Indiana Tribüne, Volume 29, Number 202, Indianapolis, Marion County, 19 April 1906 — Page 6
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00000000C FrZulcin DctcKtivö 0 Erzaklnust Q 0 von 0 1 y aul U elfe cS000000C'-0-0-0-00ö YJ as fegen Sie da. Kamp- & hausen? Schon wieder ein Raubanfall im StadtWäldchen?" Ter Polizeirath sprang ärgerlich auf, sein Gesicht röthete sich dunkel vor Unwillen. Was sind denn das für Zustände ! Wir sind hier doch nicht bei den Zulukaffern!" Im Zimmer befanden sich aucr dem Chef zwei Kriminalkommissäre und ein Schutzmann, die sich verlegen ansahen. Also, bitte, Kampiausen. berichten Sie!" forderte der P-olizeirath den jüngeren Kommiffär auf. Es war also muthmaßlich wieder derselbe Kerl mit seinem Betäubungstri:?" Jawohl, Herr Rath genau so. Schutzmann Hänel ist auf der Parkstraßc benachrichtigt worden, drinnen im Walde liege eine Tame an d?r Erde. Als er hinkommt, haben sie schon Passanten aufgehoben und " Wieder nicht verwundet?" Nein. Sie hat sich auch rasch erholt und konnte in einer Droschke nach Hause fahren. Als Hänel dann sofort zu mir kam. suchte ich die Dame in ihrer Wohnung in der Weinstraße auf. Ihrer Beschreibung nach war der Hergang des ganzen Ueberfalls genau derselbe, wie bei den drei ersten Opfern. Sie ist gegen balb sechs Uhr von 'der Waldwirthschaft .Forsthaus' nach der Stadt zurückgegangen, da springt plötzlich jemand von hinten her sie an Und wirft ihr ein stark riechendes Tuch über das Gesicht und von da ab weiß sie nichts mehr. Als sie zu sich kommt, fehlt ihr Täschchen, ihre Uhr mit Uhrkette." Und irgend einen verdächtigen Menschen hat auch sie nicht gesehen?" Wie sie behauptet nicht." Also genau, wie bei den anderen!" Jawohl. Aber es kommt nun auch eine Abweichung. Sie behauptet und das hat sie auch Hänel gegenüber schon erwähnt es müsse ein Zeuge des Vorfalls da sein. Wenige Minüten vor dem Ueberfall sei sie dem alten Geheimrath Tuncker begegnet." Sie haben natürlich den Geheimrath sofort aufgesucht?" Jawohl leider!" Leider?" Ja, es war äußerst peinlich. Zunächst regte sich 'der kränkliche alte Herr unnütz auf, und das Ende war er war überhaupt nicht im Stadtw'aldchen gewesen! Eine er.neute Unterredung mit der Ueberfallenen brachte dann zu Taae. daß sie sich einige freie Schlüsse erlaubt hatte. Sie kannte den alten Geheimrath überhaupt nur von Ansehen, und schließlich war es ein belieblger alter Herr gewesen, der mühsam am Stock geht, schwarzen großen Havelock und hohen Zylinder trägt und ausfallend lange weiße Haare hat. Die beiden letzteren Thatsachen lassen in ihrem Zusammenhange immerhin begreiflich finden, daß die Dame auf den Geheimrath kam. Im übrigen komme ich auf einen Gedanken zurück, der mir gleich im ersten Moment, als Hänel von dem .alten Herrn' berichtetes durch den Kopf schoß." Der Kommissär wendete sich an den Schutzmann. Erinnern Sie sich an das Protokoll, 'Hänel, das ich mt! dem ersten Opfer, dem Fräulein Lmgg, aufnahm? Jawohl, Herr Kommissär. Ick, habe auch schon daran denken müssen." Daß auch jene Dame von einem alten Herrn sprach, dem sie kurz vor dem Naubanfall begegnet sei. Und nun glauben Sie?" warf der Ponzeiratl) überrascht ein. Daß das derselbe ist, Herr Rath.Lieber 'amphausen, Sie denken das doch nicht auch? Ich bin sogar überzeugt, mit dem alten Herrn würden wir auch den Verbreche? haben!" Der Polizeirath lachte. Sollten Sie da nicht etwas kühne Schlüsse ziehen? Wir wollen lieber die Sache erst einmal gründlich durchleuchten." . Das that er denn auch drei Viertelstunden lang, sehr zu seiner Erbauung und weniger zu der seines Kommissärs. dem die pedantische, tveltläume Art sei nes Vorgesetzten eine stete Quelle des Aeraers war. Endlich verließen die Herren gemeinsam das Bureau. An der nächsten Straßenecke trennten sie sich, und Kamphausen mit Hänel wandten sich einer langen, mit vielstockigen Zinshäusern besetzten Straße zu, in der ersterer wohnte. Ra, Herr Kommissär," wagte Hä nel mit einem kleinen listiqen Seitenblick in das finstere Gesicht seines Nachbars. was ist denn nun eigentlich be liebt worden, vom Herrn Polizeirath? Wir können doch nicht warten, bis uns der Kerl einen neuen Fall liefert? Doch, doch abwarten und Thee trinken! Sie haben's doch gehört. H'anel! Und das will ich nunuch erst thun. Guten Abend." Er nickte dem Schutzmann zu, ver schwand in einer der vielen einander, verblüffend ahnlich sehenden Hausthu ren und stieg drei Treppen hinaus zu seiner Wohnung. Oben erwarteten ihn seine junge Frau und seine Schwester, die Ui ihm woonte.
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Das Abendessen verlief einsilbig, denn Kamphausen war verstimmt. Erst nach und nach gelang es den oeiden Frauen, hn zu einer Aussprache zu bewegen. Dann war es besonders Fräulein Lotte, die mit Begeisterung den Ausübrunaen des Bruders zustimmte und den zöaernden Ratb mit nicht sehr paramentarischen Ausdrücken bedachte. Sie hatte von Anfang an dem Berufe ihres Bruders ein glühendes Interesse entgegengebracht, und so ließ sie auch jetzt nicht eher nach, b2 :n alles haarlein in Erfahrung gebracht. Und was 'willst Tu ietz: thun?" ragte sie mit leuchtenden Augen. Nichts." O-Hans!" Der Herr Rath gibt ja nichts auf meine Vermuthung." Aber aufpassen werdet Ihr natürich?" Selbstverständlich. Versprich Dir aber nicht zu viel davon. Was nützt es, daß Hänel und meinetwegen noch ein paar andere die berüchtigte Waldecke abstreifen. So lange wir in Sicht sind, wird er sich hüten." Lotte sah ihn fest an. Du Hans, ch will Dir helfen!" Kamphausen lachte. Wie denkst Du Dir denn das?" Ich will mich anfallen lassen," sagte Lotte großartig und sah sehr entrüstet aus, als das Ehepaar in ein helles Gelachter ausbrach. Ach lacht .Nicht so dumm! Es ist mem voller Ernst! Gib mir die Zeit an, wann die Anfälle vorgekommen sind, und bleib in Rufnähe dann will ich's wagen!" Frau Kamphausen schüttelte noch immer lachend den Kopf, ihr Bruder aber sah nachdenklich in das aufgeregte Gesicht Lottes. Nein! sagt', er dann langsam. Das ist ja Unsinn." Bewahre, Hans. Hör nur zu. Ich gehe täglich vom Forsthaus durch den betreffenden Waldtheil nach der Stadt zurück. Mindestens gelingt es mir dabei, vielleicht den .alten Herrn zu entdecken." Kind, glaubst Du denn, er wird in derselben Verkleidung auf weitere Räubereien ausgehen? Er wird schon mehrere Verkleidungen auf Lager haben." Aber Du sagtest doch, daß er sich kränklich, alt, humpelnd stelle, um dann plötzlich " Das schon, aber wer sagt uns. daß er von jetzt an nicht als altes Weib erscheint?" Nun was thut das? Ich werde mir also alle männlichen und weiblichen Hinfälligen und scheinbar ganz Harmlosen auf's Korn nehmen, und wenn ich an ihnen vorübergehe, scharf aufpassen." Lotte, denkst Du denn gar nicht an die Gefahr?" Aber wenn Du doch rn der Nahe bleibst!" Lange bot Lotte ihre Ueberredungskunst umsonst auf, aber endlich siegte bei Kamphausen der eigene Wunsch. das Experiment zu versuchen. Acht Tage waren vergangen. Lotte war getreulich jeden Nachmittag mit der elektrischen Bahn nach der Waldwirthschaft hinausgefahren und von da mit Einbruch der frühen Dämmerung auf dem Waldweg nach der Stadt zuruckgekehrt. Es war rm Januar und ziemlich kalt. Doch waren die Wege schneefrei. Gestern, als ein dichter Nebel gleich grauweißen Schleiern zwischen den Bäumen hing und sie nur wenige Schritte weit zu sehen vermochte, hatte ihr Herz recht angstvoll gepocht, und sie war froh gewesen, als sie endlich die belebten Straßen erreicht hatte. Heute aber war em klarer, sonniger Wintertag, und leichten Herzens schritt sie unter den hochstammigen Tannen einher. Im 'Westen wandelte sich eben das helle, leuchtende Gelb rn em tiefes, bläuliches Roth. Ringsum in weitem Halbkreise blitzten die Lichter der umgrenzenden Straßen, denn dieser Theil des Parkes schiebt sich lang und schmal bis in die Stadt hinein. Wie schön ist diese dämmernde Einfamkeit!" dachte Lotte. Da bleibt sie plötzlich lauschend stehen. Tiefe Stille. Und doch dabei ringsum das ferne Rauschen und Brausen des Großstadtlebens. Und das Schweigen scheint plötzlich zu wachsen riesengroß, und sällt lähmend auf ihr Herz. Regungslos steht sie und die Augen beginnen angst' lich in die Runde zu schweifen. Kein Laut, kein Fußtritt einsam und leer der lange, sich in nächtliches Dunkel verlierende Weg hinter ihr, einsam und leer der Weg. den sie weiter zu gehen hat. keine menschliche Gestalt, nichts cewegt sich in den geheimnißvollen Schatttn der Dämmerung. Doch da auf de? Bank, die etwas vom Wege zurücksteht, vor dem kleinen, kahlen Gebüsch, kaum zwanzig Schritte vor ihr da. es ist kein Zweifel, da bewegt sich etwas! Lotte fühlt, wie es ihr eiskalt über den Rücken läuft und ihre Füße plötzlich schwer werden wie Blei. Sie erkennt jetzt eine Gestalt. Es ist eine Frau. 'Zusammengesunken lehnt sie in der Ecke, in emen großen, schwarzen Rad mantel gehüllt, den Kops so vornüberaebeugt. daß vom Gesicht. Nichts zu sehen ist. Das junge Mädchen starrt entsekt auf die unheimliche Gestalt. Sie weiß 9 i - ri ' c w -, . es, iit sumr es: oas i er, oaz ist der Verbrecher, der aus sie lauert! Einen Auaenblick aebt es ibr durü
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oen smn: wenn 2rn Niq zetzt ausraffst und querfeldein läufst nach der ' Stadt zu, so bist Du sicher genug; er wird es nicht wagen. Dich in dieser Richtung lange zu verfolgen! Aber dann denkt sie daran, wie ihr Bruder sie auslachen wird, wie feige das ist und sie nimmt sich zusammen. Das Pfeifchen, mit dem sie jederzeit Hilfe herbeirufen kann, krampfhaft in der Hand, zwingt sie sich, ganz langsam an der Bank vorüber zu gehen. Jetzt ist sie unmittelbar davor. Die Gestalt sitzt tief in die Ecke gedrückt und rührt sich nicht, der Hut mit dunklem Schleier ist weit in's Gesicht gezogen. Als das junge Mädchen mit einem scheuen Seitenblick vorübergeht, .ist es ihr. als höbe sich eine Hand und sirecke sich gegen sie aus. Aber da ist sie schon vorbei! Die unheimliche Gestalt ist hinter ihr! Nun sie sie nicht mehr sehen kann, horcht Lotte, horcht athemlos und mit wild klopfenden! Herzen. Wird ein Lau! ihr verrathen, daß sie sich aufrichtet von der Bank, ein leiser Schritt, daß sie ihr folgt? Tiefe Stille hinter ihr. Doch nein jetzt ein Ton. Was ist daö? Ruft die Person nach ihr? Klingt das nicht wie ein halbverwehter Hilferuf? Ist das nun ein neuer Kniff? Erwartet der Verbrecher, daß sie umkehrt, sich vielleicht hilfsbereit über ihn beugt, damit er sie dann desto sicherer anfallen kann? Noch immer ist sie mechanisch weiter geschritten jetzt stockt ihr Fuß, und sie wendet sich jäh um. Ein erneuter deutlicher Ruf ist an ihr Ohr gedrungen. Immer tiefer ist die Dämmerung geworden. Die Bank, kaum dreißig Schritte hinter ihr, liegt schon ganz versunken in die schwärzlichen Schatten. Aber das kann Lotte doch erkennen: die Gestalt in dem schwarzen Radmantel sitzt nicht mehr wie bisher in die Ecke gedruckt, sie hat sich aufgerichtet und vorgebeugt, sie scheint sich langsam zu heben, zu strecken, wird größer und immer größer, unmenschlich fast und ein Arm reckt sich nach dorn, eine Hand, die etwas Funkelndes hält. Und jetzt löst sich die drohende Gestalt aus dem Dunkel, kommt näher, immer näher Noch einen schrecklichen Augenblick lang starrt das junge Mädchen, wie gelähmt vor Entsetzen, dem Furchtbaren entgegen, dann wendet sie sich und stürzt fort blindlings, so rasch sie ihre Füße tragen wollen. Fast Nacht ist es um sie her, nur vor ihr dehn! sich weißlich der Weg, und hinter ihr die Schritte kommen näher, immer näher! Ein Gebüsch taucht vor ihr auf. Der Weg macht eine Biegung. Sich angstvoll umschauend rennt sie vorwärts blindlings, daß sie fast einen Herrn umgerannt hätte, der ihr entgegen kommt. Gott fei Dank ein Mensch! Ach, entschuldigen Sie!" stottert Lotte. Der araßliche Mensch da binten wollte mich überfallen, berauben. Sehen Sie." unterbricht sie sich, da biegt er in einen. Seitenweg ein. Er hat Sie wohl gesehen und macht, daß er fortkommt! Der junge Mann hat ebenfalls scharf ausgeschaut nach der im Abenddunkel kaum mehr erkennbaren Gestalt. Jetzt wendet er sich ihr zu. und es will Lotte scheinen, als musterten feine blitzenden Augen sie ein wenig spottisch. Das ist ihr unanaenehm. und sie sin det den Gedanken sehr peinlich, daß sie lächerlich erscheint in ihrer Angst und ihrer kopflosen Aufregung. Sie glauben mir wohl nicht? Aber ich weiß es aus bester Quelle: es sind hier in den Waldanlagen schon mehrsach Raubansalle 'vorgekommen, und immer von anscheinend hinfälligen. harmlosen Personen." Was Sie sagen, mein Fräulein!" meint der Herr jetzt sichtlich interessirt. Ich bin fremd hier in der Stadt, sonst hätte ich wohl davon aehört. Und nun meinen Sie " y Daß jene Person der Verbrecher war! Sicherlich! So etwas fühlt man doch nicht wahr? Sie glauben nicht, wie es mich überlief, als ich ihn hinter mir hörte, und wie froh ich war, als Sie kamen! Freilich, diesmal hab' ich's leider verfehlt " Sie erlauben jedenfalls, daß ich Sie begleite. Nein, nein ich würde Sie nicht allein gehen lassen ich thu es sehr gern!" sagt der freundliche Herr höflich. Und verzeihen Sie, daß ich fraae, aber ich verstand eben, als ob Sie Ihr Zusammentreffen mit jener r ... r p" . sragnazen Person sur verseyn gicucii. Satten Sie sie denn erwartet?" Lotte errathet. Ich sollte eigentlich mcht darüber reden, aber schließlich Fräulein können ganz aus mich bauen.' Außerdem verlasse ich schon morgen die Stadt wieder leider! sagt ihr Begleiter mit einem feurigen Blick und arcßer Warme. Wie schade!" meint sie mit einem bedauernden Seitenblick aus ihren stattlichen Beschützer. Und ich bin Ihnen doch auch Dank schuldig. Wer weiß, wenn e? Sie nicht gesehen hätte " .Er?" Nun, der Verbrecher natürlich. Ah so der da hinten!" Uno wieder will es dem jungen Madchen scheinen, als husche em spot tisches Lächeln über sein Gesicht, um den festen Mund, an dem dicht vorüber ein langer Schmiß quer Lber's Kinn lauft.
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denken natürlich, ich übertreibe. Aber sehen Sie. ich muß das doch wissen, da mein Bruder hier Polizeihommissär ist, und ich sozusagen in seinem Austrag -" Ah, Fraulem sind em weiblicher Detektiv? Das ist aber sehr interessant sehr! Ist denn Ihr Herr Bruder in der Nähe?" Aber natürlich! Sonst wäre es rn doppelt leichtsinnig von mir da ich doch weiß, wie gefährlich es hier ist. Sehen. Sie. ich habe hier eine kleine Pfeife, die brauche ich blos an den Mund zu setzen, dann kommt er!" Der mnge Mann lacht ietzt und legt die Hand mit leichtem Griff auf ihren Arm. Sie werden mir doch das mcht anthun? Unser reizendes, kleines Abenteuer, das ich nie vergessen werde, so rauh unterbrechen?" Was hat er nur für Augen? denkt Lotte erschreckt, als sie seinen funkelnden Blicken begcanet. und sie siebt mit sehr gemischten Gefühlen, in denen eine große Erleichterung doch schließlich die Oberhand gewinnt, der Reihe blitzender Laternen entgegen, die den Waldrand begrenzen. Vielleicht bemerkt ihr Begleiter ihre wachsende Unruhe; er tritt bescheiden ein wenig zur Seite und sagt: Ich kannte hier einen Polizeikommissär sehr gut durfte ich um den Namen Ihres Herrn Bruders bitten?" Kamphausen. Pollzeuommissar Kamphausen." Ihr Begleiter ist plötzlich stehen geblieben, aber sie sieht gleich darauf, daß sein Stutzen nicht dem Namen gegolten hat. Sie sind nicht mehr weit von der hellen Straße entfernt, und sem Blick haftet an einer Männergestalt, die dort unter einer hellleuchtenden Laterne vorbeigeht, emem Mann m Uniform. Dort ist mein Bruder!" sagte sie hastig und hebt ihre kleine Pfeife zum Munde. Aber wieder hindert er sie, indem er seine Hand mit leichtem Druck auf die ihre legt. Er ist ihr ganz nahe getreten, und seine Augen flammen aus nächster Nähe gebieterisch in die ihren. Mir sehen uns vielleicht nie wieder, mein Fräulein! Lassen Sie mich Abschied nehmen, ehe wir gestört werden! O. wie ungern trenne ich mich von Ihnen!" Er lüftet den Hut. murmelt noch ein paar Worte, die seine augenscheinliche Bewegung fast erstickt, drückt ihr beide Hände und eilt von ihr fort in die schwarzen Schatten der Nacht hinein.' Gleich darauf ist seine schlanke Gestalt verschwunden. Einen Augenblick sieht Lotte unsicher hinter ihm drein, dann wendet sie sich und eilt der Straße zu. , Aber ihr Bruder ist inzwischen weiter gegangen, sie sucht ihn vergebens. Noch zitternd von, den gehabten Er reaunaen steht Lotte endlich vor ihrer Wohnung. Bevor sie noch schellt, wird dse Thür rasch aufgerissen, und der Bruder sieht vor ihr. Endlich!" ruft er erleichtert. Wie spät Du kommst! Und gerade heute ' Auch die Schwägerin eilt ihr ausge reat entgegen. Lotte drängt sich an ihnen vorbei und sinkt im Zimmer aus einen Stuhl. Ach, Hans"-sagt sie sehr kleinlaut, wenn Du wüßtest ich hatte so furchtbare Angst!" . Also weißt Du schon?" Lotte stutzt. Ich weiß nur ach. Hans daß ich vorhin fortgelaufen bin. Aber ich war schon beinahe in seinen Handen. ft 05 mnnUcb SFIlt mtsh?" mm g. I VW tilVUt IVW Auch? Ist denn noch jemand an gefallen worden? Freilich ein alter Herr. Der Kerl seht sich ganz gemüthlich zu ihm auf die Bank, und mitten im Gespräch wirft er ibm ein Tuch uder oen Ziopr. betäub! ihn und raubt ihn kaltblütig aus. Es ist zu toll! Und Du erzähle!" Lotte atbmet tief auf. Du kennst doch die Bank halbwegs vom Forsti e. c rr haus oa kauerie iie m oer iae m ihrem großen schwarzen Mantel Wer? Sie?" Er oder sie. Er war ja doch als altes Weib verkleidet." Kamphausen fährt herum und starrt seiner Schwester in's Gesicht. Als altes Weib? Was redest Du denn da? Unser Mann, der heute Nachmittag den alten Herrn ausgeplündert hat. war ein eleganter zunger Mann. Der alte Herr konnte ihn, nachdem er sich erholt hatte, genau beschreiben. Brünett, in grauem, modernen Ueberzieher. steifem schwarzen Hut, mit aufgewichstem Schnurrbart, einem vertrauenerweckenden, natürlich aber falschen Schmiß quer uber's ganze Kinn und ganz merk würdigen Augen " Hans !" Lotte ist aufaesprungen, blaß und zitternd. Aber statt auf die besorgten Fragen zu antworten. starrt sie zu Boden und ringt die Hände. Plötzlich faßt sie an ihren Arm. wo sonst verführerisch und lockend ein glänzendes Metalltäschchen zu hängen pflegt, fährt suchend mit den Augen über den Tisch und auf der Erde umher und bricht endlich mit dem Ruf: O Gott er hat es mir geraubt!" fassungslos zusammen. Erst nach längeren Bemühungen ge lang es, der ganz Verstörten einen geer mm . nernen erimr mres isnevrn es zu cm locken, einen Bericht, der Kamphausen in große Erregung versetzte und den sie schluchzend schloß: Nie wieder thue ich so etwas me!"
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neraugen willen so böse verfehlt hatte, zornig auf die Erde. Gleich darauf kam ihr ein anderer Gedanke. Aber die gräßliche, alte Person auf der Bank?" Wahrscheinlich eine alte Dame, der übel geworden war, und die Du kleines Gänschen hartherzig hast sitzen lassen, um gerade dem m d:e Hände zu laufen, der eben einen erfolgreichen Fischzug gethan hatte und nun von Dir außer Deinem Taschchen noch werthvolle Winke erhielt" Ach. Hans er hatte mich ia auch betäuben können!" Dich? Nein, bei Dir konnte er sich das Chloroform sparen, da genügten seine schonen Augen!" Lotte schlug die Hände vor oas Gesicht, außer sich, schluchzend. Ihr Bruder trat rasch auf sie zu und legte den Arm um ihre Schultern. Verzeih, Kind," sagte er gutmüthig. aber Du weißt nicht, wa2 dies alles für mich bedeutet! Ich hatte so große Hoffnungen gesetzt auf diesen Fang ich will doch vorwärts kommen und nun! Du kriegst ihn vielleicht noch!" Kamphausen schüttelte den Kops. Jetzt, da er genau weiß, wer aus ihn fahndet, müßte er dümmer fein, als er sich bisher gezeigt hat. Nein nein, kern Zweifel, der geht uns durch die Lappen, denn er ist ja gewarnt!" O Hans!" schluchzte das Madcuen, hätte ich doch nie versucht " Detektiv zu spielen. Da hast Du recht, das ist nichts für kleine Mädchen. Und sieh der Fehler liegt nicht allein bei Dir. Das hatte ich alter, erfahrener Kriminalist selber wissen müssen! Und damit Schluß! Es kommen schon noch andere Gelegenheiten, um mich auszuzeichnen und von Deinem verungluckten Debüt weiß keiner, als wir drei! Ich denke, wir werden das Geheimniß wahren." Er Nickte ihr zu und lachte. Aber es dauerte noch lange, bis es den gemeinsamen Bemühungen des Ehepaares gelang, das junge Mädchen völlig zu beruhigen. Ihr Gelöbniß. nie wieder so etwas" zu versuchen, hat sie gehalten. Vom parlamentarischen guten Con." Wer es nicht glaubt so las man dieser Tage im Fränkischen Kourier" daß das bayerische Parlament eme Erziehungsanstalt für den guten Ton ist, der darf sich nur die parlamentarischen Berichte ansehen und verfolgen, m welch strenger Weise die beiden Präsidenten den Missethätern gegenübertreten, die gegen Knigges Umgang mit Menschen und Ministern" sündigen. Die erste Rüge in dieser Session zog sich der Centrumsabgeordnete Bühl zu. Bei Behandlung der Anträge Dr. Daller und Genossen und Dr. Hammerschmidt und Genossen Maßregeln für die durch Elementarschäden Heimgesuchten in der Pfalz und den übrigen Landestheilen verstieg sich der besagte Volksvertreter zu folgender Aeußerung: Bezüglich der Waldstreuabgäbe kann ich den Hochverehrten aus Dutzenden von Beispielen nachweisen, daß die Staatsbehörde oder richtiger ausgedrückt, die Forstbehörden den reinsten Wucher betrieben haben." Der Präsident: Ich muß dem Herrn Abgeordneten bemerken, daß es nicht angeht, ohne weiteres bestimmten Behörden den Vorwurf zu machen, daß sie Wucher betreiben." Mit unheimlicher Schnelligkeit folgte diesem Missethäter der Abgeordnete Dr. Heim (Centrum), der da ausführte: Und erst mit den Forstbeh'örden. meine Herren! Wir lassen uns seit Jahren hier einseifen..." Der Präsident: Herr Abgeordneter, ich muß ablehnen, als Abgeordneter dieses Hauses anzuerkennen, daß ich mich von Behörden einseifen lasse!" (Große Heiterkeit.) In derselben Sitzung erhielt der Abgeordnete Segitz (Sozialdemokrat) eine Zurechtweisung für seine Behauptung: Ich halte es gerade für eine historische Pflicht, zu sagen, wie deutsche Minister über die Nothlage des Volkes spotten, wie sie mit dem Volke Schindluder treiben..." Vizepräsident: Ich glaube, daß dieser Ausdruck zu weit geht." Der Abgeordnete Müller-Munchen I (sozialdemokratisch) leistete sich unter anderem die Bemerkung: Wie war's, wenn die ministerstürzenden Parteien sich einigten und auf das Ganze losgingen? Wir thun dann mit, wir fegen verzeihen Sie, Herr Ministerpräst-. dent! die ganze Ministers rn i t u r herunter." Vizepräsident : Der Ausdruck .Ministergarnitur' ist nicht angängig." Derselbe Abgeordnete sagte in einer andern Sitzung: Man hat, abgesehen von den Vorschlägen, die in dem Etat enthalten sind, die P e titionen gebürstet." Der Vizepräsident: Petitionen werden in diesem Hause nicht gebürstet..." (Große Heiterkeit). Bei Berathung des HauptetatZ der Militärverwaltung flocht der Abgeordnete v. Vollmar unter anderem ein: Wir sind heute von Herrn Kollegen Dr. Hammers chmidt sozusagen g e f r o z z e l t worden, wenn dieser Ausdruck parlamentarisch ist..." Flugs antwortete darauf der Vizepräsident: Nein, dieser Ausdruck ist nicht parlamentarisch!" Darauf Abgeordneter v. Vollmar: Nun, aber b a y risch ist er." (Große Heiterkeit.)
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