Indiana Tribüne, Volume 29, Number 205, Indianapolis, Marion County, 23 April 1906 — Page 6

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Reste von Indianer -Moloch- . dienst. In New Mezico und Arizona! Wo noch Kinderopfer in abgelegenen PnebloS vorkommen sollen. Ge heimnißvoller Schlangencnltus der Glorietas. Hezenglaube bei den PapagoS n. s. w. Untersuchung durch Großgcschworene. Älbuaueraue. im April. aber

nicht dem ersten! Wenn die nachstehenden Dinge aus dem dunkelsten Innern gewisser westindischer Inseln berichtet würden, so kamen sie nicht so sehr überraschend, da man noch immer aus jenen Gegenden von Zeit zu Zeit die abenteuerlichsten und grauenhaftesten derartigen Geschichten als unheimlich ledenslrastige ueoerreste des wildesten, aus Jnnerafrika stammenden Aberglaubens zu verneh- ' . , men. gewohnt ist, oowoyl oieie beschichten niemals in der Neuzeit zum Gegenstand einer kritischen Untersuchung gemacht worden sind. Ich habe mir selber in Haiti, d. h. an der Küste, allerhand darüber erzählen lassen, was bei den Schwarzen r vri r, ,s:k ill vlcer zui iwuj auca uivyuu aber es ist dies doch Alles nur Gerede, von dem man höchstens sagen kann. dak. wo so viel Rauch ist, auch etwas Feuer sein muß! Ein GerichtsHof hat sich meines Wissens me Mit der Untersuchung dieser Schauergeruchte befaßt, so zahlreich dieselben auch umherschwirren. Einen amtlichen Charakter hat das Interesse daran, was die SÄwarzen im Innern Haitis und anderer schönen Gegenden Westmdiens unter sich selbst treiben, noch nie erreicht, trotzdem hin und wieder auch ein Weißer in entfernte Berührung damit gekommen zu sein scheint. Aber wie steht es in dieser Vezlehung mit den rothen Männern? Wir wissen, daß früher bei gar manchen Jndianerstämmen, selbst bei solchen von hoher Cultur, Menschenopfer gang und gäbe waren. Es sind auch in den letzten Jahren noch vercinzelte Fälle von Hexenverfolgung bei Indianern m entlegenen nordischen Gegenden der Ver. Staaten und Canadas vorgekommen. Indeß hatte man geglaubt, daß anderswo solche Greuel bei den Indianern ganz verschwunden seien, und die nachfolgenden Mittheilungen aus dem westlichen New Mexico und dem östlichen Arizona sind geeignet, außerhalb der nächsten Nachbarschaft große Sensation zu erregen. Ich würde es nicht der Mühe werth gehalten haben, bloßen Munkeleien darüber nähereBeachtung zu schenken, hatte die Sache nicht sozusagen ein gerichtliches SieqcI erhalten. Damit ist freilich noch immer nicht gesagt, daß -alle betreffenden Angaben so wahr sind, wie das Evangelium; aver ;ie haben immerhin einigen Anspruch darauf, etwas ernster genommen zu werden. Vielleicht folgt auch noch eine arundliche Untersuchuna durch Onkel Sam. wenn es so weit kommt, wirö dieselbe hoffentlich nicht mit Politik verquickt! Den Großgeschworenen des länglichen Countys Bernadillo. welches sich durch das nordwestliche Mexico nach der ArizonaerGrenze erstreckt, wurden in jüngster Zeit Aussagen theilweise haarsträubender Art über barbarische Religionsbräuche unterbreitet, welche noch bis zum heutigen Tage bei mehreren Jndianerstämn:en dieser Territonen floriren sollen. Man wußte wohl, daß lang? Zeit solche Dinge z. V. in Verbindung mit Schlangentanzen geübt worden waren; aber in den. letzten Jahren hieß es wiederholt, es sei den Behörden gelungen, solche Ceremonien, soweit sie- noch vorkommen. des greulichsten Beiwerks zu entkleiden. Anscheinend eine garstige Täuschung! Schon die Thatsache, daß wir von dem Leben in manchen Jndianerdörfern oder Pueblos" noch so gut wie gar nichts wissen, hätte zu etwas größerer Zurückhaltung mit einem Urtheil hierüber stimmen sollen. Was die Opfer von Seren-Aber-glauben anbelangt, so machte der Obermedizinmann des Papagosiammes von Arizona. Joe Luis aenannt. ganz treuherzig das Geständniß. daß . ? rv r m - - - ein aiies mo namens Josesa Anton, welche von den Vaöaaos eines Elngeborenendorfes. . unweit .Covered Wells (im Vunslde - Distrikt) angeklagt wurde, von einem bösen Keilt besessen zu sein und den geheimnißvollen Tod von vielem Vieh und auch von etlichen Menschen verschuldet zu haben letzten Spätherbst in die Wüste hinaus lockte und umbracht. Es sei seine Pflicht gewesen, sagte er, das Dorf von diesem verteufelten Weib zu befreien. ' Und derartige Beispiele wurden den Großaeschworenen - nock mehr berichtet, in manchen Fällen auch waren die betreffenden Opfer Männer. Weitaus die grauenhaftesten Angaden aber waren diejenigen, welche Kinderopfer in Verbindung mit oem ?cytangencuitus vetressen! Hochsensationelles Zeugniß legte in dieser Hinsicht namentlich ein katholiscser Missionär ab, welcher das Vertrauen der betreffenden Eingeborenen in ungewöhnlichem Grade genoß und zu einigen der geheiligten Riten im Pueblo- der Zias gelegentlich als Augenzeuge zugelassen wurde. Die

Jndiana Tribüne, 23. April 190G-

ZiaS sind, nebenbei bemerkt, die am einsamsten und abgeschlossensten lebenden der heutigen rothhäutigen Wilden New Mexicos. " Der Priester wurde nach einer Höhle in den Bergen geführt, und er fand, daß der Eingang dieser Hoole mit einer, etwa 13 Fuß dicken Steinmauer verschlossen war. In dieser Mauer aber befand sich ein Loch von nur 8 oder 10 Zoll Durchmesser, und in der Höhle haust eine riesige gehetligte Schlange, welche zu Zeiten durch dieses Loch auftaucht und ein Opfer empfängt. Das Weitere hat der Priester allerdings nicht persönlich gesehen; aber er sieht keinen Grund, an oer ayryell der ihm gemachten Mittheilungen zu zweifeln. Wie er sagt, halten die Indianer ein sorgsames Auge aus dieje Höhle, und so oft das Schlangenungethüm seinen Kopf hervorstreckt. erblicken sie darin ein heiliges Gebot für sie, ihm ein Menschenopfer darzubringen. Stets so ließ sich der Priester weiter berichten ist dieses Opfer irgend ein unschuldiger Säugling. In den allermeisten Fallen ist die Opserung eine freiwillige, d. h. seitens der betreffenden indianischen Mutter, welche, von religiöser Begeisterung entflammt, ohne Weiteres bereit ist oder leicht dazu gebracht werden kann, ihr kleines Kind zum Opfer hinzugeben. Falls indeß, wie es doch vorkommt, das natürliche Gefühl sich mächtiger zeigt, als aller religiöse Elfer, und die glühmden Ermahnungen der, sich wie rasend geberdenden Medlzlnmanner nicht alsbald ein Echo finden, so wird einfach ein Rath der Stammesältesten abgehalten und durch Abstimmung ein Opfer ausgewählt. Die betreffende Mutter der Vater scheint überhaupt nicht in Betracht zu kommen wird alsdann, ob willig oder nicht, nach dem Eingang der Schlangenhöhle geführt, mit ihrem Säugling auf dem Arm, und sowie das züngelnde Ungethüm durch das Loch erscheint, muß sie ihm das Opfer hinstrecken! Es soll übrigens auch vorgekommen sein, daß die Opferkinder heimlich der Mutter, weggenommen wurden. Nachdem das schauerliche Opfer dargebracht ist, hebt der Obermedizinmann einen Tanz an, und alle Stammesmitqlleder machen denselben Mit. Diese Ceremonie wird gewöhnlich bis zum nächsten Sonnenaufgang fortgesetzt. Der Tanz selbst unterscheidet sich nicht wesentlich von öffentlichen Schlangentänzen, die aber eigentlich nur eine Schale ohne Kern" darsiellen, wabrend sie m früheren Zeiten allemal die Feier der Annahme eines solchen Opfers bildeten! Wann das letzte Opfer dieser Art dk.i den Zias vorgekommen ist, das ist noch eine offene Frage; aber es dürfte dies noch nicht sehr lange her sein, und nach Allim, was man weiß, ist der Brauch bis zu dieser Stunde nicht aufgegeben worden, wenn auch die Veranlassung zu seiner Ausübung nicht regelmäßig eintritt. Ferner ist es bekannt, oder durch Aussagen glaubhaft geworden, daß bei den Glorieta - Indianern, rm Pecos - Thale von New Mexico, ein sehr ähnliche: Brauch der Opferung von Kindern, sowie auch von Erwachsenen, noch bis m die letzten Jahre geübt urde. D reißig Meilen nördlich vom Dorf Glciieta. tief im Gebirge, befindet sich eine Höhle, welche allen Bewohnern in der Umaeaend wohlbekannt und m ähnlicher Weife ' verschlossen ist. wie die obige, ebenfalls Mit emem Loch, das genügend ist, einen großen Schlangenkörper durchzulassen. Es ist festgestellt worden, daß noch vor mehreren Jahren eine riesige Schlange diese Höhle bewohnte, und da die Glorietas bis dahin fanatische Schlangenanbeter waren, so könnte man auch ohne nähere Kunde darüber annehmen, daß jenes schauerliche Opferwesen bei ihnen blühte. Es wird aber mit Bestimmtheit mitgetheilt, daß bei ihnen solche Opfer sogar mit größerer Regelmäßigkeit gebracht wurden, als bei den Zias, und zu den heiligsten Geboten ihrer Religion gehörten. Sie trugen, nebst Krankheiten, gegen welche die Unglücklichen Hilfe durch Opfer suchten, zum raschen Aussterben des Stammes bei, der freilich 'schon längst arg zusammengeschmolzen war:. Auch hier so wird erzählt . - m V P.. ... W war das vser mancvmat em freiwiiliges, während in anderen Fällen der hierfür Auserlesene von seinen Kameraden nach dem .Altar" geschleift wurde. Schließlich war vom ganzen Stamme nur noch ein Mann und ein Weib übrig. Als wiederum die Zeit für ein Opfer kam, wurde die Jndianerin von Schrecken befallen, denn sie wußte, daß als Versohnungsopfer für den Großen Geist durch das Medium er Schlange stets, wenn kein Säugling zu haben war, ein Weib vorgezogen wurde, und konnte nicht erwarten, daß der Mann sie aus Galanterie schonen und sich 'selbst opfern würde. Daher nahm sie Reißaus, ehe die verhangnißvolle Stunde zu nahe kam. Jetzt hätte eigentlich der Mann sich selber dem .Minotaurus" hingeben müssen; aber auch er kriegte es mit der Angst und floh aus der legend für immer. Waö aus ' den Beiden geworden ist. hat man nicht erfahren.

Aber keine Indianer anderer Stamme können veranlaßt werden, sich der be-

sagten Höhle zu nähern. Es sind übrigens auch Gerüchte verbreitet, daß es sich in diesen und noch in sonstigen Fällen nur um eine riesige Schlange handle, die schon von ehrwürdigem Alter sei und von Zeit zu Zeit von emem Pueolo an das andere weitergegeben und in geheimnißooller Weise wegbefördert werde, bei zeder Stammessippe. die. mit :br begluckt wird, eine mäste riöse Abnahme in der Zahl der Gedurten verursachend. Der Glaube an die eine Schlange ist wenigstens von den Medizinmännern selber in Um lauf gesetzt worden: doch hat er keme große Wahrscheinlichkeit für sich, obwohl immerhin in mehreren Fällen benachbarte Torfbewohner derselben Schlange gemeinsam gehuldigt haben mögen. An gar manchem Lagerfeuer hatte man sich ähnliche Dinge, wie die obigen, schon zuvor erzahlt, abgesehen von den Schreibern von Pueblo - Legenden. welche eine Fülle von dergleichen zusammenjabricirten, es indeß in längstvergangene Zeit zurückverlegten. Aber, wie gesagt, nie zuvor sind solche Dinge vor eine gerichtliche Korperschaft gekommen. Die Großgeschworenen von Bernadillo County gewannen den Eindruck, daß eine gründliche Untersuchung auch über ihre unmittelbaren gerichtlichen Befugnisse hinaus der geheimen Praktiken der Indianer, oder ihre lebendigen Ueberbleibsel, eindringlich geboten se:, und sie nahmen daher eine Resolution an, worin sie die Bundesbehörden auffordern, der gruseligen Angelegenheit auf den Grund zu gehen und geeignete Maßnahmen zu treffen, Menschenopfern für immer ern Ende zu machen! Man kann hier die Frage aufwerfen, warum Onkel Sam, der sich sonst sogar um allerlei Nichtigkeiten seiner rothhäutigen Mündel in manchmal höchst lästiger Weise gekümmert hat, kein schärferes Auge auf solche grauenbaften Dinge gehabt habe und erst durch eine öounty - Grandjury auf dieselben mit der Nase habe gestoßen werden müssen, wenn die Sache überHaupt so schlimm noch stehe. Indeß muß man billigerweise Folgendes in Betracht ziehen: New Mexico hat schon allein eine so große Gebietsfläche, wie sämmtliche Neuenglandstaaten und der Staat New Aork zusammen genommen, und in gewissen sehr entlegenen Winkeln mögen sich Dinge abspielen, welche den Bewohnern anderer Theile so wenig bekannt werden, als ob sie rn irgend einem fernen Welttheil passirten. , In diesen weit ausgedehnten Regionen Hausen hoch entwickelte moderne Kultur und zugleich noch da und dort barbarische Rückständigkeit, ohne sich mit den Ellenbogen zu berühren; in abgelegenen Bergdistrikten giebt es gar nicht wenig Jndianerdörfer, von denen kaum ein wandernder Metallsucher je gehört hat, und das will viel heißen! Und erst recht nicht ist daran zu denken, daß jemals ein Agent ' vom Departement .des Innern sich nach einem dieser Dörfer verirrt hätte. Das Heer der Bundesbeamten müßte riesig vermehrt werden, um alle die weltfernen Menschen - Oasen in diesen Regionen decken zu können! Auch hier kann man in vielen Fällen das russische Volkssprichwort anwenden: Der Himmel ist hoch, und der Zar weit!Bei alledem wäre es sehr wünschenswerth, daß in vorliegender Beziehung Klarheit geschaffen würde, selbst wenn es nothwendig sein sollte, noch einige Extra - Spürnasen hinterber zu schicken. Inmitten eines civilisirten Gemeinwesens sollten solche Greuel unter keinen Umständen mehr vorkommen.' (Uebrigens -sind gewisse Oertlichkeiten in Ländern mit viel älterer Civilisation noch in den letzten Jahren keineswegs ganz frei von ebenso grauenhaften Dingen geWesen, wenn auch nicht bestimmte Volksstämme als Ganzes damit zu thun hatten!) Außer der Unterdrückung jener gräßlichen Ceremonien selbst soweit solche wirklich noch in der Gegenwart umherspuken wären noch andere Gesichtspunkte vorhanden, die eine solche Untersuchung lohnend erscheinen ließen. Man vergesse nicht, daß wir im Grunde genommen erst eme sehr durftlge und umusammenhängende Kenntniß von der Geschichte des lndlamschen Schlangencultus haden. Nach Allem, was wir wissen. war derselbe bei den alten Azteken ungemein ausgebildet und mit zahlreichen Menschenopfern verbunden, trotzdem Herrscher wie Montezuma ihr Bestmögliches thaten, die letzteren einzuschränken. Vielleicht bat Alles, was in neuester Zeit noch in dieser Art vorgekommen ist, seine Wurzeln im aztekischen . Volksleben gehabt, und vlellelcht brachten es dle Azteren wiederum in vorgeschichtlichen Zeiten aus der onentallschen Welt. Jedenfalls dürften die, öfter beschrieben? jährlichen Schlangentänze der Moquis als direkte Uebirreste der alten Azteken -, Ceremonien zu betrachten sein, soweit solche heutzutage öffentlich geduldet werden. Bei diesen Tänzen halten bekanntlich die Moquis oft Klapperschlangen sogar mit ihren Zähnen fest und werden

häufig von ihnen gebissen, und

doch ist dies niemals einem derselben veryangnißvoll geworden. Die Gebisscnen werden sofort in eine Höhl? gebracht, wo der Medizinmann ihnen em Nie versagendes Gegengift giebt. Nur ein Mann in jedem Stamme kennt dieses Schlangenbiß - Heilmittel, und er giebt es erst bei seinem Ableben an einen Auserwählten weiter. Dies ist ein Geheimniß, das nebst manchen anderen wahrscheinlich keine Untersuchung jemals den Blaßgesuchter in die Hände spielen wird! Spectator. Europäische Nachrichten. H'rovizrz WrandenDurg.' Berlin. Ein Fabrikbrand beschäftigte die Feuerwehr in der Mühlenstraße 73. Er kam im vierten Stock des rechten Seitenflügels aus, wo die Berliner Wollwäscherei, G. m. b. H.-, ausgedehnte Trocken- und Lagerraume besitzt. Bei der Einfahrt in den Nordbahnhof fiel der Arbeiter Josef Kiotschewsli von einem Arbeltswagen. dessen Rader ihm über die Oberschenkel hinweggingen, und erlitt schwere Quetschungen. Ein Mordversuch und Selbstmord ereignete sich auf offener Straße am Lehrter Bahnhof. Der Mllltaranwarter Rudolf Poralla war als Steueramtsdiener auf. dem Packhofe beschäftigt, wo sein Vorgesetzter, der Hauptsieueramtsdiener Piepenhagen, rn der letzten Zeit Mit ihm sehr unzufrieden war und daher seine Versetzung :n eme andere Abtheilung veranlaßte. Seitdem sann Poralla auf Rache. Kurzlich begab er sich nach dem Lehrter Bahnhof, weil er wußte, daß Piepenhagen dort dienstlich zu thun hatte. Als Pievenhagen aus dem Postamte heraustrat, zog Poralla einen Revolver und gab mit den Worten: Hier, Hund!" einen Schuß auf ihn ab, der Piepenhagen in den Hinterkopf traf. Poralla ergriff die Flucht nach Alt-Moabit zu. verfolgt von mehreren Gepäckträgern. Vor der Kolonial-Ausstellung griff der Flüchtling noch einmal zur Waffe und schoß sich eine Kugel in die rechte Schläfe,' so daß er auf der Stelle todt umfiel. Der Verwundete wurde nach der Charitö gebracht. Sein 25jähriges Dienstjubiläum feierte der Kanzleidiener im Reichstage Ernst Roltsch. Der Jubilar ist am 18. Februar 1833 geboren und seit dem Jahre 1881 im Reichstage thätig. Bei einer Schlägerei an der Ecke der Romintener und Warschauer Str. versetzte der Musiker Adolf Linse seinem Gegner, dem Arbeiter Heinrich Winkler, mehrere Fußtritte gegen den Unterleib und fügte ihm dadurch schwere innere Verletzungen zu. Ahrensdorf. An den Folgen eines Automobilunfalls verstorben ist der hiesige Ortsvorsteher Siebecke. Er war vor einiger Zeit von einem Automobil überfahren worden. B e t l i tz. Eine glühende Eisenstange in den Leib gestoßen wurde versehentlich dem Schmiedelehrling WilHelm Lehmann. welcher bei einem hiesigen Schmiedemeister in der Werkstatt arbeitete. Er hatte, als er Nägel schmiedete, einen Knaben, der zusah, gebeten, eine Eisenstange in der Esse glühend zu machen, und drehte sich zufällig unachtsam um, als der Knabe mit der glühenden Stange zurückkehrte. Diese drang in den Leib, traf dd emeSchlagader und führte durch innerliche Verblutung den Tod herbei. Cottbus. Die Wittwe Anna Wandel, die erst in diesen Tagen aus Guben hierher verzogen war und bei ihrer Tochter in Ströbitz Wohnung genommen hatte, stürzte sich von ver Spandauer Brücke in die Spree und ertrank. Freienwalde. Vor einigen Tagen wurde in der großen Papierund Pappfabrik von Lask an der Chaussee von hier nach Falkenberg der Dachstuhl mit sehr großen Lumpen und Papiervorräthen ein Raub der Flammen. Guben. Der Selbstmord des hiesigen Weinhändlers Karl Birnbaum erregt in der hiesigen Geschäftswelt peinliches. Aufsehen. Wie es sich vermuthen ließ, sind die Gründe zu der Verzweiflungsthat in schweren Zahlungsverbindlichkeiten zu suchen. Landsberg. Der hiesige Stadt--rath a. D. Wilhelm Mögelin würd-, aus seinem Spaziergange im Kladow park plötzlich vom Hcrzschlage getroffen und war alsbald eineLeiche. S o r a u. Der FKschermeister Behr in Tscheeren bei Teuplitz ist un ter dem dringenden Verdacht des Mordes verhaftet worden. V. soll seine Schwiegermutter, die Hauptzeugin ükr die von ihm verübten Sittlichkeitsvcrbrechen an feiner 15jährigen Stieftochter, erschlagen und darauf aufgehängt haben. Frovinz Hstpreußen. Königsberg. Verliehen wurde: Dem Pfarrer, Superintendenten und Kreisschulinspektor Zimmermann zu Heiligenbeil der Kronenorden dritter Klasse, dem Eisenbahnassistenten a. D. Kirscht zu Eydtkuhnen der Kronenorden vierter Klasse, dem Rentier Alfred Hammer in Allenstein der Rothe Adlerorden 4. Klasse, dem Steueraufseher Petereit Hierselbst das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens.

Groß-Kirschnakeim. Der Käth'ner Dragoneit war bei einem Be sitzer in Leiszen mit . dem Einsätzen eines Stallfensters beschäftigt. Bei der Dunkelheit stürzte er von der Leiter und zog sich einen Schädelbruch zu. Dieser Tage starb der Verunglückte. Heiligenbeil. Hier feierte das Rentier Friedrich HZnzmann'sche Ehepaar die goldene Hochzeit. In der Wohnung des Jubelpaares versammelten sich die Kinder und Enkelkinder, um ihre Glückwünsche abzustatten. L ö tz e n. Ein jäher Tod ereilte den Grundbesitzer Rosenbaum aus dem nahen Abbau Lötzen. Rosenbäum war letztens hier und fuhr mit seinem Einspännerfuhrwerk nach Hause. Das Pferd verlor, als es an einem steilen Berge herabfuhr, den Weg, kippte um und bedeckte seinen

Herrn mit dem Wagen. Später fand man Rosenbaum als Leicke mit blutüberströmtem Kopfe neben dem halb erstarrten Nserd ' Ponarth. Vom Eisenbahnzuge überfahren und getödtet worden ist der bei der Firma E. Bieske beschäftigte Schmied Habedank. Er war auf dem Heimwege von der Arbeitsstätte nach seiner in der Prappeler Straße gelege nen Wohnung begriffen und hatte den Bahndamm benutzt. Schakunellen. Tödtlich verunglückt ist der Käthner George Karlc?ntzky. Seine Leiche wurde auf dem Wege- nach Girreningken gefunden. In der Nähe der Fundstelle war auf dem sonst einen Meter mit Wasser gefüllten Graben das Eis durchbrochen. Spuun zeigten, daß Karlantzky in dem Graben gewesen ist. Verletzungen waren an der Leiche nicht wahrzunehmen; es wird angenommen, daß Karlantzky beim Ueberschreiten des Grabens in's Wasser gefallen und dann vor Kälte erstarrt ist. Provinz Wellpreußen. D an zig. Vor einiger Zeit sind in unserer Provinz vier Personen infolge Kohlendunstvergiftung um's Leben gekommen, und zwar in Borkau bei Karthaus das Rentier Jochim'sche Ehepaar, in Elbing die frühere Zeitungsausträgerin Nittrug und in Schönwarling bei Hohensiein der taubstumme Knecht Piernitzki. Bei letzterem scheint eme selbstmörderische Absicht vorgelegen zu haben, denn die Röhre des eisernen Ofens war mit Lappen verstopft, so daß der Kohlen. dunst nicht entweichen konnte. Krummenflietz. Der Besitzer Zech hatte sein Gewehr nach dem letzten Gebrauch, wie es häufig vorkommt, im geladenen Zustand aufbewahrt. Als er nun die Flinte gebrauchen wollte, stieß er aus Unvorsichtigkeit damit an einen Gegenstand, wobei der Schuß losging und dem Zech die ganze Ladung in die linke Hand und den Arm drang.' Der Verletzte wurde in das hiesige Krankenhaus gebracht, wo ihm wegen 'der schweren Verletzungen vr Arm abgenommen werden mußte. Kulm. Vor einiger Zeit starb in der Klinik in Königsberg der Superintendent und Kreisschulinspektor Zimmermann aus Heiligenbeil. Er war hier in den 80er Jahren als Pfarrer thätig. I a st r o w. Kürzlich beging das Schuhmackermeister Kroll'sche Ehepaar däs est der goldenen Hochzeit. Die städtischen Körperschaften widmeten Kroll, der nahezu 30 Jahre Stadtverordneter war, ein Ehrendiplom. Klei n-D o m m a t a u. Den Altsitzer Schimanki'schen Eheleuten ist aus Anlaß ihrer goldenen Hochzeit ein Gnadengeschenk von 50 Mark bewilligt worden. Marienburg. Beim Coupiren eines Pferdes in der hiesigen Lehrschmiede, bei dem auch Kreisthierarzt Schöneck zugegen war, schlug das Thier plötzlich aus und traf letzteren so unglücklich am Kopfe, daß er bewußtlos liegen blieb. Der Bedauernswerthe wurde in's Diakonissenhaus geschafft. Riesen bürg. Von einem tödtlichen Unfall wurde der Arbeiter Pukall von hier betroffen. Nachdem vor einiger Zeit von einer Glocke der evangelischen Kirche beim Läuten der Klöppel abgefallen war, ohne jemanden beschädigt zu haben, siel dieser Tage dem Arbeiter Pukall die Aufgabe zu, aus Anlaß eines Begräbnisses die große Glocke zu lauten. Ganz unvermuthet löste sich auch von dieser Glocke der V2 Centner schwere Klöppel und traf im Herabfallen den Pukall in der Rippengegend. Pukall erlitt so schwere innere Verletzungen,daß seine Ueberführung in das KrankenHaus angeordnet werden mußte. Bald darauf wurde Pukall durch den Tod von seinem Leiden erlöst. Frovinz Fommern. ' Stettin. An den Folgen eines Unslücksfalles. den er vor einige Zeit durch den Absturz von einem (Gerüst auf der Vulkanwerft crlitt und bei dem er einen complicirten Oberschenkel- und einen Schädelbruch davontrug, starb der Nieter Richard Herzfeld im hiesigen Krankenhause. Gurtitz (Insel Rügen). Unlängst entstand in dem Viehstall des hiesigen Gutes, Besitzer Kammerherr v. Esbeck-Platen-Capelle, Pächter Utesch. ??euer. welches bald auch den unmittelbar neben demselben stehenden Schweinestall ergriff und beide Gebäude in kurzer Zeit in Asche legte. Von den 54 Haupt prächtigen RindViehes wurde nicht ein einziges gerettet.