Indiana Tribüne, Volume 29, Number 180, Indianapolis, Marion County, 24 March 1906 — Page 4

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Indiana Tribüne. tttanl jtattfn DflB bet VnttVdttg T. JzidianapoliS, Ind. Harry D. Tlzndium .Präsident. GeschäftSloealt o, 31 Süd Delaware Straße. telcphone sss.

Entered &t the Post Office ot Indianapolis a second dass matter. Die Btoeat Box". In den Eiörterungen der Tage-presse über Polizeimethoden Verdächtigen gegenüder kommen häufig die Ausdrücke mtotat box- oder third degree- vor. Dem Leser, der nicht weiß was diefe Prozedur eigentlich bedeutet, sträuben sich unwillkürlich die Haare bei dem Gedanken, daß mittelalterliche Tortur in unserer freien Republik angewendet werde um Verdächtige die nicht reden wollen gesprächig zu machen.' Man kann sich beruhigen. DaS, einzige Feuer welches bei dem polizeilichen Schwitzprozeß in Anwendung kommt ist nur ein freilich etwas lange ausge dehnteS Kieuzfeuer von Fragen, die unaufhörlich an den Delinquenten Po lizeilicherseitS gerichtet werden, in der Hoffnung denselben zu ermüden bis er verzweifelt zugiebt was die Polizei ha ben will. Einige raffinirte Köpfe unter den PslizeichefS der Großstädte haben noch als extremes Mittel den 3 Grad erfun den aber auch dabei kommen keineMar terwerkzeuge in Anwendung denn das ist ja gegen die Gesltze deS Landes. Wie nahe der dritte Grad der Tortur kommt, mögen die Leser selbst beur theilen. Ein Verbrechen ist begangen wor den. dem die Polizei rathloS gegenüber steht, weil der Thäter rücksichtslos ge nug ist. sich nicht selbst der Polizei zu stellen. DaS Publikum ist ebenfalls so rücksichtslos, etwas über die Thätig, keit der Polizei in dem Falle erfahren zu wollen. Da werden nun eine An zahl Leute, die in den Augen der Poli zei verdächtig erscheinen, gewöhnlich lich freund und einflußlose Leute auf gut Glück eingelocht. Diejenigen, die erfolgreich den AlibibeweiS antreten können, läßt man laufen, die anderen find Kandidaten für die Sweat box". So ein Häftling mag überhaupt gar nicht wissen, daß ein Verbrechen be gangen ist und noch weniger, was die Polizei eigentlich von ihm will. In andern Ländern führt die Polizei solche Verdächtige dem UntersuchungS richte?, einem findigen Juristen vor, der nach geschickt gestellten Fragen gar bald weiß, ob der Verdacht gegen den Hästling im geringeren oder größerem Maße oder gar nicht berechtigt ist. An derS hier; der Häftling der in vielen Fällen gewitzigter ist wie der ihn de fragende Polizeibeamte, parirt ohne große Schwierigkeiten das Kreuzfeuer deS ihn Befragenden. Wenige unserer Polizeibeamten sind durch Bildung oder Intelligenz befähigt, logisch richtig zu denken, da muß nun der dritte Grad helfen. Nachdem . man den Häftling durch fortwährende Fragen geiSig er schöpft hat, giebt man sich anscheinend zufrieden und führt ihn in seine Einzel zelle. Ermattet sinkt er dort auf fein Lager und wohlthätiger Schlaf um fängt ihn. Aber nur wenige Minuten find ihm vergönnt. Rauh wird er aufgerüttelt, wieder vor daS.Forum seiner Peiniger gebracht und eine Jluth scharfer Fra gen gegen ihn losgelassen. Noch halb im Schlafe befangen, verläßt ihn sein Witz, wenn er .licht eine besonders zähe Verbrechernatur ist und schon die Pro zedur von früher her kennt. Er ver wickelt sich, mag er nun unschuldig wie ein Lamm sein, in Widersprüche und bald ist einscheinend plausibler Grund gefunden, um ihn zum Prozeß zu hal ten. DaS Publikum jubelt der ener gifchen Polizei Beifall zu und wahrend dieselbe die BouquetZ überlegen lächelnd entgegennimmt führt der wirkliche Mörder, Spitzbube und Räuber ein sideleö Leben, fern vom Thatenort. Das. ist der dritte Grad und auch sein gewöhnliches Wirken, denn, geschulte, criminalpolizeiliche Findigkeit erfetzt er nicht. Nur die'Verbrecher werden er wischt, die der Polizei zufällig selbst in die Hände laufen. vV, ES ist. auch zuviel verlangt, wenn man Leuten, die sich Jahre lang in an deren Berufen bewegt haben, zumuthet. den Schlichen und Ränken geriebener Verbrecher zu begegnen. In St. Louis, New Dorf, Chicago Und anderen Groß pädten, wo eine reguläre Verbrecher

ZUNft schon fett Jahren ihr Wesen treibt, giebt sich die Bevölkerung damit zufrieden, zur Bekämpfung dieser gerie denen Burschen Leute zu setzen, deren einziges Ierdienft darin besteht, der Parteipolltik hervorragende Dienste ge leiste) zu haben. Eine Beförderung alter dienfterprob. ter Beamten, die d'trch .langjährige Er fahrung geeignet find, wirklich gute Polizeidienste zu leisten, verkümmern und versauern in untergeordneten Stellen, während fie, wenn nach Ver

dienst befördert, der Gesellschaft werth volle Dienste leisten könnten. Natürlich erschlafft bei diesen Leuten der Ehrgeiz, denn fie finden, daß je weniger fie sich bemerkbar machen, ihr Posten sicherer ist. Nur in seltenen Fällen hat die sweat box" Procedur zu wirklichen Erfolgen geführt. Der Sleuth- der in den gelben Jugend schriften geschildert wird, ist ein Fabel thier und sollte selbst ein Unterbeamter ein angeborenes Spürtalent besitzen, so wird eS selten an höchster Stelle be merkt, man begnügt sich lieber mit dem Surrogat für polizeiliche Findigkeit der Sweat box". Die deutsche nnd die franzö sische Armee. Die französische Presse hat zum gro ßen Theil während der Konferenz von AlgeciraS eine recht herausfordernde Sprache gegen Deutschland gefühlt. Den Muth dazu fand fie in ihrer offen ausgesprochenen Ueberzeugung von der Ueberlegenheit der französischen Armee über die deutsche. Au einer verglel chenden Statistik, die kürzlich General LangloiS veröffentlicht hat, läßt sich nun freilich diese Ueberlegenheit der franzosischen Armee nicht entnehmen. Der General war früher Mitglied des obersten KrlegSrathS der französischen Armee und für die Führung eines Hee res im ' Kriegsfalle auSerfehen; seine feine Auslassungen haben also mchr Anspruch auf Beachtung, als die Aeuße rungen der zwar sehr patriotischen, aber militärisch wohl weniger kompetenten französischen Zeitungen. Die verglei chende Statistik deS Generals bezieht sich einerseits auf die Aufwendungen für die Armee, andererseits auf die Stärke beider Heere. Der deutsche HeereZaufwand deS letzten Jahres war um nahezu 200 Millionen Franks höher, als der französische. Dieser Mehraufwand ist nicht nur auf die stärkere Kopfzahl, sondern auf die bessere Fürsorge für den einzelnen Mann zurückzuführen. Für Ernäh rung. Bekleidung und GefundheitSpflege deS einzelnen Soldaten giebt Deutschland 352 Franks jährlich aus. Frankreich aber nur 273. Dieser Mehr aufwand' Deutschland'S macht sich sehr gut bezahlt, denn von den deutschen Soldaten werden während der Dienst zeit viermal so wenig Invalide, wie von den französischen. Diese bessere Gesundheit deS deutschen Soldaten ist natürlich für den Kriegsfall von größ ter Wichtigkeit, weil dem gesünderen Manne auch die größeren Strapazen zugemuthet werden dürfen. Auch bleibt der Bestand des Feldheeres besser in takt, je kräftiger die Mannschsft ist. Würden also die Franzosen in einem Kriege schon durch Krankheiten einen stärkeren Abgang haben, so. kommt noch hinzu, daß in der französischen Armee schon auf 18 Kombattanten ein Nicht kombattcnt kommt, in Deutschland aber erst auf 27. Auch dkeS erhöht natürlich die numerische Ueberlegenheit der käm pfenden deutschen Armee. Auch hinsichtlich der Friedensstärke stehen sämmtliche Waffengattungen bei den Franzosen zurück. J&ti der Jnfan terie und der Kavallerie find die Deut schen um je ein Zehntel überlegen, bei der Artillerie aber um 2 und bei den Genietruppen sogar um 3& Zehntel. Gerade bei den Truppengattungen also, die im modernen Kriege eine de sondere Rolle zu spielen berufen find, find die Deutschen den Franzosen nu merisch erheblich überlegen. Nun be Häupten die Franzosen allerdings bei der so wichtigen Artillerie die qualita live Ueberlegenheit zu besitzen, weil fiö über ein besseres Geschützmaterial der fügten. Diese Thatsache sei hier nicht näher untersucht, aber eS sei daran erinnert, daß die Oesterreicher 1866 das viel bessere Geschütz, die Franzosen 1870 ei besseres Gewehr hatten, als die Preußen, beziv. - die Deutschen. Trotzdem wurden sowohl die Oefter reicher wie ' die Franzosen besiegt. Be sonders bei den letzteren zeigte eS sich, daß die bessere Qualität der Feuer waffe dann werthloö ist, Uenn eS an der nöthigen Ausbildung fehlt.- Hierin

aber dürfte die deutsche Artillerie der

sranzösischen überlegen sein, ebenso wie 1370 die deutsche Infanterie der sran zöfischen an Echießfertigkeit und Feuer. diöziplin überlegen war. UM Ccklusse nock) ein Wott über die beiderseitig Offizierkorps. DaS deutsche OsMrlorps ln vurq em? strenae DiSUvtin ausaetticknet. denn schon dem jungen Osfizter wird emge schärft, daß. wer befehlen will, auch gehorchen muß. In Frankreich muß. ten erst vor kurzem wieder einige Offt ziere wegen Ungehorsams gegen höbe ren Befehl bestraft werden. Vtes tN der eine, in Deutschland unmögliche Skandal. Der zweite Skandal ist, r r r t . . - t r t Daß Dtcit.UTnziere von ganzen ajinjiti korv5 anderer Regimenter 5taftim mungSkundgedungen erhalten haben, was eine Verhöhnung der Strasgewalt der höheren Stelle bedeutet. Ein Offi zierkorps aber, das in Friedenszeiten so zuchtlos ist, kann auch im Kriege nichts leisten. Ist aber das OffizierkorpS undiszivlinirt. wober soll, dann die Mannschaft die Disziplin haben? Ein ründua, der Mazedonien. Die italienische Regierung ließ dem Parlament ein Grünouch über die mazedznisch? ?lnz?leczenheiten zugehen, das 446 Schriftstücke enthält und sich auf den Zeitraum von Januar 1903 bis Mai 1905 erstreckt. Die ersten Schriftstücke behanveln die Aufstellung des Reformplanes für die ma--zedonischen Wiwjette auf Grund der zwischen den Grafen Lamsdorff und Goluchon?ski in Wien getroffenen Abmachungen, denen sich auch Italien anIchloß, das seinen Botschafter in Konstantinopel anwies, die Schritte des österreichischen und des russischen Botschafters zu unterstützen. Dieses 23ot gehen verfolgte in erster Linie den Zweck, die Gendarmerie unter der Leitung ausländischcr Offiziere zu reozgünisiren. An die Spitze der Gendar. merie elfte im-Einverständniß mit den andern Mächten ein höherer italienischer Offizier gestellt werden. Am 2. Januar wurde der Pforte gegenüber General di Giorgis als für diese Stellung in Aufsicht genommen bezeichnet. Die folaenden Schriftstücke behandeln den Notenaustausch zwischen der Pforte und den Mächten über die Vertheilung der Gendarmerieorganisation nach den einzelnen Bezirken, wobei Italien der Bezirk Monastir unter der Bedingung zugetheilt wird, daß General di Giorgis seinen Wohnsitz außerhalb des Bezirkes nimmt. Am 29. März theilt Minister Tittoni den Botschaftern in Petersburg und Wien mit, daß Italien hiermit einverstanden sei. Am 14. August gibt Tittoni den italienischen Botschaftern im Ausland? Kenniniß von der identischen Note Oesterreich-Ungarns und Rußlands über die Beziehungen zwischen General di Giorgis und den Zivilagenten der beiden Mächte in Mazedonien. Auf die Note erwidert Minister Tittoni in einem Nunderlaß an die.Botchafter. er erkenne vollkommen an. daß zwischen den Organen, denen die Aufgabe der Beruhigung und 'der Reorganisation Mazedoniens zutheil geworden sei, vollständiges Einvernehmen herrschen müsse. Das bedeute aber nicht, daß die Thätigkeit des Generals di Giorgis ei. ner leberwachung irgendwelcher - Art durch die Zivilagenten unterliegen solle. Am 26. Dezember erklärte die Pforte sich damit - einverstanden, daß die Zahl der fremden GendarmerieOffiziere um 23 vermehrt wird. Andere Schriftstücke betreffen das der Pforte von den Botschaftern Oester-reich-Ungarns und Nußlands vorgelegte Finanzreglement. Die älteste Frau Wien'S. Vor Kurzem starb die älteste Frau Wiens, Frau Maria Theresia Lwlla. die ein Alter von 106 Jahren erreicht hat. Sie starb, wie das ,.N. Wr. Tagbl." berichtet, in der Wohnung (Waragassc 23), die sie über sechzig Jahre innc gchabt.hat. . Maria Thz resia Kulla wurde' am 8. Dezember 1799 in Bartelsbrunn bri Nikolsbürg als Tochter des Lehrers Josef Grimm geboren. Ihre Erinnerungen reichten auf mehr als neunzig Jahre zurück. Aus der Franzojenzeit, da noch Napoleon I. mit seiner Armee in Mähren war, wußte sie manches zu erzählen; sie erinnerte sich noch, wie in ihrem Heimathsorte geplündert wurde, wobei auch ihren Eltern alleö geraubt wilrde, was sie durch jähre langen Fleiß gesammelt, hatten. Die fünf Kinder der nun Verblichenen starben bis auf einen Sohn schon in jungen Jahren. Die Kinder dieses Sohnes, der unter Radctzky als Kriegskommissär gedient hatte, wur den von Frau Kulla erzogen. In in niger Zärtlichkeit standen ihr die En sei, Nr. und Ururenkel zur Seite. Frau Kulla erfreute sich bis vor zwei Jahren der besten Gesundheit. Mit großer Freude erzählte sie vor drei Jahren, daß eine ihrer Enkeltöchter die silberne Hochzcitsfcicr begehe und zu gleicher Zeit eine Unlrcnkclin,v)r den Traualtar trete. Im vorigen Jahre überstand Frau Kulla eine Rippenfellentzündung und erholte sich so weit, daß sie sich wieder um ihr Hauswesen kümmern konnte. Allein, eine Fußwunde, die sie sich Mitte No vember 1903 zuzog, fesselte sie aber mals ans Krankenlager. Kürzlich zeigten sich bei ihr die Symptome einer beginnenden Lungenentzündung, der sie erlag.

Vom parlamel'tariscycn guten

Ton". Wer es nicht glaubt so las man dieser Tage im Fänk.Kourier" . daß das bayerische Parlament eine Erziehungsanstalt für den guten Ton ist, bil darf sich . nur die parlamentarischen Berichte ansehen und verfolgen, in welch strenger Weise die beiden Präsidenten den Missethätern gegenübertttten, die gegen Knigzes Umgang mit Menschen und Ministirn" sündigen. Die erste Rüge in dieser Session zog sich der Zentrumsabgeordnete Bühl zu. Bei Behanung der Anträge Dr. Daller und Genossen und Dr. Hammerschmidt und Genossen Maßregeln für die durch Elementarschäden Heimgesuchten in der Pfalz und den übrigen Landestheilen verstieg sich der besagte Volksvertreter zu folgender Aeußerung: Bezüglich der Waldstreuabgabe kann ich den Hochverehrten aus Dutzenden von Beispielen nachweisen, daß die Staatsbehörde, oder richtiger ausgedrückt, die Forstbehörden den reinsten Wucher betrieben haben..." Der Präsident: Ich muß 'dem Herrn Abgeordneten bemerken, daß es nicht angeht, ohne Weiteres bestimmten Behörden den Vorwurf zu machen, daß sie Wucher betreiben." Mit unheimlicher Schnelligkeit folgte diesem Missethäter der Abg. Dr. Heim (Ztr.), der da ausführte: Und erst mit den Forstbehörden, meine Herren! Wir lassen uns seit Jahren hier einseifen..." Der Präsident: Herr Abgeordneter, ich muß ablehnen, als Abgeordneter dieses Hauses anzuerkennen, daß ich mich von Behörden einseifen lasse." (Große Heiterkeit.) In derselben Sitzung erhielt der Mgeordneie Scgitz (Soz.) eine Zurechtweisung für seine Behauptung: Ich halte es gerade für eine historische Pflicht, zu sagen, wie deutsche Minister über die Nothlage des Volkes spotten, wie sie mit dem Volke Schindluder treiben . . ." Vizepräsident: Ich glaube, daß dieser Ausdruck zu weit gehi." Der Abz. Müller. München I (soz.-dem.) leistete sich u. A. die Bemerkung: Wie wär's, wenn die ministerstürzenden Parteien sich einigten und auf das Ganze losgingen? Wir thun dann mit. wir fegen verzeihen Sie, Herr Ministerpräsident! die ganze Ministergarnitur herunter." Vizepräsident: Der Ausdruck Ministergarnitur" ist nicht angängig." Derselbe Abgeordnete sagce in c'xr.ti anderen Sitzung: Man hat, abgefehcn von den Vorschlägen, die in dem Etat enthalten sind, die Petitionen gebürstet." Der Vizepräsident: Petitionen werden in diesem Hause nicht gebürstet..." (Große Heiterkeit.) Bei Verathung des Hauptetats der Militärverwaliunz flocht der Abgeordnete v. Vollmar u. A. ein: Wir sind heute von Herrn Kollegen Dr. Hammerschmidt sozusagen gefrozzelt worden, wenn dieser Ausdruck parlamentarisch ist..." Flugs antwortete darauf der Vizepräsident: Rein, dieser Ausdruck ist nicht parlamentarisch!" Darauf Abgeordneter v. Vollmar: Run. aber bayerisch'ist er." (Große Heiterkeit.) Am .13. Januar Militäretat kam der liberale Wg. Schmidt-Wunsiedl unter die Räder.- Er polemisirte gegen den Abg. Ehrhardi: Bei uns findet sich Keiner, der in solch roher Talt'osigkeit einen Kollegen angreifen würde..." Vizepräsident: Wenn der Redner die Worte rohe Taktlosigkeit" mit Tezug auf den Abg. Ehrhardt g?braucht haben wollte, müßte ich sie als unzulässig zurückweisen." Abgeordneter Schmidt-Wunsiedel (gegen Abg. Müller-Müchen l sich wendend): Aber solche Behauptungen, die widersprochen sind, wieder vorzubringen, scheint uns nach einem lateinischen Grundsatz, den ich hier nicht sagen darf man darf ja hier nicht Lateinisch reden der aber sagt: Es bleibt immer etwas hängen. . ." Präsident: Herr Mgeordnete?, der erste Theil des Spruches, den Sie nicht zitirt, sondern nur angedeutet haben, ist mir nicht unbekannt. (Heiterkeit.) Ich muß doch wohl nicht annehmen, daß Sie beabsichtigten, damit auf einen Abgeordneten hier im Hause anzuspielen." Ueber die Thätigkeit der Kriegö. tiunoe in der Mandschurei, die von dem rusfischen Heere gebraucht wurden, werden jetzt, in russischen Blättern einige interessante Mittheilungen veröffentlicht. Bei der Auffindung von Verwundeten. die in den Maisfe'.dern lngcn. haben sich die Thiere bewährt. Ihre Intelligenz ist erstaunlich, besonders die glischen Hunde sind sehr llug. Sie wurden in Charbin dressirt und ausgeschickt, verborgen liegc.Zde Men schen durch den Geruch ausj indig zu machen. Die Folge davon war., daß sie nie einen Japaner irrthümlic.) sür einen Russen hielten. Während ei".:s Kampfes wurde-, auf diese Weise 23 Leute an Stellen gefunden, wo man sie nie gesucht hätte, alle waren Russen. Das ist sehr bedauerlich sür die Japaner, aber Hunde, die an Europäer gewohnt sind, gehen nie zu Asiaten. Die Thiere wurden auch an eine Stelle geschickt, an der vermuthlich eine Anzahl Japaner lag, aber bei ihrer Rückkehr waren die Wasserflaschen unberührt, ein Beweis, daß sie nicht an den Feind herangegangen waren. Ihren bundertsten Geburtstag feierte die Wittwe Groö lean :n Mülhausen.

Vom Maure.

EzneschöneSchille r-B ü st e für Omaha werden dortige deutsche Bürger errichten. Ein zu diesem Zwecke erwählter Ausschuß hat mit einer der bedeutendsten Kunstgießereien Deutschlands Unterhandlungen wegen einer Vronzebüste eingeleitet. Die Büste wird eine Hohe von ungefähr vier Fuß und einen kalben hziommen unS firft -j - v auf einem künstlerisch ausgeführten locket von Stem erheben, innerhalb einer Wocke sind kürzlich 1200 neue Ansiedler in 250 Eisenbahnwagen nach Süd Dakota eingewandert. Nach allen Anzeichen schließt man, daß die Einwände-. rung :n diesem Jahre bedeutend groner sein wird, als ie vorber. 'Man glaubt selbst bei konservativer Schätzung auf eine Einwanderung von 4v,v0 neuen Ansiedlern rechnen zu können. Ein Schüler desPark College in Parkville. Mo., Namens L. J5. Waaener. svrana neulich, als das Eis unter einer sich mit Schlittschuhlausen ergötzenden Schaar !vcadchen brach, einem der in Gefahr befindlichen Mädchen nach und brachte es auch V - 4 " W gmaucy an s User, ungmancyerweli: war er so erschöpft, daß er sich selbst nicht in Sicherheit zu bringen vermochte. Da seine Hilferufe in der allgemeinen Confusion ungehört blieben, ertrank er. Ueber den traurigen Ausgang eines Hochzeitsfestes wird aus Iowa Falls, Ja.,-berichtet: Der Farmer Levi Nelson ist nahe von hier von einer Brücke gefallen und ertrunken. Er war mit seiner 'Familie auf dem Heimwege von der Hochzeit seines Sohnes begriffen; .am Flusse angekommen, stieg er ab. um dem Kutscher des Wagens die Richtung der Brücke anzugeben, verfehlte aber in der Herrschenden Dunkelheit selbst den Weg und stürzte auf die Eisdecke, wobei er sich eine Wunde am Kopf zuzog. Er wurde bewußtlos und ertrank, da mit dem Gesicht ni's Wasser gefallen" war. bevor seine Familie, die im Dunkeln auf seine Rückkehr wartete, auch nur eine Ahnung hatte, daß ihm etwas geschehen sein könnte. Nach langjähriger geweiblicher Thätigkeit als Kachel- und Mosaikziegel - Fabrikant trifft Samuel Keys von Carrick. Pa., Anstalten, nach seiner Vaterstadt Derby in England zurückzukehren und seine Tage dort in Ruhe zu beschließen. Er ist 75 Jahre alt und der Schöpfer der Kachel- und Mosaikziegel - Fabrikation in Amerika. Er entstammt einer Familie hervorragender Töpfer in Derby und hat von seinem Vater den Schlüssel erhalten zur Herstellung feinen Porzellans. Sein Ehrgeiz war, seinen Namen in Amerika ebenso berühmt zu machen, wie der' Name seiner Vorfahren als Porzellan - Fabrikanten in England. Seine Söhne hatten aber keine Lust zu Thonarbeiten, und somit wird Herr Keys die Rezepte für Herstellung feinen DerbyPorzellans und Töpferwaaren vernichten. ehe er stirbt. Es ist den Mitgliedern der Familie zur Pflicht gemacht, den Herstellungsprozeß als Geheimniß zu bewahren. Voneinem schweren Schicksalsschlag wurde der Deutsche John W.'Helfrich in New Jork betroffen. Ein Polizist sah, ' als er durch 'den City Hall Park ging,, einen älteren Herrn stöhnend auf eine Bank sich nieverlassen und vor Schmerzen sich winden. Auf Befragen erzählte der Unglückliche dem Polizisten, daß er John W. Helfrich heiße, 55 Jahre alt und in No. 573 Washington Ave., Brooklyn. wohnhaft sei; er sei soeben, im Begriff in die Tiefbahnstation hinunterzu gehen, um Verwandte in Harlem zu besuchen, von starken Schmerzen, am ganzen Körper befallen worden und habe, noch ehe er die Bank erreichen konnte, sein Augenlicht schwinden gefühlt und könne nichts mehr sehen. Der Polizist führte den plötzlich mit Blindheit Geschlagenen nach derWache, wo bald darauf ein Arzt vom Hudson Straßen-Hospital den Kranken untersuchte und später erklärte, daß Helfrich wahrscheinlich für Lebzeiten blind bleiben würde. Der Art gab als Ursache eine Nervenkrankheit an. . Der Vorsteher des Jnformations - Bureaus des Ackerbau - Departements vom Staate New York, C. W. Larmon. erschien dieser Tage beim Einwanderungs - Commissär Watchorn auf Ellis Island, um zu fragen, auf welche Weise es gelingen könnte, den Farmern im Staate New York Arbeitskräfte und den brachliegenden Farmen im Staate Farmer zuzuführen. Larmon sagte, daß die Farmer des Staates nicht genügende Arbeitskräfte hätten, und Tausende von Farmarbcitern gewünscht werden; auch lägen 20,000 Farmen im Staate brach, die für wenig Geld erworben werden könnten. Er theilte ferner mit, daß das New Forker Ackerbau - Departement einen ständigen Vertreter auf Ellis Island zu haben wünsche, der solche Einwanderer deutscher oder skandinavischer Abkunft, die kein bestimmteö Ziel im Auge haben, und auch keine Baarmittel besitzen, übernehmen und auf die Farmen, wo Arbeitskräfte gewünscht werden, schicken würde, wo sie -lohnende Beschäftigung erhalten. Commissär Watchorn verwies Herrn Larmon an die deutschen MissionsHäuser und an Capitan Heinzmann vom Deutschen Arbeitsbureau.-

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