Indiana Tribüne, Volume 29, Number 189, Indianapolis, Marion County, 4 April 1906 — Page 7
Jndlana Tribüne, . April 1906
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(Fortsetzung.) Mit dem Bild von der schönen Madleue drin? Das habe ich verbrennt. Wolltest Du es Dir aufbewahren?" Nein,- sagte Ute leise. Gute Nacht." Sie gili? in ihr Zimmer und legte fctf Hände au ihr Herz. ES war ihr, als woge hohes Korn um sie, und als presse sie eine eiserne Macht ans Herz. Sie schrie nicht mehr kindisch nach der Rozaeninuhine. Sie wußte, das Leben hatte eine so eherne Brust für sie. Dann steckte sie die kleine Lampe an und rechnete. Jmmanuel hatte Anohrtes Besuch dergeffen. noch ehe sie die Zugbrücke überschritten hatte. Während der heißen Nachmittagstunden blieb er in seinem Zimmer.' Dann verbrachte er die Zeit bis zum Sonnenuntergang wieder auf Bastion I.. Er hatte seine juristischen Bücher mit und arbeitete auch, ja, es hätte scheinen können, es interessire ihn nichts, als seine Studien. Nur hätte der Blick dann konzentrirter sein müssen, den er zuweilen von den Büchern hinüber nach der Danziger Bucht schweifen ließ und der starr an dem blauen Schild der Ostsee haften blieb. Thatsache war. dasj er den fünfstllndiaen wöchentlichen Urlaub, der zur Er-
ledigunz dringender Angelegenheiten
aeaeben wurde, noch nie benutzt hatte.
Eines Nachmittags sah er von seiner
Bastion aus. wie sich die unerträgliche
Metallalocke des Himmels Waffe
und Luft waren in dieser Hitze nur mit
harten, grausamen Gegenständen zu
vergleichen trübte. Wmd. der vom
Meer heraufkam, wurde Sturm. Staub fegte in schweren Wolken gegen
die ??e;tünq. setzte über den arunvei
wachsenen Graben und prasselte an &;?
Mauer. Als es möglich war, die Au
qen wieder zu öffnen, ritten schwarze
Wolken auf dunklen, weißmähnizen Wellenrosscn. die Landzunge Hela, die
einen Herzschlag lang greifbar nahe
vor des Siecenschlafers Augen gestan
den, verschwand in einem grauen
Sckleier, und einzelne Regentropfen,
groß und schwer wie Bleikugeln, daß man das Gefühl der Labsal mit dem
eines körperlichen Schmerzes erkaufen
mußte, fielen nieder.
Jmmanuel, der in dem vertrockneten
Gras gelegen hatte, fühlte die glühenden Tropfen auf seinen Haaren. Aber
er rührte sich nicht. Als ein regelrech-
ter Wolkenbruch folgte, blieb er ruhig liegen. Nur sein Kopf sank tiefer. Er fühlte, wie der Wind den Regen abkühlte, wie es eisig von seinen Schläfen herniederrann, wie sich die Kleider naß ind fest an seinen Körper schmiegten. Zum erstenmal seit dem Tag. da er an Madlenens Gartengitter gestanden, kam ein Gefühl der Befreiung über ihn.
Sein: Lippen sogen gierig den Regen ein, und seine Hände griffen in das
Gras, das noch vor einer Stunde ge-
raschelt hatte, wie ein Schlangenleib,
und nun geschmeidig geworden war, wie Frauenhaar. Er fühlte sich eins mit der Erde, die gemißhandelt war
von der großen Sonne und nun gc-
mißhandelt wurde von Sturm und Wazzer. Aber der Wechsel gab für
einen Augenblick Erleichterung, wie
denn auch das neue Folterinstrument in dem Augenblicke, in dem es ansetzt,
als Erlösung empfunden sein mag.
Als der Kalfaktor ihn fand und ihm in seiner angenommenen Barschheit Vorwürfe machte, weil es keinem Fe-
stungsstub-engefangenen erlaubt sei, sich absichtlich krank zu machen, folgte er ihm willig in's -Kavalierhaus und ließ sich die Stiefel abziehn und andere Kleider reichen. Kaum aber allein, nahm er aus der Schublade des Tisches
einen Brief, der dort schon drei Tage lag, riß mit einer entschlossenen Vew'e-
-gung die Briefdccke ab und las. Lieber Siebenschläfer!
Schade, daß ich nicht Theologie studire. Dann würde ich an das
Gleichniß von der Ohrfeige denken und
mich zufrieden geben. Daß ich Dir
als Mediziner abwechselnd die rechte und die linke Wange reiche, eigentlich gesprochen, zum drittenmal an Dich schreibe, ohne Antwort von Dir zu haben, mußt Du nur meinem guten Herzen zuschreiben und vielleicht der
elenden Todesfurcht, die ich einmal
fünf Minuten lang für Dich ausgehal
ten habe. Ich denke noch nicht gern
daran. Sonderbar, daß man bei ähnlichen Seelenzuständen sagt: die Engel
im Himmel singen hören. Run, ich
kenne ihre Melodien!
Doch ich bin heute ganz Gleichniß.
Ich vergleiche überhaupt zu sehr m die sen Wochen: die Saale mit der Drei
sam, den Roland und das Rathhaus
rnlt öem Munster, die Professorentoch ier hier mit
Da bin ich. Ich habe Heimweh nach Bärble! Da steht es. ' Fehlt nur noch, daß ich hinzufüge, ich werde sie nie vergessen. Wäre übrigens die
Wahrheit. Will und werde mein Ma
del nie vergessen. Studentenherz, was
macht Dich trud? ll. s. w.
Uebrigens hat daö Bärble neulich Hochzeit gemacht. ' Jchhabe ihm auch
em Geschenk geschickt, so das allerun-
praktischste, was ich finden konnte, das
findet es sicher am allervornehmsten,
eine schöne silberne Zuckerschale mit
einer. Zange. Die Griffe von der Zange laufen in zwei Herzen aus. Eine feine Anspielung. Das Bärble hat
denn auch wirklich eine unbändige
Freude gehabt und mir sofort ein Gegenpräsent gemacht, eine von den kleinen Schwarzwalduhren mit dem gro-
ßen tein als Gewich., dem Pendel
mit den Bleikugeln und einem Vergiß-
meinnicht über der Jahreszahl 1640. Weiß ich, was die Stunde geschlagen
hat.
Habe mich zum Examen gemeldet. Mein Alter ist zufrieden. Und
Deiner? Ter alte Herr hat mir übrigens neulich einen rührenden Brief geschrieben. Verdiene ich gar nicht.
Im übrigen, denke ich, thust Du
jetzt Deinem Namen volle Ehre an
und schläfst.
.Brüllte da nicht ein Ochs?' Mein
erster Brief. .Nein, es war eine Kuh.'
Zweiter. .Was Ochs, was Kuh, laßt
emen doch nur schlafen, man kommt ja nicht dazu.' Tritter.
Womit ich verbleibe Tein Freund und Erwecke? Hanns Fielitz. Nachschrift. Wie ich höre, hat
Graf Hertau des steifen Armes wegen den Abschied genommen. Da ihm nun
die Bewirtschaftung ferner Guter aus dem gleichen Grund allein zu langweilig sein dürfte, ist auch eine gewisse
Dame um ihren Abschied eingekommen
und wird ihm als Gräfin Hertau die
Landeinsamkeit erträglich machen. Die
Kunst verliert an ihr nicht viel, die Gesellschaft mehr. Wer aber gewinnt? Preisfrage! D. O."
Um der Nachschrift willen war der
Brief geschrieben. Der ihn las, wußte
das. Hatte er denn wirklich damals
wie ein Knabe gemeint, fertig zu sein, weil er sich und einem andern zur Ader
gelassen hatte? Die Wochen, die dem Affekt gefolgt waren, bewiesen es ihm erst: Verachtung tödtet wohl die Liebe, aber nicht Sinnen und Sehnen. Das fraß! Er biß die Zähne zusammen und
fiel auf das Feldbett. Zu den offenen
Fenstern herein blies der Sturmwind.
Die Elsenstangen klirrten, die Kasta-
nien im Garten" rauschten und schüttelten ihre Kronen. Und morgen? Da
glühte die Sonne wieder. Die Stangen, die seine Hand umklammerte, waren heiß, daß er meinte, seine Finger
konnten sich :n sie hmeindrucken. Er-
barmungslos der blaue Himmel über
ihm. Erbarmungslos das Gift in seinem Herzen.
Als der Sommer sich neigte und die
Kastanien im Festungshof die ersten
Blätter zur Erde warfen, wurde Im manuel begnadigt. Sein Vater schrieb
ihm. er wurde lelbst kommen, ihn abzu-
holen. Ter heiße Sommer hatte viel Krankheit gebracht, daher sei er nicht abgekommen.
Jmmanuel hatte seine Koffer schon
gepackt und ging nach der Dampfer-
siation, den Vater abzuholen. Zum
erstenmal verließ er freiwillig die Festung. Aber als der Pastor dann
den Vorschlag machte, drüben in Neufabrwasse? zu essen, bat der Sohn, sich
doch lieber mit der Kantine zu begnügen. und brachte dann den Vater auf seine Bastion.
Das ist schön. Vor uns der Zeit-
ball, ein Stundenglas des Tags, dahinter das Meer, das Rauschen der
Ewigkeit. Es ist ein guter Ort. um
über sich selbst hinwegzukommen."
Wenn man alt ist," fugte Jmma-
nuel hinzu.
Der Vater schwieg eine Weile. Ich verstehe den Vorwurf in Deinen
Worten. Jmmanuel. Aber ich könnte
Dir doch nichts anderes sagen, als das; so ein Zeitball, der uns deutlich zeigt, wie die Stunden fliehen, der beste Lehrmeiste? ist, das zu thun, was in Zeiten
geistiger Gefahr die einzige Hilfe bleibt: die nächste Pflicht. Morg-n kommt
eine andere, und so fort. Aber zede hilft uns hin zu dem stillen Meer, das
dahinter liegt. Früher faßte ich das für Dich in die Kantischen Worte zusammen, zu früh vielleicht für Dein
Begreifen. Jetzt wirst Du es besser
verstehn.
Ich habe das moralische Gesetz in mir noch nicht gefunden. Ich
wünschte, wir sprächen nicht weiter dar-
über, Vater. Du weißt ja. ich suche eö.
Das geschriet ene Gesetz wenigstens, das vielleicht den Weg zeigt, lerne ich. so gut ich kann. Wenn Du erlaubst, gehe ich gleich von hier, heute Abend noch, nach Berlin und bleibe dort, bis ich meinen Referenda? gemacht habe. Ich kann nicht nach Scheschitten."
Aber Tante Rorchen!' Junge, das Haus hat sich vorbereitet wie für die Heimkehr des verlorenen 'Sohnes! Als
ich heute früh abfuhr, wurden überall
Kranze angebracht. Sich mal. natür
lich hat damals Erich nicht aeschwieaen.
Nach außen hin ist ja alles gütlich bei-
gelegt worden. In der Familie aber
gab es schlimme Szenen. Bis in mein
Studirzimmer sind sie aekommen. Im
manuel, mich selbst wollten sie in ihren
Hader ziehn.- Er nahm den Hut ab
und strich durch die langen, dünnen
Haare. Ein stilles Lächeln ging über sein ruhiges' Gesicht. Feige? Eine Schande? Mit solchen Worten soll man einem Mann nicht kommen, der jeden Sonntag zu den geistig Armen spricht. Aber Rorchen hättest Du sehn sollen!
Sie hat für Dich gekämpft wie eine Löwin., Leider glaube ich, daß ihr die Gelegenheit gerade recht kam, sich mit denen, in der Stadt einmal auseinan-
öerzusetzen. Nicht mit ihrem Fuß ist sie seitdem bei der Justizräthin gewesen. Nur mein Bruder kam nach wie vor, Rorchen meint, aus Klugheit. Ich kann aber nicht umhin, die Klugheit zu loben, die sich so mit der Welt abfindet. Auch das Evangelium empfiehlt sie.' Aber nun, mein Junge, hat sich ja das Blatt gewendet. Sonderbar sind diese Kinder der Welt! Ein Held bist Du ihnen nun geworden. Erich kam gestern zu mir, sich zu erkundigen, wann wir in Königsberg ankommen. Er selbst mit einigen Aktiven Deines ehemaligen Korps will Dich cmpfangen. Bär hat mir den Landauer angeboten sagen wollte ich es Dir auf alle Fälle " Nie, Vater. Das kannst Du nicht verlangen, das nicht!" Ter Ausbruch war so heftig, daß der Alte eine Weile schwieg. Ich verlange nie etwas von den Menschen, das weißt Du. Mit dem kategorischen Imperativ-habe ich mich allein abgefunden, für mich allein. Selbst Dir habe ich ihn nie gepredigt. Aber es thut mir weh. Nimm den Empfang als eine Sühne. Es kann doch keiner hinaus über sich selbst. Und
aus den Jungen, die ihre Ehre- als dreifarbiges Band über der Brust tragen, werden doch einmal Männer, die tragen die Ehre in der Brust. Dahinter aber steht die Heimath, Jmmanuel. Vielleicht denkst Du auch anders, über vieles, wenn Du erst wieder auf dem Lindenhügel stehst. Und Ute? Mir ist viel dahingegangen mit der Kranken, aber wenn ich das Kind sehe, will ich nicht klagen. Für manchen Acker geht der siebenzöllige Pflug tief genug; schwerer Boden aber braucht den zwölfzölliqen. Es würde Dir gut thun, Du sähest in Utes Augen." Jmmanuel hatte den Arm um die Fahnenstange geschlungen, die neben der Bank stand. Warum?" sagte er hart. Anohrte war hier. Nicht sehen kor.nte ich sie. Ich muß fort, Vater, da ich hier nicht bleiben kann. Siehst Tu es denn nicht? Ihr sagt immer: später die Zeit! Also laß meine Zeit kommen. Ich will
ja arbeiten, ja, ja. Mein Gott, Vater,
ich kann es ja noch Nicht ertragen.
Er warr sich vor dem Vater m die
Kniee, plötzlich. ' wie ein gefällter Stamm. Da strich der Pastor leise über die krausen Haare.
Geh und komme, wie Du willst,
Jmmanuel. Es ist viel an Dir vor-
übergegangen. Es stand ein Kreuz an
Temer Thur, als der Herr die Erstge-
burt schlug. Es. klebt kein Blut an Deinen Händen. Dir gilt das wenig. Ich danke Gott dafür. Aber verirre Dich nicht in der Welt. Und denke an
den Zeitball. Die nächste Pflicht!" 9. K a p i t e l.
ante Rorchen knüpfte die lilafeidenen Bindebänder unter dem Kapothut zusammen,
wahrend sie der Trine noch ernmal genau einschärfte, wie sie sich in
den nächsten Stunden ihrer Alleinherr-
schaft :m Pfarrhaus zu benehmen
habe.
AIs pünktlich um drei Uhr den
Kaffee für den Herrn Pfarrer, zwei Stück Zucker in die Tasse, er vergißt
sonst, welchen hinein zu thun, und
Zucker macht fett, und um halb, sechs
ern belegtes Brot, von der weichen
Mettwurst, rechts. Er arbeitet die
Predigt für den Charfrenag aus, da muß er sich stärken. Sag ausdrücklich, ich hätte es befohlen, daß er SchweineVesper macht. Na, und zum Abend bin
ich dann selbst da." Sie seufzte und ließ sich noch ein dickes Tuch um die Schultern legen, denn die Märzluft wehte kühl. Und laß niemand zu ihm herein, keine unnütze Störung. Die Leute sollen warten, bis ich nach Hause komme. Man wird doch alle Vierteljähr einmal in die Stadt dürfen." Jawohl. Fräulein Pfarrer." Tante Rorchen warf auf den Neu-
ling in den Gebräuchen des Hauses
emen'vernichtenden Blick.
Dumme Trine! So nennen sie mich
wohl alle im Dorf r Trine wurde trn wenig verlegen.
Sie sagen, weil Sie ja doch die
Hosen anhaben
Quatsch. Sag Du. was Du siehst. Oder noch besser schweig still. Da, bringe den Fußsack in den Wagen. Es
hat wieder tüchtig gefroren heute Nacht.
Leise gehn vor der Thur der Studir stube."
Endlich saß sie im Wagen, und die
Pferde zogen an. .Zu Justizraths. Johann."
Frau Justizräthin Meyhöfer war nicht wenig erstaunt, als sie in dem .Spion," dem kleinen Fensterspieqel,
der ihr einen flüchtigen Ueberblick über
den Domplatz gewahrte, die runden,
wohlgepflegten Pfarrerspferde kommen
sah. Bis Tante Rorchen aber ausae
packt war und das dicke Tuch abae-
nommen, hatte jene Zeit gefunden, nicht
nur verschiedene hausliche Befehle zu
geben, sondern auch einige Photogra phien aus ihrem Nähkörbchen zu neh
men und scheinbar unabsichtlich auf den Tisch zu legen. Dann ging sie dem Besuch entgegen und sagte süß 15
chelnd: Welche Ehre!"
Denn wenn auch nach dem Duell niemand liebevoller von Jmmanuel sprach, als seine Königsberger Ver-
wandten, so hatte doch Tanw Rorchen.
gleich stark in Liebe und aß. das
Haus noch nicht betreten, seit Jmmanuel es vor vier Jahren heimlich ver-
lassen hatte.
. Sie gaben sich die, Hand, wie sich
Gegner vor dem Duell begrüßen. Dann nöthigte die Justizr'äthin zum Sitzen. Ach. da liegen noch die dummen Bilder! Freifräulein von Soden, Peters Tante, brachte sie neulich mit. Seine Mutter war doch eine geborene Soden. Es ist das Stammschloß in Franken und einige Grabplatten, Ritter in mittelalterlichen Rüstungen, woran diese Leute so hängen, ich glaube sogar ein Monument ist darunter, das einem Soden irgendwo errichtet ist. Ich hatte die Bilder ganz vergessen. Interessirt es Dich? Sonst schließe ich sie weg. Das Freifräulein treibt natürlich Kultus damit." Tante Rorchen lächelte mübsam. Wie geht es denn Meta?"' grau von Peters? Wie soll es einer Leutnantsfrau in Hildburghausen gehn! Entsetzlich eintönig. Und dann diese ewigen Verpflichtungen! Natürlich mußte sie sich bei Hof vorstellen lassen. Sie machte dann die Bälle mit. der Erbprinz soll sie übrigens sehr ausgezeichnet haben." Ich meine' gesundheitlich." Es geht ja. Der kleine Louis Ferdinand hat sie aber doch entsetzlich angegriffen. Ihretwegen hauptsächlich wird ja die Reise nach Oberitalien geplant. Ich weide das Opfer bringen und nach Hildburghausen gehn. Mein Mann und Erich treffen mit Meta in Frankfurt zusammen. Ich glaube, sie reisen schon in nächster Woche." Tante Rorchen athmete auf. Sie näherte sich dem Ziel. Das Schlimmste war überstanden. Sie blieb bei dem Thema, auch wahrend des Kaffees, zu dem der Justizrath herüberkam, und sie sagte sogar zwischendurch einige lobende Worte über die Raderkuchen, obgleich sie das eigene Rezept für unübertrefflich hielt. Erich hat dcpeschirt, er kommt heute Abend. Er hat seinen Urlaub' als besondere Begünstigung schon zum Fest bekommen. Acht Wochen im ganzen." Die Justizräthin nickte. Und er kommt am zweiten Feiertag mit heraus." bat Tante Rorchen. Wenn er nicht wieder versagt ist.
Ich begreife wirklich nicht, wie es ihm möglich ist, seinen gesellschaftlichen
Verpflichtungen in zwei Städten nach-
ukommen. Aber er tanzt hier ebenso
oft. wie in Gumbinnen."
Und schneidet die Kour. fugte der
Justizrath hinzu. Seine Frau zuckte
nur nachsichtig mit den Schultern.
Nur in den besten Kreisen, das wirst Tu doch zugeben. Und bei eini-
gen Aristokraten des Geldes. Ja. darin haben wir mit unsern Kindern
Glück. Der Hang zum Gemeinen lag
ihnen stets'fern."
Noch immer keine Nachricht von
Jmmanuel?" unterbrach Meyhöfer seine Frau. Er liebte es nicht, daß sie
sich lacherlich machte und andere
krankte.
Tante Rorchen sah ihn dankbar an.
Nein, noch immer nicht." Aber S'e wissen, wo er ist."
Daß er in der letzten Zeit seinen Kreditbrief in Bologna pr'asentirt, hat uns der Bankier aesaat. Wo er aber
ist, ist nicht zu erfahren."
Er hätte nicht allein auf Reisen gehen dürfen, er hat keinen Halt," sagte
die Justizrathin. Erlaube, liebes Kind. Er hat sei
nen Referendar mit .gut' gemacht, der einzige unter sechs, von denen übrigens drei glatt durchfielen. Erich ist das
nicht gelungen. Ich sehe wirklich nicht
ein. weshalb er da nicht em halbes Jahr fort follte. In der Lage dazu
ist er doch, und Tante Rorchen konnte doch nicht mit. Wir können uns ja übliqens nach ihm erkundigen. Wir besprechen das Montag. Ich muß jetzt
in's Bureau."
Er qina- und nahm Tante Rorchens
Herz mit zu seinen Akten. Sie ertrug noch eine halbe Stunde ruhig die Prätensionen seiner Frau und stieg dann befriedigt wieder in den Magen, um nach einigen Besorgungen Johann nach Hause zu dirigiren. Der Vorfrühlingstag ging schon zu Ende. Die Sonne hatte die Wärme
mitgenommen. Es war recht kalt. Aber die Bäume standen mit ihren Knospen so erwartungsvoll in der stillen Luft, und die Venus funkelte vom Himmel
wie eine Fackel. In der -ahe des Dorfes, wo der Kirchsteia vom Nach-
bargut auf die Chaussee trifft, stand eine schlanke Gestalt, ein Tuch über
den Kopf gezogen. Tante Rorchen ließ sofort halten, und Ute sprang auf den
Wagen.
Hast Du etwas ausgerichtet? Wollen .sie helfen?" So durfte ich es ihnen ja nicht sagen. Ute. Die Justizräthin hätte sonst darauf bestanden und die Reisen-
den nach Afrika geschickt, anstatt auf seine Spur. Aber ich hoffe. Kind, ich hoffe. Freilich, vorhin, als ich Dich sah. fiel mir ein wenn Du mit ihnen mitgingest, es wäre sicherer." Ich? Aber Du. weißt doch, wir haben kein Geld. Und ich kann sie auch alle nicht leiden, auch Meta von PeterS Nicht." (Fortsetzung folgt.)
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