Indiana Tribüne, Volume 29, Number 186, Indianapolis, Marion County, 31 March 1906 — Page 6
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Aus den Papieren eines Vertheidigers. Von Z?r. JF. Jrirbmann. In einer weit verbreiteten Berliner Zeitung, welche ihren Lesern die ersten Nachrichten iiber allerhand Unglücksfälle und Verbrechen zu übermitteln pflegt, las ich eines Morgen?, als ich nach dem Gerichte fuhr, folgende Notiz : .In dem großen Modewaarengeschäft von Carl Berndt wurde heute wieder einmal auf frischer That eine Ladendiebin abgefaßt. Diesmal ist eS eine junge Dame der besten Gesellschaft, die in Begleitung ihrer Mutter dort Einkäufe besorgte. Sie hatte, ungesehen von der BerläulerlN, mehrere Paar Handschuhe in ihren Muff ver steckt und wäre vielleicht durch ihre sie begleitende Mutter gedeckt, unbemerkt entkommen, wenn nicht der in dem Geschäfte postirte geheime Agent Dett' mer den Diebstahl beobachtet und sie rechtzeitig verhaftet hätte. Die jugendllche Uebelthätenn, gramem v. y., heute in das Untcrsuchungsgefangniß Moabit eingeliefert.An derartige Mltthellung?n der Presse gewöhnt, wandte ich der kurzen Notiz wenig Aufmerksamkeit zu, auch sonst enthielt die Zeitung nichts mich besonders Jnteressirendes. Ich hatte die Mittheilung wohl im nächsten Augenblicke wieder vergessen, während ich durch die halb gefrorene Scherbe meines Wagens die treibenden Schneeflocken beobachtete. Eine aufregende Schwurgerichtsverhandlung hielt mich brs zum Abend im Justizpalaft fest; erst spät am Abend betrat ich mein Bureau. Durch die Fürsorge meiner Beamten war der Kreis der Wartende bereits erheblich gelichtet, und vier oder fünf waren noch dort, um mich persön lich zu sprechen. Einige von ihnen kannte ich bereits, kennte ihnen daher schnell Auskunft über ihre Angelegen heiten geben und war erfreut, daß mir mein Bureauvorsleher bereits nach einer Biertelstunde mittheilte, eö sei nur noch ein elegant gekleideter Herr im Vorzimmer, der trotz des ihm ausgesprochenen Wunsches seinen Namen nicht hätte nennen wollen. Eine derartige Abneigung, von vornherein die eigene Persönlichkeit bekannt zu geben, war mir rnchtS Fremdes. Ich ließ den Herrn eintreten. Die Art, in welcher er mich, so lange der meine unterschrift entgegennehmende Sekretär im Zimmer war, bat, noch schweigen zu dürfen, bewies mir, welchen erheb lichen Werth er auf die Bewachung des mir vorzutragenden Geheimnisses legte. Sobald wir allein waren, wandte ich mich voll zu ihm und studirte einige Augenblicke seine Erscheinung. Es war ein Mann Ende der Zwanziger Iahn:, tadellos vornehm, aber zugleich ganz solid gekleidet. Nur der kostbare Pelz verrieth besonderen Reichthum. Groß, breitschultrig, blauäugig und blondbärtig schien er wenig zur Nervosität oder zu derartigen u)c)deschwächen zu neigen. Trotzdem zeigte das hastige Streichen des Vollbartes und die unstete Art, mit der er- sein Porteseuille bald aus der Vrusttasche holte, bald es wieder ungeöffnet zurücksteckte, seine hohe Aufregung. . Ich möchte Sie von vornherein über einen Nebenpunkt beruhigen, mein Herr! Wenn Sie es vorziehen, mir Ihren Namen überhaupt nicht, oder wenigstens noch nicht jetzt zu nennen. so steht dem, so lange es sich nur um einen Nath handelt, absolut nichts ent gegen. Wir werden ja sehen, ob eö spä ter nothwendig sein wird. Jedenfalls ist Alles, was Sie mir erzählen, völlig vertraulicher Natur und durch das Amtsgehermnin geschützt. Er beruhigte sich sichtlich, bewies mir aber sofort durch seine Antwort, daß er nicht gewillt war, wenigstens mir persönlich irgend etwas zu ver schleiern. Ich danke Ihnen in jedem Fall für Ihre Vorbemerkung, Herr Doktor, aber natürlich sollen Sie Alles wissen. Er erröthete und fuhr nach einem Augenblicke fort: Wenigstens bei nahe Alles. Ich heiße Eduard Berndt und bin der alleinige Inhaber der Firma Earl Berndt. Haben Sie zufällig gelesen, daß ein Tiebstahl bei uns vorgekommen nt?" Ich nickte, verwundert darüber, was den Gestohlenen zu mir führte, dessen Angabe doch die Vertheidigung der Angeklagten war. Er beantwortete sofort mein stummes Erstaunen. ES muß Sie Wunder nehmen, daß ,ch, gegen den sich das Vergehen ae richtet, zu Ihnen komme und noch da,;u Sie deshalb aufsuche, um Ihnen die Vertheidigung der Beschuldigten anzutragen. Ich bin noch zu sehr im Kampf mit meinem eigenen Gefühl und meinem eigenen Denken, um Ihnen sofort genau antworten zu können, wie so ich mich dazu, bewogen fühle. . Aber ouch ohne solche Antwort bitte ich Sie inständigst, die Vertheidigung der jungen Dame zu übernehmen, welche der bei uns zur Ueberwachung postirtt. Knmlnalbeamte des DrebstadlS be schuldigt hat. Ich beschwöre Sie, Alles nur Denkbare zu thun, um nicht nur die vorläufige Freiheit, sondern auch spater die Freisprechung von Fräulein von Prlllow zu erreichen. Mit einem liefen Seufzer fügte er hinzu: .... .Ich wage nicht zu hoffen, daß man sie ohne Gerichtsverhandlung aus de Sache heraus lassen wird. Wenden Sie
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Bei Frauen sind diese Symptome oft Anzeichen eines gestörten Nerven-Systems, oder Leber- oder Herzleidens, hervorgerufen durch Unachtsamkeit in Regulirung der Menstrual - Funktionen. Diese Funktionen sind bei
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Alles daran, die Unglückliche zu befreien und seien Sie dafür in jeder Beziehung meines vollständigen Dankes sicher.Gern! Darf ich ie bitten, mir dasjenige zn sagen, waS Sie selbst vo der Sache wissen.''" Leider sehr wenig! ES würde mich freuen, wenn Sie mich bald durch einen Besuch beehren wollten, um sich die Oertlichkeit anzusehen. Der Raum, welcher in unseren große, zahlreiche Waaren führenden Magazinen dem Verkauf von Handschuhwaaren gewid rnet ist, stößt dicht an mein Privatkomptoir. Als Frau von Prillow und ihre Tochter dort ihren Einkauf vornahmen, oder richtiger gesagt, gerade damit fertig waren, begleitete ich einen Ge schäftsfreund aus meinem Komptoir heraus. Ich sah beide Damen, sah vor Allem Ihnen muß ich eS ja sagen, Herr Doktor, und das ist vielleicht nicht der letzte Beweggrund für mern äugenblicklicheS Handeln die außerordent liche Schönheit und den großen Liebreiz der jungen Dame. Sie machte einen so starken Eindruck aus Mich, daß von dem Augenblicke der Verabschiedung meines Freundes an lch dett Blick nicht von ihr verwandte. Ich sah, wie sie nach dem Erwerb irgend, eines kleinen GegenstandeS, den ihr die Verkäuferin übergab, die en in lhren Pelzmu f fleckte, zunächst um auf Grund des ihr übergebenen Kassenzettels die Zahlung zu leisten, zur Kasse und dann zur Ausaangsthür ging, an welcher sie -von ihrer Mutter erwartet wurde. Ehe sie dieselbe erreichte, sah ich plötzlich den Kriminalagenten Dettmer austauchen, mit einer Hand sie am Arme festhalten und mit der anderen nach i hrcm Muff greifen. Ich muß der W'hrreit zu Ehren sagen, daß sie bei TettmerS Benehmen heftig erschrak, leichenblaß wurde, so -dan lch in der Furcht, sie ohnmächtig niederfallen zu sehen, hinzu sprang. Auch hat sie sich wohl gesträubt, den Mu I. loszula en. Ich konnte, ohne peinliches Mißverständniß hervorzurufen, den Beamten in der Ausführung seines Dienstes nicht stören und begnügte mich, der Dame einen Stuhl hinzustellen. Dettmer entnahm in meiner Gegenwart und in der zahlreicher anderer sich herbei drängender Personen, Verkäufer und Käufer, dem Muff drei oder vier eng aneinander gedrückte Paar Handschuhe. Fräulein von Prillow hatte sie nicht gekauft, sie waren in ihrem Muff gefunden. Sie wurde als Ladendiebin verhaftet. Aber ich glaube an ihre Unschuld, ich schwöre darauf !" Als mein Klient schwieg, fragte ich ihn: Haben Sie seit gestern Nachmittag , . ' fT c Gelegenheit genommen, rrunoigungen über beide Frauen einzuziehen?" Ja, hier das Ergebniß: Frau von Prillow, eine Süddeutsche, Wittwe eines höheren Steuerbeamten, ist nach dessen Tod vor etwa einem halben Jahre nach Berlin gekommen. Sie wohnt in einem unserer großen Miethshäuser der Großbeerenstraße in einem bescheidenen, aber solid eingerichteten Quartier. Fräulein Martha ist ihr einziges Kind und n,mmt Unter, richt auf einem Musikkonservatorium. Die Frauen leben völlig zurückgezogen. Niemand von den Nachbarn vermag Böse über sie zu agen; ,m Gegen theil glaubt man, Gott sei Dank, daß das Leben der jungen Dame in jeder Beziehung vorurtherlSfrer ist.' Dieses: Gott sei Dank!- kam mit so inniaer Ueberzeugung und einem sol chen Glückston aus seinem. Munde, daß eS mir die Ttefe des Gefühls be wies, welches die Schönheit der Diebin in dem Herzen meines Vefuchers wach aerufen hatte. Nicht wahr, Herr Doktor, das ist wohl ganz unmöglich, daß ich, der ich der Befohlene bin, die Strafanzeige, oder wie man daS nennt, zurücknehme? Völlige unmVglich! Mit dem Augenblicke, wo die Polizei in der Person des Kriminalagenten und später die Staatsanwaltschaft Kenntniß von dem begangenen 'oder wenigstens ge argwöhnten Diebstahl haben, muß die öffentliche Anklaaebehörde den verMuthlichenLVte? verfolg yhne iich
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? Schwimmt Ihr Kopf ?
als die Verdauungg-FunktZonen jedes Geschlechtes. Selbst wenn keine Störung
ein sanftes, reinigendes Menstrnal-Mittel genommen
so viel Schmerz und Leiden,
Schmerz-Linderungsmittel, die alte, geworden ist, nämlich :
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durch die Wünsche des 'Geschädigten auf Vertuschung oder Erstickung der Sache beeinflussen zu lassen." Ein tiefer Seufzer antwortete mir. Leider dacht' ich es mir. Aber weiter! Kann ich etwas dafür thun, daß Fräulein von Prillow aus der- Haft entlassen wird und am Besten so, daß man Seitens der Behörde nicht nutzlos auf meine Vermittelung aufmerksam wird!Gewiß! Bringen Sie mir die Mutter, lassen Sie mir von dieser die Vollmacht zur Vertheidigung ihrer Tochter ertheilen und durch diese, wenn auch aus Ihrer Tasche, nur eine erhebe liche Summe überreichen, welche ich als Sicherheitsleistung auf dem Gerichte einzahlen werde, um wenigstens die vorläufige Haftentlassung des jungen Mädchens durchzusetzen." Zu meinem Erstaunen überzog bei diesen so einfachen Worten eine tiefe Nöthe daö Gesicht Eduard Berndts. Ich halte geglaubt, daß ihm dieser einfache Ausweg, die von. ihm so schnell und offenbar so leidenschaftlich Geliebte aus der entsetzlichen Qual des Untersuchungsgefängnisses befreit zu sehen, mit Freuden erfüllen müßte, und war betroffen über den Schreck, der sich bei meinem Vorschlag in seinen Zügen malte. Mun ich wirklich mit der Mutter in Verbindung kommen?" Bei dieser Bemerkung, die bei meinem freiwüthigen Besucher mit dem offenen Ausdruck heftigen Widerwillens verbunden war, durchsuhr mich die Ennnerung an seine erste Erklärung, daß er mir: Wenigstens beinahe Alles sagen wolle." Also hier war die Stelle, wo er sich schalle, seine Erklärungen völlig abzugeben. -Es interessirte mich, so schnell wie möglich für die Nscinem Schutz Anempfohlene den in mir aufgestiegenen Zweifel zu klären: Ich will Ihnen gern diesen Weg,. der Ihnen nicht sehr sympathisch zu sein scheint, abnehmen. Ich werde an Frau von Prillow schreiben, den Brief sofort zu ihr senden, ihr nur im Allgemeinen sagen, daß man mich um Ueber nähme der Vertheioigung gebeten, mir die Mittel zur Kautionsleistung zur Verfügung stelle, und sie einladen, mich morgen früh zu besuchen. Dann kann ich, ohne daß Ihr Name in Frage kommt, alles Andere erledigen. Oh, das wäre sehr, sehr gütig!" Wir verabredeten noch, in welcher Art ich Eduard Berndt unausgesetzt auf dem Laufenden halten wolle, und eine vorläufige Besprechung für den nächsten Nachmittag. Dann schied er. Frau von Prillow, welche ich hastig am anderen Taa früh, ehe ich mich au das Gericht begab, sprach, gewann mein Zutrauen in keiner Weise. Wohl machte sie den Eindruck einer gut ge bildeten, an beste Gesellschaft gewöhn ten, peinlich sauberen und im gewissen rnne anständigen Frau, aber nur, dem.KllMlnalisten, mißfiel das unstete, scheue Flackern in ihren Augen und daö übertrieben Demuthsvolle in ibrer Sprachweise. Sie betheuerte die Un schuld ihrer Tochter, ihres armen Marthchens. rhreS AuaapselS, ihrer Perle, erklärte, daß sie nicht fassen könne, waS dem lieben Kinde beigerem men sein könne, die Handschuhe zu sich zu stecken, und betonte fortgesetzt und eindringlich, daß sie nicht wissen wolle, wer die Person sei, die sich so für zwei arme, alleinstehende Frauen interessire, um sofort ihrer Tochter einen Vertheidiger zu bestellen und die erhebliche Slcherheitssumme beizu geben.' Kurz, ich erhielt einen überaus unbehaglichen und widerlichen Eindruck von der Mutler und erwartete mit Be sorgniß, den gleichen von der Tochter zu empfangen. , Diese wurde mir oufmeinen-Wunsch wenige Stunden später von dem alten, wohlwollenden Rath Hellmann zu einer Unterredung in sein Sprechzimmer gerufen. Er selbst ließ uns allein, um sich inzwischen mit dem Staatsanwalt darüber zu verständigen, ob sie gegen dte von nur angebotene Sicherheit ae meinsam in eine vorläufige Entlassung ver Gefangenen willigen wollten. Martha von Prillow trat in das Arbeitszimmer Hellmanns. Es schien
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mir, als habe sie einen anderen Vesucher erwartet, denn jedenfalls mußte eö sich um einen Besuch, nicht um eine neue Vernehmung vor dem Richter handeln, da ja die erste, sehr umfangreiche kaum eine Stunde vorher ge schlössen war. Da ich mir selbstverständlich denken mußte, sie habe gemeint, ihre Mutter zu treffen, so frappirte mich ein Ausdruck der Erleichte, rung in ihren Zügen, als sie einen Fremden vor sich erblickte. Ich konnte nicht umhin, diese Beobachtung sofort mit dem Widerwillen in Verbindung zu bringen, den Berndt bei der Aussicht, sich mit der alten Frau in's Einverneh men zu setzen, gezeigt hatte, und mit dem ungünstigen Eindruck, den diese auf mich selbst gemacht hatte. Als ich dem jungen Mädchen in freundlicher, Vertrauen erweckender Weise nach Nen nung meines Namens meine BereitWilligkeit ausgesprochen hatte, ihr in jeder Beziehung .u dienen, hatte ich, während sie die ihr von mir vorgelegten Vollmacht unterzeichnete, Muße, sie zu beobachten. Berndt halte nicht zu wenig gesagt, wenn er von ihrer sieghaften Schönheit gesprochen. Selbst jetzt in dieser traurigen Minute, nach einer in dem Untersuchungsgefängniß verbrachten Nacht voll Schrecken und Qualen, nach dem fürchterlichen Eindruck, welchen sie in der Berührung mit den Bewohnern desselben empfan gen haben mußte, lag etwas Hoheits volles über ihrem Wesen. Eine stolze, große Erscheinung, deren Vornehmheit durch das einfache dunkelgraue Kleid, das den voll aufgeblühten Körper umschloß, in keiner Weise beeinträchtigt wurde. Unter einer hohen, gedaü' kenvollen Stirn, braune, von vergössenen und wiederaufsteigenden Thränen leicht verschleierte Augen, eine feine, aristokratische Nase, ein kleiner Mund, dessen Lippen jetzt leicht entfärbt waren; das Oval des jugendlichen Gesichtes umschlossen von dichten Wellen dunkelblonden Haares. Feine lange, sorgfältig gepflegte Finger führten die Feder. Die Züge ihrer Unterschrift hatten nichts gemein mit den an die Schule erinnernden Handschriften junger Mädchen des Turchschuittsmaßes. Ein Schriftkundebeflissener hätte aus ihnen leicht auf Energie, Reinheit und Klarheit der Seele, ungetrübte Moral, die Fähigkeit zum Schwelgen und Insichvcrschließens gedeutet. Als sie zu mir aufsah, flog etwas wie Scheu und unterdrücktes Weinen über ihre Züge, welche man im ersten Augenblicke vielleicht auf Rechnung der Pein hatte setzen können, die ein nicht allzu abgefeimter Verbrecher oft dem Verthei diger gegenüber in dem Zwiespalt empfindet, ihm die volle Wahrheit einzuräumen, um dann seiner Sorgfält zu überlassen, , ob er sich verpflichtet erachte, sie auch Anderen zu offenbaren, oder auch ihm gegenüber die Maske vorzunehmen. Aber die ersten Worte bewiesen mir sofort, dak diese fej&h Erklärung sur die Befangenheit Marthas unberechtigt gewesen wäre. Meine Mutter hat Sie zu mir geschickt, nicht wahr, Herr Doktor? Bitte, sagen Sie mir, was sie erzählt hat. WaS weiß sie denn von dieser Unglücksge chichte?" Darüber kann ich Ihnen gar nichts Wesentliches sagen, liebes Fräulein. Ich habe Ihre Frau Mama heute früh nur wenige Sekunden gesprochen. Sle war ganz entsetzt darüber, wie Sie nur zu dieser unglücklichen Handlung gekommen sein könnten, aber'Cinzelheiten hat sie mir nicht erzählt. Sie hat mir zweitausend' Mark übergeben, welche ich soeben beim Gericht niedergelegt habe, !n der Hoffnung., daß man Sie daraufhin vorläufig und zwar sofort auf freien' Fuß setzeü wird." rr , r7 - - uelne Mutter glaubt an meine Schuld?. Geld hat sie Ihnen übergeben und so viel? Ia, um GotteS willen, wo kann sie denn daS nur so schnelt hergenommen haben?" .Sorgen Sie sich letzt nicht darum, Fräulein von Prillow! Sie bat gewiß Freunde, die ihr geholfen haben. Ich möchte 'auch nicht behaupten: daß Ihre Mama an Ihre Schuld glaubt. Nur steht sie, wie gesagt,.unter dem Ein druck, wie wohl alle euaen des
unglücklichen Vorganges, daß man die
Eine Freundin von mir litt an Rückenfchmerz, Kopfweh und Schwindel und schien völlig entkraf tet in Folge von Menftrual-Leuen," schreibt Frl. C. N. Garrett von Mayersville, Miss., aber sie nahm Cardui auf meinen Rath und ist jetzt ge fund."
werden jeder Arzt wird und wird in Ihr System Leben verlieren. Sev Fvaueni Heilmittel i Handschuhe in Ihrem Muffe gefunden hat. Sagen Sie mir selbst jetzt nur ein Wort, ein ehrliches, vertrauendes, ohne Umschweife, so wie's aus Ihrem Herzen kommt, an dessen Reinheit ich nach Ihrem Anblick nicht zweifeln möchte. Haben Sie sich durch irgend eine unglückliche Regung zu dem Diebstahl . verleiten lassen, oder haben Sie diese Handschuhe von geringem Werth aus Versehen in Ihren Muss gesteckt? Kann eS ein Anderer gethan haben? Oder, wie erklären Sie sich die ganze Sache?" Bei den letzten Worten durchschauerte ein jäher Schrecken den schönen Körper der vor mir Sitzenden. Sekundenlang senkten sich ihre dunkel beschatteten Augenlider über die erblaßten Wangen. Ein tiefer, fast röchelnder Athemzug antwortete meinen Fragen. So wahr mir Gott helfe, Herr Rechtsanwalt, ich habe cö nicht gethan. Aber da Sie mir sagen, daß ich vielleicht schnell meine Freiheit wieder haben werde, lassen Sie mir jetzt. hier, und ehe ich wieder einmal zu Hause war, meine Erklärung." Ich sah. daü ein Eindringen auf die -Unglückliche eine nutzlose Qual gewesen Ware, und war rm Begriff, die Unterredung abzukürzen, als Rath Hellmann das Zimmer wieder betrat. Ich bringe gute Nachricht für Ihre Klientin, lieber Doktor.. Der Staatsanmalt glaubt, so wie ich, daß die Sache hinreichend aufgeklärt ist, um nicht mehr vor der Verhandlung verwirrt werden zu können. Da die eingezahlte Summe uns genügende Bürgschaft dafür leistet, daß Fräulein von Prillow fich immer pünktlich dem Gerichte stellen wird, haben wir die Haftentlassung der Angeschuldigten beschlossen." Nach Erledigung der nöthigen Formalitäten setzte ich selbst das arme Mädchen in den Wagen, gab dem Kutscher die Adresse in der Großbeerenstraße an und fuhr dann sofort, da mich die Sache lebhaft zu interessiren begann, zu Berndt, um diesem den Erfolg meiner Bemühungen mitzutheilen und mit ihm die weiteren nothwendigen Schritte zu besprechen.. Der Eeschäftshcrr war bei meinem Eintreffen in dem Magazin nicht anwesend, wurde aber baldigst zurück erwartet. Ich benutzte die Muße, um mir von einem älteren Angestellten die Situation beschreiben und an Ort und Stelle darleaen zu lassen, in welcher die Beschuldigte deö Diebstahls überführt fein follte. Ich fand, wie mir Berndt beschrieben, die Verkaufsstelle der Handschuhwaaren dicht neben sei nem Bureau. Hinler dem mit zahlreichen, ausgelegten Verkaufsgegenständen dicht bedeckten Ladentisch sungirte dieselbe Verkäuferin, welche die PrillowS bedient hatte, und ich konnte mich nicht enthalten, mir von ihr kurz den Vorgang schildern zu lassen, sowie sie ihn beobachtet hatte. DaS war allerdings herzlich wenig. Sie hatte das Verschwinden der Handschuhe, welche nachher bei Fräulein von Prillow gefunden waren, vorher nicht bemerkt und war darauf erst aufmerksam geworden, als Dettmer dieselben aus dem Muff herausholte. ........ (Fortsetzung folgt.) . . 2 . t r N fstn K ft f f XJ (. I uupv. j v v . v (j V r daß eine Urgroßmutter nochmals als Braut vor den Altar tritt, hat sich in Westerseld bei Tondern ereignet, .wo der 73 Jahre alte frühere Rieselmeisier Christensen mit der um ein Jahr älteren Wittwe I. 6hrist!ansen Hoch? zeit feierte. Die jetzige junge Frau" war bereits zweimal verheirathet und hatte in der ersten Ehe schon die'sil berne. Hochzeit gefeiert. V t rhängniß volle Oh rf e i.g e n. Im Verlaufe eines WortWechsels versetzte' der Kohlenhändler Heyder in- Kahla, Thüringen, dem städtischen Forstaufseher - Hahn em tonn sftl A h,rf, Safirs, trn hnh fri?T,r uiV,vtu vnvv nynij VV4 Q VHV. vom Stuhle fiel und blutete. Der Verletzte wurde nach seiner Wohnung gebracht und ist dort nach einigen Srunden verschieden Y -
