Indiana Tribüne, Volume 29, Number 201, Indianapolis, Marion County, 18 April 1906 — Page 7
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Der jüngste Bruder Sozialer Nomsn va ErnK W!chert. j 1. Kapitel. Die Geheime Nätlzin hatte schon zwei mal den kleinen Gmnmiball, der von der Hänaelampe über dem runden Eßtisch im Äcrlinerzilttmcr uicdcrlttng, gedrückt, um nach der Küche hin das Zeichen zu aeben. daß sie das Hausmädchen zu sprechen wünsche. Sie las in einem Buche und hatte ihr jüngstes Söhnchen auf dem Schooß. Das Kind war schläfrig und wollte sich von der Mutter nicht beruhigen lassen, strampelte mit den nackten Beinchen, greinte und suchte das Buch fortzufäsicden. in dem es den Grund ahnen mochte, weshalb die Mama sich nicht mit ihm selbst nach Wunsch beschäftigte. Daneben stand die kleine Schwester und zog eifrig an einem Hampelmann, seine Aufmerksamkeit abzulenken. Es half nicht, der Juuge bockte nur noch mehr. An der anderen Seite des Tisches saß ein Knabe von etwa zehn Jahren bei seinen Schularbeiten und sagte sich halblaut Vocabcln auf. Er verwirrte siäi, blickte unwillig hinüber und schalt: Abcr ich kann'S bei dem Spektakel gar nicht in den Kcpf bringen und werde morgen nachbleiben müssen ; dann wird der Papa wieder sehr böse sein." .Geh' doch einmal hinaus, Wanda," sagte die Geheime Näthin, und sieh nach, wo Friedcrike steckt. Sie soll so gleich hereinkommen.Das Kind sprang nach der Thür, hatte aber noch nicht geöffnet, als das Mädchen eintrat und eilig aus den Tisch zuging. .Aber wo bleiben Sie denn, Friede-rike,-fragte die Dame des HauseS Qfc ärgert, wenn auch'nicht heftig, .ich habe schon zweimal nach Ihnen geschellt, ritzchcn ist müde und will zu Bett.)iein nicht Bett gehen spielen,brüllte der Junge lös. Friedcrike nahm ihn aus den Arm. schwenkte sich mit ihm herum und kitzelte ihn. bis er lachte. . Gnädige Frau wollen verzeihen," sagte sie, sich mitunter durch ein verlegenes Kichern unterbrechend, .ich sonnte; mich nicht eher freimachen. Draußen ist ein Mensch, der durchaus den Herrn Geheimen Rath sprechen will." .Warum haben Sie ihn denn nicht gemeldet?.Ja er kam über die Hintertrepve. Der Portier hatte ihn vorn nicht emlassen wollen..Was ist'ö für ein Mensch ?" ,DaS ist schwer zu sagen, gnädige Frau. Auf den ersten Blick sieht er wie. ein rechter Vagabund ans. Der Rock ist schäbig und . an den Aermeln zerrissen, das Beinkleid unten um den t5U ausgefranst, die Stiefel scheinen kaum nocu zusammenzuhalten -. .Sie haben ihn doch nicht allein in der Küche gelassen? DaS Silberzeug liegt da noch von Mittag..Nein. die Dora ist da und paßt auf. Ich erschrak recht, als ich ihm öffnete, und wollte die Thür wieder -zuwerfen. Aber er hatte den Fuß über die schwelle gestellt.' .Welche Unverschämtheit!- , .Ja, das dachte ich auch. Aber als ich ihn mir nun näher betrachtete, sah er gar nicht so boshaft aus, eher krank und verhungert , .Was null er denn? Doch gewiß betteln. Geben Sie ihm eine Kleinigkcit und lassen Sie ihn gehen." .DaS hätt' ich schon für meinen eigcnen Kopf gethan. Aber er ist so nicht fortzubringen. Er sagt, er müsse durchaus den Herrn Geheimen Rath sprechen. Er spricht auch ganz meiner lich. wie Ewer, der eigentlich in bessere Kleider gehört..Wie heißt er denn und was ist er?" . .Ja. das hab' ich ihn auch schon wiederholt gefragt, aber er will darauf keine Antwort geben. Als ich meinte, daß ich ihn dann nicht melden dürfte, sagte er, ich sollte -nur sagen " sie kicherte wieder. .Aber so ein Ilnsinn !" .Nun was denn? Sie machen mich wirklich ungeduldig, Friedcrike." .Er behauptet ganz ernst, daß er ein Verwandter vom Herrn Geheimen Rath sei. Und ich sollte nur sagen, der Arnold sei da." .Der Arnold ?" .Ja. der Arnold. Und er bat mit so guten Worten " . Die Geheime Näthin erhob sich. Arthur hatte sein Vocabelhcst hingelegt und die Ohren mehr gczpitzt. als ihr lieb schien. Aucü Wanda horchte mit offenem Munde. Der Mann im zerrissenen ökock, der so krank aussah und ein Verwandter ihres PapaS sein wollte, erregte in ungewöhnlichem Maße ihre Aufmerksamkeit. .Bleiben Sie bei den Kindern," befahl die gnädige Frau, .ich will selbst meinen Mann benachrichtigen NNd fragen, ob er sich von der Arbeit stören lassen mag." ts'it ging durch den
anstoßenden. Salon und klopfte an die Thur des zweiten Zimmers. Nun stürmten die Kleinen mit Fra gen auf Friedcrike . ein. Warum der Mann den Fun über die Schwelle gcsetzt habe, und warum er sich den Rock nicht., habe flicken lassen, und wie daö sei. , wenn einer krank und verhungert aussehe, und warum er gesagt habe, der ArnolO .jcl ra. 'er Pava konnte doch nicht wissen, wer der Arnold sei. .Bei uns in .der Klasse sind drei Arnoldö.versicherte Arthur, ricderike bemühte sich , vergebens, ihre Neugierde ganz zu besriedigen. Sie, mußte , sich vor die ": fi-rf ?- . yur jicucn, um jic im Zimmer zurucr zuhalten. Das Mädchen war mittelgroß und kräftig in den Hüften und Schultern gebaut, dabei doch schlank und nicht iinzierlich.. DaS hübsche, runde Gesicht zeigte die.friichestm Farben, das blonde
Haar war glatt gescheitelt, und der dicke Zopf hinten glatt in zwei Windungen
ausgeteat. Wenn der Mund mit den vollen Lippen sich zum Lachen öffnete, blitzten zwei Reihen perlweißer Zähne vor. von denen auch nicht ein einziger schadhaft schim. Zu diesem etwaS ländlichen. oder kleinstädtischen Ansseben pale auch das jchr einfach gemachte Kleid von offenbar selbstgewebter grauer Leinwand, die breite Schürze und daö bunte Halstuchelchen, die derben Lederchuhe und die großen Ohrringe von acettirtem Stahlfach denen Fritz bctändia haschte, ie schlug ihm wohl auf die Hand, aber nicht ärgerlich, und eö that auch nicht weh. Die ttinder schienen sie recht lieb zu haben und benutzten sogleich die Abwesenheit der Mutter, sich an sie zn hängen und sie zum sollen anszusordern, nachdem )ic sich überzeugt hatten, daß über den fremden Mann doch nicht besser Auskuntt zu erhalten sei. Friederike hörte draußen die Thür des Arbeitszimmers gehen und Schritte im langen Korridor nach der Küche hin. Sie war nicht ohne ?!euaierde, ob es dem strolch, der sich so sonderbar einführte, gelingen werde, bis zum guädigen Herrn dnrchzudriugcn. Das mußte wohl der Fall sein, denn sie ver. nahm gleich daraus die Stimme der gnädigen Frau : .Dort hinein." Dieselbe trat dann auch vom Entrce her wieder in's Zimmer, setzte sich schwigend au den Tisch und nahm das Buch aus. 'a liir Besicht sehr erregt war, wagten die Kinder nicht zu fragen. Der Geheime dcath Werken war von seinem Schreibtisch ausgestanden, wcl cker mit Akten und aufgeschlagenen Äüchern überhäuft war. Er hatte die Lampe auf den ophatifch gesetzt und die Cigarre sortgelegt, von der nun ein bläulicher Dampshinter den Akten her geradlinig zur Decke aufstieg.. Die lange, haqere mgur des noch mcht Fünfzigjährigen steckte in einem alten )cyrocr, der bis zur welken Bmde hinauf zugeknöpft war. Das bartlose, glattrasirte Gesicht mit der starken Nase und dem eingezogenen Mrnid zeigte tiefe Falten zum breiten Kinn hinab, eine hohe Stirn, die von der kahlen Platte nur durch einen dünnen Haarbüichcl in der Mitte abgegrenzt wurde. und eine ungesund gelbliche Farbe. Er sah aus, wie eiu Mann, der sich ge:mg überarbeitet hat und vor der Zelt alt, wenn auch noch nicht grau geworden ist. Die Augen hefteten sich mit gcspanntcr Erwartung anf die Thür, au die nnn schüchtern geklopst wurde. kr rief Kvgernd : .Herein !" Jii's Zimmer trat der Mensch, den Friedcrike beschrieben hatte. Er schlorrte mit offenbar sehr müden Schritten eine kurze strecke vor, blieb dann stehen, senkte den 2$ck und zog die Schultern gegen die Brust hin. zusammen, mit den Händen den verstaubten breitkrämpigcu Filzhut zusammendrückeno. , Ver Geheime Nath zuckte sichtlich. der Mund öffnete sich, gab aber nicht sogleich einen Laut. Eine erneute Anstrengung erst brachte die Worte heraus : .Arnold Äruder ! Bist Dn'ö wirklich?" Der so Angeredete fuhr zusammen, ruckte den Kops, in die Höhe und. riß die Augen aus.. Seine fahlen .Wangen röthcten sich blitzschnell. .Brr.der " wiederholte er mit heiserer Stimme, .ja. der Arnold bin ich der jüngste Ärudcr Es ist doch hübsch, daß Du mich noch erkennst, daß Du mich nicht verleugnest." .Aber wie sollte ich?" .Nun wie ich da aussehe !" Er blickte von oben her über sich hm. .Ich bin doch nur ein Handwerker. und nicht einmal einer, der sein Brod hat. Du aber hast'S ja glücklich zum Geheimen Nath gebracht, wie ich hörte, und eine adlige Fran gcheirathet. Das war sie wohl? Die mir da so hochnäsig Berten hatte die Arme geöffnet, alS ob er ihn an die Brust schließen wollte. Jetzt legte er ihm nur mit möglichst weitem Abstand die Hände auf die Schultern, beugte sich vor und küßte ihn flüchtig aus die Wange. .Aber sage nur," siel er ein, .wo kommst Dn so unvermuthet her? Und so " er uez; ihn los lllld ncv die wngerpltzcn an einander ab.' .Wirklich etwas ragwürdig. Ich glaube, eö sind mehr als fünfzehn Jahre vergangen, seit wir unS nicht gesehen haben." .Sechzehn," antwortete Arnold, .recht gezählt sechzehn und ein halbes. Ich bin jetzt sünsunddrcißig, und Du hast zwöls Jahre mehr auf dem Puckel. Das ist doch richtig? , Der .Bruder nach Dir starb früh und dann kam der Ewald der kaun so dreiundvicrzig feiu nnd zwischenein und Hintennach die Schwestern. Bon denen ist wohl keine vcxheirathet ?i Und dann zuletzt ich. Der Ewald ist mir immer recht gut gewesen. Ich hätt' wohl lieber Aber mit dem lohnt'S ja garnicht. Er ist Major was ?- .Ja, Major.- ., .. .Und hat eine reiche Frau. Da paßt' ich noch schlechter hin. Und am Ende bist Du doch der älteste von unS Brü dern...." , Er schwankte einen Schritt seitwärts und griff nach einer Stuhllehne, sich daran in halten. .Verzeih :" Sein Gesicht war wieder aschfahl ge worden und die Augen hatten keinen sicheren Blick. -.Aber so, setze Dich doch,. Arnold,sagte der Geheime Rath. .Dn wirst'S ja so eilig nicht haben. Nach der lan gm Zeit " . Er drückte ihn auf den 'essel nnd setzte sich ihm. gegenüber. .Ich würde lügen, wenn ich behauptete, eS freue michDich wiederzusehen.... Das heißt, wie Dn da aussiehst.. Du wirst mir das nicht übel nehmen." nehme Dir gar nichts übel, antwortete Arnold. .Du und ich. . . . e5 ist alles acrade so. wie eS sein rann.
Dem Scml wird'S nichts schaden, er
kann abgebürstet werden. Und müde :j. ... e,:. fC :r a ;..., ,.. . vlii iaj luiiiuu;. ux ii um -cyuuuu , die Nacht durch vierter Klaffe gefahren und dann den Tag über hcrnmgelaufcn. Arbeit aus'.utrciben Dn kannst Dir wohl denken, daß ich Dir nicht inkommodirt hätte, wenn nii die äußerste Noth...." .Bon wo kommst Dn?" .Bon Hamburg. Man hat mich da ausgewiesen." .Ausgewiesen? Weshalb?" . .Na " Er bemühte sich zu 18 cheln. .Dn brauchst nicht Angst zu haben. Wegen gemeiner Geschichten i's nicht. Wenn mir so was passirt wäre otc viijtcr tt ja lies genug. Aber wenn so ein armer Hund bellt erMnelmralli sau erscnrear ans snen Hut. Dn bist ?" .ozlaldcmokrat natürlich. WaS soll man als Arbeiter anders sein? 'umal wenn man nicht einmal knapp daS tägliche Brot hat " eciu Mund verzog sich wie zu einem krampfhaften Gähnen. .Ja. wenn man ein hoher Beamter oder ein Offizier ist und vom Staat fein schönes Gehalt bezieht, dann versteht man, das nicht." .Aber warum hast Du Dich nicht früher an uns gewandt?" .Hm ! Man hat doch ancy senic Ehre im eibe. Bis es aanz toll kommt dann freilich ist einem alle? egal. Ich will dem Later kein üblco vort m s lrao nachsagen : es war stark mit ihm bergab gegangen, als die vccihe an mich kam. Da war nichts f.. ?. .-f. v i. v?- rr -f. ..1 mcyr uorig, iniaj onrm oie ajuic 3 bringen und studiren zu lassen oder auch nur ein vaar Jahre überznhalten : ich mußt' zum Tischler in die ehre. Handwerk hat eiuen goldenen Boden ha. ha, ha!" .Dn gingst nach Amerika, bald nachdem Dn ausgelernt hattest." ..Ja. nach des Vaters Tode. Die paar Groschen, die aus, mich kamen, ' m reichten gcraoe zur tievcrsayrk. vcnn man dort nichts hat, geht's einem leicht noch schlimmer als hier. Ich hab' mich gequält genug. Zuletzt mußt' ich doch zurück. Ich trieb mich eine Weile in der Schweiz um " Wieder hinderte ihn ein Gähnkrampf. fortzufahren. Er hielt die Hand vor den Mnnd nnd stützte den Rücken gegen die Stuhllehne. .Verzeih', lieber Siegfried " .Meiu Himmel, Dir scheint nicht wohl zu sein." .Nein wiklich der Hunger Seit gestern Mittag " m nr . . 1 er scyiucire lrampsyail nno wuroe Ehe der Bruder ihn halten konnte, glitt er , vom Stuhl hinab und lag ohnmächtig auf dem Parket. Berten sprang auf, eilte, durch den Salon in das Eßzimmer und rief feiner erschrockenen Frau zu : .Wein ein Glas Wein. Und einen Teller warme Suppe! Mein Bruder er hat seit gestern nichts gegessen und ist in Ohnmacht gefallen. Schnell, schnell!" Er eilte zurück, nachdem er eine Karaffe mit Wasser ergriffen, und suchte den Kranken aufzurichten. Die GeHeime Räthin fchickte Friedcrike nach der Küche, nahm eine Flasche Rothwein nnd ein Glas aus dem Büffet nnd folgte ihrem Aa'nne, die Kinder abweisend, die mitgeben wollten. . Sie kniete ohne Bedenken auf dem Boden nieder und versuchte dem ganz Kraftlosen etwas Wein einzuflößen, ie scheute sich auch nicht, dabei seinen Kopf aus den Arm zu nehmen und alle sonst erfordcrlichcu Handreichungen zu leisten. AlS Vorstandsmitglied eines Vereins für .Krankenpflege hatte sie untcr der Leitung eines angesehenen Arztes einen Kursus durchgemacht und sich in Nothfällen schon sonst bewahrt. ES gelang ihr denn anch bald, den Ohnmächtigen wieder zum Bewußtsein zu bringen. Mit ihrem Beistand schaffte Werken ihn auf das Sopha, wo er sich niederlegen mußte. Sie ging dann nach der Küche, um die Suppe und ein Weiß, brod herbei zu bringen. Der Tischler erholte sich rasch, nachdem er etwas Warmes in den Magen gebracht und ein paar Gläser Wein g?trunken hatte. Die Schwägerin, die ihm bei dem ersten flüchtigen Begegnen .hochnäsig" erschienen war, stimmte ihn durch ihr kühles und abgemessenes We scn auch jetzt nicht vertraulicher, aber die Sicherheit, mit der sie ihr barmherziges Werk vttrichtcte, ohne sich durch seine gewiß abschreckende Erscheinung beirren zu lassen, flößte ihm doch einen gewissen Respekt ein. .Es thut mir leid,7 sagte er, .daß ich Ihnen so viel Ungelegenhciten verursache. Hätte selbst nicht geglaubt, schon so nahe am Umkippen zu sein. Ich danke Ihnen." .O da ist ja nur Christenpflicht." antwortete sie kühl. .Es freut mich, daß Sie sich wieder etwas wohler. sühlen. Esten Sie nur nicht hastig. Haben Sie Kopfweh?" Schwindel,, Schwindel eö geht mir alles, wüst durcheinander. Sie können sich'S wohl denken, daß mir schon Tage lang schlecht zu Muthe war. Wenn man so ganz und gar abgewinh. schaftet hat und . sieh! keinen anderen Weg, als deu Vcnvandtcn lästig fallen zu muffen nnd in solchem Aufzuge ! Sie dürfen mir glauben, gern ist's nicht geschehen." .Mein Mann sagte mir, daß Sie " .Ja, mein jüngster Bruder," fiel Bcrken sehr unruhig eiu. -(5r galt uns für verschollen: dcöbalb ist von idm so wenig die Rede, gewesen. Arnold wlro oav, vegrclstla) slndm müssen. Mein Gott, wenn man nur eine Ah nung davon gehabt hätte, wo Du stecktest . ... eö hätte sich ja wohl etwas für Dich thun luffen." ' . .ES wird iriim esst aewelen sein, daö ich nicht muckte." sagte der Tischler, den
ganz blau im Gesicht. Der Blick sinnmcrtc, dann schloscn sich die Augen, der Kopf sank aus die Brust und darauf mit dem aan;cn örver seitwärts.
Kops auswerfend. .Solche Bruocr. wie ich, sind unbequ.m. Hätt' Euch am liebsten den Verdruß erspart, mich wiederzusehen." .Aber so rede doch nicht " .Na ! Alles was wabr ist ! Nur
sich nichts vorflnnkcrn wollen ! Und auch meinetwegen. Ich kann freilich nichts dafür, da ich Handwerker gc worden bin und viel Pech gehabt habe, aber Spaß macht' doch nicht, sich neben den hohen Verwandten als ein Lump zu präsentiren. Daö ist nun überwunden. Ja, man kann tief herunterkommen, und hat eigentlich gar keine Schuld dabei. Oder nicht viel. Wenn ich denke: Vater und Mutter dieselben. . . . " (ir stützte den ttovf in beide Hände und wühlte in seinem struppigen Haar. Die Näthin entfernte sich. .Entschuldige einen Auaeublick" bat Berken und folgte ihr in den Salon nach. Er legte seinen Arm in den ihrigen und nöthigte sie so zurückzubleiben. .Was sott nun werden?" fragte er leise. . r m Dem Bruder." antwortete sie ebenso. .Ja. mein leiblicher Bruder. Das darf ich uicht vergessen. Was wird Ewald sagen? Es war eine sehr unglückliche Idee vom Vater, den jüngsten ohn so gleichsam auS der Familie herauszustellen. Aber die schweren Sorgen und seine Krankheit Die vielen Kinder Du weißt selbst, liebe Mathilde, wie viel Muhe eö koltet. sich anständig mit seinem Gehalt durchzubringen. Meine Eltern hatten sehr viel weniger als wir. und unsere Kinder sind noch klein " Man muß nun einmal mit den Thatsachen rechnen." .Ja. das muß man. Ich darf nicht vergeszen. daß es mein Bruder ist. der meine Hülfe in Anspruch nimmt. Meine Mittel sind jetzt gegen Ende des Quartals knapp, das unvermeidliche mer - Aber es wird sich Rath schaffen lassen. Arnold muß irgendwo untergebracht werden, in einem für seine Verhältnisse paffenden Gasthofe vorläufig. Würde er mir geschrieben baden, ich hatte ihm etwa Geld geschickt, und diese peinliche Begegnung wäre unS' erspart worden..Du willst ihn in ein Gasthaus schicken?" .WaS soll man anders thun? Es ist nur übel, daß unsere Dienstboteu fchon " .Ganz richtig. Daran läßt sich nun nichts ändern. Man muß zu hindern suchen, daß auf den Hintertreppen noch mehr Gerede über uns entsteht. Es ist ja keine Schande, einen armen Verwandten zu haben nnd von ihm heimgesucht zu werden. DaS verstehen diese Leute schon. Aber unter solchen Umständen seinen Bruder wie einen Bettler absinken und auS de Hause schicken ich weiß nicht, eö widerstrebt meinem Gefühl und scheint mir auch recht schäbig. Die Schwägerin Sarah würde vielleicht dazu rathen." Damit war die Frau des Majors gemeint. Er hatte die Tochter deö reichen Bankiers Hirschel gcheirathet, der freiw f ' 11 r, - 1 ... Cl ... . s iicy sciüjt za)on geiaull ivar, uoer im Namen wenigstens feine mosaische Abstammung nicht verleugnen konnte. Frau Mathilde, eine geborene von Sie benhauseu, ließ nicht gern eine Gelegenheit vorübergehen, darauf anzuspielen. Es war das eine Schwäche, der sich die sonst gewiß treffliche Frau nicht bewnßt wurde. .So deukst Du daran, Arnold hier zu behalten ?" fragte der Rath überrasckt. .Ich meinte nur, weil wir doch oven die lleiue Fremdenstube haben." antwartete sie, .die leer steht, wie die Leute wissen. ... Die nächste 'Nacht wenigsteus wirst Dn doch 'Deinen Bruder aufnehmen müssen. Und es ist auch durchaus nöthig, daß man ihm erst ein anstättdiges Aussehen gibt, bevor man ihn auf die Straße läßt. Es wäre ja ein Skandal, wenn man auch nur bei der Polizei erführe, daß ein so verlnmpter Mensch Dein Bruder ist." Er küßte ihreWange. .Gesteh' nur. daß da wieder Dein gutes Herz vielleicht allzugut . mitspricht." bemerkte er zischelnd. .Der arme Mensch thut Dir leid, und mein Bruder ist er ja freilich. Es versteht sich von selbst, daß ich mich gerne einverstanden erkläre. Ich wagte nur gar nicht. Dir eine solche Zumu. thung zu stellen. Wenn Du als eine echte Samariterin. ... Ich danke Dir. ich danke Dir. Aber überlege doch, ob Du Dir nicht wirklich da eine gar zu unbequeme ast aufbürdest. Vergiß' auch uicht, daß diese später. ... Ich weiß nicht, ob Du wirst darüber hin wegsehen können,, daß mein Bruder einem Stande und seiner gesellschaftlichen Bildung nach.... Ja, daö läßt sich doch nicht leugnen." Er fühlte ein Zucken ihrer Schulter. .Als ich in eine bürgerliche Familie hei, rathete," entgegnete sie ein wenig spitz, .mußte ich ja daraus gefaßt sein - Das verletzte ihn. .AwthUde !" berief er sie. (Fortsetzung folgt.) Die wunderbare Dauerh a f ti g k c i t des Holzes unter aünstiaen Umstanden erbellt die. Thatsache, daß man Holzstücke, hölzerne Särge und andere hölzerne Gegenstände, die 2000. oder 3000 Jähre vor der christlichen Aera angefertigt wurden, aus egyptischen Katakomben an'S Licht gebracht hat. Nelsons Kapitäne in der Schlacht bei ' Trafalaa? hatten m DurckscknZtt nA nickt ta3 40. Lebens jähr erreicht. Nelsons Flaag-Kapit'än war 36 Jahre alt. während einer seiner .Commanderö nur. 20 Jahre zahlte und der .Commander tineS der sckönften cklacktsckiffe- daö 31. Lebensjahr noch nicht überschritten hatte.
SösöAldÄkiM
vandalia Abgang . l 50vm d 7 0)V . 7 1)3 . 7 3)Vm :i JW . 1 16A X . 4 00 W St. Louis Spel., tägl id. St Loutö SU täglich 8 d & Capital Szprek tägl.ä... St Louis Ae tZzl Ch St L Elpreß täglich da St Louil Elpreß tägl .... $& Esfinghsm A tägl. Et L M Mail täglich... 8 10 Ct LouiS Speeial taglich g ..11 35Nm Vi ncenn eö Kairo & Vwten Expr täglich 7 ZOVm VineenneS Szpreb tägl 5 60Rm Spencer & French Lick 3c, tgl i 4531a
Lltveland, Ctnclnnati, CLxcaqo k St. Tonis ZisUVsz, 5leveland Divisieu.
Abgang American Erpreß täzlich.... 4 Z0Vm ? 8 & fd Lim täglich ö... 7 30 Clevland Accom.. .. .. ..10 45Vm ZlndersonErp 11 30Vm NSckB Lim, tag! 6 g.... 2 45Nm Ft Wayne & Slkh Ezp tägl 5 50Nm SnickttbnStt Sp täal d & 8 . . 6 55?im Toledo Sc Detroit Exp tägl. 8 80Nm St. oniß Ein, ZndpS & St 2 Erp tgl s 12 O5S3rn New Sorl Ltd tägl s 12 2053m Vl LouiS Accom.... 7 16 Sonthweftern Lim tgl ck...ll Oövm St LouiS Expre?, tägl 6 ..11 45Vm St. LouiS Ltd tägl 6 3 15Nm Tene Haute & Mat'n Aee 5 OORm American Expreß tägl. ..... 7 05Nm Ciutinnat (Zink LouSNachtervreßtgl 3 46V St LouS & Sin Rachterp tg, 4 80Bm Cincinnati NachtSpezioltgls 4 4593 Sinetnnatt Erp tag 7 30Vm Cincinnati Flyer tagl 100N Tincinnati Lim tägl 2 55Nm LcuiSville Expreß 2 55?km Cininnati Aecom 4 OONm Cine k Wäsh F 8 tg d & p 6 20R Chicago Meago AaStervreß tägl ..12 15V Chicago Nacht Special s tagl 2 20Vm Kankakee Aeeom 7 00V Chicago Fast Expreß tgl d p 11 45Vm Gvite City Special tagl dp S 20?! SzFayette Aeeom . 5 26Vm NieZigan Venton Harbor Expreß.... 7 30V Vttchigan Mail Expreß ....1130V Slkhart Aee täglich ... ö SONm
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