Indiana Tribüne, Volume 29, Number 197, Indianapolis, Marion County, 13 April 1906 — Page 6
Jndiana Tribüne 13. April 1906
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Europäische Nachrichten.
Hesterreich'lngarn. Wien. Dieser Tage ist das Mitglied des Herrenhauses Hofrath Ma ximilian Frhr. von Scharschmid ir.: 73. Lebensjahre gestorben. Im Rudolfmerhaus in Döbling ist der Chezredakteur des Jllustrirten Wiener Ernablatt", Julius Löwy, an den Folgen einer Blinddarmoperation, der er sich vor einiger Zelt unterzogen hatte, gestorben. In der Seidengasse gerieth der 18jährige Hilfsarbeiter August Ortner, Ottakring, Thaliastraße 10 wohnhaft, der betrunken war, in Streit mit Passanten. Da er infolge der Trunkenheit seinen Gegnern nichts anhaben konnte, wüthete er mit dem Messer, das er schon gezogen hatte, im Zorn gegen sich selbst. Er stich sich das Messer in die linke Brustseite und brachte sich eine lebensgefährlicheStichwunde bei. Aerzte der Filiale Maria hilf der Freiwilligen Nettungsgesellschaft leisteten ihm erste Hilfe und brachten ihn in's Sophienspital. B r ü n n. Der Bäckermeister Patocka, der aus Eisersucht sein? Gattin erschoß, stellte sich der Behörde. Budapest. Kürzlich wurden die Inhaber der Damenkonsektionsfirma Julie Fischer & Co.. Herr und Frau Fischer, wegen falscher Krida verhaftet. Die Passiven betragen 300.000 Kronen, denen Aktiven von 30,000 Kronen gegenüberstehen. Berliner und Pariser Spitzen- und Seiden-Fabri-kanten sind mit 220.000 Kronen, der Wiener Platz ist mit 55.000 Kronen oetheillgt. Deutsch - Bokszeg. In der hiesigen Gemeinde haben die Aerzte an einer erkrankten Einwohnerin Genickstarre konstatirt. Die Behörden hatten alle Maßnahmen getroffen, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhu ten. Jägerndorf. Der 15jährige Goldarbeiterlehrling Max Lerch hat sich aus Gram darüber, daß sein Ba ter, der durch eine Reihe von Jahren als Geschäftsdiener in einem hiesigen Tuchgeschäfte bedienstet war. plötzlich entlassen wurde, mit Cyankall vergif tet. L e u t s ch a u. Erzherzog Friedrich hat für die Arbeiter seiner hiesigen Bergwerke, die in den Besitz der neuen Aktiengesellschaft übergegangen sind. einen Jnvalidenfonds von einer Bier telmillion Kronen gegründet. Außer dem Neß der Erzherzog jedem seiner ehemaligen Angestellten einen vollen Jahresgehalt als Neuiahrsremunera tion zukommen. Reichenberg. Vor kurzem beging der älteste Bürger unserer Stadt, der Pnvaner Franz Ullrich, tn bester Gesundheit und seltener Geistesfrische seinen 96. Geburtstag. Luxemburg. E hierin gen. Kürzlich starb in Ehleringen Pfarrer I. Eduard Wampach. Er war geboren in Badorf. Kapweiler. ES wurde zu Kap weiln (Säul) das Anweisen des Ackerers I. P. Nies durch eine Feuersbrunst eingeäschert. Nies, der einen Schaden von 20,000 Francs erleidet, ist versichert. Limpersberg. Die Frau Wittwe Feyder hat ein zweistockiges WohnHaus mit Garten, gehörend den Erben Massard und gelegen Avenue Johann der Blinde, für 20,000 Fr. angesteigert. Mörchingen. Herr Eduard Schaack, Sohn des Ehrenprofessors Schaack, bisher Divisionspfarrer , in Mörchingen. wurde zum Dlvrsions Pfarrer in Saarbrücken ernannt. Neue Expeditionen zum Mount Everest. Im Jahre 1902 hatte eine große Zahl hervorragender Bergsteiger Eu ropa verlassen, um den höchsten Berg der Erde, den Mount Everest oder Gaurisankar im Himalajagebirge, zu erklimmen. Es waren die Engländer Crowley, Knowles und Eckenstein, d Oesterreich Dr. Pfanne!, Dr. Messe ly und der Schweiz Dr. Jakob-Guil-larmond aus Serriöres. Diese Herren hatten damals ihre Ausgabe Nicht lozen können und sind im Frühjahr 1905 von neuem nach Asien gegangen, um ryre Bersuche zur Erklimmuna des Bergriesen mit seinen angeblich 8840 Metern zu erneuern. Leider ist die vorjährige Himalaja-ExpeditionCrow-leys von cmer Lamme überrascht, worden, und vier Theilnehmer wurden getödtet. Crowley kehrte darauf mit dem Rest der Gesellschaft zurück, bereitet aber für dieses Jahr wieder ernen Ausflug vor. Ferner plant eine neue Expedition auf den Himalaja die bekannte enalische HochtöuristinFanny Bullock-Work-man, die bereits vor zwei Jahren eme Himalaja - Reise unternommen hatte. Mit Hilfe einiger Montblanc-Führer will-die Engländerin diesmal Hauptsächlich die westlicheren Theile des Gevlrgszuges erforschen. Jedenfalls sieb man in wissenscyzftlichen Kreisen die sen beiden neuen Nnternebmetd mi großem Interesse evchegen, denn es wird schon em Triumph sem, wenn die Lage ves Mount Everest unzwelfelhaf festgestellt und die clte Streitfrage gelost ist, ov nicht cm noch höherer Gi pfel m der Grenze zwischen Tibet und Natal liegt, welche vlsyer von In dien aus nicht gesichtet werden konnte.
Die Scvisssuvfiöien.
Das Comite des nationalen Abae rrdnetenbauses für die Handelsmarine beschäftigt sich augenolicklich mit oer Vorlage zu Hunnen oes &qiu subfidicn. Diese Vorlage darf zwar au die Unterstützung .eir.er Mehrheit im Senat reckrnen, wird aber im Hause sicherlich zumFall gebracht werden. Die Senatoren stehen ja bekanntlich so hoch über dem Volke, daß sie dessen i-. n ' on.r.' . i unimiiung uoer ok esUllvoriung irgend eines Raubsystems kaltlächelnö ertragen könncn, aber die Stellung der Abgeordneten ist nicht ganz so err.f.... v . r:. z (ni! tr yaoen iinu lvcnn ic auj uieLerivayl rechnen, können sie nicht umbin, die Meinung der Stimmgeber iu Betracht zu Ziehen. Sebr konservative Männer, deren. Ansichten nicht einfach in den Wind geschlagen werden können, sind entschiedene Gegner des Versuchs zur Ur.terstützung von Privatgesellschaften auf Kosten des Volkes. Äuzer solchen Gesellschaften hätte allerdings eine verhaltnißmaßig geringe Anzahl von Arbeitern einen Nutzen von der GeWährung dieser so lange und schmerzlich begehrten Unterstützung. s mo dies die in den Schiffbauhöfen beschastiaten Arbeiter und da mese der American Föderation of Labor angehören, so ist Die Letztere, allerdings nicht offiziell, zu Gunsten oer Vorläge. ?in sebr naiver Weise befürwortete John McNeill. Präsident der Boiler Malers Association, vor dem erwähnten Comite die Unterstützung für den Schiffbau. Er sagte, oajz alle in den Schiffbauhöfen beschäftigten Arbeiter mit Leib und Seele für die Vorläge wären und bat das Comite, dafür einzutreten, damid die amerikanischen Arbeiter nickt auf dieselbe niedrige Stufe binabsanken. wie diejenigen in Englano. Aus diesem Argument, wie aus oer 5altuna der American ??ederation of Labor, ist ersichtlich, daß. soweit die Arbeiter in Betracht kommen, man nur aus Ruckncht für eine einzige Klasse, die nicht einmal sehr zahlreich ist, die Subsidien befürwortet. Doch was dem Einen recht M. sollte dem Anderen billig sein. Verlangt eine bestimmte Klasse von Arbeitern eine Vewilligung öffentlicher Gelder, damit es ihnen nicht an Beschäftigung und gutem Verdienst fehlt, so !anr? man es den Mitgliedern anderer Berufszweige nicht verübeln, wenn sie dieselbe Gunst beanspruchen. Die Eisenbahnarbeiter könnten alsdann die Unterstützung der Eisenbahnen, die Weber die Unterstützung der Baumwolleindustrie und die Kohlengräber, welche jetzt streiken, die Unterstützung der Grubenbesitzer verlangen, damit sie ihnen bohere Löhne bewilligen. Die American Jederatbn of Labor sollte bedenken, daß sie sich durch die Unterstützung von Gesetzen, welche nur einer einzigen Klasse und einigen qeldhungrigen Unternehmern zum Äortheil gereichen, die Sympathie des Publikums, die sie in ihren Bestrebungen so nothwendig braucht, nicht erwerben kann. Und da die Vorlage, wie gesagt, keine Aussicht auf Annahme hat. geben sich die Arbeiterführer sicher eine ganz unnöthig: Blöße. ' Der angebliche Mörder des Ritt meisterS von Krosigk. Wie wir vor einiger Zeit meldeten, war kürzlich das unbegründete Gerücht verbreitet worden, daß ein in Ellrich angeblich verstorbenerThierarz! auf dem Todtenbette gestanden hätte seinerzeit den Rittmeister von Krosig! in Gumbinnen erschossen zu hab'n. Nachdem diese Nachricht gleich nach ihrem Auftauchen hatte dementirt werden können, erhalten wir jetzt zur vollständigen Aufklärung noch folgende Mittheilung: Das Dragoner-Regiment von Wedel in Lyck. früher Gumbinnen, hatte anläßlich der falschen Meldung von der Entdeckung des Mörders von Krosigks ein:n Briefwechsel mit dem Bürgermeister von Ellrich. Fregattenkapitän a. D. Saumann, der u. a. folgendes erklärte: Die erfundene Nachricht ist ein schlechter Wftz eines Ellricher Einwohners; ein gerichtliches Nachspiel ist wahrscheinlich. Gemünzt war sie auf den Ellricher Thierarzt Grulicke. der manche Feinde hat. Er ist frisch und gesund, diente auch nicht bei den Dragonern, sondern im Gardetrain. Er verkehrte viel auf den Gütern. also auch in Werna. das frühere Eigenthum der Freifrau von Spiegel, der (Schwester des erschossenen Rittmeisters war. Diese heirathete. Wittwe geworden, ihren früheren Hauslehrer Hoffmann und wohnt jetzt in Hambürg. Rittmeister von Krosigk liegt mit seinem Vater, dem General von Krosigk, in einer Gruft bei Werna. Frau General von Krosigk wohnt in Bischosfsroda bei Werna." Dies alles hat wohl in der dortigen Gegend die Erinnerung an die Gumbinner Tragödie waHgehalten und den Nährboden für die unhaltbaren Gerüchte gegeben. Der schweizerische Vun desrath hat der Bundesversammlung eine Denkschrift über den Entwurf einer neuenMilitärorganisation unter breitet, die eine jährliche Mehraus gaöe von 3.200,000 Frank erheischt. Die Denkschrift betont, daß die neuen Opfer für -ias schweizerische Militär. Wesen das Minimum dessen bilden, was für die Sicherheit deZ Lande? gethan werden müsse..
Masserpsstittzcn.
Die Flora des Meeres, der Binnenfern und Teiche. Gärten, Wiesen und Wälder unter den Mee, reöweUen - Tie Färbuüg tdes Ozeans. Schwimmende Pflanzeninscln Zahllose Algenarten. Die Feuchtigkeitsmenge, welche die Pflanzen für ihr Bestehen nöthig haben. ist sehr verschieden. Es gibt Arten, die bei einer äußerst ' geringen Menge Feuchtigkeit ihr kümmerliches Dasein fristen, während andere nur auf sumpfigem Boden fortkommen oder ganz im Wasser leben. So ist unter den schaumgekrönten Wellen des Meeres eine ganze Pflanzenwelt verborgen. An den felsigen Grund geheftet. treiben die Tange bald breitere, bald schmälere, im mannigfaltigsten Farbenspiel schimmernde , Blattäste, hier zackig ausgerandet. dort ganzrandig und bilden undurchdringliche W'alder. Wiesenartig breitet sich das Seegras auf dem Meeresboden aus; das ganze Heer der Blüthentange von Roth. Purpur. Violett und Grün verbindet sich zu herrlichen Gärten. .Die eigenthümliche Färbung des Meeres, bald weiß, roth, gelb oder grün wird theils durch kleine Thiere, zum Theil aber auch durch kleine Algen hervorgebracht. So rührt z. B. die Färbung des rothen Meeres von einer mikroskopischen Seepflanze her. die zu gewissen Zeiten auf der Oberfläche des Meeres schwimmt und durch ihre ungeheure Vermehrung sich ebenso sehr auszeichnet, wie durch ihre Prächtig rothe Farbe. Eine andere Alge färbt das Meer am Ausfluß des Hoangho gelb und bei Australien braunroth oder grau, und sonst noch an vielen Orten haben Seepflanzen aller Art. sonderlich aber Algen. Einfluß auf die ftarbung des Meeres, zumal an den KLsten. Fast überall, wo wir den Strand betreten, zeigt er sich umkleidet von einem Wall, einer modernden Pflanzenmasse, die fast allein aus Meeralgen besteht. Der tobende Organ hat sie losgerissen und an's Ufer geschleudert. Meeresströmungen treiben sie beständig aus fernen Weltgegenden an's Land, die Sluth trägt sie täglich dem Gestade zu, Schichten auf Schichten aus dem nie versieaenden Vorratb mm Theil in bedeutender Mächtigkeit aufthürmend. Auch die hohe See ist von öiesen Pflanzen nicht frei. Auch dort treiben die Algen umher, schwimmende arüne oder braune Inseln bildend. Von den ungefähr 2000 Algenarten gehören etwa Z ausschließlich dem Meere an. Mebrere von ibnen erreichen eine sehr beträchtliche Größe; so hat man an den Küsten von Sud amerika in der Nähe vom Kap Horn einen großen Blasentang von 150 bis 300 Nards Länae aefunden. Aber auch die Landseen haben .ihr Vflanzenleben. Auch bier finden sich zahlreiche Alaen. welche die Steine des Wassers grün überziehen und fluthend sich hin und her bewegen. ' Uno sind es auch nicht die vielgestaltigen Formen mit so mannigsultigen Farben wie sie das Alaenbeer des Meeres zeiat zart und klein tragen sie doch zur Schönheit des Bildes bei. Wenn oben prächtige Seerosen ihre Blätter und Blumen ausbreiten, so geben sie den blaßgrünen Untergrund. Oft ist das Pflanzenleben kleinerer Seen und Teiche so lebhaft und dicht, daß nur an einzelnen Stellen daZ Wasser unter der grünen Vlatterdecke hindurchglänzt. Wo die Seen keinen genügenden Abfluß haben, werden sie allmälig sumpfig. Durch die verwesenden Pflanzenreste, welche sich von Jahr zu Jahr auf dem Grunde ansammeln, entsteht ein schwarzer'Humusboden. der immer mehr und mehr nach oben wachst, bis er die Oberfläche des Sees erreicht. Auf dieser schlammigen Unterlage siedeln sich bald verschiedene Pflanzen. Binsen. Wollgräser, vorzüglich aber Torfmoose an, eine mehr oder weniger dichte Pflanzendecke darstellend. Zuletzt wird, nachdem Tausende von untergegangenenPflanzengeschlechtern das Wasser verdrängt haben und Torf" geworden sind, eine vollkommen feste Decke daraus. Das ist die Torfwiese, aus der allmälig nach Verdrängung der Torfmoose und sauren Gräser fruchtbares Ackerland hervorgehen kann. Eine Silber-ZZlotte. Dem ' deutschen Kaiserpaar ist zur silbernen Hochzeit von den Seglern und Ruderern Deutschlands eine SilberFlotte gewidmet worden. Die Flotte besteht aus acht in Silber hergestellten Schiffen, die verschiedene Größe von 18 bis etwas über 3 Fuß besitzen. Ze zeigen die historische Entwicklung des Segelschiffes von 1100 bis zur Gegenwart, von dem Wikinger-Boot bis zur Segelyacht Meteor." Die Fahrzeuge sind mit außerordentlicher Genauigkeit den alten Schiffen nachgebildet. Das alte Normannenschiff mit den Schildern und Fähnchen der Ritter, die Lübische Kogge." wie sie in der Blüthe der Hansa die Meere befuhr, die venetianische' Galeere jenes große Ruderfahrzeug der Renaissance, in dem Tcmsende von Gefangenen, an die Ruderbänke geschmiedet, schmachteten, die bekannte Victory" und so fort stellen die historische Entwicklung dar. Sägemühlen haben die Ver. Staaten nach der letzten statistischen Aufnahme 23.035 auszuweisen.
Iwillingskinder.
Abergläubische Anschauungen wilder Völker m:S grausame Metyoökn. Von manchen wilden, uncivilisirten Völkerschaften wird die Geburt von Zwillingskindern als ein Unglück oder als eine Schande empfunden, chon die alten Mexikaner hielten an dem Aberglauben fest, daß eines der beiden Zwilllngskmder dazu ausersehen sei. später die Eltern zu todten; deshalb mußte gleich nach der Geburt das eine den Göttern als Opfer dargebracht werden. Bei den Antiöindianern in Peru herrscht sogar heute noch der alte Brauch, das jüngere der beiden Ncugeborencn als Kind des Teuftls" lebendig zu begraben, während am Orinoko und bei den Guyanaindianern die Ceburt von Zwillingen für eine arge Schande gilt. Um nicht allgemein verhöhnt oder gar öffentlich ausgepeitscht zu werden, kommt es häufig vor. daß die verzweifelnde, angsterfüllte Mutter selbst das eine der Kinder umbringt. Aehnlich denkt man im Innern Australiens, wo gleichfalls keine Zwillingskinder geduldet werden, sondern eines davon geopfert werden muß. Handelt es sich um ein Mädchen und einen Knaben, so stirbt letzterer. Die Wazaramoneger in Mittelafrika verkaufen tlibt Zwillingskinder oder setzen sie in den Dschungeln aus, wo sie den wilden Thieren zur Beute fallen; bei den Makalaka wird nur einer der Zwillinge dem Tod geweiht und bzn Hyänen vorgeworfen. In Old-Cala-bar betrachtet man sie gar als schauverhafte Ungeheuer, weshalb die eigene Mutter am eifrigsten ihre Beseitigung fordert und selber dafür sorgt, indem sie die armen, hilflosen Kleinen in einem irdenen Topf im Walde aussetzt und dort ihrem traurigen Schicksal, von den Ameisen aufgefressen zu werden, ohne Erbarmen überläßt. Menschlicher verfahren die Apononeger, obgleich auch sie die Zwillingskinder als Vorboten großen Unglücks halten, das man kux verhüten könne, indem man den Zorn der bösen Ccister durch eine Buße besänftigt. Zu diesem Zwecke werden Mutter und Kinder auf die Dauer von sechs Jahr:n in Acht und Bann erklärt, abgesperrt und gemieden. Sie leben allein in einer abgesonderten, einsamen Hütte; erst nach Ablauf dieser Zeit dürfen alle drei zu ihrem Stamme wieder zurückkehren. Große Freunde vonZwillingspaarcn sind dagegen die Hottentotten, namentlich wenn sich's um Knaben handelt. Die Geburt solcher wird bei ihnen stets als das freudigste Ereigniß, das Glück und Segen im Gefolge hat, mit Sang und Klang nebst ausgiebigen Schmausereien feierlich begangen. Originelles MilllonarS-incr. Man schreibt aus London: Vor einiger Zeit hatte der bekannte Kapmillionär Barnato zur Feier der Beendigung des japanisch-russischen Krieges seinen Freunden ein Schlemmerdincr gegeben. Jetzt haben sich diese Freunde revanchirt und ihrerseits Barnato zu einem Essen eingeladen, das seiner Zusammensetzuna nach dem ersten nicht nachstand und das dabei auf eine ganz originelle Weise inszenirt war. Elf Diamantenkönige" aus Londou, aus Hamburg und aus Wien hatten sich zusammengethan, und um Barnato an die Zeit zu erinnern, da er und sein Vater noch selbst in Kimberley auf die Eoldsuche ausgingen, war in dem Saale des Gaiety-Restaurants. wo das Mahl vor sich ging, ein richtiges Zelt aufgestellt, wie es die Schatzgräber zu bewohnen Pflegen. Der Tisch war einfach gedeckt, Stühle und Bänke von verschiedenstem primitiven Material, und Petroleumlampen und Fackeln verbreiteten nur ein unsicheres Licht. Zwei richtige Buren standen als Wachtposten am Eingange, und die Kellner waren als Kaffern verkleidet. Einen um so größeren Gegensatz hierzu bildete dann das Menu, das an Speisen und Weinen nur die erlesensten und theuersten Dingen aufwies und 52500 kostete. Eine tadellose Clcar Real Turtle Soup" wurde aus einem alten Kessel servirt. neben dem das Plakat angebracht war: Man bittet, sich die Hände vor Tisch zu waschen!" An Weinen . gab es einen französischen Champagner, von dem die Flasche $5.50 kostete, und einen Johannisberger Rbeinwein zu $8.75. Nach dem eigentlichen Diner blieb man bei einem Portwein zusammen, von dem die Flasche sich auf. Z6.25 stellte Professor als Falschm ü n z e r. In Tampa. Fla., wurde jüngst ein George H. StephenSder Falschmünzerei überführt. Der, Fall ist vöm psychologischen Standpunkte aus sehr interess ant. Stephens, der von sehr angesehener Familie abstammt, ist ein Graduirter der Princeton-Uni-versität und war an verschiedenen Colleges als Lehrer thätig. Er gerieth jedoch auf abschussige Bahn und sank immer tiefer, bis er schließlich zum Fälscher wurde. Nach Verbüßung emer mehrjährigen t Zuchthausstrafe nahm er sich vor. ein besserer Mensch zu werden und sich wieder eine Stellung in der Gesellschaft zu erringen. Er erhielt auch wieder eine Anstellung an emer Schule, aber seme guten Vor sätze hielten nicht lange an. E twa 20,000 Arbeiter und Angestellte sind in den Londoner DrZ beschäftigt.
Allerlei siir'ö Han5.
Schuhbänder zu binden. Das lästige Aufgehen der Schuhbänder verhindert man sehr einfach, indem man die Bänder, die von innen nach außen geleitet sind, am obersten Schnürloch von außen nach innen durchzieht. Man braucht dann nur eine einfache Schlinge zu machen; diese wird niemals aufgehen. Seide auszubessern. Man muß die zerrissenen Stellen ganz dicht aneinander legen, und klebt auf die linke Seite ein gering angefeuchtetes Stückchen englisches Pflaster. Hierauf überfährt man die Stelle von der rechten Seite aus einen Augenblick mit einem heißen Plätteisen. Um die Seide zu schonen, belegt man dieselbe vor dem Plätten mit einem Blatt Seidenpapier. Kalkflecke entfernt - man. aus Stoffen, indem man sie mit einer Lösung von einem Theil Alaun und zwei Theilen Wasser bestreicht, dann einen feuchten Leinwandlappen darauf legt, und ein mäßig erwärmtes Platteisen einige Minuten aufsetzt. Erfrorene Kämme. Bartläppen oder Füße des Geflügels reibt man mit recht kaltem Wasser oder mit Schnee und bestreicht die erfrorenen Körpertheile mit Fett oder Glycerin. Auch Waschungen mit zehnprozentiger Alaunlösung sind zu empfehlen. Petroleum bewahrt man am besten in großen Steingutkruken auf, weil dem Licht der Zutritt zum Petroleum verwehrt ist und es sich im Dunkeln besser hält als z. B.'in Flaschen. Nun schließen ' Blechkannen zwar auch das Licht ab, doch bekommt das Petroleum darin manchmal einen rostigen Niederschlag, der es, ausgegössen, auch trübe macht. Petroleum, das tagelang in weißen Glasflaschen aufbewahrt worden ist, wird mit ganz bedeutend verminderter Leuchtkraft brennen; deshalb zieht man für diese oft nothwendige Art der Ausbewahrung die dunkelgrünen Flaschen vor. Honig. aufLeinwand gestrichen, ist ein vorzügliches Hausmittel für Wunden, welche durch einen Hieb, Stich, eine Quetschung, durch Schneiden oder Insektenstiche entstanden sind. Reis me hl. Mpn wäscht den von allen gelben Körnern befreiten Reis in heißem Wasser, reibt ihn zwischen den Händen, schüttet nochmals siedendes Wasser darauf, gießt dasselbe ab, wenn es lauwarm ist, kühlt den Reis in kaltem Wasser, läßt ihn ablaufen, trocknet ihn in einem lauwarmen Ofen, stößt ihn im Mörser zu Pulver und siebt ihn. Verschieden von Möbeln. Wenn man schwere Möbel von einem Platz auf den andern schieben will, ohne die Dielen zu ruiniren. so thut man gut, das Möbel ein wenig zu heben und einen alten Teppich unterzuschieben. Wird vvrn an dem Teppich gezogen und im Rücken des Möbels ein wenig nachgeholfen, so transportirt sich auch der schwerste Schrank fast mühelos. Ein einfaches und unschädliches Haarbleichmittel ist Wasserstcff - Superoxyd. Das Haar erhält aber durch seine Anwcndung ein strohgelbes Aussehen dem man sofort ansieht, daß es nicht ein natürliches Blond ist. ' Das be k a n n te.V o l k s m i t -t e l. Spinnengcwebe zur Stillung des Blutes auf frische Wunden zu legen, ist vollständig verwerflich, da es die Wunden verunreinigt. Boraxwasser als FleckWasser. Man löst eine Unze gepulverten Borax in einer halben Flasche kochenden Wassers auf und bewahrt sie gut. Sie ist bei vorkommenden Fällen ein vorzügliches Mittel. um Fettflecke aus Tuch- und Wollflössen zu entfernen. Sp i tz e n s ch l e i f'e n wäscht man, ohne sie zu zertrennen, indem man sie in einer tiefen Schüssel, worin sich Gasolin befindet, leise drückt und hin- und herzieht. So oft das Gasolin verdunstet, ersetzt man es durch frisches, bis die Schleifen sauber sind; dann plättet man sie. Milchkaffeefl eck e z u entfernen. Die betreffenden Stellen destreicht man mit Glyzerin, wäscht dieses hernach mit lauwarmem Wasser wieder aus und plättet die Stelle auf der linken Seite, solange sie noch feucht ist. Hierdurch wird selbst die zarteste Farbe nicht angegriffen, und .man kann diese Flecke sowohl aus Woll- wie aus Seidenstoffen entfernen. Das Glycerin absorbirt nicht allein die Fettigkeit der Milch, fondern auch die Gerbsäure des Kaffees. Blindgewordene Spiegel polirt man mit einem Brei von gepulverier gebräunter Magnesia, die man mit gereinigtem Benzin angerührt hat. Man reibt mittels eines Wattebauschchens diesen Brei über die Spiegelfläche und polirt mit einem weichen Leder oder anderem Tuche nach. Hat die Quecksilberschicht des Spiegels gelitten, so wird auch durch Anwendung solches Mittels nichts erreicht. Wenn es hilft und der Spiegel schön klar wird, so kann man sicher sein, daß die Quecksilberschicht vollständig gut ist. Wenn Salatöl schlechten Geschmack angenommen hat, so kann man den Versuch machen, zwei Eßlöffel Salz in die betreffende Flasche zu schütten. DaZ Oel hat nicht die Eigenschaft, das Salz aufzulösen, wohl aber pflegt der unangenehme Geschmack in. das auf den Boden der Flasche jm kende Salz zu ziehen.
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