Indiana Tribüne, Volume 29, Number 192, Indianapolis, Marion County, 7 April 1906 — Page 5

. . Jndlana Tribüne, 7- April 1906

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Flußdiebe. ,

Von W. Brunner. Die Kriminalisten haben mit Recht

bemerkt, daß die Diebe bei ihrem Beruf - ! ! -. Y "

ein eigenioumiles vergnügen empfinden müssen, da sie sich oft mit viel weniger Gefahr und Mühe eine weit leichtere Existenz schaffen könnten. Einen auffallenden Beweis für diefe Behauptung liefern die Spitzbuben, die auf dem Wasser operiren. Ihre Streifzüge, die ihnen sehr wenig einbringen, erfordern große Kaltblütigkeit und Gewandtheit. Namentlich gilt dies von den Dieben auf der Themfe. Die in den Londoner Docks lagernden Schiffe werden Tag und Nacht von mehr als 8000 Polizisten überwacht. Trotzdem wächst die Zahl der Verbrecher beständig, und die Dieöstähle, die sie in einem Jahre ausführen, betragen doch nicht weniger als eine Million Mark. Sie arbeiten" in mondlosen Nächien, während ein dichter Nebel die Themse bedeckt, und in einer kleinen Barke fahren drei oder vier dieser Spitzbuben an den großen Schiffen entlang. Unterwegs schneiden sie alle Stricke durch, die ihnen in die Hände fallen; bei dem bestimmten Schiff schleichen sich zwei von ihnen an Deck, stehlen alles mögliche und verschwinden dann geräuschlos. Einige treiben die Kühnheit so weit, daß sie die Kupferplatten auf dem Deck abdrehen und mitnehmen. Haben Sie die Beute in ihrer Barke, dann heißt es an Land kommen, und das ist nicht der leichteste Theil des Unternehmens, denn man muß die Hasenpatrouillen vermeiden. Ist man einmal an Land, so wird das Produkt des Zuges" in Sicherheit gebracht und einige Tage später zu geringem Preise an irgend einen Hehler in der Stadt verkauft. Vor einiger Zeit ereignete sich eine dramatische Episode auf der Themse. Drei Diebe hatten sich als Ziel ihres Zuqes ein Schiff ausgesucht, dessen Matrosen an Land gegangen waren. Nur ein einziger Mann von der Bemannijng lag schwerkrank auf dem Zwischendeck; seine Gefährten hätten ihn nicht verlassen, doch, abergläubisch wie alle Matrosen, waren sie überzeugt, ein Seemann sterbe niemals vor Rückkehr der Fluth. Mit schwerer Mühe, legen die drei Spitzbuben am Schiffe an, zwei von ihnen erklettern das Deck, der dritte bleibt in der Barke. Und sofort machen sich die beiden Burschen auf dem Schiffe an die Arbeit. Plötzlich stößt einer von ihnen einen entsetzlichen Schrei aus und fällt, in Zuckungen -sich windend, mit dem Geficht zur Erde. Sein vor Schreck versteinerter Gefährte wagt zuerst nicht, sich zu rühren, dann flüchtet er, brüllt: Ein Geist! Ein Geist!", springt mit einem Satz über das Takelwerk und stürzt sich in die Fluthen. Der Kranke an Bord, den der Lärm geweckt hat, erhebt sich in dem Glauben, man ermorde einen feiner Kämeraden. und trotz des Fiebers bewaffnet er sich mit einem Enterbeil und betritt wankend die Treppe.'

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V V 441 tV Vt V4UVttVlU 1441 fcV Bemannung, die an Land gegangen war, zurück. Die Matrosen, die eine Barke schnell dahinfliegen sehen, machen sich an die Verfolgung,' andere besteigen ihr Schiff und sehen zu ihrer Verwunderung einen Menschen, der sich nur' mit Mühe auf dem Wasser halten kann. Auf Deck angelanat, wird ihre Verwunderung noch größer, als sie den angeblich Sterbenden bemerken, der ruhig auf der Brust eines Jndividuums sitzt, dem er die Kehle zudrückt, während er ihm mit seinem schrecklichen Enterbet! von Zeit zu Zeit an den Augen vorbeifuchtelt. Die Erklärung war sehr einfach: Die Diebe, die ganz mit ihrer Arbeit beschäftigt waren, hatten die Schiffskatze nicht bemerkt, die sich spielerisch von hinten genährt hatte und dem einen auf die Schulter gesprungen war. Bei dieser plötzlichen Berührung war der Dieb vor Entsetzen wie todt niedergestürzt; die Katze, die den Stützpunkt verloren hatte, war von neuem auf den zweiten Spitzbuben gesprungen, der, schon von dem Sturz seines Gefährten erschreckt, nun mit dem Teufel oder einem Gespenst zu thun zu haben glaubte und sich besinnungslos in die Fluthen warf. Was den Schwerkranken anbetraf, so übte die Erschütterung eine heilsame Wirkung auf ihn aus, und er genas. Doch die Flußdiebe arbeiten nicht nur in London auch den Docks von Paris statten sie oft ihren Besuch ab. Man wendet alle möglichen Vorsichtsmaßregeln an, um diesen Diedstählen ein Ende zu machen, und jede Nacht sieht man. während Ruhe auf dem Flusse herrscht, einen Schatten vorüberhuschen, 'der blitzschnell verschwindet, ehe man sich über seine Natur klar geworden ist. Dieses Gespensterschisf ist das Polizeiboot La Mouette" (Die Möwe"), das einen geschickten Lotsen an Bord hat und mit muthigen Matrosen bemannt ist. Schweigsam fährt eö über die Wellen, und plötzlich -erhebt sich ein blendender Lichtstreifen auf der Seine, der die Diebe, die etwa an einem Schiff emporklettern, um es zu bestehlen, vollständig lähmt und blen

det. Bevor sie sich noch von ihrez Ueberraschung erholt haben und wenn sie von den Lichtstrahlen des Pracht' vollen Reflektors der 'Moue.tte" noch ganz geblendet sind, werden sie gefesseit auf das Polizeiboot geschleppt und dann nach der Polizeiwache geführt. Manchmal geht die Sache nicht so einfach, und die Bemannung des Polizeibootes ist zuweilen genöthigt, wahre Seeschlachten gegen die Verbrecher zu liefern. Jedenfalls hat die Pariser Polizei beere Erfolge zu erzielen gewußt als die Londoner, die diesen Missethätern ziemlich wehrlos gegenübersteht. i m Der Generaliuspcktor.

Humoreske von Friedrich Alcrander. Eines Tages, als ich auf einem Kanonenrohr der Belgrader Festung saß und über Save und Donau hinweg in die Ferne blickte, kam mein Freund Milan auf mich zu und rief: Na. wie geht's, wie steht's, Mutterchens Goldsohn? Wa5 machst Du?" Ich denke über meine Zukunft nach und schwanke noch, ob ich Löwenbändi ger oder Tanzlehrer werden soll." Wähl' den Mittelweg. Bruder, und werde Generalinspektor! Na, sieh mich nicht so groß an, ich meine es ernst. Du mußt wissen, ich bin seit acht Ta gen eine Art Assekuranzkönig von Ser dien im Dienste der La Terre Zemlja, Erster Internationalen Hagel-, Feuer und Lebensversicherungsgesellschaft. Ta brauche ich einige Dutzend Generalin spektoren." Wie ....und Du .... Tu willst mich ernennen?" Vor Freuve stand mir das Herz im Leibe still. Was gidt's da zu verwundern? Natürlich! Jcy drücke mein Sultanssie ad darunter, und Tu bist EcnerallN' spektor.TaS sagte er so einfach! Nein, wer hatte das in dem kleinen Milan gesucht? Bist Tu einverstanden?" Aber natürlich! Mit tausend Freuden! Ich bitte Dich: scdon ein General schlechthin ist ein hoher Herr. Inspektor ....auch nicht zu verachten. Und ich soll nun mit einem Schlag Generalinspektor werden!" Na, laß Tir's nur nicht in die Krone fahren! Cljne weiteres geht's ja auch nicht. Du wirst Tich zu einer Probeleistung verstehen müljen." Auch das thu ich; überhaupt alles, was Tu willst." So komm' nur erst mit mir, da sollst Tu alles hören.Wir gingen im Kalimegdanpar! auf und ad. Dort erklärte mir Milan meine Pflichten und wie ich es anstellen müsse, um die Leute zu bewegen, daß sie sich versichern ließen.

Xenn aern tgirn ne es mmt, er

zählte mir Milan. Manchem muß man zureden wie einem kranken' Pferde.

Zuerst fragt man ihn nach der Schwä

gerin in Nisch und ob der Onkel noch

ln Poscharewak im Kerker fifce.. ..ixn

schuldig natürlich. Tann kommt man langsam, ganz langsam auf die Politik zu reden. Ist der Kerl radikal, so schimpft man über die Schwaben, sonst

über die Ruijen, aber immer nur mä-

ßlg und ohne Hche. Kommt die

Sprache auf die Negierung, so wiegst Tu bedächtig den Kopf und sagst: Sie

werden sthen, es schaut bet diesem Sy stem nichts Gutes heraus!" und bist

gleich beim Wetter. Davon kann man viel erzählen. Nach und nach lenkst

Tu das Gespräch entweder auf den Ha gel, auf den Blil) oder die vielen Hals, entzündungen, je nach dein, was versichert werden soll. Tu spielst mit der band in der Tasche, und auf einmal

hast Tu ein Prospektchen in den Fin. gern. Das wäre Dir rein zufällig

untergekommen, sagjt Tu, und o

giebt ein Wort das andere.. .. Wenn Tu aber Generalinspektor werden willst, mußt Tu mir heute noch den

Joso Bojanitsch vel sichern. (5r wohnt

aus der Terasija, gleich beim alten

Brunnen. Verjuch s doch ernmal, A! terchen. Vi:l Glück auf den Weg!"

Er klopft mir noch auf die Schulter

und weg ist er.

Gesundheit! Guten Tag! sagt

Joso Bojamtsch ungemem zärtlich. Ich freue mich über die gute VorbeDeutung des ersten Empfanges. .Nehmen tote dock Vlak bei mir.

Anitze! Anitze! Bring Schnavs für den

Herrn!" O, ich danke," entgegnete ich ge schmeichelt. .Zu viel Ehre!Nehmen Sie mit wenigem vorlieb, Lerr . . . . " Roda " eraäme ich.

Tja, ja. Herr Roda! Schade, daß Sie nicht gestern gekommen sind, wir

haben so herrlichen Kucken aebabt

Aber immerhin, Sie sind auch heute

willkommen. Meine SVväaerin in

Nisch...." Wie, Sie haben auch eine Schwäl gerin in Nisch ?" fragte ich fast er schrecken vor Freude darüber, daß Mi lans Rezept so prächtig zutrifft. ..Ja. Haben Sie cuck eine Sckwä

gerin in Nisch? Gesundheit, Herr

Nova: klonen Sle an .... Arr

Großartige Waare, der Schnaps, was? 'S ist aber auch Eigenbau. Tas heißt nämlich eigentlich kein Eigenbau, denn er stammt von meinem Obeim. der ihn

leider Gottes nicht trinken kann." Oh! Ist er todt, Ihr Oheim? tf Wi fthrtniwV

MV Mf VVVMMVltlV. Schlimmer als das. Denkeu Sie

nur: er tt in Poscharewad emae sperrt.. ..Was haben Sie? Wa? ßau nen Sie?"

,,m mcyks, roirma) mcyis....

Sagen Sie doch bitte. Herr Boiamtsch.

hat jede Belgrader Familie einen' O' heim in Poscharewatz sitzen?"

Wie wlkia Sie sind! Ja, die Her

ren Auslänöer! Tas bringt den Geist aus der Welt mit. Ein anderes 'Leben

da draußen als hier auf dem Balkan,

wie? Na, es wird' auch bei uns ein

mal anders werdm. Denn, nehmen

wir an. der Verliner Vertrag wird

eines schönen Tagev revidirt "

Um Gottes willen! Nur nich zu viel

von der Politik!- rufe ich, einqeden!

der Warnuna Milans.

Sie haben recht. Es ist ein un-

dankbares Ding. 235 Tich nicht

brennt, das. blase nicht, -st auch mein

Sprichwort. Sie sind ein C cflerrei

cher, nicht tcaiir? Tja. ja! Zunächst

hängt unser Hol doch nur von bester

reich ad " Joso Aoian:t?ch beginn!

den Kopf zu wicaen. An:e, jag'

ich immerzu meiner Frau, Anit)e

Ich wiege mit: Tu wirst sehen, es

schaut bei diesr.n System. nichts Gutes

heraus!"

Joso blickt erfreut auf, ban ich seine

Ged nken so gut errathe. Freund!" schreit er, Sie gefallen mir! Wie Sie doch die Dinge so richtig zu bcur theilen wissen!"

Ach, wenn man schon so lange hier

ist!"

Ah, schon lange hier? Aber den

noch: Grüe muß man haben. Hat man die, findet man sich überall gleich

zurecht. Und gefällt's Ihnen bei uns 5"

Sehr gut. TaS Klima " Herr!" ruft er glücklich, Sie

sind ein Gedankenleser! Eben auf das

Klima .wollt' ich zu sprechen kommen. In Silber sollte man Ihre Worte fas

sen! Tia, ja! Scheußlich, dieses Wet

ter. Sind Sie Landwirth?-.

Nein. Ich...." Also Hausbesitzer, nicht wahr?" Nein. Ich...." Tja, ja. ein mörderisches Wetter! Wenn man in Belgrad umhergeht und

die schönen Menschen sieht, meint man.

e5 mülie weiß Gott wie gesund sein.

hier zu leben. Alle sehen auS, al soll

ien ne vereinst iyr Vror mir einem Zahn kauen. Aber, aber! Sie sind wie die Pappeln, diese Belgrader: der

Stamm ist groß, das Holz ist weich.

Das lebt wie die Made im Speck und denkt nicht an die Zukunft Noch ein Gläßchen, Herr Roda? Zur

Gesundheit!"

Ich stoßefröhl'lch an. So leicht habk ich mir die sache nicht gedacht, als mich

Milan heute Morgen in die Pflichten des Generalinspektors einweihte. Ein verbindliches Lächeln auf den Lippen stelle ich das Gläschen nieder und greife in die Tasche. Jetzt muß ja bald mein

Prospekt heraus.

So sind die Leute; Sie haben wahr gesprochen, Herr Bojanitsch," knüpfe ich an. In den Tag hinein leben sie

und denken nicht daran: was wird aus

meinen Lieben, wenn ich einmal nicht

meyr oink

Bravo, junger Mann! Ich wollt',

,az yane eine ocyler. Ihnen möchte

ich ste anvertrauen. '

Ich erkenne den guten Willen an.

Wenn man sieht, wie so manche in

aus uno Braus leot " .

Nicht wahr? Und alles verbraucht, so daß Weib und Kind dereinst darben müssen, weil ihnen das ffamilienober Haupt nichts zurückgelassen hat!.... Herr," ruft Bojanitsch, wenn ich was zu befehlen hätte, müßte Jeder mann...." Ein Viertel seines Einkommen in einer Ledensversicherungspolice anlegen." Was sagen Sie, ein Viertel? Ein Drittel wenigstens, ein volles Drittel! Jetzt heraus mit dem Prospekt! Aber, wo hab' ich ihn. zum Kuckuck? Auf einmal fängt Bojanitsch herzlich an: Sehen Sie, da hab' ich rein zu fällig ein Prospettchen bei mir: von der Ozean Internationalen VersicherungsGesellschaft, einem Unternehmen ersten Ranges." Aber...." Ich strecke ihm hilflos den Prospekt von La Terre entgegen. Kein Aber, junger Mann! Sie müssen unbedingt eine Police nehmen. Ich sage nur auf vierzigtausend 'Di nar." Aber...." . Kein Aber! Sie sind nicht verhei rathet, wollen Sie sagen? Denken Sie nicht an die armen Eltern, an die Geschwister? Sollen die verhungern, wenn Sie einst nicht mehr sind?" Aber...." Lächerlich! vierzigtausend Dinar, denken Sie nur! Sie gehen über die Gaffe, ein Ziegel fallt Ihnen auf den Kopf und schlägt Sie todt. Weinend umringt Sie Ihre Braut. Doch vier zigtausend Dinar sind da. Haha!" Aber...." Unterschreiben Sie. junger Mann, ich rathe Ihnen. So was von Gesell schaft, wie die Ozean, gibt's doch nicht. Sie zucken noch mit Händen und Fü ßen, und die Gesellschaft zahlt schon aus. Sabei ist die Prämie lächerlich billig, vierteljährlich dreihundertem undzmanzig Dinar und zwanzig Para Anitze, schnell noch einen Schnaps! Schreiben Sie junger Mann, morgen um neun. Uhr ist der Arzt bei Ihnen So! Nun setzen Sie noch das Datum über Ihren Namen! So! Zur Gesundheit, Herr Roda! Mögen Sie sich, Gott behüte, recht bald von der Solidität der Ozean überzeugen!" Vernichtet und geschlagen kehre ich zu den Kanonen in die Festung zurück. 'S nützt nicht?. Ich hab' kein Talent zum VersicherungSgeschäst,

Bergwerkölegenden. ' - ' Katastrophen wie die von Courriöres erregen Grausen intd Entsetzen.

Es ist kein Wunder, daß solche Katastrophen lange Zeit zu allerlei aber-

gläubischen Vorstellungen, Veranlassung gaben. Die Grubenarbeiter von

heute sind sicherlich weniger leichtglaubig und abergläubffch als ihre Vor-

ganger. Sre wissen alle, was die schrecklichen schlagenden Wetter, ihr ge-. fährlichster Feind, in Wirklichkeit sind.

uno leyen, von alten Vorurtheilen be-

freit, in dem Grisou" nicht mehr einen

dosen Berggeist. Alle haben aber noch nicht die phantastischen Erklärungen derartiger Unglücksfälle vergessen. Ertlärungen, die sich jahrzehntelang nicht allzuweit von der Legende entfernten. Wo sollten auch in Zeiten der Unwisscnheit Legenden eher entstanden sein, als in den Tiefen der Erde, in diefer grauenerregenden Finsterniß? Was ist nun von diesem schlummernden Aberglauben" noch übrig geblieben? Ein Mitarbeiter des Petit Parisien" hat das festzustellen gesucht. Die Bergleute des Loire - Beckens scheinen in Frankreich diejenigen zu sein, welche sich von allen abergläubischen Vorstellungen am meisten befreit haben. Trotzdem hat Herr Descubes. der sich oft mit ihnen unterhielt, auch unter ihnen noch etliche Aberglaubens spuren entdeckt! Man hat ihm z. B. erzählt, daß es in. den Gruben Stellen gebe, wohin man nicht dringen dürfe.

wenn man für diese Verwegenheit nicht sofort streng bestraft werden wolle, Stellen, zu denen dem Sterblichen auf Grund eine? Art Pakt mit Ler Erde der Zutritt verboten sei. Man erzählte ihm auch von Visionen von plötzlich auftauchenden Erscheinungen ehemaliger Opfer der Grube, oder von fernen Spitzhauenschlägen, die von Stellen herüberklangen, an welchen keinMensch arbeitete. Im Nord - Becken haben sich die Legenden noch etwas lebendiger erhalten. Hier können wir wieder Zola als Quelle anführen: er zählt, wie die Bergleute an die Existenz des schwarzen Mannes" glauben, eines mysteriösen Bewohners der Grube, 'der den Arbeitern Fallen stellt. Alfred Hasou hat in seinen Unterhaltungen mit belgischen Bergleuten entstellte Ueberreste der alten abergläubischen Phantasten fesigestellt; so, glaubt man z. V., daß die schlagenden Wetter die Waffe eines furchtbaren Berggeistes wärmen. An , die Existenz dZeseS Geistes glaubt man heute zwar nicht mehr, aber es gibt noch Bergleute, welche versichern, daß jeder Explosion sonderbare Zeichen vorangehen, sei es, daß man einige Zeit vorher eine weiße Fle'dermaus, die blanque besse", fliegen

sehe, sei es. daß man, weiße Flocken bemerke. In anderen Gruben erzählt man geheimnißvoll von dem Kleinen Bergmann". Das ist ein Gnom, der weniger bösartig als schadenfroh ist und sich ein Vergnügen daraus macht, den Bergarbeitern allerlei schlimme Streiche zu spielen. Wenn em Werkzeua zerbricht oder verloren geht, wenn

eine Lampe plötzlich nicht mehr brennen will, wenn ein Stein sich loslöst und den Lederhut des Bergmannes trifft, so hat man dies Alles dem Einfluß des petft mineiir" zuzuschreiben. Man nennt ihn- wohl auch ' vieux Karbon. Der alte Knabe" ist ein Kobold, der sich in der Grube zu schaffen macht, wenn die Arbeiter sie verlassen haben. Man hört dann das Gerausch rollender Kohlenwagen;' oft stößt der Alte einen merkwürdigen Schrei aus. der wie Natata!" klingt. Manchmal macht er einen solchen Lärm, daß man glaubt, er habe Mes zerbrochen; wenn man aber hinuntersteigt, merkt man. daß Alles in Ordnung ist. In anderen Gruben, so in denen von Ille-et-Vilaine, spielt derselbe Bergkobold eine weit schönere Rolle. Er wacht über Leben und Eigenthum der Berqleute. benachrichtigt sie. wenn Gefahr im Anzug' ist. und warnt dur deutlich vernehmbare Schläge vor 'bereits angefaulten Stützballen. Wenn Katastrophen bevorstehen, braucht man. um sich, zu retten, nur seinen Anordnungen genau Folge zu leisten.. Der Blue - Cap" der schottischen Gruben ist offenbar mit dem französischen alten Knaben", verwandt. Dieser Kobold hilft den Arbeiiern, bleibt aber unsichtbar; er schreckt vor keiner Arbeit zurück, muß aber alle vierzehn Tage seinen Lohn bekommen. Man legt ihm das Geld in einen Winkel, und die Summe ist rasch -verschwunden. Wahrsckeinlich spielt in solchen Fällen irgend ein kluger Bergmann, der seine Einkünfte zu vermehren bestrebt ist, die einträgliche Roll des sagenhaften .Blue-Cap".

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Aus London wird berichtet, daß für König Edward nach den Plänen von Sir Philip Watts eine neue Yacht gebaut wird, die gegenüber der bisherigen Königsyacht Victoria und Albert" mit ihrem Deplacement von- 4700 Tonnen verhältnißmäßig klein ist. Sie soll die Qsborne" ersetzen, wird auf dem Elyde gebaut und muß im Jahre 1907 fertig sein. Das Deplacement beträgt 2050 Tonnen, die Länge 250 Fuß, die größte Breite '40 Fuß. Das neue Schiff wird Turbinen erhalten, um die Erschütterung möglichst zu vermindern; dieGeschwindigkei! soll 18 Knoten in der Stunde btttagen.

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