Indiana Tribüne, Volume 29, Number 185, Indianapolis, Marion County, 30 March 1906 — Page 5
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Aavkllktte von Mary Misch. Prächtige, vollerblühte Rosen ström, ten ihren Duft in das offene Balkonzimmer. Ein sanftes Lüftchen blähte die roeißen Tüllvorhänge auf. Liese, die Windhündin, gähnte und schnappte nach Fliegen. Frieden, Nnhe, wunderbare Stille herrschte. Man kor.nte vor Langeweile einen achtundvierzigstündigen Schlaf thun. Vom Garten her, über die Terrasse, kam ein großer, schneeweißer Kater in'S Zimmer geschlichen. Liese und er wechselten einen Blick, Beide nickten verständnißinnig, worauf der Kater wieder davonglitt. Cö war ihm zu langweilig da. Eine Schwalbe schwirrte durch die Luft, setzte sich ein Augenblickchen auf das Fensterbrett, drehte das Köpfchen nach links, drehte cö nach rechts und hui! wieder davon. Sie hatte keine Zeit zu sclchem Nichtsthun. Luzie Wittich hatte dafür um so mehr Zeit. Sie lag im Schaukelstuhl, träumte und schaute ab und zu auf den Rheinstrom hinaus, der unweit der Villa zwischen burggelrönten Reben Hügeln dahinfloß. Sie ruhte und träumte. Was sollte sie Anderes thun? Der Haushalt ging wie am Schnürchen, dafür war die bewährte Haushälterin da. Handarbeiten machte ihre Schwe ster, so viel man nur wollte. Musi ziren mochte Luzie nur Abends, wenn ihr Mann zu Hause war. Sie lag also in ihrem Schaukelstuhl, freute sich an dem schönen Landschaftsbilde, über ihre Häuslichkeit, über ihren Mann und begnügte sich im Uebrigen damit, sich glücklich zu fühlen. Jda, ihre Schwester, behauptete, so faul wie Luzie verstehe Niemand zu sein. Das war aber nur Neid, denn Jda selbst war die verkörperte Unruhe. Heute war sie nach Koblenz gefahren, und deshalb mußte Luzie mit ihrem Gatten allein speisen. Sie freute sich eigentlich darauf. Nicht, als ob sie Jda nicht von Herzen lieb gehabt hätte im Gegentheil! Aber seit einiger Zeit war Jda so sonderbär geworden. Sie war nicht mehr das heitere, unbefangene Mädchen wie früher. Sie hatte jetzt etwas Eigenthümliches in ihrem Wesen, etwas Schwermüthig-SentimentaleS, ja, fast Theatralisches. Ihre Grazie hatte sich in eine feierliche Würde verwandelt, die bei dem siebzehnjährigen Kinde entschieden komisch wirkte. Und ihr Benehmen Wittich gegen über war nun völlig unbegreiflich. Früher, noch vor ein paar Monaten, hatten die Beiden auf dem lustigsten Neckfun gestanden. Und letzt sprach sie mit ihm,, wenn sie ihn überhaupt anredete, nur in getragenen, schwermuthsvollen Tönen, das Gesichtchen in Längsfatten gezogen, wie eine trauernde Niobe. WaS mockte sie nur haben? Luzie war immer die Vertraute ihrer Schwester gewesen, aber diesmal wies Jda sie förmlich mit Entsetzen zu rück. Mit Wittich konnte man sich auch nicht darüber aussprechen. Der Fall war ihm jetzt, mitten in einer verwickelten Schwurgerichtssache, nicht wichtig genug. Er fand, Jda müsse noch ein paar Jahre in die Pension zurückgeschickt werden, da sie noch voll ständig kindisch und überspannt sei. Kurz, Jda begann ein bischen unbequem zu werden, und Luzie hatte ihren hub schen Türkisenring darum gegeben, zu wissen, was das junge Mädchen so ver ändert habe. Zwei Monate früher war es, als der Rechtsanwalt Wittich eines Abends sehr vergnügt heimkam. Er war ln Heller ster Laune, denn er hatte nicht' nur einen unangenehmen Prozeß glänzend gewonnen, sondern auch mit einem abreisenden Kollegen einen lange dauernden Abschiedstrunk einnehmen müssen. Wittich war im Allgemeinen ein ernsthafter Mann, aber an diesem Abend sah er mit seinem hochgerötheten Gesicht, den etwas zerzausten Haaren und den blitzenden Augen recht unter nehmend aus. Als er vor seinem Hause ankam, riß er an der Hausglocke wie ein Gläubiger und, nachdem ihm ge öffnet war, stürmte er wie ein Schul junge die Treppe hinauf und in'S Wohnzimmer. ES dämmerte schon stark; und als sich Jda, welche sich allein im Zimmer besand, erhob und ihm entgegenging, alaubte er, es sei seine Frau, nahm sie fest in seine Arme und küßte sie mehrmals feurig aus den Mund. Wenn man von einem hellerleuchte ten Flur in ein dämmeriges Zimmer kommt, sieht man naturlich schlechter, als der, welcher sich in dem dunklen r mm m C J naum lajon längere Zeil cqincei. ' Daran dachte Jda aber leider nicht. als sie später, nachdem sie sich von ihrem Entsetzen so weit erholt hatte, daß sie wieder denken konnte, ihren Schwager als wahnsinnig oder mcra lisch vollständig verloren bezeichnete. Wittich ließ Jda gerade in dem Moment aus seinen Armen, als Luzie, seine Frau, mit einer brennenden Lampe hereinkam. Er. selbst war so grenzenlos verblüfft über seinen Irrthum, daß er nicht wußte, was er sagen sollte. Und da er versäumt hatte, gleich darüber zu lachen und eine Ausklärung zu geben, erschien es ihm mit jeder Minute schwieriger, die) zu thun; und so verging die Zeit, biS cS ihm vorkam,
es möchte verfänglich klingen, wenn er
jetzt davon anfinge.' So sannen er denn. ijin uebrigen kam ilnn die Geschichte auch in der That nicht so wichtig vor, um noch länger daran zu denken. iica aber dachte daran. Xit ZUme 'bn& (KAtoctAMÄ brannten wi Xentr maie aus iyren Kippen. Wie oft hatte sie in ihren, mädchenhaften Träumereien sich den ersten Kuß" vorgestellt, aber nie hatte sie gedacht, daß es etwas so GraLllcheS sein könne. Allred, ihr Schwager! Welche Tragödie! Und sie die Heldin! Das Gebeimnin mußte für ewig in ihrem inneren begraben bleiben. Kein Muskel ihres Gesichtes dürste verrathen, daß sie nicht mehr die arglose Jda war, daß ein Mann sie geküßt kabe. Nie durfte Jemand erfahren. daß ihr Schwager sie liebte, ja, sich so weit vergessen hatte, eö ihr ,n dieser stürmischen Weise zu zeigen. Das Geheimniß würde freilich ihr Leben veraiften. aber sie würde es still und ergeben tragen. Um LuzienS willen! So kam es. daß Jda ihrer Schwester dnrch ihr seltsam feierliches Wesen aufsiel, das ne nun rncn zwei Monale mit großer Selbstzufriedenheit zur Schau trug. Die Sonne verschwand hinter den Bergen, ein kalter Luftzug drang durch die offenen Fenster und scheuchte Luzie aus ihrem chaukelstuhl aus. Kaum fand sie noch Zeit, sich zum Essen umzuziehen, als ihr Gatte nach Hause kam. Er brachte einen jungen Kollegen mit, Arthur Jreese, der sehr enttäuscht aussah, als er hörte, daß Jda ausgegangen sei. Es war ein hubsmer junger Mann von siebenundzwanzig Jahren, der mehr praktisch als romantisch angelegt war und vielleicht gerade deshalb, da sich die Gegensätze berühren, an dem sentimentalen, etwas überspannten Wesen Jdas Geschmack fand. Er hatte sie kurz nach dem gro ßen Abenteuer Mit ihrem Schwager kennen gelernt und seitdem fast täglich Gelegenheit gefunden, Wittich beim Nachhausegehen abzufangen und der leisesten Aufforderung, mitzukommen. Folge zu leisten. Ueber den Eindruck, den er auf Jda machte, war er vorläufig allerdingö noch etwas im Unklaren. Sie pflegte ihn sehr häufig durch ihre tiefen Seufzer in Erstaunen zu setzen, und so war eö Freese nicht zu verdenken, daß er schließlich annahm, diese melancho lischen Töne könnten am Ende seiner stattlichen Persönlichkeit gelten. Freese war ein Mann der That, und nach einem guten Abendessen war er am unternehmensten. So bat er denn heute um die Erlaulmiß, Jda nach der Dampferstation entgegengehen zu dürfen; er hatte sich vorgenommen, heute die Sache glatt zu machen. Wittich lachte, als er fort war. Er stellte sich im Geiste die Werbung vor und fürchtete für den armen Arthur. Im Uebrigen wäre er froh gewesen, licnlidj froh, wenn etwas daraus geracrien wäre. Jda beunruhigte ihnj mit ihrem seltsamen Gebühren; und dorli t'ußte er nicht, tose er wieder AlUia Ordnung bringen solle. Halb ahnte er, da') er selbst die Schuld trage; und doch konnte er sich auch unsäglich blamiren, wenn er davon anfing, und sie ihn dann einfach auslachte. Ge radezu eine Last wäre ihm vom Herzen genommen worden, wenn Jda aus dem Hause gekommen wäre. Mit ihren vorwurfsvollen, vielsagenden Augen, ihren Seufzern ärgerte sie ihn wirklich auf's Höchste. Freese kam gerade am Landungsplatze der Dampfer an, als das Schiff von Koblenz anlegte. Jda frente sich, ihn zu sehen. Es war sebr nett bei ihrer Freundin gewesen, und sie hatte sich ausgezeichnet amüsirt. Sie lachte und scherzte so lebhaft, daß der junge Mann förmlich sprachlos vor Ueberraschung wurde. Jda war heute eine ganz Andere als sonst. Er betrachtete sie mit so leidenschaftlich:n Blicken, daß Jda es endlich bemerkte und verlegen wurde. Der Mond stand voll , am Himmel, und sein Licht ließ den Weg wie einen Silberstreifen erscheinen. Nachtigallengesang tönte aus den Gebüschen seitwärts, Blüthenduft durchdrang die Luft. Arthur Freese bemerkte dies Alles mit großem Vergnügen, obwohl er perfönlich kein Naturschwärmer war. Aber auf Jdas Stimmung mußte dergleichen doch sicher günstig wirken. Er hoffte, sie würde nun baldigst sentimental weiden, und dann konnte er losgehen," wie er in seiner burschikosen Art dachte. Er begann von seiner Mutter zu erzählen, und da das der einzige Punkt war, wo sein juristisches Herz weich wurde, so fand er öne, die Jda rühr ten. Nun wäre eö Mi gewesen, .loözu gehen.- aber er fand, daft.die Sache dcch sehr schwierig ici. Das Herz be gan?i ih n zu klopfen, und seine Stimme zlttttte, als er davon sprach, daß er außer seiner Mutter nur noch ein Wesen kenne, welches er wahr und auf richtig liebe, daß dieses Wesen ein schlankes, blondes Madchen mit großen. jchwännerischen Augen sei, und daß er liebe? den fettesten Prozeß verlieren möchte, als diesen (ngel nicht zur Frau i'd bekommen. Nun war'S heraus, und er alaubte. das Schlimmste überstanden zu habend Zir siehe da, was war das? Jda rl'.cb plötzlich steuen und begann bitter liä js 'täluduen. Aück als reele 51
in seine Arme nahm und die . Sache
durch einen innigen Kuß gut zu machen versuchte, hörte sie nicht auf, sondern fing im Gegentheil eist recht an. Der junge Jurist fühlte sich voll kommen hilflos. Er wär bis jetzt der Meinung gewesen, junge Mädchen weinten nur, wenn man sie sitzenlasse, nicht aber, wenn man sie heirathen wolle. Was ist Ihnen, Jda?" sagte er. Sind Sie jo betrübt, weil Sie gedenken, mir einen Korb zu geben? Thun Sie das nicht, Theuerste ! Ich liebe Sie sehr. Gefalle ich Ihnen vielleicht nicht? Bis jetzt habe ich überall für einen guten Jungen gegolter. Jda, sprechen Sie, wollen Sie mich haben?" Das ist ja ganz Nebensache,- mur melte sie. O. das finde ich nun nicht." meinte Arthur Freese trocken. Mir ist das die Hauptsache.Morgen morqen sollen Sie Ant wort haben. Bitte, bitte, quälen Sie mich jetzt nicht mehr!Was sollte Althur machen? Sie bat so rührend, und die Thränen auf ihren zarten Wangen glitzerten im Ahnden' scheine wie Thautropfen auf einer weißen Rose. Er hatte diesen poetischen Vergleich ganz aus sich heraus, und er kam sich vor wie ein Dichter. Er lies, in solche Gedanken versunken, immer mit dem Wunsch kämpfend, die Thautropfen wegzuküssen, neben der leichtsußigen Jda her, biö sie endlich schweigend, erhitzt und verstört zu Hause ankamen. Arthur empfahl sich nun sofort bei dem Ehepaar Wittich mit einerMiene, die Beiden keinen Zweifel ließ, daß die Sache zum Klappen gekommen sei. Am anderen Morgen, als Wittich sich eben auf's Gericht begeben wollte. überreichte ihm das Hausmädchen einen Brief von Jda.' Er kehrte wieder um, ging in sein Arbeitszimmer zurück und öffnete ihn. Das schreiben lautete: Arthur Jiee e hat gestern Abend um mich angehalten. Ein Weib darf mit keinem Geheimniß im Herzen in die Ehe treten. Tausendmal habe ich es gelesen und gehört. Du begreifst also, was Dir zu thun die Pflicht gebietet. Du mußt morgen Arthur Alles sagen! Er muß wissen, daß meine Lippen nicht mehr rein, daß seine Küsse nicht meine ersten sind. Will er mich trotzdem noch sein Weib nennen, so bin ich die Seine. Jda. P. S. Glaube nicht, mich hintergehen zu können, .ich werde ihn fra-gen.-Wittich lachte, Thränen, als er den Brief gelesen hatte, faltete ihn dann zusammen, schloß ihn als werthvolles Dokument in seinen eisernen Geldschrank und machte sich endlich in der heitersten Stimmung auf den Weg nach seinem Bureau in der Stadt. Gegen Abend kam er wie gewöhnlich zur gemeinschaftlichen Mahlzeit nach Hause. Jda trat ihm im Flur ent gegen. Herr Freese erwartet Dich in Dei nem Zimmer,- sagte sie langsam, Wittich bedeutungsvoll in die Augen schauend. Ich habe ihm gesagt, daß Du ihm etwas Wichtiges, mich Be treffendes mitzutheilen habest, und daß davon Alles abHange. Wie alt bist Du denn eigentlich, Jda?- fragte Wittich ironisch. Siebzehn. Warum?Jrrst Du Dich auch nicht? Ich glaube, Tu bist jünger,- sagte Wittich im Fortgehen und ohne sie weiter eines Blickes zu würdigen. Er ärgerte sich ernstlich, cafe er nun durch JdaS Plau dern gezwungen war, dem Kollegen die alberne ache zu erzählen. Eifersüch tigen Liebhabern ist in solchen Dingen mcht zu trauen, eS konnte leicht sein. daß die an sich so harmlose Sache, bei dieser Gelegenheit erzahlt, falsch aus gefaßt wurde und an Bedeutung ge wann. Im Zimmer des Kollegen wartete Freese in fieberhafter Spannung. Er hatte sich genau überlegt, was er bei dieser im Leben eines Menschen so selten vorkommenden wichtigen Ge legenheit sagen wollte, aber nun hatte er die Halste wieder vergessen. Als Wittich eintrat, stand er auf. begrüßte ihn und begann feierlich: Verehrter Herr Kollege, ich bin ae kommen ich erlaube, mir, eine große Bitte daS heißt eine Frage an Sie zu richten r Ja, ja,- wehrte ihm Wittich mit einer ungeduldigen Handbewegung ab. ich.w:iß fchon. JdaS wegen. Das dumme Mädel das heißt, das thörichte Kind Sie ist ganz närrisch, die Kleine !- ' Arthur Freese erschrak. Erlaube Sie," fiel er ein, soll daö heißen, sie sei närrisch, wei! sie mich will?Unsinn! Aber sie hat Raupen im Kops, der KlNdSkops. Ö, ich muß doch in Fräulein JdaS Namen opponiren," sagte Jreese empfindlich. Sie hat mir zu verstehen gegeben, daß von dem, was Sie mir sagen werden, mein Glück abhänge. Biö jetzi konnte ich aus .Ihren Worte nur entnehmen, van Sie meiner Wer bung abgeneigt sind: Oder wollen Sie im Ernst behaupten, daß das reizende Mädchen nicht völlig zurechnungsfähig sei?" .Nein, nein, warum .nicht gar! Aber sie ist ie hat " Wittich stockte und wandte sich von dem Besuche ab. Wie zum Kuckuck sollte er den Unsinn sagen? War eö nicht thöricht, überhaupt etwas zu sagen? Wie sollte er es erklären? Ich habe einmal meine Sckwäaeriu im
juunrnn aus ZLerscyen gekunt, etwas lebhaft geküßt, und das betrachtet sie nun als eine Entweihung. So ging'ö vielleicht. Aber dieser Freese würde am Ende die Sache ebenfalls ernst nehmen und ihn fragen, warum er den Irrthum nicht gleich aufgeklärt habe. Oder er glaubte ihm nicht, daß es ein Versehen gewesen sei, er bildete sich am Ende ein, wie. die alberne Jda, er, Wittich, sei in seine Schwägerin verliebt. Dann hatte der verwandtschaftliche Verkehr von vornherein einen Stoß erlitten,- denn Freese winde eisersüchtige Einbildungen haben. . Nein, es durste nicht sein, durfte nicht besprochen werden! Schließlich zrfuhr eö noch Luzie, na, und dann war daö Verbrechen fix und fertig. Ein Kuß einer Anderen gegeben o, Wittich war nicht umsonst Jurist und Flauen.
kenner. ir wuLte, was es hieß eine Kette von belastenden Umständen, und dazu weiblicher Argwohn und Wahn. Nein, es wurde nichts aesaat! Ter Werber stand und wartete. Er vagte nichts zu saaen, denn er sah wohl, daß Wittich in tiefe Gedanken versunken war. Endlich würde er ja doch wieder zu sich kommen. Und .dem war auch so. Nachdem Wittich seinen Entschluß gefaßt hatte, wurde er plöelich selzr liebenswürdig. Er eilte aus Jreese zu, druckte ihn aus einen Sessel und setzte sich zu ihm. Verzeihen Sie, theuerster Freund, sagte er lebhaft, ich bin unartig gewesen, ich weiß eö wohl. Aber Sie müssen wissen, daß ich augenblicklich einen schwierigen Fall habe, der mich ganz kopsverdreht macht. Doch nun. liebster-Freund, zu Ihnen. Sie sind gekommen, um Jda zu werben, Sie lieden daö gute Mädchen. Sie sollen sie bekommen, Sie gefallen uns Allen. Wir haben dergleichen geahnt und es bereits besprochen. Ich sage als Vormund und Schwager in meinem Namen und im Namen meiner Frau ja. Mögt Ihr glücklich werden. Jch danke Ihnen herzlich,- rief Freese warm. Aber Jda sprach von einer sie betreffenden Sache, von welcher Alles abginge." ,Ganz recht, ganz recht ! Daö Mädchen ist so vernünftig, sie denkt an Alles. ES handelt sich um die Vermögensfrage.". Freese lachte. Ach so," rief er erfreut, da? ist's? 'Nun, ich denke gar nicht an Geld, ich will nur Jda, nur sie ganz allein !" Wittich machte ein sehr ernstes Geficht. Sehen Sie, Theuerster, das ist der Punkt, von dem Jda gesprochen hat. ES geht nicht, daß Sie Jda allein erhalten. Es ist da ein Vermögen, welcheö Jda von ihrer Großmutter ererbt hat. Wenn Sie.nun eigensinnig sind, muß 'ich zu meinem Bedauern nein sagen. Ohne das Vermögen können Sie.Jda nicht bekommen." ; Aber ich bitte,- rief Freese, ich bitte, das soll natürlich kein Hinderniß fein, im Gegentheil ! Ich danke Ihnen!- -Die beiden Kollegen schüttelten sich die Hände auf daö Lebhafteste. Und nun zu Jda, wenn toie erlauben.sagte Freese. Jawohl, gehen Sie nur- erwiderte Wittich saaen Sie ihr einfach, Sie wüßten Alles. Und machen Sie, wenn möglich, keine Dummheiten. Freese ging, über WittichS räthsel haste Bemerkung nachsinnend, hinüber in daö Besuchszimmer. Dort traf er Jda. Sie hatte ein weißes Kleid an und sah aus wie ein Engel. Als sie ihn erblickte, wurde sie dunkelroth. Jda,- sagte Freese, da!- Weiter fiel ihm nichts ein, und so nahm er Zuflucht zu einer Umarmung. Hat er Ihnen Alles gesagt?- murmelte das iunae Mädchen, ihr Gesicht an seinen neuen schwarzen Besuchsrock drückend. .Ja, Geliebte, er hat mir Alles gesagt!" Und Sie lieben mich dennoch? Wollen mich trotz des Vergangenen heirathen?.Aber Jda, welche Frage!- Der glückliche Bräutigam hätte beinahe erst recht- gesagt und verlor einen Augenblick darüber die Fassung. Werden Sie eö mir nie vorwerfen, Arthur?Vorwerfen? Nein, gewiß nicht !- erwiderte Freese erstaunt. So romüntisch und über das Materielle erhaben hatte er sich die jungen Mädchen dcch j i . f. 4t. m nlcni oorgesleill. nern, gewiu muj, wiederholte er, das ist nun abgethan. Wittich und ick haben eS besprochen, und nun ist es erledigt. Nun kein Wort mehr davon, Liebe, ich bitte Dich. Ach, Jda, ich liebe Dich ja so sehr!" .Ud"ich Dich erst!j& Als sie schon eine lange, lange Zeit verheirathet waren, Frau Freese trug schon einen kleinen Arthur auf dem Arm, kamen sie eines Tage auf ihre Verlobung zu sprechen. ' Sage mir doch, Arthur,- sagte Jda, welche indeß die Bedeutung eines Kusses etwas geringer schätzen gelernt hatte, was hat Dir Wittich eigentlich gesagt, als Du um mich anhieltest?Er feilte mir mit, daß Du ein selbständiges Vermögen von Deiner Großmutter habest. -.Sonst nicbtS?.Nein, sonst nicht. Wie kindisch ' ! ' '...( srs. . warst Du doch damals, oan 'u inrcyX. - L fi. im . C - 7V ? J- V.Ct.f U .!f4 .fl iciei, icn roerce jiaj ucvuiumuji i trnuU- ; .Jaw.M. wie kindisch war ich!sagte Jda. Sie hielt eS jetzt nicht meyr für uolylg, noq meor .mnzu zufügen. , - 1
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