Indiana Tribüne, Volume 29, Number 191, Indianapolis, Marion County, 6 April 1906 — Page 6

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) Auswahl von Grabsteinen tjTy ) Monumenten

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Ausgrabungen in Palästina.

Hochinteressante yunde aus kanaanitischer und tSraelttisSier Zeit. Ueber die bisherigen Ergebnisse der Palästinaforschung hielt kürzlich der Palästinaforscher Dr. Sellin in Mün chen einen Vortrag. Die Ausgrabungen aus dem Booen Palästinas haben erst in den letzten Jahren größere Erfolge aufzuweisen gehabt. Zwar haben die Englander chon 1867 und der Deutsche Palastinaverein 1884 in Jerusalem zu graben begonnen. Aber obwohl die eng ischen Genieoffiziere ein Stuck der da-vidisch-salomonischenStadtmauer freiezten, entsprach das Ergebniß durchaus nicht' den gehegten Erwartungen. Es erklärt sich das leicht, wenn man berücksichtigt. da& der größte Theil des alten Jerusalems auch heute von Häuern bedeckt xi oder zu mohammedani schen Heiligthümern gehört. Größere Erfolge wurden erst erzielt, als sich die Eniländer- 1900 von Jerusalem weg den Ebenen und zwar zunächst der südwestlichen zuwandten., wo sie nach Durchforschung anderer Trümmerstäten seit 1902 mit der Ausgrabung des alten Gezer beschäftigt stnd. Es wurde dabei ne Tafel mit babylonischer Keilinschrift gefunden. Der deutsche Palastma-Verem ließ seit dem Frühjahr 1903 durch Dr. Schumacher Ausgrabungen auf dem Boden der alten Festung Megiddo veranstalten. Aus den Ebenen ragen bis zur Hohe von 20 oder 30 Meter grüne Anhöhen empor. Es sind das Uebersie der alten kanaanitischen und israelitischen Städte, In Taanach an der alten, von Egypten nach Palästina führenden Karawanenstrahe fand Sellin übereinander fünf Burgen, nämlich zwei kanaanltlsche, eine sruhlsraeutische, eine spätisraelitische und eine arabische. Bon den ausschließlich aus Lehm erbauten' und durchweg sehr kleinen Prlvathausern ist blos der Fußboden erhalten. Die kanaanitischen Vorgänger der Jsraeliten' verwandten als Baumaterial polygonale (vieleckige) Steine, die m der Weise etagenformig gelegt wurden, daß die höheren Schichten qegenuber den untern nach innen zurücktraten. Die Jsraeliten haben ihre Steinblöcke viereckig beHauen, aber blos an den Randern, nicht dagegen, wenigstens nicht nach außen hin. in der Mitte. Die Krüge der Kanaaniter verlaufen nach unten rn eine itze, so daß sie nicht ohne Weiteres auf den Boden gestellt werden konnten. Die Deutschen fanden 1904 in Megiddo ein kleines Jaspis-Siegel, das über einem babylonischen Löwen die althebraische Inschrift tragt: Gehong'Schlma, dem Diener Jerobeams Es handelt sich um einen Beamten des israelitischen Königs Jerobeam II., der von 783 bis 742 v. Ehr. regiert hat. Sellin war es beschieden, aus den Trümmern von Taanach zwölf mit Keilinschriften bedeckte Thontafeln. darunter sechs oder sieben wohlerhal tene. herauszuholen. Es sind Ver zeichnisse wahrscheinlich militärischen Inhalts und in babylonischer Sprache abgefaßte Briefe an den kanaanitischen Priesterfürsten von Taanach. Eine Opferstätte in Taanach zeigt eine zu einer Höhle verlaufende Rinne, von der Sellin annimmt, daß sie den in der Hohle vermutheten Göttern das Blut der Opferthiere habe zuführen sollen. In großer Zahl sind bei allen Aus grabungen Amulette, Ringe und hei lige Steine gefunden worden. Die Deutschen haben aus kanaanitischer und die Englander auch m sel tenern Fällen aus israelitischer Zeit diele Anzeichen von Kinderopfern und von den in der Bibel erwähnten Bauopfern vorgefunden. Um einen Altar herum fand Sellin die Reste von etwa 40 Kindern, die anscheinend rn Thon krllge gesteckt und durch aufgeschüttete Erde erstickt worden sind. Der Engländer MacAlister entdeckte auf zahlreichen Krughenkeln vier als Stempel benützte Aufdrücke von Namen; die aus den Geschlechtsregisiern der Ehronika bekannt sind. y ' Die Eiscnvorräthe der Erde, soweit sie gemäß der heutigen Förderungstechnik erreichbar sind, wurden von Tornebohm und Siorgen abge schätzt. Demnach besitzt den größten Reichthum an sorderbaren Eisenerz vorräthenDeutschland, nämlich 2,200. 000.000 Tonnen; dann folgen Rußland und Frankreich mit je 1,500,000,000, die Ver. Staaten mit 1.100.000.000, Schweden mit 1,000.000.000, Spanien mit 500.000.000 und zuletz England mit 250.000.000 Tonnen Der Eisenerzvorrath aller übrigen Länder wird insgesammt auf 1.200,000.000 Tonnen veranschlagt. Gegenwärtig werden jährlich etwa 50.000.000 Tonnen Eisen erzeugt wozu das doppelte bis dreifache Gewicht an Eisenerz erforderlich ist. Wenn also der Elsenbeoarf der Welt mch weiter zunimmt, so würden die obigen Erzvorräthe doch schon vor Ende deL laufenden Jahrhunderts zu Ende gehen, am frühesten in England. Es ist möglich, ja wahrscheinlich, daß die obigen .Schätzungen des Reichthums der Erde an Eisenerz zu gering sind Wenn man sie aber auch auf das Dov pelte erhöhte, 9 wurde gegenüber dem jährlich wachsenden Bedarf der Wel an Elsen. das Endergeonlß doch NU unwesentlich beeinflußt werden. Die ses aber lautet: Die förderbaren Eisen erzvorr'äthe der Erde sind nicht so groß daß ihre Erschöpfung erst in, vielen Jahrhunderten emtreten wird.

lta chemisches FestmalZf.

Die Kongrcßvorlage gegen NahrungS: mittel-Vcrfälslyung. Sine Temonstration Professor Ctillmans. Seltene Speisenzusemmensehung-Vestim mungcu und Osponenten der BiU-Nach, ahmung von echten Lpirltuoscn. Ein chemisches Festmahl hat neulich Professor Thomas B. Stillman, Direktor der chemischen Laboratorien der Stevens-Akademie in Hobolen, N. I., einigen seiner Freunde gegeben. Bei dem Diner waren, mit Ausnähme des Fleisches und der Cigarren, sämmtliche Genußmittel chemisch zuammengesetzt. Stillman führte die Zusammensetzungen selbst vor den Augen seiner erstaunten Gaste aus. Es gab da unter anderem nahrhafte BisUlts aus Starke, Wcinstelnsahne, destillirtem Wasser. Salz. Saccharin. Kunstbutter und künstlicher Milch; schmackhafte Gelees aus Citronenaure, Anilinroth und Maissirup; Martini-Cocktails , aus Absmthin. Alkohol, Saccharin. Eis und Anilinroth; vollsaftigen Sauterne-Wein aus Apfelsaure, Wemsternsaure, essigsaurem Aether, Glycerin, künstlichem Kognaköl, destillirtem Wasser und Anilingelb: endlich Elsschlagsahne aus Baumwollsamen-Oel. Die meisten der erwähnten Stosse sind, wie Stillman ausführte, harmlos, und der einzige Fehler der auf den Markt gebrachten Nachahmungen von natürlichen Speisen und Getränken liegt in der Thatsache. daß sie betruglich und etwas anderes sind, als ihre Namen besagen. Die Stillman'fche Veranstaltung war ein Ausfluß einer eigenartigen Professor Thomas V. Stillman. Bewegung, die entstanden ist infolge der Unterbreitung der Bill gegen Nah rungsmittel-Verfälschung - im Kongresse. Die Vorlage wurde vom Acker-bau-Departement vorbereitet und im Vundcssenate durch Senator Heyburn von Jdaho, im nationalen Unteryause durch Repräsentant Hepburn von Iowa eingebracht. Im Senate wurde die Bill bereits angenommen. Die Vorlage sieht die Errichtung eines chemischen Bureaus vor. das mit der Untersuchung aller in den Ver. Staaten zum Verkaufe ausgebotenen oder für den Export bestimmten NahrungsMittel. Droquen und geistigen Getränke betraut ist. Wenn einer dieser Artikel als gefälscht befunden wird oder aus anderen Stoffen, als den gesetzlich erlaubten, besteht, so hat der Hersteller, je nach der' Größe seines Vergehens, Geldstrafe, Gefängniß oder auch Beides zu gewartigen. Bei gemischten Eß- und Trinkwaaren müssen die Etiketten der sie enthaltenden Gesäße eine Ausschrift tragen, aus welcher der Käufer deutlich den Charakter des Inhalts zu ersehen vermag. Die Bestrebungen zur Schaffung eines Vundes-Gesetzes gegen die Verfälschung von Lebensmitteln sind keineswegs neu. Sie sind stark befehdet worden -durch die Mehrzahl der Fabrikanten von Patent-Eßwaaren. ferner durch fast alle Hersteller von PatentMedizinen, sowie durch die Nationale Association der Destillateure und Händler für Spiritussen en gros. Seltsam aber erscheint es für den ersten Augenblick, daß sich gegen die Passiruna der oben erwähnten Bill auck Experten der Wissenschaft ausgespro-' chen haben. Sie erhoben keinerlei Pro test gegen den Paragraphen hinsichtlich der ungehörigen, betruglichen Etitettirunq, sondern wenden sich geacn die radikalen Bestimmungen der Bill, deren Abfassung, wie sie behaupten, von ernsten Mißverständnissen diktirt wurde. Es sei, so sagen sie. leicht darzuthun, daß die Berichte über die schädlichen Folgen der Benutzung ge fälschte? Eß- und Trinkwaaren in un billiger Weise übertrieben worden sind Den Interessen der Wissenschaft aber diene es nicht, wenn 'man gestatte, daß solche offenbare grelle Irrthümer sich zu Ueberzeugungen im Volke gestalte ten. Etne Demon trirung der Ve haupwngen der Gelehrten bildete das von Stillman veranstaltete Diner. Welchen Umfang allein ' die Nachahmung von echten Spirituoscn angenommen hat. geht aus etlichen Mittheilungen Dr. Wueys vom Ackerbau Departement hervor. Nachdem sind von den in Onkel Sams Land verkauften geistigen Getränken mindestens 85 Prozent gefälscht. Echter" Bour-bon-Whisky wird in 14 Staaten hergestellt, wirklicher" Gin in elf. und Jamaika-Rum" m öret.

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Die Feindseligkeit deö französischen

Kabinetts gegen Deutschland. Der Telegraph meldet aus Berlin. daß das neue Kabinett Sarrien sicö gegenDeutschland wesentlich unfreunolicyer erwelZl, ais vas verflossene Ministerium Rouvier. Die Nachricht wirkt einigermaßen überraschend, weil sie fast unvermittelt auf die Versicherung folgt, daß die schnelle und heldenmüthige deutsche Hülfeleistung bei oem surcywaren Grubenunglück von Eourneres die Herzen der beiden lange entfremdeten Nachbarvölker ewander wieder nahe gebracht habe. Freilich bietet andererseits die Zusammensetzung und Gruppirung des neu:n Kabinetts eine Erklärung für dessen Haltung. Elemenceau und Vnar.d bilden den linken und Bourgeois und Pcincare den rechten Flügel des Ministeriums. Sarrien und Ruau stehen in der Mitte, geben aber nicht den Ausschlag, sondern haben so gut wie nichts zu sagen. Elemenceau, zu dessen Sondervergnügungen bisher das Stürzen von Kabinetten gehörte, sitzt zum ersten Male selbst rn einem Ministersessel: ehe er aber Platz nahm, stellte cr so zu sagen die Bedingung, daß seine Kollegen nach seiner .Pfeife zu tanzen hätten. Der alte Herr Sarrien wollte ursprünglich das Porteseuille des Inneren sich selbst vorbehalten und stellte Elemenceau die Wahl zwischen den anderen frei. Die Antwort lauiete: Ich dränge mich nicht auf, wenn ich jedoch einmal Minister werden soll, so will' ich wenigstens das politisch wichtigste aller Portefeuilles haben sonst danke ich." Und Briand, Elemenceau's unzertrennlicher Freund, siel ein: Sonst danke ich auch. Der aute Herr Sarrien fügte sich, trotz des Einspruchs Bourgeois' und Poincares, . ' - 7 w f ' Y und übernahm ohne große ieoe neoen dem Vorsitz die Justiz. Unter diesen Umständen kann man wohl sagen, daß Sarrien wobl das Haupt, Elemenceau aber den Kopf des Ministeriums bildet, und Elemenceau ist einer der bittersten Feinde Deutschlands in der Marokkofrage. . Man konnte vielleicht pgen, oa diese Feindschaft nicht sehr schwer in's Gewicht fiele, weil der Deutschland wohlgesinnte Bourgeois und nicht Elemenceau Minister des Auswärtigen ist. Bourgeois war es bekanntlich ja gerade, der Frankreich auf der Friedenskonrerenz vertrat und wiederholt in beredten Worten eine Ann'äberung an Deutschland befürwortete. 'Von ihm hieß es auch, daß er nach dem Sturze des Ruhestörers Delcass6 bereit gewesen Ware, nach Berlin zu gehen, um eine -Politik der ehrlichen Aussöhnung einzuleiten. In Wirklichkeit hat der Minister des Auswärtigen aber in Frankreich einen weit geringeren Einfluß auf den Gana der Politik, als sein Kollege des Inneren, der sozusagen fortwährend im Brennpunkte des Interesses vor der Öffentlichkeit steht. Der offenkundige Engländerfreund Elemenceau wollte sich diese Stellung und diesen Einfluß sichern, und deshalb wies er die nichtpolitischen Portefeuilles, die ihm angeboten wurden, schroff zurück. Allerdings wachsen die Bäume auch in Frankreich nicht in den Himmel, und wenn Herr Elemenceau seiner Unfreundlichkeit gegen Deutschland wiederholt zu sehr die Zügel schießen lassen sollte, so dürfte wohl das Bild des rechtzeitig - abgewandelten 'Delcasso warnend vor ihm aufsteigen. Die Franzosen, die Delcassö fallen ließen, dürften wohl auch Elemenceau lieber wieder in der Versenkung verschwinden sehen, als es mit Deutschland auf einen Krieg ankommen lassen, über dessen schließlichen Ausgang die hervorragenden Fachmänner aus beiden Seiten der Vogesen sich klar und einig sind. Ein seltsames Experiment wurde in den letzten Tagen auf der Bahnstrecke Frankenstein-Lamvrecht ae macht. Vor einigen Jahren war im Tunnel zwischen diesen Ortschaften die Leiche eines Weinrelsenden aus Durk heim gefunden worden. Die Bahn bebaupttte. es liege Selbstmord vor. die Familie erklärt, dafür sei nicht der geringste Anhalt gegeben; der Mann sei infolge des Schleuderns des Zuges durch eine schlecht verwahrte Thur hin aus gefallen und verunglückt. Auf die Klage der Familie sind die Pfalzbahnen m erster Instanz zur Zahlung einer Entschädigung von 60.000 M. verurtheilt worden. Die Verwaltung, legte, gegen dieses Urtheil Berufung ein und brachte ein Experiment in Vorschlag, um zu beweisen, daß ein Unglucksfall m der Weife, wie es die Kläger behaupteten, nicht eintreten könne. Ein Extrazug, in dem sich Rlchter. Rechtsanwälte und Vertreter der Pfalzbahndirektion befanden, durchfuhr mit der gewöhnlichen Geschwln digkeit den Tunnel. In einem Abtheil war eine Puppe von der Schwere des Verunglückten neben die unverschlossene r"f. r.i i . 'rv . 2,yur geseyi woroen. ogleicy nun diese durch eine besondere Vorrichtung wiederholt geöffnet wurde, blieb die Puppe doch an ihrem Platz, und die mit der Fahrt verbundene Seltenbe wegung vermochte sie nicht von der Bank herabzuwersen. Auf den Aus ?,ang des Prozesses ist man gespannt. ÄautderVutzbacherZtg ist der Rechner des dortigen Spartas senvereins. Heinzerling. unter der An'chuldigung. 150.000 Mark unterklagen zu haben, verhaftet worden

Die HoszschlUlzcrci.

Wichtige Hausindustrie im Vcrner Oberland und ihre Entstehung. Die Vrienzer Tchnihlcrschule- ?er Vater" der Holzschnitzerei AuNchwuug der Jndu-ftrie-Kunst und Hanöwerk vereint-lZuter Nebenverdienst. Im Berne? Oberland, in dem Dorfe Brienz und seiner Umgebung ist die Holzschnitzerei zu sehr hoher Blüthe gelangt. Mehr als 1500 Personen sind dort in der Holzschnitzerei beschäftigt. Mittelpunkte dieses Erwerbszweiges sind die seit 1884 bestehende Schnitzlerschule in Vrienz und die einige Jahre später eingerichtete Lehrwerkstätte .in Meinngen. Die Uebuna der Holzschnitzerei verdankt ihren Ursprung der Umsicht eines geborenen Vrienzers, Christian Fischer. Dieser lebte in Vrienz als einfacher Pfeifendrechsler und schnitzte ganz ohne Anleitung, ja sogar mit selbstgefertigten Werkzeugen allerlei niedllche Gegenstande, wie Nadelbuchsen, Schächielchen mit Blumengewinden und Eierbecher, die er an die Fremden vortheilhaft verkaufte. . Als mit den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts der Touristenverkehr mehr und mehr zunahm, gerieth er auf den Gedanken, das Schnitzen noch eifriger zu betreiben. Unterstützt von .einigen begabten Schülern, erweiterte er sein Arbeitsgebiet allmallg und gmg auch zu künstlerischen Tarstellungen über. Nach Fischers Tod zerstreuten sich seine Schüler und übertrugen so das Holzschnitzen als Hausindustrie auch in die Bergdörfer der näheren Umgebung. Allein der anfängliche Aufschwung ebbte schon in kurzem, wieder zurück. Meist beschäftigten sich die Aelpler nur mit der Nachbildung der üblichen Sennereigerathschaften in spielwaarenahnlicher Verkleinerung, Schnitzereien, die zwar ganz medlich waren, aber jedes künstlerischen Gepräges entbehrten. Auch der Absatz ließ zu wünschen übrig. Einige unternehmende Manner faßten daher den Entschluß, Verkaufsmagazine in Brienz selbst, sodann aber auch in anderen an der großen Touristenstraße liegenden Orten, wie Interlaken, Lauterbrunnen und Grindel.wakd, anzulegen und Absatzwege nach dem Ausland anzubahnen. Gleichzeitig wurden von anderer Seite größere, unter kaufmännischer Leitung stehende Arbeitsstätten errichtet, in denen mehrere hundert Arbeiter je nach ihrer individuellen Begabung beschäftigt wurl)en. um die zurückgehende Industrie wieder zu heben und den Absatz nach außen hin kräftiger in die Hand nehmen zu können. Um neben dem Handwerksmäßigen in der Holzschnitzerei auch das künstlerische Element zur Geltung zu bringen. entschloß sich der Gemeinnützige Verein" in Brienz zu einer mehr künstlerischen Ausbildung der Schnitzer, in dem er mit staatlicher Beihilfe eine Zeichen- und Modellirschule gründete, die später .von der Bundesregierung in eine methodische Schnitzlerschule umgewandelt wurde. Durchschnittlich wird diese Schule von 15 bis 25 Zöglingen besucht. Der Schnitzlerschule ist auch eine allgemeine Zeichenschule angegliedert, an welcher jährlich zur Winterszeit gegen 100 Knaben und 60 Erwachsene Unterricht erhalten. Die Lehrzeit dauert in der Regel für Thier- und Ornamentschnitzer drei Jahre und für Lehrlinge, welche das Schnitzen von menschlichen Figuren betreiben wollen, vier Jahre. Der Unterricht erstreckt sich auf Holzschnitzen. Modelliren. Freihand- und technisches Zeichnen, ornamentale Stillehre, sowie Anatomiezeichnen für die Figuristen.' Auf diese Weise erganzen sich der rheotische und der praktische Unterricht. Haben sich die Schüler im ersten Semester über ihre Fähigkeiten ausgewiesen, so können sie sich einer speziellen Richtung zuwenden, in dem sie sich entweder in ornamentalen Arbeiten oder aber im Thier- oder im Figurenschnitzen besonders ausbilden. Vom zweiten Lehrjahre an wird den Schu lern die Hälfte des von ihren Erzeugnissen erzielten Verdienstes ausgezahlt. Gegenwärtig ist die Holzschnitzerei in Brienz und Umgebung in einer hoffnungsvollen Fortentwicklung begriffen. Machen sich auch bei ihr wie bei allen Industriezweigen zuweilen die Zeitum stände störend geltend, so ist doch jetzt ein fester, gut geschulter Arbeiterstamm herangewachsen, dessen Verdienst be friedigend ist. Ein weniger geschickter Arbeiter verdient zwar nur zwei Iran ken (1 Frank gleich 19.3 Cents) t'äa lich, ein gewandterer aber bis zu fünf und mehr Franken. Außerdem ist dabe: zu bedenken, daß viele Männer das Schnitzen nur rn der Winterszeit be treiben, in der sie sonst so gut wie gar m.v n ' leinen erviensi yanen. Den Vater getödtet. In der kindlichen Absicht. Raube?" zu svielen. leate der zekin tcihrt slTt Knabe Charles Ryals auf seinen Vater, den warmer 3. $u. Nyals m Brancylon. ttla. . an. JftSnh, In St 55., ritt r im Verfolge des Spieles, wobei er den Nevolker. hen r in Sr (S fcJT "r vv fw-' y j spielen ließ. Die Waffe, die der Knabe für nicht geladen gehalten hatte, war aber scharf geladen; die Kugel drang l VI I , , . . oem mitt mitten m die Brust, uno wenige Minuten darauf hatte er seinen vciji ausgeacoen.

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Z Haus Hos und Knd ? v 3. ?-J,..T,,,t..T,,T..Tii.i,l.i.T ! " ". ".". ""i ....".. .. "i."' Gegenaufgesprungene Lippen. Das Bestrcichcn mit Borvajclin bewahrt sich am besten unter den vielen der existircnden Heilmittel. Schwache Augenbrauen müssen täglich im Bogen mit einer weichen Nagelbürste gebürstet und mit dem in Lanolin getauchten Zeigefinger glatt gestrichen werden. Ammoniak im Jade. Nichts gibt dem ermatteten Körper die volle Kraft so zurück, wie ein Bad mit etwas Ammoniak. Es macht das Fleisch fest und glatt wie Marmor und den Korper rein und geruchlos. Ein einfaches Mittel gegen Magenkr'ampf ist der Genuß einer Citrone, welche man auf drei Theile für den Morgen, Mittag und Abend vertheilt und die Stücke sammt der Schale fein schneidet. Verhütung des Abspringens von Leimfarben. Das Rissigwerden und Abspringen gewisser Leimfarben von Wänden u. f. w. hat seinen Grund darin, daß die Farben zu schnell trocken werden und sich daher nicht hinreichend mit dem Material der Wand vereinigen. Dieser Uebelstand läßt sich durch einen Zusatz von biö 3 Prozent Glycerin beseitigen. Starke Gerüche von den Händen zu entfernen. Wenn man mit starkriechenden Stoffen, wie z. B. Oelen, Leberthran etc. zu thun hat, so erreicht man obengenannten Zweck, wenn man die Hände mit gemahlenem Senf reinigt. Auch Gerätschaften aller Art, Porzellanbüchsen. Hornmesser. Löffel etc.. welche mit diesen starkriechenden Substanzen in Berührung ' kamen, lassen sich auf diese Weise leicht reinigen. Rauchfleisch auf Hamburger Art. Ein schön gepokeltes Stück Rindfleisch wird gut geräuchert, hierauf einige Stunden in kaltem Wasser gewässert. Nachdem es gut abgewaschen ist, bringe man es mit dielem Wasser zum Feuer, schäume es gut ab und lasse es langsam weich kochen. Das Fleisch wird entweder warm gegesscn oder als Aufschnitt verwendet; in letztcrem Falle muß es in seiner Brühe llcilen, damit es stets saftig sei. Reinigung von Fäsfern. Man füllt die Fässer, welche man reinigen will, mit Wasser, welches mit Mehl oder Kleie angerührt ist. -und läßt dieses so 'lange darin, bis es in Gährung geräth. Reinigt man die Fässer oder sonstige Holzgefäße wie gewöhnlich, so werden sie nicht, nur vollkommen rein, sondern verlieren auch jeden dumpfigen, üblen Geruch, selbst wenn sie bereits schimmelig geworden waren. . Rosenkohl. Die Röschen werden von den .Stengeln abgeschnitten und nachdem die äußeren Blättchen entfernt wurden, gewaschen und einige Minuten in kochendem, gesalzenem Wasser gebrüht, bis sie sich weich anfühlen lassen. Nun dünstet man sie in Butter, etwas Salz, nach Belieben ein wenig Muskatnuß und etwas fein gewiegte?' Petersilie, stäubt einige Messerspitzen Mehl hinein, füllt mit Fleischbrühe auf. gibt, wenn man will, eigen Löffel sauern Rahm hinein, rührt alles gut unter einander -und richtet an. Paßt zu geräucherter, abgekochter Ochsenzunge, zu Bratwürste!? und Koteletten. Bayerische Topfennudeln. Ein Pfund Mehl wird in eine Schüssel, gegeben, mit Hefe und lauer Milch in der Mitte ein Dämpfchen gemacht; wenn es gegangen, mit einem großen Teller voll fein verarbeitetem Topfen (weißen Käse), etwas Salz, vier Eßlöffel sauerem Rahm oder drei Eßlöffel zerlassener Butter, zwei Eiern und der etwa noch nöthigen Milch zu einem leichten Teig angemacht und tüchtig abgeklopft. Nun wird der Teig zum Aufgehen an einen warmen Ort gestellt, hernach auf dem mit Mehl bestäubten Nudelbrett fingcrlange Nudeln geformt, welche, mit einem Tuche bedeckt, noch gehörig aufgehen müssen und in heißem Schmalz, wie die verschiedenen Küchlein, langsam, schön dunkelgelb gebacken werden. Nasse Stiefel sind bei Landwirthen und auch anderen Personen, deren Beruf sie zwingt, sich viel im Freien aufzuhalten, zu allen Iahreszeiten keine Seltenheit. Im Winter aber kann man ganz besonders os: die Unannehmlichkeit spüren, die man empfindet, wenn man Stiefel anziehen muß. die durchnäßt waren und dann getrocknet worden sind. Es wird nun vielleicht vielen angenehm sein, ein einfaches und praktisches Mittel zu ersahren, um nasses Schuhzeug zu trocknen, ohne die gewöhnlichen Folgen zu erlciden. Wenn man nasse Stiefel abgezogen hat, so fülle man sie mit trockenem Hafer. Diese Frucht besitzt namlich eine große Anziehungskraft für Feuchtigkeit und sie absorbirt rasch jede Spur derselben aus dem Leder. Da der Haer hierbei etwas anquillt, so verhindert er außerdem, daß da? trocknende Leder zusammenschrumpft und hart wird. Am folgenden Morgen schüttet man den Hafer aus und trocknet ihn in einem Beutel am warmen Ofni. Bei der nächsten Gelegenheit kann man ihn wieder verwenden. Bedingung ist aber daß er dann schon qanz trocken ist.