Indiana Tribüne, Volume 29, Number 184, Indianapolis, Marion County, 29 March 1906 — Page 5
Jndiana Tribüne, 29 .Marz ismig
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Des 3iQtfcrs 3lalsjflc0cr. Eine Cpisadc aus der chinesischen Ge-schichte.)
von TU. Pichlwznn. (Schluß.) 1 3. Wenn die Hinrichtung Ke-schcns nicht sofort stattfand, so verdankte er dies vor Allem seinem ehemaligen freunde Cli-puh. Dieser war bis zum Tage seines Sturzes ebenfalls im Gefängniß gewesen. Cli-puh war früher Eourerneur in Kanton gewesen, und während seiner Statthalterschaft hatte er sich mit den Engländern sehr gut vertragen. Cr kannte die englischen Verhältnisse genau und bildete eine Ausnahme unter den Mandarinen: er war nämlich ehrlich und bescheiden. Seit länger als einem Jahre war dieser Mann in schwere Ungnade gefallen, und zwar deshalb, weil er einen falschen ÄZegräbnißplatz für den Kaiser ausgesucht hatte. Die Kaiser in China lassen nämlich schon zu ihren Lebzeiten den Platz aussuchen, wo ihre Leiche begraben und ein Mausoleum für sie errichtet werden soll. Dies Aussuchen des Begräbnißplatzes ist in China eine besondere Kunst, in der es hervorragende Leute vom Range der europäischen Professoren gibt. Mit einem dieser Professoren zusammen hatte nun der Kaiser Cli-vuh auf die Suche in China herumgeschickt, um einen geeigneten Platz für sein Mausoleum zu finden. . Mit unendlicher Mühe gelang es endlich Cli-puh, einen Platz zu finden, der ihm geeignet erschien. Der ihm mitgegebene Professor stellte seinerseits fest, daß nach allen astrologischen, astronomischen, reli giösen und cereluoniellen Rücksichten der Platz außercrdentlich geeignet sei, und auch der Kaiser belobte Cli-puh wegen seines Eifers, als dieser zurückkehrte und ihm Meldung absiattcte. Als man aber an der ausgewählten Stelle zu graben begann, zeigte sich Grundwasscr, welches den Ort als Vcgräbnißstätte ganz und gar unmöglich machte. Der Zorn des Kaisers ergoß sich über den unglücklichen Cli-puh. Cr wurde aller Aemte? und seines Vermögens beraubt und in den Kerker gewerfen. Jett erinnerte sich der'Kaiser seiner. Cr ließ ihn aus dem Kerker holen, um mit ihm über die englischen Barbaren zu berathen. -Cli-puh machte kein Hehl daraus, die Engländer seien nicht leicht zu besiegen, und es würde großer Anstrengungen bedürfen, um sie zu vernichten. Wenn auch die Flotte, wie ja die vorhandenen Beweisstücke angeblich zeigten, vernichtet wäre, so fei vorauszusehen, daß die Barbaren eine neue fchicken würden, weil sie sehr viele Schiffe besäßen. Cli-puh) Worte fanden schon wenige Tage später eine drastische Bestätigung. Die natürlich niemals vernichtete englische Jlotte lief plöl-lich in den Aang-tse-kiang ein und fuhr durch seine Krümmungen bls zu der tadt Wuh seng. Nicht weniger als zwölf Millio nen Unzen Silber hatte der Kaiser . ausgegeben, um diese Stadt gegen die Engländer zu befestigen. Nicht eine Millicn war aber thatsächlich für die Aescp.lgung ausgegeben worden, die anderen elf Millionen hatten die Man darincn unterschlagen. DieBefestigun gen waren erbärmlich, die Schanzen mit uralten Kanonen besetzt, und nach einstündigem Bombardement der Eng länder die Stadt genommen. Boten auf Boten trafen in Peking ein, die dem Kaiser das große Unglück meldeten und ihn zur Flucht mahnten, denn die Cnglander konnten, wenn sie ihre Trup pen ausschifften, bald in Peking sein. Ject erst sah der bethörte Kaiser ein, wie er von seinen Mandarine retrcgen worden war. Cr war auer sich darüber, dag die großen Geldaus lagen zur Befestigung Wuh-songs nichts genügt hatten, und verurtheilte :n seinem Zorn alle Generäle, tatt Halter und Mandarinen, die am Kriege gegen die Engländer betheiligt waren. zum Tode und konfiszirte ihr Bermögen. Das half ihm aber Alles Nichts er mußte vorläufig die Flucht ergreifen. Ein Unglück aber kommt nicht allein. Beim Einpacken . des kaiserlichen Schatzes gingen merkwürdiger Weise neun Millionen Unzen Silber ver loren, die sich nie wiedergefunden haben. Dieser Verlust sowie eine gleichzeitig eintretende Sonnensinster niß brachen den Muth des Kaisers voll ständig. Der zum Tode verurtheilte Minister Ke-schen wurde wieder aus dem Geiängnln hervorgeholt und zu sammen mit Eli-puh nach der Küste ge. schickt, um mit den Engländern über einen Frieden zu verhandeln. Der Kaiser, der in das Innere des Landes geslohen war und sich auf einem Schloß zehn Tagereisen von Peking aufhielt, bekam schon nach kurzer Zeit von Cli-puh und Keschen die über einstimmende Nachricht, daß eS ihnen gelungen sei, mit den Engländern vorläusig einen Waffenstillstand abzu' schließen. Der Kaiser möge ungefährdet nach Peking zurückkehren. Unter allen Umständen aber müsse man zu einem Frieden kommen und anf die Bedingun gen der Engländer eingehen, die neue, weitere Handelsfreiheiten, ReligionS frelheit für die Anhänger des Christen ihums und andere Dinge mehr verlang ten. Unterdessen hatte der Kaiser die Abrechnungen der Mandarinen erhalten.
düS denen zu ersehen war, daß er noch einhundertsechzig Millionen Unzen
Silbers für Kriegsüstungen , zurückzuzahlen hatte, die vort den Man darinen verausgabt waren. Trotzdem jetzt cic Kaiserin-Mutter, etc sich außerordentlich kriegslustig zeigte, von ihrem ohne verlangte, daß unker allen Umständen die Barbaren vernichtet werden müßten, sandte der Kaiser an Ke-schen und Eli-puh den Befehl, unter allen Umständen Frieden zu schließen. Der Großadmiral Lung-wan, der zum Tode verurtheilt worden war, weil seine prahlerischen Pläne sich als lächerlich erwiesen hatten, nahm sich das Leben, schickte aber vorher einen Brief an den Kaiser, in dem e? ihn auf das Dringendste bat, nicht Frieden mit den Engländern zu schließen. Einen gleichen Brief hatte der sterbende Großadmiral an die Kaiserin-Mutter aerichtet, und diese bestürmte ihren Sohn' auf's Neue, dem Wunsche des Todten, der sich selbst zum Opfer gebracht habe, nachzugeben. Die KalseriwMutter lim einen außerordentlichen Einfluß auf ihren Sohn. War sie doch für ihn die einzige Rcspeltsperson, die cS auf der Welt gab. Aber Kaiser Tau-kuang hatte wohl zum ersten Mal eingesehen, in welch' unerhörter Weise man ihn so lange betrogen hatte; er begriff zu gleich, daß er sich in einer sehr großen Täuschung über die Macht der Engländer befunden habe. Nun hörte er auch noch von revolutionären Erhebungen im ganzen Lande, weil daS Volk es nicht begriff, daß die Engländer wirklich die chinesischen Truppen geschlagen haben sollten; er hörte von Unzufriedenheit mit seiner Regierung und begriff ferner, daß sein mühsam zusammengescharrter Schatz binnen wenigen Monaten vollständig aufgebraucht sein werde, wenn er den Krieg weiter fortführen wollte. Er sah die Existenz des Reiches, er sah die Dynastie und den Thron auf's Aeußerste bedroht, und nochmals sandte er strengsten Befehl an Ke-schen und Eli-puh, Frieden zu schließen um jeden Preis; nur sollten sie versuchen, Bedingungen zu erlern gen, die nicht allzu hart für China seien. Im Veräthungöhaus roaren roicderum die Großen des Reiches versammclt. Unter ihnen fehlten nur Kcschen, .Cli-puh und der durch Selbstmord gestorbene Großadmiral Lungwan. Die Großen zitterten, als der Kaiser eintrat und von seinem Thron f es sei aus eine donnernde Rede hielt, in der cr ausführte, wie er in schändlicher Weise belogen und betrogen worden sei. Cr wisse jetzt, frnl Alle, die sich seine Freunde und ergebenen Die ner genannt , Hätten, nichts als Heuchler und Diebe seien. Dann verkündigte er endlich, Kc-schen und Cli-puh hätte gemeldet, daß sie Frieden zu schließen beabsichtigten. Wiederum verlangte der Kaiser die Meinungen der Mandarinen zu hören, und einstimmig sprachen sich sämmtliche Anwesende für die Fortsetzung des Krieges aus. Die Barbaren müßten bestraft, sie müßten vernichtet werden. Der alte Waug ling, den der Kaiser besonders um ci nen Rath fragte, erklärte: Wenn mit den Barbaren Friede geschlössen wird, dann wird das Volt Chinas einsehen,, daß der Aarbaren Macht stärker ist als die des himm li schen Reiches. Das wird die Ge müthcr aller Chinesen mit Schmerz er füllen und ihren Stolz beleidigen. Das wird sie unzufrieden mit ocr Re gierung. ja mit der Person des Monar chen machen. In den Augen jedes Chi nesen ist der Herrscher dieses Landes, der Sohn des Himmels, kein Mensch, sondern ein höheres Wesen. Nun aber soll durch den Frieden dem Volke ze zeigt werden, fca$ es etwas Mächtigeres auf Erden gibt als den Herrsche: Chi nas. Das Volk muß ja dann glauben, lein Kaiser sei nichts als ei gewöhn licher Sterblicher; es werden Unruhen und Rebellion entstehen. Die in den letzten Jahren unterjochten und neu eroberten Provinzen werden sich ans lehnen, nnb vielleicht kommt die Dynastie jo&ir in Gefahr, den Thron zu verlieren. Ich bin ein Mann, der am Rande des Grabes steht; möge mich der Kaiser für die Offenheit, mit der ich gesprochen habe, bestrafen: ich habe aber meine Pflicht gethan!" Diese Rede des alten Wang-ling war die einzige, die Anspruch aus Sinn Lud Verstand machen konnte. Die anderen Mandarinen, die ebenfalls für den Krieg sich erklärten,, brachten in Unkenntniß aller Verhältnisse allerlei thörichte Pläne vor. Der Prinz Niking schlug vor, an die Soldaten Zettel zu vertheilen, auf denen sie zur Tapferkeit aufgefordert würden. Gechehe dies vor einer Schlacht, so sei es elbstverständlich, daß das die chineischen Truppen derart begeisterte, daß sie in kürzester Zeit die englischen Zarvaren voiiitandig vernichten würden. Sitsi-tsen schlug vor, den Muth der Bevölkerung durch Proklamationen zu heben. Es war die Frau eines englischen. Kapitäns gefangen genommen norden, die- Schissbruch an der himmlischen Kütte gelitten hatte. Diese Frau hatte man in. einem Bambuskäfig bis nach Peking gebracht, und Sin-tji-tsen schlug nun vor, sie öffent lich auszustellen und dem Volke mtx zählen, eö sei die Königin von England, die man gefangen habe. Ki-Ying schlug ror; Ke-schen und Eli-puh sofort hinrichten zu la sen, und zwar an Ort und Stelle, wo sie sich befänden.. ES verlohne sich gar nicht, noch Kosten für den Transport der Verrather nach Peking auszugeben.
jcii 3iuitc ijuiie riuiiij u.... Reden mit angehört. Er gewann aus innen die Ueberzeuauna. daß seine Großwüreentrager etniiirnrnig für die Fortsetzung des Krieges seien. Nachdem der letzte der Mandarinen gesprochen hatte, trat eine Pause ein. Tiefe Stille herrschte in dem Gemach. Neugierig waren alle Augen auf den Kaiser gerichtet, der sein Kinn auf die Hand gestüyt hatte und in tiefes Sinnen verloren dasaß. Kaum wagten die Anwesenden zu athmen, weil sie den Sohn deö Himmels nicht stören wollten. Endlich erhob der Kaiser sein Haupt und erklärte: (Historisch). Ich freue mich über Eure Einmüthigkeit, und ich will Euren Rath befolgen. Ke-schen und Eli-puh sollen hingerichtet werden, weil sie Verräther
sind, und der Krieg soll fortgesetzt werden bis zur Vernichtung des englischen Volkes. Ihr wißt aber, daß alle Unsere Heere, die gegen das verhaßte Volk geschickt wurden, geschlagen worden sind, daß die chinesische Flotte zu e;i stiren ausgehört und nicht ein General' sich glücklich erwiesen hat. sondern danAlle abgesetzt und zn schweren Strafen verurtheilt wurden, weil sie feige oder unfähig waren. Ich brauche Euch nicht zu sagen, daß der Staatsschatz erschöpft ist, und daß wir nichts haben, um ihn wieder zu füllen, da die Quellen und Einkünfte durch diesen Krieg in allen Provinzenvertrocknet sind. Roch aber habe ich uch, meine Getreuen, und von Euch erwarte ich Hilfe. - Ais der Kaiser eine Pause machte, antwortete ihm ein stürmisches, lautes Wan-suei-yuci ! ES lebe der Kai-ser!-Diese Kundgebung der erlauchten Versammlung war zwar eigentlich gegen das Eeremoniell. sie bekundete aber eine patriotische Gesinnung. Der Kaiser lächelte. Ncch aber merkte kciner der anwesenden ökäthe die Ironie.' Jetzt fuhr der Kaiser fort: Ihr seid Alle für die Wiederaufnahme des Krieges und besorgt sür die Chre mn ner Person und des Landes. Um jedoch den Krieg zu führen, bedarf ich eines gewaltigen HeercS, so groß, wie es China noch nicht gesehen hat, und einer gewaltigen Flotte. Ihr, Ii-schan, Sin-tsi-tsen und Ki-Ying, Ihr werdet mir binnen acht Tagen ein Her schaffen von einer halben Million Mann, ein vortrefflich bewaffnetes, einexerzirtes, unbesiegbares Heer. Mit diesem Heere werdet Ihr gegen die Feinde marschieren- und werdet sie schlagen. Geschieht dies nicht, so werbet Ihr geköpft. Ihr. W-king'-nnd Wang-ling, schafft mir innerhalb einer Wock? eine Flotte, größer als die der Engländer, gewaltiger als die der Engländer, mit besseren Geschützen versehen, und mit dieser Flotte vernichte! Ihr die englische Flotte innerbalb ach! Tagen. Dafür bürgt ihr mir mit Euren öpfen." Entsetzen bemächtigte sich der in ge feilest er Haltung vor der Estrade stehenden Großmirdenträger. Nicht ein Laut wurde hörbar, als der Kaiser ge endet hatte. Nun.- sagte der Kaiser, keine Antwort? Du, M-schan, bist ein Prinz aus kaiserlichem Hause, hast Tu mir niaitö zu antworten.''" Der Prinz Wschan siel auf die Knie und sagte mit über der Vrust gekreuz ten Firmen : Einzig Erhabener, es isz unmöglich, eine solche Armee in ach! Tagen aufzubringen, noch unmöglicher, mit ihr zu siegen. Weder gibt es so viel Gdd, noch so viel Menschen, noch so viel Wafscn und gute Generäle. Und Du, Fi-king. der Du auch ein Prinz aus kaiserlichem Hause bist, willst Du wir die motle.Maflen.? Auch Ii-king fiel auf die Knie unl erklärte, eö fei unmöglich, eine solche Flotte zu schaffen. Der Kaiser hatte sich von seinem Eeuei erhoben: Und doch wagt Ihr es, mir die Fortsetzung des Krieges zu empreyten, wahrend rzr selbst zuae steht, daß weder eine Flotte, noch ein Heer, noch Geld, noch Generäle vorHanden sind Weiter bejteblen wollt Ihr mich, das Geld, das ich mühsam in meinem Schatze gesammelt habe, . hl i f. - rr n r , lüoui jyr in eure aimen vlingen uns cas- vanv dem Untergang preis geben. Verlaßt mich augenblicklich und dankt es meiner Milde, daß ich Euch nicht uilc auf der Stelle hinrichten lasse." . ; i r r i ,. rnir,a uciiick ver aiier oas iemach. Tief beschämt ginnen die Wär denträger davon. Der alte Wang-ling i . ronnre oie raiseriime ringnade nicht ertragen, er erhängte ich noch am Nach mittag desselben Tages. Niemand wagte mehr von Krieg zu reden. Der Friede mit England kam am 2. August 1842 zu Stande. Eli-puh starb an einem lyiagansaii an oem .age, an welcher in Kanton der Friede unterzeickmet wurde, Ke-schen aber kehrte mit dem griedensvertrag nach Peking zurück. Der Kaiser unterzeichnete ihn sofort und sete Ke-schen wieder in einen großen Theil seiner früheren .tt c . ? . 1 ' Kurven ein. Nicht immer aber sitzt auf dem Throne von Ein ein so einsichtsvoller Monarch, wie es Tau-kuanä iaest. 24. Februar 1850) war, aber immer noch sind die meisten Mandarinen des' chinesischen Reiches Diebe, gewissenj t rr ...c - ri ioje ajuiicu, unwilienoe menschen, die ihr Land seit den vorstehend berichteten Ereignissen noch in die Kriege mit Frankreich und Japan gestürzt hcrden, Feldzüge, in denen China stets Den Kürzeren zog und sich den schwersten Fricdensbedingungen fügen mußte. WaS wird, die nächste Zukunft dem himmlischen Reiche' bringen?
Ukilkrnngm.in China.
Bewaffnung bcr ..Vannerlcute" mit LfU vuqzsrn-Sieuc Uniformen: Die zum unmittelbaren Schuhe des HofeZ von Peking bestimmten Truppen. die sogenannten Bannerleute, waren bisher noch immer nur mit Pfeil und Bogen bewaffnet. Jetzt hat w.an aber innerhalb der Mauern der kaiserlichen Stadt, der neuen Aeit endlich einen Schritt entgegengethan, indem man die Logen durch Luftbüchsen ersetzt hat! Als Grund dafür, daß keine ZZeuerwaffen gewählt wurden, liest man. daßnahe beim. Palaste keine Schüsse fallen dürfen, weil dadurch die Ruhe der kaiserlichen Bewohner gestört würde. Ter wahre Grund, weshalb die Bannerleute keine Feuerwaffen haben solf in 1 . J y . irn'iic icu, ii jcucca nacy einer MttlyettUNg der North China Dailn News" aus Peking folgender: Seit langer Zeit besteht die Sitte, daß der Sohn des Himmels" in eigener Person an dem periodisch wiederkehrenden Preisschießen dieser Truppen theilnimmt. Wollte man nun die Bannerleute mit Flinten versehen, so könnte ja, so fürchtet man am chinesischen Hofe, einmal eine verirrte Kugel den Drachenthron plötzlich seines Inhabers berauben. Eine weitere beabsichtigte Neuerung ist die Einführung von Fahnen. Bisher hatten die chinesischen 'Regimenter und Bataillone keine eigentlichen Fahnen in unserem Sinne, außer dem sogenannten ta-tu" oder ..großen Banner" des kommandirenden Generals eines größeren Truppentheils. Die Feldzeichen der kleineren Abtheilungen haben wenig mehr Bedeutung, als deren Stellungen anzugeben. Jetzt ist die für die Reorganisation des Heeres, eingesetzte Behörde auf den Einfall gekommen, dem Kaiser zu empfehlen. jedem Regiments nach westländischem Muster feierlich Fahnen zu verleihen. Für die neue kaiserliche Armee ist auch eine besondere Uniform eingeführt worden. Weil sie recht kleidsam ist, hat sie auch andern Leuten geMen, sowohl den chinesischen Kriegern aller Art wie Civilpersonen. Man hat deshalb von Peking aus eigeiis einen Erlaß an die Provinzialbehörden schicken müssen, der allen andern Menschen außer den neugebcckenen kaiserlichen Soldaten das Tragen der neuen Uniform bei Strafe verbieiet., Sieg fii? Mayor Dünne. In seinem Kampfe für Municipal Owttership" hat der Mayo? Dünne von Chicago durch eine Entscheidung des Jundes-Obergerichtes in Washington, D. C., einen Sieg errungen. Durch das Urtheil erhält die Stadt Chicago faktisch nahezu vollständige Kontrolle über die dort bestehenden Skraßenbahnen. "Die-Entscheidung bestätigt zwar das von der Jllinoiser Legislatur angenommene Gesetz, wodurch die Freibriefe (Charters) der Straßenbahn-Korpo-ratiönen im allgemeinen auf 99 Jahre verlängert wurden, verwirst jedoch die Behauptung der Ballgesellschaften, daß solche ihrer Kontraktrechte, welche ausdrücklich auf eine kürzere Dauer als die angegebene beschränkt wurden, durch das Gesetz ebenfalls verlängert werden. Die ursprünglich von der Stadt bewilligten Ordinanzen für die Straßenbahngesellschaften innerhalb der Stadtgrenzen (wie sie im Jahre 1865 ezistirten) lauteten auf 99 Jahre. Die Straßenbahngejellschasten haben aber ihre Geleise in gleichem Schritt mit der weiteren Hinausschiebung der Stadtgrenzen verlängert und behaupteten, das auf 99 Jahre lautende Gesetz finde auch auf die verlängerte Linie Anwendung. Das Bundesgericht entscheidet aber, dah das 99 Jahre-Gesetz nur die Char-ter-Existenz der Straßenbahnen, nicht aber die Ordinanzen derselben verlän gert. Durch die Entscheidung werden drei qroße Bahngesellschaften betroffen. Sie sind durck das Urtheil thatsächlich rechtlos geworden, und der Betrieb ihrer Llmen ist nur noch als gedutoet zu vetrachten. Marokkanischer Orden. Der Sultan von Marokko hat beschlössen, einen Orden zu stiften, der für besondere Verdienste um das scherifische Reich verliehen werden soll. In Frankreich sind-in der Regel am ehesten Abnehmer für solche exotische Dekorationen zu finden, darum hat der wackere Sultan, in Ansehung an das rothe Bändchen der Ehrenlegion, ein rothes Band mit dünnem grünem Randstreifen für seinen Orden gewählt. Dieser weise Entschluß wird dem Orden wobl bhU Abnebmer in Frankreich und der Kasse des Sultans wohl ein nettes Sümmchen sichern. Letzteres ist der Hauptzweck der ganzen sroens stiftung. D i e amerikanische PaPier- u n d S o l z b r e i-F a brikation für das Kalenderjahr 1904 weist dem Jahre 1900 gegenüber eine bedeutende Erhöhung auf. Dt Zahl der betreffenden Fabriken betrug 1904 759 gegen 563 im Jahre 1900, dagegen hatte sich deren Gesammtkapitalisirung von 5167.507,713 1900 auf $278, 025,664 im Jahre 1904 erhöht. Der Gesammtwertb der betreffenden Fabrikation für 1904 betrug $138.130.416. Eine der q roßten StreichHolzfabriken der Welt befindet sichln Valma de Mallorca aus den Balearen-Jnseln im Mittelländischen mtm.
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