Indiana Tribüne, Volume 29, Number 209, Indianapolis, Marion County, 27 April 1906 — Page 3
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Jndlana Müne, 27. April 180G. a
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SttcMagc in Frankreich beruhigend.
Versammlung russischer Rcvolutiomstcn gesprengt. Internationaler Chemiker - Congreß. ruvg sieht sich vor.
Frankreich. , D i e S t r e i k'S i t u a t i o n. Pari. 20. April. Hunderte von schristlichen Anfragen beängstigter Gemüther hinsichtlich drohender Ereigniffe am 1. Mai wurden vom Polizeiprüfecten von Paris, M. Leplne, in beruhigender Weise beantwortet. Er sa?te. es seien alle nur möglichen SicherheitZmaßregeln getroffen worden, um die Ruhe am 1. Mai aufrecht zu erhalten und um alle etwaigen AngriffSversuche auf Personen oder deren Eigenthum im Keime zu ersticken. In den Kreisen der Streiker herrscht tiefste Ruhe und die Wiederaufnahme der Arbeit seitens der nördlichen EisenArbeiter sch'eint ein theilweiseZ Zusam menbrechen deö Streikes in den Berg werkZgegenden anzudeuten. Die Ar bttter zahlloser Gewerbe haben ihren Anschluß an die AchtstundenBewegung zugesagt, aber die Elfenbahnangestell ten und die in der ProvifionZdrache Beschäftigten erklärten sich gegen den Ausstand. Die Regierung hat von den Arbei terführern die positive Versicherung er halten, daß sie am 1. Mai keine Unordnung oder gar Ausschreitungen dul den werden Man ist demgemäß in maßgebenden Kreisen der Anficht, daß nicht die geringste Gefahr ernstlicher Ruhestörungen zu befürchten sei. Diese Anschauung herrscht auch bei den Mit gliedern der amerikanischen Botschaft und im amerikanischen Konsulat vor. Alle IankeeZ, welche angefragt hat. ten, ad e5 nicht rathsam sei, Paris vor dem 1. Mai zu verlassen, wurden be deutet, daß die Situation dies absolut nicht erheische. Keine Umzüge. Paris, 26. April. Der Mini. sterrath beschloß heute ein Verbot von Straßen "Umzügen und sonstigen De monftrationen am'l. Mai. ' L age unverändert. Paris. 26. April. Die Streik, läge im BergwerkZdiftrikte des Depar tementS PaS de Calais ist unverändert. ES herrscht verhältnlßm'äßige Ruhe. Ermahnt zurRuhe. Paris. 26. April. Der Sozialist M. Briand, gegenwärtiger KultuSmi nifter, hielt heute in Samt Ehamond, Departement de la Loire, eine bemer kenZwerthe Ansprache, in welcher er von jeder Gewältthätigkeit abrieth, vor anar chistischen Umtrieben warnte und zu Gunsten von GewerbschaftS'Verbänden sprach, durch welche eine Besserung der Arbeiterverhältnisse zu erlangen sei. Er verdammte den unter den Arbeitern herrschenden antimilktärischen Geist, indem er ausführte die sozialistische Idee verwerfe nicht eine patriotische Verthei digung deS Landes im Falle eines AngriffeS. Teutschland. Die Dreibund'F rage. . Berlin. 26. April. Die Frage, ob die Haltung Italiens auf der Ma. rokkottonferenz den Dreibund ernstlich erschüttert , habe oder gar dessen Aus lösung im Gefolge haben könne, ht schästigt nächst der Katastrophe in San Francisco und der bewußten Hapag Depesche RooseveltS die Gemüther ausö eifrigste. Die DankeZ.Depefche des deutschen Kaisers an den österreichischen Minister deS Auswärtigen, Grasen von GoluchowLki, verursacht vielfach miß billigende Kommentare. ES wird aus geführt, daß ein Tankschreiben an den Kaiser Franz Joseph richtiger gewesen wäre, statt jener Depesche, in welcher der Minister elneS fremden Staates mit Uebergehung des Souveräns gelobt werde. Dieser Ansicht tritt das Wiener .Fremdenblatt-, das Organ des Wie ner Auswärtigen Amtes, entschieden gegenüber. ES wendet sich gegen die ungünstige Beurtheilung der Depesche und legt dar, daß Oesterreichs Platz ln AlgeciraS von vornherein an der Seite feines Bundesgenossen gewesen wäre. denn die Seele eines jeden Bündnisses wäre unbedingtes, volles Vertrauen. Diesen Grundsatz hätte Oesterreich ohne Abweichung- befolgt, und wenn der deutsche Kaiser dafür dem Lenker der
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Der Dreibund erschüttert. Spanische Regieösterreichischen Politik besondere Aner. kennung zolle, so könne nur Voreinge nommenheit oder blinde Gegnerschaft solches Lob bekrittln. Diesen Auslassungen stimmt in erster Stelle die .Norddeutsche Allgemeine Zeitung- bei, und die meisten Blätter konftatiren, die Aeußerungen der itali nischm Presse ließen erkennen, daß ein unbehagliches Gefühl über die Gefahr, dung des Dreibundes und der Wunsch nach ' Wiederherstellung der alten freundschaftlichen Beziehungen vorhan den fei. Dahin läßt auch die Erklärung schlie ßen, welche der italienische Minister des Auswärtigen Guicciardinl gestern im Senat ln Beantwortung einer dieSbezüglichen JnterpellatiSn gab. Er sagte, daß Italien in AlgeciraS für den Frie. den thätig gewesen wäre zur Kräfti gung von Italien'S guten Beziehungen zu den Mächten. Weiter erklärte er, daß die Kräftigung von Italiens guten Beziehungen zu Frankreich und Italien seine Stellung hinsichtlich deö Dreibun deS nicht geändert hätte. Des Einen Tod ist des Andern Brot." Berlin, 26. April. An der Börse herrschte trstz der ungünstigen Meldungen aus New York eine besonders feste Stimmung. Diese war durch die Erwartung hervorgerufen, daß der Wiederaufbau von San Francisco ei nen außerordentlich starken .Bedarf an KonftruktionSstahl zeitigen und der deutschen Industrie ein bedeutender An heil an den Lieferungen zufallen wü de. In dieser Verbindung wurde mit besonderer Genugthuung die Resolu ion deS Repräsentanten Madden im amerikanischen Kongreß begrüßt, welcher die Aushebung der Zölle für den zum Wiederaufbau von San Francisco bestimmten Stahl anstrebt. Vergrößerung des Hafens. t Sternen, 26. April. Der Se rtat genehmigte die Summe von $1,812,500 zwecks Vergrößerung des Bremer HafenS. ' Italien. Chemiker Congreß. Rom, 26. April. König Victor Emanuel und Königin Helena eröffneten heute den internationalen Con greß für Chemie in Anwesenheit von ungefähr 1800 Theilnehmenden. In einer Depesche an Prbf. Mat teucci, den Direktor deS Königl. Obser vatoriumS auf dem Vesuv, sprechen die Mitglieder deS CongresseS dem berühm ten Gelehrten ihre Bewunderung sei neS außerordentlichen Muthes und ihren Dank und für die Dienste aus, die der Professor der Wissenschaft durch seine Beobachtungen während deS kürzlichen AuSbrucheS des Vulkans geleistet hat. Türkei. D e r a l t e H a ß. Salonichi, 26. April. Etat Bande von ungesühr 60 Griechen. deren Mehrere Uniform von Ossizzeren der griechischen Armee trugen, wurde bei Karaserina, an der Straße zwischen Salonichi .und Monaftkr belegen. gestern Abend von türkischen Truppen angegriffen. Bis zum frühen Morgen wurde dlt ter gekämpft, worauf sich die Griechen unter Zurücklassen von 13 Todtm zu rückzogen. Auf türkischer Seite wurden 3 Mann getödtet und 5 verwundet. Colombiä. Bezeichnend. Panama, 26. April. Zu Re. prüsentanten der Republik Columbia bei dem im kommenden Juli in Rio de Janeiro zusammentretenden dan amerikanischen Kongresse find ernann worden : . Ex'Prüsident Miquel Antonio Caro und Jose Janquin Valez, welche beide die Häupter der Opposition Columbias gegen die Ratifikation des Hay.Herron Vertrages in 1903 gewesen varett und als Anti.Amerikaner' bekannt - find, sowie den General UribeUribe.
Spanien. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Madrid, 26. April. Die Regie
rung hat die Provinzialbehörden ange wiesen, die schärfsten Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung wöh' rend der ArbeiterDemonftrationen am 1. Mai zu ergreifen. Dies gilt beson derS für die Städte Bilbao, Valencia, Barcelona und Valladolid, die größten Hauptquartiere de? Socialisten. Rußland. Reiche Beute. T i f l i s. 26. April. Eine Bande von Räubern, als Soldaten verkleidet, beraubte heute die Schatzkammer ln Dusset. nahe Tiflis (TranSkaukafien) um 8117,500. Versammlung gesprengt. St. Petersburg, 26. April. Die Polizei sprengte heute Nacht eine Massenversammlung von Sozial'De mokraten und Revolutionisten und ver haftete eine beträchtliche Anzahl von Führern. Die Glieder der betreffenden Parteien find empört über die Verhaf ung ihrer Häupter und drohen mit gizantischen Demonstrationen der Ar beitSlosen, die sicherlich zu Blutvergie ßen führen würden. Großbritannien. Monarchen-Zusammen kunft? London. 26 April. Hiesige Blätter wollen von einer Zusammen unst König Edwards, des Zaren Ni. olauS und Kaiser Wilhelms II. wissen, die während der ersten Sep emberwoche in Darmstadt stattfinden oll. Nach denselben Quellen sollen n&rn ich der Zar und die Zarlna Ende Au guft zu einem längeren Besuch deS Großherzogs von Hessen aufbrechen. Tibetanischer Vertrag nochnicht abgeschlossen. London. 26. April. In Be. antwortung einer Interpellation im Unterhause sagte heute Nachmittag der Secretär deö Auswärtigen Amtes Grey, daß die Verhandlungen in Peking bezüglich Abschlusses eines anglo-tibetanischm Vortrage? noch in der Schwebe, daß jedoch begründete Aussichten einer baldigen günstigen Beendigung derselben vorhanden seien. Diese Auslassung deö Sekretärs deS Auswärtigen läßt erkennen, daß die am 23. April aus Shangai eingetroffene Meldung von einem Abschlüsse deS Vertrages incorrect war. Schwab soll blechen. London, 25. April. David Rothschild, ein hiesiger Bilderhändler, hat eine Schadenersatzklage in Höhe von $15,000 gegen Charles M. Schwab von New York angestrengt. Dieser soll einen Kontrakt bezüglich Kaufes eines werthvollen Gemäldes gebrochen haben. BrennedeS ZSchiff. London. 26. April. Der nach Hamburg bestimmte deutsche Dampfer Lugano-, der, am 3. April von Balti more abfuhr, wurde heute unweit Ha ftingS im Kanal in brennendem Zu. stände gesichtet. Oesterreich'Ungarn. Auch dieJ uden gegen ruf fische Anleihe. Wien, 26. April. Nicht nur die Sozialiflen haben, wie gestern gemel det. gegen Zeichnung der russischen Anleihe Stellung genommen, auch imter den österreichischen Juden tritt die Opposition gegen die Uebernahme eines Theiles der Anleihe immer entschiedener zu Tage. Der Vorstand der Juden union Oesterreichs hat in der Angele genheit Stellung genommen und be schlössen, jede Solidarität mit jenen österreichischen Juden, welche sich an den Zeichnungen für die russische Anleihe betheiligten, abzulehnen, weil diese das Geschäft hinter die Ethik stellten. Erfolg der Deutschen. Wien, 26. April. Der entschie. dene Wiederftand der deutschen Mitglie? der deS Reichsraths gegen die Berge waltigung, welche ihnen durch die in der neuen Wahlrechtsvorlage enthalte nen Begünstigung der Böhmen droht, hat gute Früchte getragen. Der Premier Freiherr von Gautsch hat den Deutschen die Hand zum Frie den geboten und, wie verlautet, ihnen eine. Vermehrung der deutschen Man date um zwölf zugesagt. Ob dieses Anerbieten die Deutschen in vollem Umfang befriedigen wird. muß vorläufig noch dahin gestellt bleiben.
Kreseld und Holland. Bei dem Einzug des Elften Hu-saren-Regiments in Krefeld wurde dieser Tage 5daiscr Wilhelm von ewer Deputation begrüßt, welche von der Königin von Holland eigens abgesandt war. Auf den ersten Blick könnte diese BegrützAng auffällig erscheinen. Sie erklärt sich aber wohl us den xzqtn Beziehungen, die sowohl die Krefeld'sche Leinen- und Seiden-Jndustrie zu den Niederlanden von jeher gepflogen hat, als auch aus der Thatsache, daß Krefeld fast über ein Jahrhundert auch politisch zu den Niederlanden gehörte. Uebrigens gelangte Krefeld auf etwas gewaltsame Weise unter preußisehe Herrschaft. Als nämlich im Iahre 1702 mit dem Tode König WilHelms III. von England, des letzten oramschen Grafen von Mörs und Herrn von Krefeld, die oranische Herrschaft endete, beanspruchte König Friedrich I. von Preußen als dessen nächster Verwandter den Besitz. Als Erbe war indessen Johann Wilhelm Frieso von Nassau-Dietz von WilHelm III. eingesetzt worden. Vorsichtig hielten die Krefelder die Stadtthore sowohl gegen die Friefo-Par-tei als auch gegen Preußen verschlafseit. Friedrich I. aber setzte sich durch einen Handstreich aus Krefeld, durch eine Kriegslist in den Besitz der Stadt. In der Frühe des 3. Februar 1703 hielt eine mit Stroh beladene Karre in der . Dunkelheit vor dem Niederthore. Auf dem Stroh lagen einige männliche Personen, die der Fuhrmann dem - Thorwächter Nikolaus Blenschen als verwundete preußifche Krieger bezeichnete, die in dem Städtchen Verpflegung und Heilung suchten. Arglos öffnete Blenschen das Thor. Vom Wagen springen, den verdutzten Cerberus ergreisen und knebeln, das Thor besetzen das war für die Verwundeten" das Werk eines Augenblicks. Eine starke Truppenabtheilung, die sich unter dem Schutze der Dunkelheit unbemerkt herangeschlichen hatte, erhielt die erwartete Losung, rückte in das noch schlummernde Städtchen ein und besetzte Thore und öffentliche Gebäude. Die Ueberrumpelung war vollkommen gelungen. Wie erstaunten die guten Bürger, als in de? Morgendämmerung preußische Fanfaren sie aus den Federn trieben und als ihnen bald darauf Baron von Kinsky verkündete, daß sie nunmehr in Wirklichkeit, nicht bloß der Form nach, Preußen seien! Sie fügten sich schweigend, an Widerstand dachte Niemcmd, lein Blutstrapsen ist bei diesem Handstreich vergossen worden.
Transsaharifcher Telegraph. Nachdem die Generalgouverneure von Westafrika und -Algerien sich über die Herstellung emer Telegravhenverbindung von 4000 Kilome- ' . Jt cri ..!.. lern von uoaigerien nauj cuuuuuu am Niaer durch die Sahara verstau digt hatten, wurde im vorigen Jahre don den Besatzungen ver aus unter Führung von Oberstleutnant Laperrine die zu einem großen Theil sehr wenig bekannte Strecke genau erkündet. Oberstleutnant Laperrine hat seine Aufgabe beendet, .ohne einen A ' rn f- lt. i lucann zu verlieren. yiaGj ujuc umii der Generaldirektor der algerischen Vost und Telearaphie, Etiennot. mit einer endgültigen Erkundung der Strecke in technischer Hinsicht beauftragt. Auch diese Sendung ist befriediaend verlaufen. Der Gouverneur der kürzlich, neugegliederten Colonie Obersenegal-Nlger yat oem yaxtz Eolonialamt gemeldet, daß Herr Etiennot. der von dieser Colonie ausgegangen war, mit seiner Bedeckung in Timsauten, dem äußersten Punkt auf algerischem Gebiet, glücklich angekommen ist. Die Anlage der Telegraphenlinien ist nunmebr endgültig beschlossen. Die Regierung wird dem Parlament bei dessen Zusammentritt eine erste Forderung von zwei Millionen Franken für die Arbeiten unterbreiten, die. so hofft man. schon Ende nächsten Jahres vollendet sein werden. Der Endpunkt des Telegraphen in Südalgerien befindet sich in Ghardaia, die Verbindung in Westafrika reicht vsn Eonakry an der Küste bis nach Timbuktu. Es besteht kaum ein Zweifel, daft die Arbeit, den Draht von Ghar daia nach Timbuktu zu legen, durcht"r . 'n c r i :w V . . . c suyroar uno jo wuu wim ui.ii hä'ltnikmähia kurzer Zeit Frankreich eine direkte eigene Verbindung mittels Kabels von seiner Sudkuste nach Algerien und von da mittels Landlinie bis an die Küste von Guinea erhalten und von den spanischen und englischen Kabellinien unabhängig sein. Da die neue Linie wie überHaupt alle afrikanischen Strecken Frankreichs nicht vom fiskalischen Gesichtspunkt aus verwaltet werdm, die Tarife vielmehr sehr niedrig sind, wird die neue Perbindung, abgesehen von ihrer politischen, Bedeutung, auch für den internationalen Verkehr von großer , Bedeutung werden. . Bei seiner privaten Correspondenz bement sich derPapst einer aoldenen Feder, seine unter schrift als Pontifex Maximus vollzieht er aber stets mit einer weißen (Vogel-) Feder, ie aus dem Fluge einer Taube herrühren soll. Schon mehrere Jahre ist dazu dieselbe Feder
in Gebrauch gewesen.
Die Leauna des neuen
deutschen Pacifickabels von Shanqbai nach Yap (Karolinen) ist vollendet. Die Entiernuna beträgt 2000 enalische Meilen. An einer Stelle liegt das Kabel 26.247 Fuß unter dem Meeresspiegel, die größte Tiefe, die bisher erreicht wurde. Das Kabel bildet den Abschluß der ersten völlig nichtenglischen Telegraphenverbind, um die Welt. " In London ist diese: Tage Miß Mary ''Hall eingetroffn die die Reife von der Kapstadt Kairo ohne einen weißen Begleiter jU rückgelegt hat. Als den gefährlichsten und schwierigsten Theil ihrer Reise beschreibt sie die 300 Meilen durch nach Bukoba, wozu sie 23 Tage brauchte. Ihre Karawane bestand dabei aus 40 schwarzen Trägern und einer kleinen Eskorte von Soldaten, die ihr die deutschen Behörden zur Verfügung stellten. Zu Land reiste die Dame in einer Hängematte, die vier Neger trugen. Vom Sambesi bis Kairo war sie sieben Monate unterWegs, wovon verschiedene Wochen abzuziehen sind, während deren sie am Südende des Tanganyika den Dampfer abzuwarten hatte. An den Tod Hermann v. W i s s m a n n s, der am 15. Juni v. I. bei einem Jagdunfall in der Nähe von Graz sein Leben verlor, knüpfte :ch em Prozeß gegen eine Lebensvericherungs - Gesellschaft, welche die Auszahlung der nicht unbeträchtlichen Versicherungssumme verweigerte, be vor festgestellt worden sei, daß Wissmann nicht durch Selbstmord geendet habe. Der Beweis dafür, daß der berühmte Afrikaforscher und frühere Gouverneur von Deutsch-Ostafrika lediglich einem beklagenswerthen Unfall zum Opfer gefallen, ist jetzt so weit erbracht, daß die Assekuranzgesellschaft ich bereit erklart hat, die Versicherungssumme zu zahlen. Die Gesellchaft hat sich die Ueberzeugung verchafft, daß Wissmann' durch einen Jagdunfall gestorben ist, und zahlt an die Erben 60,000 Kronen. Zwei neue Bilder von Veronese, die bisher völlig unbekannt waren, sind in einem Schloß in Porugal, das bei Saint-Ubes gelegen ist und der bekannten altschottischen Familie O'Neill aebört. aufgefunden worden Es sind zwei allegorische Gemälde, die die Weisheit, begleitet von Herkules" und wahrscheinlich den Maer selbst zwischen der Tugend und dem Laster darstellen. Sie sind von derelben Art wie vier Werke des Malers, die die National Gallery in London besitzt. Sie sind durch viele Hände gegangen, gehörten Jnnocenz XI., der. Königin Chnstme von Schweden und endlich Gustav Adolf und gelangten chließlich in den Besitz des Regenten Philipp von Orleans, mit, dessen Sammlung sie 1784 verkauft wurden. Sie wurden von einem Mitglied der Familie O'Neill erworben und haben bis jetzt unbeachtet in dem Schlosse gehangen. Ein blutiges Ehedrama spielte sich in der Nacht in einem Hotel an der Alster m Hamburg ab. Dort' hatten seit einigen Taaen die Kaufmann ' Wallas'schcn Eheleute aus Amsterdam ein aus mehreren Jimmern bestehendes Logis bezogen Sie waren nach der Hafenstadt gekommen, um wegen der hochgradigen Nervosität der Frau einen Arzt zu consultiren. Wahrend der stacht überfiel nun die Kranke ihren Mann im Bett und feuerte einen Revolverschuß auf ihn ab. Hieraus richtete sie die Waffe gegen sich selbst und jagte sich zwei Kugeln in den Mund. Als man sie ausfand, lag sie schwer röchelnd auf einem Stuhle; aus ihrem Munde floß reichlich Blut, und in ihrer Hand hielt sie krampfhaft den noch mit mehreren scharfen Patronen geladenen Revolver. Die Schwerverletzte wurde sofort nach dem Hafenkrankenhause gebracht, doch verschied sie bereits auf dem Wege dorthin. Der Mann ist durch einen Schuß in den Oberkiefer mcht lebensgefährlich verletzt. Die Kugel konnte bereits auf operativem Wege entfernt werden. Ein blutiges Familiendrama hat sich in dem Hause des Arbeiters Adolf Binse' in Herfrod zugetragen. Zwei schlafende Kinder im Alter von 9 und 14 Jahren wurden von dem Vater mit Veilhieben getödtet. während die Mutter mit dem längsten dreijährigen Kinde auf den Boden flüchtete, aber dort von dem rasenden Gatten ergriffen und erschlagen wurden. Am Morgen fanden Bauhandwerker, die zu Arbeiten bestellt waren, die Leichen im Blute schwimmend' vor. Die Frau und der älteste Knabe gaben noch Lebenszeichen von sich, beide wurden deshalb dem Krankenbaus überliefert, wo sie aber kurz nach dem Eintreffen ?tarben. Die Gründe zu der grausigen That sind nicht bekannt. Vinke besitzt 'in zweistöckiges Haus, das im letzten Halbjahr nicht vermiethet war und dieser Tage geräumt werden sollte, da der Besitzer es im ganzen vermietben wollte. Es ist ' möglich, daß, Haussorgen den Mann krankhaft erreat haben, denn schon während des letzten Arbeitstages hat der Morder ein scheues und unruhiges We en ge? zeigt. Winke hat das Haus verlassen und wurde mit einem Strick in der Hand auf dem Wege nach Salzuflen gesehen, ist jedoch bis heute noch nicht gesunden worven.
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AUGUST DIENER, 449 Gst Washington Str. Tel. Alt Main SM. Crewn Hill Okflce 3333 Nord Senate Ave. Telephon Neu 6485. Alt NortY 384. Dr. 1 H. Wacrer Teutscher Thier.Arjt Office: Schellhouse'sLelh-stall 329 Oft Wbsh ZU Telephones: Neu. 232 Alt. Main iie. Wohnung: 132 Zdison Ave. Neuer 'Phone 9683. Züge ersten Ranges Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden k 14 Züge zwischen Indianapolis und Cincinnati. Züge zwischen JndianapollS und Dayton. Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. 12 6 6 4 Züge zwischen Indianapolis und Springsield, Illinois. Pulor Waggon! a allen Tagei und 6&Ia' magzon an allen Nacht-Züge. Indianapolis Office : Union Bahnhof und L Nord Illinois St. R. P. Algeo, D. P. A. UKE ERIE & VESTERII ki. ki. . . . . Fahrzeit der Züge.. .. bsahrt Su k-u loledo, STcago nd Mchiga Ezrreß. 7.1 tio.il iclcbo, Detroit und Chicago Lim ULI0 f S.f Viichtga ity. Stattete n.Lasay,ttkpls 7.t0 fXO.) f tJalitö ConvtagS. genommen Eine peinliche Scene am Grabe ereignete sich auf dem Hedwigsfriedhof an derDalldorfer Chanssee bei Berlin. Hier wurde ein Arbei- , i v- ii i.--. r.; ut ruoenoou oeeroigi, oer von ti ner Frau getrennt gelebt hatte. Seine Arbeitsgenossen glaubten, daß Frau St. die Trennuna und dadurch den Tod ihres Mannes verschuldet habe, oaß :n seinem Gram die erste Ursacye des Todes zu suchen sei. Als sie nun euch Frau Stubenvoll an der Gruft sahen, riefen sie lhr höhnische Bemcr kungen über ihre Trauer usw. zu. Die Verhöhnte wurde so aufgeregt, daß sie einen der Männer in's Gesicht schlug Nun entstand eine größere Prügelet, wobei der Frau der Kops blutig ge schlagen wurde. Sie mußte nach dem Paul-Gerhardtstift fahren, um sich verbinden zu lassen. Der peinliche Vorgang wird für die Betheiligten wohl ein unliebsames Nachspiel haben. Ein vorzeitiges Ende nahm in Berlin eine Vergnügungsreise, die ein Kaufmann S. aus Danemark angetreten hatte. Er wollte sich Deutschland ansehen und fuhr mit 2000 Mark in der Tasche nach Ber lin. Hier sah ihn eines Tages am Lehrter Bahnhof ein Schutzmann sitzen, wie er mit einem Tausendmarkschein und mehreren Hundertmarkscheinen hantirte. Der Schutzmann nahm den Fremdling mit nach der Wache. S. hatte einen Mordsrausch und wollte zählen, was ihm von den 2000 Mark geblieben war, kam aber damit nicht zu Stande. Man empfahl ihm, den Rausch auszuschlafen. und ließ ihn gehen. Drei Tage später fand sich S. im Thiergarten wieder, aber mit dem Geldzählen brauchte er sich jetzt nicht mehr abzuquälen, denn Portemonnaie und Brieftasche fehlten. Er entsann sich nur mühsam, daß er zwei Tage lang in einem Cafe mit Damen" Sekt getrunken hatte. Am letzten Abend vor dem Erwachen im -Thiergarten war er nach einem Keller geführt worden. Auch hier knallten wieder die Pfropfen, bis der Herr nicht mehr wußtee, was mit ihm ge schah. Dann hatte man ihn offenbar .ausgeplündert und im Thiergarten tzmgeiegi. Großmüthig. Bettler: Bitt' fchon, gnä' Herr, haben S' nix für mich?" Herr:,. $ ja, ich hätte gerade in meinem' Garten eine Be-. schäftigung für Sie!" Bettler: .Ge ben S' mir lieber a kleine Unterstützung und lassen S' die Arbeit mein' Konkurrenten zukommen, der is a Familienvater V
