Indiana Tribüne, Volume 29, Number 200, Indianapolis, Marion County, 17 April 1906 — Page 5
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Er strich sich über die Stirn : mZa mit icai'ä nicht eit her." TaS schien sie zu bezweifeln, denn sie fragte kopsschüttelnd: Hätten Sie nur jenes eine Vieb kon'.pcnirt?" Er lachte kurz und bitter:, flom ponirt? In meinem osfcr. schlafen die Partituren von sieben großen Opern. Zur Aufführung kam keine.- . .Armer Mann!" bedauerte sie ihn. .Also auch darin kein Glück?" lernst entgegnete er: Schuld wird wohl der Mangel an Talent gewesen sein, meine praktische Natur freilich desgleichen. i?!ir fehlten die rücksichts losen Ellenbogen." Hier wurden seine Bekenntnisse durch Minna gehemmt, die plötzlich in's Zimmer rief : Fräulein, nu weiß ich, was ich wollte!" Die Herrin wies sie ab: Jetzt nicht, Minna!" Das Mädchen zeigte auf den Musiker : Ist ihm noch schlimm?" Äaroline verneinte und fügte hinzu: Gel)', bitte, geh', bis ich Dich rufe!" Minna gehorchte nicht, sondern fing an: Jch wollte nämlich vorhin " Da fuhr der alte Herr unsanft auf: Hören Sie nicht? Sie sollen verschwinden, befiehlt das Fräulein, bis Sie gerufen werden!" Sie wich perplex einen Schritt zu rück: I, sowas lebt nicht!" Doch im Moment hatte sie ihre Fassung wieder, drohte leise: Na, warte!" und schlug die Thür zu. Sehen Sie?" triumphirte der Sieger. Minnachen bequemt sich schon, klein beizugeben." Bleiben wir bei Ihnen !" ermähnte Äaroline. Trotz Ihres vielfachen Mißgeschicks denke ich mir: das verlassene Mädchen war übler daran als Sie." O, nicht doch!" widersprach er. Sie wird mich vergessen, einen Anderen genommen haben und eine glückliche Frau geworden sein, was ich ihr von ganzem Herzen wünsche." Weun sie nun aber keinen Anderen genommen?" gab Karoline zu bedenken. Für Ersatz," meinte er, wird schon der Bater gesorgt lzaben." .Das vermuthen Sie doch nur sackte sie. Konnten Sie sich niemals auö der Ferne nach ihr erkundigen?" Ich wollte," gestand er, keinen Neid und Haß gegen den Mann fassen, der glücklicher gewesen als ich." Karoline warf immer neue Fragen ans:' Sind denn nicht viele Fälle denkbar? Konnte nicht der Vater ftei
den und die Tochter freie Verfügung über ihre Hand erhalten? Wenn sie
nun lange, lange auf.dle Ruckkehr des
Eehebten gewartet hätte?" Ich glaub'S nicht," murmelte er. Da trauen Sie ihr wenig Vestän digkeit zu," rügte Karoline. Ich zum Beispiel wäre nie eines Anderen Weib geworden." Er fuhr sich mit der Hand über den Scheitel : Fräulein, Sie macheu mir den Kopf warm!" Sie ließ nicht nach: Sie haben vielleicht Unrecht begangen." Er wollte das nicht zugeben, sondern wandte ein: Was Sie da aufstellen, ist doch nur eine Idee, eine Möglich keit." Sie hätten sich Gewißheit verschaf sen sollen!" behauptete sie. Er stand auf, sie behielt ihren Play. Bevor er eine Antwort fand, drang von der Seite, wo die Küche lag, Ge rausch in's Zimmer, als fiele Geschirr in Trümmer. Er horchte auf. Was war das?" , Gleichmüthig sagte Karoline: Minna hat wahrscheinlich etwas zer Krochen." . Doch das Geräusch wiederholte sich. Er hob den Finger. Hören Sie? Wieder! Das Mädchen wird doch nicht überfallen sein?" Das Fräulein blieb unbesorgt; dann sagte sie. ES ist nichts!" Aber zum dritten Mal dasselbe Geräusch. Der Lauscher hielt sich nicht länger. Es klirrt ja in einem fort! Jeden falls will ich nachsehend Die Untersuchung blieb ihm eispart; denn Minna trat ihm unverseyrt entgegen, nur die Nöthe ihres Gesichts war noch gestiegen. In ihrem beliebten Schreiton verkündete sin Fräulein, das ganze Dutzend unserer besten Teller ist mir aus den Hän den gefallen!" Mit sölliker Gelassenheit, ohne sich zu erheben, fragte Karoline : Sist Du verletzt?" - ' Ich nicht; aber Alles tont, kein Stück mehr ganz!" lautete der Bericht. Laß gut sein!" beschwichtigte gräu lein Winkler, Geschirr ist zu ersetzen." Minna-starrte sie eine Sekunde offenen Mundes an, dann sagke sie: Na, wenn's Ihnen einerlei ist!" und machte Kehrt. Der Musiker ließ sie nicht fort; streng erinnerte er sie an ihre Pflicht. - Wollen Sie das Fräulein nicht um Verzeihung für Ihre Ungeschicklichkeil bitten?" Fräulein verlangt'S ja nicht!" gad Minna schnippisch zurück. Er .nahm eine drohende Haltung an: Auf der Stelle bitten Sie, sonst!" Das Uebrige sagte seine Geste. Nun -stemmte Minna, wie früher, die Hände in die Seiten und versetzte trotzige Jetzt will ich Ihnen die Wahrheit l sagen .ich -hab'S erschmis
sen, um meine ÄZuty auözulässen, weil Sie mir aus die Stube gewiesen!" Sie wollte ihn reizen, erreichte indeß ihren Zweck nicht. Unerwartet ruhig sprach er : Das ist etwas Anderes! Bin ich die Veranlassung, so werde ich für den Schaden aufkommen' eine Person von Ihrem Jähzorn aber" darf das Fräulein nicht im Dienst behalten!" ' Nanu, hetzen Sie mir mein Fräu lein auf!" rief sie. , Ich sage Ihnen auch nur die Wahr heit," erklärte er. Sie wissen die Güte und Nachsicht Ihrer Herrin nicht zu würdigen, Sie erheben sich über Ihren Stand, Sie müssen in ein HauS kommen, wo man Sie anders behan delt!" Da schluchzte dieMisscthäterin auf: Das will ich nicht, ich will nicht fort, und ich gebe nicht, nu gerade nicht!" Unter Thränen lies sie davon in ihre Küche. Karoline lächelte. Ihre ErziehungöMethode scheint wirklich anzuschlagen!" Tann hätte ich mir," .erwiderte der Gast, wenigstens ein kleines Verdienst um Sie erworben. Sie warfen mir eine Unterlassungssünde vor, mei nein Linchen gegenüber.. Ich werde Ihren Wink beachten. Noch leben Leute in meinem Heimathscrt, die mir Nachricht geben kcjnnen, wenn ich an frage, wie sich das Schicksal der gelieb ten eele gestaltet hat." Als sie den Vorsau vernahm, stand Karoline auf und bemerkte: Jeht möchte cö zu spät sein!" Wie so?" Indem streifte sie ihren Nähtisch und entdeckte, was sie so lange vermißt. Ach, hier liegt die Arille!" Ge schwind bewaffnete sie ihre schwachen Augen damit. Wie so zu spät?" wiederholte er seine Frage. Sie sah ihn durch die Brille an, schüttelte den Kopf und begann: Gesetzt, das Mädchen wäre Ihretwegen ledig geblieben" Dann muß ich sie wiedersehen!" fiel er lebhast ein. Davor warne ich Sie," sagte Karo-
line, den schritt könnten Sie bitter
bereuen!" Wie denn das?" wunderte er sich. Sie gab ihm die Erklärung. Sie erwähnten, das Jugendbild der Geliebten schwebe Ihnen unverändert vor. Welche Enttäuschung würden .Sie naturgemäß erfahren! Ja, cS könnte geschehen, wenn Sie sich zuerst zufällig und unvorbereitet träfen, daß Sie einander völlig fremd geworden wären, daß kein Zug an Ihnen, selbst nicht der Klang Ihrer Stimme die Erinnerung an die Vergangenheit weckte." Das glaube ich nun nicht!" meinte er zuversichtlich. Sie blieb bei ihrer Ansicht. Ich halte es für sehr möglich. Ist mir's doch, selbst so ergangen, daß ich einen lieben Jugendfreund, der mir über dreißig Jahre aus den Augen gekömmen, nicht mehr erkannte, ja nicht einmal, als ich vernahm, wer vor mir stand. So gewaltig hatte ie Zeit gewirkt." Langsam und nachsinnend entgegnete er: Und selbst wenn mirö ähnlich ginge mit meinem Linchen " Würden Sie," unterbrach ihn das Fräulein, nicht erschrecken, nicht wünschen, es hätte keinWiederschen stattgefunden?" . t Auf diese Frage antwortete er in so warmem Ton, daß Karoline wohl überzeugt werden mußte.
Was läge am veränderten Gesicht?
Ihre Seele hat sich nicht verändert, das weiß ich, die ist weich und reich ge blieben, wie sie war, wenn sie noch auf Erden weilt." Und plötzlich, fast in Heftigkeit 'gerathend, schloß. er: Fräulein, ich thu'ö!" Was?" Ich schreibe in meine Heimath, und höre ich, Linchen ist noch am Leben, so reise ich hin! Finde ich sie als Fa milienmutter, desto besser für sie, dann lächeln wir über den Traum unserer Jugend, drücken uns die Hände, und ich nehme Abschied von ihr. Lebt sie allein und einsam" Karoline ließ ihn nicht enden, sondern warf heiter dazwischen: Dann wollen Sie noch heirathen?" ' Er wiegte den Kopf hin und her. Was denken Sie? Wie würde jie mich jetzt noch nehmen? Aber ihr sagen, daß sie immer mein Ein und Alles gewesen, das würde ich, und mich hernach still zurückziehen in mein Kämmerlein. Wissen Sie, Fräulein, in dem Fall könnte ich doch noch zu Ihnen kommen,. aber so lange, bis ich hin- und zurück-' gereist, werden Sie Ihre schönen Zimmer nicht leer lassen wollen." Hierübet konnte sie sich n'cht aussprechen, da Minna unverhofft herein eilte und, Karolinenö Hand ergreifend, mit schluchzender Stimme stotterte: Sei'n Sie nicht böse, Fräulein, ich will's nicht mehr thun!" Dabei bückte sie sich rasch und küßte ihr die Hand. Freundlich fragte die Herrin : Kind, bin ich Dir je böse?" Ich will mir zusammennehmen ! versprach das reuige Mädchen. So ist'S brav!" lobte sie der Zeuge des Vorganges. Augenblicklich fiel Minna in ihre derbe Manier zurück. Sie brauchen mir nicht zu loben! Fräulein ist der reine Engel !" Da irrst Du Dich," lachte Karoline, jeden anderen Tag würde mir der Verlust meines Meißener Porzellans recht verdrießlich gewesen sein, nur heute verschmerze ich ihn leicht, denn mir, steht eine Freude bevor, eine große Freude, die mich entschädigt !" '
Ach, nicht' möglich!" rief Minna. Waö denn vor 'ne Freude?" Wenn sie eingetreten," sagte Jene, wirst Du's hören; jetzt sorge für unsere Krebse!" Wahrscheinlich zum ersten Mal ließ sich die Köchin zu der Artigkeit herbei : Wie Fräulein befehlen!" applizirtc Karolinen einen zweiten Handkuß und begab sich zu den Krebsen, die nicht ahnten, wie nahe ihnen siedendes Wasser war. Sobald Minna verschwunden, ergriff der Musiker das Wort. ..Welch' frohes Ereiqniß Sie auch erwarten, wer Sie kennt, muß es Ihnen gönnen!" Und wer mich nicht kennt?" fragte sie schalkhaft. Er sah sie befremdet an. Wie meincn Sie das?" Ich meine," fuhr sie fort, einen gewissen Fritz Naugard!- Er prallte zurück, wie von einem rlektrischcn Schlage getroffen. Karoline sprach lächelnd weiter: Ei, ei, nun flöße ich ihm doch Entsetzen ein?" Es geht Alles mit mir herum!" brachte er stoßweise heraus. Vor Schreck, wie die löje Zeit mich verwandelt?" fragte sie. Habe ich'o Ihnen nicht vorausgesagt?" . Lin " er wollte lachen. Hähä! Sie ich ach bewahre! Mir springt der Kopf vicrunddreißig Jahre ich bin bin ich wirklich lebendig bei Ihnen?" Er faßte ihre beiden Hände. ES wird wohl so sein,- sagte sie; denn das sind meine Hände k Er gab sie frei und fuhr sich über die Augen. Linchen! Ich kann nicht recht sehen." Ich um so besser," versicherte sie, wenn ich die Brille aufhabe. Ja, der Fritz ist auch nicht schöner geworden, nur die guten, treuen Augen sind's noch. Wie klang sein Lied, als wir das letzte Mal beisammen standen?" Sie wartete nicht, bis er sich besonnen, sondern recitirte selbst 'leise: Du brauchst sein Wort zu sprechen, Daß mich dein Her; erkor Wieder ihre Hände nehmend, fiel Naugard halblaut singend ein: Ans deinen Augen brechen Die Strahlen der Lirbe hervor. Karoline nahm die Melodie auf, zweistimmig sangen nun Beide : Ans m-incin Auge leuchtet Es heiß in deins zurück. Und unsere Wimper feuchtet Tas heimlich empfundene Glück. Gegen den Schluß hin öffnete Minna, durch den Gesang herbeigelockt, die Seilenthnr und schaute mit weit aufgerissenen Augen auf das Paar. . I, so was lebt nicht !" entrang es sich ihrem Munde. Wollen Sie gleich in Ihre Küche!" donnerte Naugard ihr zu. Erschrocken wandte sie sich zur Flucht, und sofort trat bei ihm ein Slimm Wechsel ein.' s Linchen, Linchen!" ' - Nun?" ' Ich komme mir vor wie ein schlecht ter Kerl!" Weshalb?" Auf mich, auf meine Rückkehr haben S'.e gewartet?" , Äis ich." sagte sie,, was Sie von mir gedacht, von Ihnen glaubte: daß bei Fritz mich vergessen!" Traurig erwiderte er. Ich schlechter, dummer Kerl ! Und ich kann es nicht gut machen an Ihnen!" Sie haben es schon, gut gemacht," tröstete sie ihn, durch di.e lieben Worte, die sich auf mich bezogen." Das ist nichts!" versete er, unzufrieden mit sich selbst. , Sehen Sie nicht meine Freude?" fragte sie. Zögernd begann er wieder. Linchen, sagen Sie einmal aber ich muß Ihnen denNücken zukehren. " Er that es. Warum?" 4 Weil Sie vielleicht laut auflachen, wenn ich jetzt thörichtes Zeug rede." Reden Sie nur!" ermuthigte ihn Karoline. Behutsam fragte er: Wie denken Sie vom Urtheil der Welt? Soll man Gewicht darauf legen oder nicht?" . Je nachdem." meinte sie, es kommt auf den Gegenstand an, um den sich's handelt." Wenn ich," fuhr er fort, zu Ihnen zöge, die Minna würde doch bald dahinter kommen, daß wir uns früher gekannt." . Haben wir's ihr zu verschweigen?" fragte sie unbefangen. . Ich meine aber," ergänzte er, sie würde auch bald merken, wie wir uns gekannt." . '.WäS schadet das?" Wcrni sie erführe, wie wir getrennt wurden" er kielt jnnc. Karoltne lacyelle. ..füllen wir uns zu schämen?" Er sprach, immer abgewendet: Solch' Mädchen ist schwatzhaft. Wenn sie' in der Nachbarschaft herum er zählte-" - Seine Jugendliebe wurde noch heitc rer. Davor fürchten Sie sich?" Nur Ihretwegen, Linchen!" versicherte er. Denn wenn die Leute mit Fingern auf Sie wiesen : jetzt läßt das Fräulein Winkler den alten Schatz bei sich wohnen?" . Dies Bedenken stimmte sie ernst. Sie haben Recht. Vernünftige würden nichts dabei finden, indeß . lledelwol lende und Niedrigdenkende", Deren es nur zu viele gibt! " schal tete er ein. Sie müssen - sich also anderswo unterdringen," entschied Karoline. Naugard seufzte. Das ist ja eben der. Jammer!" Sie können mich ja öfter besuchen!sagte sie. -
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Jetzt kchrle er sich rasch ihr wieder
zu und sprach ebenso schnell : Besuchen? Ach Gott, ja, daS könnt' ich schon, aber besuchen?" Er zuckte die Achseln. Ich weiß nicht " Ich auch nicht,- sagte sie. Vorsichtig hob er auf'S Neue an: Ein Ausweg ließe sich wohl finden, Linchen!" Der wäre?" Errathen Sie ihn nicht?" Ach. lieber Freund," erwiderte sie mit Laune, ich bin nichts weniger als scharfsinnig." Er blinzelte sie an: Ich getraue mir nicht, Ihnen den Borschlag zu thun." In der Verlegenheit war es ihm gar nicht unlieb, daß Minna aus der Küche kam und diesmal in bescheidener Hal tung sich erkundigte: Fräulein, um welche Zeit soll ich denn heute anrich ten?" Du hast mich ia nie gefragt," ent gcgnete die Herrin. Doch gut, daß Tu da bist. Miuna! Sieh', die Freud? ist gekommen!" Wo denn her?" fragte das Mdchen geschwind, sich erstaunt umsehend. In Gestalt des Herrn hier," er. hielt sie zur Antwort. Ich wartete nur darauf, daß er in mir eine Jugendfreundin wiedererkennen sollte." Ein einziges Ach!" drückte Minna5 Ueberraschung aus. Karoline fuhr fort: Und damit Tu Alles begreifst: als junge Leute liebten wir uns!" Da schlug Minna die Hände zusam. men, daß es schallte, und rief: Das ist er, um den Fräulein nie gehcirathet haben?" DaS ist er! "antwortete die Andere. Nein, so was! Da freue ich mir aber auch!" Mit dem Gefühlsausbruch lief daS Mädchen auf Naugard zu, faßte mit beiden Händen feine Rechte, schüt' telte sie kräftig und sprudelte hervor: Denn wie Fräulein mir 'mal an einem Winterabend, wo sie so traurig dasaß, die Geschichte erzählt hat, Gott, sie rührte mir wie 'n recht unglücklicher Roman!" Hier drehte sie den Kopf nach Karolinen: Und daß Ihre Treue nu doch noch belohnt wird! Daß Sie sich doch noch kriegen!" Die Herrin erschrak: Was sprichst Du?" Minna ließ sich nicht zügeln: Na, warum ist , Er denn da? Er wird, doch nicht noch 'mal in die Welt gehen? Besser spcjt gefreit als nie!" ' - Aber, Minna!" verwies ihr Karo line die Dreistigkeit. t: ' Naugard hingegen redete der Scknzäverin eifrig zu:' Fahren Sie sort.Ifahren Sie fort!" Minna gehorchte: Fränlein sehen doch 'Noch ganz-rcputirlich aus; und Er? 'Ein Mann ist nie zu alt zum Hei rathen." - ' Hören Sie, Linchen?" rief Naugardjetfreut. - -'"'Mmlto lehrte sich ihm wieder zu : Siönu mamentlich nicht: denn die Haatc, die-Sie nicht. auf dem Kopfe haben, haben Sie auf die Zähne, und wenn Sie als unser Herr im Hause sind graulen wir uns keine. Nacht mchs., , 's 'Por Vergnügen, einen solchen Bei stand gefunden zu haben, warf der Musiker beide Arme in die Luft und pries seine Fürsprcchcrin: Ein Juwel von Mädchen!" Karoline nahm ihre Brille ab, sah Nie verschämt zu Boden und erhob den Einwand: Kinder, welche Glossen würden , die Leute wohl über das iunge Ehepaar machen!" Sie goß mit der Befürchtung Oel in's Feuer bei der handfesten Köchin, die ihre rothe Faust schwang. O, :s soll sich blos ein Einzigster den Mund zerreißen, der lernt Minna'n kennen!" ' ' Und Naugard fügte hinzu: Bei solcher Schuygöttin, waö riskiren wir? Doch im Ernst. Linchen: viel Zeit bleibt uns nicht mehr,. uns daS Leben
zu verschönen ; soll sie ungenutzt dahingehen? Wenn die Welt über uns lacht, lachen wir über die Welt und singen: Aus meinem Auge leuchtet Es heiß in dein zurück." - - Er fang die Verse wirklich und zog die Geliebte sanft an sich. Sie lehnte den Kopf an seine Schulter, wie .Töne einer Acolsharfe . klang ihm in'ö Ohr: Fritz, mein Fritz!" Minna stand daneben, führte den Schürzenzipfel an dieÄugen. zu reden aber wagte sie in dem Augenblick nicht. Feierlicher war ihr nie in einer Kirche zu Muthe gewesen, und die beiden glücklichen alten Leute hatken die gleiche Emvlinduna wiedasMädchen. - Ja so! Hat sich Dein Papa vor unserer Verlobung über mich im Auskunftsbureau erkundigt?" Nein. Fritz!... Er wußte schon genug Schlechtes von Dir!- - Schauspieler als Abiturient. Unter den 31 Abiturienten des Gymnasiums in Lichterfelde bei Berlin, die kürzlich der Abzangsprüfung sich unterzogen, wurden 13 vom mündlichen Ezamen 'befreit. Zu diesen gehörte auch ein früherer Schau, spieler. der lereits in verschiedenen Städten, so auch im klassischen.. Weimar. Komödie gespielt hatte. Er ist verheiräthet. und ein Sohn von ihm besucht die Vorschule des Lichterfelder Gymnasiums. ' Der -Thespisiünger war früher mit dem Zeugniß für Unterprima abgegangen und hat jetzt vermöge seiner Energie binnen 1 Jahren die.Reife zur Universität erlangt. Er wm Theologie studiren. - - - " ; . . , i- . - '
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