Indiana Tribüne, Volume 29, Number 192, Indianapolis, Marion County, 7 April 1906 — Page 4
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Jndiana Tribüne. CTaalgtaetitn von bet tNbg tt. Indianapolis, Ind. öarrh O. Thudm ... Präsident. GeschäftSloeal: o. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. Entered t the Pot Office ot Indianapolis a aecond clai matter. Hepburn und der NationalBund. Der Abgeordnete Hepburn, der mit seinem Kollegen Dolliver die berüchtigte Hepburn Dolliver Vorlage, die vom Verband deutscher Vereine so energisch bekämpft wurde, auZgeheckt hatte, ar der einzige Abgeordnete im Kongreß, der seine Stimme gegen die vom Abge ordneten Bartholdt beantragte Jnkor porirung des Deutsch Amerikanischen National Bundes unter den Gesetzen deS Distrikts Columbia erhob. ES ift anzunehmen, daß seine Opposition nicht maßgebend sein wird, denn sie ift ohne große Mühe aus seine persönliche Mißstimmung, hervorgerufen durch die Bekämpfung seiner und Dol llver'S Vorlage, durch den Verdand, zurückzuführen. ' Er und andere Abgeordnete, welche an den SchNrzenbSndern der Naliviften und Temperenzler hängen, wittern in dem Ausbreiten des Bundes eine Ge fahr für weitere Leistung von Liebe diensten durch die sich ihre Gönner und Freunde verpflichten könnten. Herr Hepburn behauptet, der Deutsche Nationalbund verfolge politische Zwecke und solle daher nicht, durch die Jnkorporirung unter den Gesetzen des Distrikts von. Columbia durch Kon greß, dem bekanntlich durch aus seiner Mitte ernannte Commissionen die Ver waltung deS Distriktes obliegt, so höbe offizielle Anerkennung erfahren. Wir sind überzeugt, daß Hepburn selbst sehr gut weiß, daß dem National bund jeder Wunsch fern liegt, sich in Partei oder gar internationale Politik zu mischen. 4r rechnet aber richtig, wenn er befürchtet, daß der Bund, der jetzt.über eine Million Mitglieder zählt, der FelS fein wird an welchem na tlonale Temperenz und NativiftenBe strebungen zerschellen werden. Darin allein ift der Grund seiner Opposition zu suchen. Die große nationale Temperenz.Ver einigung die W. C. T. U. ift im Di strikt Columbia incorporirt und wobl keine andere Vereinigung, die außer, halb den politischen Partei'Vereinigun gen steht, hat sich so viel in die öffent liche'P.litik gemischt wie gzrade diese. WenneS richtig war dieser Gesell, schast die Jncorporation zu geähren, so ift eS doch wohl nicht recht, einer Gesellschaft, die eine landere Richtung verfolgt, dieselbe zu versagen. Wir glauben nicht, daß Herr Hep burn thöricht genug ift, zu glauben, daß der Verband landeSverrütherische Pläne verfolgt. Zwar kann man dem Champion der Mucker kaum in die dunkelen Ecken seines Gedankenganges folgen, aber trotzalledem muß man ihm soweit gerecht werden, daß man ihm eine DurchschnittS'Jntelligenz nicht ab spricht. Er wittert mit Recht, daß der Bund mit aller Macht je weder Muckergesetz gebung entgegentreten wird und möchte deshalb nicht, daß derselbe KorporationSrechte im nationalen Regierung? sitz erhält. Anscheinend sind nur wenige seiner Kollegen im Kongreß durch ihn in dieser Saoe beeinflußt und die In korporativ wird jedenfalls gewährt werden. Das lenkbare Luftschiff. Von militärischer Seite wird der Vog. Zeitung" geschrieben: Den unermüdlichen Anstrengungen des im Dienste der Brüder Lebaudy stehenden sranzöstl.chen Ingenieurs 'Juillot ift eS gelungen, ein lenkbares Lustschiff herzustellen, das bei den vor dem fran zösifchen Kriegsminister angestellten Versuchen als kriegsbrauchbar bezeich net werden konnte. Die Gebrüder Le baudy, die in selbstlosester Weise narnhaste Summen für die lange Reihe der Versuche ausgegeben haben und noch fernerhin ausgeben werden, da Juil lot an einer weiteren. Verbesserung sei ner'Erfindung arbeitet, haben ihre auf aeronautischem GebZete gemachten Errungenschastm ihrem' Vaterlande un entgeltlich zur Verfügung gestellt. Bei einem künftigen Kriege werben alsodie . Segner . FxaNknichZ mit dieser Erfin
- r dung bestimmt zu rechnen haben. Die seö Verhalten und der Umstand, daß das Problem eines lenkbaren Luft' fchiffeS thatsächlich soweit als gelöst betrachtet werden kann, daß eS lohnt, sich ernstlich weiter mit dieser Frage zu be schäftigen, ift der unmittelbare Anlaß gewesen, dem französischen Beispiel zu folgen. Die Besprechungen, die bis her in dieser Angelegenheit stattfanden, haben schon dazu geführt, daß eine Swdiengescllschast, die später ihren eigenen Club gründen dürfte, in'S Leben gerufen worden ift, zu deren Komitemitgliedern Contre Admiral z..D. v. yallmann, Vertreter der ein schlägigen militärischen Behörden und bekannte Männer der Industrie und Hochfinanz gehören. AlS Stammkapital wird eine Million Mark zunächst für ausreichend erachtet. So hofft man, auf diesem Gebiete vor wärtö zu kommen und die militärischen Behörden in ihren Bemühungen, ein völlig kriegsbrauchbares, lenkbares Luftschiff herzustellen, thatkräftigst zu unterstützen. Ueber das Luftschiff deS MajorS d. Parfeval, dessen neuartiges Prinzip einer Schraube mit vier Flügeln aus losem Stoffe in Luftschifferkreisen gro. ßeS Aufsehen hervorruft, gehen dem Berliner Lokalanzeiger noch folgende Mittheilungen zu: Die ÄugSburger Maschinenfabrik hat in den letzten Ta. gen daS Gondelgerippe aus Stahlröh ren und Aluminium geliefert. Die Gondel mit Motor und Schrauben flügeln ist unter der Leitung des Ma jorö v. Parfeval und feines Inge nieurS gebaut und so weit zusammen gestellt worden, daß nunmehr der Mo tor mit den Schraubenflügeln in der festgehängten Gondel (ohne Ballon) probirt werden kann. ES sei bei die sem Anlasse auf die besondere Konftruk tion der Schraube hingewiesen. Die Schraubenflügel find, wie oben be merkt, nicht fest oder dnrch Rahmen ge spinnt, sondern einfach aus losem Stoff, der, wenn der Motor nicht ar bettet, schlaff herunterhängt. Beginnt der Motor aber die Schraube zu diehen, so werden deren Flügel infolge einer besonderen Anordnung von Ge Wichten durch die Schleuderkraft ge spannt. Die ganze Maschine wird Ende April nach Berlin gesandt und hier an den Ballon angebaut werden. Die erste Vorführung soll in Gegen, wart des, Offizierkorps der Militär Luftschisser.Abtheilung erfolgen. Die Parseval'sche Erfindung soll unter an derm auch einer Idee dienen, die alle militärischen Kreise, vornehmlich aber den Kaiser selbst, eingehend beschäftigt, der Verwendnng des Luftschiffes im Kriege. Das Blutvergietzen im Kohlen streik hat diesmal recht früh begonnen. Sonst begannen die Krawalle erst nach dem die Ausständigen durch die Noth desperat wurden.. ' Die deutschen Bankiers haben im letzten Augenblick .ihre Taschen zuge knöpft und den russischen Pump abge lehnt. Nachdem Rußland in Algeci ras Deutschland so schnöde im Stiche ließ, verdient eS .die Abweisung voll auf. Der Sun meldet ein angeblicher Berliner Korrespondent, daß man um den Frieden Europas besorgt ift, weil man ftaune der Vertreter deS er krankten Kanzlers Bülow, Herr Hol stein, starke Antipathie gegen England und Frankreich hege. Die guten Leut chen scheinen wirklich zu glauben, daß in Deutschland die Politik durch die persönliche Stimmung eines Beamten ebenso beeinflußt werden kann wie hier in Jndiana ein LeglSlaturAbgeordne ter durch seine sabbathiftisch angelegte Gattin. Reichen Unterhaltungsstoff dürften die ersten Sitzungen deö russischen Du ma darbieten- und man kann besonders auf originelle Gesetzentwürfe, welche Abgeordneten aus dem Innern des Landes einbringen .werden gespannt sein.. Wie wenig ernst eS der Regie rung damit ist, wirkliche VolkSvertre tung zu gewähren, beweisen tägliche Beispiele. Wenn irgend ein durch noch so große Majorität erwählter Reprä sentant mißliebig ift, so wird seine Wahl einfach al? ungültig erklärt und irgend ein Kandidat, mag auch seine erlangte Stimmenzahl noch so winzig sein als erwählt, erklärt. - Man be trachtet eben das Duma als Spielzeug, welches Väterchen seinen Landeskindern zur Beruhigung hingeworfen hat. Baucht die BONANZA.
Jndtäna Trtvilne,
Ein neues Werk Vizet'S Durch den allzu frühen Tod des Componisten der Carmen" hat diese schönste französische Oper in dem Werke ihres Schöpfers keinen Nachfolger gefunden. Es ist daher nur erklärlich, daß man unter den Jugendwerken des Meisters nach noch unausgeführten Opern gesucht hat, und es ist auch bereits berichtet, daß man in den Archiven des Conservatoriums eine Arbeit gefunden hat, die Bizet von Rom aus, wohin er 1857 mit dem Rompreis geschickt worden war, im Jahre 1859 an das Confervatorium gesandt hat. Dies Werk ist eine Oper Drni Procopio", die kürzlich im Theater zu Monte Carlo mit großem Erfolg aufgeführt worden ist. Die Arbeit des einundzwanzigjährigen Bizet fand bei dem Direktor des Conservatoriums Ambroise Thomas keine sehr günstige Aufnähme; er erkannte zwar die Lebendigkeit und den Geist der Partitur an, aber er tadelte den jungen Musikschüler. weil er eine Oper gemacht hätte, während das Reglement eine Messe vorschrieb. Grade in der. Nachahmung und dem Studium der großen Meister der Kirchenmusik finde der Componist auch den nothwendigen Stil für seine leichteren Schöpfungen und ohne das Studium des Contrapunkts könnte kein Werk von Dauer sein. Bizet aber war damals völlig von den Verführer!schen Melodien der Opera Busse umfangen, die ihn auch bei seinem ersten Versuche in der Oper geleiteten. Das Textbuch rührt von einem ziemlich unbekannten Lustspieldichter Carlo Cambiaggio her und bewegt sich völlig in den Bahnen der durchschnittlichen Tezte komischer Opern. Bizet hatte diesen Text, der schon um die Mitte des 18. Jahrhunderts verfaßt worden war, bei einem Antiquar in Rom gefunden; er ist jetzt für die Aufführung ins Französische übersetzt worden. Jenes Motiv von der Liebe der Jungen, die mit List und Keckh::t über die Heirathslust eines Alten siegt, ist ja schon in der italenischen Stegreifkomödie und in Moliöres Frauenschule- behandelt worden und vom Barbier von Sevilla" bis zum Don Pasquale" Donizettis in vielen komischen Opern das Leitmotiv gewesen. Es bildet auch im DonProcopio" den Mittelpunkt der einfachen Handlung. Der alte Andronico will seine Nichte Bettina, die jung, reich und reizend ist, an seinen Freund Procopio verheirathen, der alt, reich und geizig ist. Bettina aber liebt natürlich einen jungen hübschen Offizier Odoardo. Um den alten Habsucht!gen Procopio von der Heirath abzubringen, läßt sie ihm nun zunächst durch ihren Bruder einreden, daß sie arm sei und keine Mitgift bekomme. Das verschnupft den alten Harpagon; aber völlig von seinen Heirathsplänen geheilt wird er, als ihm Bettina da rauf selbst ihre Freude darüber fund gibt, daß sie nun seine Frau werden und das Geld mit vollen Händen zum Fenster herauswerfen könne. Er erklärt, eine solche Verschwenderin nicht heirathen zu wollen, und , nun muß Ändronico wohl oder übel in die Heirath Bettinas mit Odoardo willigen', Bizets Musik steht sehr unker dem Einflüsse Rossinis und seines Barbiers". Auch seine Melodien haben die graziöse Anmuth und das geistvolle Feuer des Meisters von Pesaro. Aber auch noch andere Einflüsse machen sich bemerkbar. Die glänzende und feine Führung des .Orchesters verdankt Mozart sehr viel, während die große Arie der Bettina ein wenig an die Arie der Agathe im Freischütz" erinnert und djAuftrittsmelodie Ordoardos an den Einsatz der Tenorstimme im Finale der neunten Sinfonie von Beethoven gemahnt. Ueberall läßt sich erkennen, daß der junge Conservatorist bereits über eine reiche klassische Bildung verfügt, aber durch alle diese Reminiszenzen'hindurch dringt sein eigenes geniales Talent hervor, und besonders die Kraft. n:it der im Orchester die einzelnen Personen charakterisirt und alle Gefühle ausgedrückt werden, !st hervorragend. Eine starke Leidenschaftlichkeit. und e!ne feine sinnliche Grazie, die über Rossini hinausgehen, lassen bereits die Arlösienne" und Carmen" ahnen. Künstliche Glieder im Alterthum. r Die wunderbaren Leistungen der Chirurgie und des künstlichen Gliederersatzes erscheinen uns gewöhnlich als eine Errungenschaft der neuesten Zeit, und doch erweist es sich auch auf diesem Gebiete bei 'genauerem Zusehen wieder, daß alles schon dagewesen" ist. AuS dem Alterthum hat man eine Reih: von Daten gesammelt, die zeigen, das; s schon damals künstliche Gliedmaßen der verschiedensten Art und von feinster Durchbildung gegen hat. Selbst bei den alten Indern waren Ohren. Nasen und Lippe-n aus Gips bereits etwas ganz Gewöhnliches, was zum The!l varaus zu erklären ist, daß 'das Aöschneiden dieser Korpertheile bei ihnen eine häufig angewandte Strafe war. Griechische und.römische Veteranen. d!e im Kriege einen Arm oder ein Bein verloren hatten, suchten diesen Maygel durch künstliche Gliedmaßen abzuhelfen. ' ' j Im Museum des Royal College of Surgeons"' in England befindet sich ein künstliches Bein, das man für das älteste seiner Art hält. Es. wurde in eine Graben in Kapua gefunden und wird im Katalog folgendermäßen. Le schrieben: .Römisches kunstliches Vein.
7. April 1906.
das künstliche Glied stellt eitern die Form des Beines dar; es ist aus Stücken dünner Bronze hergestellt, die mit Vronzenägeln an einem hökzernenKern befestigt sind. Zwei Eisenstangen, die an ihren freien Enden Löcher haben, sind an dem oberen äußersten Ende der Bronze befestigt; ein vierseitiges Eisenstück scheint zur Verstärkung gedient zu haben. Von dem Fuß findet sich keine Spur, und der hölzerne Kern ist fast zerfallen. Um das Skelett lag ein Gürtel aus plattirter Bronze mit kleinen Nieten am Rande, die wahrscheinlich zur Befestigung einer Lederausfütterung dienten. Am Fuße des Skeletts lagen drei bemalte Vasen, rothe Figuren auf schwarzem Grunde. Die Vasen gehören einer ziemlich vorgeschrittenen Periode der Verfallzeit der Kunst an (etwa um das Jahr 300 v. Chr.)". Die früheste bekannte Darstellung eines künstlichen Gliedes findet sich auf einer griechisch - römischen Base im Louvre, die einen Satyr mit einem hölzernen Bein zeigt. Auf einem grie-chifch-römischen Mosaik ist ein Sportsman mit einem hölzernen Bein dargestellt. Man glaubt, daß diese beiden Jilder der vorchristlichen Zeit angehören. Plimus spricht von einem römischen Krieger, der anderthalb Jahrhunderte vor Christi Geburt eine hölzerne Hand trug, mit der er das Schwert handhaben konnte. Auch im Mittelalter mußten künstliche Glieder die im Kriege erhaltenen Verstümmelungen wieder gut machen. Die eiserne Hand des Götz von Verlichingen war ein sinnreicher Mechanismus. der im Jahre 1504 für den berühmten Ritter angefertigt wurde. Ein Jahrhundert später trug der Herzog von Braunschweig eine künstliche Hand. Der große französische Chirurg Ambroise Pare ersann künstliche Glieder mit beweglichen Gelenken, die geschickte Mechaniker für ihn anfertigten, unter denen der Schlosser Lorraine der berühmteste war Pare widmet den Mitteln, wie man einen natürlichen oder zufälligen Defekt am menschlichen Körper verbessert oder ersetzt, ein besonderes Kapitel. Er beschreibt künstliche Augen und Nasen, eine künstliche Zunge oder einen künstlichen Gaumen. Später verfertigte derPater Sebastian, ein Karmelitermönch, bewegliche Arme und Hände. Im Anfang des 17. JahrHunderts gibt Peter Löwe in seinen Diskursen" über die gesammte Kunst der Chirurgie Darstellungen von künstlichen Beinen. Etwa um die Mitte desselben Jahrhunderts erwähnt der Florentiner Chirurg Falcinelli die Verwendung künstlicher Augen aus Silber, Gold und Kristall, die in verschiedenen Farben bemalt sind: er beschreibt auch künstliche Ohren aus denselben Metallen, die am Kopf mit Schnüren befestigt oder mit Goldoder Silberdraht an die Haut angenaht sind. Silrne Nasen sollen schon in früherer Zeit im Gebrauch gewesen sein. Der sozlaldemokrattsche Tyronsessel. In den Künstlerkreisen Moskaus wird gegenwärtig eine höchst ergötzliche Geschichte viel belacht. Im Großen Theater sollte die Neuinscenirung einer bekannten Oper von statten gehen, und dazu brauchte man u. A. einen neuen ägyptischen Thronsessel. Eine: der jüngeren Theatermaler wurde beauftragt, dieses Prachtstück mit Hieroglyphen zu schmücken. Er that, wie ihm geheißen, und auf der Rücklehne des Thrones prangten bald die schönsten Zeichen der ägyptischen Zeichenschrift. Einem Freunde jedoch vertraute der Maler an,' diese Inschrift bedeute, wenn man sie nur richtig zu lesen verstünde, nichts anderes als: Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" Die Kunde von dieser kühnen That des Theatermalers verbreitete sich wie ein Lauffeuer unter den Schauspielern und gelangte endlich auch zu den Ohren derVerwaltung. Schreckensbleich, stürzten die würdigen Herren herbei, um das provokatorische Möbelstück in Augenschein zu nehmen. Unter den Angestellten des Theaters wurde eine Rundfrage veranstaltet, ob Jemand Hieroglyphen zu lesen verstehe. Es fand sich auch richtig ein Aegyptologe aus Verditschew, der im Tonfalle des heiligsten Ernstes versicherte, die sichtbaren Zeichen auf dem Thronsessel hä!ten allerdings jene fürchterliche Bedeutung, die der verbrecherische Maler seinem Freunde verrathen habe. Daraufhin wurde der ganze theure Thronsessel sofort vernichtet und der Maler zur Verantwortung gezogen. Zu spät betheucrte er, daß es sich nur um einen Spaß handele und daß er v?n ägyptischen Hieroglyphen ebenso wenig eine Ahnung habe wie die Richter feines Kunstverbrechens das Werk seiner Hände brannte schon im Theatero,':n. Ein russischesSprichwort meint in solchen Fällen sehr richtig Die Furcht hat' große Augen", von langen Ohren schweigt es jedoch wohlweislich. Der neue Dampfer .Sieglinde", welcher der Union Line" m Hamburg gehört und in West HartlePool gebaut wurde, traf kürzlich auf seiner Jungfernfahrt in New Dork ein. Das Schiff hat 1914 Tonnengehalt, ist 331 Fuß lang und besitzt einen Tiefgang von 22 Fuß. Es kann 42 Ka-jüten-und 46 Zwischendecks - Passagiere beherbergen und wird den Verkehr von New York nach brasilianischen Häfen vermitteln.
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Vom Jlllaude. Eine Entschädigungs -klage eigener Art ist in Lacrosse, Wis., entschieden worden. Weil die Milwaukee-Aahn ihre Postwagen nicht mit geeigneten Thüren versehen hatte, um den Luftzug abzuhalten, wurden dem Posiclerk H. M. Decker von La Crosse, der sich infolge des Zuges die -Lungenentzündung zuzog, gerichtlich $1000 zugesprochen. V o n G l ü ck sagen kann Michael Maloney, ein .Angestellter der Anaconda-Mine in der Nähe von Butte, Mont. Er arbeitete am oberen Ende des 2400 Fuß tiefen Hauptschachtes dieser Mine, stürzte .durch einen Fehltritt ab und durch einen glücklichen Zufall fiel er auf einen 40 Fuß tiefer befindlichen hervorstehenden Balken, an dem er sich festhalten konnte, bis er aus seiner gefährlichen Lage befreit wurde. Er trug mehrere Rippenbrüche davon. Ein von dem Indianerbureau ausgestellter Befehl hat, wie aus Ashland, Wis., berichtet wird, große Aufregung unter den Chippewas in Wisconsin und Minnesota hervorgerufen. Der Befehl weist den Agenten in der La Pointe - Agentur in Ashland an, die Zahlung der monatlichen Bewilligungen an solche Indianer einzustellen, welche Klage gegen. die Regierung eingereicht haben, um die sofortige. Auszahlung der Gelder zu veranlassen, welche für die- Chippewas in Banken in Ashland, Hudson und anderen Orten deponirt worden sind. Dieses Geld beträgt ungefähr eine halbe Million Dol!ars. Ungefähr hundert Indianer, welche Prozesse angestrengt haben, um die sofortige Auszahlung der Summe zu bewirken, sehen sich jetzt dem Umstände gegenüber, daß sie ihre Rechte auf das Geld Privatpersonen übertragen haben. Die Regierung ist daher gezwungen, um sich selbst zu schützen, die Auszahlung der monatlichen Bewilligungen einzustellen, biZ die' Prozesse erledigt sind. Da die Fälle vielleicht mehrere Jahre in den Gerichten liegen, werden, sind die Aussichten für die Kläger nicht gerade rosig. EinOpfer der russischen Judenverfolgungen in Baltimore ist Boris Lucachewsky, der kürzlich auf einem der Dampfer des Norddeutschen Lloyd in Baltimore eintraf. Er brachte aus seiner Heimath Odessa noch ungefähr 4000 Rubel mit, den letzten Rest eines Vermögens, welches seiner Angabe nach 100.000 Rubel betrug; und er erzählte einem Berichterstatter folgendes: In Odessa habe er an der Polizeistraße eine große SchneiderWerkstätte betrieben, in welcher er zumeist Armeeuniformen fabricirte. Sein Einkommen habe im Jahre 60,000 Rubel betragen. Am Morgen zu Veginn der Metzeleien habe ihn ein befreundete? Polizist benachrichtigt, daß er schleunigst sein Geschäft verlassen und Alles, was er könne, mitnehmen solle, da eine Judenmetzelei geplant werde. Er habe sofort die Werkstätte verlassen, seine Arbeiter auch zur Flucht veranlaßt, sich in seine etwa vier Straßen entfernte Wohnung geflüchtet, seine Frau und vier Kinder mitgenommen und die Stadt verlassen. Erst sechs Tage darauf, als verhältnißmäßig Stille in Odessa herrschte, sei er zurückgekommen. Sei ne Werkstätte sei ein Trümmerhaufen gewesen und nichts habe er mehr retten können.. Etwa viertausend Juden seien vom 18. bis zum 22. Oktober getödtet worden, Männer, Frauen und Kinder. Jm Wusel. Student: Diese Nacht habe ich mich ordentlich eingetunkt, anstatt nach Hauses bin ich nämlich in den Stadtpark gerathen und habe mich dort auf einer frisch gestrichenen Bank schlafen gelegt." Da haben Sie natürlich Ihre ganzen Kleider verdorben?" Student: Ja, wenn ich nicht so kolossal, ordnungsliebend wäre die hatte ich ber vorher ausgezogen und über einen .Ast gehängt!"
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