Indiana Tribüne, Volume 29, Number 179, Indianapolis, Marion County, 23 March 1906 — Page 4

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Jndiana Tribüne Heraulgeeden von der tatttttg Indianapolis, Ind. .gnrz O.THndiu Prifldeut. SeslhSftSloealt ilo, 31 Süd Delaware Straße. TELfiPHONE 2G9.

Sntcrcd t tne Pott Office oi Indianapolis aa cond dtn matter. Straflosigkeit. Wenn man die Argumente des Bun deLgeneral.AnwaltS Moody gegen die Berechtigung der angeklagten Groß schlechter Straffreiheit zu beanspruchen lieft, so ist eS nahezu unbegreiflich, daß ein freisprechendes Verdikt in dem Falle abgegeben werden konnte. Straffreiheit. sagte Herr Moody. werde verfaffungZmüßig Angeklagten nur zugestanden sür den Fall, daß' sie öffentlichen Anklägern behilflich sind bei der Aufdeckung einer Strafthat, die sich anderweitig nicht' würde beweisen lassen; falls sie, selbst unschuldig, zu der,Ueberführung von anderen Schul dkgen die Hand .boten.,? Noch nie sei von einem Gerichtshofe einem Angeklagten Straflosigkeit ' gewährt worden als Lobn für Angaben, die er nicht auf dem Zeugenftand, nicht unter Eid ge macht hätte. Ebenso, verhalte eö sich aber auch mit den Bestimmungen in dem sogenannten StraffreiheitSPa ragraphen-, der Antitruft.Akte des BundeS'KongresseS. ES werde darin Straflosigkeit für begangene Gesetzes. Übertretungen solchen Personen zuge sichert, die über ihre und anderer Leute Betheiligung an solchen Uebertretungen den Behörden rückhaltSloS die forder liche Auskunft geben. Wo und wann hätten die gegenwärtigten Angeklagten dergleichen gethan? Vorerst und .vor Allem habe man sie garnicht in der vor geschriebenen RechtSform als Zeugen vorgeladen, sie nicht unter Eid vernom' men. Das schließe schon an sich jeden Anspruch aus, den sie etwa auf die Woblthat deS Gesetzes erheben könnten. Straffreiheit sichern können, hätten sie sich nur dann, wenn sie von vorhereln erklärt haben würden, sie müßten be fürchten, sich strafrechtlich zu belasten, falls sie die verlangte Auskunft ertheil ten; 'sie würden de-hald -dle verlangte Auskunft nur dann ertheilen.' falls man sie in aller Form Rechtens als Zeugen vorlade, sie vereidige und ihnen Straffreiheit für etwaige Strafthaten zusichere, deren sie sich schuldig gemacht haben mögen und zu denen sie sich un ter Eid würden bekennen müssen. Daß die Angeklagten nicht auf diese Weise vorgegangen, sei bekannt Sie hätten andauernd in Abrede gestellt und wür den voraussichtlich wieder in Abrede stellen, oder durch die Anwälte in AK rede stellen, daß sie außer ganz unan stößiger Geschäftsgeheimnisse, wie wohl ein jeder große Betrieb sie habe, irgend etwas zu verheimlichen hätten. Man hätte seitens der Regierung ihnen kel - nen Eid" abverlangt und sich damit be gnügt, von ihnen diejenige Auskunft zu erlangen, welche sie freiwillig gaben und geben wollten ohne auf die förm liche Zusicherung von Straflosigkeit zu bestehen, der sie ja entrathe'n zu können behauptet hätten. Die Regierung sei keineSweg verpflichtet, ausnahmslos für Beweismaterial den nur in Ausnahme füllen zulässigen hohen Lohn derStraf freiheit zu zahlen. Sie sei nicht ver pflichtet, jeden Verdächtigen als Zeugen vorzuladen und zu vereidigen, ihm Straflogkeit für Aussagend zusichernd. Sofern eS' ihr und ihren Agenten ge llnge. da? erforderliche Material ander veitkg zu erlangen, ' so dürste sie gar nicht zu diesem letzten und äußersten Mittel ihre Zuflucht nehmen, sofern die RechtSpfle nicht zu einem Spott werden sollte. Im. vorliegenden Falle nun habe sie nicht zu dem letzten Mittel gegriffen. Die in den Geschäftsbetrieb ben der Großfleischer - von Agenten deS HandelS'MinifteriumS angestellten Er Hebungen und Umfragen Hütten in ei nem nur sehrlosen, so gut wie gar kei nem Zusammenhang gestanden mit der ungefähr um die gleiche Zeit vom Ju stizministerium begonnenen und durch geführten Untersuchung. . ominissär Garsield hätte keinen Austrag gehabt, dem Justizministerium Beweismaterial gegen dle Schlacht , hauS.Leute von diesen selbst - zu ver schaffen'. ' Würden ' dir" Schlachthaus Besitzer ihm gegenüber auf Zusicherung von Straffreiheit gedrungen und sich geweigert haben, anders- als unter Eid Aussagen zu machen, so würde er von ihrer Vernehmung Abstand . genommen

haben.. Zur Zusicherung von Straf freihelt vürde er die Einwilligung des JuftizMlnlsterlumS gebraucht haben. Er wrde aber nicht in die Nothwen digkeit versetzt, um diese Einwilligung nachzusuchen; hätte er'S gethan, so würde sie ihm verweigert worden sein. Auf . einen Eww'urf deS Vertheid! gerS Miller, das ein Verdächtigerdoch nicht mehr thun könnte, als den Behörden die Geschäftsbücher vorzn legen, aus denen sich, . falls solche vor Handen, die Beweise für den Verdacht zusammensuchen lassen, erwiderte der BundeSGeneralwalt,,daß um die Vor legung der Bücher' von Korporationen die Regierung nicht laAge .zu bitten brauche. Sie sei besugt .solche Bücher zu beschlagnahmen, falls da5 zweckmä ßig erscheint. .. r .. . ES ist wohl alS sicher anzunehmen, daß die Regierung gegen die Entschet dung deS Richter Humphrey Berufung einlegen wird. Wenn diese Entschei dung als Prücedenzfall bestehen bleiben sollte, so wären.1)er höheren Gesetzlosig keit Thore und Thüren weit geöffnet und die Arbeiten deS Kongreß für Ge f tzvorschriften,' sowie die Bemühungen der zwischenstaatlichen HandelSKom Mission sür die Katze. ! Von einem Vorrecht deS Beamten Standes thätliche Angriffe ungestraft begehen zu können, steht NichtS-in den Gesetzen deS Staates.

Seit die Reform Bewegung im Gange lg und die County'Schatzmeister Aemter nicht mehr so verlockend find, hat auch der Ehrgeiz der Politiker in etwa? nachgelassen. Der Frühling kommt tut Macht, das beweisen die Stöße von Frühlings Gedichten, die uns heute zugingen. Berge von Schnee und Eis müßten un ter der Glüht einiger dieser Kinder der FrühlingSmüse schmelzen. Da dies aber gerade jetzt manche unserer Stra ßen in heillosen Zustand versetzen würde, so werden wir, wie ein alter Freund stets anrathet, den Bullen mit Güte regieren, besonders da wir einen neuen Papierkorb haben. Obwohl unser Unterrichtswesen einen .herben Verlust erleiden würde, falls Schulsuperintendent Kendall sich veranlaßt sehen sollte, daS' glänzende Angebots welche. ihn nach .Cleveland ruft.' anzunehmen, so ist andererseits unsere Stadt in der glücklichen Lage, in der Person deS Professors Robert Nix einen überaus fähigen Ersatz zur Stelle zu haben. Er ist als einer der fähigsten Pädagogen im Lande be sannt und befitzt alle die hohen Eigen fchaften, welche, falls die Vacanz wirk lich eintritt, ihn zum berufenen Nach folger des Herrn Kendall machen. Am 1. Dezember' letzten Jahres war die Bevöilerunzsnster Deutsm land'S 60,605,183, gegen 46,852,260 vor zwanzig und 52,279,201 vor zeh? Jahren. Der natürliche Zuwachs von annähernd 800.000 im Jahr in der deutschen Bevölkerung ist durch den ge waltigen industriellen Aufschwung deS Landes absorbirt worden, während er früher nach andern .Ländern mit gün stigen. Existenzbedingungen aüSwan derte. Die Arbeitskräfte vom Lande. anstatt nach anderen Ländern zu gehen, haben sich in den letzten Jahren den großen Städten und Jnduftriediftricten zugewendet und haben deren ungeheure Bevölkerungszunahme veranlaßt. ES scheint aber, als seien die deut schen Industrien zur Zelt so hinreichend mit Arbeitskräften versorgt, daß wahr scheinlich schon in nächster Zeit, wieder eine Auswanderung überschüssiger Ar beitZkräfte aus Deutschland stattfinden wird. Die Vereinigten Staaten wer den wahrscheinlich davon wieder einen sehr reichlichen Antheil erhalten, weil sie mit die besten Arbeitsbedingungen bieten und nach den deutschen Kolonien begreiflicher Welse Niemand mehr aus wandern will. In Frankreich blickt man mit besonders großer Besorgnlß auf daS rasch: Wachsthum der deutschen Bevölkerung, gegen welches das der französischen in auffälliger Weise zu rückbleibt. ' ' Im Jahre 1870 hatten beide Länder annähernd gleiche Einwohnerzahl. 1885 halle ranlrelq . öütVlV,Wö, tn den nächsten zehn Jahren wuchs eS nur auf nn ft'n rnr m... c w UU.Ul - t ' u WZ 111 ftM W Mlftk & MAftW UhUbAftvr. wkrtlg wird feine Einwohnerzahl auf 39.118,995 - berechnet, also auf noch nicht einmal zwei Drittel der deutschen Bevölkttungsziffer. w . f o- a r i vj r iTinmn nrr .t iinn . rr.rr.rr. G ott lie b L eukh ard t, Die gemüthliche Ecke?, Ecke Noble und Mattet Str.

Die ZZarlliliM.

Wiener Skizze. Unser Geschäft ist eine Kopfarbeit pflegte 'Herr Temeter Stojan. Inhaber eines beliebten Friseurladens in der Vorstadt, gern zu sagen. Dabei schielte er auf den Lehrling Peterl hin. der hinter dem Schaufenster saß und an einem noch halbkahlen Perückenkopf Häare einfädelte. Peterl nickte dann immer demüthig und dachte daran, einmal irgendwo gelesen zu haben, daß ein normaler Mensch 40.000 Haare auf dem Kopfe habe und daß er somit ungefähr die gleiche Zahl werde ein.fädeln müssen. So was ist wirklich eine Kopfarbeit. ' Und unser G'schäft is eine, Art Klinik, Du Raubersbua. wo das Messer und die Scher nach den Regeln der Kunst g'führt werd'n müaß'n; net daß D' glaubst. Du hast a abg'stochene Sau vor Dir. de's D' rasirst." So sprach der Gehilfe, wenn keine Kunden da waren, die er durch eine solche Warnung in ernste Besorgnisse stürzen konnte. Pieringer," sagte dann der Meister zurechtweisend, nennen Sie ihn nicht immer einen Raubersbuben. Ich will ja nicht behaupten, daß er keiner ist, aber es ist gegen die humane BeHandlung der Lehrbuben, die uns. die Genossenschaft immer an's Herz legt, Wenn er was anstellt, so geben Sie ihm den Frisirmantel um und damit basta. Es ist wegen ter Leute.". .. Peterl zuckt bei der Erwähnung des Frisirmantels zusammen , und grisf nach seinem Kopfe, der eine merkwürdige Aehnlichkeit mit dem Titelbilde zu Ludwig Thomas Lausbubengeschlchten zeigte. . Wenn Z bitten darf, Herr Meister sagte er schüchtern. Zs das wirkli wahr, daß ma ehender einmal an die Säu rasiren gelernt hat?" Zu meiner Zeit war's noch." antwartete der Meister mit einem ärgerlichen Seitenblick auf den Gehilfen. Und was gelernt hat man dabei, wenn auch die jungen Leut'' von heutzutag. die alles besser wissen, ihre dummen Witze drüber machen. In meiner. Heimath is keiner frei worden, bevor er nicht mindestens drei mittlere Schweine sauber und fehlerlos rasirt gehabt hat." Habn S' den Schweindln auch die Haar g'schnitten?"- fragte der Gehilfe mit merklichem Hohn. . Sem S' nit so keck, der Bub wird was Schönes von Ihnen lernen! Zun: Hl'arschneiden haben wir Lampeln gehabt, ganz natürlich, und Haarbrennen haben wir auch an Lampeln ' gelernt." ' De Lampeln müass'n guat ausg'schaut hab'n." lachte der Gehilfe; und 's Bartstutzen Haben'S' wahrschein an die Gasböck probirt.". 1 , Bevor der Meister noch erwidern konnte, traten zwei Kunden ein, .denen gleich darauf ein dritter folgte.. Mei ster und Gehilfe setzten sich in Thätigkeit, diese nur unterbrechend, um dem Wartenden von Zeit zuZeit die übliche Beschwichtigung zu geben: Nur- ein paar Minuten, bitte, gleich kommen Sie an die Reihe."- ,,."r: Peterl warf von seinem Platze aus inbrünstige Blicke auf das Stoppelfeld im Gesichte dieses Mannes. Sein Thatendurst, seine Begierde, hier selbstständig mit dem Messer 'einzugreifen, prägten, sich dermaßen deutlich in seinem Benehmen aus, daß der Mann endlich aufmerksam wurde und gutmüthig fragte: Kannst denn Du schon allani' rasiren?" O, bitte, freilich, ich lern' ja schon ein Jahr,", stotterte Peterl, hochroth vor Erregung. Na. so probir's, aber die Gurgel darfst mir net abschneid'n, hörst!" Wie ein Raubvogel schoß Peterl nach dem Hintergrunde, um Schüssel und Snfe zu holen.. Als er an' dem GeHilfen vorbei kam, raunte ihm dieser zu : Harter Bart . . . aufpass en . . . sonst..." " . ' : Peterl seifte feinen Gönner mit allen den edlen Geberden ein. die er. an den Meistern seines Fachs bisher bewundert hatte. Fingerdick trug er den Seifenschäum auf. strich ihn in die Näsenlöcher hinein und ließ blos die Ohren wie em paar verträumte Inseln aus dem weißen Meere be.rvorraaen. Dann zog er oas uceci mu ilaiiryenoenz Geräusch über den Riemen und beaann die gefährliche Arbeit mit einem innerlichen Stoßgebet zu dem heiligen I nuarius, welcyer oer Panon oer vta seure ist. Es ging vorzüglich. Das Messer verübte zwar ein Geräusch, wie wenn in der Küche eine Krennwurze gerieben wird, aber es floß kein Tropfen Blut, und' mit' Aufnahme zweier, -ausge-sprengte: Barthaare war die Operation fast schmerzlos vor sich gegangen. Na. brav, Burscherl." belobte ihn der Gast während der Waschens. Für . ! ni. rr..n . i i Äei Älier lazerii ja ganz pracyn. . Kühn gemacht durch diesen Erfola. n i i m Ilurzie itcn Peien nun aus oas söge nannte Ausrasiren. Da verließ ihn sein Glück, denn plötzlich zeigte sich auf hm - CT tnrt S2 sWnsl.a .ifuli. i w ttinn oes a ues em biutiaer Streifen. Mit offenem Munde starrte oer Verwundete, auf-sem 'Spiegelbild. beklagte sich aber, nicht, um den armen Buben zu schonen. . Peterl verrieth sich ? r.i on-" r n . mJ in -1 einer euurzung tioi ais Thäter, indem er ein gänseeiaroßes Stück Alaun statt auf das Kinn in den offe- '. Y..C ... .l.JI. 11 ixra 2cuno mnemornaie, -, - Nun gab S ein vettakel, ein Vu

sien. Spucken und'Sckimvfen.

und Gehilfe' bemühten sich um Peterls Opfer, stillten das Blut und verklebten hm öen Schnitt. Peterl schlich, unzeimlicher Ahnunaen voll, auf seinen Platz zurück und hörte nur noch, daß ihm der Gehilfe die Worte ZMrt' Hundsknochen!" zuzischte. Als der mißhandelte Kunde seiner Wege gegangen war und auch der Klient des Gehilfen den Schauplatz verlassen hatte, wechselten Meister und Gehilfe einen Blick des Einverständnisses. Nimm den frisirmantel um und setz' Di daher!" rief der Gehilfe Peterl l. L)ie er Metz emen tiefen Seufzer aus und gehorchte. Wie nun der Peterl in dem weisen Mantel geduckt auf dem Marterstuhle saß. nahm oer Gehilse ein Brenneisen. kämmte emen Streifen von Beterls borstigen Haaren heraus und' drehte sie . cn 5 ' in oas zrenneiien mnein. .vab' r Dir net a'saat. dan er ein' harten Bart hat? Thuat ma da mit ein' breiten Messer ausrasiren. Du Kalbsschädel Du?" Dabei zog er das Brenneisen an. bis den Jöalina die Haarwurzeln schmerzten. -!' tt" IPeieri, uoynie. Wirst stad sein!" flüsterte der GeHilfe. Sei froh, daß D' in einer humanen Zeit Lehrbub bist. I hab' für fo was no a paar Watschen magt, wm 'lernt, hab. Aber heunt darf ma Ena Raubersbuam ja nir mehr thuan . . ." Und wieder machte er eine schmerzhafte Drehuyg mit dem Brenneisen. Peterl ließ ein Aechzen hören. Was aesckiebt denn mit dem Buben. bah er so woiselt?" fraate der vom.JIZeister behandelte Herr theilnebmend. . Ah. aar nir " versekte der Gehilfe in gleichgiltigem Tone, 's Haarbren-' nen wird ihm. langsam beibracht. zag ihm grad, wia ma 's Eisen net halten därf: denn mir haben eine webleii . r.' er v. r 1 1 cn.i o v"r oiae. seine unuicoaii. cl uns narr keinem Menschen em Haar gelrümm: werden!" Vrrhäugnikzvottc Halbfchuhr. Ueber den Abgang des früheren Ober-R?gisseurs ds Berliner königlichen Hoftheaters, Grube, erzählt die Nahonal-Zeitung" das folgende amü sante Geschichtchen: Es wa? iowohl hinter den Kulissen des betreffenden Theaters wie in der Bühnenwelt überhaupt seit langem nicht unbekannt geblieben, daß sich dre schauspielerische Eigenart Grubes der Gunst ces kaljerlichen Hausherrn durchaus nicht erfreue und daß dieser sich wiederholt in diesem Sinne gegenüber dem Generaladjutanten Georg v. Hülsen geäußert hatte. ' Eines Tages sollte nun Wilhelm Tell" zur Aufführung gelangen. Ter bisheriqc Darsteller des Geßler hatte absagen müssen, und in der Eile wurde Grube herbelzihrt, der den Landvögt früher wiederholt gespielt hatte. Ein Ungefähr. . wollte, daß der Kaiser gerade ; dieser Vorstellung beiwohnte. Geßler kommt, wie man weiß, in der Avfelschußszene zu Pfsrde. auf die Bühne: Grube hatte unglücklicherweise zu seinen rothen Mephisiotrikots sammetne, .Halbschuhe angezogen. , Der Kaiser. . bemerkte, diesen wunderlichen Fehler und sagte zu v. Hülsen ungefähr:' Er kommt zu Pferde in Sammetschuhen das thut der Regisseur ach habe gen.ug und will ihn nicht mehr sehen!..." Am nächsten Tage wurden von der Generalintendanz die VerHandlungen mit Grube eingeleitet, die dann zu dem Eingangs erwähnten Resültate führten. D-e Ruhe 'in den ruZsischen Ostsee Provin cn ist zwar äußerlich wicderhcrgcstcllt. Dennoch scheint man binnen kurzem mit einem neuen Aufflackern. der bal tischen Nevoliltion zu rechnen zu ha bcn. Die ganze baltische Presse wariit vor dem Optimismus, bxc Rcvoliition als niedergeworfen zu betrachten. EL liegeii aus Wolmar., Wenden, .Wall und Toblcn Nachrichten vor, das; die gegenwärtige äußere Ruhe ein Wie deraufflackcrn der Revolution z'.'m Frühjahr nicht ausschließt. - Sobald die Truppen zurückgezogen werden, dürften die Agitatoren wiederkehren. Im Riga'schen Kreise dürfte trotz der Exekutionen von Massenarrestanten die Beruhigung nicht sobald cintre ten. In Goldingcn hält man die ein getretene Ruhe für , trügerisch. AuS Tukkum wird versichert, daß unter der Asche das revolutionäre cuer fort glin-mt. Im Mitauschcn Kreise traut man der eingetretenen Rübe ebenso wenig wie in Esthland, wc die Bau ern mit in der Tasche geballter Fa.st ihre Unterwürfigkeit versichern Es muß dabei daran erinnert nx"n. daß die Bewaffnung der lettisch:, und esthnischen Bevölkerung auf 40,000 Gewehre geschätzt wird, von denen bisher nur etwas über 5,000, da bei die schlechtestenWaffcn' den .Trup pen ausgelieefrt wurden. Von anderer Seite erfahren . wir. das; die Polizei in Riga in dem Kel ler eines Sauses im 'Zentrum der Stadt 14 Bomben entdeckte, von denen 8 gefüllt und' 6 leer waren. Emcr anderen Meldung zufolge versuchte .ein Schüler des AlexanderGymno siums mit einem' Dolche den Direktor des Gymnasiums zu ermorden. Ter Anschlag Niinlang. 'er.yater wur de verhaftet. - :

Hochverdientes Forscher. Prof. HcilprinS visscnschaftlichc Cxpcditioncn und Erfolge. -

Uebertriebene Z?!tldunge Heilprins Etudic Nordamerikas höchster Berg AmKrater des N-nt P.elee rpfermutbige That-Vialer und Musiker. , Der Naturwissenschaftler Professor iAngelo" Heilprin von der Unidersttät von Pennsylvanien, der neulich zum Krater des Mont Pelce auf Martinique aufstieg, hat berichtet, daß sich nicht nur der Krater seit einiger Zeit in vollkommener Ruhe befindet, fondern daß auch die Meldungen über die Erdbeben, welche Kolumbia und Martinique' vor einigerZeit heimsuchten, übertrieben waren. Die Erderschütterungen' auf Martinique, bei denen mehrere Häuser in Fort.de France zusammenstürzten, waren nach 'den Feststellungen Heilprins nicht auf den Vulkan Mont Pelce zurückzuführen, sondern auf die langsame Senkung' und Festsetzung des Bodens der karibischen See. Professor Heilprin ist einer der verdienstvollsten Forscher nicht nur Amerikas, sondern der Welt. Geboren 1853 als Sohn eines jüdischen Gelehrten in Ungarn, kam er im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Amerika. Heilprin genoß seine erste Ausbildung in Schulen zu Brooklyn und Yonkers, R. Y.; er arbeitete eine Zeitlang in einem Geschäftshause und assistirte sodann seinem, Vater bei der ReVision .der Appleton'schen Neuen Amerikanischen Encyklopädie," für die Angela Heilprin mehrere Artikel schrieb. Von 1876 bis 1879 weilte er in Europa, wo er mineralogische und geologische Studien betrieb. Nach Amerika zurückgekehrt, wurde er 1880 Professor für Paleontologie und Geologie an der Akademie der Wissenschaften in Philadelphia.' Angelo Heilprin hat eine Reihe wissenschaftlicher Expeditionen geleitet, so 1886 eine solche nach dem südlichen Florida. 1888 nach den Bermuda-Jn-Professor Angelo Heilprin. seln, 1890 nach Mexiko und Aucatan, 1896 nach dem Atlas-Gebirge in Marokko und 1898 auf 1899 nach dem Klondike. Gelegentlich seiner Reise in Mexiko stellte Heilprin fest, daß nicht der Popocatepetl, wie bis dahin angenommen worden, der höchste Berg, auf dem nordamerikanischen Kontinent sei sondern daß diese Auszeichnung dem 18,200 Fuß in die Lüfte ragenden Mount Orizaba im selben Freistaate gebühre. Heilprin war der Erste, der eine - sorgfältige wissenschaftliche - Beschreibung der Verhältnisse im Klondike verfaßte. Im Sommer 1892 führte er eine Peary-Hilfsexpedition nach Grönland., wo Leutnant Peary 'zu Ehren des berühmten Gelehrten einen der größten Gletscher der Erde Heil-prin-Gletscher" benannte. Nach der schrecklichen Katastrophe auf Martinique im Mai 1902 reiste Heilprin im Auftrage der New York Preß" mit drei Gefährten nach der schwer heimgesuchten Insel, wo er mit diesen bis zum Rande des Kraters des Mont Pelee emporklomm, trotzdem dieser noch Asche und glühende Schlacke auswarf. Nicht nur hier, sondern auch- auf seinen zahlreichen sonstigen Expeditionen schwebte Heilprin des Oefteren in Lebensgefahr., Die Welt erfuhr hiervon nur von seinen. Gefährten; feine Bescheidenheki und Anspruchslosigkeit verbot ihm. selbst hierüber zu reden. Bei der, Besteigung des Mount Orizsfca, die Heilprin nur mit einem Führer unternahm, glitt der Führer,. der mit Heilprin mittelst eines Seiles verbunden war und in einer Entfernung von 30 Fuß vor ihm herschritt, auf einem mit Eis . bedeckten Abhang aus und rutschte rückwärts. Hinter den Beiden gähnte ein Abgrund. Für Heilprin selbst bestand keine. Gefahr, wenn er das Seil zerschnitt und den Führer seine Schicksale überließ. Er steüte sich jedoch zur Retwng des Führers in dessen Pfad; der heftige -Anprall des Rutschenden warf auch ihn. hin, und beide' glitten abwärts, bis etwa eine Fard von der Kante des Abgrundes ein Loch im Eise das Abrutschen der Gefährdeten zum Stillstand brachte . . Heilprin ist nicht nur ein hervorragender Naturforscher, sondern in seinen Mußestunden auch ein geschickter Maler und Musiker. ; .. . - i Reichlich 800,000 Hau öt h i e r t r im Werthe von $600,000, fallen in Rußland jahrlich den Wölfen zum Opfer. .

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. . . (Etablirt 1853.) . . . Jndiana'S größter Laden. . . Frübjahrs.MuSer für Knaben 'Die Knabenabtheilung ist gut auSgerüstet Ihnen mit .der Sorte von Kleidern aufzuwarten,, für' welche dieses Geschäft berühmt ist Kleider von Qualität und stets' zu einer Er fparniß. T?e Ueberrock Abtheilung ist besonders interessant durch eine Auswahl in Rocken, die über alle Kritik erhaben ist alle Größen von 2 bis zu 16 Jahren, adrette und moderne Muster. Für den kleinen Knaben 'osseriren wir Ueberröcke und. Reefers, in CovertS, Cheviots und Serges Auswahl in. Tan Grau, Braun gemischt, Golf roth und blau Serge mit Messing oder schwarzen Knöpfen, einzelne mit gesticktem Embleme auf den Aermeln, Aus mahl ...C2.40 6U $0 00 Ueberröcke sür die älteren Knaben von 7 bis 16 Jahren, variiren im Preise von....... $2 98 bis $0 00 ' Zweiter Stock. 7 ' mm mx goous co. Hilfe in der Noth. In einem Anfall, von Irrsinn machte eine KhrtrleSL NVr in (Srfnpr jv ( vvv V V V tady, N. N" einen Versuch, drei ihrer t Kinder im Alter . von zwei Monaten,' zwei Jahren und vier Jahren, und sich ' selbst in einer Cisterne im Keller ihres Wohnhauses zu ertränken, doch schlug der unglückselige Versuch fehl, indem . das Wasser in der Cistcrne nur drei Fuß tief war und auf das Geschrei, der fünfjährigen Tochter der Frau Teller ein Nachbar herbeieilte und die Kinder und die Mutter rettete. Die irrsinnige Mutter ward nach einem Irrenhause verbracht. . . H i r s ch j a.g d in der Stadt. Ein großer Hirsch war jüngst aus dem zoologischen Garten in Lincoln Park in iljkcqö entsprungen und nach der Nordseitc durchgebranni; er ranntedrei Männer über den Haufen, würd: aler schließlich von einem Polizisten zu Falle gebracht, gebunden und nach dem zoologischen Garten zurückgeschafft. Tie Hirschjagd dehnte sich über drei Meilen crus und bildete ein riesiges ' Gaudium für die liebe Jugend.. Fußc.ngcr schlojien sich an, und bald folgte -dem flüchtigen Hirsch eine nach Taur nm . r" . zenoen zaylenoe 'ccnscyenmenge. V kr 'neuer Zpoclirirtag. 7 Der kleine Max fragt s:me Mama, wie die Wochentage heißen.. AlS sie ihm diese aufgezählt hat. fragt er ganz verblüfft: Ja. Mama, Du hast doch den Waschtag vergessen!" Europäisches Depatteme. Wechsel, ;4 Creditbriefc, Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Schiffsscheine von und nach Europa. An- und Verkauf ausländischeu Geldes. Nö. 35 Süd Meridian Str, erckants rational Bank. Verlangt - Anzeigen , - . ' rgend welcher rt wnden in Itx ndanalribae Nit 5c ftt Zeilt ffix jede Jnsntto denet. tsucht-ßi tüStiger deutscher SentusegSrtner , der auch Ha,ithine verftehtaus einem Landfitz in all ähe der Stadt. 3afc jung. KKkVg nb Nüchtern sein ; keine grote FamU,e haben. Für den , richtigen Skann eine dauernde, angenehme Stellung. Stachzusrage t Liebe,' Brauerei. ' . , Nrlangt : Porier für eine deutsche virthschast er . W? per lass. Reflettente wollen sich melden bti Henry iktot.- Massachusettl venne und Noble Etr. 3u verkaufen: kinen'Vanxlatz an turn, venne. ,wischeu Htghland. ve. und Orievtal Ytraie,' U bet 125 Kni gfi. Werth $900. Herde ?S, $771 an Jemand der sich ein Ha baue wünscht dcr lausen." Öird nicht a Vers, verkamst die gen thu vernlietlze wollen, ut Strasze und trot totrk. kt.bzngkknUed'eleNri1cheLtch a, be Ettafe. Nach,ns?ak bei , echerek, 12 Stnrm Avenne. . , 1 - . Am WImiIm ftHAVMtl Olli kl 1 Öu vmttn 'wuir vm mviAt M(U . Uniost ffir 11000, ftltet vo , tftt M Jahre. $10. Oarum ndnens geheuere Prämie beiatte? . . . F. D. e;nn. rsent, 7Z Newtvn Tlkhoool. ' '

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