Indiana Tribüne, Volume 29, Number 182, Indianapolis, Marion County, 27 March 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, 27. März WOG

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o Siebenschläfer o o o o o üma t von Agnes H a r d e r o o 50505250505055050505050505 (Fortsetzung.) Von Raudons KrottZnuS' hniftte auch Adam zu erzählen, den die Kinder nur sahen, wenn sie zum Champignonsuchen in die Koppel kamen. Aber er hafeie die Polizei. Er hätte ihnen den Leichnam nicht ausgeliefert. Und er ariff nach der Hosentasche, in der er jetzt ein Messer irug, nicht mehr so ein lumpiges Ding zum Weidenschneiden und Flötenmachen, nein, eins nut doppelter Klinge. Wenn die Mädchen in der Koppel waren, so lag Jmmanuel meistens auf dem Lmdencerg, las oder träumte, a störten sie ihn nie. Das war nach wie vor sein eigenstes Reich. Nur Adam stieg wohl am Feierabend herauf, setzte sich neben das alte Steinkreuz in die 5!achtviolen und spielte auf der Hand Harmonika die kleinen litauischen Lieder. Er spielte schon, aber er that es weniger, weil die heimlichen, wehmuthiaen Weisen der Dainos ihm Freude f 1 ' . . r 1 . c r . inaazien, ais weit er wuie, oag oer Siebenschläfer nun nicht kommen würde, um zu sehen, wie die Nebel aus den Wiesen stiegen und mit ihren weißen Armen nach den alten Sturmweiden griffen, und wie die Sommernacht über das rothbluhende Kleefeld schritt und die Vlüthenröhren mit Thau füllte. Und Jmmanuel hörte es in seiner Giebelstube und schlich sich an's Fensier und lauschte. Er meinte, er hasse den Jungen da oben. Aber die Töne fingen seine Gedanken ein, daß fern Haß unschuldig war wie das Zwitschern der Nachtschwalben unter dem Pfarrdach.- Der gestirnte Himmel über Dir, flüsterte er, denn diesen Theil von seines Vaters GeburtstagsWunsch verstand er nun. Und so vergingen ihnen die Jahre, der frühen Kindheit. Eines Septembertages, die Pflaumcn wurden fchon blau, und heimlich versuchte Anohrte schon die spitzen kleinen Zahne an den Haselnüssen, die noch weich und milchig in ihren grünen Hllllen steckten standen die beiden Madchen auf dem Lindenberg und sahen die Chaussee herunter, die i;"ch Kö nigsberg führte. Ute stand ganz still. mit gefalteten Handen, die grauen Augen mit dem sicheren, verständigen Ausdruck gerade ausgerichtet. Anohrte war an dem Kreuz emporaeklettert und hing nun an den Steinarmen, die bloßen, kleinen Fuße gegen den Grämt tzestemmt. Da kommen ste. Ich sehe den Wagen." Sie wollte an Ute vorbei den Berg herunter. Die aber hielt ste zurück.

Warte. Erst muß er doch mit Tante ' Rorchen sprechen. Er hat gesagt, er

käme dann herauf. Aber als eine Viertelstunde später der nun Fünfzehnjährige aus der Thür des Pfarrgartens trat, stürzte ihm Anohrte doch entgegen, und athemlos rief ste es dann Ute zu: Er kommt nach Obersekunda, Ute, sagt er. Mama läßt Dich bitten. Du möchtest doch heute Abend hinüberkommen, Jmmanuel. Sie möchte so gern wisfen. Wie es bei der Prüfung gegangen ist.". ' Am Abend saßen sie dann alle im Gutshaus, in dem Gartenzimmer, in dem schon ein Feuer von starken Buchenkloben im Kamin brannte. Tante Rorchen war mitgekommen und saß neben Fräulein Schwabe, der Erzieherin Utes. Tante Rorchen und Fräulein Schwabe waren die denkbar größten Gegensätze. Tante Rorchen stand dem Hausbalt ihres verwittweten Schwagers nun schon so lange vor. daß sie im ganzen Dorf vollständig in die Stellung einer Frau Pfarrer gerückt war und meistens auch Fraulem Pfarrer genannt wurde. Nichts Mensch liches war ihr fremd geblieben und Hand und Mund gleich energisch geworden. Fräulein Schwabe aber war die wandelnde Theorie. Sehr klug und herzensgut, fehlt: ihr zede Kenntniß praktischen Lebens. Aus einem Institut war sie in das andere gewandert, zehn Jahre in einer Familie in Südfrankreich gewesen und in die Heimath zurückgekehrt, als sich ihre Zöglinge dort verheirathet hatten. Sie sprach aber nicht viel übe? ihre dortigen Erfahrungen, so seh? sich Tante Rorchen, eine echte Ostpreußin und stolz auf ihre Salzburger Abstammung auch bemühte, Beweismaterial aus ihr herauszuziehn für ihre unerschütterliche Annähme, daß Anstand und Sitte allein innerhalb der schwarzweißen Greirzpfähle wohnten. Fräulein Schwabe hatte also enttäuscht, am meisten den Hausherrn, der für eine Dame, die zehn Jahre in Frankreich gewesen war. zum ersten Mittagessen mit erobernd hochgedrehtem Bart erschienen war. , Ute und Anohrte saßen an kleinen Spinnrocken in der Nähe des Feuers und spannen, während Frau von Bär Jmmanuel ausfragte. Es ging ihr heute besser, sie saß ausrecht, von Kisfen unterstützt, die schönen, blauschwarzen Haare, die ihre Tochter von ihr ge- . erbt hatte, in schlichten Zöpfen glatt um den Kopf gelegt. An solchen Ta-

gen hatte sie noch etwas unbeschreiblich

Kindliches und Rührendes im Ausdruck. Ihr Mann, der zu einem Skat in der Nachbarschaft gefahren war, hatte gar nicht aufgehört, ihr Schmeicheleien zu fagen, als er Abschied nahm. .Und alles ging gut, Jmmanuel? .Bis auf Mathematik, natürlich. Da bekomme ich noch Nachhilfestunden. Der Direktor war ganz zufrieden. Vater hatte gewiß Angst für mich, denn ich sah, wie er sich einen Knopf abdrehte, während ich im Griechischen geprüft wurde. Ja. Tante Rorchen, ich konnte es ihm doch nicht sagen!" .Dann aber führte er mich über den Schulhof in die Stoa Kantiana und sagte mir, was das für ein Sporn für mich sem müsse, taglich an dem Begräbnißplatz eines solchen Mannes vor.beizugehn, ja, und dann gingen wir zu Onkel Justizraih." Anohrte spinne, sagte die alte Krottinsche. Ute hat ihr Spulchen jeden Abend fertig. Ich glaube, sie hilft Dir noch." Jmmanuel sah zu den spinnenden Kindern hinüber, die die Kaminflammen umspielten. Ja, sagte er langsam, nun kommt der Winter, und die Kinder spinnen unö machen Spulchen, und die Kroltinsche läßt das Schiffchen durch den Einschlag sausen und webt!" Und der Siebenschläfer kann mcht auf der Ofenbank liegen und ihnen Geschichten erzählen ergänzte Tante Rorchen. Mich freut's. Auch daß Dich Justizraths nehmen. Dein Vater und sein Bruder ähneln sich freilich wie die ungleichen Kinder Evas. Aber Dir wird das nur zustatten kommen Auch die Prätensionen der Justizräthin, mit denen sie mir jedesmal Pfingsten, das liebliche Fest, verdirbt, als streue mir jemand Pfefferkörner statt der Rosinen m meinen Quarkfladen. Der schöne Erich ist nicht Deine Liebe, das weiß ich. Aber vielleicht hilft es, wenn er Dir dreimal täglich zuruft: was Ochs, was Kuh. laßt einen doch nur schlafen. man kommt ja nicht dazu. Jmmanuel beugte den blonden Krauskopf und antwortete nicht. Er schämte sich' vor Fräulein Schwabe, die ihn über die Brille hinweg, die sie ihrer schwachen Augen wegen trug, aufmerk sam betrachtete. Zudem hatte die Natur dem Mutterlosen ein seltenes, rein:s Erbtheil ins Herz verschlossen gleich einer Perle: Achtung und Ver ehrung der Frau. Frau von Bar hatte leise ihre Hand in die seine geschoben. Sie schwiegen alle. Da sagte die kleine Anohrte so heftig, daß der Faden riß, an dem sie zerrte: Ter schone Erich ist ein dum mer Junge. Er hat mit Schrot unter die Tauben geschossen, als er Pfingsten hier war, und eine habe ich halb verhungert gefunden, der fehlten beide Füße." Warum hast Du das nicht gesagt, Anohrte?" Weil der Adam auch dabei gewesen ist. Er hat die Tauben behalten und hat mir gedroht, mich zu schlagen, wenn ich etwas sage. Sie fing plötzlich an zu weinen und verbarg das Gesicht rn der Schürze. Auch Ute hatte den Faden losgelassen. Wenn ich groß bin, darf niemand nach den Tauben schießen, ich lasse es nicht zu. Weine nicht, Anohrte, sie ist nun im Himmel, beim lieben Gott. Da schüttelte die Kleine heftig die Fäuste. Ach, ich weine ja auch nicht über die dumme Taube. Ute. Wir haben, sie dann zusammen gegessen. Aber denke nur. wenn Jmmanuel. nun immer 'Quarkfladen mit Pfeffer anstatt der Rosinen ejjen muß!" Dann, im Oktober, ging Jmnianuel eines Morgens früh durch den Pfarrgarten. Reif lag auf dem Gras. Die Pflaumen würden nun gewiß noch füßer fein. Ein Eichhörnchen sprang aus dem großen Haselnußstrauch, lief ein Stückchen über den Boden und kletterte dann an der Tanne tn die Höhe, die man drüben, vom Fenster des Gutshauses, so gut erkennen konnte. Er wollte doch die Nüsse auflesen, die nun braun und reif von selbst aus den Hülsen fielen. Wenn die Mädchen drü den am Gartenthor standen, konnte er halten lassen und sie ihnen geben. Die Kinder, die im Gutsgarten arbeiteten, stahlen sie ihnen immer, wenn sie noch grün waren. Bei ihnen besorate das das Eichhörnchen. Tante Rorchen hatte es abschicken lassen wollen, aber er hatte gesagt, dann verzichte er liebe: auf seine Weihnachtsnüsse. Er mochte kein Blut sehn und lief in's Feld, wenn die Köchin junge Hähne griff, um sie zu Ichlachten. Seine Finger waren steif, als er die rp r . ' vtu)t lammeile, 10 kalt war es. Freilich. wenn der Nebel fiel, konnte es Mittags so klar sein, daß man voitt Lindenberg den Pregel sah. Das war immer ein Zeichen für gutes, beständiges Wetter. Er sireckte die Hand aus. um die Dichtigkeit des Nebels zu vrüfen. Da fiel ihm plötzlich ein. daß er j ..- cm:ii rjc , . , r ju. m zuuuij u;uu in oer voiaoi jei, daß wahrscheinlich Adam vom Lindenberg Besitz nehmen würde, um sich dort Abends mit der blonden Hanne zu treffen, der e? nachging, und die thun mußte, was e? wollte, ob sie sich auch versteckte, wenn sie den wilden Jungen von weitem sah. Und der Trennungsschmerz übermannte ihn so, daß er seine Arme um den Stamm der Tanne schlang, sein Gesicht an die harzige Rinde drückte und bitterlich weinte. Was konnte es ihm denn helfen, daß 1 - min lagiicy anranis Gravmal vor

beiging? Er wußte ja noch nicht ein-

mal, was er werden wollte, trotzdem er fünfzehn Jahre war.' Der schöne Erich sprach schon immer von der Zeit, wenn er im Ministerium arbeiten wurde. Und ihm kam es in diesem Augenblick beneidenswerth vor, die Dreschmaschine bedienen zu dürfen, deren tiefes Summen eben vom Gutshof herüberklang. Der Nebel legte dem armen Jungen seine feuchten Schleier kühlend auf die rothgewernten Augen. Da ließ das Eichhörnchen aus der Höhe der Tanne einen Zapfen herunterfallen und weckte ihn aus feinen Schmerzen, gerade zur Zeit, um Tante Rorchen entgegenzugehn, die ihn suchte. Den Tannenzapfen aber steckte er in seine Rocktasche. Er beschmutzte sich dabei den neuen Anzug mit Harz. Er merkte es, als er die bunten litauischen Handschuhe anzog, die die wilde Anohrte ihm zum Abschied gestrickt hatte. 3. K a p i t e l. frei Jahre später saß er in seinem Ti kleinen Himmer am Domvlav. G' in Königsberg und sah nach dem geschweiften Thurmdach und der Fahne darauf. Halb war's ein Löwe. halb eine Jungfrau, und manchen Traum hatte der Siebenschläfer an das wunderlich schwankende Gebild geknüpft in der Zelt, in der er hier oben hauste, denn unten, in den Salons seiner Tante, war er nicht warm geworden. Der Homer lag vor ihm. und er präparirte sich. Sonst war das eine liebe Beschäftigung für ihn und das Fach, in dem er noch am besten abschnitt, denn weit uver den Durchschnitt kam er nie. Heute aber schweiften die Gedanken weit ab. Der schöne Erich, der in Königsberg studirte. war spat in der Nacht von einer offiziellen Korpskneiperei nach Hause gekommen und hatte ihn geweckt. - Da war er nicht wieder eingeschlafen. Um Mitternacht aber war plötzlich em sutzer Geruch durch die offenen Fenster gestiegen. Er wußte sofort, daß die große Linde, die unten auf dem Domplatz stand, ihre Blüthen geöffnet hatte. Es war ihm wie eine verschwiegene Sommerfeier gewesen, und von den griechischen Versen irrten seine Gedanken nun zu dem Hymettos, er horte die Bienen summen, und schwer und goldklar träufelte Honig in eme antike Schale. Da öffnete Erich Meyhoser die Thür, schob, ohne ein Wort zu sagen. die Bucher beiseite, setzte sich aus den Tisch und baumelte mit den Beinen. Dann zeigte er mit dem Finger auf eine grüne, einfache Flasche, in deren Hals ein Lindenzweig gesteckt war, und rümpfte die Nase. Meta konnte Dir doch wenigstens ein anständiges Glas geben, wenn Du durchaus Wohlgeruch um Dich verbreiten mußt, Söhnchen des Kant." Jmmanuet wuroe oumeiroly. Sie haben mich übrigens gestern gefragt, ob Du denn endgiltig gekeilt wärst für unser Korps. Bis Ostern ist zwar noch Zeit. Aber die andern Korps werben auch schon. Dich umschwanzelten sie neulich a auch. Die Schande thust Du mir doch nicht an. Kannst noch ein Semester mein Leibfuchs sein, ehe ich nach Berlin gehe. Also, wie ist es? .Crescat. vivat. floreat?'. Auf Handschlag?"' Das hat ja noch Zelt. Unch. Ich möchte es doch noch einmal mit Vater besprechen. Am liebsten, das weißt Du ja, bliebe ich ein freier Mann und Tränke Milch und ließe mir einen dummen Jungen aufbrummen. Nein, mem Lieber, .dazu ist mir der Name Meyhöfer doch zu schade. Dein Alter läßt Dir freie Hand, vorausgesetzt, daß Du ihn nicht in den Kommentaren zur Kritik der freien Vernunft störst, mit denen er einem dringenden Bedürfniß abhelfen -will. Du mußt sowieso an die Strippe gelegt werden, mein Junge. Zur sittlichen Freiheit bist Du nicht reif. Jmmanuel war nie mütheilsam ge Wesen. In dem lauten, lebhaften Haus seines Onkels, in dem jeder seine eigene Persönlichkeit vertrat, hatte er sich ganz zurückgezogen ,n sich. Es schien ihm, er wüßte einem jeden hie? seh? wohl zu antworten, der hochmüthigen Tante, der formgewandten Kousine, dem Onkel Allerweltsmann und dem überlegenen Vetter. Da er aber all diese Antworten an die Löwenjungfrau auf der Dachfahne des Kirchthurms richtete,- so machten sie ivenig Eindruck. Und als er jetzt in so übertragender Weise innerlich demonstrirte. daß sittliche Freiheit doch nicht gleichbedeutend sei mit ewiger Bekneiptheit. sagte Erich zufrieden: Ich sehe. Du willigst ein. Uebrigens werde ich morgen selbst mit Onkel darüber sprechen. Mama hat entschieden, daß wir alle zum Erntefest nach Scheschitten fahren. Als er gegangen war, schlug Jmma nuel den Homer zu, nahm seinen Strohhut und schlich sich hinunter Niemand verstand es so gut wie der schöne Erich, ihm die Stimmung zu nehmen. In den engen Gäßchen des Kneiphofs druckte er sich herum, kam an den Pregel, wo in dichter Reihe die Kahne lagen, die Obst und Gemüse brachten, einige größere Segelschiffe darunter, und zog sich vor den Neckerereien einiger einkaufender Mägde auf die Brücke zurück. Da stand er und sah auf die alte Universität, die noch sein Vater besucht und an der Kant gelehrt hatte. Daß sie ihn im Spott nun daö Söhnchen des Philosophen nannten, war auch Erichs Werk. Wenn er sich nur nicht so allein gefühlt hätte!

In seine starken Knochen, die sich reck

ten uno krachten, wenn er die Arm? hob, hatte sich tief bis in's Mark eine wunderbare, romantische Sehnsucht eingenistet. Die trug er mit sich herum sri .t. .1 ir. tm , . wiz cm )cq?imiiiF. xuenn iyin aoer eins der Mädel, die an ihm vorbeigingen. diese Runenschrift vom Gesicht ablas und ihm ein paar Auaen zuwarf. fo sah er schnell zu der Universität hin, an deren grauen Mauern sich blühender Holunder reckte, und als nun aar eine dralle Köchin in hellem Kattun!l . r . rw ' lieiv NIII oioyen Firmen neven iqm stehn blieb und sich fest auf das Brückengeländer legte, gab er Fersengeld und flüchtete über den stillen SSulhof zurück. Markgraf Albrecht. der mit dem Schwert im Arm noch immer an der Jnnenmauer der alten Albertina Wache hielt, sah dem langen. starken Jungen mit gutmüthigem Spott nach, wie denn an des Siebenschläfers Entwicklung die unbeseelte Natur." wie sich die klugen Leute ausdrücken, immer den regsten Antheil genommen hatte. Am nächsten Tag stand Herr von Bär mit seinen Gästen auf der Verar.dc:. die nach dem Hof führte, und hielt Ww. Leuten, die unter Vortritt der Musik in feierlichem Zua auf den Hof gekommen waren, die Ernterede. Das war ihm immer eine fehr an?enehme Aufgabe, denn er wußte, wie gut er sich ausnahm, wenn er so im Brustton der Ueberzeugung davon sprach, daß der Landmann im Schweiß seines Angesichts sein Brot essen müsse. Seine stattliche Erscheinung und seine Prachtvolle Kommandostimme kamen dann gleich gut zur Geltung. Die Worte verfehlten auch nie, auf die Leute den gebührenden Eindruck zu machen. Nur Adam Krottinus, der jetzt Stutenknecht war, beugte sich zu der blonden Hanne und flüsterte ziemlich laut: Dem sein Schweiß möcht mir Spaß machen, wenn ich ihn einmal sehn könnt!" Aber tzi Tusch übertönte die Stimme; der alte Hofmann trat vor und brachte das Hoch auf den Jnspektor anö, der bedachtig seinen Hut abnahm. Er dachte daran, daß man das Fest feierte, weil der Speicher vor der Ernte leer war, und daß es ganz unnöthig wäre, so zu eilen, denn das, was auf dem Halm stünde, gehöre im voraus dem Juoen. Äver er nen in seiner langsamen Art die Herrichast leben, und aus der Tiefe des Zimmers dankten ihm ein paar feuchte Augen. Dann ging es zum Speicher, jetzt unter Vorantritt der Herrschasten, und der Ehrentanz wurde gemacht. Als der Staub trotz der geöffneten Luken unerträglich wurde für Stadtnerven, gingen der Pfarrer und der Juftizraty hmunter. Justizrath Meyhöfer. einer der Hauptvertreter des Königsbcrgers Freisinns, ein gewandter, lebenskluger Mann, strich nachdenklich seinen eranenden Bart. Sonderbarer Kauz. Dein Patron. Halte es für möglich, daß er alles glaubte, was er da vorhin sagte, kam sich in dem Augenblick wahrscheinlich wie Abraham vor, der seine Schafe, Rinder. Esel und Kameele zählt. Dabei kursiren in der Stadt über ihn die tollsten Gerüchte." . Sie gingen gerade an der offenen Verandathür vorbei, und der Pastor hob. zur Vorsicht mahnend, seine Hand. Drin breitete die Krottinsche trotz des warmen Nachmittags eine Decke über die Kranke. Ja, ahnt sie denn wirklich nichts? Ich weiß nicht." Und willst es auch nicht wissen?" Der Pfarrer blieb stehn und sah den Bruder mit seinen guten, reinen Augen an. Nein." Das nenne ich Lebenslüge." Der andere lächelte fein. ..Aber doch nicht im Hausgebrauch, sondein nur in der Partei. Wie käme Erich denn sonst dazu, nach den Hochsitzen der Konservativen zu schielen? Er ist schon jetzt vollständiger Streber." Der Jusiizrath spielte mit per Schnur seines Glases. Ich bin ganz damit -einverstanden. Auf Broterwerb ist er einmal nicht angewiesen, mag er Karriere machen. Ich habe für beide Kinder vorgesorgt. Aber Du? Was bedeutete übrigens neulich die Anfrage, ob Jmmanuels mütterliches Erbtheil, die vierzigtausend Mark, frei wären?" (Fortsetzung folgt.) Ein Racker. ; W57 iÄi UW& - ' A&urw ' " y

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Lili, Du darfst nicht dazwischen sprechen, solange ich selbst spreche." Ach Mama, muß ich denn da warten. bis Du zu Vett aeM-

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