Indiana Tribüne, Volume 29, Number 180, Indianapolis, Marion County, 24 March 1906 — Page 5

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(JrafillitflSIrdtim. Von Willy Erunow. Wenn die Nacht mit dem sckiwarzen Luberschleier Streift der müden Erde Angesicht. Steh' icö gern im milden Dämmerlicht Trunten bei den Erlen an dem Weiher, Wo sich murmelnd Well' um Welle bricht. Schau so gern hinüber zu' dem Walde, Der so scharf sich grenzt im Abendroth, Das mich lässet denken an den Tod Nenes braven Reiters auf der Halde, Der noch gestern fröhlich tocr und roth. AuZ dem Grün dort, lieblich unterbrochen Von des 5lrenzdornZ rothem Blumenflor, Tönt der Nachtigall Gesang hervor Bald aufjauchzend bald wie wenn gebrachen Wird ein Herz, das liebt, am Todesthor. Tief versunken stob' ich, in Gedanken, Ueberwältigt von der saubermacht. Die tief in sich birgt die Frühlingsnacht. Abendwind, der rings das Schilf läßt wanken. Hat nun auch mich Träumer wach gemacht. Aas Münder. Don Maurice Level. Uebersztzung von Wilhelm Thal. Es war langsam gekommen. Zuerst hatte er vor den Augen gleichsam einen Schleier gefühlt, einen Schatten, der zeitweise alle, Gegenstände verdunkelte. In der ersten Zeit fuhr er sich mit den Händen über die Lider, achtete gar nicht darauf und sagte sich: Ach, das ist nichts, das kommt davon, wenn man zu viel bei Licht arbeitet." Er ruhte sich dann ein bischen aus, doch der. Schleier wurde unmerklich dichter, die Schatten verlängerten sich, wurden größer und ohne daß er es sich selbst zu gestehen wagte, bekam er Angst. Eines Abends nach dem Diner erschien ihm alles immer dunkel, trotz des hellen Feuers im Kamin und der angezündeten Lampe, und so sagte er denn zu seiner Frau: Putze doch einmal den Docht, man ßeht ja gar nichts." Wie, man' sieht nichts, aber die Lampe brennt doch vorzüglich." Er stieß ein So!" aus und fing an zu weinen. Bestürzt fragte sie ihn: Was hast Du denn?" Ich werde blind," schluchzte er und erzählte ihr dann unter Thränen, mit abgerlnenen, schnellen Sätzen, was er seit Monaten empfunden, seine ansangliche Sorglosigkeit, seine Unruhe, seine Angst d:y entsetzlichen Gedanken, daß bald alles für ihn verschwinden würde, daß er nichts mehr sehen sollte niemals niemals mehr.' Nun begannen die Aerzte in seiner Wohnung aufzutauchen, keiner wußte die Fortschritte des Uebels zu hemmen, und bald war er vollständig blind. Seine Frau, seine Freunde umgaben ihn mit Aufmerksamkeit und liebevoller Sorge. Er schien sich an sein neues Leben, an diese innerliche tiefe Existenz der Blinden zu gewöhnen. Ueber sein .unbewegliches Gesicht huschte zuweilen ein Lächeln; man hätte glauben können, er füge sich in sein Schicksal. Man veranlaßte ihn, Paris zu verlassen und auf dem Lande zu wohnen. Er fühlte sich hier wohl, und es gefiel ihm, stundenlang auf einer Chaiselongue ausgestreckt zu träumen, während seine Frau neben ihm saß, ihm Verse vorlas oder auf dem Piano vorspielte. Zuweilen sagte er zu ihr: Ich bin glücklich, sehr glücklich." Hörte t sie zuweilen seufzen, so suchte er astend ihre Hand und flüsterte ihr leise zu: Du bist bei mir, ganz in meiner Nahe. Die Wenigen, die mich wahrhaft lieber, haben mich nicht verlassen. Ich bedauere nichts." Doch im tiefen Grunde feines Herzens schlummerte eine unendlicheTraurigkeit. Er erinnerte sich an die Sonne von früher, an das Licht, das er einst so fehr liebte, und unwillkürlich träumte er von einem Wunder, das ihm seine , -zloschenen Augen zurückg:den sollte. Eines ?iges, als er vor seiner Thür saß, blieb -int alte Frau bet ihm sie hen. Na, m,ln guter Herr, geht es noch immer nictz besser?" Nein, jcht ist es vorbei, ich habe kerne Hoffnung mehr. Und bi Aerzte, was sagen die?" Nichts - Dummheiten Ach," meinte die Alte, ich habe einen gekannt, das war ein Gelehrter, der hätte Sie heilen können. Als mein seliger Mann blind wurde, suchte er ihn auf, denn er erfreute sich eines gro ßen Rufes in der Gegend, und dieser Mann sagte ZU ihm folgendes: Ich Kill Ihnen nichts versprechen, mein guter Freund, aber man kann es immerhin versuchen." Ach," sagte mein Mann da zu ihm, wenn Sie mich wieder sehend machen, gebe ich Ihnen die Hälfte meines Vermögens. Ich verlange gar nichts von Jh nen," versetzte der Arzt, kommen Sie in meine Anstalt." Nun, Herr, nach zwei Monaten, jawohl, nach zwei Mo naten fing er schon wieder an zu sehen. Er ist plötzlich an einem Gehirnschlag gestorben, sonst .... Und darum, wenn ich an Ihrer Stelle wäre An demselben Abend reiste er noch ab. aus den Natb der Bauerm ver trauend und von einer ungeheu"en 'Hoffnung beseelt. Er war überzeugt, fest überzeugt: die Rettung war für

tun gekommen.

Der Doktor untersuchte ihn lange Zeit und sagte dann zu ihm, wie er zu dem anderen gesagt: Ich verspreche Ihnen nichts, aber ich habe Hoffnung. Doch ich, sage Jhnen gleich, es kann lange dauern, sehr lange." Was thut ' das? versetzte der Blinde. Wenn ich nur sehend werde." Als er in die Anstalt übergesiedelt

war, fragte er: Darf ich meine Frau zu mir nelzmen?" Nein übrigens könnte Ihnen Ihre Frau auch gar nicht Gesellschaft eisten, denn Sie müssen zwei Monate oder vielleicht noch länger im Dunkeln bleiben. Außerdem brauchen Sie Ruhe, vollkommene moralische, absolute Ruhe. Ihre Frau kann Sie ieöc Woche besuchen, und wenn Sie wünschen, wird man sie täglich von Ihrem Zustande unterrichten." Er saate ja, denn er war plotzlicy ein wilder Egoist geworden; er vergaß alles, nur Nicht das eine, daß er wieder sehend werden wollte. Als man ihn nach drei Monaten das verschlossene Zimmer erlassen hatte, blieb er einige Augenblicke stehen, wagte nicht, die Lider zu öffnen, und schob die entscheidende Sekunde hinaus, denn er fürchtete, nicht sehen zu können. Dann aber öffnete er plötzlich die Augen und stieß einen lauten Schrei aus: .Ich sehe! Ich sehe!" Gleichzeitig lachend und weinend, sog er mit gierigen Blicken das geseznete Tageslicht ein. Noch unterschied er nichts weiter als ein unklares, verschwommenes Licht, es war in seiner Nacht kaum ein plötzlicher, unsicherer Strahl, doch schon rief er: Ich sehe ich will hrn'aus, fuhren Sie mich fort." Oho, mcht so schnell, versetzte der Doktor, indem er ihm beruhigend auf die Schulter klopfte, jetzt heißt, es doppelt vorsichtig sein, strengen Sie sich ja nicht an. Für heute genügt das vollkommen." Er ließ sich gehorsam fortführen. Er blieb die ganze Nacht wach, öffnete, schloß die Augen schnell, und konnte thatsächlich schon das milde Licht der Nachtlampe bemerken. Als er sich ein wenig von seiner Freude erholt hatte, war sein erster Gedanke, an seine Frau schreiben zu lassen. Wie zufrieden sie sein würd?, wie glücklich sie jetzt wieder werden würde! Dann kam ihm ein Gedanke, der ihm ebenso entzückend vorkam. Da er ja noch mehrere Wochen hier blieb, so wollte er ihr nichts mittheilen, sondern ihr eines schönen Tages, als wenn sich das Wunder ganz plötzlich vollzogen hätte, in ruhigem, natürlichem Tone sagen: Das Kleid sieht Dir recht gut" oder: Du hast einen hübschen Hut auf." Sie würde ihn für verrückt halten, und dann wollte er ihr mit einem Stut zurufen: Nein, ich bin nicht verrückt, ich sehe!" Er verlangte nach dem Arzt, den Wärterinnen, nach allen, die ihn behandelten, und unterrichtete sie mit der Freude eines Kindes von seinen Plänen. studirte ihnen förmlich ihre Lektion ein. Also abgemacht, nicht wahr, kein Lächeln, kein Wort?" Man versprach es ihm. Nach und nach lernte er wieder die Gegenstände kennen, die Wesen, die Gesichter unterscheiden. Er tastete nicht mehr, seine Bewegungen wurden klarer, schärfer. Aber nach und nach hatte sich eine heftige Ungeduld seiner bemächtigt. Er konnte es an einem Fleck nicht mehr aushalten. Dokor, ich sehe jetzt schon ganz gut, lassen'Sle mich doch fort." Nein, noch nicht." Wann denn?" Bald. Es handelt sich ja nur um wenige Tage, Sie dürfen doch nicht alles in Frage stellen. - Da das Warten ihn fieberhaft er regte und ihn übertrieben .empfindlich machte, so ließ man ihn schließlich fort. izt haut verlangt, man solle Niemand benachrichtigen, er wolle einen Wagen nehmen und ganz allein nach seinem Hause fahren. Der Arzt, der ihn bis vor die Thür begleitet hatte, gab ihm noch die letzten Berhaltungsmaßregeln. Also, vergessen Sie nicht, kommen Sie jede Woche her, und vor allen Dingen, nehmen Sie die schwarzen Gläser nicht ab. wenn die Sonne scheint, die Sonne ist Ihr größter Feind. Wenn fete einen Rucksall bekommen...." O, seien Sie unbesorgt." Er fuhr ab. Es war ein wunder barer Jummorgen. Er hatte die Krempe seines Hutes heruntergeklappt, um sich vor dem Lichte zu schützen. Die Fahrt erschien ihm endlos. Endlich tauchten die ersten Häuser auf. der Wagen fuhr durch die Hauptstraße, dann über den Marktplatz. Am Fuße i y r i , . V . oes yugels i.agie er zu oem Kutscher. er loue yanen. Dort ist es doch?" Jawohl, Herr, geradeaus. Gehen S C ' LM i Äle nur geraoeaus. 2sm Ende der Allee erhob sich .das kleine Häuschen schneeweiß, förmlich vom Licht überschwemmt, in dem. von der Sonne verbrannten Garten. So aar der Schatten schimmerte nali,i. so fröhlich lief die Sonne an den Mauern entlang.. Da er sehr aufaereat. war. i so wankten ihm ein wenig die Beine.

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falls. Lanasam siiea er die kleine AnKöbe binauf. Kr steckte die ftanb wi1 1 i a v i rjL i e-fit. tj : i i . a c.::jfi lajen oie iaoc ves viuci, uiuu , v. ; - nfit T.:r. Wi 4tVt 1 HIT JllllliC UUU4 1CIIC lilLULL UHU 11U auf den Fußspitzen, aus Furcht, der Kies des Weges könne umer leinen Schritten knirschen, naher. Es war so faifc. dafc der in der 5)ütte schlafende Hund ihn nicht hörte. Alle Jalousien j-w r L - rfV f ' waren gejcylonen. lir iay oas aues zum ersten Male und doch fühlte er sich o recyl zu aue. fiine Bank stand an dem rnufe. aeradc unter einem Fenster. Die Reise, die Aufreauna. batte ibn ein wenia müde gemacht, und er setzte sich, um Athem zu schöpfen. Ein Stimmengei r CY1 murme: orang zu zmzn ajqrcn. muh nntfsZ?lt sick man lackte und scherzte. Er lauschte zusammenhanglose Worte zwei Stimmen . . . . (stty, nen, Mit wem ipricyl oenn meine Frau da? O, das ist mein Freund Sournis! Was sagen sie sich, sie scheinen sehr heiter. Ob sie etwas winens Er erhob sich, bielt die Auaen an den Jalousienspalt und blickte in'Z Zimmer. Die Stimmen schwieaen und begannen dann auf's Neue. Seine zZrau lagre: Aber wirst Du wohl vernünftig ein und mich den Tisch decken lassen." Vlöklich sab er sie beide in einem Lichtstrahl. Sie hatte die Arme voll Tischzeug, lehnte sich nach hinten über in die Arme seines Freundes, der sie aus den Nacken uny aus die Augen küßte. , Mit einem San wich er zurück und öffnete den Mund, um zu schreien. Alles begann sich um ihn zu drehen, mit der Hand suchte er die Bank und ließ sich darauf niederfallen. O diese grauenhafte, entsetzliche Entdeckung! Also das war ihm für seine Rückkebr vorbebalten! Wäbrend er die Qual, blind zu werden, erduldete, betrogen ihn seine Frau und sein bester Freund! Die Elenden, die Feiglinge! Wie mochten sie ihm in's Gesicht gelacht haben, wie hatten sie über ferne leeren Augen gespottet! Mit acballten Fäusten richtete er sich auf, zum Morde bereit. Aber als er zur Thur eilen wollte, fühlte er, wie die Äeme unter ihm zusammenbrachen, auf ihn herabgesenkt. Die Vision der beiden 5labre. die er so ruhig.vertrauensvoll, gewissermaßen hetter verlebt, zog an ihm vorüber. Doch seine Schwäche wurde ihm llttr, die Physische und moralische Ohnmacht, das Gefühl, daß er nicht geheilt war, daß er seine Augen ein bißchen früher, ein bißchen später doch wieder verlieren würde, und diesmal sicher für immer. Dann mußte er allein leben, scheu und wild wie ein Thier, das sich versteckt, um zu sterben. Bei diesem entsetzlichen Gedanken lief ihm ein Schauder über den Rücken. Nein, nein, alles, nur das nicht. Aber was dann? Er sollte diese Blicke sehen, die nicht ihm galten, diese Kußhände, die sich die Verliebten über seine Sckultcr zuwarfen? Niemals! Ja ab?r was hinderte ihn denn jetzt, ruhig einzutreten und zu thun, als hätte er nichts gesehen, nichts gehört?! Er schlug sich vor die Stirn. Nein, nein, das kann ich nicht, ich kann nicht heucheln ... Ja. aber was dann?" In diesem Augenblick ließen sich in der Nähe langsam die zwölf Schläge der MittaLsstunde vernehmen, und die Sonne, die im Zenith ihres Laufes stand, wrf ein glühendes Licht, eine Bratofenhitze, auf die Erde herab. Er setzte sich. Mit langsamer Beweguna warf er seinen Hut nieder, nahm die Brille ab, öffnete die Lider weit, wandte das Gesicht gen Himmel und stierte mit den Augen direkt in die Sonne. Zuerst wurde er geblendet. Dann legte sich ein großer, rother Kreis auf sein Gesicht es war ihm, als fliege etwas ganz dicht vor seinen Augen hin und her. Einen Moment wollte er es .abwehren und streckte die Hand nach der Brille aus doch schon sah er sie nicht mehr. Die gute, ruhige und sanfte Nacht, in der der Haß verstummt, hatte sich auf ihn herabgesenkt. Naiv. Postbeamter: Nach Amerika kostet ein Brief zwanzig Pfennige." Alte Frau: Geht's denn net ausnahmsweis für zehn Pfennige? Ich bin a arme Witfrau." Malheur. Da hab' ich eine Aerztin geheirathet, um nicht die ewigen Moderechnungen zu haben fällt sie mir gestern in Ohnmacht, weil ich iyr m neues slelelt lausen soll! Ein Pechvogel. Nimm's mir nicht übel, Mensch, wie konntest Du Dich auf der Schlittenpartie bloß mit diesem mordsgarstigen Fräulein Groll verloben!" Ach Gott, ich dachte ja nicht im Traum daran! Als wir in die Nähe vom Goldenen Bär" kommen, wird mir so durstia: Gestatten Sie vielleicht mein Fräulein, daß ich hier anhalte?" Und da fällt sie nür . . . - 1 r C fi . v n. . um oen ai5 uno rllsi: ij, ZUllUS mit. tausend Freuden!" Ich saft wie ae labmt. aber Onkel und Tante, soaar der Kutscher gratulirten gleich und da satz ich unv war verlobt!" Die Herzogin von Suther land gründete in Helmsdale. Schott land, eine Teppichfabrik, um für die armen dortigen Bewohner eine Jndu strie zu schaffen, die sie ernährt.

VoA Auslande.

Unter' den verschiedenen aeronautischen Veranstaltungen Während der großen Mailänder Ausftellungen nimmt die Ausschreibung einer Ballonfahrt über die Alpen mit das Hauptinteresse in Anspruch. Die Italiener Usuelli. Minoletti und Kapitän dlmax'x haben einen neuen, 900 Kubikmeter fassenden Ballon angemeldet. Visher wurden die Alpen erst ein einziges Mal im Ballon überflogen. und zwar von dem Luftschiffer Adam, der in Marseille aufstieg und in Turin landete. Auf einen kann's doch nicht ankommen, dachte sich wahrscheinlich einer der 70 dressirten Eisbären, die von Dr. Hagenbeck im Eircus Busch in Berlin vorgeführt werden, als er bei einer Probe im Manegebassin unbemerkt untertauchte und durch den Kanal, der zum Abfluß des Wassers nach der Spree dient, fpurlos verschwand. Erst als die Bären wieder in ihren Käfigen waren, wurde die Flucht eines derselben von Hagenbeck wahrgenommen und nun begann eine allgemeine Jagd nach dem Entflöhenen. Da meldete ein Schiffer, daß Meister Petz vom Nordpol ein Freibad in der Spree nehme. So wurde der Bär bald wieder eingefangen und zurück, in den Käfig gebracht, wo er nun seit seinem Ausflug ein träumerisches Wesen zeigt. Weiteren kühnen Fluchtversuchen ist durch sorgfältige Absperrung des betreffenden Kanals Einhalt gethan- worden. Ueber eine Hochzeits feier mit Hindernissen wird aus Berlin berichtet: Ein dortiger Waschesabrikant miethete vor einigen Wochen zur Hochzeitsfeier seiner Tochter die Festräume eines vornehmen Hotels Unter den Linden. Die Einladungen waren bereits erlassen, alle Festvorbereitungen getroffen, als plötzlich der Direktor des Hotels den Fabrikanten dringend ersuchte, das Hotel von dem Eontrakte zu entbinden. Das Hofmarschallamt habe die Gesammträume des Hotels für die Gäste des Hofes gemiethet, und es sei deshalb unmöglich, daß eme Hochzeitsfeier dann ab gehalten werden könne. Das Hofmarschallamt habe zur Bedingung gemacht, daß vollkommenste Ruhe für die fürstlichen Gäste des Kaiserpaares im Hause , walte. Da die Ablehnung der Bedingungen des Hofmarschallamts für ?das betr. Hotel mcht nur einen großen pekuniären Schaden, sondern eine Einbuße an Renommee bedeutet hatte, so entschloß sich der Hoteldirektor., dem Fabrikanten eine Abfindungssumme von mehreren tausend Mark zu zahlen. Dem Fabrikanten gelang es, andere Festräume für die Hochzeit semer Tochter zu smden. JnMünchenhatsichdas Schwurgericht in diesen Tagen mit einem geheimnißvollen Morde zu befassen gehabt. In dem Vorort Pasing ist vor fast zwei Jahren em reicher alter Sonderling Namens Eramm spurlos verschwunden, und es ist auch nicht gelungen, " irgendwelche Ueberreste Eramm's zu entdecken, trotzdem die Staatsanwaltschaft seit anderthalb Jahren überzeugt ist. daß Eramm von den Eheleuten Schelhaas, bei denen er wohnte, beraubt und ermordet worden ist. Der Verdacht fiel auf das Ehepaar, weil es seit dem Verschwinden Eramm's einen bis dahin nicht gekannten Aufwand trieb. Beide wurden verhaftet, wieder freigelassen und wieder verhaftet. In der Zwischenzeit hatten sie dem badischen Oberschaffner Marder, einem Vetter des Schelhaas, einen großen Theil Werthpapiere als Postpacket zugehen lassen. Dadurch kam auch Marder unter Anklage. Die Aussagen der beiden Schelhaas ergaben erhebliche Widersprüche. Das Schwurgericht hat die beiden SchelHaas der Ermordung Eramm's schul-, oig befunden. Beide wurden zum Tode verurtheilt. Der wegen Hehlerei Mitangeklagte Marder wurde freigefprochen. --JnPadua bildet das Tagesgespräch ' ein Gefängnißskandal, der seine überaus komische Seite hat. Vor einiger Zeit wurde ein Taschendieb Bertolero verhaftet, der in Turin eine sehr reiche Tante hat. Zwei Gefängnißwärter und ein Häftling machten sich die Kenntniß dieses Umstandes' zunutze und begannen, an die Tante zu schreiben, indem sie im Namen"Vertolero's große Summen verlangten, angeblich einmal für die Unkosten der Berufung, dann für die Kassation und endlich zur ErWirkung der Begnadigung. Die ' gute Frau, voller Mitleid über das Schicksal ihres Neffen, sandte die Gelder, die sich die beiden Gefängnißwärter vergnügt theilten, während der dritte Mitarbeiter". der Häftling, dadurch belohnt wurde, daß er in der Woche drei-, bis viermal freien Ausgang zum Lieb chen bekam. Die Sache ging, bis das Liebchen eines Tages nach Venedig entfloh und der Strafgefangene ihr in die Lagunenstadt folgte, wuroe wieder aefaßt. brummte den Rest seiner Strafe ab und sandte, in die Freiheit entlassen, einen Drohbrief an die Wärter, in dem er 50 Lire verlangte. So kam der Betrug an den Tag und neben Bertolero sitzen letzt auch die bei den Gefängnißwärter und ihr verlieb ter Komplice wieder hinter Schloß und

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