Indiana Tribüne, Volume 29, Number 178, Indianapolis, Marion County, 22 March 1906 — Page 5

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Oöosia Erzählung von K. Witirfnflrtrt. Gin eigelithümlics säendes, lang gezyeneS Signal ließ "Mr. Focd er staunt aufblicken. Es irar in den "Nad inittagsslunden :ines JulitogeS, in welchem in denk gewaltig aufblühenden Chicago eine schier unerträgliche Hitze herlscbte. Man schrieb daö Jadr 1880 und Chicago war seit den: großen Brande eine Großstadt von über fünf hunderttausend öinlvohnein geworden. Food pflegte sonst um diese Zeit nicht Nachmittags in seinem Komptoir zu sein, sondern in einem kühlen Hinterzimmer seiner Wohnung sich ein seidenes Taschenluch über das Gesicht zu hängen und im ehnstuhl zu schla sen. Heute datte er aber eine sehr dringende, geschäftliche Sache zu erledigen, und deshalb war er zu ungewohnter Stunde in seinem Pnvatkomptoir be schäftlgt. Er hatte eines der ersten Gesckäfte von Mode- und ufuswaaren und war jeyt schon ein reicher Mann, ör hatte zwar starke Konkurrenz, aber er dachte noch nicht daran, sich zurückzuziehen und den Gegnern das Feld zu überlassen. ürst wollte er mehrfacher Millio när werden, und als smarter Aankce gab er sich alle Mühe, dieses Ziel zu erreichen. So hatte er neuerdings wieder eine Reklame vorbereitet und in Szene gesellt, die ihm einen ungeheuer' lichen Zulauf versprach. Mr. Food

kanute seine amerikanische Kundschaft. Jdolin," das roar das Schlagwort, mit dem er seit sechs Wochen die ganze Bevölkerung nicht nur in Chicago und der umliegenden Gegend, sondern im ganzen Staate Illinois in Aufregung versehe. Da? Wort Jdolin sollte für Food geÄissermaßen ein Panier werden, nir dem er einen großen Sieg zu crkärfen gedachte. Zuerst war das Wort Idolin an den Bäumen, Hau fern und Zäunen, an denen die Eisenbahn vorbeifuhr, überall ersckienen. Fccd hatte es durch Maler au den ausfallendsten Stellen anpinseln lassen. Nachdem dies Wort den Jkeisenden besannt gewzrden war, fand es sich auch in den Jnseratseiten der bedeutendsten Zeitungen Chicagos ein. Diese brachten acht Tage lang über die halbe Seite nur das Wort Jdolin. Tann machte der geschäftskundige und kluge Mr. Fosd eine achttägige Pause, und nach dieser brachten die Zeitungen vierzehn Tage lang sogar über die ganze Seite das Wort Jdolin. Auch die anderen Zeitungen in Illinois schleuderten täglich dem Publikum das Wort Jdolin in ihren Jnseratenspalten in das Gesicht. Was war Jdolin? Noch wußte es Niemand. Food allein wußte, daß ein neues, sehr harmloseö Parfüm, dcffen Herstellung ihm sehr billig zu stehen kam, unter dem Namen Jdolin auf den Markt gebracht werden sollte. Viele Tausende von 'Dollars scyre Food bei der Sache zu, aber er wußte cS .sehr genau, daß der Kaufmann, der Reklame treibt, einem Säcmann gleicht, der von den Körnein, die er anscheinend zwecklos in den Boden wirst, eine reiche Ernte erwartet. TaS Wort Jdolin erschien schließlich auch als Plakat in den Eisenbahnwagen, in allen Gastwirthschaften. Die Bewohner Chicagos fanden es sogar am Morgen, wenn sie durch die Straßen gingen, mit Schablonen auf die Trottoirs gepinselt. Food sparte auch das Geld nicht, um die Zeitungen noch anderweitig sich dienstbar zu machen. Da brachte die eine einen gar schön geschriebenen Bericht, wie zwei alte Freunde in Streit darüber gerathen seien, was Jdolin bedeute, wie dieser Streit so heftig geworden, daß sie schließlich zu den Revolvern gegrifsen und auf einander geschossen hätten. Andere Zeitungen meldeten von ungeheuerlichen Wetten, die darauf abgeschlössen sein sollten, was Jdolin eigentlich sei ; es wurde von zurückgegangenen Verlobungen wegen Jdolin erzählt, von Familienglück und -Un-glück, das dnrch dies geheimnißvolle Wort entstanden sein sollte; kurzum, Mr. Food verstand eS, die Neugier des Publikums auf das Höchste zu erregen. Der gewandte Mann saß also in sei' nem Privatkomptoir und rechnete soeben zum letzten Mal die von ihm aufge- . stellte Bilanz über Jdolin aus. Dreißigtausend Dollars halte er bereits für Reklame ausgegeben, in der vorletzten Woche wollte er noch zehntausend, in der daraus folgenden zwanzigtausend Dollars anwenden. Dann sollte die Bombe platzen. Es wurde dem Publikum dann mitgetheilt, daß Jdolin ein neues, noch nie dagewesenes Parfüm sei. Die sechzehn Schaufenster, die Food in seinem Geschäftshaus im ersten und zweiten Stock hatte, sollten an einem Morgen von oben bis unten alle mit sauber elikettirten und glänzend ausgestatteten Flaschen voll Jdolin gefüllt sein, und dann konnte ' der Verkauf und mit ihm die großen Einnahmen beginnen. Wenn Food nur einigermaßen Glück mit seiner Jdolinspekulation hatte, dann verkaufte er gut und gern hunderttausend Flaschen auf den ersten Anlauf. Cr nahm für die Flasche zwei Dollars fünfzig Cents. Dies machte also zweihundertfünfzigtausend Tollars. Die Flasche Parfüm kostete ihm rund einen halben Dollar. Zog er von der Einnahme also die sechzigtauseud Dollars Reklamekosten ab, so hatte er noch immer ein glänzende Geschäft gemacht, einen Reingewinn .von einhundertundvierzigtau-

sznd Dollars. Und die Einnahmen stiegen, wenn er die Reklame nur ganz sanft in den nächsten Monaten anwandte, höchst wahrscheinlich noch um weitere hunderttausend Dollars. So versunken Food in seine Bercchnungen war, so wurde er doch, wie bereits erwähnt, durch das laute Pst das an sein Ohr drang,, aufgestört. Cr trat an das Fenster und sah durch eine Lücke des herabgelassenen dünnen BorHanges in den Hof hinaus. Das große Geschäftshaus bestand nämlich aus einem Vorderhaus mit zwei anstoßenden Seitenflügeln und einem Hinterhaus. Im Vorderhaus befanden sich die Läden und Geschäftsräume, im Hinterhaus und in dem einen Seitenslügel waren die Lagervorräthe untergebracht, und in dem anderen Seitenslügel wohnte Food mit seiner schon seit Jahren an den Rollstuhl gefesselten Frau und seiner Tochter Polly. Mr. Food entdeckte in der obersten Etage an dem Fenster eines Zimmers, das zu Komptoirzwecken diente, einen männlichen Kopf, und zwar erkannte er seinen Buchhalter Abel. Soeben gab dieser junge Mann wieder das Signal, welches die Aufmerksamkeit irgend einer anderen Person erregen sollte. Unwillkürlich sah Food sich nach dem Gegenüber Abelö um und entdeckte zu seinem Erstaunen an einem Fenster der dritten Etage des Lagerhauses den Kopf seiner Tochter Polly. Food erlebte dann eine große Ueberraschung. Er sah, wie seine Tochter

mit Abel nicht nur verliebte Blicke wechselte, sondern wie sie sich auch gegenseitig Kukhände zuwarfen.. Die Liebenden waren wie alle Leute, die heimliche Herzensbeziehungen zu einander haben, recht unvorsichtig. Um diese Zeit lag zwar im Hinterhause und dem Seiteuflügel Alles im Schlaf, was nicht direkt mit Packen und Aufstapeln beschäftigt war, und. ein Lauscher war nicht so leicht zu befürchten ; immerhin hätten die Liebenden, wie ersichtlich, größere Vorsicht anwenden können, denn jetzt wurden sie von Food belauscht, und dieser schien über das, was er entdeckt hatte, keineswegs erfreut zu sein. Die Liebenden bedienten sich offenbar einer geheimen Telegraphie, einer Art Fingersprache, wie sie die Taubstummen unter einander in Anwendung bringen, denn sie signalisirten lebhast mit allen zehn Fingern einander zu, wobei sie bald einzelne Theile ihres Gesichts, die Schultern und so weiter mit den Fingern berührten. Dann schienen sie sich über irgend etwas gceinigt .zu haben, es wurden noch einige Kußhände hin und hergeschickt, hierauf verschwanden Beide vom Fenster. Food ging ungefähr eine halbe Stunde lang in seinem Privatkomvtoir auf und ab, dann klingelte er und befahl dem Hausdiener, er solle sofort den Buchhalter Abel herrufen. . Als dieser etwas erstaunt wegen der ungewohnten Vorladung bei Food erschien, sagte dieser: Es ist Ihnen U sannt, daß Sie nach dem Vertrag, den wir abgeschlossen haben, niemals hier in der Stadt in das Geschäft eines Konkurrenten eintreten dürfen, bevor nicht drei Jahre seit Ihrem Weggange von mir verflossen sind?" Abel machte ein etwas erstauntes Eezicht. Dieicr Passus unseres Kontraktcs ist mir sehr wohl bekannt," erwiderte er. Nun gut. Sie wissen also, wonach Sr sich zu richten haben. Gehen Sie an die Kasse und lassen Sie sich Ihr Monatsgehalt auszahlen. Sie sind entlassen. sic haben hinter meinem Rücken ein Liebesverhältniß mit meiner Tochter angeknüpft, und das dulde ich nicht. Aber, Herr Food, ich -Kein Wort weiter. Sie wissen. Zeit ist Geld, und am allerwenigsten soll man die Zeit mit unnützen Dingen todtschlagen. Jedes Wort ist überslüs sig. Sie sind entlassen und ich empfehle Ihnen in Ihrem eigenen Interesse, keine Annäherungsversuche an meine Tochter zu machen. Me,ne Tochter ist zu gut für einen hergelaufenen deutschen KomuiiS. Sollten Sie es doch versuchen, mit meiner Tochter in heimliche Verbindungen .zu treten, so werde ich die nöthigen Maßregeln dagegen ergreifen. Hüten Sie sich also!" .Sehr wohl, Mr. Food," entgegnete Abel, der durch die groben Worte des Chefs keineswegs eingeschüchtert war, auch ich will die Zeit nicht mit der Behandlung unnützer Dinge todtschlagen. ES ist bei Ihren Eharaklereigenschaften zwecklos, mit Ihnen vernünftig reden zu wollen. Ich gehe, aber Sie werden von mir hören." Food lachte verächtlich aus, dann winkte er ebenso verächtlich nach der Thür, und Abel verschwand. Schon eine Viertelstunde später hatte er das Geschäft verlasset und noch an demsel den Abend machte er sich auf die Suche nach einer neuen Stellung. Er hatte aber damit kein Glück. Auch am nächsten Tage begab er sich persönlich yd .11 rtt . ! i e 5 . . . ailen vzieicuaslen, oie nicht eine virelte Konkurrenz für das Geschäft Foods waren, denn er wollte gerne in Chicago bleiben, um der Geliebten nahe zu sein, aber Alles vergeblich, und am vierten Tage erfuhr er endlich,, daß Food turch ein vertrauliches Cirkular alle größeren Geschäftsleute in der Stadt ersucht hatte, den entlassenen Buchhalter unter keinen Umständen zu engap.iren. Food spielte in der Geschöslöwcl: Ehicagcs eine große Rolle, er war auch in politischen Dingen eine angesehene Persönlichkeit, und so suchte man sich ihn zum Freunde zu erhalten.

Abel ging betrübt nach Hause und hatre hier eine recht ärgerliche Stunde voll Gram und Zorn gegen Food, der ihm die Existenz abzuschneiden suchte und ihn auf diese Weise in der Stadt unmöglich machte. Als er gegen Abend ausgehen wollte, begegnete ihm ein kleines, zerlumptes

Mädchen, das ihn fraate. ob er Mr. UIU U 111 1. 11, VUV lllillii; W V - Charles Abel sei und ihm alsdann einen Brief zusteckte. Abel cssnete den Brief, der keine Adresse trug, und er kannte sofort die Handschrift Polly?. .Mein lieber Charles,- schrieb das Mädchen, ich werde Dir immer tren bleiben und nichts )cli mich ron trennen. Der Vatcr hat mir eine furchtbare Szene gemacht, cr hat gcschworen, daß er Dich aus Chicago fortbringen will, aber ich bleibe Dir treu für immer. Willst Tu mir schreiben, so wende Dich an die Leute, durch die ich diesen Brief besorge." Auf Befragen erzählte das Mädchen, sie gehöre einer irischen Familie, die in einem Hause Foods wohne, das richt weit von dem GeschästSgebäude stehe, und gab Abel genaue Auskunft, wo er sie treffen könne, wenn er ihr etwa eine Botschaft einzuhändigen habe. Charles Abel hatte eine schlaflose Nacht. Daß er Food nicht besonders wohlgesinnt war, ist wohl selbstvcr ständlich. Cr haßte den reichen Mann,' der seine Stellung und seine Ueber macht gegen ihn in dieser Weise miß' brauchte, ihm die Cxistenz in der Stadt unmöglich machen wollte, um ihn von der Geliebten zu trennen. Cincn her gelaufenen deutschen jZommiS hatte Food ihn genannt. Nun, Abel wollte ihm zeigen, was dieser hergelaufene Deutsche konnte. Diesem anmaßenden Aankee sollte mit der eigenen Münze heimgezahlt werden. Als der Morgen kam, und die Sonne in das Zimmer schien, hatte Abel soeben berechnet, daß seine ge sammte Baarschaft fünfhundert Dol lars betrug. Das war nicht viel, aber für einen gewandten und entschlossenen Menschen hinreichend, um damit zu beginnen. Abel schlief noch thu Stunde, und als es neun Uhr war, trat er, elegant gekleidet, vor die Thür desöoardinghauses, in dem cr wohnte, und salj rccht sicher in die Welt hin aus. Cr wollte sich selbst ctabliren und seinem, ehemaligen Chef zeigen, was ein in Amerika smart- gewordener Deutscher könne, wenn cr wolle. In einer Vorstadt Chicagos lag eine große Seifenfabrik. Zu dieser lenkte Abel seine schritte und verlangte den Direktor zu sprechen. Diesem nannte er seinen Namen und fragte ,dann sofort: Wie groß ist Ihre Gesammt' Produktion im Jahre, Herr Direktor, und wie hoch können Sie die Leistung Ihrer Fabrik bringen?" Meinen Sie dem Gewicht oder dem Werthe nach?" fragte der Direktor. . Ich meine dem Werthe nach." ' Wir können unsere Produktion auf einen Werth von ungefähr einer Million Tollars jährlich bringen." Sehr gut," erklärte Abel, und wie viel Bestände haben Sie?" Wir haben ungefähr für hunderttausend Dollars fertige Seife liegen." Gut. Ich kaufe diesen Borrath und nehme Ihnen auch die Hälfte der nächsten Jahresproduktion ab." Hm," entgegnete der Direktor etwas zögernd. Mit wem habe ich eigentlich das Vergnügen?" Mein Name. ist, wie ich Ihnen bereitö sagte, Abel. Ich war bisher Buchhalter bei Mr. Food und beabsich' tige, mich selbstständig zu machen." In Teutschland wäre aus diese Bemerkung hin Abel wahrscheinlich hinausgeworfen worden, in Nordamerika aber hat man andere Ansichten vom Geschäft und von der Praxis des Lebens. Der Direktor maß nun sein Gegenüber mit einem forschenden Blick und versetzte: Da es sich um eine bedeutende Summe handelt, so geben Sie mir vor Allem Ihre Zahlungsbedingungen an." Ich saure gegen baar erkläite Adel, und beanspruche nur einen achttägigcn Klcdit für den Anfang." .Hm. Wollen Sie mir nicht die Sache näher erläutern?Mit Vergnügen, doch bitte ich in jedem Falle um strengste Verschwiegenheit." Dann zog er seinen Stuhl näher an den des Direktors heran und begann im Flüstertöne seine Mittheilungen. Als er eine lzalbe Stunde später das Bureau des Direktors verließ, sah ihm dieser erstaunt ach und murmelte : Hätte niemals gcglaubt, daß einer von diesen Deutschen auf solche Idee kommen konnte, 13 it eine Schande, daß nicht ein 'Eingeborener so klug gewesen ist. Aber ganz gleick, Geschäft ist Geschäft. Der Mann ist smart, das muß man sagen." Abel aber pfiff einen kleinen Siegesmarsch, als er auf der Straße dahinging, betrat das nächste Gasthaus, ließ sich Schreibzeug geben und schrieb einen Brief. Meine geliebte Polly ! Dein Vaters hat mir den , Krieg erklärt, und ich nehme ihn an. Das Glück und die Liebe werden siegen. In einem Vierteljahre bist Dir mein, vertraue auf mich. .Dein Criarles. ,. (Schluß folgt; . : ' - ' Lebendig, v e r b r a n n t frnb zwei Kinder eines -Kohlengräbcrs Namens Osborne in Burnett, Ind., in Folge der Ezplosion einer Kanne Gasolin, mit der sie gespielt hatten. Der Vater der Kinder war'zur'Zeit seinem Berufe nachgegangen, und die Mutter war ausgegangen, um Einkaufe zu sorgen '

Puyscdcrn. t'tn Hauptsb?ikatinsort d schlecht tni lohnte Arbeiterinnen. Der Hauptsabnkationsort für Putzfedern in Deutschland ist Berlin. In der nächsten Umgebung der Großstadt finden wir die Heimarbeiterinnen, in dem schönen Frildrichshaqen sowohl wie

cn - .. I Vif P Bernau und dicht an der Peripherie vtv wtuui i4i uilcuuu;;JcB Die Arbeiterwohnungen bestehen hier zumeist aus Stube und Küche, und so wird fast von allen Putzfederheimarbeltennnen die Küche zur . Fabrikation benutzt. Die unappetitlichen Voaelbälge, denen oft ein wenig angenehmer Geruch entström, werden aus den Federsäcken entnommen und die Federn abgerupft, um mit in Benzin gelöstem Gummi ans die Formen geklebt zu werden. Äenzin und Gummigeruch mischt sich mit dem Verwesungshauch der Aälge, und alles ist mit dem feinen Federsiaub bedeckt. Die Fenster zu offnen, ist kaum möglich, weil beim geringsten Luftzug das Arbeitsmaterial. die Federn, auffliegen. Man sieht Federn überall in Eß- und Trinkgefäßen, auf jedem (Beräth. Weil jede Minute wahrgenommen werden muß. so genießt die Arbeiterin auch ihren Kaffee und ihr Vrot bei der Arbeit. Die billigere Sorte von Putzfedern wird aus bunten, roth, grün und blau gefärbten Federn hergestellt, und diese Arbeiten erhaltn die Heimarbeiterinnen. Feinere naturfarbene, besonders weiße und hellgraue Federsorten werden in der Fabrik gearbeitet, damit sie durch den bunten Staub nicht verdorben werden. Der Verdienst der FederHeimarbeiterin ist ein höchst kärglicher; in sieben Stunden täglich verdient sie pro Woche drei bis sechs Mark, hiervon gehen nach Auslagen für Draht. Papier, Spiritus oder Gas ab. Zur eigentlichen Arbeitszeit sind aber noch die drei Stunden zu zählen, welche die Arbeiterin für die tägliche Lieferung aufwendet, auf diese Weise ist eine zehnstündige Arbeitszeit die Norm, wovon die letzten drei unbezahlt bleiben. Noch vor zwei Jahrzehnten war, die Putzfederarbeit ein lohnender Erwerbszweig für die Fabrikarbeiterin; d:e Löhne sind jetzt bis auf die Hälfte der damaligen gesunken. Auch die Fabrikation künstliche? Palmen sängt an, sich zur Heimindustrie zu entwickeln. . Die Medizin ans dem Maskenball. Eines der merkwürdigsten Ereignisse in den jüngeren medizinischen Kreisen von Paris ist der Ball de l'Jnternat. der seit einiger Zeit jährlich im Herzen des Quartier Latin gegeben zu werden pflegt. Dabei wird von einem Ausschuß hervorragender Aerzte und Chirurgen, Künstler und Theaterleute ein Umzug veranstaltet, der die verschiedenen Krankenhäuser von Paris darstellen soll. Der erste Preis bei dem letzten Ball wurde dem Krankenhaus von St. Antoine für eine glänzende Darstellung zugesprochen, die die Geschichte der Cholera veranschaulichen sollte. Zuerst kam Indien in der Gestalt eines schönen Mädchens, gefolgt von der verkleideten Statue des Gottes Wischnu, der ein Gefäß' mit einer Bouillonkultur von Cholerabazillen in der Hand trug. Dann kam unter einem großen Aufwand von Trompeten und Posaunen und beleuchtet von rothen und grünen bengalischen Feuern die Figur eines wilden Riesen, der in drohender Haltung auf einer unzugänglichen Klippe thronte. Dieser Wagen trug die Aufschriften: Die wahre Cholera." Die Cholera, wie sie zu den russischen Flüssen hinabsteigt." Großes Aufsehen erregte auch der Wagen des neuen Hospitals von Aubervilliers, der die Schlafkrankheit vorstellen sollte. Er wurde von lebenden Ochsen gezogen und zeigte einen Theil eines afrikanischen Eingeborenendorfes, dessen sämmtliche Insassen von der Schlafkrankheit befallen waren. Skelette von Pferden. Das schönst? Pferd des 19. JahrHunderts .ist nach der Meinung vieler tüchtiger Sachverständiger das berühmt? Rassepferd Ormonde" gewesen. Da das Britische Museum in London jetzt eine Sammlung und Ausstellung von Skeletten hervorragender Pferde unternommen hat, so sind auch der Schädel und die Gliederknochen jenes vielqenannten Pferdes diesem Museum, überwiesen worden. Der bisherige Besitzer dieser Reliquien war ein Amerikaner Namens Macdonough in San. Francisco. Die Knochen sind glücklich in London angelangt und befinden sich jetzt unter den Händen des Präparators, um für , die Ausstellung zubereitet zu werden. In der großen Halle für Hausthiere, die eine der größten und neuesten Sehenswürdigkeiten des Museums ist, stehen schon die Skelette verschiedener englischer - Vollblutpferde oder doch Theile von ihnen, so der Sckädel von Brnd Or," dem Vater des .Ormonde," und das canze -Skelett des Stockwell," von dem diese beiden berühmten Pferde in gerader Linie abstammen. Man erwartet, daß- sich durch die Sammlung der Skelette hochgezüchtete Pferde- bestimmte' wissenschaftliche Anhaltsvunkte für die Merkmale und Veränderungen ergeben werden. die durch die Pferdezucht m der höchsten Vollendung bedingt werden. , :: E ine A r t G u a no wird aus deM'Darmknhalte der Walfische herge-

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