Indiana Tribüne, Volume 29, Number 209, Indianapolis, Marion County, 27 April 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, 27. April looe

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Der jüngste Bruöcr Soziale? Roman von ErnÜ WZchert. Aorist tzung.) Friederike besichtigte jcdcS Ltück Möbei, die Fcnstcrvorhänge, den steinen Teppich unter dem opliatisch, die Bilder an den Wänden. machte ihr selbst Vergnügen. Arnold betrug sich auch ganz inanicrlich. ftaum, daß er sie einmal am Arme faßte, um sie nach einer anderen Stelle zu führen. Er wußte nur zu gut, daß sie gleich fortlausen würde, wenn er sich etwas erlaubte. Tie Thür nach dem Schlafzimmer stand auf. Friedcrike ging nicht hinein, aber sie sah sich von da aus nach allen Seiten um. Tie Frau Haber scheint recht ordentlich zu sein," zagte sie. Er nöthigte sie, auf dem Sopha Platz zu nehmen, ie wollte zuerst nicht, that's dann aber doch, um die Federn zu probircn.- Arnold setzte sich ihr gegenüber. Jch habe Ihnen gar nichts

anzubieten als ein chnapschcn,- zagte er lachend. -tos rnup mansch für die Uulidcn haltcu. Tie eine Sorte ist ganz fein." Sie danktclllid lvollte gleich nieder aufstehen, sitzen ie doch noch ein Bischen bat er. ie wissen gar1 nicht, wie gut das Sopha aussieht, wenn Sie d'raus sitzen." Das schmeichelte ihr. Sie beugte sich ein wenig nieder und musterte die '-tisch decke, um eine Beschäftigungen haben. 'Für gewöhnlich müssen ie etwas ; überlegen," mimte sie, der Staub fetzt sich sonst zu fest hinein." Ja. das ist so mit dem Schonen -sagte er und wippte mit dem Kinn auf. während er zugleich mit der Hand eine kurze Bewegung durch die Vnst machte. Selbst kaun man'S doch nicht besorgen, und so eine fremde Person 2öaS macht sich die daraus, ob so ein Ding sich ein Jahr länger oder kürzer anschnlich erhält'. Sie sagten da einmal etwas vom Hcirathen, lickchcn Wissen ie noch ?" Was werd' ich das ticht wissen?" antwortete sie ganz unbefangen. (5S kann ja gar nicht anders sein, als daß Sie bald hcirathen. Mit der Aufwartcfrau können Sie sich auf die Länge nickt behelfen." Ia wohl," sagte er und wischte sich mit großer Umständlichkeit die Nase. Die zwei Zimmer sind ja groß genug für eine Frau mit, und zur Wohnung gehört auch eine ganz hübsche Küche, die jetzt so gut wie unbenutzt ist. Wollen Sie sich die maf nachher ansehen ?.Auch ein kleiner Keller fehlt nicht, und die Wäsche kann auf dem Hofe getrocknet werden. So ein hübsches und bequemes Logis haben die wenigsten Francn." Ja. Aber für so eine " Für was für eine ?" Sie hatte nun also doch auch Bedenken. Tie für Sie tauglich ist, Herr Ber. kcn...." Wie meinen Sie das?" Das ist doch leicht zu begreifen. Wie Sie jetzt dastehen. Herr Berken. müssen Sie sich doch eine aussuchen, die der Frau Geheimen Näthin und der Frau Major gefällt. Und die wird hier nicht recht Platz haben." Anton sah sie ganz verdutzt eine lange Weile an. Si? äußerte da etwas wie gauz selbstverständlich, woran er noch nie gedacht hatte. 9!och im Entserntcsten nicht. Und cö war nicht so einfach abzuweisen, so gleichsam von der Oberfläche wegzuwischen. ES hatte gewiß seinen Grund, daß sie nicht den Geheimen Rath und dcn sMacv nannte, sondern die beiden Frauen. Sie standen ihm gleich ganz lebhaft vor Augen, und natürlich, Friederike hatte ganz Recht : denen mußte seine Frau gefallen. Es gab da gar reinen Einwand. Die plötzliche Borstellung war so verblüffend und bewäl tigcnd zugleich, daß er im Augenblick wenigstens keinen fand. Nach einer Minute war'S bereits zu spät, überhanpt zu antworten. Er fühlte das. Mlleicyr wenn er fhr sagte (a. was? Eine Frau, wie Friedcrirc. hab: ihm vorgeschwebt sie hätte es auch selbst sein können. Gewiß sie! Ihretwegen hatte er ja eigentlich alle Bedenken abgethan und sich ans das verfängliche Geschäft eingelassen.. Wenn er sie zu dem Uebrigcn hätte haben können So war'S vielleicht gemeint gcwese. . Aber. .. ) Friedcrike stand auf und ging lang, sam nach der Thür. Nun ist'S wirklich Zeit." sagte sie. Was denkt meine Kousme?" ES war dem' Ton ihrer Stimme nicht anzumerken, daß sie in irgend einer Erwartung getäuscht war. Arnold folgte ihr, nicht eilig, sondern eher mit schwerfälligen Schritten. Es kam ihm nicht daraus an, sie zurück; halten. Das hätte ja gar keinen Sinn gehabt. Auch mit Worten versuchte cr'S nicht. Was sollte er ihr sagen. wenn er nicht gleich Das lief ja auch nicht fort. Jetzt wollte cS bedacht fein sehr bedacht. Er ging ihr nach durch die Komptoirstube bis in den kleinen Bonlur. den Kopf hängen lassend. Dies ist die Küche." sagte er und legte dabei die Hand auf den Drücker der c? c:: (' tj c:. rri. r: M,lfül llillv. v;ic UllCU lUj muji. Ach so ! Frau Haber wird sie verschlössen haben. Die Weiber müssen immer aues vercynecn. .DaS gehört sich auch so, antwortete sie. Na ein andermal also." Friederike nickte ein wenig und trat auf den Hof 'hinaus Vergessen Sie daö Zuschließen nur nicht." . .Nein." Er holte sie in der Einfahrt ein.' Sie reichte ihm die Hand und aate : Ädteu. Verr Berren es war ehr hübsch." Auf seine weitere Beglci una rechnete sie also nicht. . Er machte auch keine Anstalt, sie ihr auszudrmgen, . sondern hielt nur ihre

yänd eine kleine Weile m der seinen, nickte ihr zu nnd murmelte in den Bart : Ich dank' Ihnen ja. cö war sehr hübsch." Dann ließ er sie gehen. Ein p'aar Mumie stand er noch am Prellstein' und sah ihr nach. Er war verstimmt es wurde ihm nicht recht klar, worüber. Er fühlte, daß da etwas entzweigebroä)en fein müsse, was ihm Freude gemacht hatte. Es stand noch nicht fest, wie viel Werth eS ihm reell gehabt, aber augenblicklich konnte er nicht leichten Sinnes darüber hinweg. Er ging denselben Weg zurück, ocn er mit Friedcrike gekommen war.u,. dann die Treppen zur Wohnung seines Bruderö hinauf. Heute können wir viel mit einander spielen, Onkel." bemerkte die kleine Wanda, unser Mädchen ist ausgegangen." Er sah die Schwägerin darauf an, welche Frau für ihn ihr wohl gefallen könnte. Das stimmt im ganzen Lcöcn nicht, dachte er. 7. Kapitel.

Das Geschäft ging recht gut. fräst täglich kamen neue Aufträge. Sobald man wußte, daß der reiche Hirsche! hin er dem Ttichlcr stand, vertraute man ihm schon etwas an. Er hatte sich nur mmer der faulen Kunden nntcr dcn Bauunternehmern zu erwehren, die einen überlangen Kredit beanspruchten und nicht einmal annehmbare Sicherheit bieten konnten. Wie gut er bei den Behörden empfohlen war, zeigte sich chon ui den nächsten Monaten. Ehe er sich noch dem Eisenbahnbaumeister bcwährt haben konnte, wurde er schon zu einem Postbau 'herangezogen, und auch die Militärverwaltung machte Betellungcn. Berken mußte so viele Geellen anucumcn, als in seiner Werktättc irgend Platz hatten, und konnte chon daran denken, auswärts arbeiten zu lassen. Er sürchtctc nur immer, das Geschäft möchte ihm über den Kopf wachsen. Eigentlich war es lhm bereits über den Kopf gewachsen, sobald er nicht mehr darin die Zahlen, die sich auf die .mzclnen Arbeiten bezogen, auScinanderhaltcn, Selbstkosten und Gewinn für cdcs einzelne Stuu tu genaue Wech nung stellen konnte. Die Bücher hatcn inin oic gering ie Mocuiur.g, er verstand sie nicht zu befragen. In die Kladde schrieb er Ziwar. was ihm bcfob" en war, alle laufenden Einnahmen und Ausgaben ein. aber sie gewährte keine Uebersicht. Es mußten täglich BerKindlichkeiten für die Zukunft eingegangen, spätere Zahlungen berücksichtigt werden, für die das Gedächtniß bald allen Halt verlor. Eine Zeit lang quälte er sich mit der Bemühung, das immer wieder verlöschende Licht anzustecken, um in das Dunkel zu leuchten ; da ue doch fruchtlos war, wie er wohl einsehen mußte, gelangte er auf den Standpunkt, den Dingen ihren Laus zu lassen und das Ergebniß abzuwarten. Nun wurde ihm erst leicht zu Muth. Ohne Herrn von Kranich wäre er ein verlorener Mann gewesen. Derselbe brachte bald einen großen Theil des Ta. gcs. endlich seine ganze Zctt, tm Eomploir zu. Da mußten die Bücher in Ordnung gehalten, Briefe geschrieben und beantwortet, Rechnungen auSgestellt. Kontrakte entworfen, ZahlungSiknwellungen gegeben werden. Er nahm die Zügel in die Hand und gab sie dann auch nicht wieder frei. Es war für Arnold erstaunlich, wie gut er in allem Bescheid wußte, wie sicher er Rath ertheilte, wie geschickt er alle Hilfskräfte heranzuziehen vermochte. Seme Ueberlegcnheit fühlend und außer Staude, sich als den Leiter ni beweisen, gab Ar nold Berken sehr schnell jeden Bersuch zuf, sich in herrschender Stellung zu behaupten. Er war schon zufrieden, wenn er überhaupt nur der Form we zen gefragt wurde. Er unterschrieb, Ivaö Jener ihm vorlegte, fast obne Prüsnng ; kaum daß er sich den Anschein zab. die. Borlagen durchzusehen. Er vagte nicht mehr um Auskunft über dies und das xu bitten, was ihm unverständlich war. Herr von Kranlm ließ in solchen Fällen stets durchblicken, daß es ihm ganz unfaßbar fei. wie man eine so einfache achc nicht verstehen könne, nnd Arnold hütete sich intn, sich vor ihm weitere Blößen zn gebeit. Er behandelte ihn. schon nm sciucr bcim Herrn Kommcrzicnrath" sicher ;n sein. wie er sich einmal Friederite gegenüber ausdruckte, wie ein rohes El." In der Wcrkstütte war Werken besser zu Hause. Bon der Arbeit verstand er etwas und den Gesellen gegenüber spiclte er sich gern alS dcn Meister aus. ' AnfangS hatte er selbst den Hobel nnd daS Stemmeisen in die Hand genommen; das that er nicht mehr, feit Herr von Kranich ihm bedeutet hatte, er dürfe nur v! n(..:?ri.i , . r , - cic Usslcyl suuren, wenn cj naj seinen Leuten als den Herrn zeigen und bei ihnen in Respekt erhalten wolle. Er ging nun von emem Werktnch zum an deren und griff nur mitunter ein. wenn rS etwas zu verbenern oder eine vrak tische Anweisung zu geben galt. Man sollte wissen, daß er'S zu machen v:rsieye. Bei den Arbeitern hatte sich'S bald .... . ... - . , ' ' . ... yerumgczproeyen, oav der Ärnold Werken, dcr doch wegen verdächtiger Um triebe aus Hamburg auSgcwicscn wor dcn. eine große Tischlerei ctablirt habe V 1 aI X a. 1-4 . r . r 4 l ullv yn$v yciitiiiugc icoc. ermeu er denn oft genug Besuch von Parteigenossen, ,die von ihm Beschäftigung oder Unterstützung verlangten. Jetzt sollte er zeigen, meinten sie, daß er im Glück seine Grundsätze nicht verleugne. ES sei schon viel Gerede, sagteik sie. daß eS bei ihm nicht mit rechten Dingen zu gegangen sein könne. Der Ede Blank war bei ihm und suchte ihn auszuholen. Auch der Heinrich Brander. Sie be handelten ihn auf sehr vertrautem Fuß und tranken femen Likör btö zum letzter lla e aus. Er uatte t aern avae schüttelt.' aber das gmg nicht so leicht.

Waö wollt'Jhr?" sagte er, ich arnite nicht mit eigenem Gelde, bin nur so ein! gesetzt. Wenn die Tischlerei mir gehören wird, dann fragt wieder an. Jetzt kann ich nicht, w'e ich will jetzt noch nicht. Ich habe auch nicht viel, daö ficht nur so aus. Man darf nichts' Unbilli gcS von mir verlangen." Er lcbtc wirklich in dcr ersten Zcit sehr einfach, nicht viel besser, als ein gewöhnlichcr Arbeiter. Er setzte sich einen Wochcnlohn, nngcfähr wie ein Policr. und suchte sich damit einzurichten. Den Äiorgcnkasfce ließ er sich von dcr Aufwärtcrin kochcn. zum Frühstück hielt er sich Brod und Butter oder chmalz in scincm Schränkchcn, nicht immcr a cr dazu ein Stück Käse oder Wurst. Einen billigcn Mittagstisch fand cr in cincm ttcllcr nicht weit von seiner Wohnung. Herr von Kranich lachte ihn wegen seiner Bescheidenheit aus. Sie sind ein wunderlicher Menscli. Berten," sagte cr ihm, wollen die Situation nicht verstehen. .Odcr können ie wirklich aus Ihrer Haut nicht heraus? Wem thun Sie cil:cn Gefallen damit, daß Sie sich einschränken, als ob

ie knapp das Leben hätten? Denen gewiß am Wenigsten, die Sie hier eingesetzt haben. Sie betrachten sich noch inner als einen Tagelöhner, iollcn abcr ein Herr )cm und sich wie ein Herr haltcn. Das Geschäft muß soviel abwerfen, sonst lohnt'S nicht. Es wirft auch soviel ab. Sie brauchen gar nicht ängstlich zu sein. Und wenn man solchcn Rückhalt bat! Herr Hirschcl wird mrwnndert sein, wenn cr sieht, was ic für sich ausgegeben haben. Davon kann kein Mensch anständig crlstlrcn. Man joll doch gerade idiijcii können, daß der Herr Geheime Rath Berken und der Herr Major Berken Ihre Brüdcr sind. Ist's nicht so? Und nun gehen Sie noch immcr mit ihren abgelegten Kleidern, denen man doch anmerkt, daß dcr chncider nc Ihnen nicht angcmcsscn hat. können aus der Westentasche nicht einmal eine Uhr ziehen, besehen jeden Aickel dreimal. bevor ic ihn ausgeben und jeden sich zu beuten an den Tisch, von denen Sie wahrhaftig nicht gute Lebensart lernen, wenn sie Ihnen auch bequem fein m'6 gcn. Sie müssen sich mehr fühlen. lieber Berken. Zum Tcufcl, ciu Manu wie Sie, der nur in die Kasse zu greifen hat " Er ZlMc durch die Zahne. Dergleichen spöttische Reden zu hören. war Arnold-verdrießlich. So ganz Unrecht hatte dcr Lieutenant nicht ; es war in diese'- Falle vielleicht wirklich Thorheit, si ..:ir''s Sparen zu legen, statt etwas über k'cn Bedarf draufgchen zu lassen. Fnu Sarah hatte schon wiederholt geäußert : Aber man merkt Ihnen so gar keine Berändcrnng an." Er wußtc, daß dies einen Tadel bcdeu. tcte. Hütte cr nur nicht dcn stillen Verdacht gehabt, daß Kranich ihn noch abhängiger von- sich machen wollte. Ans anderer cutc Kosten leichtsinnig zu sein, kam ihm sündhaft vor. Er verstand es nicht einmal. Aber sich von feinem Buchhalter über die Achsel ansehen zu lauen, war auch nicht angenehm. Kranich ließ ihm keine Üiiihe. Ich mnß mich Ihrer erbarmen." sagte er ihm bei anderer Gelcgcnbcit, sonst ist das allcS umsonst. DaS Geschäft gcht vortrefflich und Ihnen fehlt noch immer die Kourage, sich aus festen Fuß zu stellen. Ich kann'S so wahrhaftig nicht weiter mit ansehen. Es muß doch einen Grund haben, daß Herr Hirfchel gerade mich Ihnen beigesellt hat. Sicher hoffte er, daß ich Sie zu cincm Menschen erziehen . würde. Nchtnen Sie znir'S nicht übel, lieber Berten, aber das sind ie zur Zcit noch nicht. WaS man so in guter Gesellschaft einen Mcnfchen nennt. Ich suhle mich sur Sie vcrantwortlich. Die Frau Major foll mir das Zeugniß geben, daß ich's wenigstenS an Bemühungen nicht habe fehlen lassen. Wollen Sie sich inir mal ganz anvertrauen ? Ich wette daranf, in sechs Wochen kennen Sie sich selbst iä i i i mu,i iicuci. Arnold gab nach. Herr von Kranich führte ihn tn einen Klcidcrladcn unv wählte für ihn einen vollständigen An zug nach dcr neuesten Mode, dazu seine Wäsche und clcgantcs Schnhwcrk. ?l'ach den Preisen wurde nicht gefragt. cS hieß ' . r' .. . w nur immer: ajicicii ic oic vitaynung.- Ml einem tyneitr Itc cr ihm Haar und Bart stutzen, vani fehen Äic schon beinahe aus. wie ein Gcntlc man.- versicherte er man kann Sie in ein anständiges Lokal mitnehmen. Fehlt nur noch Uhr und Kette. Die Uhr vrauchl gcraoc retn reut tes cn zu ein, aber die Kette muß in die Augen stechen. Hängen wir auch noch ein r'il.-lJ.- t ' paar aajcicjcu au piacrci NQIlirlich, neht aber so wohlhabend aus Man hat'ö dazu! Einen Siegelring moml' ich lznen rathen anzuitecken Bei unseren Kunden vom Baugewerk Z-(.t L ll... - ' LIlA V-3 (tyu et mi. nuu) im ottvenoes Kleinchen am kleinen Finger sicht man da gern. Die Hände sind meist nicht die scinstcn, da put-t man nc aus." Uhr. Kette and ttrng wurden angcschafft. auch eine hübsche Eigarrcntaschc und ein zierliches Etui zu Streichhölzern. Der Hut mußte die neueste Faon . . k. - f . " haven, otc Hanoi. My prau sitzen. .Bön jetzt ab essen wir zusammen. sagte dcr Mcntor. Sie brauchen sich gar nicht zu geniren." Er nahm Um in ein Restaurant mit, in dem Offiziere, 9iffiiTnnMi itiih MrfrrrtSrtrit tii 111' ' vvVIIVHilVII, JlliliW Kaufleute und Bedienstete aus guten Geschäften verkehrten. Sie tranken rcgclmäßig eine Flasche Wein, obgleich man auch Bier haben konnte, iach Tisch spielten sie noch eine Weile Bit lard, Karten odcr Domino. Herr von Kranich war in allen diesen Spielen Meister und ertheilte seinem Schützling Unterricht darin. Das kostete freilich viel Lehrgeld, denn er gewann immer: der Anfänger müsse hoch spielen, meinte er, damit er auspassen lenie. 'Der Wein kam überdies jetzt immer auf Arnolds Rechnung. SU müssen sich, daran

gewöhnen," sagte cr ihm, zu rechter Zcit freigebig zn sein. Daö macht einen guten Eindruck. Achten Sie einmal darauf, wie respektvoll der Kellner Sie behandelt. Es bleibt auch au dcn andcrn Tischen nicht unbemerkt." Wirk

lich saßtc die Gesellschaft bald Bertrauen. Run konnten auch die Abende nicht mehr in der früheren Weise verbracht werden. Herr von Kranich hatte sich'S einmal in den Kopf .gefetzt, seinen ,vrtuuo zu crziclzcn. er na um irnt ocshalb in die Theater mit, die amüsante Zugstücke gaben, in die Kunstreitervorslcllungen, in die Singhallcn. In ir gcnd emcm Lokal mit weiblicher Bedienung wurde dann noch gespeist. Es verstand sich von selbst, daß Berken auch für seineu neuui Begleiter zahlte; es ' .- . . v i. f . . cjciujm) ja nur seinetwegen, oazz Sieger feine Zeit opferte. Mitunter ging man auch dann noch nicht nach Haufc. Arnold fand dieses Leben bald recht vergnüglich. . Wenn'S nur nicht so viel gekostet bättc ! Er erschrak doch, als cr die ummcn zusammcnrcchnctc, die er für seinen persönlichen Bedarf der Kasse cntncmmcn hatte; der Lieutenant bcruhlgtc ihn. WaS sind in solchem Geschäft ein paar Tausend Mark? Es gcht viel mehr in'S Größe, als wir alle cr. wartet hatten. Natürlich fallt auch cin entsprechend größerer Gewinn ab. Uebrigens. wcnn's Ihnen unangenehm ist, so viel für sich selbst ankreiden zu lassen. ..." Er Zwinlcrte mit dcn Augen und schielte zu ihm prüfend hinüber. Sie kennen ihren Borthcil wenig, lieber Berken Ich habe schon lange bemerkt, daß -ie die Arbeitslöhne stets mit den wirklich dafür verausgabten Beträgen in'S Buch eintragen. Run ist'S aber meines Wissens in dcr ganzen Welt üblich, daß dcr Meister sür sich einen Zuschlag macht. DaS ist sein gutes Recht. . Warum wollen Sie sich diesen Verdienst entgehen lassen ? Wenn Sie dcn Mcistcrgroschcn gleich zurechnen, so haben Sie am Zahltage cincn hübschen Ucbcrschuß, dcn Sie einfach in die Tasche stecken können." Aber den Kunden wird doch schon a!emal der Höhcrc Betrog angesetzt." wcndctc dcr Tischler ein. und so fließt cr zur Kasse." Das ist eine Sache sür sich." bchauptetc Herr von Kranich. Fließt cr zur Kasse" zurück, um so besser. Sie nehmen dann nur einen Theil von dem vorweg, was Ihnen ja doch zukommt. Es ist gleichgültig. Ju dcn meisten und crheblichftcu Fällen wird aber auch den Geschäftsfreunden gar nicht dctaillirtc Rechnung aufgemacht, sondern die Gesammtsummc ist im Boranö sür die Arbeit verabredet " Räch dem Anschlage." Jawohl nach einem allgemeinen Anschlage, der auch dieLöhue berücksichtigt. Wer kann da speziell unterscheiden, was auf den Gesellen und tvaS auf den Mc?.fler kommt. Aber wie Sie wollen. Ich gebe Ihnen nur cin Jan; unschädliches Mittel au die Hand. Ihre Tagcscin nahmen zu verbessern. Wie Sie buchen, ist ganz Ihre Sache. Ich übertrage aus dcr Kladde, was ich darin vorfinde, und zahle, was Sie mir aufgeben. Wollen Sie sich selbst im Licht stehen. mir nicht zuwider." , Arnold hatte das ganz sichere Gefühl, daß bei diesem guten Rath etwas nicht in Ordnung sei. Er konnte sich'S nur nicht klar zurechtlegen, wo der Fehler stccktc. Dcr Herr Buchhalter war ihm auch sonst schon verdächtig vorgckom men. Daß cr aus seiner Stellung den größtmöglichsten Rutzen sür sich selbst zu ziehen bemüht war. mußte ohne Weitcrcs einleuchten. Aber daS war ihm vielleicht nicht übel zu nehmen. Er war ia doch der eigentliche Letter ocs M schästS. Und sein Ehes mußte am Ende . .? r... tri. ..fi. .x rciijeii, roen er aus ciqcn poiicn gqicui hatte ! Eine Weile trug sich Arnold mit der Frage, ob eS nicht seine Pflicht s-i, Herrn Hirsche! vertraulich in Kenntluß zu setzen, wie sein Buchhalter es treib; er argwniznt daß er auch sonst nicht mit nnni rtrn?ri VMPN flfftttt tDCrßC. " I y5 ö ' V u - -r - - - Aber waö sollte daS? Bewegen konnte lt c j. . io 1t..k fn Crtt er lyin oon) nill)lv. uuu vu u ui von Kranich seine freundschaftliche Mühe so vergelten ? Wenn ein anderer an r . ? . . i ... vrr z ft a o seine icuc irar, iuar ci üttu iu,tiu i Leben nnd leben lassen. Am Ende war der Borschlag auch ganz unverfänglich. Wenn er ihn bes'olgte. wen tonnte er beschädigen, als allenfalls sich selbst? Sein Gewissen war nicht überzart.' Eine kurze Zeit toiderstand er noch, dann schalt er sich selbst einen Einfallspinsel und steckte an jedem LöhuungStage feine Provision in die Tasche. (Fortsetzung folgt.) (Cinc Moderne. Warum malen Sie denn nicht auch einmal Ihren Gatten?" P ox ix'd? t i sN n : Hab's schon versucht ... ehe ich aber damit fertig werde, hab' ich immer einen neuen." Aus einer Nerttseidiknangsrede. Meine Herren Geschworenen, ich versichere Ihnen, daß mir der Angeklagte den Glauben an die Menschen wiedergegeben hat!" Stilblütne. Die Gewerbekammer muß zu dem unter den von den an dem Geschäfte betheiligten Firmen gestellten Modalitäten gefaßten Beschlusse entschieden Stellung nehmen! Fakhmännisdles ZlrtkeU. Wohlmeinender Freund: Ich fürchte, Herr Direktor, Ihre Frau spielt Ihnen eine Komödie vor." Theate.rdirektor (schmunzelnd): Aber sie spielt brillant!"

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