Indiana Tribüne, Volume 29, Number 201, Indianapolis, Marion County, 18 April 1906 — Page 5

Jnvkana Tribüne, 18 April isvs.

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Vermögen in der Backstein - Fabrikation. Wie eine Anlage von 8630 in der ZnNanapoliS Comvssite Brick Fabrik Ihnen ein Ginforamen von öio die Woche bringen kann. Was würde die Welt thun ohne Backsteine? Haben Sie je' darüber .nachgedacht? Jedermann weiß darüber. Jedermann macht Gebrauch davon in irgend einer Form in seinem täglichen Leben. Und Jedermann, der diesem Gegen stand einem Studium unterworfen, weiß mehr über die riesigen Vermögen die gemacht wurden, gemacht werden, durch die Fabrikation von Backsteinen in den Ver. Staaten. Wenn Sie ein HauS gebaut haben in den legten paar Jahren, so wissen Sie, daß der Preis von Bauholz sehr gestiegen ist durch die Verminderung deZ VorrathZ, der Gebrauch von Back steinen wurde beständig größer und größer. Vor fünf Jahren wurden neunzehn tel der HZuser in Indianapolis noch von Holz gebaut, heutzutage benutzen nicht mehr als. die Hälfte Holz und selbst in diesem Verhältniß wird Bau holz stets rarer und rarer.. Backsteine find ein stabiles Produkt.' Wir werden dieselben stets benöthigen, denn wir be dürfen immer Schutz vor Stürme und Kälte.

Um die Fabrikation von Backsteinen zu beginnen, war es stets nothwendig. einen guten Vorraty von yo an Hand zu haben, aus dem Backsteinen gemacht wurden. Und eZ qibt sehr wenig Thon in der .Umgegend von Indianapolis, eS besteh! auch keine Fabrik von irgendwelcher Wichtigkeit Innerhalb 30 Meilen von der Stadt. Aber neulich wurde eine Methode er funden, Backsteine von Sand zu ma chen, anstatt , aus Thon, und da die ersten Maschinen, welche zur Herstellung dieser Sandbacksteine benutzt wurden, kein sehr hohes Produkt lieferten, so wurden neu ersundene Maschinerien zur Herstellung derselben verwandt, die jetzt ebenso gute Backsteine liesern, Venn nicht noch besser, als dke aller besten, weiche aus Thon gemacht find. Xerneni1ir so . erfundene Backstein wird Compofite Brick genannt. Compofite Backsteine find ein Wun der. Sie find stark, dauerhaft, feuerfest, attraktiv im Ansehen und verhin dern Feuchtigkeit. Sie werden in Farben hergestellt. ES ist ein Stein. ES ist ein Baumaterial ersten RangeS, widersteht dem Zahn der Zeit und Wetter besser als Ihre Backsteine. Dke Backsteine find pefekt im Aus sehen und beim Herstellen werden faktisch keine verdorben. Dieselben benöthZgen veniger Mör tel und die Fugen find kleiner. Dieselben find härter und dauerhafter sowie feuerfester. Wasser hat auf dieselben nicht den geringsten Einfluß, auch enthalten die selben kein Salz und ziehen aus diesem Grund keine Blasen. Durch Vermischung mit CisenOxide können dieselben in beinahe irgend einer Farbe hergestellt werden. . Mit dem Alter werden ' dieselben härter. Die Indianapolis Compofite Brick wurde organifirt, um Compofite Brick in der Stadt Indianapolis- zu fadrl ziren. In dem südwestlichen Stadt, theil befindet fich ein unbegrenzter Vor rath von Rohmaterial, Sand, welcher fünfundachtzig deS Materials darstellt, das zur Herstellung der Backsteine ge braucht wird. Aus diesem Grunde werden die Unkosten zur Anfectkgung der Backsteine in dieser Stadt sehr ge ring sein, nicht mehr als 3.05 das Tausend, und da die billigsten Thon backstelne zu $7.50 das Tausend an der Baustelle abgellefirt werden, so können Sie leicht ersehen, welch' große? Profit gemacht wird. Folglich ist die? Cvm pofite Brick.Beschäft in Indianapolis ein gutes, gesundes und konservatives Geschäft zu einer Geldanlage. Die Indianapolis Compofite Brick Co. wurde inkorporlrt unter drn Gesetzen deS Staates Jndiana mit einem authorifirten Kapital von 860,000, zertheilt in 1200 Antheilen von 5O das Stück. Wegen des kleinen Grundkapitals ist eS nicht nöthig einen sehr großen Be trag zu verdienen, um gute Dividenden zu bezahlen, und wir können beweisen,daß wenn das Geschäft wächst, so daß

die Anlage, welche wir inftalliren. mit

voller Kapacität betrieben wird, Tag und Nacht gearbeitet wird, daß solche kleine Anlagen wie 630, dem In veftor ein Einkommen von $10 per Woche bringen, vorauZgesetzt natürlich, daß die gemachten Backsteine alle zu einem mäßig guien Preis verkaust werden. Wir kennen nichiö sicherer, mehr fub ftantielleS oder etwas was größere Profite abwirft, gegen ein solch geringes Rifiko, als dieses Geschäft. Die Herren, welche den Direktoren Rath der Indianapolis Kompofite Brick Co. Darstellen, zeigten ihre Zu verficht zu diesem Geschäft indem die. selben ihr Baargeld in das Geschäft stecken, sowie ihre Ersahrung und Kenntnisse. ' ES find lauter wohlbekannte erfolg reiche Geschäftsmänner von Jndiana polte und deren Ruf für Aufrichtigkeit und erfolgreiche Bestrebungen find eine Versicherung, daß dieses Unternehmen auch sehr erfolgreich durchgeführt wird. Die ActienJnhaber, obwohl sehr wohlbekannte substantielle Geschäfts Männer, find alle in verschiedenen ge schäftlichen Unternehmungen interesfirt, können als wohlhabend betrachtet wer den, find aber keine Kapitalisten und deßhalb ist Ihnen eine Gelegenheit ge boten Ihr Geld mit demjhrigen zu ver einigen und die Bortheile der großen Profite dieses Geschäftes zu theilen. Bis wir mit dem Bau der Fabrik be ginnen, das innerhalb dieses Monats noch geschehen wird, ist der Preis von $50 Antheilen nur $45 und die Zah lungen derselben können auf mehrere Monate vertheilt, werden. Die An theile werden voll eingezahlt und find nicht mit Auflagen belastbar, so daß wenn Sie einmal gezahlt, haben,' Sie nicht nochmals zu einer Zahlung ver pflichtet find, ohne Unterschied, welche Fälle auch eintreten mögen. ES wird fich für Sie lohnen, diese Sache genau zu untersuchen. Herr Wilson, Präsident der Colum bia National Bank, war . zuerst sehr skeptisch, untersuchte die Sache aber schließlich doch. Er reiste nach Rochefter und unter suchte die Compofite Brick Fabrik am Ort, welche von dem gegenwärtigen Manager der Indianapolis Compofite Brick Co. dort organifirt und erbaut wurde. Er sah, daß die Backsteine massenhaft ' hergestellt? wnrdem Die Qualität war mehr als zufriedenftel lend fUr ihn und da er die große Nch frage nach Backsteinen hier in Jndia napolis kannte, so inveftlrte er in der Indianapolis Company, indem er die limitirte Anzahl Aktien zeichnete, welche wir an eine Person verlausen. ES würde unS freuen, wenn Sie dem Herrn schreiben würden und ihn um seine Anficht in dieser Sache zu be fragen. Wenn Sie eS wünschen, so fragen Sie Herrn Lyzn B. Millilan, den größten Bautenconstructeur in Jndia napoli. über seine Anficht bezüglich der Gesellschaft, er allein verbrauchte im vergangenen Jahre sechs Millionen Backsteine; oder Herrn Carl L. Rost, den Juwelier.' Äo.'l3 Nord Illinois Straße; oder Herrn H. O. Thudium, Geschäftsführer deS Telegraph"; oder Herrn Ewald Oder von der Victor Foundry; . oder ein Dutzend Andere. Aber Sie müssen sofort handeln, wenn Sie noch Aktien zu kaufen wünschen, ehe der Preis in die Höhe geht. ES ist immer noch Zeit, eine Untersuchung zu machen, und 'wenn Sie schreiben oder vorsprechen, so werden wir Ihnen be itwilligft völlige Einzelheiten zusen den und Sie durch die Compofite. Brick Fabrik führen (durch Photographien), so daß Sie genaue Kenntniß über die Sache langen, um fich ein verftändi geS Urtheil bilden zu können. Setzen Sie fich gleich hin und schrei ben Sie uns oder sprechen Sie vor jetzt, heute! Indianapolis Compofite Brick Co.. Ro. 524527 State Life Building, Indianapolis. ,,,, Snlth-Prozeß begonnen. Der Prozeß gegen den Hotelbesitzer O. H. Smith und dessen Clerk Keller Cradb wegen FührenS eines unordent lichen HaufeS wurde Dienstag im Kri minalgerlcht begonnen. Die Auswahl der Geschworenen nahm ziemlich lange Zelt in Anspruch, erst spät am Nach mittag konnte mit den Zeugenverneh mungen begonnen werden. : Die auf das Vergehen gesetzte Strafe ist Geldstrafe von $10 bis zu $100, zu welcher je nach den Umständen Gefäng nißstrafe fcis 'gü 6 Monaten treten kann.

Komm'....

Von Eugen Stangen. O komm, laß uns den Frühling suchen, Komm leis und sacht. Tu Weißt, im Phal war bei den Buch Das Glück erwacht. , ' .Da war es aufgeblüht bor Jahren Im Frühlingswind, O denke, wie wir glücklich waren, Du wildes Kind. Und blicke nicht so traurig trübe, So hoffnungslccr. 0 glaub' cs nur, getrennte Liebe Hat Wiederkehr. Komm' komm' laß unS den Frühling su eben, - Komm schnell und - sacht,Schon geht ein Rauschen durch die Vu chen, Tcr Lenz erwacht! Tie letzten müden Wintcrflocke'n, Tic schmelzen fort. Ich höre sckon die Amsel locken Zum Friedcnsport. Die ersten dunkeln Veilchen blühen ?lm Silbcrbach, Und flammend schreibt das Sonnenglü hen: Erwach' erwach' l" Sieh, wie sie winken dort, die Buchen; Zurück zurück!" Komm, laß uns das Vcrlar'ne suchen Den Lenz, das Glück! ?ie Hoffnung seiner Zugend. Skizze von Julius Knopf. Seit zwei Monaten bereits harrte der Schriftsteller Hans Borkert auf den Bescheid des renommirten Theaterverlegers, dem er seine dreiaktige Comödie Der Delirant" eingereicht hatte. Der Delirant" mußte seinen Weg machen, ihm zu Ruhm und da mit zu dem ersehnten Mammon ver .helfen. In diesem Theaterstück lag die Hoffnung seiner Jugend., Schlug sie fehl, dann durfte er sich-begraben lassen. Zur Einäscherung seines beleibten Korpus langte der Mammon nicht. Endlich kam der heißersehnte Brief von dem Manne, in dessen Hände er sein Schicksal gegeben. Nur wenige Zeilen, aber sie ließen seine Hoffnung sturmesgleich anschwellen. Der große Mann bat ihn nämlich um seinen Besuch. ' - Hans Borkert fuhr schleunigst in seinen Gehrock und fauste hin zu .dem Agenten. Was konnte der anders wollen, als mit ihm conferiren, welcher Bühne das Opus zu übergeben sei, dem Deutschen Theater, dem Les sing-Theater oder dem SchauspielHaus. ' !. Nun saß der junge Schriftsteller dem Agenten gegenüber, der ihm 'den Rauch aus seiner Havanna in's Gesicht blies, ihm zwar keine Cigarre anbot, aber dafür mit einem gewissen wohlwollenden Interesse in's geistvolle 'Dichterantlitz blickte. Endlich brach der reiche Mann das räthselhafte Schweigen. Er nahm das dickleibige Manuskript, blätterte darin und sagte: Hm, das Stück nicht so übel. Talent, entschieden Talent. Herr ... wie - heißen Sie doch?" - ' Borkert, Hans Borkert." 'unterrichtete ihn der beglückte Autor. Schön, sehr schön, kein aufregender Name. Also Ihr Stück hm -Technik miserabel, unbeholfen, an fängerhaft. Die Figuren Personen haben Sie nicht geschaffen kommen und gehen, wie die aufgezogenen Drahtpuppen, Herr " . Borkert ergänzte der erstarrte Autor, dessen Hochgefühl dahinschmolz wie Butter in der Sonne. . Äorkert, ja hm aber sonst es liegt was drin in dem Stück, so'n bischen genialer Schmiß. Vielleicht findet sich ein Unglückswurm von Direktor, der es aufführt. Ich werde Ihnen mal was sagen, Herr Borkert. man kcnnt'.es damit versuchen. Sie brauchen doch Geld?" Der Schriftsteller beeilte sich, diese höchst überflüssige Frage zu bejahen. Der Agent fuhr fort: Ich mache mir ein Vergnügen daraus, jungen Autoren unter die Arme zu greifen. Sehen Sie, es ist sehr fraglich, ob ich das Ding hier" er wies auf das Manuskript, und Borkert war tief ge-knickt-über diese despektikliche Bezeichnung ob ich das Ding einem Theaterdirektor werde andrehen können. Aber das Stück interessirt mich. kurz und gut, wollen Sie mir's mit allen Rechten verkaufen? Wieviel verlangen Sie dafür?" Der Schriftsteller überlegte. Vesser, den berühmten Sperling in der Hand, als die unzuverlässige Taube auf dem Dache. Und schließlich baar Geld lacht. Und wenn das Stück vom Agenten placirt wurde, so hatte er auf einmal einen Namen und damit die Gewähr, neue Werke, deren er ja noch einen ganzen Haufen schreiben konnte, selber leicht unterzubringen. Darum sagte er nach kurzem Entschluß: Gut, ich will Ihnen das Stück verkaufen. Wieviel glauben Sie anlegen zu rönnen?" Dreihundert Mark,", war die prompte Antwort. Des Dichters Herz hüpfte vor Freude. Das war ja für ihn ein gro ßes Kapital, davon konnte er ganz gut drei Monate leben und sich noch ein Paar neue Stiefel leisten, deren er dringend bedürfte. 1 ' So kam der Handel zustande. Hans Borkert verkaufte die Hoffnung seiner Lugend für schmähliche' dreihundert

deutsche Reichsmark, die ihm sofort

ausgezahlt und von ihm freudestrah lend eingestrichen wurden. Es stellt: sich heraus, daß der Schriftsteller dabei das bessere Ge. schäft gemacht hatte und der Agent der Hineingefallene war, denn es gelang diesem nicht, einen Bühnenleiter zur Aufführung . dec Comödie zu bewegen. - Jahre waren, darüber vergangen. Hans Borkert focht den grimmen Kampf um's tägliche Brot energisch und zielbewußt und reiste darüber ZUM Manne, ohne daß es ihm 'dabei gelungen war, eine feste.' gesicherte Position zu erringen. Da kam ihm der Zufall zu Hilfe und warf ihm zwei Glücksfälle auf einmal in den Schoß. Eine große Zeitung erwarb für ein schönes Stück Geld einen Roman aus seiner Feder, und des ferneren .oar feine Tante Agnes gestorben, und die alte Jungfrau hatte ihn zum Erben ihres nicht unbeträchtlichen Vermögens eingesetzt. Hans Borkert frohlockte. Nun war er heraus aus der Mifere. brauchte er nicht mehr Sklave des Geldes zu sein, war er dessen Herr. Die alte Neigung wucherte wieder machtvoll in ihm auf. die Liebe zum Theater. Büh nenleiter zu werden, das war von jeher sein brennender Wunsch gewesen; nun stand der Verwirklichung nichts mehr im Wege. Und das Theater winkte und lockte und schmeichelte: Komm und nimm mich; ich werd: dich nicht enttäuschen. Befriedigung und Zufriedenheit werd ich dir bieten." Nicht lange widerstand Hans Vorkert der Verführung; schon bald, nachdem er die Erbschaft angetreten, war er wohlbestallter Direktor einer mittleren Provinzbllhne. Das Glück blieb ihm treu: er leitete sein Theater. verständig und mit Geschmack, und so konnte es nicht ausbleiben, daß in der kunstlieöenden Stadt sein Streben von Erfolg gekrönt war. Die erste Saison ging vorüber; nun fuhr er nach Berlin, um für den kommende Winter neue Stücke zu erwerben. Neue Stücke! Wie eine 'Erleuchtung kam es über ihn: warum sollte' er nicht sein Jugendwerk aufführen, seine dreiaktige Comödie Der Delirant", an die er einstmals so viel Hoffnungen geknüpft, die jetzt, da er nüchterner uttheilte. sah er's ein mit diesem Stück niemals hätten in Erfüllung gehen können. Sein geschärfter Thea erblick belehrte ihn. daß v diese rein literarisch gehaltene Comödie nie und nimmer des Publikums Gunst finden konnte. Aber immerhin, eine einmalige Aufführung konnte er sich schließlich leisten. Es war nicht zu viel riskirt. Ex. ging zu dem Agenten. Liebenswürdig, beinahe devot empfing dieser den Herrn Direktor. Man conferirte über' neue Theaterstücke, bis Borkert endlich beiläufig hinwarf: Lieber Freund, Sie besitzen da noch eine Comödie. die ich als Anfänger verbrochen habe." Der Agent schmunzelte. 'Gewiß ' Der Delirant." Ich habe das Werk damals von Ihnen gekauft." Ich möchte mein Stück aufführen. Würden Sie mir's überlassen?" Der Agent nahm seinen Vortheil wahr, seine Zeit war. gekommen. Gern, gegen Vorausbezahlung von sechshundert Mark Garantie und ein Fixum von fünfzig Mark pro Abend." Borkert war einfach paff. Herr, Sie scherzen! Das Stück taugt nichts." Es ist von Ihnen. Herr Direktor." Der Verleger machte eine tiefe Verbeugung. Ich meine, es bringt nichts," corrigirte sich der Theaterleiter, es ist rein literarisch, macht nichts beim großen Publikum." Der Agent blieb steif. Man kann nie wissen, es geschehen auch heutzutage noch Wunder, wenigstens beim Theater.". . Da erhob sich Hans Borkert entrüstet und verabschiedete sich kurz; denn so viel war ihm sein Stück nicht werth. Und die Hoffnung seiner Jugend blieb unausgeführt für ewige Zeiten, zum Heile seiner Mitmenschen und seines Geldbeutels. Theater -Glosse. Wenn der Verfasser eines Stückes verächtlich sagt:Jch pfeif' auf das Publikum" dann hat gewiß, vorher schon das Publikum gepfiffen. 'Im Eifer. Bürgermeister: Der Kerl sieht sonst ganz genau so aus, wie der, auf dessen Ergreifung die 500 Mark gesetzt sind. . . nur die Schnittwunde im Gesicht fehlt!" Polizeidiener: Wenn 'n der Bader vielleicht noch rasiren thät'...?!" Nachhilfe. Herr Kammerzienrath, der Kassirer ist mit Ihrer Frau durchgebrannt!... Geld hat er aber nicht mitgenommen!" Was? Besteigen Sie schnell mein Automobil, holen Sie die Flüchtlinge ein und geben Sie ihnen zehntausend .Tahler sonst kommt meine Frau nächste Woche wieder zurücke - NettesFamilienleben. Hast Du viel zu thun?" Ach, schrecklich abgehetzt! Mittags hab' ich gerade immer nur Zeit, daß ich das Essen hinunterschlinge, meiner Frau einen Kuß . geb' und meine drei Kinder durchhau' dann muß ick wieder in's Gelckäkl."

vM Auslaute.

In einem Dorfe des nördlichen Japan,' Jmabetsumura, in der Nähe von Aomori,. wollte sich eine Zunge Braut, begleitet von ihren Verwandten, in das Haus ihres Verlobten begeben, wo die Trauung' stattfinden sollte. Unterwegs wurden die Leute von eirem heftigen Schneesturm überfallen. Man fand die ganze Jairiilie und das Hochzeitsgefolge mehrere Tage später im tiefen Schnee, sämmtlich erfroren. Aus der Haft entlassen wurde in Stendorf. Prob. SchleswigHolstein, der Arbeiter Heinrich Lamken, der seinen freund, den Arbeiter Diedrich Jachens, erschossen hatte. Lamken wohnte bei Jachens, mit dem er eng befreundet war. Eines Sonn tags hatten sie gemeinschaftlich ein 2L ter Schnaps und ein Liter Rum getrunken. Am Abend schmeckte Lamken das Essen nicht, und als Jachens sagte, dann müsse er sich etwas anderes holen lassen, holte Lamken 'eine Pistole aus seiner Kammer und erschoß seinen Freund. Er legte sich dann ruhig zu Bett und schlief bis zu seiner Verhaftung. Am nächsten Tage konnte er sich auf keines der Ereignisse mehr besinnen,, und jetzt ist er außer' Verfolgung gesetzt worden, da das Gericht annahm, daß er sich im Rauschzustande, d. h. in einem vorübergehenden Zustande von krankhafter Störung seiner Geistesthätigkeit befunden habe, durch welche seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen war. - Einer der originellsten Vereine Berlins, die Fröhliche Nagelrunde", deren Stammlokal sich im Aüsschank der Versuchs- undLehrbrauerei, Elsasser Straße 31, befand, hat sich, nach dem Ableben des Vereinswirthes Götze, der die Seele der yanzen Organisation war, aufgelöst. Das Wahrzeichen der Nagelrunde war der altberühmte Nageltisch, in dessen Eichenholzplatte jede Runde" der feucht-fröhlichen Gesellen, durch das Einschlagen eines Nagels mit einem blitzblanken Messingwops .verewigt wurde. , Die Nägel wurden nicht etwa nach Belieben eingeschlagen sondern nach einem bestimmten Plane, so daß die -Platte, deren Werth noch durch festnagelte Gold- und Silbermünzen aus aller Herren . Ländern erhöht wurde, regelrechte Ornamente, Figuren usw. zeigte. Von jeder Runde wurden 10 Pfg. Armensteuer" an eine Wohlthätigkeitskasse abgeliefert. Mit der Fröhlichen Nagelrunde" ist eine Pflegestätte . Altberliner Humors vom Erdboden verschwunden. Ueber eeinen Bergsturz an der Moselbahn wird berichtet: Zwischen Hatzenport und Cochem löste sich jüngst ein ganz gewaltiger Felsblock von den Bergen des Moselgelandes und stürzte unter Donnergepolter nieder. - Der, Felsblock zerriß die mehrere Meter hohe hölzrne Schutzwand wie Papier, zerbrach einen drei Meter hohen und zwei Meter breiten SteinPfeiler als ob es ein Holzpfahl gewesen wäre, . verbog die Schienen des Bahndammes und stürzte, einen Theil des Bahnoberbaues mit sich reißend, in die hochgehende Mosel. Dies geschah etwa eine Viertelstunde vor Eintreffen des fälligen Güterzuges. drei Viertelstunden später sollte derSchnellzug Paris Kassel die Strecke durchfahren. Durch die Umsicht des Streckenwärters konnte der Güterzug zum Halten gebracht werden, und dank dem vorzüglich geschulten Eisenbahnpersonal gelang es, den Schnellzug schon nach einer Stunde, durchzulassen. Hätte, der Felsblock einen vorZbeifahrenden Zug getroffen, wäre dieser ohne Zweifel entgleist, und einige Wagen wären sicher in die Mosel gestürzt. - ' . - ' Das Opfer spanischer Schatzschwindler ist ein Hotelbesitzer zu Mühlheim a. Rh. geworden, und er betrauert heute den Verlust von 5000 M. Vor einiger Zeit erhielt er einSchreiben von dem früheren Bankier" Sassini aus einem Madrider Gefängniß, worin dieser ihm schreibt, er habe bei seinem Bankerott 800.000 Francs gerettet, die sich in einem Kofser auf dem Bahnhofe in Lyon befänden. Der Gepäckschein aber sei in einer vom spanischen Gerichte bcschlagnahmten Handtasche, zusammen mit einem Check über 25,000 Fr. Gegen Zahlung von 10.000 Fr. an einen Gerichtsdiener und der Gerichtskosten in Höhe von 4200 Fr. werde die Handtasche ausgeliefert werden. Der Hotelbesitzer solle ein Viertel der 800.000 Fr. erhalten. Er biß auf diese Lockspeise an und sandte zwei Arbeiter. von denen einer spanisch spricht, nach Madrid, mit 5000 Fr. in der Tasche, nachdem er ihnen ,10,000 Fr. für die Reise und außerdem nach BeHebung des Schatzes 40,000 Fr. versprechen hatte. Sie lamen glücklich in Madrid an, zahlten die Gerichtskosten und erhielten die Handtasche. Den Check ließen .sie dem angeblichen Gerichtsdiener, damit er seine 10,000 Francs erhebe und den Rest dem Hotelbesitzer sende. Dann dampften sie nach Lyon, um dort zu erfahren, daß sie, wie schon viele vor ihnen, dupirt worden feien. Nach Mülheim zurückgekehrt, forderten sie die 10,000 Fr., und einer von ihnen wollte sogar den Hotelbesitzer verklagen, wurde aber mit seinem - Gesuch-um das Armenrecht vom Gericht abgewiesen, da derRecdtsßreit aussichtslos sUn würde.' ' '

Tie Köchin Ui Astronomen.

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Bitt' schön, Herr Professor, waö soll ich -Ihnen denn zur heutigen Mondfinsterniß kochen?" - Aus dem Gerichtssaal. Sie bestreiten es, Teilnehmer an dem Einbruchdiebstahl zu sein?" Jawohl... Ich bin von dem Herrn Ede nur als Sachverständiger bei der AusWahl der Werthpapiere zugezogen worden!" Im Eifer. ... Gnädiges. Fräulein haben noch Husten! . . . Genirt Sie vielleicht der Rauch meiner, Cigarre?!" ' Begründete Ablehnung. Angeklagter (Weinpanscher): Ich lebne jenen Herrn Schöffen dort ab!" Ämtsrichter: Warum?" Angeklagter (auf die rothe Nase des Schöffen weisend): Sein Aussehen läßt ihn befangen erscheinen!" Der Faittag. Na, hör'n S', Frau Nachbarin, wie die Fisch' wieder rheuer sind; da muß man ja zuerst di Tag' hungern, bevor man . sich an' Fasttag gönnen kann." Im Heirat'hsbureau. Herr: Sie schreiben mir in einem eingeschriebenen Briefe, Sie hätten für mich eine reiche, . junge und schöne Braut gefunden; ich unterbreche darauf eine Badekur, eile herbei und finde, daß Ihre Schönheit" ein ganz häßliches Frauenzimmer ist!" Heiratsvermittler: O, das scheint nur so! Aus entsprechender Entfernung betrachtet, sieht die Dame sehr nett aus!" Herr (wüthend): Ja, glauben Sie vielleicht, ich steige jidesmal erst auf den Münsterthurm, wenn ich meine Frau schön finden will?" Selbstverständlich. Kriegen S' noch a' Maß, Herr Wamperl?" Sie, werden S' net beleidigend!!"

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Ballgespräch. Herr: Meine Wiege stand an der Donau!" Dame: O wie unvorsichtig!" Standesunt?rschied. Dame: Also Sie meinen, Herr Professor, daß der Mensch in's Thierreich gehört?" ' Arzt: Das unterliegt keinem Zweifel." Dame: Demnach sind Sie und derThierarztCollegen." Arzt: Da muß ich schon bitten, meine Gnädigste, so weit sind wir doch noch nicht." - .. . . . . . - '