Indiana Tribüne, Volume 29, Number 178, Indianapolis, Marion County, 22 March 1906 — Page 7
Jndiana Tribüne, 2L. März ROV.
A.AsAysAA-
Durch Lcid zur Lirbc llmatt von Id a p c i s l: c r (Fortsetzung.) Sie wollen nicht gesunden!" betonte sie scharf und gequält.. Seine Stimmung ertrug jetzt nichts, das seiner Ausfassung nach einer Rüge ähnlich sah. Wären Sie berechtigt, daran Anstoß zu nehmen!" stieß er erbittert hervor. In seinen dunklen Augen flimmerte ein Strahl, der sie peinlich erschreckte. Sie war unfähig, etwas zu erwidern. Sie fand keine Entgegnung er keine Entschuldigung. Dadurch beschwerten sie sich beide Geist und Gemüth. Und nun sagte er noch finster: Ich habe Freunde und Bekannte hinter mir gelassen; die ersteren spärlich an der Zahl, freigebig jenes Mitleides, das mehr brennt denn kühlt; die letzteren zahllos wie der Sand am Meer. Ich habe es gethan, weil ich durch sie ewig an die Zeit zurückzudenken gezwungen wurde, in der man mich glücklich sah... Soll ich nun zum Ersatz für freiwillig Hingegebenes Anregungen bei Miethlingen suchen?" Elisabeth blieb hartnäckig. Ein neues Leben bedingt neue Anforderungen " Er schnitt ihr das Wort ab. Ich will kein neues Leben in Ihrem Sinne! Ich scheue neue Anforderungen. Nennen Sie es Thorheit, Feigheit, wie Sie wollen aber Sie müßten doch dieses Unvermögen verstehen, da Sie es in so hohem Grade selbst besitzen ... Ich habe es Ihnen damals nicht vorgehalten, habe es auch nicht zu bekämpfen dersucht so reizen Sie sich nun auch mcht an meiner schwache. Elisabeth war sich sofort bewußt, tzorauf er zielte. O, wie legte er sich jenes Nein!" cus, das ihr ein allzu sehr von Zweifeln beeinflußter Augenblick abgerungen hatte! Jenes Nein!" das sie nicht eher vergessen würde, bis es überhaupt' für sie kein Erinnern mehr gab! Aus Unvermögen!" schrie es in ihr seinem Vorwurf nach. Und da lächelte sie traurig. Sein Wort griff ja nicht fehl; ihre Weigerung war einem Unvermögen 'entsprungen dem Unvermögen der bewußten Armseligkeit, die nichts zu bieten hat und nichts zu Hoffen. Jedoch das konnte sie ihm freillch nicht sagen. Ihr Schweigen gab ihm Recht. Und auf dem schwermüthigen Manne lastete die Umgebung wieder einmal mit allem Druck, den ihr ein nach Frieden hungerndes Menschengemüth zu geben vermag. Nichts that ihm wohl, alles quälte ihn bis zur körperlichen Durstrmpfindung; ' das graue, stumpfe Licht des anbrechenden Dunkels, der müde, satte Duft der Dämmerung, die gruftartige Stille ringsum. Seine kraft und klanglose Stimme rief mit schleppende? Mattigkeit nach seinem Kinde. , Ophelia komme heim!" Und als sie kor ihn trat, beide Faustchen voll spate, zerzauste Wiesenzier. ,hob er das zierliche Körperchen mit einer leidenschaftlich zugreifenden Bewegunz hoch und drückte es an sich er mußte etwas an seinem Herzen hal ten. an dem widerwillig und krank schlagenden ein zweites klopfen fühlen. Er trug sie so, bis seine Arme erlahmten, und die hielten beinahe aus bis nach Hause. Zu sprechen brauchte er nicht mehr; das besorgte nun vollauf Ophelia, die über seine Schultern hinweg Elisabeth neckend mit Blumen warf. Als er dann gewahrte, daß das Mädchen mehr und mehr zurückblieb, hielt er wiederholt seinen Schritt an. Und als dies nicht zwecksördernd war, stand er mit einernmal gänzlich still. Da hielt sie neben ihm aus. Ihr nun ausgegjichenes Zurückbleiben war ein unbewußtes gewesen. Sie trug so schwer so schwer an Reue. Ihre Gedanken waren Wunden. Er ist unglücklicher und den Menschen und der Welt verlorener, als du gedacht!' O, wenn er solches. Leben weiterführt! Wie kann ihn da das Glück finden, das du für ihn wünschtest und um deswillen du das angebotene große, heilige Recht von dir stießest!... Wenn es überhaupt kein solches mehr für ihn gäbe? Wird er es je noch suchen wollen?... Warum dachtest du damals nur an die Schönheit jenes, todten Weibes? Du hättest ja zu allererst. zu allermeist seiner Einsamkeit gedenken müssen, seiner Hilflosigkcit in dieser Einsamkeit... Als Ophelias Mutter wäre deinem Vorschlag heute gewiß anderer Lohn geworden was bist und giltst du ihm so ? ... Er wollte dich erheben. Und du hättest nur in Dankbarkeit und Demuth die Hände falten und dich erheben lassen sollen ohne Bedenken. Nie, nie, nie wird eine solche freigebige Stunde mehr an dich herankommen! Und wenn er nun hingeht und, um Ophelia eine Mutter zu geben, das ausgeschlagene, kostbare Geschenk einem 'Weibe anheimgibt, das auch nicht mehr zu bieten hat als du und das nicht jenen Willen in sich fühlt und jene
Kraft, mit denen du für ihn Berge! versetzen könntest ? . . . Nun blieb ihr Begleiter vor dem primitiven Lattensteg stehen, der über den Graben in den heimischen Hof führte. Er ließ ihr den Vorantritt. Sie strebte hastig an ihm vorüber und lief wie eine Fremde vor ihm her in das Dunkel des Hauses. Sie fühlte, daß ihr ein Schluchzen auf den Lippen lag und es ihr in den Augen brannte, und daß ihre nächste Erwiderung auf eine Anrede ein Schrei sein würde. Ihr häuslicher Pflichteifer läßt sie sogar die einfache Höflichkeit vergessen dachte Arno Voß gereizt. Und als er zum Gutenachtgruß sich verneigend an sie herankam und sie sich nicht einmal Zeit ließ, seines plaudernden Kindes Verabschiedung mit einigen freundlichen Worten zu erwidern, durchzuckte ihn ein heißer kräftiger Zorn. Er hätte nach dem gleichmüthigen Geschöpf schlagen können. 9. Kapitel. Va, endlich!" wurde das verlotete Mädchen von Frau 0 Klein in der Küche empfangen. Ich dachte schon. Du hättest Dich mit begraben lassen. Frau Lenz ist bereits eine volle Stunde zurück, und dabei hat sie doch erst noch Blumen auf das Grab ihrer Anne getragen und auf das der Fremden neben der Kirchhofsmauer auch ... Wo bliebst Du denn so lange?" Wir sind über die Felder gegangen." Wir ! Wer denn? Mit wem denn?" Er, Ophelia und ich " Wie Tu Dich ausdrückst und als ob Du nicht mehr sprechen könntest . . . Also Herr Voß? Na, das ist neu!" Ophelia wünschte es so," entschuldigte sich die Gescholtene niedergedrückt. schlüpfte in die große, saubere Wirthschaftsschürze und übernahm ihr Amt. Ja, da nun beinahe alles fertig ist
murrte die vom Herdfeuer etwas erhitzte Frau. Wenn Du Dir nach dem Begräbniß noch einen Extraspaziergang leisten wolltest, frage andermal wenig stens vorher um Erlaubniß . . . Agnes firil 5kov5w?5 vor Aukre?ima. Sie batte Zv:cy oas aino miincomen icyzn man kann ja nicht wissen, ob nicht schließlich irgend etwas passirt war." Ulrich steckte sein ungezogenes Gesicht zur Thür herein. Ist Lisa da?Er lief auf sie zu und sah ihr herausfordernd in die friedlos blickenden Augen. Na.' Du! Jetzt zank noch einmal über mich, wenn ich wieder mal das Essen verpasse! eli Großmama?" Der Junge hat recht." Ulrich spreizte die Arme aus und drehte sich so im Kreise um das ausweichende Mädchen herum. Seine Bewegung sah aus wie tanzlustiger Uebermutb. war iedoch berechnet, die früher so streittapsere Widcrsacherin zu ärgern und womöglich zu treffen. Er glaubte nicht an ihre Ruhe und an ihre Duldsamkeit schon gar nicht. Aber nun stand er starr, denn sie wlch ihm aber mals aus, ja ließ sich ohne Protest von ihm in den äußersten Wmkel neben der heißen Maschine drängen; noch dazu sprach aus ihren Zügen weit mehr die Anklaae und Bitte, denn Äorn oder Widerwillen. Der Knabe lachte verstellt, drehte sich weg von ihr und lenkte seine Ausmerk samleit auf anderes. x.ia, rief yrait itlctn nacy einer Weile. Was stellst Du denn eigentlich an? Du hast noch nicht einen vernünftigen Handgriff gethan, solange ich Dir jetzt zusehe. Mache doch, daß Du mit Fleisch und Thee nach oben kommst. damit auch wir essen können. Ich nach oben " Nun. wer denn sonst? Ich dächte. Du qmqest doch immer. Könnten Sie nicht einmal, Tante . . Das klang flehend. Ei, Du bist putzig ... Er hat Dich wohl beleidigt? ... Sei nicht lächerlich und gehe." Elisabeth nahm die Platte und ging treppauf.
Sie that heute, wie sie noch nie gethan; sie gab, als sie Un Tisch bestellt hatte, das rasche Klingelzeichen und verschwand daün, ohne abzuwarten, ob Vater oder Kind aus den Nebenräumen zum Vorschein kamen. Ich kann ihn nicht sehen, durchaus nicht jetzt," sagte sie sich im Hinabeilen. Und unten wurde ihr dann weh und weher, daß sie zum Trost vor der Nacht nicht wenigstens .noch einmal Lias Lockenköpfchen zwischen die Hände genommen hatte. Frau Agnes rieb. sich vor dem Spiegel des Wohn- und Eßzimmers oU Schläfe mit einem Mentholstift ein. als Elisabeth, fertig in der Küche, sich ihrer Beobachterin zur Verfügung stellte. Ohne ihre Haltung zu verändern, studirte die junge Frau in dem klaren Glase die Züge der Eingetret nen. Mit einer weniger leidenden, aufgeheiterien Miene begab sie sich dann zur Tafel. Ist die kleine Ophelia ein leicht zu leitendes Kind?" fragte sie 'das in sich gekehrte Mädchen anzüglich. Weshalb?Weil Herr Voß Dich zu ihr als Bonne, Zofe oder dergleichen heranzuziehen gesonnen scheint." Elisabeth lächelte ein wenig mit verzogenen Lippen und schwieg. Als was denkst Du denn, die Du heute mit seinem Kinde und dann neben ihm hergegangen bist?" verHorte die mnae ffrau weiter.
.Fragen Sie ihn doch das!" stieß
da das aufgerüttelte Mädchen leidenschaftlich hervor. Ich ich weiß es selbst nicht!" Fieberhitze schlug über ihr Gesicht. Ihre Hände zuckten so stark, daß ihnen Messer und Gabel entfiel. Nun. siehst Du aber doch laufst Du mit. Das brauchtest Du nicht. Er hat nicht über Dich zu bestimmen, wenn er auch erklärlicherweise eine Art Untergebene in Dir sieht Nein!" Himmel, mein Kopf! . . . Schrei doch nicht so. Du willst es wieder einmal nicht wahr haben aus Hochmuth. Daraus bist Du rn uberbauvt zusammengesetzt. Aus Hochmuth verschweiglt Tu auch iedes Wort, das er vielleicht mit Dir gesprochen hat; und Mama hat doch zum mindesten zu verlangen, daß Du offen zu ihr bist. Auch aus Hochmuth wirst Du Dir noch einbilden, Herr Voß nähme Interesse an Dir, da die Verhältnisse so liegen, daß Du am häufigsten mit ihm zu verkehren hast und er Dich braucht." Aber Agnes " beschwichtigte die Mutter. Denke an Deine Nerven." Trotzdem kannst Du ihm nebenbei höchst unsympathisch sein." Das wirkte wie em Druck aus eine frische Wunde. Elisabeth sah glänzerloschenen Blickes in das glühende Gesicht ihrer Peimgerm. Sie vermochte jetzt nicht nein" zu rufen. Es konnti. ja zutreffen. Ja und that das vielleicht auch that dies gewiß auch... Doch was ging das sie an? Was ging das sie nun noch an? Laßt mich doch." bat sie tonlos. Frau Klein half. ihrer Tochter. Du selbst bist wieder .schuld. Lisa. Wenn Du ein bischen auf die Sache eingegangen wärest, hätte Agnes Dir die Wahrheit nicht so heftig gesagt. Du weißt doch, daß ihr nicht ganz wohl ist." Lieblosigkeit ohne Ende. Nach ihrem, nach -dem Wohl der Waise fragte das ganze Jahr niemand Und diese Atmosphäre von Ichsucht. -Härte und Unverstand würde sie nun w?iter umgeben Tag für Tag. Jahr für Jahr, weil sie es nicht gewagt hatte, das anaeotene bobe Glück anzunebmen. zpyeiias yjiuxex: zu wcrven . . . Wenn sie es aelhan hatte und hatte all ihre Kraft eingesetzt für seines Kindes Wohl und Bewachung ob da nicht auch seiner Achtung für sie, seiner kühlen. berechnend abschätzenden, nach und nach die Wärme einiger Sympathie gekommen wäre ? Draußen klingelte es, ein paar leise, feine Töne, als ob eine achtsame Kinderhand die kleine Glocke in Schwingung setze. Das ist Ophelia." sagte sich Elisabeth, als sie öffnen ging. Das schöne Kind stand wirklich vor dem Entree, lächelnd und schelmisch vorwurfsvoll. Tante Lisa, wir haben kein Brot." Welche Zerfahrenheit." schalt Frau Kleins Stimme ärgerlich hinter der nur angelehnten Thür der Wohnstube; und die beiden Frauen kamen heran und erhoben durch ihr Wesen die entschuldbare Vergeßlichkeit zu einem halben Vergehen. Elisabeth eilte, peinlich überrascht, in die Küche. Ophelia strebte hinter ihr drein; aber da nahmen sie die weißen, weichen Hände der jung?n Frau in Beschlag und zogen sie mit in das Zimmer hinein. Ulli! Komm her und begrüße unseren jungen Gast." Der Aufgeforderte trennte sich einigermaßen schwerfällig von seinem halbverzehrten Kompott, trat ein paar Schritt vor, verbeugte sich herablassend und nahm alsbald seine unterbrochene Mahlzeit wieder auf. Ulli. weißt Du, daß das untartig ist " Sie mag mich ja doch nicht." Ist das so, lieb Vüppchen?" Weil er nicht gut ist," erklärte Ophelia freimüthig. Kind, das hat Dir jemand vorge sproch?n. nicht? ... Die Lisa?" Ophelia nickte unbefangen. , Tu mußt nicht alles glauben, was Dir gesagt wird, kleine Lia. 0 Tante Lisa glauben wir alles." Wir!" not!rte sich die schöne Wittwe innerlich. Sie lachte gezwungen. Immerzu! . . . Aber liebhaben kann man sie doch nicht?". . O. ich sehr, sehr!" Mich auch?" Ich weiß noch nicht " Frau Agnes bog sich zu der. Kleinen herab, wie im Verlangen einer hervor brechenden Zärtlichkeit. Ophelia stieß einen leisen, erschrockenen Laut aus und, da Elisabeth gerade eintrat, floh sie zu ihr hin und hing sich an ihren Rock. Lisa.' daß Du nicht etwa denkst. nur das Kind mit dem Vergessenen hlnaufzuschicken. eiferte Frau Klem. hinter dem Mädchen herkommend. Die Ungehorigkeit dulde ich mcht; Du gehst mit und entschuldigst Dich." Ophelia lachte fröhlich auf.' Das braucht doch Tante Lisa mcht! . . Aber mitkommen mußt Du schon, weil Du uns vorhin davongelaufen bist. So gehen wir," sagte das Mädchen fügsam und sah aus wie eine Martyrenn. Frau Agnes lachte hall, spöttisch, halb amüstrt. Du befürchtest wohl, er sagt Dir auf?" Es wäre kein Wunder," grollte Frau Klein. Schweigend entfernte sich Elisabeth, und Ophelia hielt sich dicht an ihrer Seite und vergaß in Eile den Ab-
schiedsknlr.
Unten hatte Frau Klein die gestörte Tafel wieder aufgenommen und sagte unter einem Nachgrollen des gehabten, nichtigen Aergers. Das muß wahr sein: es kommt nichts allein. Lisa macht einem die Behaglichkeit heute wieder einmal rar... jetzt wünschte ich ihr, sie bekäme oben einen Verweis."
Ihre Tochter ließ ein ungläubig beronies les Hm vernehmen. .Du denkst, nein?" .Seine Prinzeß bänat ia so an-ibr n' und da " Ja das ist ciaentbümlick. Unsereins kann sich doch gar nicht für sie erwarmen, geschweige begeistern trotz ihrer Tüchtigkeit." Die Lia ist ihm ein? Knn5 " be hauptete Ulrich kühn. Frau Agnes fuhr auf und fc&lua ibn auf den Mund. Der verwöhnte Knabe war sprachlos. Statt seiner schrie Frau Klein auf. ..Agnes! Ich bitte Dich was was " Die iunae Frau drückte ibr Tasckentuch.an Stirn und Augen. Er soll solche Sachen nicht saaen wenn id) Kopfweh habe!" rief sie. Warum kann er sich mit der Kleinen mckt aut verstehen sie hätte sich da längst an uns gewöhnt " Druckt Dich das. Mußt Du da so schlagen?... Das Kind ist aanz verstört!... Aber Du bist krank..." Äcy r .5awobl . . . Komm zu mir. Hl richen! Komm!... Nimm Dir's nicht zu Herzen. Die Mama wird Dir dafür morgen irgend etwas Hübsches anschaffen." Lisa entfremdet mir noch das eigene Kind," entschuldigte nun Frau Agnes ihren impulsiven Strafakt pathetisch und anklagend. Lisa wieso?" Sie bat oben bei Kerrn Von meinen Jungen schlecht aebeißen. Die Kleine verrieth es vorhin." Und da läßt Du Deine Stimmung so beeinflussen!... den Schlag hätte lia veroient. Eben trat die Besckuldiate zur Tbür herein, schleppenden, matten Schrittes. als rinne ras 3iiu einer jaqizigiatjTT gen in ihren'Adern. AMnollalich rewillkomnuc )ie ein farfe3 G&ämp Dick'" 5?rau Kleins und bannte vollends ihre trägen Füße. Negungslos blieb sie stehen und sah Mit rerstanonikwjen. verounkeuen ÄUgen wie furchtsam in Die tzszene. ?J Gott, setzt nicht auch noch ihres Lebens erbärmlichste Plage! Sieh nur so her, als wolltest Äu wieder nicht Rede stehen. Du hast Ulli oben verleumdet... na hast Du, oder hast Du nicht?" Elisabetb lehnte sich mit dem Rücken an die Thür. Ich weiß nicht " 23as man Mit Aostcht gesagt hat, veraint man nickt so leicht " streute die junge Frau anzüglich ein. Jawohl. Wir haben es von Opyelia." Ophelia ?"... Nun entsann sich das Mädchen. Ich habe ihr einmal erwidert, daß Ulrich nicht gut sei," gestand sie gleichgiltig. Deine alberne, herzlose Ansicht. Behalte sie doch wenigstens für Dich! Du schienest jetzt eine Zeit lang gebessert mußt Du Dich denn immer wieder von neuem verhaßt machen!... Herrgott! Lisa, lehne doch nicht so da, als könntest Du vor Drangsal ausejnander fallen! Ich mag das nicht leiden . . . bist ja sonst so leicht rabiat." Frau Agnes lächelte eigen nach ihrer Mutter hin. Frage sie doch, ob sie jetzt oben Lob eingeheimst hat." Mit einer leidenschaftlichen Geberde verschlang Elisabeth ihre Hände und streckte sie vor. Fragen! Rügen! Verdammen! ...Immer weiter, es ist ja von je so gewesen und hat mich hart gemacht und ungenießbar für alle, alle . . . Aber klagt Ihr mich' nun nicht an, daß ich widerwärtig sei Ihr nicht!" Haben wir das jetzt vertheidigte sich Frau Klein, unsicher geworden durch die Leidenschaftlichkeit der entgegengeworfenen Worte. Die junge Frau, unaufhörlich scharf hinllberspähend nach dem zuckenden. schmalen Gesicht, erhob sich angeregt. Es kann es ja jemand anderes gethan haben eben vor kurzem." Aller Stolz, alle Kraft, aller Trotz in Elisabeth kamen plötzlich nicht mehr gegen das heiße Schluchzen auf. das sich, lange unterdrückt, seinen Weg brack mit wnnden. deraeblick bekämvften Lauten aus dem erwiderungslosen crn....v ... i .ci:. m..;. ujiuiws, inii einem ijqngcu uuicn ausbruck aus d?n verdeckten Auaen. Mutter und Tochter hielten den Athem an vor Ueberraschung. Als sie ihre Blicke wechselten, lag in einem wie dem anderen der Ausdruck innerer Genugthuung über das Offenbarwerden von etwas Verschwiegenem, Ungeahn tem. Bei Frau Klein paarte es sich mit der Weichheit eines flüchtigen Mitleides. (Fortsetzung folgt.) Kampf mit einem K e il e ?. Bei einer SauZaad im Gahlen'schen Forste bei Eisenschmitt. RheinProvinz, gab der Förster Manstein zwei Schüsse auf einen Keiler ab. ohne diesen jedoch tödtlich zu treffin. Nun stürzte sich das verwundete Thier auf den Förster, warf ihn zu Voden und bearbeitete ihn mit seinen scharfen Hauern. Auf die Hilferufe deS F'örsters. kamen andere 'Jäger herbei, die den wüthenden Keiler durch mehrere Schüsse tödteten. Der Forstn war an den löelnen schwer veneZt.
Europaische Nachrichten.
grsaß'Lothringen. Straßburg. Der Oberleutnant Schütze, der beim hiesigen Husarenregiment startd. wurde jetzt endlich in Cyarlottenburg wegen Wechselfalschung verhaftet. Schütze hat in Straßourg ungeheure Schulden und Betrügereien gemacht.' Einen hiesigen Bantier legte er mit nicht weniger als 50.000 Mark herein. . B l o tz h e i m. Von einer umstürzenden Pappel wurde hier eine Frau Muhlhans erschlagen. Volchen. Auf dem hiesigen Bahnhofe wurde Bremser Schweickhard aus Sablon bei Metz von einem Zuge überfahren und sofort getödtet. Haaenai In geistiger Fnfche und körperlicher Rüstigkeit beging die unter dem Schriftstellernamen Rebe weit über die Grenzen des Elfasses hinaus bekannte Frau Pfarrer Michel ihren 80. Geburtstag. R e m 1 1 l y. Kurzlich entdeckten Vahnbeamte in dem länas des BahnZörpers der Station fließenden Riedkanal eine menschliche Leiche, welche als diejenige ldes seit der letzten Christnacht vermißten 40 Jahre alten Knechtes Edmund Genson aus dem benachharten Dorfe Adainrourt erkannt wurde. Mecklenburg. Schwerin. Der verstorbene Rentier Friedrichs hat in seinemTcstament verschiedeneLegate ausgesetzt, darunter hat er der Realschule für Stipendien an 'unbemittelte Schüler 2000 Mark, der Bürgerschule zu gleichem Zweck 3000 Mark und der Fortbildungsschule 1000 Mark vermacht. Der . Stadt wird später ein größeres Kapital zufallen, dessen Zinsen zetzt die noch lebenden Erben des Verblichenen erhalten. G L st r o w. Der Arbeitsmann Ott feierte sein 50jähriges Bürgerjubilaum, zu dem ihm Magistrat und Bürgerausschuß durch Deputaion ihre Gluckwunsche aussprechen ließen. R o b e l. Vor Kurzem erlitt der in der Sägerei des Zimmermeisters A. Veyer Hierselbst beschäftigte Zimmermann I. Frenz aus Cambs einen schweren Unfall. Er kam beim Oelen der in Betrieb befindlichen Kreissäge der letzteren zu nahe, wobei ihm die Kniescheibe des linken Beines durchschnitten wurde. Der Verunglückte' wurde in das Rostocker Krankenhaus gebracht. Rostock. Die Kornmakler - Firma Ferd. Matz Hierselbst konnte auf ihr LOjähriges Bestehen zurückblicken. Der Vater des jetzigen Inhabers, der Kaufmann Ferdinand Matz, wurde am 4.Januar 1836, an dem er damals sein 32. Lebensjahr vollendete, als Bürger und Kornmakler beeidigt. In der langen Zeit ihres Bestehens hat die Firma unter ihrem Begründer wie unter dessen Nachfolger sich eine geachtete Stellung in der Geschäftswelt zu erwerben gewußt und den Kreis ihrer Thätigkeit stetig ausgedehnt. Wesenberg. Dem Hegemeister Schlange wurde am Tage seiner Pensionirung, das ihm von dem Großherzöge verliehene silberne Verdienstkreuz des Hausordens der Wendischen Krone durch den Landforstmeister überreicht. Hegemeister Schlange stand bereits seit dem Jahre 1850 in Diensten des Großherzogs. Hldenburg. Eutan. 'Einen sckweren Unglücksfall erlitt der 8iährige Sohn des Apothekers Herbst hier, indem er unter einen mit Eis beladenen Wagen gerieth und -ihm bedauerlicherweise eine Hand abgefahren wurde. S t o l l h a m. Die Gastwirrhschast des Herrn Gerh. Cuhr ist für ' den Preis von 31.000. Mark an Herrn Kaufmann Hermann Behrens übergegangen. Westcrstede. Her? Hauptlehrer Ohlenbusch und Frau zu Ocholt könnten ihre silberne Hochzeit seiern. Brake. Für unsere Stadt ist das Jahr 1906 ein recht bedeutsames; es sind nämlich fünfzig Jahre verflossen, seit dem damaligen Orte Stadtgerechtsame ertheilt wurden, und zwar unter Julegung der Ortschaften Harrien und halb Fünfhausen (bisher zu Hammelwcrrden gehörig) und der Ortschaft Klippkanne (bisher zu Golzwarden gehörig). Die genannten Ortschaften blieben vorläufig noch nach Hammelwarden und Golzwarden eingepfant, bis die junge Stadt 1859 zur eigenen Kirchengemeinde erhoben wurde. während scho.'. 1858 eine Kirche ge bau tworden war. Ireie Städte. Hamburg. Großfeuer entstand letztens in Allermöhe. Das bckannre Wirthschaftsgebäude Zur Bergcwrfer Schleuse", eines btx alten Gebäude im hiesigen Landgebiet, wurde vollständig zerstört. Weithin sichtbar, röthete der Feuerschein den Himmel. Das Feuer ist im Pferdestall, unter der Bühne, ausgebrochen, wie man vermuthet, infolge von Brandstiftung. Das Mobiliar wurde vernichtet. Der Besitzer Wstpfahl hatte diese WirthIchast txt kürzlich übernommen. Ein schwerer Unfall ereignete sich auf dem Kuhwarder. Der Bootsmann H. BruhnS von dem dort liegenden Dampfer .Albano- war mit mehreren Ka
meraden aus Schrffsbesuch gegangen. Auf der Nuckkehr fiel er von der KaiiMtr und üüttte m eine Sckure wi
er bewußtlos aufgehoben wurd'el'Während der Ueberführung nach dem Hafenkrankenhaus starb aber der Verunglückte an den erlittenen Verletzungen. Der bei der Deputation für das Beleuchtungswesen angestellte Kassenbeamte Jsterling machte in seiner am Wandsbeckerstiea belegemn Wohnung den Versuch, sich zu erschießen; er wurde sehr schwer verletzt rn'S Krankenhaus gebracht, wo er bald nach seiner Einlieferung gestorben ist. Die Motive der Handlung Jsterlings sind sehr trauriger Art. Er hatte seiner Meinung nach Schuld daran, daß seine Tochter das Haus verlassen hatte; als er bereits die Waffe gegen sich gerichtet hatte, kehrte die Tochter in's Haus zurück. Bremen. Die am Ansgarithor vor der Georgstraße durch Ueberfahren getödtete Frau ist als die 86 Jahre alte Wittwe Degener aus der Hopfenstraße erkannt. Der 'Schlachterwagen ist von dem 19 Jahre alten Schlachtergesellen Reinhold Viele geführt worden; nach den ' übereinstimmenden Aussagen mehrerer Augenzeugen soll der Schlachtergeselle, der vom Schlachthof gekommen ist, gejagt und dadurch den Unglücksfall veranlaßt haben. Ihr 25jähriges Bestehen beging die Buchund Kunsthandlung von H. W. Silomon, deren jetziger Inhaber die bereits im Jahre 1800 von I. G. Hcyse gegründete, später an C. Ed. Müller bezw. F. Riemenschneider und G. Rauchfuß übergegangene Firma im Jahre 1881 erwarb. Lübeck. Hier erhängte sicy ver Pächter, der hiesigen städtischen Wassermühle Bunde und bald darauf machte sein Buchhalter Teß durch Erschießen gleichfalls seinem Leben ein Ende. Wie sich herausgestellt hat. sind ' verfehlte Spekulationen der Grund dieser 'Verzweiflungsthaten. Die
finanziellen Verluste der Beiden belfen sich auf etwa 60,000 Mark. Der Tod des Teß ist um so tragischer, als er nur lurze -Znt vor seiner Hochzeit stand. Schweiz. A a r a u. Hier ist auch der zweite der beiden an Genickstarre erkrankten Kavallerierekruten gestorben. Der Berstorbene heißt Hans Schwenter und ist von Saanen. Gens. Das Verfahren aeaen den der Fälschung und Veruntreuung öfsentllcher Gelder beschuldigten ehemaligen Vorsteher der kantonalen Kunstgewerbeschulc, Becherat - Gaillard. ist auf Grund einer erlassenen Verfügung der Untersuchungsbehorde eingestellt worden. G l a r u s. Im Kantonsspital ist Regierungsrath Dr. Peter Hefti, Prästdent verschiedener industrieller Unternehmungen, im Alter von erst 49 5)kabren estorben.
Huttwil. Bei Einbruch de? Nacht ging das große Oekonomiegebäude des .Verwalters Kneubühler in Auffhusen in Flammen auf. Möhnthal. Heinrich Meier, Veteran, starb in Möhnthal, Kanton Aaargau, im selten hohen Alter von 96 Jahren. ' S ch a f f h a u s e n. Bei der Stadtschülrathswahl wurde der von den Freisinnigen und Socialdemokraten portirte Prof. Haug mit 1054 Stimmen gewählt, während Waisenvater Veck, Candidat der Liberalen, nur 690 Stimmen erhielt. Winterthu r. Die auf sonmger Höhe über Winterthur liegende Ge meinde Vrütten hat durch einen erschütternden Unglücksfall einen ihrer besten Bürger verloren. In seiner Scheune glitschte von einer Leiter der erst 48jährige Friedrich Valteusberger, Kirchenpfleger, aus. Er erlitt einen Schädelbruch und starb im Verlaufe einer halben Stunde. Oesterreich -Miigarn. Wien. Der Orientalist Pros. Äustav-Bickell ist im Alter von 67 Iahren gestorben. Vom SÄneebers ist der Kommis Anton Lux von hier ab gestürzt. Er erlitt schwere innere Verleungen und wurde von derNettungs station in Reichenau in das dortige Spital gebracht. Letztens wurde der 25jährige Schlossergehilfe Wenzel Soul. Feßtgasse No. 14 wohnhaft, in der Rosensteingasse mit einer Stichwunde am Halse aufgefunden. Jn's Stephaniespital gebracht, ist er bald darauf gestorben. Es wurde ermittelt, daß Soul in einem Gasthause in Hernals aus geringfügiger Ursache einen Streit mit mehreren Gästen hatte. Der Streit pflanzte sich auf die Straße fort. Soul sowie der 28jährige Hausbesorger und Schuhmacher Ferdinand Grund wurden durch Messerstiche schwer verletzt. O l m ü tz. Hier verschied nach längerer Kraßheit der Weihbischof Josef Weinlich. Der Verblichene wurde im Jahre 1831 zu Worlicek in Böhmen geboren. Rohrbach. Die vor kurzer Zeit total niedergebrannte hiesige Spinnerei wird von der Pottendorfer Spinnerei-, Aktiengesellschaft nicht mehr aufgebaut werden. Es soll die Absicht bestehen, die 400 Pserdkrafte-Wasserkraft. das Wohngebäude und die dazu gehörenden Grundstücke zu verkaufen, und es wurden, wie es heißt, mit einer Gruppe Metall - Industrieller ldie diesbezüglichen Verhandlungen bereits eingeleitet. Von den durch den Brand brodlos gewordenen Spinnereiarbeitern sind die meisten schon untergebracht, .viele' von ihnen ,sind nach Deutschlands ' :nd Sachen übergesiedelt. .
