Indiana Tribüne, Volume 29, Number 201, Indianapolis, Marion County, 18 April 1906 — Page 1

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chreckliches

Ueber 1Ö0Ö Menschenleben ver öoren.

Feuer bedroht die Stadt San Francisco.

Ullermefzlicher Schaden an Gebäuden.

- San Francisco. 13. April., Heute Morgen um 5:13 Uhr wurde San Francisco von einem schrecklichen Erdbeben heimgesucht. Der GeschüftZ theil der Stadt zwischen Market und Mission Straße wurde innerhalb 3 Minuten durch einen Erdstoß vollftän dig z?rstört. Die Stadthalle, das Eall und Examiner.Gebäude, die großen De. pzrtement.Geschärfe. daS obern Ge bäude sowie diejenigen der Poftal.Tele graph Co. und der Affocikrten Presse und viele Hotels liegen in Trümmern. Sämmtliche Telegraphen und Tele phon-Leitungen find zerstört und die Wasserwerke find so stark beschädigt, daß die Feuerwehr dem gleich nach dem Erdbeben an vielen Stellen der Stadt ausgebrochenen- Feuer machttos ge genüber stlht; wenig oder gar kein Was ser ist für die Löfcharbeiten zu erlan gen. Viele Gebäude mußten durch Dy namit gesprengt werden, um ein weite reö Umsichgreifen der Flammen zu ver hindern. n dem Refidenztheil der Stadt wurde der Erdstoß . nicht so stark ver spürt, doch ist kein HauS in der ganzen Stadt, welches nicht mehr oder minder stark beschädigt wäre. Großer Verlust an M e n s ch e n l e b e n. Nach einer oberflächlichen Schätzung büßten über Tausend Menschen ihr Le den bei dem Erdbeben ein. Um 7 Uhr, nachdem dem ersten Stoß mehrere kleinere gefolgt waren, wurden die Retiungsarbeiten begonnen. Der Schrecken der Bevölkerung war so groß, daß diese Arbeiten zuerst völlig Plan loZ betrieben wurden. Dutzende von Leichen wurden aus den Trümmern gehott un? später von den Polizei'Mann schaften hinweg geschafft. In der Mar ket Straße allein sollen Hunderte ge tödtetsein; aus dem RefidenzD!ftritt wurden biZ jetzt keine tödtlichen Un fülle berichtet. Der Verlust an Menschenleben würde ungleich größer gewesen sein, wäre die Katastrophe einige Stunden später ein Bericht des Stadt-ChmikerS H. E. Barnard. '"Der Stadt'Chemiker H. E. Barnard hat über seine Thätigkeit der letzten sechs Monate im chemischen Laborato iiun der Staatlichen Gesundheitö Behörde einen Bericht ausgearbeitet, welcher folgendes Ergebniß zeigt. Von 2393 Proben von Nahrungsmitteln und Droguen, welche auf ihre Reinheit untersucht wurden, waren 995 rein, während 1403 gefälscht waren. Der Prozentsatz der Verfälschungen war 59.47. Während des Monats März allein wurden 56 Proben von Melasse, 31 von Honig, 40 von verschiedenen Nah rungSmitteln und 221 von Droguen untersucht, von diesen waren 65 pCt. rein, 30 PCt. gefälscht, von den Dro guen dagegen waren'32 pCt. rein, und 62 PCt. gesülscht. Von 272 Proben von Wager auö 'allen Gegenden deS Staates wurden 125 :für TrinZvasser unbrauchbar er klärt. Viele von diesen waren geradezu gesundheitsschädlich.

Erdbeben.

getreten, zu einer Zeit also, aU das Ge schäftsleben in vollem Ganze wir.. Die in dem zerstörten Distrikt be Endlichen großen Hotel Palace" und St. Francis stehen zwar noch, doch konnte noch nicht festgestellt werden, bis zu welchem Grade ste beschädigt stnd. Das Lies HauS" ist stark beschädigt, doch ist Niemand in dem Gebäudf getödtet worden. Srft um 9:40 Uhr erhielt die Postal. Telegraph Co. die ersten spärlichen Nachrichtenüber die Katastrophe; die Verbindung war jedoch nach kurzer Zelt wieder unterbrochen. Nähere Nach, richten wurden auf dem Umwege über Ashford und L oS Angeles erlangt. Unermeßlicher m a t e r i e l ler Schaden. Wie groß der Schaden an Gebäuden und deren Einrichtung ist, läßt vor läufig noch gar nicht ermessen. Die Stadthalle allein erforderte bei ihrem Bau einen Kostenaufwand von nahezu S7.000.000. Die größten Verluste ereigneten stch in der Drumm, DaviS, Frank, Battery, Samfen.Montgomery, tteerney, Spear. Maln, Beale und Fre mont Straße. Das Erdbeben wurde südlich bis Santa Barbara verspürt; LoS Angeles blieb unberührt. .DaS Pacific.ttabel wurde zwar nicht beschädigt, doch konnte von' elektrischen ttraftStationen nicht genügend starker Strom erlangt wer den, um die Kommunikation mit der Außenwelt aufrecht zu erhalten. Der Sakramento.Fluß bahnte sich ein neues Bett durch einen Theil der Stadt nahe der Bay. Von Sakraments, wo ebenfalls be trächtlkcher Schaden angerichtet wurde, kommt die Nachricht, daß zwischen Srn san und Benelea da? EisenbahN'Geleise auf eine Strecke von drei Meilen in den Erdboden versank; in Pleasanton ge riethen mehrere EisenbahnWagen aus dem Hauptgeleise in Brand und stör ten den Verkehr. Auch hier wurden alle TelegrapheN'Leiiungen unterbro chen, sodaß eS der Western Union Tele graph Co. unmöglich war, nähere Ein zelheiten in Erfahrung zu bringen. Ein Bielgesnchter. Vor einigen Tagen wurde von der Polizei ein angeblicher Geschäftsreisen. der, V. V. Higbee, verhaftet, welcher im Grand-Hotel versucht hatte, einen Check über $17.6 in Zahlung zu ge den. Obgleich eigentlich keine Beweise vorlagen, daß der Check werthloS war, unterwarfen die Geheimpolizisten den Verdächtigen einem scharfen ttreuzver hör. bei welchem Higbee schließlich zu gestand, in Ckncinnati, LouiSville, MemphiS, DallaS, Danville und cm, deren Orten Checkfülschungen begangen zu haben. Die Behörden in den ge nannten Städten wurden benachrichtigt und von den meisten kamen Antworten, daß Higbee von ihnen gesucht würde, um ihn wegen Fälschung zur Verant wortunL , zu ' ziehen. Durch die Ber. tllllon Messungen wurde Htgbee'S Identität zweifellos festgestellt, und als ein Polizei Beamter von Cincinnati hier erschien, wurde er demselben zum Rück.TranSport nach dort übergeben. ; .'ET Raucht die Tisji I Mingo." '

Aus den Gerichten.

Superiorgericht. Der Scheidungsprozeß von Storie Green gegen ihren Gatten Stewart reen wurde zu Gunsten der Klägerin entschieden. Kreisgericht. Die Scheidungsklage von Monroe A. Nagle gegen seine Gattin Anna E. Nagle wnrde zu Gunsten des KlügcrS entschieden. Schadenersatzklage.' Oval T. Duvall verklagte John L. Duvall auf $300 Schadenersatz. Der Verklagte soll widerrechtlichen Besitz von Eigenthum des Klägers im Werthe von $150 genommen und Wechsel im Betrage von $2000 an sich gebracht haben, wodurch der Klüger einen Scha den von der obererwähnten Summe litten hat. Scheidungsklagen. Solomon D. Freije strengte gegen seine Gattin Julia Frtije eine Klügc auf Scheidung an. Die Ehe urde am 23. Januar 1900 geschlossen un die Eheleute lebten bis zum 24. Nov. 1905 als Mann und Frau zusammen. Böswilliges Verlassen und Ehebruch mit einem gewissen Harry Velle soll der Grund seiner Klage sein. Leonard Christ strengte gegen seine Gattin Lizzie Christ eine Klage auf Scheidung an. Der Chebund wurde im August 1900 geschloffen und die Eheleute trennten sich am 22. März 1904. Er begründet seine Klage auf böswilliges Verlassen von Seiten seiner Frau. Emma F. HollingSworth verklagte ihren Gatten William Henry Höflings worth auf Scheidung. Sie verhei. ratheten sich am 30. April 1904 und trennten sich am 15. August 1904. Trunkenheit ist der Grund ihrer Klage. Sie wünscht ihren Mädchennamen Emma F. Cavineß wieder führen zu dürfen. Anna Dennett strengte gegen ihren Gatten William H. Dennett eine Klage auf Scheidung an.. Die Ehe wurde am 27. Febr. 1891 geschlossen und die Verehelichten lebten bis zum 23. Juli 1903 als Mann und Frau zusammen. Aus dieser Ehe ist ein Kind entsprossen. Sie begründet ihre Klage auf grausame Behandlung und Trunkenheit von Sei ten des Mannes. Sie fordert die Ob Hut des Kindes. Wurden begnadigt. Gouverneur Hanly hat dem wegen Kleinditbgahls zur Verbüßung seiner Strafe in dem Gefängniß von Lake County besindlichen Otto Doebler die Freiheit geschenkt. Doebler ist erkrankt und der längere Ausenthalt im Ge fängniß mit Gefahr für sein Leben ver. knüpft. Auf Empfehlung der BegnadigungZ. Behörde wurde Orlie Coftln, der we gen TodtschlagS . Versuchs ZU einer Zuchthausstrafe von zwei zu vierzehn Jahren verurthellt war, unter der Be dingung, daß er schlechte Gesellschaft meidet, sich berauschender Getränke ent hält und keine Waffen trügt, aus dem Zuchthause in Michigan City entlassen. Costin war am 9. Mürz 1905 verur. theilt worden. Preiserhöhung des Kanals ans 1225,000. In Folge des Streiks der Gruben arbeiter und der Preiserhöhung der Cemmtfabrikamen hat der Stadt In genieur, .Blaiue Miller, dsn Kostenan schlag des West Indianapolis Kanals vbn 8170,000 auf'L225,000 erhöht. Die Behörde hat kürzlich um Angebote für die Konstruktion des Kanals gebe ten, jedoch kein Bauunternehmen will die Arbeit übernehmen. Die Behörde wird mit den Bewohnern von West In dianapoliS am 2. Mai eine Berathung betreffs der Preiserhöhung abhalten.' YHsuwrnen und Daü Cociaitt Turnverein Orettsa, den 27..clpril.

Ans dem Bericht des östlichen StaatS-Zrren-AshlS. . i : Der Bericht des Superintendenten des Eastern Jndiana Hospital for the Jnsane" für das Jahr 1905 zeigt, daß am 31. Oktober 1905, am Schlüsse des Geschäftsjahres, 759 Patienten sich in der Anstalt befanden gegen 722 am 31. October 1904. Im Laufe des Jahres warben 445 Kranke neu aufgenommen, 81 wurden entlassen und 47 starben. Die Unterhaltungskosten der Kran ken betrugen ver Kopf S177.53; die GesammtauSgaben während deS JahreS betrugen S125.856.63. Mehr als hundert Kranke befinden stch auf der Warteliste, können jedoch wegen Mangels an Raum nicht aufge nommen werden; die von der letzten Legislatur für die Anstalt bewilligten Gelder reichten für irgend welche An bauten nicht aus.

Polizeiliches. GeorgeBrady, 31 Jahre, von Illinois un John CarrutherS, 23 Jahre alt, 1806 Brighton Beach, wur den gestern von den Detektivs Kurtz und Dugsn, Gerber und 2at) dingfest gemacht, weil man in ihnen gefährliche Wegelagerer vermuthete. Sie wurden unter eine Bürgschaft von $500 ge stellt, um sie für ein Verhör feftzu halten. DerNeger Charles Stewart, 41 Jahre alt, 614 Weft ll.Straße, wurde gestern von den Beamten Hsnlon und Henry mit einem Schießeisen abgefaßt und prompt eingesperrt. John MGroth. 40 Jahre alt, 28 South State Straße, spielte sich gestern als Detektiv aus, und erlangte unter dieser Marke in verschiedenen Wirth, schaften Getränke. Die Polizisten Johnston und Raider legten Zihm das Handwerk, indem sie ihn nach Nummer Sicher brachzen. D e r 21. jährige Charles DaviS, 1716 Nord Arsenal Avenue trieb sich ziellos auf der Straße herum und wurde prompt .von dem Beamten Trimpe eingesteckt. D i e Italiener Pat Wetivna. 32 Jahre, Mike Reddi 22 Jahre Vito Loverdi, 21 Jahre alt, 746 Oft Market Straße und Frank Dolli von Danville, Ind., hatten sich gestern einen Affen gekauft, und fingen in ihrem betrunkenen Zustands eine Schlügerei an. Loverdi zog ' nach italienischer Weise sein Messer und brachte einem seiner Landsleute eine Schnittmunde am Kopfe bei. Die Radler Shine und Mullin stellten die Ruhe wieder her und brachten die Ruhestörer in die Polkzeiftation. Die D e t e c t i V L Kurtz und Dugannahmen gestern Geo. Master son, 22 Jahre alt, von Cleveland, Ohiö, in Haft, weil er sich in'verdäch tiger Weife auf der Straße herumtrieb. Derselbe wurde unter eine Bürgschaft von $500 gestellt. JameS P a v e y, 26 Jahre alt, 2422 Cornell Ave., wurde gestern von den Polizisten Trimpe und Burk als verdächtige Person hinter Schloß und Riegel gebracht. Er wurde unter eine Bürgschaft von $500 gestellt, um ihn für ein gerichtliches Verhör festzuhalten. EO Die größte und passendsteAuöwahl von Schnitt blumen und SlutnenstSSeu für alle freudigen und trau eigen Ereignisse. Wir find jederzeit gern bereit bei der Auswahl behülflich zu Nin. Bertermann VroS. So. 241 ZlaQ. Qve. Tel. 840 ,D e r General'Cxekutiv'Board der United Brotherhood of CarpenterS and JoinerS" ist gegenwärtig zu feiner gelmäßigen ViertelZahreS'Sitzung im nationalen Hauptquartier versammelt. Die Germania Loge No. 1. I. O. K. P. (deutsche Frauenloge), veranstaltet am kommenden Donnere tag. Nachmittags 2 Uhr, für ihre Mit. glleder und deren Freunde in der Süd fette Turnhalle eine Euchre und Lotto Partie... . -:. - - - :

Nachrichten aus Jndiana.

B r a z i l, 17. April. Die Stadt wird die Vandalia Bahn zu zwingen versuchen, an Stelle des für gemein schädlich erachteten alten Bahnhofs einen neuen zu bauen und der Terre Haute Traction & Light Company soll verboten werden, Fracht an Main Str. abzuladen, so daß sie ein FrachthauS zu erbauen haben wird. LoganSport, 17. April. Der neunjährige Leo HayeS, dessen Angehörige in DallaS, Texas, wohnen, ent lief aus dem Hause des Rev. Vater McDonald in Chicago und wurde hier auf einem Zuge der Pan HandleBahn festgenommen und nach Chicago zurück gebracht. Der Junge gab an, daß er von Chicago weggelaufen wäre, weil er nicht Priester werden wollte. Er hatte den Zug bestiegen in dem Glau den, derselbe würde ihn in - seine Hei math bringen. E v a n S v l l l e, 17. April. Capt. Alfred Ribeyre, der .Kornkönig von New Harmony, verlor durch das Hochwasser in diesem Frühjahr die AuSsaat auf 1200 Acker mit Weizen bestellten Landes. -Sobald der Boden wieder die Bearbeitung zuläßt, soll wie der gepflügt und an Stelle des Weizens Korn gepflanzt werden. C a y u g a, 17. April. Edward Lovett, welcher sich auf. der Reise von St. LouiS nach DelphoS, Ohio, de fand, sprang von einem in voller Fahrt befindlichen Personenzuge der Clover Leaf Eisenbahn und entkam merkwürdiger Weise unverletzt. Er gab nachher an, daß ihn Jemand im Zuge hätte berauben wollen und er sich durch den Sprung hätte retten müssen. Lovett war anständig gekleidet und war nüchtern; die Aerzte können sich sein seltsames Benehmen nicht.erklüren.' T e r r e Ha u t e, 17. April. Der professionelle Spieler Wade Duncan erschien heute im Kreisgericht und be kannte sich schuldig, SpielauSftattungen gehalten zu haben. Infolge des Schuld Bekenntnisses legte ihm der Kreisrichter die zulässig leichteste Strafe von S5 auf.. DaS Ge fetz befiehlt dem Richter in einem so! chen Falle den Sheriff von dem Schuld bekenntnisse zu informiren und der Sheriff muß sofort alle Paraphernalien zerstören. Der Sheriff setzte die Zelt der Zer störung auf heute Nachmittag um 2 Uhr fest. Das Glücksrad, welche allein einen Werth von 3500 reprüfen tlrt, und die zahlreichen großen, schwe ren und kostbaren Tische und sonstigen Vorrichtungen wurden in den Hof des StadtgebüudeSZ gebracht, auf einen Haufen gelegt, mit Kohlenöl begqjsen angezündet? Um 3 Uhr war Eigen thum im Werthe S1000 zerstört. Dem Gesetze war Genüge geleistet. Damit ist auch Wade DuncanS Carriere als Gümdler vlrnichtet. . Bedford, 17. April. Gestern Abend fanden in Oolitic Straßenun ruhen statt und für eine Zelt lang hatte eL den Anschein, als ob das Leben und das Eigenthum des städtischen An klägerS unddeS Stadt'MarschallS in Gefahr wären. .Im Hause deS An walts Harry France starb ein unbe kannte? Mann und France ließ die Leiche in die Stadthalle schaffen. Seine dabei gezeigte Gefühllosigkeit rief eine starke Verstimmung gegen' ihn hervor, die In offenen Gehässigkeiten zum Aus druch gelangte als der Marschall Sut ton einen betrunkenen StelnbrchuAr beiter verhaften wollte und demselben eine recht rohe Behandlung zu Theil werden ließ; dem Arbeiter wurde die eine Kinnlade gebrochen. Die Wuth'dlö sich schnell ansammeln den Publikums richtete sich nun gegen France und Sutton uud nur die An kunft des schnell herbeigerufenen She riffS und seiner DeputyS verhütete Ge walttbätigkeiten. . In der Zwischenzeit waren die Stadtbehörden zusammen gekommen und entsetzten Sutton seines Amtes. France erhielt von der erreg ten Bevölkerung unter Drohungen die Anweisung, innerhalb 24 Stunden den Ort zu verlagm. : ' V ; i.

Stahl für den Automobilbau. Vesonvire Tlnsprnche an die Güte tti Tla tetial-2tt deutsÄe Ltahl. Ein neues großes Absatzgebiet hat sich dem Stahllicferanten durch den Automobilbau erschlossen. Tiefe besonders in Frankreich in schneller EntWicklung begriffene Industrie erfordert wegen der hohen Ansprüche, die an sämmtliche Theile der Fahrzeuge gestelljrerden, ein ganz besonderes Materiaz. Besonders wichtig ist die Herstellung kräftiger Wagenachsen. Beim schnellen Dahinfahren über die rauhe Straßenfläche sind sie tausend Erschütterungen ausgesetzt. Sie erzittern in dauernden Schwingungen. Ein hartes Material würde bald zerstört werden und Martinstahl sich in der Struktur verändern oder bei der geringsten Verletzung seiner Oberfläche brechen. Das muß natürlich vermieden werden. Die Achsen sollen nach jedem, auch dem stärksten Stoße wieder zurückfedern, dürfen, sich nicht krumm biegen oder brechen, selbst nicht wenn der Wagen in scharfer Fahrt auf ein plötzliches Hinderniß stößt. Hohe Ansprüche sind ferner zu stellen an die Längs- und Querträger des Rahmens mit ihren mannigfachen Formen, an die Steuerungsgestange, an die in der Verbrennungshitze der Explosionsgase schnell auf und niedertanzenden Ventile und zahlreiche andere Theile. Nun kommt gerade beim Bau von Automobilen die strenge Forderung hinzu, mit äußersier Festigkeit geringstes Gewicht zu verbinden. Man kann nicht, wie im stationären Maschinenbau, mit einer zwei- bis vierfachen Sicherheit rechnen durch kräftige Dimensionirung. Und doch muß völlige Vruchsicherheit vorHanden sein, weil bei Brüchen der Schaden an Leib und Gut groß ist. Die Behandlung des Stahls in der Hitze ist freilich eine Kunst für sich, ebenso wie seine Darstellung. Das wissen die Franzosen sehr wohl, und darum bevorzugen sie den deutschen Stahl beim Bau ihrer Automobile. Verwegener Fahnenflüchtiger. Vor dem Kriegsgericht in Kiel stand neulich der aus Bonn stammende Torpedomatrose Dünhirt als Angeklagter. Als er letztes Jahr mit der Schulflottille im Flensburgcr Hafen lag. sprang er mit der kleinen Kassette d3 Zahlmeisters Abends ungesehen über Bord, durchschwamm den Hafen und erreichte das Land. Von Flensburg, wo er den Geldbehälter zertrümmerte, wanderte er nach Kiel, brach dort Nachts in das Hauptpostamt ein, öffnete in der Abtheilung Marinepost, die er als frühere Postordonnanz kannte, den Werthsachenschrank und erbeutete 43 Mark baares Geld, Taschenuhren und Ringe; vier Wochen lebte er herrlich in Hambürg und floh dann über Metz und Paris nach Luxemburg. Dort erkrankte er; im Krankenhaus stellte man fest, daß er der von Kiel aus gesuchte Einbrecher sei. Die Behörden lieferten ihn aus. Da mit Luxemburg ein Vertrag auf Auslieferung Fahnenflüchtiger nicht besieht, war eine Bestrafung Dünhirts wegen dieses Verbreckens nicht möglich. Das Gericht sah die Jugend und die bisherige Straflostgkeit Dünhirts als mildernd an und erkannte auf ein Jahr Gefängniß. DeS Bürgerrechts müde. Ein ganz merkwürdiges Gesuch hat jüngst ein gewisser Otto C. Haggen in Des Moines Ja., an den Präsidenten der Ver. Staaten gerichtet, indem er diesen um die Annullirung seiner Naturalisation als amerikanischer Bürger anging. Haggen erklärte in seinem Schreiben, er sei zu diesem Schritt getrieben, weil die Bundesverfassung, auf die er den Treueid schwor, als er sich naturalisiren ließ, jetzt nicht mehr in dem hehren Sinne, in welchem er sie auffaßte, ausgelegt werde. Das Schreiben wurde von dem Präsidenten an das Staats - Departement verwiesen und Haggen' erhielt die offizielle Mittheilung, daß kein Gesetz hinsichtlich eines Verfahrens für die Widerrufung des amerikanischen Bürgerrechtes in den Ver. Staaten bestehe, und das Exekutiv-Departement daher nicht in der Lage sei. von seiner zugesandten Verzichtleiswng auf das Bürgerrecht Kenntniß zu nehmen. Das StaatsDepartement macht den Vorschlag, Haggcn sollte sich an die Gerichte wenden.' vielleicht könnten diese ihn der drückenden Last des amerikanischen Bürgerrechtes entbinden. Beim Füttern seiner Enten verlor jüngst ein Mann in Owosso. Mich., den Diamanten aus seinem Ring, und eine der Enten verschluckte den Edelstein auch sofort. Der Eigenthümer beschloß, die Ente mit dem Diamanten am nächsten Tag abzuschlachten, 'um das Kleinod wieder zu erlangen, aber wahrend der Rächt wurde bt:- kostbare Vogel gestohlen.