Indiana Tribüne, Volume 29, Number 197, Indianapolis, Marion County, 13 April 1906 — Page 1

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1 , , .j Erscheint seden Nachmittag. ' Jahrgang 29. ' Indianapolis, Ind., Freitag, 13. Styril 1906. No. 197.

Zmei Feuerwehrleute verletzt.

Bei einem Brande in Atkins Sägenfabrik. Zwei Feuerwehrleute, Capitain Frank E. OwingS von Compagnie No. 12 und Bert Kemper von derselben Compagnie, fielen bei den Löscharbeiten bei einem Feuer in der Süzenfabrik von 6. C. AttinS & Co. an South, und JllinoiS-Str. von einer 12 Fuß hoher Leiter und zogen sich schwere Verletzun gen zu. OwingS erlitt einen Bruch der Hüfte und mußte in das St. Bin cent'Hospital gebracht werden; Kemper kam mit einigen Verstauchungen und Hautabschü,fungen davon. Das Feuer war in einem mit Oel gefüllten Gefäße im zweiten Stockwerk des Gebäude ausgebrochen und sah eine Zeit lang recht gefährlich aus. Den energischen Anstrengungen der Jeuerwehr gelang eS jedoch, dasselbe auf seinen Herd zu beschränken; der an gerichtete Schaden beträgt kaum $200. Starker Wasserdruck war für den Unfall, verantwortlich. Der von den beiden Verletzten geführte Schlauch schlingerte so stark.- daß sie ihren Halt verloren. Strakenraub. Delegat zur republikanischen Convention bestöhlen. Am Freitag Morgen, kurz nach 3 Uhr, wurde Henry Mann auf dem Wege zu seinem Hotel an der Ken tucky-Avenue und den Geleisen der Big Four-Eisenbahn von zwei Banditen an gehalten. Die Strolche hielten ihm einen Revolver unter die Nase und er leichterten ihn um seine VaarsFaft im Betrage von $10 und eine werthvolle goldene Uhr. Als dle Polizei ankam, waren die Wegelagerer längst über alle Berge. Mann Um von Knox County als Delcgat zu der hier stattgehabten repu dlikanischen StaatSconventlon. Nev. JaueS erlag frtucrn Krank-heitS-Anfalle. Rev. LouiS TJaneS, welcher am . Donnerstag zu Beginn der Convention der Republikaner in der Tomlinson Halle von einem Herzschlage getroffen wurde, starb am selben Äbend um liz Uhr in seiner Wohnung.' Der Verstorbene erreichte ein Alter von 70 Jahren und war schon seit mehreren Jahren kränklich gewesen. Einbruch. Diebe zertrümmerten das Schausen fter der Schmuckwaaren-Handlung von Streng & Lux, No. 217 Jndiana Avenue, und erbeuteten Waaren der schiedenster Art im Werthe von $500. Als Angestellte am Freitag- Morgen da Geschäst eröffneten, entdeckten sie den während der Nacht verübten Ein bruch. B r a z i l , 13. April. DaS KrelS gericht hat das Gesuch von Jesse Slu der, welcher wegen Ermordung von Ralfton Cardwell in Golden NnobS lebenslängliches Zuchthaus erhalten hat, um Bewilligung eines neuen Pro zesseS abgewiesen und werden seine Ver theidiger aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht an ein höheres Gericht appel liren, so daß der Verurtheilte schon in den nächsten Tagen nach Michigan City gebracht werden dürfte. Sluder, der nach wie vor seine Un schuld betheuert, ist jetzt total gebrochen und kann seit der Ankündigung der neuesten Entscheidung deö Gerichtes "nicht mehr essv? oder schlafen. Er sagte, er möchte lieber noch gehängt werden. als sein Leben im Zuchthause zudrin gen zu müssen. Er wird aus'S Strengste bewacht, um einem etwaigen Selbstmordversuch zuvorzukommen. Daniel Banahan, der in No. 419 Nord. West Straße eine Wirth, schaft betreibt, ' wurde unter der An schuldigung deö thätlichen Angriffs verhaftet. :

Der Porchllcttcrcr Giebt wieder ein erfolgreiches Gastspiel.

Chas. N. Balke's Heim der Schauplatz. Während gestern Abend im unteren Theile deö von ChaZ. Balke bewohnten Hauses 1910 Nord Meridian Str. eine röbliche Gesellschaft versammelt war, letterte der von der Polizei so viel und vergeblich gesuchte Porchkletterer durch ein Hinterfenfter des zweiten Stockwer es in das Innere, durchwühlte Kästen und Schränke und entkam mit einer Beute von $60. Gleich nach 10 Uhr als ein Mitglied der Familie Balke sich in das obere Stockwerk begab wurde der Dieb stahl entdeckt. Die Polizei wurde sofort telephonisch benachrichtigt und die Radler Shine und AmSden wurden vom Hauptquartier auSgefandt, um die Sache zu untersuchen. Man glaubt, daß außer den $60 in Baar, die dem Gauner in. die Hände sielen, nichts fehlt. Der Eindringling muß es eilig gehabt haben, denn dicht neben dem Gelde, das er an sich nahm, läge eine Frau Balke gehörende Dia mantbrosche, die einen Werth von 8500 hatte, doch übersah der Gauner das Werthstück. Er wird sich, wenn, er heute früh die Zeitungen lieft, nicht wenig ärgern, daß er das in seinem Bereiche liegende Schmuckstück zurück ließ. ES unterliegt keinem Zweifel, daß derselbe Kerl die sämmtlichen Porch klettereien vollbrachte, welche in unserer Stadt seit einer Reihe von Monaten so häufig vorkamen. Dieselben charakte riftischen Anzeichen wurden ohne Mühe bemerkt.' Der Kerl ift ein verwegener Kletterer und ift ganz genau orkentirt. wo die beste Beute ju finden ist. Er sucht zunächst die Schlafzimmer auf, weil dort gewöhnlich Schmuck und Werthgegenstände zu finden sind. Niemand in Herrn Balle'S Haus be merkte den Spitzbuben, als er sein Ent kommen bewerkstelligte. Speeistl-Sitznng des Stadtraths Gestern Abend wurde dem Stadtrath, welcher zu diesem Zweck zu einer Spe cial'Versammlung zusammen berufen war, der nach den Zugeständnissen der Chicago, Indianapolis & EvanSville EisendahN'Gesellschaft abgeänderte Ver tragZ.Cntwurf über die Ertbeilung deS WegerechtS an dieselbe vorgelegt. Der Vertrag in seiner jetzigen Form enthält die Bedingung, daß die Bahn gesellschaft innerhalb 6 Jahren einen Personen Bahnhof erbaut und kein Fracht.Geleise östlich der West Straße legt. Nach Verlesung des neuen Vertrages wurde derselbe dem Comite für Kon trakte und Gerechtsame zur Vorbe rathung und Berichterstattung in einer späteren Versammlung überwiesen. Humane Society. In der letzten Versammlung der Indianapolis Humane Society" be richtete der Sekretär, daß, seitdem die Bestrebungen der Gesellschaft energischer betrieben wurden. 318 ftälle von Thierquälerei zur Kenntniß kamen 116 Pferde und Esel wurden als für weitere Dienstleistungen untauglich ge tödtet. Der - Schatzmeister berichtete einen Kassenbeftand von $828. Sammt liche Beamte und Direktoren wurden wiedergewählt. ES wurde beschlossen, in Zukunft den Viehhöfen, Leihftällen, . Markthäu fern und anderen 'Plätzen, wo Zug thiere häufig längere Zeit unbeachtet stehen gelassen werden sowie auch Plätzen, an denen Geflügel zum Ver sandt kommt, größere Aufmerksamkeit zu widmm, um Grausamkeiten gegen Thiere so viel wie möglich zu steuern Gottlieb Leukhardt, Die gemüthliche Ecke-, Ecke Noble und Market Str.

Kohlenstreik macht sich fühlbar.

Eisenbahn Angestellte scheinen die ersten zu sein, denen der Streik der Kohlengräber fühlbar wird. Um eine Reduzirung der Betriebskosten herbei zuführen, hat die Pennsylvania Eisen bahngesellschast für 800 ihrer Ange stellten in den Werkstätten in LoganZ Port eine kürzere Arbeitszeit angeordnet. Wo früher tüaliÄ 9 und 10 Stunden gearbeitet wurde, beträgt die Arbeitszeit von jetzt ab nur noch für fünf Arbeitstage in der Woche fünf Stunden täglich. In Columbus, O., find nicht nur die Arbeitsstunden für 2500 Arbeiter verkürzt, sondern eS ha ben.auch viele. Entlassungen ftattgefun den. Den Arbeitern wurde gesagt, daß die Verkürzung der Arbeitszeit resp. Entlassung nur zeitweilig, Voraussicht lich nur für einen Monat, in Kraft fein sollte. Die Anordnung kam Vielen über raschend. da allgemein angenommen wurde, daß, nachdem der Streik keine größeren Dimensionen annahm, keine nschtheilizen Folgen für den Eisen bahnbetried zu erwarten wären. Möchten Sunde auf gute Manier loswerden. Der Desk.Sergeant" in der Poli zeistation ist ein vielgeplagter Mann. Unglaublich ift eS, mit welchen Nichtig ketten er den Tag über geplagt wird und es ist nicht zu verwundern, wenn dem Beamten manchmal die gute Laune ausgeht. Gestern machte Ser geant Corrigan wieder einmal ein so finsteres Gesicht, daß man hätte glau den können, ihm wäre - die noch nicht aufgegangene Petersilie in seinem Garten verhagelt. Nach der Ursache seines Grolls ge fragt, machte er seinem Herzen Luft : Seitdem die Steuereinschützer an der Arbeit sind, kommen zahllose telepho nische Aufforderungen an das Polizei Hauptquartier, herrenlose Hunde von dem Besitzihüm der Nachrichtgeber zu entfernen; wenigstens 1000 derartige Gesuche liefen heute ein. Eine Frauen stimme theilte mit, daß ein fremder Hund sich seit einem Jahre in ihrem Hause aufhalte. Meine Frage, ob vielleicht der Steuereinschützer dagewe sen wäre und den Hund als steuerbares Eigenthum notirt hätte, veranlaßte die Frauenstimme, unsere Unterhaltung so fort abzubrechen." Unmöglich wäre eS nicht, daß Ser geant Corrigan Recht hat, wenn er an nimmt, daß Eigenthümer von Hunden, um die Hundesteuer zu sparen, die Hülfe der Polizei in Anspruch zu neh men versuchen, einen überflüssigen Kö ter aus der Welt zu schaffen. Zur lästigen Nanchfrage. Mayor Bookwalter, wird heute Vor mittag mit dem Rauchinspector WalmS ley eine Conferenz abhalten, in welcher über die beste Methode berathen werden soll, den so lästigen Rauch aus Fabrik Schornsteinen usw. auf das geringste Maß zu beschränken. Der Mayor ist der Ansicht, daß eine Reihe von Versamm lungen mit Fabrikanten und anderen interessirten Personen abgehalten wer den sollte, bei welchen durch Vorlesuw gen und Erklärungen von Fachleuten denFabrikanten bewiesen werden könnte. daß eS in ihrem eigenen Interesse liegt,' Rauchverzehrer in Verbindung mit den Feuerungsanlagen anzubringen, da durch die Verbrennung des Rauches eine Ersparniß. an FeuerungSmaterial herbeigeführt wird. Auch eine Anzahl Mediziner könnten zu diesen Versamm lungen zugezogen werden, welche durch weitere Erläuterungen die sanitäre Seite der Rauchsrage näher erklären könnten. Feuer. x Im städtischen Markthause unmittel bar neben der TomlinsonHalle explo dlrte gestern ein kleiner GasolinOfen. AlS die sofort alarmirte Feuerwehr ein traf, war das entstandene Feuer bereits gelöscht, ohne nennenSwerthen Schaden angerichtet zu haben. ,

Aus den Gerichten. Kriminalgericht. Joe Scott, welcher sich wegen Ein bruch und Diebstahl zu verantworten hatte, wurde im Kriminalgericht deö DiebftahlS schuldig befunden und mit Sl und Kosten und 1 bis zu 3 Jahren in der Jndiana Reformanstalt bestraft. Ihm wurden auf 1 Jahr die Bürger rechte entzogen. In dem Falle des 13iährigen Wm. Wood und des 16.ährigen JameS Longmier, die deS GroßdiedstahlS schul big befunden wurden, wurde daZ Ur theil suSpendirt, bis sie sich eines ioette ren Vergehens schuldig machten. Schadenersatzllage. Andrew I. Valentine verklagte Ru den W. Donley auf Bezahlung . von S1000 Schadenersatz. Am 31. Jan.

1906 wurde der Kläger auf einen Haft befehl deö Verklagten wegen Kleindieb stahl eingesperrt und wurde 19 Tage festgehalten, worauf eS ihm gelangte, gegen Bürgschaft seine Freiheit zu be kommen. Sein Fall wurde im März 1906 einer gerichtlichen Untersuchung unterworfen, worauf er nach dem Ver hör freigesprochen wurde. Durch diese Beschuldigung ist ihm eine persönliche Kränkung zugefügt worden .und wäh rend seiner Haftzeit hat er sich manchen Entbehrungen und Unbequemlichkeiten unterziehen müssen, wodurch er einen Schaden von 81000 erlitten hat. Er fordert die obengenannte Summe und die Gerichtskosten. ForderungNlage. Charles D. Lathrop strengte gegen die New Bork Life JnsurancZ Co. eine Klage auf Zahlung von 345 an. Ein gewisser John W. Dean hatte bei der oben erwähnten Versicherungsgesell söaft sein Leben mit $5000 versichert. Seine Police hatte er nach einiger Zeit an' einen gewissen Oöcar L. Neisler überschreiben lassen, welche mit dem Kläger betreffs derselben, eine Ueber tragung gemacht hatte. OScar L. Neisler hatte auf die Po lice hin 81000 von der Compagnie ge liehen. Im Dezember 1905 starb nun John W. Dean, worauf der Kläger bei der Gesellschaft auf $4000 Anspruch erhebt. Die Compagnie weigerte , sich jedoch, ihm die $4000 auszuzahlen. Er fordert die Bezahlung von S4500 ein schließlich der Gerichtskosten. Polizeiliches. Die R a d l e r Shine und AmZ den brachten den Arbeiter George A. MeSlill, der sich in seinem Kosthause No. 1018 Fayette Straße durch sein sonderbares Benehmen in auffälliger Weise bemerkbar gemacht hatte, nach der Polizei . Station. MeZklll ift wahrscheinlich irrsinnig und wird er darauf hin untersucht werden. Eifersucht und Alkohol fetzten die Frauen Laura Routner und Georgla Tarlington gegen einander, biZ. sich die Nachbarn veranlaßt sahen, die Polizei zurufen. Die Polizisten Lars und DeRossett stellten die Ruhe wieder her, indem sie die beiden Kampfhühner zur Polizeiftation gelei teten. Beide wohnen in No. 124 Noro Delaware Straße. Frau S Hafer, No. 2910 Cen. tral Ave. berichtete der Polizei, daß sie in ihrem Keller verdächtiges Geräusch gehört habe und vermuthete . sie, daß Einbrecher dort an der Arbeit wären. Glücklicher Weise war ihre Furcht m begründet. Als die Radler Shine und AmSden den Keller durchsuchten, san den sie den vermeintlichen Einbrecher. ES war ein junger Hund, der mit einem Handschuh spielte. Hammond, 12. April. Die Ent. gleisung d'eS nördlich gehenden Fracht zugeS No. 70 der Monon Eisenbahn, verursachte einen empfindlichen Schaden für die Bahn.Gefellfchaft. Dreizehn beladene Wagen wurden zertrümmert und die Locomotive unbrauchbar ge macht.. Das Zugpersonal entkam un verletzt. Für Zugführer Stinson.war eS schon , das zweite Mal in diesem Jahre,' daß sein Zug verunglückte.'.

Nachrichten aus Jndiana.! L a f a y e t t e, 12. April. Joseph Welmer, der neulich den Zimmermann Jacob Schick durch einen Schuß ver mundete, starb an den Wunden, die er sich selbst mit seinem Taschenmesser am Halse beigebracht hatte. Er war 72 Jahre alt und ein Sonderling, der, obwohl fleißig und wohlhabend, nie Verkehr mit anderen Leuten unterhielt. Wer und wo seine Verwandten sind, weiß Niemand. Schick wird wieder hergestellt werden. EvanSville. 12. April. Der frühere TöpfereiBefitzer LouiS Uhl feierte mit seiner 'Frau Karoline in seltener Rüstigkeit das Fest der golde nen Hochzeit. Beide kamen bereits in jungen Jahren nach EvanSville und sind seither hier wohnhaft gewesen.

B o o n e v i l ! e , 12. April. Sehr verlockend kann das Amt des City.MarshallS Hierselbst nicht sein; der letzte Inhaber resignirte nach einer Amtszeit von einigen Tagen. ES war dies der 12. Marshalljseit dem l. Jan., keiner hielt lange aus. Charles Shade wurde von dem Mayor Heinzle als 13. Marshall ernannt. Newcaftle, 12. Aprilr Oef fentliche Mildthätigkeit nahm sich deö Arbeiters R. L. Prim und seiner Fa milie in anerkennenSwerther Weise an. ES wurden Gelder genug gesammelt, um deS HauS, in welchem die Familie zur Zeit wohnt, für sie anzukaufen und für die nächste Zeit den Unterhalt zu beftreiten. Prim verlor kürzlich durch einen Unfall in einer hiesigen Fabrik das Augenlicht. F r a n k f o r t , 12. April. Vor zwölf Jahren wurde in Mulberry ein Mann begraben, der allgemein für den Farmer Jfaac Schleifer gehalten wurde. Dieser war kurz zuvor nach einer kleinen Stadt in Missouri verzo gen und sollte dort gelegentlich eines Hochwassers ertrunken sein. Ein Jahr nach der Beerdigung ver helrathete sich die Wittwe wieder und lebt noch auf derselben Farm, wo sie damals mit Schleifer gewohnt hatte. Vor einigen Tagen nun starb der Va ter Schleifer'S; Verwandte in KansaS lasen in der Todesnachricht auch die Er wäbnuna des tragischen TodeS des Sohnes, von dem sie bisher keine Ah nung gehabt hatten. Um so überraschender kam die Neuig keit, als der angeblich Ertrunkene erst kurz zuvor bei ihnen zu Besuch gewesen sein soll; er gab gelegentlich des Be suchs an, in Colorado zif wohnen. Merkwürdig ist. daß der Todtgeglaubte in der langen Zeit nichts von sich hören ließ. Ein in Mulberry wohnender Brüder ist jetzt nach Colorado gereist. um womöglich das Geheimniß aufzu klären. Die Frau 'Schleifer'S, jetzige Frau Hart, hatl)von dem Wiederauf tauchen ihres ersten Mannes noch keine Ahnung. . Der Hotelbesitzer ThoS. I. Nash, 126 Oft Ohio Straße und der Buchhalter Edgar Cox. 513 Nord Jlli noiö Straße, urden vom Polizei Sergeanten Paulsoll wegen Schlägerei hastet, gegen Stellung von je 825 Bürgschaft für ihr Erscheinen vor dem Polizeirichter jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Nash ist Eigenthümer deö LorretteHotelS und hatte mit Cox, welcher in ihm einen alten Bekanrten gefunden zu haben glaubte, den Abend über in der mit dem Hotel verbundenen Wirthschaft ziemlich getrunken. Nash zog sich schließlich zurück, und als er von Cox vermißt wurde, folgte dieser ihm nach. Er traf in dem Hotel Frau Nash und soll dieselbe auf irgend eine Weise insultirt haben. Plötzlich erschien Nash wieder in der Wirthschaft und ging mit gezogenem Revolver auf Cox loS. Von Angst ergriffen, lief dieser davon. Auf der Straße ergriff Cox den Nash und warf ihn zn Boden, doch ehe sie sich irgend welchen Schaden zufügen konnten, war Sergeant Paul sell zur Stelle und steckte Beide ein. Geo. A.Remmetter,224 Nord Plne Str. Dunkle und helles yapl tal City Bier stets bei mir zu haben.

chirm. Seschichtttche Reminiscenzen über das heute entbehrliche Toilettenstück. ' Der Schirm ist, ähnlich wie der Farher, beinahe so alt, wie der Mensch. Schon die alten Egypter, Griechen und Römer kannten ihn; die Frauen ließen ihn durch Sklaven oder Sklavinnen tragen. Die Schirme waren auf Bambusstäbe gespannt und mit Elfenbein, Gold und Edelsteinen ausgelegt. Bei den Griechen war der Schirm ganz flach, kurz und fächerariig. Im alten Rom spielte er besonders in den Theatern eine große Rolle; man fertigte damals selbst aus Frauenhaaren Schirme. Im Kaiserreich Marokko darf der Herrscher allein einen Schirm tragen. In China dagegen sind die Schirme je nach dem Stande der betreffenden Person rn zwei, drer oder v:er Stockwerken aufgebaut; Schirme mit vier Abtheilunqen dürfen nur AngebonZe des Kaiserhauses tragen. Kein Chinese geht ohne Schirm aus, der Vornehm: aber läßt ihn sich tragen. Selbst Pferde und Elephanten werden durch Regenund Sonnenschirme geschützt. Aehnlich verbreitet ist der Schirm in Japan und Siam. In Hindostan trägt der Herrscher einen Schirm mit sieben Abtheilungen, genannt Savetraxat. Als der letzige Koma von England als Prinz von Wales eine Reise nach Indien übernahm, 'mußte man ihn, um seine Würde den Eingeborenen verständlich zu machen, auf einen weißen Elephanten setzen und einen mächtigen goldenen Schirm über seinem Haupte tragen lassen. Das Londoner South Kensmgion-Museum besitzt 20 höchst kostbare Schirme, die der Prinz von dieser Reise heimbrachte. Die prächtigen Schirme der Dogen von Venedig aus Goldbrokat kann man noch heute cuf Bildern bewundern. In Frankreich waren Schirme bis Ende des 16. Jahrhunderts so gut wie unbekannt. Ihre erste Erwähnung stammt aus dem Jahre 1620. Bis dahin schützte man sich durch einen Regenmantel. Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die Schirme in Frankreich aus Leder gemacht -und durch schwere Kupferringe zusammengehalten; ein solcher Schirm weg mehr als drei Pfund. Später wurde seine Verbreiwng allgemeiner und zugleich seine Form leichter und graziöser. In England war der Schirm im 17. Jahrhundert noch so gut wie unbekannt. Ein ' Märtyrer war nöthig, um den Schirm in England einzuführen, Sir Jonas Hanwav war es, der in London vom Jahre lloß ab niemals ohne Schirm ausging; man warf mit Steinen nach ihm, aber er ließ sich nicht irre machen, und als er 1786 starb, hatte er die Genugthuung, zu sehen, daß der Schirm in England eingeführt war. . ' ; Ar.S der ArtiftcnspraÄe. Recht drollig nehmen sich oft für Laien die Ausdrücke in den Inseraten der deutschen Artisten-Blatter aus. Man liest da unter anderem: Suche sofort eine Schlangendame, welche rückwärts arbeitet, auf Jahrmarkt." Suche Engagement als Vorderkautschuk, Trapez- und Fesselkünstler mit Stricken. Ketten und Schlössern." Verkaufe eine tanzende Alte für 30 Mark." Ein Humorist, der auf Wunsch bunt in Solo arbeitet, sucht Stellung." Artisten gesucht. ,Luftnummer ausgeschlossen, solche mit mehreren Nummern bevorzugt." Komische Equiliöristen, gute einarmige Handstände rechts und links, sehr gute Ringe-Arbeiter. - sowie erstklassigen Obermann sucht Akrobaten-Truppe. Auch kann sich daselbst ein August melden." Pistonistin sucht Engagement in besserem Damenorchester. Kneipen ausgeschlossen." Abnormität. Das kolossalste Mädchen der Welt, hausfüllende Nummer, sucht Stellung." Wer dressirt Vögel zum Planetenziehen?" Wasserrutschbahn mit nicht zu langer Rutsche zu kaufen gesucht. Trommlerin sucht Stellung. Blase auch etwas Horn." Ein M u st e r-S ch a n kWirts) war der dieser Taqe in Pittsburg, Pa.. verstorbene Wirth Franz Merkel. Sein Lokal betrieb er in mustergiltiger Weise genau dem Gesetz gemäß und sireng nach christlichen Grundsätzen. An Fest- und Feiertagen war Merkels Lokal geschlossen. ' Und wenn man ihn nach den Gründen befragte.. erklärterer, daß die Leute die Festtage zu Hause im Kreise ihrer Familie und nicht in den Salons" zubringen sollten. Betrat ein Mann in berauschtem Zustande seine Wirthschaft. so wurde ihm bedeutet, seines .Weges zu ziehen, und wenn er nicht gutwillig gehen wollte, so wurder an die Luft gesetzt. Tron. seiner strengen Grundsätze hatte sich Merkel in seinem Geschäfte ein großes . Vermögen er-worden.

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