Indiana Tribüne, Volume 29, Number 200, Indianapolis, Marion County, 17 April 1906 — Page 6

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Vogclcr's Kletten-Wurzel Oel jar Dcflrderung des Haarwuchses und zu? Vrschsnernng, Erhaltvng uud Wikdcrherstellnng der Haarc.

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' ZZit Lösung der Zrage. .V . mmm Humoreske auö dem Russischen von Sophie Spiegel. I. Die Sonne stand schon hoch am Himmel, als Arkad Petrowitsch die Augen aufschlug. Nachdem er munter geworden war. dehnte und streckte er sich und blinzelte wie eine Katze in

die Sonne. Dunkle Erinnerungen an : etwas Schreckliches dämmerten in ihm I auf, aber was es war, daraus konnte er sich nicht besinnen. Sein Gehirn arbeitete noch nicht, die dielen geleerten Flaschen von gestern Abend verursachten ihm. Kopfschmerz. John, ein Glas Kognak", ries er. Nachdem egetrunZen und eifrig geprustet hatte, wichen die Nebel etwas aus feinen Denknerven, und er fühlte sich freier. Was habe-' ich nur vergangene Nacht gemacht?" begann er. Wo war ich nur?. . . Halt, ich hab's. . . Bei Switschoffs! Aber was geschah da?" Plötzlich, als hätte, ihm ein Blltzsirahl alles erleuchtet, wußte er's, und mit beiden Händen fuhr er sich ins Haar und stöhnte verzweifelt: - t Zum. Kuckuck, was soll daraus werden? Was ist mir nur eingefallen?" , Alles, was sich den Abend vorher zugetragen hatte, .stand in greifbarer Deutlichkeit vor ihm. Er hatte die Switschoffs auf ihrem Landsitz besucht. Es war Mondschein 'gewesen, und im Gebüsch, nahe dem Hause, sang eine Nachtigall. Die Luft war voll berauschenden Duftes ... ein Gefühl, das ' er vorher nie gekannt hatte, ließ ihm Herz und Seele erbeben, er hätte weinen und lachen mögen und empfand den überwältigenden Impuls,, jemanden zu umarmen oder zu küssen. Ja, Arkad Petrowitsch Kaukautchoff besann sich jetzt auf alles. Er war mit Lidotchka, der fünfundzwanzigjahriger Toch!er der Switschoffs, einer kleinen, sentimentalen Blonden mit einem ewigen Stockschnupfen, spazieren gegangen. Unter demZauber des magischen "Zwielichts thaute Kaukautchoff auj, er preßte die Hand des Mädchens, flüsterte ihr Zärtlichkeiten ins Ohr, rezitirte Gedichte und summte romantische Liebeslieder. Während des Nachtessens waren Mama und Papa Switschoff ganz außerordentlich freundlich gegen ihn. Fortwährend bestand Lidotchka darauf, ihm sein Glas zu' füllen, der Mond vergoldete die- Bäume des Parkes, und die Nachtigall schlug sehnsuchtsbang. . .; Ein Gemisch von Entzücken und Begeisterung ergriff Besitz von dem jungen Mann, Wirklichkeit und Phantasie schienen ihre Rollen getauscht zu haben, sein Kopf wandte sich mehr und mehr Lidotchka zu, und ihr blasses Gesicht und ihre schielenden Augen 'verwandelten .sich ihm in ein Wunder von Schönheit..'Nach dem Essen befand er sich plötzlich allein mit 'ihr im Pavillon 'am Ende des GartenZ.' Er lag vor ihr auf den Knien', erzählte' ihr von seiner verzweifelten Liebe und bat sie um ihre Hand. Und gerade in diesem Augenblick erschienen Mama und Papa Switschoff auf der Bildfläche, umarmten ihn' und brachten beiden ihre Glückwünsche dar. . .... . Um Himmels willen, was fange ich nur an?" murmelte Arkad,. nachdem sich ihm das ganze Eilebmß aufgedrängt hatte. . Lidotchka heirathen. kie mir vollständig gleichgültig ist? Das wäre Wahnsinn. Und ihr einen Korb geben? , '.Der Skandal ist gar nicht auszude'nken.. Aber so., sehrer. auch seinen GeHirnkasten anstrengte, es wollte ihm nichts einfallen. Doch gerade, als er voller Muthlostgkeii ..den ' Gedanken fallen lassen wollte, kam .ihm eine Idee für eine mögliche Lösung. Ich Hab's! Ja. . . Das ist die einzige Hilfe! H. Als sich Kaukautchoff um zwei Uhr nach der Switschoffschen Villa begab, wurde er mit großer Wärme empfanen. Papa und Mama schwammen in Wonne über die gute Partie, die ihre Tochter machte, denn, sie hielten den jungen Mann für sehr reich. Nach einem vorzüglichen Lunch beleitete Arkad seinen Wirth und zukünftigen, Schwiegervater in dessen Privatzimmer. .Sie rauchten Eigarren und' saßen nebeckinander auf dem Sopha. : 7 .i ' Afanatci Grigorewitsch", begann Kaukautchoff, ich möchte Sie um eine kleine Gefälligkeit' bitten. Es ist hm -p ein delikate Sache und aber da wir nun thatsächlich Verwandtwerden ich die Sache ist 'so ' 'ich" brauche nothwendig ein paar tausend Rubel. . Es ist ja nur eine Kleinigkeit doch " In der That!" ' Ich hätte es natürlich sonst nicht gewagt, Sie zu belästigen.- . Ich bin eben aber wirklich in der Klemme. . . Fast meine ganzen Zinsen sind auf die Bank gewandert." Soll das heißen, daß Ihr. Eigenthum belastet ist?" . ' Kaum nennens werth", entgegnete der ändere nachlässig. Wie soll tch es ausdrücken? .Die Schwierigkeiten biegen, in den hohen Prozenten, die das Kapital fast nicht zu decken vermag. - Auch habe ich einige Schulden nicht der Mühe werth . Spttlverluste Sie verstehen mich schon."

Ich wußte nicht, ' daß Sie Karten

spielen. Das läßt sich nicht vermeiden. . . in einer Wüste, wie die Umgebung, in der mein Haus liegt gibt es sonst keine Abwechslung. Trinken, wetten und spielen sonst Hat man dort nichts." Aber " So liegen die Dinge, Afanatci Grigorewitsch. Also auf das Geld kann ich zählen?" Ich will mir's überlegen", erwiderte Switschoff trocken. in. Aus dem Arbeitszimmer heraustretend, rannte Kaukautchoff gegen Lidotchkas Mutter. Er küßte ihr galant die Hand, nannte sie ritterlich Mama" und trat absichtlich auf Bizulkas Schwanz, ihren LieblingsHund. Häßlicher Köter", brummte er, wo ich auch den Fuß hinsetze, immer ist er mir im Weg, das unausstehliche vtm ....... Sie haben Hunoe mcht gerni fragte 'die alte Dame mit Thränen in den Augen. Kleine, wie dieser hier, sind mir ein Greuel. Bei großen verhält sich die Sache anders. Auf dem Lande habe ich eine ganze Menagerie, Schäferhunde, Wolfshunde. Bullenbeißer, Bluthunde, manche davon so groß wie junge Kälber! Weh dem, der ihnen ins Gehege tommt! Entsetzlich! Warum halten Sie sie sich denn?" Das ist bei uns Nothwendigkeit, ich bilde keine Ausnahme. Wir leben sehr einsam, zehn Meilen in der Nunde kein Mensch, Die ganze Gegend ist von Räubern überschwemmt, und jede Woche werden Leute abgemurkst." Grauenhaft" Ja, das gehört zur Tagesordnung. Jeden Monat drei oder vier Räubereien oder Todtschläge!" Und Sie fürchten sich nicht, dort zu wohnen?" . Was soll lch .machen? Ich mufe doch. Ich lege mich stets mit meinen .i m il l. , PW" 1. zueioern zu en, oie geiaoene neben mir." . , Der Himmel erbarme sich unser!" Und die zukünftige Schwiegermutter lief händeringend aus dem Zimmer. IV. Auf der'Terrasse. neben einem aroßen Blumenarrangement, saß Lidotchka und sah aefüblvoll den Himmel an. Als sie Arkad erblickte, zwinkerten ihre schielenden Augen, und ryre Stupsnase runzelte sich in einem Lächeln. Sie deutete aus einen Schemel zu lyren Füßen. Nimm Platz. Geliebter.' Kaukautckoff aeborchte und drückte ihre kleinen, formlosen Finger zusammen. babe kein Auae während der Nacht schlössen", begann er und drückte stärker. Warst Du krank?" Nein, ich dachte an Dich." Schmeichler!" Es ist keine Schmeichelei! Jn'Gedanken malte ick mir das glückliche Leben aus. das uns zusammen erwartet. Einen Tag nach unserer Sockeit aeben wir aufs Land, und dort, am Busen der Natur, wollen wir unsere Liebe einwiegen, mi wer den sehr früh aufjtehen ich erhebe mich immer bei Tagesanbruch." Lidotchka zog ein saures Gesicht. Dann reite ich sofort aufs Feld und beaufsichtige die Arbeiter. Du wirst Dich um den Haushalt kümmern. Du muftt die Ställe nachse hen, die Hühner und Schweine füttern, die Lebensmutei abwiegen und die Bücher führen." Lidotchka Züge wurden länger und longer. Später reite ich, müde und sckmukbedeckt. aber glücklich, zurück. Wir essen sehr früh. Nach dem Mittagessen strecke ich mlcy im Heuschober zur Ruhe." Um zu schlafen?" Selbstverständlich.- Feldarbeit ist furchtbar anstrengend. Abends besuchen uns die Nachbarn, der Dorffchulmeister, der Todtengraber, die Distriltshebamme, der Bäcker. Ein Spiel Karten beendet den frohen Tag. Dann geht's zu Bett" ' In den Augen des Mädchens funkelten Thränen. Aber 'geistige Erholung Musik, Gesang?" fragte sie mit zitternder Stimme. Kaukautchoff brüllte förmlich vor Lachen. Musik? Gesang? Geistige Nahrung? Du scheinst wirklich und wahrhaftig nicht zu wissen, wie unsere Wege beschaffen sind! Alle drei Monate verirrt sich einmal eine Zeitung, zu uns, und das noch nicht ganz regelmäßig!" Lidotchka brach in Schluchzen aus und lief ins Haus. Am folgenden Morgen erhielt der junge Mann den untenstehenden Brief. , Lieber Herr Kaukautchoff! Nach reiflicher Ueberlegung auch meine Frau stimmt mit mir überein sind wir zu dem Entschluß gekommen, daß Sie schwerlich der Mann sind, dem wir das Glück unserer Tochter anvertrauen können. Wir bedauern deshalb außerordentlich, Ihren ehrenvollen Antrag ablehnen zu müssen. Stets Ihr Sie schätzender A. Switschoff

SaSTiyicksal. . Von Aug. Zeiß. So wie der Adler kreist um seine Beute, So droht das Schicksal über uns'rem Haupt, Das Vöglein, das sich jubelnd noch erfreute. Ein Stoß sein Leben ist. geraubt! - Noch sonnig dünkt uns heut die Lebensreise. Die Hoffnung führt uns hold am Narrenseil. Ein Augenblick zerstöret uns're Kreise. Dahin ist Liebe, Glück, erträumtes Heil. Wir ahnen nicht der finst'ren Macht Gewalten. Die sich zusammenzieh'n, gcwitterschwer, Die donnernd unser Dasein spalten Und Nacht verbreiten um uns her. Warst du ein Genius. Streiter, Held wohl auch. Doch deckt dich bald der kleine Hügel Ein Kreuzbein Lorbecrranz, ein Fliederftranch. Du stürmend Oerz. da ruhest du! ZZordarrest. Von T. Heide. Zum Strafrapport", hatte der erste Offizier befohlen, als wir uns bei ihm an Bord meldeten. Wir hatten nämlich den uns ertheilten Urlaub um zwei Stunden überschritten. Wenn ich sage wir, so meine ich damit meinen Freund, den Bootsmannsmaaten, Giese, den Hautboisten Papenhuck und mich selbst, ebenfalls Bootsmannsmaat, alle drei an Bord Seiner Majestät Panzerfregatte Kronprinz". Eigentlich war das Vergehen so schlimm nicht, und wir ziemlich schuldlos. Wir lagen damals in Plymouth, und unsere Urlaubszeit lief mit fünf Uhr

Morgens ab. Pünktlich hatten wir uns schon eine Stunde vorher am Barbikan, der Landungsbrücke, eingefunden, aber der englische Bootsführer beanspruchte für die Fahrt bis zu dem Ankerplatze unseres Schisses die für uns unerschwingliche Summe von einem halben Pjund Sterling, zehn Mark nach unserem Gelde. Seine Forderung zu erfüllen, war schlechtweg unmöglich. Meine ganze Baarschaft belief sich auf nur eine halbe Krone, den vierten Theil dessen, was er verlangte; meine beiden Kumpane besaßen keinen rothen Penny mehr. Bergebens bot ich ihm meinen ganzen Reichthum als Abschlagszahlung und versprach, den Rest an Bord zu begleichen; er lehnte ab mit den Worten: I don't trust anybodj." Auf gut deutsch: Ich pumpe Niemand nicht. Der geneigte Leser wolle hieraus ersehen, daß in dem englischen Volke schon damals, das heißt vor reichlich dreißig Jnhren. ein tiefes Mißtrauen gegen die aufstrebende deutsche Seemacht Platz gegriffen hatte. Es blieb uns also nichts übrig, als bis zum Kochboot zu warten, welches die den Proviant für die Messen Heranschafsenden Köche von und wieder an Bord bringt. So kamen wir allerdings umsonst an, Bord S. M. S. KrönPrinz", aber um zwei Stunden zu spät. Um halb neun folgten wir der liebenswürdiaen Einladung des dicken Stabswachtmeisters, des Schiffspolizeimeisters. welcher, ich weiß nicht aus welchem Grunde, an Bord Sr. MaZ. Schiffe ein für allemal den Spitznamen Bunk" führt, und stellten uns auf Backbord Achterdeck auf. Wir drei Unglücksraben wurden bis zuletzt aufgespart; denn über uns mußte der Kommandant entscheiden, . während den übrigen Uebelthätern ihre Strafen für leichtere Vergehen mit gewohnter Freigebigkeit vom ersten Offizier zugemessen wurden. Es regnete heute förmlich Strafarbeit. Endlich kam der Kommandant und der Erste scilicet Offizier meldete: Drei Unteroffiziere, welche über Urlaub geblieben sind." Einen Augenblick sah der gestrenge Herr uns prüfend an. dann sagte er: Vierzehn Tage Vordarrest." drehte sich um und ging in seine Kajüte zurück. Wir konnten abtreten, nachdem der Wachtmeister die Strafe in seiner Brieftasche notirt hatte, um sie demnächst in unsere Führungsbllcher einzutragen. Vierzehn Tage Bordarrest; härter konnte man uns allerdings nicht trefsen: drei Tage Mittelarrest wäre uns lieber gewesen. Das Schiff war jetzt unser Gefängniß; an Bord, konnten wir 'uns frei bewegen, durften aber zu keinerlei Diensten außerhalb der Bordwände verwendet werden und erhielten selbstverständlich während. ; der Dauer unserer Strafe auch keinen Urlaub. Dabei waren wir nach unserem Heimathshasen Kiel bestimmt, was uns die Strafe doppelt empfinden ließ. Der Bordarrestant ist schlimmer daran als der in wirklichem Arrest sich Befindliche. Letzterer sieht in seiner Zelle wenigstens nichts vom Lande, der Bordarrestant aber erduldet alle Qualen des Tantalus; greifbar vor ihm liegen alle Genüsse der Hafenstadt, und doch kann er sie ebenso, wenig erreichen, als der alte Lyderkönig die ihm bis auf die Nase hängenden Früchte und das Wasser des Teiches, in welchem er bis zum Gürtel stand. Außerdem rechnen bei derAbbüßung von Vordarrest Seetage überhaupt nicht, und von den Hafentagen nur einer um den anderen der sogenannten Urlaubstage, so daß aus vierzehn Tagen Vordarrest leicht sechs Wochen und mehr werden können. So wat habe ick noch uf keene Mte blasen hören. Det iS ja reeneweg niederträchtig meinte Papen-

huck nach dem Rapport; er war nämlich Berliner. Fünf Tage später lag unser KrönPrinz" in Kiel fest an der Boje. Während des Abendbrotes wurde gepfiffen: Die Beurlaubten sich klarmachen. Anzug blau, weiße Hemden unter." Wir drei standen betrübt an der Reeling und sahen sehnsüchtig nach der Stadt hinüber; für uns gab es keinen Urlaub. Da ging der dicke StabsWachtmeister vorbei und fügte zum Schaden den Hohn, indem er uns boshaft fragte: Wollen Sie sich nicht fertig machen, die Beurlaubten fahren in zehn Minuten?" Wir würdigten ihn keiner Antwort, nur Papenhuck murrte hinter ihn her: Nu seh man eener diese fette Qualle an, anekeln dhut er uns ooch noch. Keen anderer als det Faulthier hat uns bei den Ersten verlumpt" (verklatscht). Mit dem halte ich später Abrechnung," sagte Giese. Das hat er denn auch ehrlich gethan, und zwar so, daß auf seiner Seite noch ein Ueberschuß blieb; doch das erzähle ich ein anderes Mal. Vorläufig," fuhr er fort, habe ich große Lust, englischen Urlaub zu nehmen" (d. h. heimlich von Bord gehen). Ich gehe mit," sagte ich bestimmt, obgleich ich wußte, daß uns im Falle der Entdeckung drei Wochen Mittelarrest so sicher waren, wie das Amen nach der Predigt. Kinder, nehmt mir ooch mit," bat Papenhuck. Dazu hatten wir nun keine besondere Lust; denn er war erst einige Monate an Bord, kein Seemann und infolgedessen auf dem Wasser ungeschickt.. Unser musikalischer Freund bat aber so inständig und versprach, unseren Anordnungen so pünktlich Folge zu leisten, daß wir uns schließlich bewegen ließen, ihn in's Schlepptau zu nehmen. Von Gottes- und Rechtswegen hatten wir in Kiel an Land ungefähr ebensoviel zu suchen, wie ein Papuaneger am Nordpol, aber das Verbotene reizt, und außerdem waren wir jung, unternehmungslustig und huldigten dem Grundsatz: Wer sich nicht zu helsen weiß, der ist nicht werth, daß er in Verlegenheit kommt. Unser Feldzugsplan war folgender: Zuerst wird der Bumbootsmann, der Händler mit Bier und Semmeln u. s. w. gewonnen, was sich leicht bemerkstelligen ließ. Um halb acht, kurz vorher, ehe das Bumboot von Bord fährt, gehen wir über dieBackspier hinein und verkriechen uns unter das Segel, mit welchem die Waaren bedeckt sind. An der Schloßbrücke sieigen wir aus, und jeder geht seinem Vergnügen nach. Um halb zwölf Uhr ist Rendezvous im Berliner Keller in - der Hafenstraße. Von dort aus gehen wir zusammen nach der Barbarossa - Brücke, mischen uns unter die rückkehrenden Beurlaubten und fahren mit ihnen zusammen an Bord. Mir steigen aber nicht am Fallreep, aus s denn dort lauert der Stabswachtmeister; fondern gehen über die Backspier an Deck. Der Plan war gut, und eine Entdeckung sehr unwahrscheinlich. Es wurde auch programmmäßig ausgeführt, wenigstens was die erste Hälfte anbetrifft;, der zweite Theil dagegen verlief wesentlich anders, und zwar durch Schuld Papenhuck's; denn erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Pünktlich um halb zwölf waren Giese und ich in dem vereinbarten Lokal; wer aöer nicht kam, war unser Freund von der Musik. Nun hätten wir allerdings ohne ihn fahren können, das widerstrebte aber unserem kämeradschaftlichen Gefühl. Wir warteten daher. Um ein Uhr endlich erschien er, und wir setzten uns, nachdem wir ihm den Kopf gewaschen hatten, in Bewegung nach dem Wasser. Die Beurlaubten waren jetzt schon lange an Bord, und unser ursprünglicher Plan daher hinfällig geworden. Giese und ich waren infolgedessen auf einen anderen Ausweg verfallen, und gerade die Gefahr der Ausführung reizte uns nicht wenig. Am Fallreep durften wir nicht anlegen, ohne sofort angerufen und erwischt zu werden. Wie man sich erinnern wird, lag unser Schiff nicht vor Anker, sondern an einer Boje. Die Verbindung mit dem Lande konnte daher nur durch Boote aufrecht

erhalten werden. Eine Boje, wie die. an welcher unsere Fregatte vertaut lag, heißt eine Festmacherboje. Sie besteht aus einem cylindrischen, inwenbig hohlen Eisenkörper von so großer Schwimmkraft, daß er eine bis auf den Grund reichende und dort an einem fünfundzwanzigtausend Kilogramm schweren Stein befestigte, sehr starke Ankerkette zu tragen vermag. Die Schiffe machen sich an solchen Bojen mittels einer Kette oder starken Stahlleine fest, daher ihr Name, und ersparen auf diese Weise das mit mehr Arbeit verknüpfte Ankern und Ankerlichten. So dicht als möglich an der Boje wollten wir mit unserem mittlerweile gemietheten Boote vorbeisegeln und dann einfach auf die Boje hinüberspringen. Von dieser aus, deren obere Plattform für drei Mann Platz bot, wenn sie gut gepackt oder, wie es in der SeemanÄssprache heißt, gestaut wurden," kamen wir dann schon weiter. Die Nacht war dunkel und siürmisch, ein für uns günstiger Umstand. Allerdings konnte man sich ein Bein

dabei brechen, vorbeispringen und in'Z Wasser fallen, oder, wenn man besonders ungeschickt war, auch ertrinken; das war aber gerade der Reiz dabei. Als wir unseren Bootsführer und Papenhuck von diesem Vorhaben verkündigten, meinte letzterer: . Det is jar nischt, ick bin in Berlin über den allerbreitesten Rinnsteen gehopft, un det will ville mehr besagen." Wir waren jetzt dicht an der Boje, traten auf die Bootsduchten und sprangen zusammen hinüber, das heißt Giese und ich hinauf Freund Papenhuck daneben tn's Wasjer. Wir zogen ihn natürlich sofort wieder heraus, aber er hatte Gesicht und Hände an den Muscheln, mit denen die Boje reichlich bewachsen war. jämmerlich zerschunden und sah während der nächsten vier Wochen durchaus nicht zum Verlieben aus. S. M. S. Kronprinz" trug auf dem Rammsporn einen Aufbau, die sogenannte Rammback, deren Plattform in gleicher Höhe mit dem Oberdeck lag. Ueber diesem erhob sich dann die eigentliche Back, auf welcher ein Seesoldatenj?osten stand, vor dem wir uns in Acht zu nehmen hatten. Während wir auf der Boje standen, schlug es an Bord drei Glas, halb zwei Morgens, und der Seesoldat oben sang: Auf der Back ist alles wohl, die Laterne brennt." Gesehen waren wir also noch nicht, denn sonst hätte es uns , angerufen. Nun 'hieß es weiter. Es gab keinen anderen Weg, als die Ankerkette in die Höhe zu klettern bis auf die Nammback und dann durch die Zugpforte daZ Deck entlang zu verschwinden. Einmal oben, waren wir geborgen. Als Papenhuck sich diese Reisegelegenheit des näheren besah, da äußerte er: Tet sollte mir geniren, die Böme in'n Thiergrten sind alle höher." Uebrigens fror ihn nach seinem unfreiwilligen Bade entsetzlich, denn es warAusgangsSeptember und empfindlich kühl. Wir machten ihm die Sache vor und kamen glücklich oben an, obgleich das Schiff bei jedem Windstoß heftig genug an der Kette riß und zerrte. Als Papenhuck jedoch nicht nachkam, rief ich leise hinunter: Wie ist das, kommst du bald?" .I Jotte, ja doch", hieß es ängstlich zurück; er saß nämlich auf halber Höhe der Kette und konnte nicht weiter. aber det jeht über die Akazien, da müßte eener ja als Jorilla uf die Welt gekommen sind." - Eben hatte er ausgesprochen, als eine starke Bö einsetzte. Das Schiff zog mit einem plötzlichenRuck die Kette steif, wir hörten einen Klatsch, und Freund Papenhuck lag abermals im Wasser. Wie der Blitz waren wir beide die Kette hinunter und zogen ihn zum zweiten Male aus dem feuchten Element. Sein bis dahin bewiesener Muth hatte ihn jetzt aber gänzlich verlassen, denn er fing an zu jammern: Hier kann eener ja bei lebendigem Leib versaufen, un noch dazu in SalzWasser, wat nich mal zum Drinken wat nutze is.. Ick will ville lieber bis an mein seliges Ende im Loch sitzen. Ick schreie. Denn muß die Jolle abholen." Eben wollte er Hilfe rufen, als sich Giete's Hand fest und gewichtig auf seinen Mund legte. Im Umsehen war ihm ein Taschentuch hinein gestopft und mit einem zweiten die Hände gebunden. Ich kletterte wieder nach oben.' warf ein Tauende hinab, und Giese machte unseren Papenhuck daran fest. Dann kam er mir nach, und mit vereinten Kräften zogen wir Freund Papenhuck auf . die Platform der Rammback, worauf wir ihn sofort unter die Back schleppten. Natürlich waren wir seiner Feigheit wegen wüthend auf unseren Genossen. Wir legten ihn uns deshalb -paßrecht auf das unter der Back stehende-Bug-geschlltz, und mit demselben Tauende, welches sich bei der Luftreise ihm so hilfreich bewiesen hatte., wurde der südliche Theil seines Rückens jetzt jämmerlich durchgewalkt. So, das ist für das Schreien, du Lubber." hieß es. Dann banden wir ihm die Hände los und ließen ihn liegen, worauf wir schleunigst verdufteten. Entdeckt wurde unser Entweichen nie, nur Papenhuck hielt sich von da ab auffallend sern von uns. Auch konnte er während der nächsten Tage das Sitzen nicht recht vertragen. Unsere Freundschaft mit ihm hatte einen unheilbaren Riß bekommen, wodurch die Wahrheit des Satzes bewiesen wird, daß man mit Prügeln seinen besten Freund erzürnen kann. Giese und ich sind übrigens noch öfter auSgeknisfen; abgefaßt wurden wir nie, aber Papenhuck haben wir doch lieber nicht wieder mitgenommen. JmThiergarten. KleinElse (die zusieht, wie die Affen mit ZuckerLefüttert werden): Nicht wahr, Mama, der Eisbär kriegt dafür. . .Gefrorenes!" Der stotternde Hausk n e ch t. Kaufmann: Sie. wollen also Hausknecht bei mir werden?" Bursche (der stottert): Ja!" Kaufmann: Wie heißen Sie?" Bursche: Ja Ja " Kaufmann (ungeduldig): .Ich meine, wie Sie heißen! Ihr Name!" Bursche: Ja Ja" Kaufmann: Donnerwetter! Können Sie denn Ihren' Namen nicht ange, ben? Wie foll ich Sie rufen?" Bursrb: (in Todesangst herausplatze'.td): Ja Ja Jakob Jakob hei -.hei -heiß ich!" .