Indiana Tribüne, Volume 29, Number 210, Indianapolis, Marion County, 28 April 1906 — Page 5
Kandidat Tiedemann. Von Carl Busse. In dem Hinterstllbchen eines ruh!gen Gasthauses fand sich wöchentlich einmal eine . kleine Gesellschaft von acht bis zwölf Personen zusammen. Es war ein Stammtisch, der sich sorgsam zurückhielt, keine Gäste in seiner Mitte duldete und sich auch nicht ergänzte. Ursprünglich nahmen fünfzehn Herren daran theil. Im Laufe der Jahre waren drei gestorben. Die anderen warteten, bis die Reihe an sie käme, und man debattirte oft. wer wohl der letzte sein und einsam in diesem Zimmer seinen Schoppen trinken würde. Jeder war sich klar, daß das kein Vergnügen sein müsse. Ebenso wie jetzt drei Stühle ständig leer blieben, auf dcnen die Freunde gesessen, die nun im Grabe ruhten, würden dann vierzehn unbenutzte Stühle um den Tisch stehen, gleichsam wartend, ob niernand auf ihnen Platz nehmen wolle. Irgend welche Statuten hatte dieser Stammtisch nicht. Nur einen Paragraphen gab es. der strikt innegehalten wurde. Was auch am Stammtisch geredet wurde.das gleichgültigste und interessanteste es durfte in keiner Form weitererzählt werden, weder Freunden nochFrauen. Weil so nichts von dem, was hier im Zimmer gesprochen ward, über die vier Wände hinausdranz, nannten sich die Theilnehmer die Luftdichten". Dadurch geschah es. 'daß nicht nur jeder leichter und freier seine Herzensmeinung sagte, sondern auch, daß die abendliche Runde für Außenstehnde mit dem Schleier des Geheimnisses umgeben war, hinter dem sie allerlei witterten. Dabei konnte es kaum eine harmlosere Gesellschaft geben. Aber es gehörten Männer in hohen Stellungen dazu, und es sollte vermieden werden, daß ein freies Wort über städtische oder staatliche Verhältnisse von Andersgesinnten aufgegriffen, aus dem Rahmen gehoben und weitergegeben würde. Eines Abends, kam das Gespräch auf die Erfahrungen, die der einzelne als Schüler gemacht hatte. Fast je'der konnte rühmend einen Lehrer als echten, erst später ganz erkannten Menschen preisen; fast jeder aber auch einen anderen nennen, der ihn ungerecht gequält und sein Knabenherz bitter verwundet hatte. Es war nur ein einziger, der still schwieg. Und da gerade er vom Fach" war der Direktor des Gymnasiums , so wurde er von den übrigen .weidlich geneckt. Er rauchte seine Cigarre, hatte das energische Gesicht ein wenig erhoben und lächelte' !eicht Man sah ihm an, .daß er von fester, aber freundlicher Art war. Meine Herren", sagte da der Landgerichtsrath, schließlich kommt alles auf eins heraus. Alles, was der Mensch sein kann, ist er durch sein Herz. Schulmeister oder Richter, Künstler oder Staatsmann. . . Das Bezwingende ist die sittliche Persönlichkeit. Halb ich recht, -Direk-ior?" Der Chef des Gymnasiums stand auf. ging zu seinem Paletot und entnahm ihm ein Buch. .,Jch hab drin gelesen, während ich mit der elektrischen Bahn herfuhr. Deshalb steckt es in meiner Tasche." Er hielt es hoch. Es ist das bedeutendste pädagogische Werk, das wir seit Jahren. . . ich möchte meinen: seit Jahrzehnten haben. Ein hervorragendes Buch." Also auch eins der Herzens", warf der Landgerichtsrath ein. Allerdings!" Da sehen Sie ein ausgezeichneter Lehrer " Der Direktor winkte mit der Hand. Einen Augenblick, lieber Freund. Ich will Ihnen die Geschichte dieses ausgezeichneten Lehrers erzählen." Er blätterte lose in dem Werke, das vor ihm lag. Das erste Kapitel spielt in der Hauptstadt eines Regierungsbezirkes. Eine Stadt von etwa dreißigtausend Einwohnern.' Heut hat sie bald das doppelte. Ich war ordentlicher Lehrer am Gymnasium. Zu meinen Schülern gehörte ein armer Junge Namens Heinrich Tiedemann. Er war verschüchtert durch seine Armuth und Unansehnlichkeit, un sicher durch eine mangelhafte häusliche Erziehung und mochte das Gefühl i)aben, als passe er nicht recht aufs Gymnasium. Ich weiß nur soviel, daß er außerordentlich fleißig und in jeder Beziehung ein Musterknabe war. Er that mir eigentlich leid. Deshalb war ich freundlich zu ihm nicht nur als Lehrer. Ich hab ihm auch sonst hin und 'wieder helfen können.' Seitdem hing er mit großer Liebe an mir. Als ich versetzt wurde, besuchte er mich, um Abschied zu nehmen, und Hat dabei die Thränen nicht zurückdrängen können. In der ersten Zeit dacht ich noch manchmal an ihn. Dann kam soviel Neues dazwischen kurz, ich hatte ihn schließlich vergessen. Zehn, , zwölf Jahre später ich war eben hier Direktor geworden 1 wird mir zur Ableistung seines Pro bejahres am hiesigen Gymnasium ein Candidat überwiesen, stellt sich vor.
wir sehen unS an: eZ ist mein ehema-
liger Schüler. Er war noch immer der Alte. Schüchtern, linkisch, wie ein Häufchen Unglück sah er im Bratenrock und Cylinder aus. Und als er mich erkannt: er hätt am liebsten auch jetzt zu heulen angefangen. Wir plaudern: er strahlt' vor Glück! Eine förmliche Beichte legt er mir ab: er sei jetzt, wo er wisse, daß ich sein Vorgesetzter sei, doch ein wenig ruhiger. Er müsse immer einen haben, auf den er sich stützen könne. Und vor allem: er gesteht mir, daß er eine ihn völlig lahmendeFurcht vor den Schülern habe. Nun, das ist nichts Ungewohntes. Diese Furcht gibt sich nach den ersten stunden. Ich beruhigte ihn und frug ihn nach seiner Studentenzeit. Die übliche Geschichte: Freitische und Stipendien und Demüthigungen aller Art. Das Examen hat er natürlich wieder summa cum laude gemacht. Ein fabelhaftes Gedächtniß hat der Menfch. Aber dieses gute Gedächtniß ließ ihn nicht frei werden. Er vergaß nie, daß er ganz von unken kam; er vergaß nie. wie er sich als Schüler gefühlt. Und er hatte ungeheuren Respekt vor allem, was aus besserer Familie stammte. Nicht, daß er etwa vor Höhergestellten gekrochen wäre oder unbegrenzte Hochachtung vor Reichthum und Rang gehabt hätte. Nein durchaus nicht! Nur die Sicherheit imponirte ihm, die Leichtigkeit des Auftretens, wie sie Menschen aus guten Häusern eigen ist, kurz alleö, was sich als Geburts- und Erziehungsmitgäbe darstellte. Er wurde davor ganz klein, ganz unsicher, ganz traurig. Er sagte sich dann:. Du bist nur ein Proletarier und wirst nichts anderes, ob du es auch bis zum Provinzialschulrath bringst! Dieser Mensch also wird Probecandidat bei mir. Als er aus dem Eonferenzzimmer. wo er kaum zu reden wagte, zum erstenmal in seine Klasse ging er hatte die Quinta schlotterte ihm das Gebein. Ich will gerade in die Prima da seh ich ihn, ruf' ihn an und sag: Ich werde Sie den Jungcns noch extra vorstellen." Halte also tine kleine Ansprache, worin ich die Klasse zu Eiser und Gehorsam ermähne. Heinrich Tiedemann steht neben mir. Schweiß auf der Stirn. Am liebsten hätt er beim Betreten des Schulzimmers vor den dummen Jungen drei Verbeugungen gemacht. Na, ich muß ihn seinem Schicksal überlassen. Als ich nachher fragte, wie es gegangen sei. sammelte er: Sehr. . . gut. Besser, als ich dachte." Aber anstatt daß er nun Tag, für Tag sicherer erschien, wird er nur verzagter. Ich merkte nicht viel davon, denn der Beginn des Schuljahres bringt viel Arbeit für den Direktor. Aber eine College macht mich darauf aufmerksam, daß es in der Quinta arg lärmend zuginge, wenn Heinrich Tiedemann unterrichte. Ich wollte so wie so in nächster Woche zuhören, gab auf diese Mahnung hin schon jetzt acht und erlebte mein blaues Wunder. Die Schüler spielten direkt mit ihrem Lehrer. Das war ein Lärm und Leben in der Klasse, und die zitternde, weinerliche Stimme des Candidaten schrie vergebens ab und zu: Ruhe. . . ich bitte um Ruhe!" Ich steh im Corridor. hör mir das an, doch als mir der Lärm zu bunt wird, öffne ich die Thür. Im Augenblick ist es mäuschenstill. Als könnten sie kein Wässerchen trüben, sitzen die Jungens in den Banken. während Heinrich Tiedemann, die Hände gefaltet, auf dem- Katheder steht, todtenblaß, und jetzt, wo es nicht mehr nöthig ist, zum zehntenmal: Ich bitte um Ruhe!" ruft. Er weiß nicht, ob er bei meinem Anblick sich freuen oder grämen soll. Na, ich fahre mit einem kräftigen Donnerwetter drein, lasse die ganze Quinta zwei Stunden brummen und ersuche den Candidaten, unnachsichtig mir jeden Störenfried zur Anzeige zu bringen resp, ihn streng zu bestrafen. . Weil ich gerade da bin, bleib ich. Und höre zu, wie Heinrich Tiedemann unterrichtet. Prachtvoll, meine Herren gar nichts dagegen zu sagen. Zuerst ist er wohl ein wenig schüchtern, aber dan legt er lös. Er wird warm, er begeistert sich, 'man fühlt förmlich, er ist ein geborener Lehrer, man fühlt, wie lieb er seinen Beruf hat. . Als der Pcdell läutet, will er gar nicht aushören, bis ich ihm einen Win! gebe.- Und als ich ihm nachher sage, wie zufrieden ich sei, wird er mir ganz roth vor Freude. Nur, mein lieber Tiedemann, halten Sie mir Iv Klasse besser in Zucht! Fester Züzelgriff los!" . Schön. Es vergehen acht, es vergehen vierzehn Tage. Meine Standrede scheint vorzuhalten; der Candidat bringt auch keinen zur Anzeige. Da sitz ich , Nachmittags mal in meinem Zimmer dem Amtszimmer und erledige ein paar Einlaufe. Irgend eine Klasse muß .lärmen: es liegt mir im Ohr. Ich' horche
und plötzlich wird eine Thür geöffnet ein lärmendes Brausen die Thür fliegt zu Schritte über den Corridor wie die eines Flüchtlings ein Klopfen, und ohne das Herein" abzuwarten, tritt Heinrich Tiedemann über die Schwelle. Ganz gebrochen, fahl, verzweifelt: Herr Direktor. . .!" Ein Blick auf den Stundenplan; danach hatte er jetzt zu unterrichten. ..Was ist passirt? Ein Schüler. . .?" Es ist ja etwa vor einem Jahre ein Junge mitten in der Stunde gestorben. Ich dachte sofort an was Aehnliches. Aber nein die Schüler, die Quintaner hatten ihn einfach rgusgegrault. Bruchstückweife krieg ich es aus ihm heraus. Schon seit Tagen hatte der alte Lärm wieder begonnen. Er hatte nicht gewagt zu strafen oder anzuzeigen. Und als die Bengels sahen, daß er jede Frechheit durchgehen ließ, kannte ihr Uebermuth keine Grenze mehr. An die Tafel hatten sie ein Verschen geschrieben: Tiedemann, Tiedemann hat zu kurze Hosen an' oder eine ähnlich geistreiche Dichtung. Ahnungslos war er davor getreten, um etwas anzuschreiben. Er sieht die Worte, da lacht hinter ihm die ganze Klasse. Dreht er sich um, sind die Schlingels. ruhig. Wer hat das gethan?" fragte er. Brummen, Summen keiner weiß was. Er erkennt die Schrift. Körner", ruft er, das bist du gewesen kein änderer!" Der streitet auf Tod und Leben, die Klasse murrt, der Candidat fühlt schon, wie er die Fassung verliert. Aber er fühlt auch, daß von seinerFestigkeit jetzt alles abhängt. Und so zwingt er sich dazu zu sagen: Körner. . . zwei Stunden Arrest. Ich werde dich außerdem dem Herrn Direktor anzeigen." Erst sind die Quintaner verdutzt. Dann sieht ein Junge auf. ein von Qertzen, mit einer frechen Ruhe: Körner hat es nicht gethan. Ich hab mit ihm gesprochen. Die anderen können es bezeugen er war in der Pause gar nicht an der Tafel." Und die ganze Klasse schreit begeistert: Er war es nicht!" Der Bengel selber: Ich lasse mich nicht verleumden. ich geh selbst zum Herrn Direktor!" Ein toller Lärm. Heinrich Tiedemann verliert den Kopf. Dann nehm ich die zwei Stunden Arrest zurück ich will keinen verleumden!" Aber da geht der Tanz erst recht los., Körner macht jetzt einen Sport daraus, zu heulen, herzerweichend zu heulen, daß er verleumdet sei. Oertzen erhebt sich wie zum Hohn immer wieder und versichert, daß der Vers von den kurzen Hosen des Herrn Doktors nicht von seinem Freunde stamme. Die Klasse brummt, brüllt, spektakelt und amüsirt sich . köstlich. Ruhe - ich bitte um Ruhe!" ruft der Lehrer. Er läßt sich wirklich verblüffen, er ist von dem rüden Kruppzeug mit eiN5M Male selbst ins Unrecht gesetzt worden. Alle Beschwichtigungsversuche sind vergebens. Es soll ja alles gut sein so hört doch - ich bitte um Ruhe!" Statt dessen macht ihm einer von den hinteren Bänken nach: Ich bitte um Ruhe." Alles brüllt vor Lachen. ' Mit erbobenen. Händen, als könnt er den Sturm so beschwören, steht der Unglücksmensch vor der mitleidslosen Horde. Der Schweiß bricht ihm aus der Stirn. Sein Blick irrt über die Bänke. Zweiunddreißig Peiniger sitzen darauf, deren Randaliren immer toller wird. Na, kurz und gut schließlich packt ihn die Verzweiflung, er greift nach dem Hut und stürzt mehr todt als lebendig hinaus. Zu mir! Was thun? Ich wkll ihn in die Klasse mitnehmen er zittert, er weigert sich. Der Disziplin halber, und um seine Flucht zu kaschiren, geh ich selbst nach der Quinta. Es setzt ein bitterböses Strafgericht. Aber das alles kann dem unglückseligen Candidaten nicht helfen.Als. ich zurückkomme, steht er am Fenster meines Amtszimmers, die Fäuste gleichsam in die Augen hineingedrückt. Das ist so furchtbar", sagte er leise und noch immer zitternd, daß ich nie dazu kommen werde, eine Klasse in Respikt zu halten. Warum behandeln mich die Jungens 'denn als ihren geschworenen Feind? Ich bin ja so leidenschaftlich gern Lehrer. Es gibt ja nichts Höheres. . Alles Gute möcht ich den Kindern geben. Unterrichten ist herrlich. Sehen Sie. Herr Direktor: Damals, als Sie drin waren da wußt' ich, daß jeder nun still und asmerksam ist. Da braucht' ich nicht zu fürchten, daß sie lärmen, Dummheiten machen, Fratzen schneiden.' Da war mix so leicht, und ich hätt' Tage und Tage so stehen und ihnen alles geben mögen, was ich selbst hab. Aber wenn ich allein bin, wenn das Hüsteln anfängt, wenn in meine Herzensbegeisterung die Papierkugeln fliegen " Er schüttelte nur den Kopf. Nun bin ich am Gymnasium hier unmöglich. Selbst wenn Sie mich
halten wollten die Schüler erlauben's nicht. Und ich .hab' doch sei um was gethan. Doch was die Jungens mir gethan, das weiß keiner." Er drückte die Fäuste noch fester in die Augen. Ich bin verlobt. Mit einem ganz armen Mädchen. Ihr Vater ist Schneider, Herr Direktor." . Und so erzählt er mir, immer vom Fenster her, wie er an das 'Mädel gerathen ist. Das scheint ein tapseres Menschenkind zu sein und ein hurtiges Regiment zu führen. AI les, was bei ihm Schüchternheit, Aengstlichkeit, Schwäche ist, soll bei ihr fröhlicher Muth. Vertrauen und Kraft sein. Sie hat ihn immer gestärkt und ermuntert. Bei seinen glänzenden Gabcn und Zeugnissen, meinte sie, würde er gleich nach dem Probejahr angestellt werden. Sie kennt meine Quintaner nicht", sagte Heinrich Tiedemann. Und wenn sie sie kennte, würde sie den Besen aus der Ecke nehmen und dreinfahren trotz ihres guten Herzens. Und., nun haben mir die Jungens aus Uebermuth die Carriere verpfuscht, und meine Braut kann ewige Braut bleiben." Wenn man die ganze Sache hin und her überlegte es war da wirklich wenig zu machen! Fraglos, wußte morgen das ganze Gymnasium von der Prima bis zur Sexta, daß der Pröbecandidat mitten aus der Stunde davongelaufen war. Es war zehn gegen eins zu wetten, daß jede andere Klasse, in die man ihn schickte.nach dem gleichen Lorbeer sterben würde. Wer einmal bei den Schülern verspielt hat. ist verloren. Am besten war es, Heinrich Tiedemann meldete sich krank und wurde mit dem neuen Quartal an ein anderes Gymnasium geschickt. Passen Sie auf", sagte er nur. es ist immer das Gleiche. Vielleicht nicht ganz so schlimm wie hier dafür hab' ich dann einen Direktor, der mich nicht kennt und der keinen Grund hat. mir Wohlwollen entgegenzubringen." Er hatte Thränen im Auge. Schlimm, so etwas beim Manne zu sehen., ..Ja, einen oder zwei Knaben, die gutherzig sind, zu unterrichten, das traut' ich mir zu. Da würd ich wohl auch ein guter Lehrer sein. Ich hab' ja solche Liebe dazu, solche Begeistßrung dafür. Aba glauben Sie mir: Zum Gymnasiallehrer, bring' ich es nie." Was ist da noch viel zu erzählen? Im Verlaufe seines Probejahres war er an drei Gymnasien, beschäftigt worhen. An jedem ward er über kurz odet' lang unmöglich. Die Schüler haben'' ja' Nasen Nasen, meine Herren! Wer die kennt, wundert sich über die 'Jndianersinne nicht mehr. Nach der ersten Stunde weiß die Bande Bescheid. Da hat die Schneidertochter eingesehen, daß ihr Heinrich wirklich so nichi vorwärtskam.' Wie schrieb mir, weil ihr Äerlobter meinen Namen wohl öfter in Briefen genannt hatte, und entwickelte mir einen fertigen Plan. Sie wollt' ihn zur Aufgabe seiner Candidatenthätigkeit bestimmen, ihn heirathen, nach Berlin ziehen. Dort sollte er Privatunterricht ertheilen und als pädagogischer Schriftsteller etwas dazu verdienen, während sie einen Kursus zur perfekten Erlernung der Schneiderei begründen wollte. Ich hab' heftig dazu gerathen. Nur so konnte Heinrich Tiedemann zu seinem Ziele kommen. Und es geht, meine Herren. Unsere Butterstullen". schrieb er mir. sind Sonntags sogar belegt. Das allerdings ist mehr meiner Frau zu danken, die zwanzig Schülerinnen hat, während ich drei habe." Aber er ist zufrieden. Und während nebenan di; Nähmaschinen surren,' hat er dieses Buch hier geschrieben. Das 'beste pädagogische Werk seit vielen Jahren, geschrieben von einem. der es nicht über den Probecandidaten hat hinausbringen können. Sie haben da vorhin geredet, wie viel unter Umständen der Lehrer dem Kinde zerstört. Man hört seltener es ist ja auch seltener . wie viel die Kinder dem Lehrer zerstören können. Und das Herz allein, mein lieberRath, thut es auch nicht. Beweis: Candidat Tiedemann!" Bitter. In so ein fünfaktiges Drama läßt sich doch riesig viel hineinlegen." Du meinst hin-eirUbickeln.-Eine Negerin aus Arkansas hatte unlängst prophezeit, am 27. März werde die Stadt MemphiS, Tenn.. unter das Niveau des Missis. sippi sinken und alle Bewohner würden den Tod des Ertrinkens sterben. Die Folge war, daß Tausende von Negern das Weite suchten und sich in einer ungeheuren Ausregung befanden. Die Eisenbahnen hatten Excursionszöge nach dem benachbarten Gebiet eingestellt, vermochten aber die langen Reihe, von Männern,. Frauen und Kindern nicht zu befördern, welche der Stadt den Rücken zu kehren wünsch-, ien.. Am merkwürdigsten war , dabei, daß die. Neger trotz der erwarteten. Katastrophe sämmtlich Rückfahrtsbilliü 155 baiiL
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