Indiana Tribüne, Volume 29, Number 188, Indianapolis, Marion County, 3 April 1906 — Page 1
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Paul B. SkiZman Fall. Der Prozeß von Paul 93. Skillman. welchcr angeklagt ist. ,.m Kind fntführt zu h2dcn, kam gestern im Krimi nalgerich! zur Verhandlung. Nach reiflier Prüfung von 20 Leuten, wurde die Wahl von 12 Geschworenen getroffen, welche über die Schuld od:r Unschuld deZ Angeklagten entscheiden sollen. Der cnaeklfigie Skillman hat 35
Jeugen zu seiner Vertheidigung gela den, mit deren Vernehmung gestern Nachmittag begonnen wurde. Die Vertheidigung stellte an Frau Edith Skillman bei ihrer Vernehmung die Frag?, ob eS nicht Thatsache wäre, daß sie gelegentlich einer Ansesenheit in NesYork eine? Abend? die Boroerybesucht hätte und daß ihr damaliger Ehemann, der Angeklagte, sie erst NachtZ um 1 Uhr nach Hause holen mußte. Die Vertreter der Anklage proteftirten gegen diese Frage und der Richter entschied, daß Frau Ekillman dieselbe nicht zu beantworten brauche, da sie nur gestellt worden sei, um den Charaktcr der Zeugin in ein falsche? Licht zu stellen. Ekillman hatte vor Beginn der 93 Handlungen geäußert, er werde Ent hüllungen machen, welche daS Fami lienleben in seinem früheren Heim von einer ganz anderen Seite zeigen würde. Die erwähnte Frage war nur gestellt worden, um den Geschworenen und den: Äichter die Ueberzeugung beizudringen, daß die Moral der Frau Skillman nicht ganz einwandfrei ist. Von Seiten der Anklage wurde die Vhotogravhie einer Frau vorgelegt, welche? die vielgenannte Mary Work mann sein soll, die Frau, mit welcher Skillman von hier nach San Fron ci'co gegangen und dort mit ihr zu, sammen gelebt haben soll. Gegen die Einbringung dieses. Beweismaterials wurde von der Vertheidigung protestirt. Sherrick im Zuchthans. Dienstag Mittag 1:30 Uhr verließ der zu einer Strafe von 2 bis zu 21 Jahren verurtheilte frühere Staats Auditor David E. Sh:rrick in einem Zuge der L. E. & 23. Bahn in Begleitung deZ Sheriffs Sourbier In dianapo!:?, um in das StaatSZucht Haus in Michigan Eity gebracht zu werden. Der Gefangene schien sich in guter Stimmung zu befinden. Er verad fchieoete sich von seinen vielen Freunden während deZ Vormittags und äußerte, daß er mit reinem Gewissen seine Strafe anträte, da er sich keiner Schuld bewußt sei. Montag Abend war eS ihm gestattet gewesen in Begleitung eineS Deiiuty Sheriffs einige . Stunden im Hause seiner Schwiegermutter zu verbringen. Trotzdem das Gesetz vorschreibt, daß Verurtheilte innerhalb fünf Tagen nach dem StaatS-Gefängniß gebracht .werden müssen, mußte der Sheriff in diesem Falle davon Abstand nehmen, da Sherrick bedenklich erkrankt war und feine Uebersührung nicht ohne Gefahr für ihn bewerkstelligt werden konnte. Die vsn etwa 20,000 Freunden Sherrick'S unterzeichneten Petitionen, in denen um Begnadigung des Ersteren nachgesucht wird, wurden gestern Nach mittag von dem Comite, bestehend aus Smiley N. ChamberZ, Rev. D. R. Luca-S, William D. Cooper und John BConner, dem Gouverneur vorgelegt Ungefähr 11.000 Unterschriften wur den allein in Indianapolis erlangt. Was der Gouverneur in Bezug auf die Petitionen thun wird, ist noch ungewiß; das StaatS'Oberhauvt selbst wollte sich darüber nicht auSsprechen. Personal-Notiz. ' Herr Fritz W e tz e l, von dem seine Freunde annahmen, daß alle Gefahr bereits überstanden war, mußte sich am Montag Abend im St. Bin cent Hospital einer Entfernung des Blinddarms durch operativen Eingriff unterziehen. Die Operation an sich ist glücklich verlaufen und hoffen feine vielen Freunde, ihn bald ganz wieder hergestellt zu sehen. . ;
Streiks. Maler und Sägen Arbeiter legen Tlrbeit nieder.
Ungefähr die Hälfte der in Jndia napoli- beschäftigten Maler und An streiche?, 150 an der Zahl, legten gestern Morgen die Arbeit nieder, da ihnen die verlangte Lohnerhöhung von 35 auf 40 Cents pro Stunde verwei gert wurde. Ein Theil der Arbeit geder bewilligte die Mehrforderung ; andere theilten ihren Leuten mit, daß sie Nichtunion'Leute anstellen würden, falls bis Ende der Woche die Arbeit unter den alten Bedingungen nicht wieder aufgenommen würde. Eine den Streikern ungefähr gleiche Anzahl Maler verblieben unter den von der Union verlangten Bedingungen an der Arbeit. Die Union'Schleifer und Polirer der Sägenfabrik von E. C. AtkinS & Co. stellten gestern Morgen ebenfalls die Arbeit ein. Der Präsident ihrer Or ganisation war entlassen worden und behaupten die UnionLeute, daß die Entlassung ai& keinem anderen Grunde erfolgte, als 'daß der Eemaßregelte eben Präsident ihrer Uion ist. Andere Beschwerden liegen gegen die Firma außerdem vor, und die Arbeiter ver langen, daß die Differenzen erst auSge glichen werden, bevor sie die Arbeit wieder aufnehmen. &fireitlih 2ner,cktkt. f ftfj j 7 v Der bei der Acme Milling Co. be schästigte William -R' Hurlburt wurde am Dienstag Morgen von einem in schneller rotirender Bewegung befind lichen Schaft erfaßt und mehrere Male mit herumgeschleudert. 'Der linke Arm wurde am Ellbogen abgerissen, da? linke Bein an zwei -Stellen gebrochen und außerdem trug der Verunglückte eiue Kopfwunde und wahrscheinlich auch V . rw . innere Verlegungen oavon. löiit er eigentlich von dem Getriebe erfaßt wurde, weiß Niemand zu sagen. Hurlburt war .seit 15 Jahren in demselben Geschäft thätig; er war ver heirathet und hat zwei Kinder. .In demZ städtischen Hospital starb der Verunglückte kurz nachdem er dort hin geschasst worden war. Gustav Varthel Demokratischer Candidat zur Nommation für Sheriff von Marion County. Herr Gustav Barthel, einer der. best bekanntesten deutsch'amerikanischcn Bür ger von Indianapolis, hat sich als ein Bewerber um die die demokratische Nomination für da? Amt des Sheriffs von Marion County erklärt und wird in diesem Bestreben von einer großen An zahl Freunde und Bekannter, die in allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung zu finden find, aus'S Beste unterstützt. Herrn Barthel wird von allen Seiten dle zu diesem Amte nothwendige Fähig keit zugesprochen. Nicht nur. daß er lange Jahre ein einflußreicher Geschäfts mann war, sondern er bekleidete auch seiner Zeit unter Sheriff ReiSner den Platz als dessen erster Gehülfe ' und wurde in dieser Eigenschaft mit den größten Vertrauenssachen beauftragt. Als Mitglied des deutfch.amerikani. fchen Demokraten'ClubS ist ihm die Unterstützung dieser Vereinigung sicher. Mit Herrn Bartel als SheriffSCandi dat werden die Demokraten, deren Aus sichten jetzt besonders günstig find, bei der Countywahl glänzend siegen. Herr Barthel ersucht alle deutschen Demokraten ihm bei der Nomination behilflich zu sein. Er verspricht, im Falle dieselbe ihm zufällt, daß er mit allen Kräften für einen demokratischen Sieg kämpfen und nach seiner Erwäh lung die Pflichten eines Sheriffs mit größter Pflichttreue erfüllen wird. -J5u D e r 35jährige Frank Foster, 436z Süd Meridian Straße, prügelte gestern feine Ehehälfte. Die bedrängte Frau suchte Schutz bei der Polizei und die Beamten GonsolaS und Dan Haley brachten d?n Wütherich in eine seperate Zelle der Polizeistatkon unter. Die Sekretärin des Bür germeifterS, Frau Jda Belser, legte ihren Posten als solche nieder und ac ceptirte ein Engagement bei der Firma L. G. Rothschild.. '
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Der Kohlengraber - Streik hat begönne.
Gestern feierten über eine halbe 37111? lion Kohlengräber den Tag, an wel kem beschlossen wurde,, den Achtftun oeN'Tag als NormalArbeitSTag für ihre Organisation einzuführen. Durch ein zufälliges Zusammentreffen war eS nahezu allen Kohlengräbern des Lan des verstattet, an der Feier theilzunch mcn, da alle mit den Grubenbesitzern geschlossenen ArbeitS-Verträge mit dem 31. März abgelaufen waren und neue Uebereinkommen trotz der wochenlangen Verhandlungen in der National und Special Convention und in den ge meinschaftlichen Conferenzen noch nicht getroffen waren. Die gestern aus freien Stücken und aus Enthusiasmus für ihre Bestrebungen herbeigeführte Arbeitslosigkeit ist heute eine gezwun gene, mit heute beginnt der eigentlich? Streik,. der nach den refultatloZ geblie benen Verhandlungen mit den Besitzern unvermeidlich geworden war. In den Anthracit Kohlenfeldern ruht die Arbeit gänzlich und wird auch nicht wieder aufgenommen werden, bis neue Verträge über die ArbeitS . Be dingungen abgeschlossen find. In den meisten Gruben deS Weich kohlen.GebietZ d. i. den Staaten Ohio. Jndiana, Illinois, Miöigan, Arkan fas, Missouri, KansaS, dem Indianer Territorium, TeaS, Tennessee und dem zentralen Pennsylvanien herrschen etwa die gleichen Verhältnisse. Im westlichen Pennsylvanien und in den übrigen Gruben in anderen Stall' ten, die durch F. L. RobbinS kontrol lirt werden, wird der Abschluß neuer Verträge stündlich erwartet, ebenso in Gruben unabhängiger Besitzer in In diana, Ohio, JllinoiS und den süd westlichen Staaten. Sobald dies ge schehen ist, wird die Arbeit wieder auf genommen werden Mit den von Nicht.Union'Leuten be arbeiteten Weichkohlenfeldern in Iowa und Kentucky produziren die den Koh lengräbern freundlich gesinnten Gru tenbefitzer ungefähr die Hälfte der Ge sammt'Produklion deS Landes; die Confequenzen des so sehr gefürchteten Streiks können sich daher nicht in so schwerwiegender Weise geltend machen. w:nn man bedenkt, daß der Bedarf der Eisenbahnen und anderer GroßJndu ftriellen auf Wochen und in einzelnen Fällen sogar Monate hinaus von den selben aufgestapelt ist, die n?ch Wieder Aufnahme der Arbeit geförderten Koh len also den kleineren Jnduftriem und dem Prlvat'Mann zur Verfügung stehen werden. .In längstens zehn Ta gen werden alle diese Gruben wieder in vollem Betriebe sein. Die dickköpfigen Grubenbesitzer, wel che sich weigerten, den Kohlengräbern die vor drei Jahren heruntergeschnitte nen Löhne in alter Höhe zir bewilligen, scheinen vorläufig noch an ihrem ein genommenen Standpunkt festhalten zu wollen, doch machen sich bereits Zeichen bemerkbar, daß ihre scheinbar so fest geschlossenen Reihen- zu wanken begln nen. John Mitchell reifte nach New York ab, um dort mit den Besitzern der Anthracit Kohlengruben weiter zu ver handeln. Allem Anscheine nach wollen diese Besitzer eine Schlichtung der Dls ferenzen auf schiedsgerichtlichem Wege herbeiführen. Dem. maßvollen Verhalten ihrer Führer folgend find bis jetzt noch keinerlei Ausschreitungen der feiernden Kohlengräber vorgekommen und wer den hoffentlich auch bei dem in den Reihen d:r Organisation herrschenden versöhnlichem Geiste vermieden werden. . D e r N e g e r William Jones, 30 Jahre alt, 937 Paca Straße, hatte gestern eine Rauferei mit seinem Rasse genossen Martin Lynch, 40 Jahre alt. Nach der Schlägerei wollte Joneö seinen Gegner mit einem Dolch und Revolver bearbeiten, wurde jedoch von dem Poli ziften Rademacher daran behindert und nach Nummer Sicher befördert. . Geo. A. Nemmetter, 224 Nord Nkne Sir Dunkle und KN, ffrrhi.
! tal City Bier stets bei mir zu haben. ' .Ki.i.,
StadtrathS-SItznng.
Die gestrige StadtrathZsitzung fand unter Anwesenheit von 20 Staytvätern statt. Die Sicherheitsbehörde hatte die Stadtväter brieflich um eine Bewil ligung von 825.217.50 ersucht, welche für die Anstellung von 35 Polizisten verwendet werden sollen. Der Stadt kontrolleur George T. Bruenig ersuchte um die Bewilligung von S18.342.50, welche für die Anstellung von 25 neue Polizisten benutzt werden sollen. Nach eingehender Berathung der Stadtväter wurde die Forderung deS Stadtkontrolleur Bruenig einstimmig angenommen. Polizeichef Metzger, welcher der Sitzung beiwohnte, wurde, als er sich bei dem Präsidenten Eppert bedankte, mit Beifall begrüßt. Die Behörde für öffentliche Arbeiten legte dem Stadtrath eine Verordnung für Verbesserung der 35. Straße von der Senate Ave. bis zur JllinoiS Str. zur Berathung vor. Der ' Stadtvater Charles G. Davis machte feine College auf die nöthige Verbesserung des städtischen Hospitals aufmerksam unn ersuchte um Bewilli gung von 8100,000 zu diesem Zwecke, welche durch, Ausgabe von VondS be schafft werden sollen. Derselbe wie ferner auf den großen Nutzen , einer Einverleibung des nörd' lich von der Stadt gelegenen Landes hin. Die Stadtväter beschlossen, später hierauf zurückzukommen. Harry E. Royse machte verschiedene Vorschläge, welche auf größeren Schutz bei FeuerSaefah? abzielen. Er wünschte. daß in den Kellern großer Geschäfts Häuser weite Wasserrohre angebracht würden, um bei Feuersgefahr größere Wassermassen herbeischassen zu können. Alle neuen Gebäude im Geschäfts districte, so meinte er ferner, sollten mit diesen großen Röhren versehen wer den. Diese Anlagen sollten 90 Tage nach der Inspektion deS Feuerwehrchefs angebracht werden.' Zuwiderhandlungen sollen mit S10 S100 bestraft werden. . Der A. Talge MahagonZ.Company wurde die Erlaubniß ertheilt ein Ge leise über die LewiS Straße zu legen. Um 3.15 Minuten hob Präsident Epper die Sitzung auf. Ueber das Wegerecht der Chicago. Indianapolis & EvanZville Eisenbahn wurde von den Stadtvätern nicht be rathen. Nakkelter und trüber März. Die meteorologischen Zusammenfiel lungen deS Wetterbureaus ergeben, daß der verflossene Monat März ein recht naßkalter und trüber Geselle ge wesen ist. Die mittlere Temperatur betrug 31 Grad und war 3 Grad niedriger als die sich aus den Zusam menftellungen der letzten '36 Jahre für diesen Monat ergebende Durchschnitts Temperatur; am wärmsten war es am 26. mit 53 Grad und am kältesten am 17. mit 6 Grad. Ungewöhnlich schwere Niederschlüge waren während deS Monats zu ver zeichnen, sie betrugen 6.2 . Zoll, wäh rend der aus den letzten 36-Jahren ermittelte Durchschnitts Niederschlag nur 4.01 Zoll betrügt. Nur einmal wurde der diesjährige Niederschlag in diesem Zeitraum übertroffen; im Jahre 1904 waren 10.95 , Zoll Niederschlüge zu verzeichnen. Der Schneefall allein betrug im letzten Monat 30.4 Zoll. Klares Wetter herrschte im März nur an 2 Tagen, 7 Tage waren theil weise bewölkt und an 22 Tagen kam die Sonne überhaupt nicht zum Vor schein; an 19 Tagen fiel. Regen oder Schnee. ' Der Wind blies mit einer durch schnittlichen Geschwindigkeit von 11.4 Meilen per Stunde meistens aus Nord oft; die höchste Geschwindigkeit erreichte der Wind am 21., wo er mit einer Schnelligkeit von 36 Meilen per Stunde aus Südwest kommend durch die Stra ßen fegte. ; - , . Nauch't die B0NANZA.
Weftphalen-Bercln. Unter großer Betheilung fand ge ftern Abend die regelmüßige Verfamm lung des Westphülischen UnterstützungS Vereins in Kellers Halle statt. Der Bericht des KrankenComiteS wurde entgegengenommen und einem erkrankten Mltgliede $15 Krankengeld bewilligt. Die darauf vorgenommene Wahl der Beamten für den kommenden Termin ergab folgendes Resultat: Präsident Friedrich Budde. VicePrüsident Friedrich Schmidt. Prot. Secretär Heinrich Schoekel. Flnanz-Secretür Friedrich Water mann. Schatzmeister Carl Wiese. In der nächsten Versammlung wer den die neuen Beamten in ihre resp. Aemter eingeführt werden. Ein Comite zur Prüfung der Bücher bestehend aus den Mitgliedern Friedrich Bloemker," Ed. jKlaffy und Wilhelm Hübner wurde ernannt; dasselbe soll in der nächsten Versammlung berichten. Nach einem oberflächlichen Ueber schlag . betrugen die Einnahmen des Vereins im letzten Jahre S450.50, die Ausgaben 8190, wovon allein Kran ken'Unterstützungen 8160 entfallen; daS Gefammtvermögen des Vereins beträgt ungefähr. 81525. . DaS VergnügungS'Comite berichtete, daß eS ihm bis jetzt unmöglich war, Ir gend welche Arrangements für daS in Aussicht genommene Picknick zu treffen, da der Wettergott immer noch schlechter Laune war. Dem Comite wurde Zeit gegeben, sich, wenn nicht mit dem Wet tergott, so doch mit dem Weiter-Onkei in nähere Verbindung zu setzen, damit die Abhaltung einer Festlichkeit im Freien recht bald ermöglicht wird. Der Weftphülische UnterftützungS Verein besteht seit fünf Jahren und zählt heute etwa 70 Mitglieder, die stolz darauf find, auf rother Erde ge
boren zu sein. Alle Westphalen find daS, wie auch aus einem in der Ver sammlung verlesenen Briefe deS Herrn Ernst H. Faut in New Palestine. Ind. helvorgeht, der durch Notizen in dieser Zeitung von dem Bestehen eines West phalen Vereins in Indianapolis Kunde erhielt und seinen Landsleuten unter Zusendung eines Westphalen Lied" seine Glückwünsche darbot. Die Thatsache, daß sogar außerhalb Indianapolis wohnende Landsleute sich für das Wohlergehen des Vereins in tereffiren, wird die Mitglieder anfpor nen, noch mehr wie bisher treu und fest zu ihrer Vereinigung zuhalten. Wir lassen das schöne Westphalen Lied deS Herrn Faut folgen: . . ; ' . westfalenland. Ihr mögt den Rhein, den stolzen, preisen. Der in dem Schoß der Reden liegt; Wo in den Bergen ruht das Eisen, Da hat die Mutter mich geroiegt. Hoch auf em Fels die Tannen stehn. Im grünen Thal die Herden gehn, -Als Wächter an des Hofes Saum, Reckt sich empor der Eichenbaum. Da ist's, wo meine Wiege stand! O grüß dich Gott. Westfalenland. Wir haben keine süßen Reden Und schöner Worte Ueberfiuß Und haben nicht so bald für Jeden Den Brudergruß und BruderkuH. Wenn Du uns willst willkommen sein. So schau auf'ö Herz, nicht aus den Schein, Und sieh uns grad hinein ins Aug! Grad aus, das ist Westfalenbrauch! ES fragen nichts nach Spiel und Tand Die Männer in Westfalenland. Und nns're Frauen, uns're Mädchen, Mit Augen blau wie HimmelSgrund, Sie spinnen nicht die LiebeSfädchen Zum Scherz und für die müß'ge Stund ! Ein frommer Engel Tag und Nacht, V Hält tief in ihrer Seele Wacht, Und treu in Wonne, treu im Schmerz, Bleibt bis zum Tod ein liebend Herz! Glückselig, wessen Arm umspannt Ein Liebchen aus Westfalenland. Behüt Dich Gott, Du rothe Erde, Du Land von Wittekind und Teut l Bis ich zu Staub und Asche werde. Mein Herz sich seiner Heimath freut. Du Land Westfalen, Land der Mark, . Wie Deine Eichenstämme starr, . Dich segnet noch der blasse Mund - ;, - Im Sterben, in der letzten Stund I ; 5 Du Fan5 vonk Rhein big Weserftrand -O grüß Dich Gott, Westfalenland. .,-... .
Nachrichten aus Jndiana.
M u n c i e, 2. April. Der Oel. QuelleN'Bohre? Samuel Brecht beging durch Trinken von Carbolsüure Selbst. mord. Er war 54 ?kabre alt und seit längerer Zeit kränklich; vor Jahren soll er Methodiften'Prediger gewesen sein. Die Adresse seiner Angehörigen ist hier unbekannt. Hu'ntington. 2. April. Nach, mehrtügigerlBerathung entschieden die Geschworenen in dem. Prozeß gegen Boston Westonjwegen Mordes, daß der Angeklagte nur des unbeabstchtigten Todtschlags schuldig sei. Wefton hatte Roman I. Holthouse während eines Streites mit den Faust auf den Kopf geschlagen, Holthouse fiel und erlitt bei dem Ausschlagen auf .daS Straßen Vflafter einen Schüdelbruch, der den Tod zur Folge hatte. W a b a f h . 2. April. Die hiesige Negerbevölkerung ist entrüstet über die Weigerung des Geschäftsführers Edfon vom Eagle.Theater, sie zu Sitzen im Zuschauerraume zuzulassen; Cdson wollte thuen nur erlauben, auf die Gallerie zu gehen und dori der. Vorfiel. lung zu folgen. DieNeger beabsichtigen, die Theater. leitung auf Zahlung von Schadener. satz zu?verklagen. Geschäftsführer Ed. fon ist fest entschlossen, den Schwarzen auch fernerhin 'den Zutritt zu anderen Plätzen als zur Gallerie zu verweigern. Marion, 2. April. Das Ge. bände der National Cweeper Works wurde zum großen Theil durch Feuer zerstört. Der! Nachtwächter entdeckte das Feuer im Maschinenhause; die Ent ftehungS . Ursache ist unbekannt und wird - Brandstiftung vermuthet. Da die Fabrik weit außerhalb der Stadt liegt, konnte die Feuerwehr in Folge unzureichenden Wasserdrucks nur den östlichen Theil des Gebäudes retten. Der Schaden wird oberflächlich auf $100,000 geschützt; ungefähr 60 Pro. ceni davon sind durch Versicherung ge deckt. Die Fabrik.wurde vor acht Iah. fen'erbaut; eine große Anzahl Leute ist durd daS Feuer außer Arbeit gekom men. Das Etablissement soll, so bald angänglich, wieder aufgebaut werden. Union City. -2. April. Eine zu große Dosis Kampher führte den Tod des 70.jährigen John Allenbach herbei. Der Verstorbene hatte sich er kälter und gebrauchte Kampher als Heilmittel. R i ch m o n d. 2. April. Wilhelm A. Dunning von hier hatte vor einiger 5Wt den Vonua. vom deutschen Kaiser U V 19 " I persönlich in ein Gespräch gezogen zu werden. Dunning begab sich vor un geführ zwei Monaten zu Besuch nach Deutschland und nahm an einer Feier deS Regiments, dem er vor 25 Jahren angehört hatte, Theil. Der Kaiser begrüßte die 156 anwe senden ehemaligen Angehörigen deS Regiments und fragte Dunning,- . ob und warum eS ihm in Amerika besser gefiele als in Deutschland. Außer Dunning war noch.eln anderer. Ameri kaner, Stephan Hesse' aus Wichita, ttan., bei der Feier anwesend. Vehörde snr öffentliche Werke. Sämmtliche Beschlüsse wurden- zu. rückgezogen.'. I '; . ' Für Eröffnung der 197 Straße, von der Meridian bis zu der Pennsylvania Straße. , Endgültige Beschlüsse wurden ange nommen: Für Freilegung eines Theils der Alleys westlich ' der Central Avenue, New Jersey Straße, Allabama und Delaware Straße. Endgültige Anschlüge wurden gutge heißen:, .. - ., Für Hauptknanal in der YandeS Straße, von 20 Straße bis zu einem Punkte 80 Fuß westlich der- Almont Straße. " .- . v7. Fräulein Jda C o o ! , die Sekretärin im Bureau der Behörde für öffentliche Arbeiten, nahm den erle digterr. Posten im' Bureau des Bürger. meifterS an. .....,
