauren Lächeln das Portemonnaie, entnimmt ihm ein Geldstück und wendet sich darauf an seinen Begleiter: Sie können jetzt umkehren! Eine Mark war ausgemacht. Sandhagen ist die Hälfte. Adieu! Spricht's und reicht dem Burschen fünfzig Pfennige. Logik. Professor: Ja. ja. mein lieber Herr Kollege, man kommt doch manchmal durch Untersuchungen ' und Studien zu ganz sonderbaren Schlußfolgerungen! Sehen Sie, als ich geftern an meinen .Lebenserinnerungen' arbeitete, kam ich' schließlich zu der Ueberzeugung, daß ich gar keine Berechtigung habe, nach dem Tode meiner zweiten Frau noch zu leben, ohne alle Gesetze der Logik auf den Kopf zu fiellen." Aber, ich bitte Sie. verehrtesier Herr Kollege Ja. ja, es liegt ganz klar auf der Hand. Hören Sie nur! Vor dreißig Jahren starb meine .erste bessere Hälfte.' und vor zwei Jahren stirbt auch noch die .zweite bessere Hälfte' von mir. Wenn nun beide Hälften von mir gestorben sind ja was bleibt denn da m i r noch übrig?!Beinahe lebendig begraben wurde letzthin der reiche Farmer Harden Vutler in Hindale, Ky. Er war anscheinend an einem Herzschlage gestorben; Aerzte wurden gerufen, die ihn für todt erklärten; der Leichenbestatter bereitete ihn für die Beerdigung vor. Der Scheintodte lag im Bett, und der Sarg stand daneben; die Familienmitglieder befanden sich im Zimmer, als Butler plötzlich die Augen öffnete und fragte: Was soll der Lärm?" Dann sah er den Sarg und fragte: Für wen ist der Sarg? Wer ist gestorben?" Er fiel wieder in Ohnmacht, erholte sich jedoch schnell wieder. Schüttete Schießpulver in seinen' Mund. Der Arbeiter Dose in Vurg-Fehmarn, Schles-wig-Holstein, schüttete sich in selbstmörderischer Absicht Schießpulver in den Mund und Hals und entzündete es. Durch die Explosion wurde ihm der Schädel m kleine Stucke zerrissen. Der Kaiser von Rußland hat den Schwestern des Vereins PauUnenHaus für Kranken- und Kinderpflege vom Rothen Kreuz Anna Schönfeld und Edith Skradzki silberne Medaillen auf dem Stani5laus-Bande verliehen, eine für Frauen seltene Auszeichnuna.
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Junge Diebe. In Pfungstadt, Hessen, wurde eine aus 12- und 13jährigen Jungen bestehende Diebesbände ermittelt, welche große Zlnkdiedstahle ausgeführt und das Zink centnerweise an Händler verkauft hatte. Die gerichtliche Unter. suchung zur Feststellung der Ursachen des Grubenunglücks in Eourrires nimmt ihren Fortgang. Nach den Aussagen eines in dem untersten Theil des Schachtes 3 beschäftigte!: Arbeiters ist das euer nicht, wi? man bis jetzt behauptet hat, in einem Kohlenhaufcn entstanden, sonderir in einem noch nicht ausgebeuteten Stol len, in dem man außer Gebrauch be findliche Holzthene in erheblicher Menge gelagert hatte, anstatt sie herauszuschauen. Ter Brand soll, wie der Arbeiter behauptet, auf die Nn Vorsichtigkeit eines Schleppers, der dort beschäftigt war, zurückzuführen sein. 15 ft 1 1 ch c r A ! e v. Bor Kurzem vurde der Great Northern Expreß Co. in Grand Forks. N. D.. ein Packet mit 83O00 entwendet. Die genauesten und sorgfältigsten Nachforschungen durch mehrere Detektivs verliefen erfolgloZ. Dieser Tage wurde 'nun in einem Briefkasten auf dem dprtigen Bahnbof ein Kouvert gefunden, das an den Stationsagenten adressirt war. Bei Oeffnunz desselben stellte es sich heraus. daß es das gestohlene Geldpacket enthielt, und daß der Dieb sich von den $3000 nur zwei Zehndollarnoten befcaltes batte. Rothbrauner Schnee. Im Kurbade Velden, K'arnten, fielen kürzlich an einem Vormittage Schneeflocken von rothbrauner Farbe zur Erde nieder und stellten eine mehr als drei Centimeter hohe Schneeschicht von solcher Färbung her. Am Nachmittag gesellte sich zum Schneetreiben ein GeWitter, wobei auch ein kurzes Erdbeben wahrgenommen wurde. Wein als Preis. Die Universität Gießen, Hessen, die am Schluß des Sommersemesters 1907 die Feier ihres 300jährigen Bestehens begeht, erließ zur Gewinnung eines Feftliedes für einen, geplanten großen Kommers ein Preisausschreiben für jetzige oder ehemalige Gießener Studenten. Es sind drei Preise ausgesetzt, bestehend in edlem Weine, und zwar der erste Preis in 30 Flaschen, der zweite in 20, der dritte in 10 Flaschen. Rüstige Hundertjähr i g e. Letzthin konnte der in Mühlheim a. d. Ruhr. Rheinprovinz, wohnende Rentner Hirsch seinen 103. Geburtstag feiern. Der alte Herr erfreut sich noch voller Rüstigkeit in geistiger und körperlicher Beziehung und ist noch heute ein starker Raucher. Zur selben Zeit beging der Rentner Faustmann zu Mülheim-Broich seinen 101. Geburtstag. Auch er hat bisher verhältnißmäßig wenig unter den Beschwerden des Alters zu leiden gehabt. Musikalische" Obtrukt i o n. Große Trommeln, Kraftwagenhörner, Jagdhörner, Pfeifen, Cymbeln und sonstige geräuschvolle Instrumente spielten jüngst die Hauptrolle in einer 'Sitzung des Landtags von Krain in Laibach. Die Mitglieder, besonders die slovenischen, wollten dadurch ihren entschiedenen Widerstand gegen die Wahlreform-Vorlage der Regirung bekunden, und als wirksamstes Mittel der Obstruktion galt ihnen jenes unmusikalische Konzert, das sie zwei Stunden lang aufrecht erhielten. Der Präsident des Landtags war schließlich gezwungen, die Sitzung zu vertagen. Prozeß um Millionen. Vor dem Landgerichte in Dessau, Anhalt, wurde kürzlich die Klage des Kali - Syndikats in LeopoldshallStaßfurt gegen die Gewerkschaft Hohenfels bei Algermissen verhandelt. Die Gewerkschaft Hohenfels war dem Kali-Syndikat auf die Dauer von fünf Jahren beigetreten; sie weigerte sich aber, ihre Produkte in der KaliIndustrie an das Syndikat zu liefern. Das Landgericht verurtheilte die Gewerkschaft zur Lieferung ihrer Produkte gemäß dem Gefellschaftsvertrage. Der Werth des Streitgegenstandes wurde auf 7,000.000 Mark festgesetzt. Die Gerichtskosten betrugen, -ohne die Gebühren der beiden Anwälte, 70,000 Mark. Stahl Ueberzieher. Der Schreiner Bockuri von Wiesbaden, Hessen-Nassau, hatte sich als Erwerbszweig- das Stehlen von Paletots gewählt und innerhalb von drei Monaten nicht weniger als 63 Ueberzieher an sich gebracht." Bockuri unternahm in der Ausübung seines Berufes" Reisen nach Frankfurt a. M., Karlsruhe, Mannheim und weiter , den Rhein hinunter und, suchte mit Vorliebe die Garderoberäume höherer Lehranstalten auf; die gestohlenen Ueberzieher wurden schleunigst ver kauft. Nachdem er, schon in Wiesbaden seine erste Bestrafung von 1 Jahren Gefängniß erhalten hatte, erKöhte jllnasthin das Gericht in Bonn, Rheinprovinz, für seine Diebstähle in Bonn und in Frankfurt diese Strafe auf Zwei Jahre. Von hier aus wird der Dieb eine weitere unfreiwillige Rundreise antreten, um auch an an deren Stätten seiner Wirksamkeit den gebührenden Lohn zu empfangen.
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I Haus, Hos und Knd !-!-!-:-!-!-!!-:-:-: 'II"!"2I"I"I"I t 14 Helle Lederschuhe kön nen sofort schwarz gefärbt werden, wenn sie gut gereinigt, mit käuflicher Lederschwarze bepinselt werden. Nach dem Auftragen der Schwärze wird das Schuhwerk wie gewöhnlich gewichst und weiter behandelt. Blaugesottenes KalbsHirn. Das ausgewässerte und abgeHautete Gehirn wird in Salzwasser. welches mit einigen Eßlöffeln voll Essig gesäuert ist, worin sich ewige Zwiebeln. Mohrrübenscheibchen, ein Lorbeerblatt und etwas ganzer Pfeffer befinden, sehr langsam, etwa eine halbe Swnde, gekocht und so angerichtet. Gebratener Aal mit Senfsauce. In Butter läßt man Petersilie anlaufen, gibt einen hartgekochten, passirten Dotter. Essig. Pfesfer, Salz, Bratensaft und etwas Senf dazu, laßt alles aufsieden und gießt diese Sauce über die gebratenen Aalstücke. Man kann auch den Aal abgehäutet, strudelartig zusammengerollt in der Bratpfanne braten. Ein ausgezeichnetes Mittel zur Heilung von Brandwunden ist eine Mischung von Kollodium und Glyzerim Durch Vestreichen hiermit zieht sich über die Wunde sofort ein feines Häutchen, das den Schmerz nimmt, und durch wiederholtes Vestreichen (zehn- bis zwölfmal des Tages) mit dieser Flüssigkeit heilt die Wunde in ganz überraschend schneller Weise. Das Küchen- und Eßg e s ch i r r soll in- und auswendig möglichst glatt sein, damit jede Unreinlichkeit rasch entfernt werden kann. Bei der Wahl deö-Materials für Küchenund Eßgeschirr sollte nicht bloße Rückficht auf den Zweck des Gegenstandes, sondern auch die Erwägung maßgebend sein, ob nicht schädliche Substanzen aus ihnen in die Speisen und Getränke' übergehen können. In gesundheitlicher Beziehung tadelloses Material ist Glas, Porzellan und Steingut mit entsprechender Glasur; diese Materialien geben nicht das Geringste an die Speisen ab. sind wegen ihrer Glätte leicht zu reinigen und lassen Schmutz leicht erkennen. Reinigung gebrauchter Pfropfen. Ein gutes Mittel, um gebrauchte Pfropfen zu reinigen, besieht darin, daß man dieselben in ein Gefäß mit Wasser thut, in welchem sich zehn Prozent Schwefelsäure befinden. Die Pfropfen , müssen 24 Stunden darin liegen und sind dann vollständig gesäubert, ohne daß auch nur der geringste Schimmelgeruch verbleibt. Man wäscht sie mit kochendem und darauf mit kaltem Wasser und kann sie nun sofort zum Pfropfen von Flaschen, die geringeren Wein, Vier oder dergleichen enthalten, verwenden. Es sei hierbei gleich bemerkt, daß es eine falsche Sparsamkeii ist, billige, harte und poröse Korke zu kaufen. Dieselben enthalten einen Staub, der sich dem' Getränke mittheilt, es trübe macht und ihm einen schlechten Geschmack gibt. Sie zerbrechen, auch viel leichter und können nur einmal benutzt werden. Reinigt die Zimmerpflanzen! Für unsere Zimmer. pflanzen ist Reinlichkeit erforderlich. Was beim menschlichen Körper die Hautpflege und das Baden ist, bedeutet bei den Zimmerpflanzen das sorafältige Waschen der Blätter und Triebe. Die Pflanze vllzieht die Ausdünstung ebenso durch Poren wie der Mensch, sind die Poren nun voll Staub, so kann die Ausdünstung n?cht stattfinden, und es bleibt darum die Pflanze im Wachsthum zurück, gerade wie de? menschliche Körper, bei dem die Hautpflege vernachlässigt wird. Die Blätter und Triebe der Zimmerpflanzen müssen daher allwöchentlich gereinigt werden. Das Reinigen kann bei kleinblättrigen Pflanzen mit einer Spritze geschehen, während es bei großblättrigen. mittelst eines Schwammes erfolgen muß. Man verwende dazu lauwarmes Seifenwasser und spüle mit reinem Wasser nach. Fußschweiß. Bei übelriechendem' Fußschweiß nehme man täglich ein warmes Fußbad von. Seifenwasser. reibe danach die Füße mit einem groben Tuche trocken ab. .ziehe reine wollene Strümpfe über und gehe etwa eine Viertelstunde umher. Später wasche man die Füße mit kaltem Wasser, lasse .aber jedesmal die soeben angegebene Prozedur folgen. Reicht dies bei eingewurzeltem Uebel nicht aus, so gebrauche man lauwarme Fußbäder, denen einige Eßlöffel voll aromatischem Essig, oder eine Messerspitze voll Karbolsäure zugesetzt .sind. In die Strümpfe streue man Morgens eine Mischung von Stärkemehl und Salicylsäure oder nur Tannin; auch in die Stiefel oder Schuhe streue man wöchentlich zwei bis drei Mal eine Messerspitze voll Tannin. Beim Aufstehen reibe man die Füße mit trockener Leinwand ab; dann befeuchte man ein Stückchen Leinwand mit Branntwein und frottire den Fuß damit. Man bade Abends und Morgens die Füße in warmem Wasser, trockne sie ab und ziehe gleich Morgens reine Strümpfe an. Diese sollen innen eingepulvert sein, mit einem Theil gepulvertem, gebranntem Alaun, einem Theil gepnlverter Stärke und Theil gepulverter Veilchmwuizel. ' '
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