Indiana Tribüne, Volume 29, Number 189, Indianapolis, Marion County, 4 April 1906 — Page 6
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Der versicherte Deferlbauer. Von Adolf May. Die Hände in den Taschen seiner bei den Knöcheln zugebundenen Lederhose vergraben, im linken Mund Winkel eine qualmende Tabakspfeife und ein schäbiges Filzhütchen schief hinter dem linken Ohr. stand der Heferlbauer breitbeiniq vor der Thor einfahrt feines Gehöftes. Zwischen seinen Füßen hindurch nahm schnatternd ine Schar Enten den Weg auf die lehmige Dorfstraße hinaus, um in einem schmutzigen Tümpel, der hinter einer Hecke neben dem Gutshofe lag, nach allerhand schmackhaften Delikatessen zu suchen. Hoch oben, in der vom goldigen Sonnenstrahl erfüllten Mor-. genluft schwangen sich einige trillernde Lerchen, und von den Ställen her er scholl das Brüllen der Rinder und Grunzen der Schweine. Unter fortwährenden Hottehüh lenkte ein Bauer feinen leeren. Heuwagen die holprige Torfstraße entlang, und im ausgefegt ließ er seine Peitsche über die Rücken der beiden vorgespannten Kühe schwirren. Vor dem Gute deö Heferl bauer angelangt, brachte er mit einem chromatifch abgestimmten fern:" die phlegmatischen Thiere zum Stehen. 'n Muring, Heferlbauer." m'a Muring, Grabnerjokl." .Woaßt 'S schon?" Nix woaß i. Da Herr KommiffariuS will sei' Güätl vakaf'n." Was sagst? Bakaf'n will er 's? Zweng was denn?"
Woaß ml. Z'Wean wlll'r dengert's ml." .Was soll 's denn lost'n 's Güatl?" ms& Stack zwanzgtausend Flörl." .Sarn! Sell is a billige Sdch'!" ..Ziemt Mi' a'. Muaßt 's kafn 's Güatl! Hühst ho hühst! rief der Erabneriokl und tneb durch Ziegel zerren und ermunternde Zurufe die Kühe zur Weiterfahrt an." Eme Welle bückte der Heserivauer vor sich hin, dann schob er sein Hütchen von der linken nach der rechten Seite und kraute sich bedächtig an iener Stelle des Kopfes, wo vorher der Hut ge essen hatte. War a feine Sach'! Krutzineser! Zwanzgtausend Flörl will 'r ham dadavor. G'schenkt is'. rein g'schenkt ls. Tel' Hos ,s a Dreck da dageg'n. Aba vasichat iö a guat. Funsazwanzgtaufend Florl glbt's, wann 's Häüsl a'brennt. Wann sell war. Heferlbauer, kinnst da's glei kafn. Güatl vom Herrn KommlssanuS. Hm. Brennan müaßt 'S, 'S Häuöl! Woaß ma' '-s denn? Mit eigenartigen Blicken musterte er daS lelchte Lachwer! des Wohnhauses und der anschließenden Schuppen, und mit pfiffigem Grinsen ging er nach den Ställen. Mitten in der Nacht erscholl plötzlich die Glocke des Torskirchleins im Sturm geläute. Feuer!" schrien die Bauern und eilten halbangekleidet auf die Straße. brennt 's denn?" .Beim Heferlbauer-.? ,,Der sakral" entqeanete der Grab neriokl, als er dies hörte. .Tuat der si' beeil'n!" Mlt Hären und Feuereimern ellten die Bauern dem Abbrändler zu Hilfe. Schon von weitem kündete ern intensiver Lichtschein den Ort der Brandstelle an. Das ganze Anwesen stand bereits in Flammen. Tichte Rauchmassen stiegen wälzend zum gestirnten Himmel empor, grausig erhellt von leckenden Feuerzungen und Myriaden glimmender Funken. Während einige der zu Hilfe qeeilten Bauern die Dachsparren mit den Feuer haken auseinanderrissen und die übri gen mittelst der euerelmer einen Was serstrahl nach dem anderen in die zi schende uuo knisternde vIut gössen, war der Hettrlbauer mlt seinem Knecht be müht, das angstvoll brüllende Vieh aus den Ställen zu zerren. Trotz der angestrengtesten Arbeit gelang es jedoch nicht mehr, des Feuers Herr zu werden, und als die Sonne mit den ersten strahlen die erwachende Er de begrüßte, zeugten nur mehr sechs rauchgeschwärzte, kahle Mauern von des Heferlbauern ehemaligen Besitz. Das einzige, was der Abbrändler gerettet hatte, war seine Versicherungspolice. Am nämlichen Morgen bereits meldete er seinen Brandschaden der Gesell schaft im nahm Städtchen, und noch am Spätnachmittage desselben Tages nahm eine Kommission die Brandstelle ln Augenschein. Ein Feldgendarm war zugegen, als der Heferlbauer die Herren aus der Stadt zwischen den noch immer rauchen den Trümmern herumführte. Damische Stadtfracks, narrete!' brummte er zornig dabei. ,.Jed's Stuckert Holz turn f' an, und Tint'n valler'n s , wia an Advokat." Endlich war die Besichtigung der Brandstelle beendet, alle traten auf den Hof hinaus, und da nichts Verväch tigeS gefunden worden, wurde das Protokoll au gesetzt. Als der Gendarm die umstehenden neuaieriaen Kinder und Bauern fortgetiiefen hatte, wandte ein wetMrtlger Herr von der Hon misston sich an den betrübt drein schauenden Bauer: Erzählen Sie uns den Vorgang vor und nach der Entdeckung des FeuerS. O mei', da is' mt viel zum va zähl'n, Herr kaiserlicher Rat! Schlaf'n bln v gangen, wia g'wöhnllch. I der Nacht, so umma t)alba zwölfe, iS der Joki autawacht und bat Feuer! g'schrie'n. Da hab i halt gln' meine Papiere packt und bin nach 'm Stall
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y Sorgen Sie sich wegen traurig und verstimmt ? v .. o O - 1s v -ll)merzen aus oies oer verstimmten Violine, die bei p v f n r. cr n
gesayrliaien Wciunoyeltszunang nno vranchen eine Medizm, um die Anspannung Ihrer Nerven zu beseitigen.! Wenn Sie eine Frau sind, so ist vielleicht die Ursache dieser Ncrven-Ucberreimna acsiörte MenstruatZ,, .tncUhm'-
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IL.'TOT n?. M tlr i mm j . 1 g 'rennt, um 's Vieh z' retten. Sell is' allas." Warum liefen Sie denn gleich nach den Ställen?" Weil 's Vieh drin' war." Dachten Sie denn nicht zu allererst an ein Löschen?" Wann 'S amal brennt, so brennt Da hilft koa Lösch'n nit. Die 3 andan Bauern ha'n 's ja toan! Niz hat 's g'holf'n, rein gar nix." Hm. Und wieso kommt cS denn. daß Sie zuerst an Ihre Police dachten? In den Momenten plötzlicher Feuers gefahr denkt man doch gewöhnlich voi allem an das Aufsuchen des Brand Herdes, un die Gefahr vollkommen zu übersehen, und erst dann, wenn keine Hilfe mehr möglich erscheint, an daZ Retten des Eigenthums!" Bei mir war 's halt alkrat umg kehrt." Das -.ehe ich. Sie haben Ihre Sache gut verstanden. Sind Sie stets so vorsichtig?" fragte der weißbärtige Herr mit einem durchdringenden Blick auf den unschuldig dreinschauenden Heferlbauer und fügte dann hinzu: Unterschreiben Sie das Protokoll. In ungefähr echt Tagen erhalten Sii die Versicherungssumme ausbezahlt." Einen Monat später stand der He en bauer eines Morgens vor dem offenen Thore feines neuen GutshofeS. Am vorvergangenen Tage hatte er daS (se Höft des Herrn Kommissarms m eige nen Besitz übernommen. Die Sense aus dem Nucken, kam de, Grabnerjokl die Dorfstraße entlang und blieb vor dem Heferlbauer augenzwin kernd stehen. Guat hat si' 'S trott'n, daß da Tei Häusl a'brennt is, akk'rat als dem Herrn Kommissarius sei' Hos zu va. kaf'n war, gelt?" . Maul halt! Freibier giv! s au d' Nacht im .grean Ochsen"! AllaZ zahl i'!" ..Sell kannst wohl toan, oengert'z mfl Aba schön vagröl;ert hast Dir Dein Besitz, he?" Mei', wenn ma' vasicyat ,3 i" Eine sparsame Zrau. Humoreske von Teo von Torn. Von Eisenbahnunfällen liest man alle Tage. Namentlich aus den interes. sanieren Gegenden Amerikas, wo die iriakeit im umaekebrten Verhältniß zur Sicberbeit steht, kommt bald mal die Nachricht, daß zwei Blitzzüge in einander gerannt und yoye Eisenbahn brücken just in dem Moment eingestürzt find, in welchem ein Ausstellungsflieger sie passierte. Unsere abgebrühten Ner den reagieren kaum nocy daraus, wenn die Blätter nickt mindestens von ,mei Dutzend Todten und Schwerverwun deten zu berichten wissen. Etwas mtlmer beruryt wlrd man scbon. wer.n ein solcher Unfall sieb in unferer deutschen Heimath ereignet. Im Lande der stillen Pauline", der ..Blindscdleiüe" und ähnlicher vorsicb tiqer Verkehrsmittel geschieht das ja . . . . t r . rw r , . glücklicherweise nicht ox. noer es kommt doch vor. Und vollends aufgerüttelt wird man. wenn daS Unglück einen Zug betroffen hat, den man selbst oft benutzt oder der von erwanoren und Bekannten häufiger benutzt wird. Der Steuerratb Michalewski batte die üble Angewohnheit, das Abendblatt gleich am Stammtisch zu lesen. Sowie die Zeitungsfrau das Blatt brachte. mußte der Kellner es ihm reichen trotz aller unserer Proteste. EineS AbendS hatte er kaum einen Blick in die Leitung geworfen, als er diese sinken 'ließ und uns über den auf i. - n . m . r-.ri.zi.. & .r : . . oer außernen 'casensplöe oaianzierenoen Kneifer hinweg entsetzt anstarrte. ' Potzdunnerlichting", hauchte er. Dann fraate er zögernd, wie einer. dem vor der Bestätigung bangt: Mit welchem Zuge ist denn Schmielom heute Morgen gefahren c ..Mit dem ersten, hat er gestern ae sagt." Gleich nach fünf." .Wieso?- Was ist denn loZ'k" Potzdunnerlichting-, wiederholte d'r Steuerratb kopfschüttelnd. Er leate ht eitlina. was er sonst nie an tbun pjlegte, breit auf den Tisch, stemmte
nichts? Erschrecken Sie
Leiden Sie an Neuralgie, rf n r t -v-
zau o ixo Jyre ccrven vis auf's Äeuszerste angc,pannt, wie die Seiten einer! der geringsten Berührung einen Mißton hören läßt. Sie befinden sich in einem c ... . . . .
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BSDEii die '.'lrme daraus und las las, als wenn ihm jemand sein eigenes Todesurtheil vorgelegt hätte. Aber Mann, so reden Sie doch!Was ist mit Schmielow?" ' Der Frühzug ist bei Schachtlagen mit einem Güterzug zusammengestoßen alle Wagen dritter Klasse sind demoliert ebenso beide Lokomotiven " Herlgott der arme Schmielow!" So'n lieber Kerl!" Frau und fünf Kinder!" Lesen Sie!" ..Was steht da noch?" - Nce. ist es zu glauben!" ,,Gestern noch so mobil am Stammtisch und heute !" Aber so lesen Sie doch, Steuerrath!" Nur der Wagen 1. und 2. Klasse ist wie durch ein Wunder intakt geblieben. Nicht einmal entgleist." Vielleicht ist er Zweiter gefahren!" Das ist sogar sehr wahrscheinlich," bemerkte der Steuerrath sichtlich crleich tert. Der Zug war schwach besetzt. Tie elf Paffagiere dritter Klasse sind alle mehr oder minder verletzt und hier na mentlich aufgeführt. Unser Schmielow ist nicht darunter " Na Gott lei Tank !" DaS kam allen von Herzen. Bernhard Schmielow war eins der beliebtesten Mitglieder unserer Tafelrunde. Unent wegt höflich, liebenswürdig und wohl gelaunt und ein Erzähler, wie es keinen zweiten gab. Er hatte Forstfach studiert. Seit er vor acht Jahren die steinreiche Wittwe eines Ziegeleibesitzers gzheirathet, war er Rentier. Wider seinen Willen. Seine Frau hatte es entschieden abgelehnt, ihm in die Wild niß-, auf eine Oberförster?!, zu folgen Ueberhaupt diese Frau! Sonst eine ganz nette, muntere, rundliche Dame, machte sie ihrem Gatten das Leben sehr schwer durch eine hart an Gm grenzende Sparsamkeit. , Nicht, daß sie ihm zu suylen gab, daß sie das große Porte monnaie in die Ehe gebracht. Dazu war sie zu gescheit und hatte ihren Bern, hard auch viel zu lieb. Aber der Zu schnitt, den sie dem Hausstande wie überbaupt der aamen Lebenshaltung gab, war ein so enger, kleinlicher, und in den Verhältnissen so wenig begründet, daß der einstige flotte Forstasseffor und Feldiägerleutnant sehr darunter litt. Nie hatte er sich im Ernst darüber be klagt. Nur aus gelegentlichen kleinen Scherzen und selbstironischen Bemer kungen fühlte man das heraus. Auch war er als Gesellschafter erst dann in vollster Form, wenn seme Gattm nicht dabei war. Daß er auf drei Tage allein verreisen durfte ohne die 'Pfennigkontroll seiner Frau hatte ihn fast über wüthig gestimmt. Das war er sonst nicht. Man kannte nur eine ruhige, ausgeglichene Heiterkeit an ihm, die bei nahe etwas Förmliches und Ueberle genes gehabt hätte, wenn sie nicht so herzlich gewesen wäre. Unsec Bezirks hanptmann Mederer traf ganz das Rechte, als er, nach ' dem ersten Er örterungssturm, in sein GlaS hinein lachte und sagte: Herrschaften, ich kann mir ganz genau vorstellen, wie Schmie low sich verhalten hätte, wenn der Un fall auch ihn betroffen. Sie sind in einer unbequemen Lage, meine Gnädige ich öedaure lebhaft, Ihnen nicht be hilflich sein zu könneu; mir sind selbst beide Beine eingeklemmt.- Oder Ver zeihen Sie, mein Herr, wenn ich Sie etwas bedrücke, aber die Sache ist mir so überraschend gekommen, daß ich keine Zeit hatte, einen geeigneteren Platz zu suchen. Ihre Cigarren sind wohl ohne hin zerbrochen; ich werde mir erlauben, Ihnen nachher welche von meinen anzu bieten wenn wir dann noch leben sollten." So würde Bernhard Schmie low sich benehmen. Stimmt'S?" ES stimmt!" riefen wir, fröhlich in der sicheren Hoffnung, daß der liebe Mensch unS erhalten geblieben. Und thatsächlich bekamen wir noch an dem selben Abend durch ein Telegramm von ihm die Bestätigung. Für den Tag der Heimkehr deS glücklich Geretteten hatten wir glänzende Ovationen vorbereitet. Sein Stuhl war bekränzt. Den kaputten Deckel seines Stammseidels hatten wir durch einen neuen, mit entsprechender Widmuna ersetzen lassen. Wir alle saken ( schon vor der Zeit aus unseren Plätzen
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1 &f 4 I dies
vor Kleiniakeiten ? ' ftüfilen
Migräne, Schwindel, Nückenschmerz. niederziehenden . , - .
' I J von Tausenden von Frauen . zu nehmen, welches einen ein jeder im schwarzen Anzug, mit weißer Halsbinde und Zylinder aus dem Kopfe. Selbst der alte Steuerrath, der schwor, nie solch ein Möbel besessen zu haben, hatte einen, wider den Strich gebürsteten Bibi aus der Biedermeier zeit aufgetrieben. Dementsprechend feierlich mx der Empfang. Bernhard Schmielow wurde zuerst mit einem Hoch begrüßt. Darauf Ansprache des Tischältesten, die Bernhard Schmielow ebenso höflich als herzlich erwiderte. Dann begann die FidelitaS und das im verwegensten Sinne des Wortes. Zwischendurch mußte der Gerettete die ganze Geschichte erzählen einmal, zweimal, zehnmal. Er that das auch, so ost man das verlangte, mit seiner unermüdlichen, herzlichen Höfligkeit. Aber daS ist doch ein wahres Glück, Schmielow!" rief der Stadtgutspäch ter Asmus, daß Sie zweiter Klaffe gefahren sind." Das ist es allerdings. Andernfalls hätte ich heute wohl einen Arm oder ein Bein wcniger." Potzdunnerlichting!- fluchte der Steuetrat gerührt, indem er dem Ge feierten zutrank.. Und was sagte denn Ihre Frau?fragte ein anderer. Jawohl was sagte Ihre Frau?- riefen noch einige nach. Schmielows Gesicht verzog sich zu einem leisen, feinen Lächeln. Meine Frau je nun, meine Frau war natürlich sehr glücklich. Sie hat mich gar nicht aus den Armen gelasten und immer umschichtig geweint und gelacht. Nur nachher - Was denn nachher?Ja, nachher trocknete sie sich die Thränen aus den Augen und sagte recht vorwurfsvoll: Du bist aber doch wieder zweiter Klaffe gefahren, Bern hard!" Einmal genügt. Ein amerikanischer Anwalt vertheidigte eine Eisenbahngesellschaft in einem Prozesse wegen Schadenabfindung für einen Mann, der auf der Bahn verunglückt war. Der Verletzte war auf dem Zeugenftand und der Anwalt befragte ihn in einer Weise, die darauf angelegt war, ihn zu verwirren und zu reizen. Eine Weile hielt der Zeuge dies aus; schließlich aber legte er los: Herr, wenn Sie nicht in einer anderen Weise fragen, so werde ich einfacb jede weitere Antwort verweigern. Ihre Art ist direkt eine Brutalität gegen mein Nervensystem, das, gelinde gesagt, völlig zerrüttet ist. Seit dem Unfälle leide ich an einer Verkalkung des Rückenmarkes und jetzt, im Augenblicke, sehe ich Sie doppelt vor mir, und der Himmel weiß, daß es völlig genügt, Einen außer Rand und Band zu bringen, wenn man einen Menschen, wie Sie, einmal sieht Verhungert. Sagen Sie 'mal, Herr Wirth, ist das bler tm aesunde Gegend e Das glaub' ich! . . . Seit zehn Iah ren sind nur zwei Personen gestorb:n: der Doktor und der Apothe.'er!" Schwierige Wahl. B:' Ihrer schauderhaften Handschrift wä. re es aber dock das vernünftigste wenn Sie sich eine Schreibmaschine anscbaffen würden!" Wär' mir schön recht; aber wissen Sie, dann . k ' .-'C- t' X. . romoc .lüicü meine jämmerlich jr thographie zu sehr zum Vorschein kom men!"
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,.?2nf Jahre lang war ich so krank, daß ,ch kaum über das Zimmer gehen konnte, und sehr schwach und nervös," schreibt Frl. Z)!attie Clusher von Cambria, Va., avcr nar'!' dem ich Cardui genommen, fühlte ich sehr er leichtert."
3XCS3. Sie reizbar, mifcmiithm : eine andere XltMw. Wa?: l J w S Vä gegeben wird, und das vtccord von 70 Jahren dc Vev Fransn eilnzZttel. Europäische Nachrichten. Schweiz. Bern. Bei Oberhalm in den Voralpen unweit von hier ist ein 73jähriger Greis Namens Samuel Hostettler, der trotz seines hohen Alters noch als Holzknecht im winterlichen Bergwald arbeitete, über eine hohe Felswand in eine Schlucht abgestürzt. Er wurde schwer verletzt, aber noch lebend aufgehoben, ist jedoch bald darauf gestorben. V o c c o u r t. Kürzlich ist in der Nähe von hier die große landwirthschaftliche Besitzung von Montreuxlin durch Brand vollständig zerstört worden. Basel.' Bei dem bekannten Zauberstücklein, daß der Zauberkünstler eine Pistole auf sich abschießen läßt und hernach die Kugel aus dem Mund zieht, wurde in einer Wirthschaft ein deutscher Taschenspieler Namens Blumenfeld erschossen. Er hatte vergessen. die Entladung vorzunehmen. Die Kugel durchbohrte das Gehirn. Kreuzlingen. Vor einiger Zeit wurde der Erdarbeiter Angela Berlusconi beim Abgraben einesNains von herabstürzenden Erdmassen verschüttet, wobei er einen Oberschenkelbruch und wahrscheinlich auch innere Verletzungen erlitt. Der Verunglückte, der seinen Verletzungen erlegen ist, hinterläßt eine Frau und zwei unerwachjene Kinder. V v o n a n d. Dieser Tage ist der Mörder des alten Francois Gaillard in der Person des 1870 geborenen Eugene Duruz in Cronay (Waadt) verhaftet worden. Man hatte ihn schon einmal, kurze Zeit nach dem Verbrechen, in Untersuchung gezogen, und obwohl die Beamten von seinerSchuld überzeugt waren, .aus Mangel an Beweisen wieder laufen lassen. Nun hat er ein Geständniß abgelegt, sowohl über den Mord als über einen früher schon gegen Gaillard verübten Ueberfall. Die Haue, womit der armeGreis getödtet wurde, fand sich etwa 50 Meter vom Thatort entfernt. Zürich. Für den Bau eines Volkshauses beantragte der Stadtrath, als Beitrag 250,000 Francs zu bewilligen. Oesterreich Ungarn. Wien. Kürzlich beging der älteste Diener des Erzherzogs Rainer den Gedenktag, an welchem er vor vierzig Jahren in den Dienst des Erzherzogs Rainer und seiner Gemahlin Erzherzogin Marie trat. Heinrich Jellinek, dies ist der Name des treuen Dieners, steht im 70. Lebensjahre und versieht noch auf seine eigene Bitte pflichtgetreu den Dienst. Vor einiger Zeit ist in seiner Wohnung, Neubau, Lerchenfelderstraße No. 3, der Ministerialrath d. R. Dr. Friedrich Wildgans gestorben. Ministerialrath Wildgans entstammte einer Familie, die sich seit Generationen im 'Staatsdienste bethätigte. Der 32jährige FinanzwachOberaufseher Johann Kopf bestieg im Nordbahnhof einen Wagen, um ihn zu revidiren, und stürzte hinab. Er erlitt eine Gehirnerschütterung. Dieser Tage begingen Michael Cohn und seine Frau Johanna geb. Kramer. das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Als das Paar vor fünfzig Jahren vor den Traualtar trat, da war der Bräutigam bereits Invalide. Cohn hatte die Kämpfe des Jahres 1848 als Oberleutnant mitgemacht und verlor in einem Treffen das rechte Bein. Nur der aufopferungsvollen Pflege seiner nachmaligen Gattin hatte es der sckwer verwundete Offizier zu danken, daß er seine Leiden überloand und sich einem bürgerlichen Berufe widmen konnte. Der vor kurzem in den Ruhestand getreteneChef des österreichischen PostWesens Seltionschef v. Neubauer ist gestorben. Neubauer war auf dem Gebiete des Postwesens eine Autorität von europäischem Ruf. W "Baucht die Tish I Mingo.
