Indiana Tribüne, Volume 29, Number 185, Indianapolis, Marion County, 30 March 1906 — Page 3
Jnbisna Tibütte, 20. März ISO.
Alabama
Wllllslyt des PrSsidcntcn NntuMtzung zu einer internationalen Ausstellung. Aussichten der Tampser-ubsidlenbill.-Sch?cäl!Se KranZheZt auf den Philippinrn 11,000 Einwanderer an einem Tage. Ein Veteran in Temvster, N. H., feiert den 10G. Gebmtstag. Letzte Hoffnung des Advokaten Patrick.
AlabamakommtspSt. Washington. 29. März. Repräsentant SparZman von Alabama stellte heute dem Prüftdenten einen Herrn I. L. Brown von Tampa vor, welcher den Präsidenten davon unter richtete, daß das Volk von Alabama einen unwiderstehlichen Drang fühle, den Beginn der Arbeiten am Panama Kanäle im Jahre 1903 durch eine inter nationale Ausstellung zu stiern. Er ersuchte den Präsidenten sein Interesse und seine Unterstützung dem Projekte zuzuwenden. Der Präsident war von dem Vor schlage nicht sehr begeistert; er sagte er habe nun mit AuSftellunzSangelegenheiten gerade so viel zu thun, wie er aushalten könne. ' SchiffSfubsidien-Bill. Washington, 29. März. Die Dampfer.SubventionS'Bill scheint wenig Aussicht auf Annahme im Hause zu haben. ES verlautet, daß eS ebenso sehr dagegen ist, wie im vorigen tton greß. Der Sprecher selbst lehnte eS ab, sich direkt darüber zu äußern, son dern begnügte sich mit de? Bemerkung, er könne nicht seine Ansicht darüber, ob er für oder gegen eine Maßregel sei, konftatiren, ehe er nicht wisse, waZ die Bill bezwecke. Thatsache ist, daß die Repräsentanten Litllesield von Maine und Greene von Massachusetts ange legentlichft bemüht gewesen sind, den Sprecher zu bewegen, seine starre Oppo sition gegen die vom Senat passirte SubventionZ'Bill zu mildern, daß sie aber keineswegs erfolgreich gewesen sind. Repräsentant LandiZ von Jn diana, einer der Freunde deS Sprechers, äußerte sich heute dahin, daß er nie malS für eine solche Bill gewesen fei und auch jetzt seine Ansicht nicht geändert habe. Wenn, ich je die Bill als eine sür politische - Zwecke wünschenS werthe Bill begünstigt Hütte, so würde ich trotzdem unter den jetzigen Umftän den dagegen sein. Mir scheint, daß die Bevölkerung deS Landes zur Zeit keineswegs in der Stimmung ist, eine solche Maßregel hingehen zu lassen, wenn in anderer Beziehung so strikt aus Reform Gesetzgebung gedrungen wird. Die Passirung der Bill kann einfach nicht riSkirt werden." Neuer Schrecken auf den Philippinen. Washington, 29.März. Gang, rosa, eine tropische Krankheit, die noch abschreckender als Aussatz ist, hat aus der Insel Guam so um sich gegriffen, daß der stellvertretende Gouverneur, Leut. McNamee, U. S. N.. die Errich. tung eines Hospitales zur Jsolirung dieser Kranken empfohlen hat. Gene ralarzt Rixey hat sich dieser Empfeh. lung angeschlossen und eS wird wahr scheinllch ein neues Hospital sür $5000 neben dem bestehenden für Aussätzige auf der Insel errichtet werden. Leut. McNamee meldet, daß die Krankheit durch Geschwüre langsam den oberen Theil deS Gesichtes zergört. Sie ist für die Kranken und ihre Um gebung schrecklicher wie Aussatz und ansteckend. Bis jetzt sind 400 Fälle konftatirt. Arzte haben schon früher die Krank heit in Südamerika und Westindien ftudirt, aber noch kein Heilmittel gesunden. Mord. MemphiS, Tenn., 29. März. In der Wirthschaft deS Hotels Gaynor zog D. R.. ChalmerS unvermuthet einen Revolver u. streckte S.A.Arnold mit ei nemSchusse nieder, dann feuerte er noch 2 Schüsse auf ihn. BeideiLeuiewaren bei dem Pflanzer I. W. Eldridge. be schäftigt. ChalmerS behauptet, Ar nold habe sein Familienleben ruinirl. 106 Jahre alt. D e m p st e r, N. H.. 29. März. H. Welch, welcher angeblich der älteste Ve teran der Unlonarmee im Bürgerkriege und der älteste Freimaurer Amerika'S ist,, feierte heute seinen 106. Geburttag. Er wurde am 29. März 1800 zu St. Andrews. N. B.7 geboren,- der, brachte aber den größten Theil seines Lebens hier.
11,000 Auswander er. New York, 29. März. Mit 7 Dampfern kamen heute 11,000 AuS Wanderer aus europäischen Häfen an. Die Hälste muß auf den Dampfern bleiben, da sie heute von den EinwänderungSbehörden nicht abgefertigt werden können. I e r o me verlangtSpezial Großgeschworene. N e w Y o r k, 29. März. Distrikts, anmalt Jerome ersuchte StaatSober richte? Dowlkng für Mal Spezial G schworene zu berufen, um die Ver hältnisse derLebenSversicherungS.Gesell.
schaften zu untersuchen, die, durch das Comite der Legislatur enthüllt wurden. Richter Dowlinz verschob seine Ent cheldung bis morgen. P a t r i ck'S l e tz t e H o f f n u n g. New Bork, 29. März. Der wegen Ermordung deS Millionärs Rice zum Tode verurtheilte Advokat Albert T. Patrick hat stets behauptet, Rice fei nicht durch Chloroform gestorben; die Aerzte feien durch Erscheinungen ge äuscht worden, die durch die Einbalsi. mirungSflüsstgkeit in der Leiche hervor gerufen wurden. Der DiftriktSanwalt läßt nun mit 2 Leichen, die aus einem Hospital gam men, Versuche anstellen. DiePulajanen. Washington. 29. März. Ar mee'Offlziere, welche auf der Insel Samar waren, schätzen die Anzahl der Pulajanen, die sich in der Wildniß herumtreiben, auf 2500. Sie sind eine Rasse sür sich, sondern Visayaö, die sich mit der Kultur nicht befreunden wollen. Sie wurden von' den Spa niern zur christlichen Religion bekehrt, sind aber wieder in Barbarei derfallen. Nach Ansicht der Offiziere wird es eine schwierige Aufgabe für Gouverneur Curry sein, die Pulajanen zu unterwerfen; sie vergleichen sie mit den amerikanischen Indianern in den Bad Lands".' Die Frauen der Pulajanen schleichen sich in die Städte und holen Vorräthe und Munition, trotz der Wachsamkeit der amerikanischen Truppen und der eingeborenen Polizisten. Keine Heldenthat. Muökogee, I. T.. 29. März. Eine Posse von HilfZ.BundeSmarschäl len. das auf die 3 Brüder Wickliffe Jagd macht, suchte das Haus eines ge wissen Wassart Ballridge zu überrum peln, der mit den WickliffeS angeblich sympathistrt. Ein kleiner verkrüppel ter Neffe Ballrldge'S lief weg und wurde in Unterleib geschossen. Ballridge lst verhaftet. Der Vorfall hat die Indianer erbittert. Unfall imKap itol. Washlngton,29.März. Frau Mary C. Wallace von Denver wurde schwer verletzt, als sie den Fahrstuhl im SenatSflügel des Kapitols verlassen wollte, während derselbe noch in Bewegung war und starb im Hospitale kurz vor 6 Uhr. Wahrscheinlich wird morgen eine CoronerSuniersuchung ftattsin den. Mord und Selbstmord. New I ork. 29. März. David Burhanö, seit 17 Jahren Kutscher bei dem Bankier Cornelius N. Bliß, schoß zweimal seinen Gehilfnr ThoS. Hagerty und beging dann Selbstmord. Hagerty wurde, nach dem Bellevue-Ho-spital gebracht, wo er starb. Augenzeuge der Blutthat war der 19.jährkge Sohn von BurhanS, doch war derselbe so erschreckt, daß er nicht handeln konnte. Die beiden Todten waren gute Freunde gewesen und man kennt keinen Grund für BurhanS That. Prof. KÄhnemann aus Bonn. Cambridge, Mass., 29. März. Prof. Eugen Kühnemann von der Bonner Universität wird im Winter 19061907 nach der Vereinbarung mit der deutschen Negierung Vorlesun
gen an der Harvard-Unidersität halten.
Aus der Jagd
Nach den Mördern ans Minneapolis. D u l u t h, Minn.. 29. März. Die Polizei glaubt, daß die Ausländer, welche am Montag in Minneapolis das Haus verließen, in dem 6 Bulgaren ermordet gefunden .wurden, -in einer Grube von St. Louis Co. arbeiten. Die Gesellschaft von 8 Personen, die am Montag Abend hierher kam, reifte am nächsten' Morgen nach Hibbing, Minn., weiter. Auffallend war, daß fte 1. Klasse fuhren. Eine andere Partie von etwa zwölf Personen, vermuthlich Griechen, reifte am Mittwoch nach der Eisengezend bei Vermillion. Die Polizei wird Nachforschungen nach diesen Gesellschaften anstellen. Duluth, Minn., 29. März. 6 Ausländer, welche nach Vermuthung der Polizei das MordhauS in Minnea. poliS bewohnten, wurden hier verhaf tet. Einer derselben, welcher Englisch spricht, sagt, die Gesellschaft habe das beschriebene HauS in Minneapolls am Montage verlassen. Zu dieser Zeit seien nur 6 Mann in demselben gewesen, die alle lebten und munter waren. Er habe nur 2 der Leute gekannt. Der Mann, dessen Neme Siknloff ist, gibt zu daß er das Haus miethete, aber er bleibt dabei, daß Alles in guter Ordnung war. als er mit seiner Ge sellschast abreiste. Später wurden noch 5 Leute auf Verdacht hin verhaftet. Duluth, 29. März. Die Psli zei brachte in Erfahrung, daß in letzter Woche Ausländer 6 Jagdmesser in einem hiesigen Geschäfte kauften. Ein Angestellter desselben geht nach Minnea poliS um zu sehen, ob diese Messer mit den im Mordhause gefundenen iden tisch sind. Ueberschwemmung. DeS Mo in es. Ja., 29. März' Das Hochwasser im Cedar River, wel cheS zu Waterloo und Cedar Falls Schaden anrichtete, fiel letzte Nacht drei Fuß. Cheyenne, Wyo., 29. März. Das warme Wetter auf den starken Schneefall hat in allen Theilen des Staates große Überschwemmungen der ursacht. Viele Brücken wurden zer stört. MeVicar. Mord fall. ' SanFranciöco, 29. März. Der Examkner- meldet: .ES ist die Ent decknng gemacht worden, daß Frau Emma Ledoux in einer hiesigen Apo theke am 14. März ein Fläschchen mit 2 Unzen Blausäure lauste und daß ein Clerk eine Photographie der Frau Le doux als diejenige der Käuferin er kannte." Nach Angabe der Frau sollte daL Gift zum Entwickeln von Photogra phien benutzt werden. In den Sachen Frau Ledoux' wurde einiges von dem Gift gefunden, als sie unter dem Verdachte verhaftet wurde. ihren geschiedenen Gatten McVicar er mordet und in einen Koffer gepackt zu haben. RussischeRevolutionüre. N e v Y o r k. 29,März. Im Grand Central Palace sammelte sich heute Abend die russische revolutionäre Partei", um den Nickolauö TehaykowSky zu hören, der kürzlich ankam. Einer der Redner sagte TehaykowSky sei gekommen um Waffen zu kaufen. Mark Twain drückte der Versamm lung brieflich seine Sympathie für die russische Revolution aus und wünschte derselben den besten Erfolg. Bruderzwist. Fremont, O.. 29. März. Phi lip Kalb verwundete heute mit einem Taschenmesser seinen Bruder John und dessen Frau; dann versuchte er sich mit einer Scheere die. Kehle zu durch schneiden. Die beiden Brüder hatten sich über die Theilung von Eigenthum gezankt, da? ihnen ihre Mutter hinterlassen hatte. Mondscheinler gestört. R ich mono, 29. Mürz. HllsS Kollector Short ist von einer 10.tägi. gen Jagd aus heimliche Schnappbren ner zurückgekehrt. ES wurden 3 Bren nereien entdeckt und zerstört. Politische Verhaftungen. Moskau, 29. März. Hier wur den täglich .100-200 Personen auS politischen ckründen verhaftet. ,
Grudenunsa.
Zwei Leute todt, vier verletzt. I r o n w o o d'. Mich.. 29. Müez. Als heute eine Last von dem Boden der Ottosan Grube in die Höhe gezogen werden sollte, stürzte dieselbe herab und tödtete zwei Arbeiter; vier sind der letzt. Die Bergleute verlangten.lZdaß die Arbeit eingestellt werde bis die Leichen geborgen seien, aber der Superinten dent verweigerte dieS.Z.Eine Zeitlang schien eS zu Gewaltthätigkeiten kommen zu wollen und Viele flohen. - Hierdurch trat doch eine Pause von einerZStunde ein. Die Leichen der Verunglückten liegen in 20 Fuß Wasser auf demt Grunde des Schachtes. 59. Kongreß. Senat. Washington, 29. Mürz. Ueber die EisenbahnRatenbill sprachen heute Clay Carmacki und NewlandS. Alle Senatoren, welche über die Bill sprachen, deuteten an, daß sieZgeneigt seien, dieselbe zu unterstützen. Clay drückte die Hoffnung aus, daß sie so amendirt werde, um den Gerichten eine prompte Revision der Entscheidun gen der zwischenstaatlichen Handels kommission zu gestatten. Der Senat nahm eine Bill an, welche die Ernennung von Aerztengmit Osfi zierörang an Stelle der Kontraktärzte gestattet. Haus. Das Haus machte heute minder Be rathung der Verwllligungen für die Regierung? Maschinerie gute Fort schritte. Für Geheimagenten des Departe mentS des Inneren bewilligte das Haus $10,000 mehr wie in der Bill verlangt wurde, um das Departement in Stand zu setzen, die Landbetrügereien gründ chZ untersuchen zu lassen. Italien. Das I n v a f i o n SG e f p e n st. Rom, 29. März. Nicht geringes Aufsehen verursacht die Mittheilung eineS deutschen BlatteS, daß eine deut sche Misston mit Zustimmung der Re gierung nach Tripolis entsandt werden solle. Hiesige Zeitungen weisen auf die ernste Bedeutung dieser Nachricht hin und betonen im Zusammenhange da mit, daß eS sich möglicher Weise um einen Versuch von deutscher Seite, nach Tripolis vorzudringen, handle. Schweiz. Zum Tode verurtheilt. S t. G a l l e n, 29. März. Das Kan tonSgericht hat den Kaminfegergesellen Hosftetter und die Wittwe Schubinger, die gemeinsam den Ehemann der Letz, teren im Schlafe überfallen und er schlagen hatten, zum Tode verurtheilt. Die Frau hatte ein Liebeöverhältniß mit dem Gesellen, den sie zu der That überredete. Söiffsnachriöten. New Jork: . Cretic- von Genua und Neapel; BrooHyn" von Genua; .Oscar II." nach Christians, Copenhagen zc.z La Savoie" nach Havre; Großer Kurfürst" nach Bremen über Plymouth und Cherbourg; Wefternland" nach Antwerpen. Boston: Saxonia- von Liverpool und QueenStown; Numidlan von Liverpool und Glasgow über - Hallfax. Hongkong: Athenian".von Vancou ver über Z)okohoma. Glasgow: Ontarian- von Portland. Ponta Del Gada: Canoplc- nach Boston. QueenStown: Merion" nach Phila. delphia; Baltkc nach New York. Genua: Jndiana" von New York. Neapel: Arabic" von New Bork. . Antwerpen: Kroonland" von New York über Dover. LiSerpool: Majestic- von New York . über QueenStown; Canada" nach Hallfax und St. John, N. B. über Movllle.. L in t o n, 29. März. In der Clover Leaf.Grube. sieben Meilen West lich von hier belegen, wurde heute Morgen gegen 3 Uhr Jeuer entdeckt. Die städtische Feuerwehr wurde zur Hülfelelftung entsandt. Die Kohlen gräber konnten rechtzeitig gewarnt wer den und eS wird angenommen, daß alle unverletzt die QiüU verlassen konnten.
vlfksser WaSeS". ReichÄändrsche Blätter bringen einen anti-deuische.n Fastnächtsscherz-, den Elsässer Wackes" (d. h. emgeborene Rüpel), in diesem Falle elsaßlothringische Studenten, während des diesjährigen Karnevals in Straßburg verübten. Ueber die bezüglichen Vorgänge in .der Taverne Alsacienne"
gibt folgende Zuschrift eines der Vetrossenen, des cano. zur. K. Blsunger, in die Straßburger Post'' Auskunft: Ich betrat am Dienstag Abend in Vealzitun einer Dame und meines Bruders die Taverne". Während mein Bruder am Einzange sich links wandte, um sofort wieder hinauszufliegen wie ich nachher erfuhr , wollte ich durch die Thür rechts einireten. Als ich dieselbe öffneüe. bot sich mir folgender Anblick: Kopf an Kopf sahen mir mindestens 40 erhitzte Gesichter gespannt entgegen; direkt - vor der Thür standen ein ganzes Dutzend, die in dichtrm Gedränge 'den Eingang belagerten; hinter diesen stand man auf den Stühlen, weiier hinten auf den Tischen, und über diesem ganzen Amphitheater wehte hinten die blau-weiß-rolhe Trikolore und ein Hornist schmetterte unaufhörlich französische Signale. Sofort beim Eintreten fragte man mich, ob ich Elsässer sei. Arglos antwortete ich: Nein, mein Herr!" Sogleich bekam ich einen Hieb auf den Kopf, und Zwei oder Drei packten mich am Kragen und warfen mich hinaus. Ich bat sie nun, mir wenigstens zu erlauben, die Dame zurückzurufen, die hindurchgelassen worden war. Unter den unfähigsten Beschimpfungen brüllte Alles im Chorus: Nix, nüs mit'm, nüs mit dem Söijschwob!" So stanÄ ich denn draußen, mit zerrissenem Kragen und zerfetzier Krawatte, rathlos, wie ich der Dame aus ihrer heiklen Situation heraushelfen könnte. Auf der Straße stand eine Menge Zuschauer und ein Herr machte allen Ernstes den Vorschlags die Pompiers mit der Motorspritze möchten hier Ordnung schaffen nach französischem Muster, sonst gäbe es doch kerne Ruhe. Endlich versuchte ich von der Seite die Wirthschaft zu betreten, was mir'auch anstandslos gelang. Die betreffende Dame sah ich sofort, wie sie im hinteren Theile des Lokales von einigen dieser Herren in unnobelster, zudringlichster Art belästigt wurde, drang bis dorthin durch uno sagte: Hier bin ich, kommen Sie, Fräulein." Da Minie Einer in drohendem Tom: Höre Se. tedde Se numme net Hochdytsch böhinna, sonst ..." ich will seine Drohung hier nicht roieidergeben. Ich war froh, als ich mit heiler Haut entronnen war. Ich sah noch, wie als französische Offiziere und Turkos Kostümirte einen als Napoleon I. maskirten kleinen Jungen mit Triumpgeschrei herumschleppten. Wenn 'der Wirth behauptet, daß er von dem abscheulichen Treiben,, das mindestens eine halbe Stunde, jedenfalls aber viel länger, fortgesetzt wurde, nichts gesehen habe, so ist dies mehr als naiv. Wollte' man die Anzahl der GemaßregeKen-ermitteln, so ließe sich jedenfalls ausrechnen, wie lange er müßig zugesehen. Ich betrachte diese Vorgänge in der Taverne", die einen tiefen Blick in die wahre Volksseele der Steckelburjer erlaubt, überhaupt als den Gipfelpunkt einer ganz gefährlichen Stimmung, die sich infolge des Herumirrenz französischer Militärmasken in fast allen Lokalen der Stadt uemerklich machte. Ich war in deren 15, und überall sah ich lächelnd dasselbe, bis mir der Schluß- und Knalleffett in der Taverne- den Appetit auf Weiteres benahm und mir den bitteren Ernst dieser Verhältnisse handgreiflich zu Gemüthe führte. Auch waren es keine MaÄen und nicht bloß zwei, sondern Dutzende, und verschiedene Stammgäste der Taverne", die den Rummel inszenirten." Nach weiteren Berichten ist die Rasschmeißerei" aus der Taverne" an zwei Tagen hintereinander geradezu systemaitisch betrieben worden; am Eingang in dieses Lokal hing eine Tafel mit der Inschrift: Caisse. Eintritt für Elsässer graitis. D'Schwowe kreje ans drufs!" (Schwowe", d. h. Schwaben, werden im Reichslande die Altdeutschen genannt.) Die einheimische Presse, auch diejenige demokratischer Richtung, ist eimnüthig in der Verurtheilung eines solchen l'ächerlichen politischen Rowdhthums und frecher Anmaßung einer Handvoll Chaudies". J'nSancoinssiürztewährend der Messe der Ktrchthurm , ein. Eine große Anzahl Andächtiger wurde unter den Trümmern verschüttet. Den letzten Nachrichten zufolge wurden bisher 27 Todte und Verwundete unter den Trümmern hervorgezogen. Im Kell er seines brennenden Hauses erstickte der Steinbrecher Höhnel in Wünschendorf bei Pirna. Der dem Trunke ergebene 38jährige Mensch, der von seiner Familie, die er wiederholt mit dem Tode bedroht hatte, getrennt lebte, hat wahrscheinlich m einem Anfalle' von Geistesstorung sein Haus selbst angezündet, ist vor den Flammen in den Keller geflüchtet und hier elendiglich umgekommen, da ihm durch die hinter ihm"zugeschlagene Fallthür deS Ke?er5 der Rückweg versperrt war. .
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