Indiana Tribüne, Volume 29, Number 192, Indianapolis, Marion County, 7 April 1906 — Page 6
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Da alte bewährte Heilmittel knrirt Büsten Erkältungen Bronchitis Influenza Asthma
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Humoreske von Emil Marriot. Litt schrieb an ihren Robert einen Ab'
schiedsbrief. Es ging wirklich nicht mehr anders. Sie mußte endlich einmal etwas thun. EtwasEntscheidendeZ, ihnernichtendes. Also der Abschied; der Abschied für immer. Tenn etwas Aereres konnte sie ihm unmöglich zufügen, als daß
sie ihm den Lauspan gab und stch für
alle Zeit von ihm lossagte.
eic hatte öen vosen zr.es in raiender Eile geschrieben: ohne Ueberlegung und ohne die Worte abzuwägen. Da heißt, sie hatte die bittersten und Iran
kendsten Worte gewählt. . . Worte, die sie dem zugleich beliebten und Gehaßten
dis zu dieser Stunde blott im Traume
zu sagen gewacht hatte. Ihr träumte nämlich sehr häufig von ihrem Robert,
und so oft ihr von ihm träumte, so oft stritt sie auch mit ihm. In ihren Träu-
inen sagte und klagte sie ihm alles, was
sich wieder ihn in ihr angesammelt hatte, , ffiF21 änd dieses sich Entlasten that iedes Mal ,
merkwürdig wohl. Und das Erfreulichste i m Wir beantworten alle Fragen . - . r I I JA!
war, oas inr ucooen im Traume noj außerordentlich gefügig zeigte, sein Un-
recht ohne Widerspruch einsah, ihr be
müthlg Abbitte leistete und hoch und teuer Leerung, radikale Besserung ge-
lobte. So geschah's im Traume, und Lili war, genau besehen, nur in ihren Träumen mit ihrem Robert zufrieden und glücklich. In Wirklichkeit sah es
freilich ganz anderes aus. Da zeigte
Robert sich weder gefügig noch äußerte
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Unter Frauen findet mm eine überraschende Unwissenheit bezüglich ihrer eigenen Funktionen. Neun aus zehn Frauen leiden jeden Monat unsäglich und glauben, dies muß so sein. Auch Sie? Wenn dies der Fall ist, so find Sie im Irrthum. Es ist nicht nötbig zu leiden, ausgenommen Sie wünschen es. Funktioneller Schmerz ist das Anzeichen funktioneller Krankheit. Diese kann kurirt werden durch
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E;z ersuchen jede kranke Frau oder. Mädchen, unö aus sührlich bezüglich ihres Falles zu schreiben, damit wir ilje helfen können. Veschrsiben Sie beglich, was Ihnen fehlt, mit Angabe tes LllterS. und wir schien Ihnen freien Rath in einfachem, versiegeltem Coudert. Alle Briefe in stteng stem Vertrauen. Adresse: Ladies Addtsorh Tept., The Chattanooga Medtetne Co., Chattanooga, Tenn.
Alle zenen niederziehenden Schmerzen, Kopfwetz, Rückenschmerz, Krämpse, Schwindel u. s. w. können mit Caroui kurnt werden, Können nicht nur. sondern sollten es. DaS Wiederkehren derselben in jedem Monat zu gestatten, führt zu Verlust von Gesundheit und Glück. Unregelmäßig Menstruation, Mer Athem, schlechtes Blut lauter Resultate von weiblicher Schwäche bei
zung oder Alt, kann mit Cardui kurirt werden. Vn-
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Ich konnte kaunr noch gehen
bor Schmerzen während mner mo natlichen Perioden", schreibt Frau F. I. Ashburn fecn Clarkrange, Tenn. Ich hatte niederzielzende schmerzen, der tiopf that mir jeden Tag weh und mein Rücken schmerz te so, daß ich kaum stehen konnte. Ich war müde und enttrüstet und laubte. ich könnte nicht am Leben bleiben. Seitdem ich jedoch Cardut nehme, habe ich mich bedeutend ge Dessert und fühle jetzt besser als seU Jahren. Ich habe eö rmr Cardui zu verdanken, datz ich nicht schon unter der Erde tüu'
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lifrn nScksten Äormittaa lan Lili in
er Reue und den Wunsch, sich zu den ihrem verführerischsten Neglige auf der ern. Da batte immer er recht und sie Chaiselongue und wartete auf Robert, unrecht. Und deshalb zankten sie sich auch s?z ar bereits elf Uhr geworden. Er beständig, ebenso ausdauernd wie zweck- mur,tt ben Brief länalt sckon erbalten
los. Und darum konnte auch von irgend Arim baden: könnte und sollte
einem Glücke teme Rede sein. Im Ge i on da sein. Die Recknn
genthelle, man neb sich wechselweise stimmte gleich am Beginne nicht. Wo auf. Und der Kr'.eg hob zeden Tag blieb er denn? Hatte der Brief ihn etwa aufs neue an. Wenn man noch Pein- lranl gemacht? Oder - entsetzlicher müde war von gestern. Und man muß. Gedanke! gar zum Selbstmord qe e im Woraus, dafe es morgen ebenso trieben? Aber nein. Die Schriftsteller setzt touxlbe. Es war eme aussichtslose rießen sich nicht so schnell. Das Sache. Also tapfer sein, ein Ende überlassen sie den Personen m ihren machen. Und so hatte Lili den Ab. w,rf,n. schoss-n oder veraik-
chied.brief geschoben und ihn auch so t hatte er sich ganz gewiß nicht. Aber f.rt "! "ncn1t Briefkasten geworfen, vielleicht war er nicht zu Hause gewesen. Eigenhändig. Um sicher zu sein, daß er Ni-Zps sn. sab ibm Zwar
!'.V.pedirt worden und.... um sich ähnlich, denn er war ein Langflirrn tnrn ilritrfjitrt nn3iifmTitnon I u. ... ni
jw, ,r3 ,,. iaziaier. Äver vieueicyl oane ein zi-
Am Abend matte sie sich aus. was rettot oder ein Verleger ihn zu sich be Robert zu dem Brief sagen würde. Ei rufen. Und wenn es sicd um sMe
nes that ihr f'lrchtbar leid: daß sie nicht Persönlichkeiten handelt, war er zu
Jeugm i.em ilinnre, mayreno er oas iyn allem fähig. Er war ja ein Streber, zermalmende Schreiben laö; das Zit. Um ein Uhr hielt sie es nicht länger tern seiner ände, sein jähes Erblassen aus. Sie mußte wissen, wie sie dran oder Erröthen, seine bestürzte oder gar war. Lili warf sich einen Mantel über verzweifelte Miene nicht ungesehen be ihr verführerisches Neglige, wand ein obachten konnte. Das wäre ein groß- Spitzentuch um den Kopf, nahm einen artiger Genuß gewesen. Aber leider Wagen und fuhr am Hause Roberts
ein unerrelcyvarer. ocy was laa vor.
schließlich daran? Ihr standen dafür Dort befragte sie den Hausbesorger,
anoere enue oeoor. 00 Robert beute Aioraen fortgegangen
Morgen mit der Frühpost, bekam er sei. Nein. Erst vor einer Viertel-
den Brief. Natürlich wird er aleicb stunde, wie ieden Tag. Um einen
herstürzen und sie zu sprechen begehren. Spaziergang zu machen und dann in Nun mußte sie sich überlegen, was sie seinem Stammgasthaus zu Mittag zu
dann thun sollte: ihn empfangen oder essen. ihn abweisen lassen. Die Abweisung Wie jeden Tag. Nachdem er diesen wäre wirksamer und stünde in besserem Brief gelesen. Es war haarsträubend. Einklänge zum ' Ton ihres Briefes. Aber noch wollte sie nicht jede Hoffunng Also ihn fürs erste nicht empfangen, fahren lassen. Wie er ausgesehen babe. Er. wird im Laufe des Tages wieder fragte sie den Hausbesorger. Aufge kommen. Mehr als einmal' wenn sie reat? Verstört? Krank?
fortfährt, ihn abweisen zu lassen. Und svr Mnnn Klickte sie verwundert an.
das wird sie thun. Sie wird ihn ge I Gar nichts von allen diesen Sachen.
hörig zappeln lazien, bis sie sich nur Fräulein. Der Herr Doktor hat ausTttirMiffct mit ihm :it rhn litt I . r . .... -
SJsiVRIO n! TII fr ' . V geieycn wie immer. nUlVIfcJ rUCL widerrufen was sie getrieben? O! Das Fräulein hatte genug und fuhr
das nocy lange nicyt. r,t Beerung wieder uach Hause. geloben, mein Herr!' Un' Beweise er- Und da begann das Warten auf ihn
ormgen, oas e-zynen irn : oamit ei. nnn Wmm. Nur das Nea ae er.
Sie haben mich lange genug gequält, tauschte sie gegen ein dunkles Straßen 1 sV I CV iii t V T 1 - I ' ' ' 0J
mun wKicm ir von mir kleid. Sie wollte nicht mehr verführe, öeauält. .:rg, ausseben, wenn er endlich kam.
Dieses mein Herr- gefiel Lili unge- Je häßlicher, desto besser. Das sie die
Liein. Us llana wie aus der Bübne Absicht aebabt. ikn abwel en zu lauen.
und machte Effekt. Sie würde mein war ihr entfallen. Sie hatte nur noch
Herr- und ..ie" zu ihm sagen. Das einen Wunsch: daß er endlich kommen nahm sie sich vor. möchte. Und heimlich regte sich bei
Wenn sie's. so bedachte. Was alles allem Groll eine leise Angst in ihr.
sie' diesem Menschen gegeben und wie Vielleicht hatte sie doch allzuheftig ge ? ; i . i , . . - r
larg er uji vergviien i;aue. ja) schrieoen. olcye inge fagi man möchte wissen, worauf er sich so viel wohl im Traum, aber man bringt sie einbiloet!- dachte sie und schritt erregt nicht auss Papier. Und das mit dem im Zimmer auf und ab. Sein bischen Stück so aanz unrecht hatte er ia
Talent! Du guter Gott! Andere schrift- nicht gehabt, wenn er die Schuld an n . fl . . ...v t t. jl rr r 1 i -. - v er- i . . .
licuciu uuu; uuu vuuea uuiu rsvige. oem ,5iaslo iyr in oie lyuye fazoo. Damit könnte er allenfalls einer Näh. Die Rolle lag ihr -wirklich nicht. Uud Mamsell imponiren, nicht aber mir. das batte er ihr schon bei der ersten Pro-
einer Schauspielerin von Ruf und Na. be gesagt. Aber sie Hatte die Rolle ihrer men. Mir imvoniren die Schriftsteller Konkurrentin nicht lasten wollen. Sie
gar nicht. Ich kenne sie zu genau, war eifersüchtig gewesen aus die Kon Was für eitle, wehleidige, größen. kurrentin, weil Robert deren Spiel ge
wahnsinnige Plnsel! Und gar erst die priesen hatte. Sie, sie hatte m seinem Bühnenschriststeller. Robert ist noch Stück die Hauptrolle spielen wollen und lang nicht der schlimmste und ist doch batte nickt locker gelassen. Hatte ibm
wahrhaftig schon schlimm genug. Diese Szenen gemacht, bis er mürbe geworden entsetzliche, lächerliche Arroganz! Ich war und widerstrebend nachgemöchte wissen, was die Herren anfan- geben hatte. Im Grund war er ja gen würden, wenn sie uns nicht hätten, dock ein auter Kerl und kein Streber.
Aber uns dankbar sein für alle unsere Ein Streber hätte sich sein Stück nicht r r . rf. . . I ' . .
Plage k einctopur. neyt s gut, so durch eins ungeeignete Darstellerin ver ist's das ausschließliche Verdienst des patzen lassen, und er hatte sich gefügt, Autors. Geht's schief, so sind immer hatte sein Stück geopfert, ihr zu Liebe.
die Schauspieler schuld daran. Nur Und zum Tanke dafür, nur weil er 4 I . v 1
die. syau,pieler. vixt der Dichter, ihr. unmittelbar nach dem Durchfalle, Robert macht es ebenso. Ich hätte ihm ein paar herbe Worte gesagt hatte, sein letztes Stück verpatzt! Natürlich! schrieb sie ihm einen rohen Abschieds-
ivatu oer uuqii oem Puviilum, wie brief. vorauszusehen war, nicht gefiel, so muß Sie war entschieden roh und würde ich selbstverständlich erbärmlich gespielt verdienen, daß er Ernst machte und ihr haben. Ich hab's ja schon bei den Pro- zurückschriebe: .Gut, mein Fräulein, ben gewußt, daß sein Stück durchfallen Ich bin mit dem Bruche einverstanden." und baß ich die Schuld daran haben Vielleicht hatte er bereits etwas Aehn würde. Und das war das letzte, mein liches niedergeschrieben und sie bekams Herr! Ich weiß, was ich als Schau, schon morgen mit der ersten Poft. spielerin werth bin. Das lasse ich mir e $albe Stunde später klingelte nicht gefallen. Das rncht. Und weil rle an seiner Wohnungstbür. Ke es gewagt haben, mir zu sagen, ich - Herr Dokt zu Hause? hätte Ihr Stück verpatzt kriegen Sie I. Aber er arbeitet und ich darf morgen mit der vruhpost meinen Ab- niemanden hineinlassen." fchiedsbrlef. den Sie wahrlich mcht hin- Gine Finte natürlich, das mit der den Spiegel stecken werden, mein Arbeit. . Er war eben nur zu Unglück. Herr! Darauf will ich Gift nehmen, Kch. um mit Leuten zu reden. Und mnn sehr verehrter Dichter!" " "
Aerzte.
Dr. Paul F. Martin, Vraktischer Arzt und birnrg. Sprechstunden: ii.oo-i2.sa 2.30 4.00 täglich Sonntag?: Auf Verabredung. WiÄoughby Gebäude,' 334 Vtott Meridi Ttroße. Tel., Maln HU. Solznung: 1205 Nord Ne Jersey Str. Telephon: Main 85? ; New 88S2.
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Oiffn ; 155 Og Skarkct Stt. Tel.
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aus ihren Besuch hatte er wohl nicht gerechnet. Ich darf schon hinein,-. meinte sie. Davon schien der Diener weniger fest überzeugt zu sein als sie. Ich will das gnädige Fräulein anmelden," sagte er etwas zögernd. Nein! das ist nicht nöthig." Sie fürchtete plötzlich, daß Robert sie am Ende nicht vorlassen könnte schob den Diener zur Seite und eilte hastig zu der ihr wohlbekannten Thür, die in Roberts Arbeitsraum führte. Ohne erst anzuklopfen, betrat sie das Zimmer und wollte mit einem schrei aus den Betrübten, Gebeugten losfliegen als sie, erstarrt gleichsam, stehen blieb. Wahrhastig! (Zr saß an seinem
Schreibtische und schrieb. Schrieb so ruhig und fleißig und in seine Arbeit
vertieft, als ob nichts vorgefallen wäre.
Robert!" Es klang empört. Er wendete sich flüchtig um. .Ach,
Du bist's!" sagte er gelassen. Bitte,
nimm Platz. Ich bin gleich fertig!"
Sie ließ sich aus das Sopha fallen
und starrte ihn entgeistert an. Er schrieb ruhig weiter.
Endlich legte er die Feder beiseite.
zündete sich eine Eigarette an und stan auf.
Na. was ist's, Lili?" Hast Du denn meinen Brief nicht
erhalten?" stieß sie heraus.
Natürlich habe ich ihn erhalten." Und Du bist so .... so gefaßt?
Bist nicht außer Dir? Nicht steinun alücklick?"
Nein. 3CD wußte Za im vornyerem.
wie es enden würde: daß Du kommen
und alles widerrufen würdest." Das ist nicht war!" Daß Du gekommen bist? Na, denn nicht. Du bist nicht gekommen." Das schon. Gekommen bin ich. Aber widerrufen! " .Nicht? Schön. Tann laß uns für immer voneinander Abschied nehmen." Aber das will ich ja gar nicht!" Sie brach in Thränen aus. Du bist
herzlos, Robert! Denn Du weißt ganz
aenau. daß lÄ's nickt wlll." Was also willst Du denn?" Unglücklich sollst Du sein! Wenig
stens so thun! Diese Ueberlegenheit
und ttaltblüthigkelt sind empörend, Robert!"
Gott, überlegen Das will ich gar nicht sein. Und kaltblütig? Soll
ich Dir eine Komödie vorspielen? Jcy
kenne Dich eben, dumme Maus. Und
weid, dak Du mick lieb dast. Er
setzte sich neben sie und zog sie an sich.
Und Tu weißt es auch von mir.
Darum hat Tein Bries mich nur zum
Lacyen gereizt." So albern ist er aeschrieben?"
,.Jm Geaentheile! alämend. Ich
bringe den Brief in einen meiner Ro
mane hinein. So sehr gefallt er mir
Äber Anast hat er 'mir' nicht gemacht.
Ich kenne Dich n gut. Lili. Und hab'
Dich gerade deshalb lieb. Weil Du so
leicht zu durchschauen bist."
Sie bara das Haupt an seiner Brust.
Eigentlich habe ich mich schauderhaft
dlamirt, Robert. Zweimal. Zuerst
in Deinem Stück und jetzt mit dem Brief. Ein Glück, daß'Du mich so gut kennst! Sonst müßtest Tu mich jetzt
oavonzagen. Fällt mir nicht ein. Bleib' nur
hier. Wenn wir soupirt haben werden,
will ich Dir waö vorlesen. Den Plan zu einem neuen Stück. Und die Haupt, rollc in dem neuen Stück schreibe ich Dir, wie man zu sagen pflegt, auf den
xtw. nann wird alles gut geyen, wir
werden emen gemeinsamen Erfolg haben und Du brauchst mir keinen neuen Abschiedsbrief zu schicken. Was, Lili?" Ja, Robert, so soll eS sein," sagte sie, an ihn geschmiegt, und fühlte sich glücklicher, als in allen ihren Träumen zusammen genommen. Der Sündenbock. Soroai: Höre, Kathi, es wird ja jeden Tag weniger, was Du mir mitbringst? ttöchin: Unser gn'a' Herr hat große geschäftliche Verluste gehabt und da neben wir eingeschränkter! Solbat: So! Und an mir geht's wieder aus!
Bierfützige Diebeslielfer.
In den Pariser Modewaarenmaga zinen machte sich seit längerer Zeit eine Frau verdächtig,-die stets mit einem kleinen, reizenden Terrier erschien, sich von der Verkäuferin eine Menge Waa ren vorlegen ließ und nie etwas kaufte Sie hatte eine besondere Vorliebe für kostbare Spitzen. Nach ihrem Fortgange wurde stets das Abhandenkommen der theuersten Stücke gemerkt. Man beobachtete sie und entdeckte eines Tages, daß das Hündchen, daß sie auf dem Arm unter dem Mantel halb ver borgen trug, darauf dressirt war, blitz, schnell zuzugreifen und das gestohlene Gut unter dem Mantel in Sicherheit zn bringen. Die Frau wurde verhaf-
tet, der spitzbübische Terrier aber zum
Abdecker geschickt.
In einem zweiten Falle besichtigte
eine junge Dame, unter dem Borge ben, Kunstschülerin zu sein, die Räume
eines Pensionats. In ihrer Beglei. tung ist ein Terrier, den sie an der Leine führt. Sobald sie in einem Zimmer eine leicht erreichbare Kostbarleit (Geld, Uhr, Schmucksachen usw.)
entdeckt, wird ein Ungeduldlglein des Hundes forcirt, wobei die Aufmerk jamkeit der Pensionsinhaberin abgelenkt und die Gelegenheit zum Diebstah! ge schaffen wird. Ist dieser gelungen, so wird der Hund zu seiner Beruhigung von der Leine befreit, der nun eilig die Flucht ergreift, eine günstige Gelegen
heit für die Diebin, sich von der Ver mietherin zu verabschieden.
Koreanische Weisheit.
Den Mittheilungen eines Attaches oer koreanischen Gesandschaft in Berlin über eine Anzahl koreanischer SprichWörter und Redensarten gewähren einen interesianten Einblick in die Denk art des Volkes, deffen Land als Streit objekt zwischen Rußland und Japan das Interesse der Welt auf sich lenkte. Die Aussprüche lauten: Ein Ding ist gut, das neu ist; Ein Mensch ist gut, der alt ist. Wer Salz gegessen hat, trinkt Wasser. Das Salz auf dem Ofen salzt das Essen erst, wenn eS hinein kommt. Man kann das Fell eines Tigers malen, aber nicht seine Knochen. Man. kennt das Antlitz eines Mannes, aber nicht sein'Jnneres. Wenn man nicht aufpaßt, kann man nicht sehen. Auch ein Blinder findet sich zur offe nen Thür hinein. In einem Thal, wo kein Tiger ist, ist der Fuchs Meister. Wenn der Mond voll ist, nimmt er wieder ab.
Das Befestigen der Schlittschuhe. Das Befestigen derSchlittschuhe muß )0 geschehen, daß die Gehlinie genau getroffen wird.Die Gehlinie lauft von der Mitte der Ferse gegen die Innenseite der Zehe. Der Schlittschuh darf also niemals mit seinem vorderen Ende an der Mitte der Schuhspitze herauskommen, sondern er muß immer etwas rückwärts, der großen Zehe zu, gerückt sein. Geklöppelteweiß Spitzen. Man taucht sie nach dem Waschen in Milch und plättet sie noch feucht. Sie erhalten dadurch genügend Steifheit und das gelblich weiße Aussehen neuer Spitzen. Schweißflecke auö seidenenBlus5n zu entfernen. Die betreffenden Stellen werden mit Marseille! Seife behutsam ausgewaschen und zwar in folgender Art: Man löse die geriebene Seife in weichem Wasser auf und bürste dieFlecken mit der Lösung gut aus. Starke und echt gefärbte Seidenstoffe vertragen eine kräftige Losung, während bei empfindlichen Farben und dünnem Gewebe eine leichte Lösung sehr vorsichtig zu gebrauchen ist. Zum Schluß wir die betreffende Stelle mit einem Schwamm und kaltem Wasser nachgerieben, getrocknet und mit dem schwach erwärmten Plätteisen geplättet. .
Ein großer Urnenfund aus der Slawenzeit wurde bei der Aufforstung des sogenannten Kätzberges zwischen Kroitsch und Riemberg gemacht. Die ganze Hochfläche scheint ein Vegräbnißplatz der heidnischen Slawen gewesen zu sein. Zahlreiche Bronze - Ringe, Nadeln und Armfpangen von verschiedener Größe fand man in und an den Urnen. Von S tufe zu Stufe gefunken ist der frühere Opernsänger (Heldentenor) Wilhelm Krüger aus Friedland in Mecklenburg. Anfänglich für das Bäckerhandwerk bestimmt, wurde seine Stimme und Begabung von einem Kunstkenner in Hamburg gelegentlich erkannt. Der verstorbene Großherzog von Mecklenburg-Strelitz ließ den jungen Mann in Stettin bei Professor Kosmali und später in Leipzig ausbilden. Seine Leistungen übertrafen die Erwartungen, und er wurde schon als aufgehender Bühnenstern gefeiert, als er plötzlich in's Wanken kam. Krüger hatte sich dem Trunke ergeben, und alle Vorhaltungen seiner Freunde und Gönner fruchteten nichts er sank von Stufe zu Stufe. Zuletzt trieb er sich vagabundirend auf dem Lande umher und wurde nun, an der Schwelle des Alters stehend, dieser Tage in das Arbeitshaus zu Güstrow eingeliefert. Die Polizei 'von Pera hat sich Kürzlich aufgerafft, eine kleine Razzia vorzunehmen, um einige Bettler aus den Straßen Eonstantinopels zu entfernen, durch die das Pulikum selbst nach türkischer Anschauung, zu sehr belästigt wurde. Bei den Lerhafteten fand man als kleine Baareträge,
welche die Herrschaften gerade der sich in der Tasche hatten, folgende Summen: einer von diesen Armen hatte gerade 15 türk. Pfund bei sich, ein anderer 20 türk. Pfund, und der
Bettler Thanas. dessen Aeußeres vor
seinen Eollegen denVorzug eines mangelnden Beines aufwies, hatte als Tafchengeld rund 64 türk. Pfund (ca.
5300) bei sich. Gegenüber diesen
Großkapitalisten fühlte die türkische Polizei sich absolut machtlos; die Herren. wurden sofort in Freiheit gesetzt, mit dem Rathe,, sich doch nunmehr eincr anderen Art von Handel oder Gewerbe zu widmen. Wegen eines an gebli chen Sittenverbrechens, begangen an seiner Stieftochter, wurde im vergan-
genen Jahre der Landmann Schröder
aus Ost-Steinbeck von der Straskam-
mer des Landgerichts Altona zu fünf Jahren Zuchthaus verurtheilt. Er trat seine Strafe an, betheuerte jedoch fortgesetzt seine Unschuld. Seinem Vertheidiger gelang es schließlich, so günstiges Material herbeizuschaffen, daß das Wiederaufnahmeverfahren beschlössen wurde. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelte das Altonaer Landgericht dieser Tage abermals über diese Sache und sprach Schröder frei. Das Zeugniß der schwachsinnigen Stieftochter wurde nicht für so belastend angesehen, daß daraufhin eine Verurtheilung erfolgen konnte, zumal das Mädchen früher ganz andere Aussagen als bei der letzten Verhandlung gemacht hatte. Schröder wurde sofort aus der Strafanstalt entlassen. Ein Antrag auf Entschädigung für die bereits verbüßte Zuchthausstrafe ist gestellt worden. Ein interessante? Recht fall schwebt in den Gerichten von. Yankton. S. D. Es handelt sich urn. die Klage der Frau Nettie McElweirtz gegen Gustav Schmink von einer Brauerei in Sioux Falls und gegen eine dortige Versicherungsgesellschaft, auf Zahlung von $20(X) mit der Be gründung, daß sie an dem Tode ihreö Gatten schuld seien, welcher hn betrunkenen Zustande von einem Eisenbahnzuge überfahren worden war. Die Frau macht geltend, daß ihr Mann in einer von der genannten Brauerei betriebenen Schankwirthfchaft sich betrunken habe. Bei der ersten Verhandlung haben die Geschworeuen erklärt, daß sie keine .Einigung erzielen könnten.
