Indiana Tribüne, Volume 29, Number 193, Indianapolis, Marion County, 9 April 1906 — Page 6

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; ZNargols Haler. Erzählung nach fmminalaktkii.. von J. $ Hansen.

I. . Aus dem großen Walde von St. Germaln hervor fluthet ein klarer Äach und ergießt sich in die Seine, nachdem er zuvor noch einen kleinen tiefen Teich gebildet. An- diesem Gewässer befand sich im Jahre 1810 eine kleine Säge mühle mit dazugehörigem Wohngebäude und nicht lreit davon ein stattliches Äauerngehöft. Weiterhin, sah man die Dächer und Hauögiebel eines Dorfes aus dem Grün der Bäume und Büsche hervorlugen. Alles dies der breite Seinestrom im Vordergründe, der Bach, der Teich, die Wiesen, die Sägemühle, das Bauerngehöst, das entfernte Torf, der prächtige Wald im Hintergründe bot zusammen ein so reizvolles und an muthiges landschaftliches Bild idyllischen Jriedenöund ruhiger Schönheit, daß schon häufig Pariser andschafts maler mit ihren Skizzenbüchern hin auSgepilgert waren, um den stillen Zauber dieses Landschaftsidyllö mit Farbstift oder Pinsel zunächst auf Pa pier und nachher auf Malleinen zu bannen. Wie trügerisch ist aber oft der äußere 5nschein! So war's auch hier: kein Idyll deö Friedens und der Ruhe waren jene beiden benachbarten Wohn statten, sondern vielmehr ein Schauplatz des heftigen Hasses und unaufhörlichen Streite? zwischen den beiden Nachbarn, dem Sägemüller und dem Bauer, (sr)terer hietj Jean Courbet, Letzterer Pierre Lebrun. Beide waren schon Graukö'pfe, über die Fünfzig hin aus, wenn auch noch sehr rüstige Man ner: doch von Jahr zu Jahr haßten sie sich ingrimmiger; ein Prozeß zwischen ihnen spielte seit langer Zeit und verursachte schwere Kojten. Es Handelle slch in ihrem Rechts streit erstens um den Teich, der ihnen gemeinschastlich als einzigen Land anliegern gehörte. Wegen der Fischerei und öntenjagdnutzung hatten sie sich niemals einigen können. Dann aber bildete zweitens eine noch schlimmere Streitursache die für den Sägemühlenbetrieb Courbets durch aus nothwendige Wasserstaugerechtsame. ES konnte natürlich nicht fehlen, daß dadurch, trotz aller auf die richtiae Stauhöhe des Wassers gewandten Auf merkfamkeit und Sorgfalt, dennoch die an den Teich grenzenden Wiesen deS Nachba'rS zuweilen ein wenig überschwemmt wurden, waS diesem dann erwun chte eranla ssuna zu beftiaen Beschwerden gab. Jan Courbet war wohl auch ern hitzlöppger und jäh zorniger Mann, Pierre Lebrun aber dasselbe in noch viel höherem Grade. Man nannte ihn in der Gegeno all gemein den Piozefcbaue?," weil er an Prozenchikanen aller Art so recht seine Lust zu haben schien. Im Wlrthshause deS benachbarten Dorfes hatten Courbet und Lebrun in ärgerlicher Weise sich oft gezankt, in Gegenwart Anderer Drohungen gegen . : V - - o - . ri - .- v r t rlimiivrr uuegesioiZeli uno sia) gegen sntig alle möalichen Schlechtigkeiten nachgesagt. Manche Leute meinten deshalb kopfschüttelnd: Das kann kein gutes Ende nehmen mit den Bei den! Und darin sollten sie sick auck wirklich nicht tauschen. Jean Eourbet hatte eine grone Familie zu ernähren, was ihm Mühe genug machte, denn leider war er ziem lich verschuldet. Und seinen ältesten Sohn Joseph, bis dahin seine beste Stütze im Geschäft, hatte vor Jahres r -t . . . . . yiii ein zweies ungiucr oetrossen. Der sechsundzwanzigjährige junge Mann war nämlich unheilvoller Weise mit seinem rechten Arm in das Sägewen gerathen uns yatte ,yn dabei eingebübl. So war er also zum Krüppel geworden und konnte nicht mehr so thätig sein wie zuvor. Joseph war verheirathet gewesen, aber jetzt Wittwer; er hatte nach kaum zweijähriger glücklicher Ehe seine liebe Frau durch den Tod verloren, die ihm ein reizen des Töchterchen hinterließ, die kleine, niedliche, jetzt dreijährige Margot. An einem Augustmorgen des Jahres 1310 liefen bei einer alten Ulme am Feldwege nördlich vom Teiche viele Leute zusammen. Dort lag unter dem Baum der enlseelte Körper Pierre Lebruns. Den Prozetzbauer hatte ein wohlgezielter Schuß durch den Hals getödtet, wie die Untersuchung ergab. Ein Gendarm sprengte herbei, bald daraus kam ein zweiter. Eine JustizPerson und ein Arzt wurden aus Ct. Germain rasch zur Stelle geholt. Man forschte nach der Kugel, konnte sie aber nicht finden, denn in der Leiche fand sie sich nicht. Der Justizbeamte fragte alsdann mit lauter Stimme die Anwesenden: .Hat Jemand eine Vermuthung über den Thäter?" Zuerst Schweigen, dann leise Ge murmel. Endlich sagte ein alter Bauer: Nach meiner Ueberzeugung kann'S nur der Sägemütter gethan haben. " Ja, ja!' riefen Andere zustimmend. Sicherlich ist Jean Courbet der Thäter! Be Beiden waren sich ja so grimmig feind wie Hund und Katze! Wie oft haben sie sich gezankt, 'wie giftig sich bedroht! Einer'" sprach bedächtig: .Heute

Morgen, ganz in der Frühe, als ich zur t . . a-c : j. ti ' l

Moaroeil ging, uuj im ijicr in ver Nähe Jean Courbet, den Sägemüller. Er hatte eine Kugelbüchse auf der Schulter und sagte mir, er wolle einem Fischotter weiter oben am Bache nachstellen. Aber ich glaube nun auch, daß er seinen Feind, den ,Prozeßbauer,' erschossen hat." Der Beamte hatte genug gehölt. Er winkte den Gendarmen zu. Die Drei schritten nach der Sägemühle hin. Das Wasser rauschte über das Wehr, aber die Mühle stand still. Auffallender Weise war das Werk nicht im Gange. Tie Drei traten in'S Wohnhaus. Wie sie auf dem Flur waren, hörten sie, wie im Wohnzimmer drinnen Jean Courbet mit heiserer Stimme sagte: Jetzt kommen die Gendarmen!Eine andere Stimme, die deö ältesten Sohnes, des Einarmigen, sprach darauf etwas Unverständliches, doch anscheinend Beruhigendes. Der Beamte stieß die Thür auf und trat mit seinen Begleitern in's Zim mer. Ganz verstört saß der Sägemüller auf einem Stuhle. Bei ihm stand sein Sohn Joseph, dessen gleichfalls anwesende Mutter, Brüder und Schwestein vor Entsetzen fast außer sich zu sein schienen. Auf einem Bcttchen in der Ecke des Zimmers schlummerte unschuldövoll und friedlich die kleine Margot. Jean liourbet," sprach der Beamte, Ihr habt heute Morgen Euren Nachbar Pierre Lebrun erschossen. Im Namen deö Gesetzes vethafte ich Euch!" Der Sägemüller, stöhnend sein Antlitz mit den Händen bedeckend, antwortete nicht. Aber sein Söhn Joseph, dessen bleiches Gesicht einen unbeugsamen Ent schluß verrieth, sagte mit fester Stimme: Das ist ein Irrthum, mein Herr !" Wieso?" Mein Later wird ungerechter Weise beschuldigt, denn er hat Pierre Lebrun nicht erschossen." Wer hat'S denn gethan?" Ich selbst." Ihr? Der Einarmige? Das ist wohl nur ein Gerede, um Euren Vater, den Thäter, vor dem Verhängniß, das ihn bedroht, zu behüten, möchte ich fast glauben. Ha, in der That, ein Herois mus ohnegleichen!" Wahrheit ist'S, waS ich sagte. Meinen linken Arm weiß ich wohl zu brauchen; darin bin ich geübt. Und um eine Pistole abzudrücken, braucht man nur eine Hand." Man hat Euren Vater ganz in der Frühe draußen mit einer Kugelbüchse gesehen " Er war auf der Fischotterjagd und ist freilich ohne. Jagdbeute, aber auch ohne einen Menschen getödtet zu haben, heimgekehrt. Der Schuldige bin , ich allein. Draußen hatte ich bösen Streit mit Lebrun; harte Worte wurden' ge wechselt, er beschimpfte mich; da über mannte mich der Zorn, und ich erschoß ihn. So ist'S gewesen." Dabist seltsam! Euer Vater sieht doch so verstört aus." Das Unglück seines Sohnes ver anlaßt das das ist doch wahrlich lein Wunder." Euer Verbrechen!" Das ist ein schlimmeres Wort für meine That, aber es möge gelten." .Wo ist die Pistole?" Hier!" Der junqe Mann brachte eine Pistole zum Vorschein und überreichte sie dem Beamten. - Dieser prüfte mit Interesse die Waffe und steckte sie als corpuseliot.! ZU sich. Dann sagte er: Unter solchen Um ständen verhafte ich also Euch, Joseph Courbet, wegen MordeS, verübt an dem Bauern Pierre Lebrun! Dem Crmessen meiner Vorgesetzten will ich es überlassen, ob etwa dieselbe Maß regel auch auf Euren Vater, als tltU leicht der Anstiftung zur That ver dächlig, ausgedehnt werden soll. Cinslweilen sehe ich davon ab. Mein Vater ist ganz unbetheiligt. Ich allein bin der Schuldige." Führt ihn ab!" Die Gendarmen nahmen den Häft ling in die Mitte. Bitte, laßt mich noch einmal mein Töchterchen Margot jchen und küssen! bat Joseph. Es wurde ihm gestattet. Er nciate sich über das Bettchen und küßte das schlafende Kind. Dann sagte er gefaßt: Jetzt bin ,ch bereit. Lebt Alle wohl sur immer! Sorgt gut sur Margot!" Sein Vater stöynte schwer auf, und die Mutter rief zammcrnd: .Gott segne Dich, mein lieber Sohn, und stehe Dir bei in Deiner großen Pein! ' Seine Brüder und Schwestern schluchzten und weinten ebenfalls, wäh rend Joseph abgeführt wurde. Einige Tage darauf bestattete man die Leiche des erschossenen Pierre Ledrun. An der kalten Ulme am Feldwege, der Statte des Mordes, wurde, dem Brauch in den südlichen Ländern gemäß, ein kleines, einfaches hölzernes Gedächtnißkreuz befestigt. - .Nach etlichen Wochen 'fand die Ge richtSverhandlung gegen Joseph Cour bet statt. Sie nahm bei dem offenen Bekenntniß deS Angeklagten, der stand haft bei der Behauptung blieb, daß er allein der Schuldige sei, nicht viele Zeit in Anspruch. Man fand für ihn einige mildernde Urn stände und billigte sie ihm zu.

Deswegen wurde er ntcdk zum Tode

verurtdeilt, sondern zu den Galeeren" auf Lebenszeit. Galeeren, die gerudert werden mulz ten, gab's ja freilich nicht mehr, wo!,l aber noch Galcerensträslinae. die nock den alten Namen führten, jetzt aber harte Zwangsarbeit im Aagno und den Arsenalen von Toulon zu verrichten hatten. Dorthln wurde Joseph Courvet mit einem Transport anderer Sträflinge geschafft. Der Umstand, dan er ein einarmiger Krüvpel war, kam ihm nun allerdings im Baano ant ;u Statten. Denn für schwere Arbeiten war er ja untauglich; man konnte ihn nur mit leichteren Arbeiten beschäftigen. Die kleine Margot- erfuhr bezüglich ihres VaterS nicht den wahren Sachverhalt, der ihr vielmehr ängstlich verhehlt wurde. Als sie damals erwachte und sehnsüchtig nach ihm verlangte, sagte man ihr, daß er verreist sei. Später brachte man sie 'zu dem Glauben, daß der Vater in der Ferne gestorben wäre. Ihrem Großvater Jean Courbet war der unschuldsvolle Blick des Kindes, wenn er diesen auf sich gerichtet sah, stets wie ein stiller, aber um so peinigenderer Vorwurf. Aus's Liebevollste wurde übrigens für die Kleine gesorgt, bald aber bot sich für sie unverhofft eine noch bessere, ja geradezu glänzende Versorgung. In einem schönen Landhause in der Nähe wohnte zur Miethe das kinderlose, sehr wohlhabende Ehepaar Letellier. An Geld und Gut und allen Annehmlichkeitcn, die dafür zu haben, fehlte es dem Paare also nicht; aber die fröhliche Kinderlust im Hause blieb ihm versagt. Madame Letellier hatte nun zuweilen die niedliche, hübsche Margot vor der Sägemühle gesehen und sich oänz lich in die reizende Kleine vernarrt. Sie faßte den Entschluß, das Kind, dem sie mitunter Zuckerwerk, Kon fitüren und kleine Spielsachen zumGe schenk gemacht, zu adoptiren, als sie mit ihrem Gemahle den derzeitigen Wohnort zu verändern sich veranlaßt sah. Sie hatten nämlich in TourS ein großes schönes .HauS nebst prächtigem Garten von einer verstorbenen Tante geerbt, wohin sie nunmehr zu überslc deln gedachten. Mit ihrem Mann besprach sie zu nächst die Angelegenheit. Gern würde ich Dir gefällig sein, meine Liebe," meinte er. Aber hm ich fürchte eS ist doch ein Bedenken dabei." Was meinst Du? Welches Beden ken?" Der Vater deS kleinen herzige, niedlichen Mädchens ist ein Bagno sträfling." Ach ja! Aber was kann die schuld lose- Kleine dafür? Sie weiß ja noch gar nichts davon ; sie hat keine Ahnung von dem Schrecklichen. -Deshalb wäre eS besonders gut, wenn sie von hier wegkäme. Denn sonst könnte ihr auf die Dauer das Fürchterliche doch nicht verheimlicht werden." iSchluß folgt.) Mit 41 Jahre Gymnasialadituri ent. Sein Abiturientenexamcri bestand dieser Tage in Jnsterburg der 41 Jahre alte Dr. chem. Herzog auö Berlin, der sich am Jnstertiurgcr Gymnasium einige Wochen als Ertra ners zum Zwecks der Vorbercitllng für sein Abitllrium aufgehalteii hatte. Dr. Herzog war seiner Zeit als s? lundancr von der Schule abgegangen, um sich dem Apothckerberufe zu wib men; nach Jahren hat er dann in der Schweiz seinen Doktor gemacht, unr jetzt will er sich- an einer deutschen Universität immatriknliren ' lasst'!:. Zu diesem Zwecke war ihm seitens des Kultusministeriums aufgegeben tnor ren, zuvor das 5loimrientene?amen nachzuholen. Ueber das zwischen Franl reich und England abgcschlos sene Uebcrciukommcn betreffend oi? Neuen Hcbriden wird offiziös geme?' det, dasz es sich keineswegs um irgend eine Theilung dieser Inselgruppe, sondcrn lediglich um Regelung der Ge richtsbarkcit und um Beilegung der zwischen den französischen und den cnglisckxm Ansiedlern bestehenden Hauptstrcitigkeiten handelt. Die Bürgerschaft von Hamburg beschloß auf Antrag deS Senats einstimmig die Verlegung der Hamburger Sternwarte nach dem Gojcnberge bei Bcrgedorf rmtcr gleichzeitiger Erncuerilng der instru mentalen Ausrüstung mit einem Uostenaufwand von insgesammt 963. 000 Mark. Tie neue Sternwarte soll an Instrumenten erhalten: einen Refraktor von 60 Zentimeter Oefsnung, ein Spiegelteleskop mit einein Spiegel von 1 Meter Durchmesser, ein photographisches Doppelfernwhr und einen nerlen D?cridiankreis. ffl fi n r hnn W I r f t n n It. ' V SJ V ) Die Frau des Fabrikarbeiters Struyf ?N ftrntrm 9Mn?n f17fTi?f ibren j VVp VVMiV "7 " w Mann mit gesunden lebensfähigen Vierlingen. Die Wöchnerin, die schon vier Kinder hatte, von denen das älteste neun, das jüngste ein Jahr alt ist, erfreute sich zahlreichen Besuchs und ist wohlauf. In ihrem Zimmer ward ein .Opserstock aufgestellt.

Europäische Rachrlchten.

VrcVinz Hstpreußon. Königsberg. In einem unbewachten Augenblicke stürzte im Hause Blücherstraßc No. 16 das iy2 Jahre alte (solznchen des Arbelters Tiedemann ' aus dem vierten Stockwerk durchs Fenster auf das Steinpflaster. Es erlitt einen Schädelbruch und war sofort todt. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Gr. un au. Ein bedauerlicher Unglucksfall ereignete sich in dem nahen Walde. Der Arbeiter ' Thurau war mit dem Fällen von Bäumen beschäftigt. Ein Stamm' lag am Boden und Thurau hieb die Aesie ab. Plötzlich gerieth der Baum ins Rollen und zerschmetterte dem Unglücklichen einen Unterschenkel. nranz. or ermger Je:: siurzre der Zimmermann Laurien von dem Dache eines Neubaues in der Augustastraße auf den hartgefrorenen Erdboden. Eine Bohle, auf die er trat, hatte nachgegeben und stürzte mit ihm in die Tiefe. Sie traf Laurien unglücklicherweise auf den Kopf, so daß er sehr schwere Verletzungen erlitt und bewußtlos nach dem Krankenhause geschafft werden mußte, wo er alsbald starb. Lykusen. In großer Rüstigkeit beging der Altsitzer Jakob und Anna KraZ lasche Ehepaar das goldene Ehejubiläum. Der. Jubilar ist 84 Jahre alt und seine Ehefrau 79. - Peterswalde. Feuer brach letztens in dem Wohnhause des Maurers Kosak aus und legte dasselbe in kurzer Zeit bis auf die Umfassungsmauern in Asche. Wie das Feuer entstanden ist, konnte nicht zuverlässig festgestellt werken. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. . Rosen au. Ein schrecklicher Unalllcksfall ereignete sich in der hiesigen Wurstfabrik von Arnold. Der dort thätige siebzehn Jahre alte Lehrling Julius Tollien aus Ponarth hatte den Auftrag erhalten, die Fenster in dem Werkstattraum zu putzen. Unvorsichtigerweise war er der unterhalb der Decke angebrachten und in vollem Gange befindlichen Transmission zu nahe gekommen, wobei seine Bluse zwischen Riemen und Welle gerieth. Der Unglückliche wurde etwa sechzigmal herum gegen Decke und Wand geschleudert. In bewußtlosem Zustande wurde er nach dem Krankenhause gebracht. Schwägerau. Letztens brach in der hiesigen Domäne innerhalb kurzer Zeit zum achten Male Feuer aus. Der Brand legte den Jungvieh und Pferbestall in Asche. Reben großen Fut tervorräthen verbrannte ein Theil deö Viehs und der Pferde. Es liegt zweifellos Brandstiftung vor. Tilsit. Als Leiche aus dem Schloßmühlenteich gezogen wurde der Bierkutscher Wilhelm Naujvks. Der Verunglückte benutzte den über den zugefrorenen Teich städtischerseits hergestellten Fußweg. Er muß diesen aber bei dem herrschenden Sturm verfehlt haben und in eine Wuhne gerathen sein, die dort zwecks Eisgewinnung vorhanden war. Unglücklicherweise war der sonst belebte Teich menschenleer, so daß dem Ertrinkenden keine Rettung gebracht werden konnte. Frovinz ZVestpreußen. D an zig. Commerzienrath Ber ger, Chef der bekannten hiesigen großen Seifenfirma, ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Vahrendorf. Die Kärtnersfrau Anna Maser zog sich im Sommer v. Js., als sie auf dem Stallboden sich Heu von einem untenstehenden Wagen aus zureichen ließ, dadurch eine Augenentzündung zu, daß ihr Spreu und Staub in die Augen flog. Das Leiden hat sich seitdem so der schlimmert, daß sie jetzt ganz erblindet ist. - Damerau. Dieser Tage beging das Rentier Preuß'sche Ehepaar das Fest der goldenen Hochzeit. Groß - Wöllwitz. Letztens brannte das Gehöft der Besitzerswittwe Pahl nieder. Zwei Schweine und einige Hühner sind mitverbrannt. Als das Feuer ausbrach, war niemand zu Hause. Groß - Zunder. Ein schwerer Unglücksfall hat sich kürzlich hier ereignet. Es wurde beim Rangiren auf der Kleinbahn der Bahnhofsvorsteher Knack todtgefahren. Klein- Schlanz. Bor einiger Zeit brachen auf dem Eise eines Teiches die beiden Söhne des BrennereiVerwalters Borandt, Knaben im Alter von 7 und IX) Jahren, ein und ertranken. Fischer fanden und bargen die Leichen. Lippink. Bon einem bedauerlichen Unglück wurde die Familie det Arbeiters Johann Krupinski befallen. AIS der älteste John des Krupinski damit beschäftigt war, die glimmenden Kohlen des Feuerherdes anzufachen, kam das vierjährige Söhnchen des Krupinski, das noch im Hemd in der Stube umherlief, den glühenden Kohlen zu nahe, so daß daö Hemd Muer sing. Obgleich die Flammen ?on dem alleren Bruder sofort erstickt wurden, erlitt, das bedauernswerthe Kind dennoch so bedeutende Brandwunden, daß es bald darauf starb. - Radawnid. Das Altsitzer LZcrr-

tin Gomssche Ehepaar feierte das Fest der goldenen Hochzeit. S ch L n e ck. Ein langjähriger treuer Arbeiter des Kaufmanns Rerin erlitt auf der Chaussee bei Grenzdorf einen schweren Unfall. Der Arbeite? Willer hatte Petroleum ausgefahren und wollte .solches auch dem 5knbaber einer Verkaufsstelle in Grenzdorf überbringen. Auf der Chaussee schleuderte der große, einer Königsberg Firma gehörige Petroleumwagen und kam dem Chausseegraben so nahe, daß er umstürzte und den Führer unter sich vergrub. Auf das Hilfegeschrei kamen, da es nicht weit vom Dorfe entfernt war. einige Leute herbei und zogen den Verunglückten, dem der Brustkorb sehr zerdrückt und der linke Arm mit Schulter zerquetscht war, unter dem Wagen hervor. Stendsitz. Beim Fischeangeln auf dem Radaunesee sind die Brüder Franz und Josef Kropidlowtti von hier eingebrochen und ertrunken. Zempelburg. Der Vaterlärrdische Frauenverein" veranstaltete zur Feier seines 25jährigen Bestehens eine Wohlthätigkeits - Vorstellung, welche eine Einnahme von 400 Mark brachte. Katasterkontrolleur Günther erstattete den Bericht über die 25jährige Vereinsthätigkeit. Es sind für Arme, Kranke und Nothleidende über 8000 Mark verausgabt worden. Das Vereinsvermögen beträgt 3000 Mark. Provinz sommern. Stettin. Vor einiger Zeit ertrank in der Oder in der Nähe der Bahnhofsbrücke an der Seite der Silverwiese der 22sährige HandlungsgeHilfe Gustav Gebert. Der Unfall wurde bemerkt, und obwohl sofort Hilfe

zur Stelle war, konnte man 'Gebert nur noch als Leiche aus dem Wasser ziehen. Bärwalde. Letztens brach in der Maschinenbauanstalt Mikoleit Feuer aus; das Gebäude brannte bis auf die Werkstätte total nieder. Glasgow. Die Frau des Reniners und Versicherungsagenten Dehn wurde mit durchschnittenem Halse in der Küche todt aufgefunden. Ob Mord oUx Selbstmord vorliegt, wird die Untersuchung ergeben. Klingbeck. Auf dem Heimwege tödtlich verunglückt ist der Privatförsier Dessau. Er hatte geschäftlich in Ludwigsort zu thun und begab sich, nachdem er sich eine Laterne geliehen, auf die Heimfahrt nach dem ForHhause. Leider ist er dort nicht mehr angelangt. Unweit seiner Wohnung fanden seine eigenen Kinder ihn als Leiche. Hauptsächlich ist dieses Unglück der finsteren Nacht und dem unpassirbaren Weg zuzuschreiben. Das Gefährt war umgeworfen und hatte Dessau so eingeklemmt, daß er sich selbst nicht hatte helfen können. .Lauenburg. Vor einiger Zeit hat eine verheerende Feuersbrunst hier gewüthet und unabsehbaren Schaden angerichtet. In einem von dem Roßschlachter Lietzenhof in der Gerberstraße bewohnten Gebäude brach Feuer aus, das sich infolge des orkanartigen Südweststurmes außerordentlich schnell ausbreitete und in kurzer Zeit den ganzen Straßenzug vernichtete. Von der Gerberstraße breitete sich das Feuer auf die Mauerstraße, die Stolperstraße und auf den Scheffelmarkt aus. Niedergebrannt sind 17 Häuser mit sämmtlichen Nebengebauden. 76 Familien sind obdachlos, geworden. M a s s o w. Vor Kurzem erhängte sich der Postbote Maaß von hier in seiner Wohnung am Ofen. Ueber das Motiv zum Selbstmord verlautet nichts Bestimmtes. Reinfeld. Dem -Schmiedmei ster Hermann Wolff hier ist vom Regierungspräsidenten zu Köslin ein Geldgeschenk für die Errettung des dreijährigen Sohnes des hiesigen Gemeindevorstehers Schwuchow vom Tode des Ertrinkens bewilligt worden. Stralsund. Kürzlich wu rde das vier Jahre alte Töchterchen d?s Töpsers Arndt von einem Kohlenwa gen überfahren und erlitt so schwere Verletzungen, daß der Tod sofort erfolgte. Das kleine Mädchen war auf die Straße gelaufen, da Vater und Mutter wegen Krankheit ihre- Wohnung nicht verlassen konnten. Ueckermünde. Beim Schlittschuhlaufen auf dem Kirchenbrucher Kanal ertrank der Kahnmatrose WilHelm Fink. Wol gast. Die bei dem Kaufmann Frank in Dienst siehende unverehelichte Emma Stange, wurde in ihrer Schlafkammer hellbrennend aufgefunden. Sie war geweckt worden und ist dann mit der Petroleumlampe gefallen, welche zerbrach und die Kleider des Madchens in Brand fetzte Mit lebensgefährlichen Brandwunden am Unterleib wurde die anscheinend epileptische Verunglückte in die Klinik nach Greifswald geschafft. Provinz Schreswig.Asrttein. Schleswig'. Dieser Tage ist der Amisgerichtsrath a. D. Gebeimer Justizrath Karl Hennings sanft entschlafen. Det Verstorbene war bis 1869 Rechtsanwalt in LLtjenburg und wurde dann als Hardesvogt der Satrup Karde hier anaestellt. Kiel. Der Matrose Spichalski vom Kreuzer Vk erhielt durch eine Stahltrosse einen Schlag auf den Kopf '3 starb uachluutr Aert..