Indiana Tribüne, Volume 29, Number 199, Indianapolis, Marion County, 16 April 1906 — Page 7
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o o 4C Siebenschläfer 1 6 i o o 5 Qatnan o 0 HK Agnes Harder Z 0OO0OO00O000 sftottfe&rnig.) Pünktlich um zehn Uhr war bei sVn1.A1ISsAAf S.tTt 111 Pn J A uivuiytnuytJ5uu iti vtwi luuyifcvtitii Königsberger Gerichtsgebäude gefüllt. Die Gerichts diener wiesen jeden schroff ab, der nicht eine Karte vorzeigen konnte, und doch waren die Plätze für die Zuschauer gedrängt voll. In der ersten Reihe, dicht vor der hölzernen Balustrade, saß die Sekretärswittwe mit den zwei Intimen. Sie erklärte alles. Da vorn, das waren die Zeugenbänke. und rechts, in den Kirchenstuhlen, da saßen die zwölf Geschworenen. Gerade aus, erhöht, hinter den. hölzernen Schranken, an dem grünen Tisch, würde der Präsident mit den Beisitzern Platz nehmen, seitlich von ihnen der Staatsanwalt und der Schreiber. Heute würde der Referendar Meyhöfer als Schreiber thätig sein. Der kam ja nun auch fast jeden Tag zu thr. Erst hatte sie gedacht, das sei, um das gnädige Fräulein zu sehn, und sie hatte schon so ihre Gedanken gehabt. Aber nein. Aus denen würde nie ein Paar. Er kam auch nur wegen dieser Anohrte. Rein verhexen konnte da3 Mädchen die Menschen. Na, sie würden sie ja heute sehn! Und wo sitzt der Mörder?" Da. den Geschworenen gegenüber. Neben ihm in dem besonderen Berschlag sein Vertheidiger. Haben Sie denn neulich die Hochzeit von - Leh manns gesehen?" Und nun kamen sie auf ein Gebiet, das für eine Viertelstunde, gerade die Viertelstunde bis zur Eröffnung des richterlichen Schauspiels, ihre Beredtfnmlrii tinfstn tn Wnfhntsfi nnfirn VlW VVHIVJ f V4 IMlf V Hochzeit der reichen Else Lehmann! Es sei ja ein Gedränge in den Straßen .gewesen, von der'Loge bis zur Altstädtischen Kirche, daß man wirklich in Lebensgefahr gewesen sei. Ganze Wagen künstlicher Palmen hatten sie nach der Loge gefahren, mit ausgestopften schnäbelnden Taubchen daran. Die sollten da eine Gruppe bilden, einen tflrtTmnfrnn in Jrn snsst hn3 ftrrmfs r w i paar sitzen während der Ausführungen. Mit einer Eintrittskarte hatte man alles besichtigen können vorher. Ueberall schnäbelnde weiße Tauben mit rosa Seidenbändern, auch über der Tafel. So etwas war noch nicht dagewesen. Es war aber auch ein schönes Paar! .Wenn sie nur nicht einmal so dick würde, wie die Mutter! Sie hatte Anläge dazu. Aber er der reine Graf. Er hatte sich auch ordentlich zusammen genommen nicht ein bischen verliebt, immer vornehm und zurückhaltend, wenn sie ihm zu nahe rückte. Na, nun waren sie ja in Paris. Lehmanns Else! Ja, aus Mädchen werden Frauen! .Der Präsident eröffnete die Sitzung. Leise Rufe belehrten das Kleeblatt, daß die Zuschauer selbst das Ausloosen der Geschworenen mit Theilnahme versolgen wollten. Warum wies der Rechtsanwalt den zurück, der Staatsanwalt jenen? 1211s die Herren endlich ihre Plätze einnahmen und den Obmann gewählt hatten, war die Spannung auf's höchste gestiegen. Man führte, den Angeklagten herein. Ein lautes Ah!" ging durch die Menge. Aber über dieses Aufatymen flacher Neugier stieg ein halbunterdrückter Schrei, ein weher Herzenslau!. Wie ein Sturmwind über Niederungen fegt, so trieb er die Spreu der Alltäglichkeit vor sich her und reinigte die Luft für das Tragische. Hanne hatte ihn ausgestoßen. Mit groß aufgerissenen Augen starrte sie Adam an. Dann bewegte sie sich nicht mehr. Nur ihre Augen schienen zu leben. Und Adam erwiderte den Blick, höhnisch, trotzig. Während seiner Vernehmung sah er immer wieder zu dem jungen Weib hin. Sie hatte ihre blühende, strotzende Schönheit verloren in dem zweiten Kindbett, in dem sie fast ihr Leben gelassen hatte. Hilflos und zart wa? sie geworden. Die krausen. goldenen Scheitelhaare lagen um eine Stirn, die einer von den verhaßten .Vornehmen gehören konnte, so vergrübelt war sie. Und ihre Augen sahen ihn an, als er leugnete. Er? Warum er? Ja, er hatte die Hanne lieb gehabt, als er in Scheschitten war. Sie war so eine fixe Marjell. Aber aus den Augen, aus dem Sinn. In Danzig waren andere gewesen. Als er von ihrer Hochzeit gehört, habe er sich einen. Jux gemacht. Ob ihn einer gesehn habe nach dem Tod des Herrn, als er aus dem Lazareth entlassen? Wenn es so mit ihm gestanden, hätte er doch nicht Reitknecht werd:n wollen, gerade in'Schescbitten! Man zeigte ihm das Messer. Es sv rr c JUllllkilUUlll III Wlll war ein Wiener rote anoere. Me verretärin schüttelte den Kopf. Sie verlangte mehr! Dann das litauische Testament. Das? Das gehöre nicht ihm, sondern der Großsche., Anohrtr hätte es wohl .einmal an's Grab genommen .und da verloren. Seine Schwester Anohrte sei oft so wirr gewesen. Ob man einen Menschen vom Leben zum Tode bringen könne, weil auf einem Grab em litauisches Testament liege? Der Präsident hieß ihn sich setzen, - und die Zeugenvernehmungen legan-nen.
Nein, Anohrte brauchte nicht zu zeu-
gen, sie wußte es. Man wollte sie auch nicht schwören lassen. Aber sie bat darum. Sie hob ihre magere Hand auf, und der Aermel des litauischen Hemds fiel zurück und zeigte den abge- , zehrten Arm. So wabr mir Gott helfe!" Wie eine Prophetin sprach sie. 3v die Hanne war seine Liebste gewesen, ehe er zum Militär ging. Aber sie hatte immer Furcht vor ihm gehabt. Der Adam zwang jeden, und dann, als die Hanne heirathete, war sie nach Danzig gegangen und hatte es ihm gesagt. Die Großsche hatte sie geschickt. Fluchen wollte sie ihm, wenn er zurückkäme. Anohrte wußte, wie die Alte die Rache des Enkels gefürchtet hatte. Er hätte es auch nicht gethan, wenn sie leben geblieben wäre. Er solle bekennen, bekennen! Von den Blutzeugen fing sie an, eine jener Predigten wollte sie halten, die das Volk zwangen. Aber der Präsident unterbrach sie. Er stellte die Geschwister einander gegenüber. Adam leugnete. Es war ein beständiger Szenenwechsel. Da stand Ute von Vär und sagte aus. was sie wußte. Fräulein Schwabe hatte sich mit ihr erhoben und hob mit ihr die Schwurfinger, obgleich niemand sie fragte. Und als sie zu ihren Plätzen zurückgingen, schürzte die gute Schwabe ihren Kleidersaum mit der alten sranzösischen Grazie, als wolle sie den moralischen Schmutz versinnbildlichen, durch den sie hier wate, und ihre Ueberzeugung. daß jede Frau den Saum ihres Kleides reinhalten müsse, das sei das ganze Geheimniß. Und die Leute steckten die Köpfe zusamen. Zwanzig Jahre ist sie erst, das Fräulein Ute von Bär! Und allein bewirtbsckaftet sie das groß, Gut! Und sie kann es. Seht nur, wie ehrfurchtsvoll ihre Leute sie grüßen, ehe sie zum Zeugentisch gehn. Ja, die versteht es! Niemand von den Leuten wußte etwas Bestimmtes. Aber jeder wollte schwören, daß der Adam es gethan hätte und kein anderer. Und jedes Wort zeigte wieder, daß sie die Krottinschen nie für ihresgleichen gehalten hatten. Nicht die junge Anohrte in ihren litauischen Kleidern, die am Tisch der Herrschaft aß. und nicht den Adam, der den Teufel im Leib- hatte, und nicht die alte Heze. die Großsche. Sie drehten die Mütze in den Händen und stotterten und gaben dem Präsidenten wunderliche Titeln Hoher Gerichtshos" und: Herr Konsistorialrath" und einer sogar: Königliche Hoheit" aber keiner wußte etwas anderes, als daß der Adam es gethan haben müsse. Auch das junge Weib wußte nichts anderes, die Hanne. Er war es. Immer hatte sie es gefürchtet: Und dann hatte sie es gefühlt. In der Nacht war er UM ihr Haus geschlichen. Auf Martini hatte er gewartet, wo alles im Krug'war. oder in der Schenke. Aufgelauert hatte er ihm. hinterrücks. Nicht einmal den Muth hatte er gehabt, ihn don vorn anzufallen. Sie drehte sich kurz um und sah ihn an. Ich hab nicht mehr Furcht vor Dir, Adam. Vor nichts hab ich mehr Furcht gehabt, als sie ihn mir brachten. Du hast es gethan." Aber all die Stimmen, meinte die kluge Sekretärswittwe, hätten nicht mt richtige Beweiskraft. Da sprach etwas anders. Ein kleines Buch. Ein neues Testament. Der Präsident öffnete es und zeigte Adam den Abdruck blutiger Finger. Und es war bewiesen worden, daß es sein Testament war. Anohrte hatte es gesagt und Ute und Kameraden aus Danzig und einer aus dem Lazareth. der hatte es ihm selbst gereicht, als er seinen Koffer packte. Der Präsident hielt das Buch so. daß ein jeder die Spuren der blutigen Finger sehen konnte. Da ging ein Aufseufzen durch den gefüllten Saal. Das litauische Testament hatte gesprochen. Das ist das .corpus Midi,' " sagte Anohrtens Wirthin. Adam senkte den Kopf. Aber dann hob er ihn wieder und funkelte den Staatsanwalt an, der sein Plaidoyer begann. Er sprach schärfer als scharf. Dafür war er ein Staatsanwalt. Er war auch als Assessor in Litauen gewesen und kannte das Volk. Nun schilderte er das Volk. Hin und wieder räusperte sich jemand, sogar unter den Geschworenen. Er schilderte das Volk, wie er es kennen gelernt hatte vor den Schranken des Gerichts und in den Schenken. Da stand der echte Sohn dieses Volkes. Degenerirt. wie seine Brüder. Der Herr Staatsanwalt erging sich noch über den Begriff der Dekadenz, wenn er sich auf ein Volk bezöge. Und dann verlangte er die einzige Sühne nach göttlichem und menschlichem Recht: den Tod. Da stand Meyhöfer auf. Er mußte zuerst die Litauer vertheidigen, einmal schon, weil seine Familie aus Litauen stamme, eingewandert, natürlich, und eö fand sich einmal wieder Gelegenheit, die Salzburger Abstammung in den Vordergrund zu schieben, die drei Silben. mit Betonung der ersten und der Endung er. Es sei unerhört, ein ganzes Volk zu verurtheilen wegen eines einzelnen. Ob man in disn Räumen von je nur über Litauer verhandelt hätte? Die Verbrecher haben kein Vaterland! Der Justizrath sah sehr würdig aus, als er diesen Satz hervorhob. Er wußte, er hatte alle Sympathien auf seiner Seite. In allen Handwerkervereinen würde mnj2 ihm danken.
Und da, er es doch nicht ganz für gerathen hielt, für Adam zu sprechen, denn es war ein verlorener Fall so sprach er für die Litauer. Er schilderte in schwungvoller Begeisterung die fremde, wilde Schönheit ihres .Landes, seine Niederung und seine Nehrung, seine Armuth und die Heimathliebe seiner Kinder. Er fuhr mit dem Fischer in schwankem Boot zu gefährlichem Fang, erkämpfte mit dem Kuren gegen den Sand der Wanderdüne, mit dem Bewohner der Ebene gegen die Mißernte und die Überschwemmungen. In einem kühnen Uebergang kam er zu Friedrich Wilhelm IV.. der selbst etwas litauisch konnte, gern in Litauen war und dessen Bild man zuweilen noch in litauischen Familien findet. Dann sprach er von den Leidenschaften der Jugend, von Liebe und Haß. Die Sekretärswittwe führte das Taschentuch an die Augen. Und plötzlich forderte er die völlige Freisprechung seines Klienten, gegen den nichts spräche als die Spuren blutiger Finger in einem Testament. Ein Stoff für eine Ballade, meine Herren, ein Stoff für eine Ballade!" Als er schwieg, konnte der allgemeine Beifall kaum zurückgehalten werden. Nicht, daß irgendeiner weniger an Adams Schuld glaubte aber er hatte
gewirkt, wie das Madchen aus der Fremde und jedem eine Gabe gebracht. Der Staatsanwalt erhob sich noch zu einer sehr scharfen Entgegnung, dann stellte der Präsident die Fragen und übergab sie den Geschworenen zur Bejahung oder Verneinung. Die Herren zogen sich zur Berathung zurück. In der so entstandenen Pause, in der der Gefangene abgeführt wurde, trat Jmmanuel zu den Damen. Tante Rorchen sah ihn heute zum erstenmal im Talar. Sie war stolz auf ihn. Aber sie war unzufrieden mit dem Verlauf der Handlung. Man nahm ihr zuviel Rücksicht. Der Staatsanwalt war der einzige, der recht hätte. Die Rede des Vertheidigers nannte sie nur Quatsch. Jmmanuel mußte sie beruhigen. Fräulein Schwabe sprach kein Wort. Sie war da. Das genügte. Es war drückend heiß in dem Raum. Die helle Maisonne hatte auf die Jenster geschienen. Es war vier Uhr geworden. Jmmanuel holte ein Glas Wasser und hielt es Anohrte an die gesprungenen, trockenen Lippen. Sie trank gierig. Keine von den Frauen wollte gehn, ehe nicht, alles entschieden war. Auch die Leute aus Scheschitten hatten den Saal nicht verlassen. Im Publikum zog einer oder der andere ein belegtes Butterbrot aus der Tasche oder eine Bonbonniere. ' Wie im Theater," dachte Jmmanuel. Und er sah zu den Mitspielenden hin. Wie weiß Ute war! Wie jedes Wort, das sie vorhin gesprochen den Stempel schlichtester Wahrheit getragen hatte! Sie war ia selbst die Wahrheit. Wie. wenn er sie gleich fragte, gleich jetzt? Er konnte sie ja bitten, ihm einen Augenblick zu folgen, nur bis an die Schranken. Und dann konnte er sagen: Ute, vorhin hast Du die Hand gehoben und gesagt: .So wahr mir Gott helfe!' Nun frage ich Dich, und ein Nein und ein Ja von Dir ist mir so gut wie ein Schwur. Hast Du Erich " Da sah er auf ihre Lippen. Schmal waren sie und dunkelroth. So weiße Gesichter haben oft so thöricht rothe Lippen. Da stieg ihm das Blut plötzlich zu Herzen, und seine Hände zitterten. Das Glas, das Anohrte geleert hatte, entfiel ihm und zerbrach. .Du bist angegriffen, Jmmanuel," sagte Tante Rorchen. Xu hast zu viel -schreiben müssen. Ich konnte es ja gar nicht mehr mit ansehn. Von zehn bis vier! ' Es ist wirklich unerhört! Und dabei bekommst Du doch nicht einen Pfennig Gehalt. Nein, nicht einen Pfennig, liebe Schwabe. Was für ein Beruf! Ueber Leben und Tod sitzen zu Gericht und dann lassen sie es zu. daß sich die künftigen Hüter der Gesehe umsonst die Finger krumm schreiben!" Da kamen die Geschworenen zurück. Anohrte blickte ihnen entgegen mit Augen, die den Zettel in der Hand des Obmanns zu verzehren drohten. Hanne sah wieder zu Adam. Es wurde todtenstill. Die Geschworenen hatten die Schuldfrage bejaht. Der Präsident verkündete laut und langsam, daß der Angeklagte wegen Mordes zum Tod verurtheilt sei. Es waren keine mildernden Umstände vorhanden, keine That im Affekt, kein Todtschlag. Es war vorbedachter, mit Ueberlegung ausgeführter Mord. Auf dem stand der Tod durch das Beil. Und wieder, wie zu Beginn der Sitzung, ein kurzer Schrei, triumphirend diesmal. Die Wärter führten den Verurtheilten ab, der sich wehrte und schrie und unbestochene Richter verlangte und Anohrte verfluchte. Hanne aber war auf die Bank gestiegen. Da konnte sie über die Köpfe der Menge hinwegsehn, wie sie ihn fortbrachten. Und dann drückte sie die Hände bor das Gesicht und wimmerte: Mein Mann! Mein Kind!" . Wochen waren vergangen. Das Begnadigungsgesuch war abschlägig beschieden. -Da kam eine Nacht, in der ging die Sekretärswittwe nicht schlafen, sondern hatte in ihrer guten Stube die Lampe angezündet und saß auf dem rothen Plüschsofa, und Fräulein Schwabe saß bei ihr, und Tante Rorchen auch. Sie tranken Kaffee und sprachen leise. Es war aber niemand in Anohrtens Zimmtt. . Der Pastor, der die Damen begleitet hatte, hatte
hier seinen Talar übergezogen und war mit Anohrte hinllbergegangen in's Gefängniß. Und Ute und Jmmanuel warteten draußen auf sie. Um sechs Uhr fand im Gefängnißhof die Hinrichtung statt. Noch immer rang Anohrte vergebens mit dem Gewissen des Mörders. Jmmanuel und Ute gingen auf und ab in der grauen Dämmerung des Morgens. Die Laternen waren schon ausgelöscht. In den Kastanien der Straße und in dem Garten hinter der Universität regten sich die Vögel und schüttelten sich den Schlaf aus dem Gefieder. Die Häuser lagen noch, still, mit geschlossenen Fensterläden. Die Stunde vor Sonnenaufgang, immer die kälteste, fremdeste des Tags, eine Stunde blasser Angst und ohne Frieden. ließ heute ihre jungen Herzen doppelt erzittern. Sie hatten wenig miteinander gesprochen und doch die Nähe des andern empfunden als einzigen Trost. Nun sahen sie sich an in der fahlen Dämmerung, und plötzlich nahm er Utes Hand. Verzeih mir, Ute. Ich gehe in die schwerste Stunde meines Lebens. Denn
ich bin nur ein Mensch und kann es noch nicht fassen, daß wir richten dürfcn über einen andern. Aber laß mich nicht so gehn. Nimm mir eine Binde ab, die ich vor meinen Augen trage, wenn ich an Dick denke.. Was bat Dir Erich gesagt, als Du ihn im Winter getroffen? Ute! Warum wirst Du fo roth? Er rühmte sich " Da flammte es auf in den großen, grauen Augen. Er rühmte sich? Svricb es aus. Jmmanuel!" (Schluß folgt.) Die Charwochein SpaUien. Wäh. rend der Charwoche findet in Spanien keine öffentliche Lustbarkeit statt; die Musik verstummt selbst in dem ewig tönenden Barcelona; am Charfreitag und dem folgenden Samstag darf auch in Madrid kein Wagen fahren; die Kirchen werden ihres Frühlingsfchmuckes beraubt und mit schwarzen Stoffen ausgeschlagen; die Glocken verstummen tiefe Stille und Schwermuth legt sich über das ganze Land. Florida hat seinen Namen von den Spaniern, welche die Halbinsel an einem Palmsonntage sDominica Florida," blühender Sonntag) entdeckten und bei der Namengebung für das Land den angeführten lateinischen Ausdruck benutzten. Heidnische Ostereier. Im AUge. meinen wird angenommen, daß die beliebte Gepflogenheit, zu Ostern sich gegenseitig mit Eiern zu beschenken, christlichen Ursprungs sei. Thatsächlich aber entstammt der Ostereierverbrauch dem frühesten Heidenthume. Nach der Schöpfungsgeschichte Zoroasters (etwa 1000 v. Chr.) beschenkten schon die alten Perser am Frühlingsfeste. Nasturz." einander mit gefärbten Eiern, und zwar zur Erinnerung daran, daß der Erstgeborene der Schöpfung, der Urstier, das Weltei mit seinem Hörne gesprengt habe, woraus dann die einzelnen Wesen fcerfcoremtnen. Russische Marwk. Die Jnsurbordination und mangelhafte Ausbildung der russischen M-rim-Mannschaften. welche durch die bekannten Ereignisse des vergangenen Jahres so evident hervortraten, haben schon vor 137 Jahren einen klassischen Zeugen gefunden. Herder nämlich. welcher' mehrere Jahre (1764 bis 1769) in Riga lebte und man kann wohl sagen, ein Russophile war, fällt in dem Journal seiner Reise 1769" folgendes Urtheil über die damalige russische Flotte : Daß Rußland noch keine aute Seeflotte hat. hängt also von zwei Ursachen ab. Zuerst, daß aus ihren Schiffen keine SuboÄlNation ist. die doch hier die strengste sein sollte, sonst geht das ganze Schiff verloren. Anekdoten im Leben Peters (des Großen) zeigen, daß er sich selbst dieser Ordnung unterwerfen und mit dem D:gen in der Hand in die Kajüte habe hineinstoßen lassen müssen, weil er unrecht kommandirte. Zweitens, daß nicht jedes seinen bestimmten Platz hat, sondern alles zu allem gebraucht wird. Der alte abgelebte Soldat wieMatrose. der nichts Mhr zu lernen Lust und Kraft hat unö dünkt sich bild, wenn er kaum im Segel hinanklettern kann. Seemann. In den alten Zeiten wäre dies thunlich gewesen, da die Seefahrt als Kunst nichts war .da die Schiffe eine Anzahl Ruder und Hände, und Menschen und Soldaten und weiter nichts enthielten. Jetzt aber gibts keine zusämmenaesetztereKunst als dieSHfsskunst. Von Jugend auf mußte also der Russe so yur See gewöhnt werden und unter anderen Nationen erst lernen. ehe er ausübt. Aber, sagt m?in Freund, das ist ihr Grundfehler in allem. .Leichter, nachzuahmen ist keine Nation als fie; alsdann aber, da sie alles zu wissen glaubt, forscht sie nie weiter und bleibt also immer und in allemstümperhaft."
U Vorschlag. A.: Ich denke, Sie haben ein Buch geschrieben?" B.: Das wohl, wenn ich nur einen Dummen fände, der es verlegte." A.: Da nehmen Sie es doch in Selbstverlag." IST Rauht die TUh I Hins. -
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