Indiana Tribüne, Volume 29, Number 174, Indianapolis, Marion County, 17 March 1906 — Page 4
Jnvtana Wlbüne, 17. Mörz R00S.
Jndiana Tribüne. Hnaulgtgtd von der ntedi Es. Indianapolis, Ind.
' Oarr O. Thnvinm Präsident. VeschäftSloealt fto, 31 Süd Delaware Straße. TELßPHOME Lv. Bitcred t the Post Ofice ol Indianapolis s ccond d&ss matter. ES Wird Zeit. ES ist kaum noch zu bezweifeln, daß in nicht gar zu langer Zeit bt Mehr zahl deS Volkes sich von den beiden alten politischen Parteien abwenden und sich einer neuen zuwenden wird. Jeder Gerechtigkeitssinn scheint den Führern der beiden Parteien abhanden gekommen zu sein. Nur die Sucht nach Gewalt und Beute scheint sie zu dele den. Die Machtvollkommenheiten der Beamten werden immer mehr auf rück fichtZlose Weise geltend gemacht. Die Gesetze gegen Truftgewaltige werden derart abgesabt. daß sie zwar ganz schön lauten aber wenn auf die Probe gestellt niemals stichhaltig sind. So geht es in Nation, Staat und Stadt. Man hält zu den Muckern weil diese Ja und Amen zu allen Maßnahmen sagen, wenn nur hier und da den Wirthschaften und Brauereien eins ver segt wird. In dem liberal gesinnten Element wittern beide Parteien mit Recht ihren gefährlichsten Gegner. Man ist daher stetig bedacht ihn im Kampf gegen unvernünftige, die per sönliche Freiheit bedrohende Maß nahmen, aufzureiben. Man hält die sen Gegner dadurch davon ab, gegen das System selbst vereint vorzugehen indem man ihn fortwahrend auf vor' erwähnte Weise in Athem hält. Aber die liberalen Bürger fangen, wenn auch leider recht langsam an zu begreisen, daß eö das Allereinfachfte ist, dem System den Krieg zu erklären, gar nicht weiter auf die so geschickt suggerirten Ablenkungen, einzugehen, sondern sich zu einer kräftigen Organs sation zusammen zu thun, welcher alle liberal denkenden patriotischen Bürger zuströmen würden. In den verschiedenen Städten die unter Willkürherrschaft eines den Muckern dienenden Beamtenstandes un gebürlich drangfalirt werden, wird die Bewegung ihren Anfang nehmen und sich bald über das ganze Land verbrei ten.. So groß auch die Geduld des amerikanischen Publikums, 'so wird und muß auch, fte ein Ende nehmen, denn sie wird auf eine gar zu harte Probe gestellt. Die Polizeidepartements ln nahezu allen Großstädten des Landes haben sich als korruptiondurchseuchte Gemein schäden erwiesen. Leitende Beamte werden nicht wegen ihrer Tüchtigkeit sondern ihrer Fähigkeit wegen den korrupten Zwecken der Adminiftratio nen zu nutzen ernannt. Angebliche Reformbeftrebungen und Pkoralheucheleien dienen dazu dem Volke Sand in die Augen- zu streuen, damit es nicht gewahr wird wie unverschämt eS auS gebeutet wird. Wie stets, so wurde auch in dieser Hinsicht deS Schlechten zuviel gethan und täglich geben An zeichen kund, daß die liberal denkenden Bürger endlich aufgerüttelt verden. Die Marokko Conferenz. Zur Marokkofrage schreibt der hoch angesehene schwedische ReichStagSab geordnete Professor Kiellen, Hauptver treter der StaatSwissenschast und Statiftik an der Gothenburger Hochschule ;n einem längeren Artikel über deutsche Verhältnisse: $a3 Deutsche Reich könnte für sich selbst festen Fuß in Marokko wünschen. aber eS muß unter allen Umständen sich der dortigen französischen Herrschaft toidersetzen. denn eS kann nicht wohl seine große Seefahrt nach dem Orient von zwei solchen Hütern der Mlttelmeerthür abhängen sehen, wie England und Frankreich. Hierin liegt klar gegeben, daß Frankreich, der herausfordernde Theils ist. wenn eS dort rücksichtslos auftritt. Frankreich und Niemand anders greift den ftatuS quo an, jrnd bedroht das bestehende Völkerrecht, mag es noch so schöne Phrasen im -Munde führen. Wenn Deutschland den sran zösischen. EroberungLplünen entgegen tritt, vertheidigt eS das bestehende Recht. Ohnehin lehrt die geschichtliche Moral, daß man nicht ohne Noth EroierungS Politik treiben darf. Von diesem Ge fichtöpunkt aus war das russische Auf treten in der Mandschurei unberechtigt.
und hatte dagegen Japan recht, denn nur das letztere Land bedürfte einer
Gebietserweiterung für seine Bevölke rung wie für seine Industrie. Vielleicht kann man finden, daß die französischen und die deutschen Gerechtsame in Ma rökko sich zu einander verhalten wie die russischen und die japanischen in der Mandschurei. Freilich ist Frankreich dem streitigen Gebiete benachbart und Deutschland nicht. Aber daS reiche Frankreich mit seiner ftagnirenden Be völkerung bedaif einer Ausdehnung nicht und Deutschland thut dies. Soll hier demnach überhaupt von Recht ge redet werden, dann kann von dem höhe ren geschichtlichen. Standpunkte aus ge sagt wrrden, daß Deutschland ein sol cheS besitzt, und obendrei von reeller Natur, während Frankreich höchstens formelle Ansprüche ohne moralische Grundlaae aeltend machen kann. Aber nicht Deutschland erhebt ja dort rechtlichen Anspruch, sondern Frankreich. Damit indeß ,st auch klar gegeben, daß auf Frankreich die nächste Verantwor tung fallt, wenn Marokko den euro päischen Frieden stört. Nur in eng!!' schen Kommentaren ist man schon' da durch ein Friedensstörer, daß man sich französischen b:zw. englischen An sprächen widersetzt. Bei Deutschland tttiegSluft vorauszusehen, ist übrigens rein gedankenlos. WaS hätte Deutsch land bei einem Zuge .nach Frankreich zu gewinnen? Marokko nicht, denn wäre selbst Frankreich besiegt und schwiegen Italien und Spanien, würde doch England daS niemals zugeben. Auch nicht die Champagne oder sonst einen Gebietszuwachs, denn Deutschland be darf für seine Industrie Märkte und nicht Anlagekapital. In einer deut schen Kriegspolitik gegen Frankreich würden Einsatz und Gewinn völlig außer Verhältniß stehen. Deshalb darf man eine solche nicht annehmen. Ebenso wenig kann seinerseits Frankreich einen Krieg wünschen. Konnte eö vor einem Menschenalter nicht bestehen, als der Feind kaum mehr als gleich stark war, dann würde eS jetzt schwerlich besser ge lingen, nun er 50 Prozent mehr Men schen zählt. Auch französischerseitS scheint demnach eine aggressive Politik auSgeschlössen. Aber freilich giebt es Je. mand. der von dem AuSbruch eines fest ländlschen'.KriegeS den größten Vortheil haben würde. ES ist derselbe, der durch seine Kommentare zu dem Gelb wie zu dem Weißbuch den deutschen Namen in Europa zu vergiften sucht, wie er dies vorher andauernd in Amerika und Oftasien angestrebt hat. Daß Deutschland in dieser Angelegenheit schwanenweiß" dasteht, glauben wi? deshalb nicht; diese Farbe paßt nicht für jene großen Raubthlere, die man Großmächte nennt. Ohne Zweifel bekundet Deutschland in seinem politischen Auftreten eine ge wisse Brutalität, welche die Stillen im Lande" abstößt. Aber wenn Eng land das Deutsche Reich zu dem schwär zeften Mohren machen, und eS als den prinzipiellen Störenfried in Europa stempeln ZU wollen sich nicht scheut, dann bringt eS selbst den kriminaiistl schen Sah in Erinnerung, nach dem der verdächtig ist, der von dem Ver brechen den Vortheil hat. Wir wollen hier nur die Ziffern angeben, die 'neu. lich in diesem Zusammenhang ein Na tionalökonom angeführthat: fei Krieg zwischen England'Frankreich hüben und Deutschland drüben würde für die bei den letzteren Länder einen täglichen un mittelbaren Verlust von 91 Millionen Francs bedeuten, für England einen Gewinn von mindestens 50 Millionen." Personal-Notiz. - Herr A l.b r e ch t G r ü f , ein bekannter New Yorker Kapitalist, er. freute gestern seine hiesigen Freunde mit seinem Besuch. Neue Inkorporationen. Sense Brothers Company", West Lafayette; Capital lO.OOO; Directo. ren: Harry C. Sense, Elmer F. Sense, John E. Sense und ClarenceE. Sense. ColborN'BaleS Lumber Company-, Goodland; Capital $15,000; Directo ren: Jsaac Colborn. Estella Colborn und George O. BaleS. Alpha Social Society of Jndiana. poliö"; Dlrectoren: Grace Hoffman, Frank Core und Clara Hepler. Bauerlaubnißschein e. William Schäkel. Wohnhaus, 1719 S. State Str., S1.300.D. F. For, Wohnhaus. 1106 West 33. Str.. I1.200. Luther. S. Brush, Wohn hauö. Chicago Str.. S1.200. Frank Snyder, Wohnhaus, Parkviev Ave., $1.800. W. T. McQuinn, Furnace, 32 Holmes Ave., $100.
Grundeigenthums Uebertragungen. Charles R. Vancourt an MoseS Kahn, LotS 25 und 26, Block 20, Nord Indianapolis, nördliche Seite von 27 Straße von Barneö Ave. Henry F. Harris an Mary R. Sco bey, Lot 4, Fletcherö 2. Sdd., Bright. wood, 40 bei 160 Fuß. verbessert, West, feite Dearborn Str., südlich von 25. Straße' $1.850. Charles F. RobbinS an John Sha ridan, Lot 2. RobbinS Haughville
Add.. 32 bei 125.6 Fuß. vacant, Süd feite von Michigan Str., oftlich von Concord Straße. $500. Charles E. Hall an Iofephine S. D. June u. A.. Theil von Lot 34, Sharps Add.. Dennison Park, 33 bei 120 Fuß, verbessert, Nordseite von 27. Str., westlich von Meridian Straße. $4.000. Elizabeth H. Thompson an Joseph A. Ehser. Lot 3 und südliche Hälfte von Lot 7. Hubbard'S Park Height Add.. 45 bei 135 Fuß, verbessert, West feite von Paris Ave. südlich von 29. Straße. $467. Besste R. Dkckson an Llzzie I. Dick son, Lot 4, Noble'S Subd., Außenlot 61. 40 bei 175 Fuß. verbessert, Nord leite Market Str., östlich von Pine Str. $1. Cva Carnine an Martin Staub, Lot 206, Layman u. A. Jrvington Park Add., 40 bei 165.33 Fuß, bac.; Westseite Emerson Ave., nördlich von New York Str. $225. Charles H. Furzason an FranciS T. Holliday, Lot 16. Havden'S Sud. Theil Block 13, Johnfon's Erben Add.. 37.8 bei 122 Fuß. verbessert. Südost ecke Broadway und 20. Str. $1. FranciS T. Holliday an Charles H. Furgafon. dieselbe. $1. William L. Jacobs u. A. an Celtic SavingS & , Loan Association No. 3, Lot 26, Square 2, Lincoln Park Add., 40.05 bei 445.166 Fuß, östliche Seite von Pennsylvania Str., nördlich von 22. Str. $2271.53. George W. Stout an Abbie Murphy, Lot 603, SloutS New York Str. Add. 40 bei 133 Fuß. Ecke Miley Ave. und Astor Str. $1500. Ada Parker an. Christian Racker, Lot 44, Lancaftzrö Belmont Ave. Add. 40 bei 153 Fuß, nordöstliche Ecke von Lambert Str. und Bismarck Avenue. $700. . Walter W. PerkinS an Ezra Ji water. Lot 10, Malvern Add., 34 bei 130 Fuß, westliche Seite Von Tibbe Ave., südlich von Michigan Str. $2. Charles B. Hoover an Mary A. Richards, halber Antheil veS südöstli. chen Viertels von Sektion 33, Town ship 16, Range 4, 40 Acres, Gatter Township, $1. Willkam L. Elder an John Simons, Lot 14, Unlversity HeightS Addition, 40 bei 135 Fuß. vacant, Oflseite von Weaver Ave., nördlich von Edwards. Avenue, $200. MarcelluS H. Dawson an Lola B. Campbell, Lot, 23, Dawson'S Broad Ripple Addition, $1. JameS L. Barnitt, Bevollmächtigter, an MarcelluS H. Dawfon, dasselbe, $1. Lola B. Campbell an Andrew F. Knapp ?c., dasselbe. $1000. Crval E. Mehring an Edwin E. Thompson, Lot 46, Stanton'S Add., 40 bei 130 Fuß, verbessert, Westseite von Churchman Ave., südlich von Ne braSka Straße. $1,250. August Wacker an Benjamin A Branson, Lots 409 und 351. Miller Miller. A. Parkway Add., 40 bei 140 Fuß. vacant. an 27. Str. und Shurman Ave., südlich von 27. Str. $1.000. John L. Tuval an Orval T. Daval, Lot 46. Fletcher'S Subd.. Theil Oak Hill Add., 40 bei 135.5 Fuß, vacant, Westseite Carolkne Str.. südlich von 25. Str. $250. Omer C. Zion an Newton Wood, die westliche Hülste von Lot 22. Bybee & Pratt'S erste Westseite Addition. 20 bei 150 Fuß. Verb.. Nordvestfkite der Rlver Ave., östlich von Dwiflon Str. $800. William P. Manion an Edward W. Howard. Lot 9, McGill'S Subdiviston. Square 93, 31 bei 111 Fuß. Verb., Westseite der Senate Ave., nördlich von South Str. $1. Floren Whlteman an Clara E. Shannon, Lot 2l2, West Park Addi tion, 33 bei 137 Fuß, vacant, Westseite der Addison Str.. südlich von New York Str. $500. George E. Shsnnon an Florence Whl eman, dasselbe. $500. Security Trust Company, Admini ftrator, an Nannte E. Baker u. I., LotS 5 und 6, Johnson u. A. Hillside Add., 61 bei 100.1 Fuß. verbessert.
,üdöftliche Ecke der Michigan Str. und Highland Ave. ' . $4.000. Holy JnnocenlS Church an Protestant CpiScopal Church, Lot 100, Fletcher u. A. Subd. Außenlots, 96 60 bei 99 Fuß. verbessert, nordöstliche Ecke der Cedar Str. und Fletcher Ave. $1. Helen R. Cdson an Oöcar A. Jose, LotS 1 bis 11, Block 8, Caven u. A. Ost Woodlawn Add., südwestliche Ecke der Spann Ave. und Harlan Str. $2,350. Dieselbe an denselben, LotS 17biS 20, Block 2. dasselbe. 120 bei 128,9 Fuß, vacant, südwestliche Ecke der Spann Ave. und Nelson Str. $1000. Mary E. Ruttschaw an Florence O. Beard. Lot 481 McCarthy's 10. West, feite Add.. 37 bei 140 Fuß. verbessert, Westseite Warren Ave., nördlich von Ray Str. $900. Oscar E. Sandeborg an Edward Gray, Lot 7, Block 8, Hacker'S Sud. von Außenlot 9, 40 bei 200 Fuß, ver bessert, Oftseite Greeley Str., nördlich von Market Str. $1300. Furman Stout an John P. Badg ley, Lot 39, Ella Stout's Add., 38 bei 113 Fuß. .vacant, Westseite Croft Str.. südlich von 12. Str. $225. Hugh Kerr an Simon L. Dunlap, Lots 20 und 21, und angrenzend an Universily Home Add., Jrvington, vacant, nordöstliche Ecke der Holloway und Burgeß Ave.; und Lot 12, Cur ,on Park Add.. 43 bei 125 Fuß, va. kant, südwestliche Ecke der Senate Ave. und 32. Str. $4500. Mary C. Thompson an Mary E. T. Starr, Theil von Lot 1, Sbuare 47, 10 bei 65 Fuß. vacant, südliche Seite
der Ohio Str., westlich von Illinois Str. $700. Andrew Thomas an Caleb S.Denny u. A.. nördliche Hälfte von Lot 46. Pnk Place Add., 50 bei 180 Fuß, verbessert, westliche Seite der Senate Ave., südlich von 29. St. $150.72. Caleb S. Denny u. A. an Carl R. Loop, dieselbe. $600. ' Dexter D. DaviS an Union Natio nal SavingS K Loan Association, LotS 115 und 116 und Theil von Lot 114, Block 13, JamesonS 2. Belmont Add.. 77.6 bei 150 Fuß, nördliche Seite von Morris Str., östlich von Tremont Ave. $300. Eli Morris an David F. Swain, Lot 53, Washington Park Add., 300 bei 800 Fuß, westliche Seite von Tela. wäre Str., südlich von 43. Straße. $3300. Maly E. Folsom an Anna KluS mann U. A., Lot 15. Meooland Grand. View Add., 40 bei 136.93 Fuß, östliche Seite von Bellefontaine Str., südlich von 30. Str. $750.. Thomas A. Jeffery an John. E. Hollett, Theil vom nordöstlichen Viertel, Section 18, Township 14, Range 4, 3.79 Acker, Perry Tp. $1. Jöhn E. Hollett, Bevollmächtigter, an Theodosia Jeffely. dasselbe. $1. Meridian National Bank an Asher W. Lund zc.. Theil von Lot 81; High. land Place Addition, 27.3 bei Fuß, verbessert. Westseite von Highland Pl.. südlich von 21. Straße, $1. Jndiana Trust Company, Bevoll müchtkgtk, an denselben, dasselbe, $2250. Bert McBride an NicholaS Noe, Lot 25, McCarty'S südliche Add., 33 bei 184 6 Fuß, verbessert, Ostseite Meri dian Str. nördlich von Arizona. $30. Eine fitslst der ftufcciatt er zur Abwebr atatn die Mikbräucke und Mißstände des Automobilverkehrs ist in Brüssel gegründet worden und hat bereits eine stattliche Zahl vonMitgliedern gewonnen sowie Zustimmungsbeweise us den Kreisen der Po Mir, er, Beyorden, der Wlssenschasten und der Presse erhalten. Die Urheber des Gesetzentwurfs über die Haftpflicht der Automobilfahrer smd zu EhrenMitgliedern der Liaa ernannt worden. deren Ziel nicht die, auch völlig ausstcytsvolle, Unterdrückung des Automobilismus ist. sondern nur der Schuh der öffentlichen Verkehrswege vor den Gesayrm und Uebelstanden, die oas neue Verkehrsmittel mit sich rrmgt. -7-2) er deutschen Turnerei ist vom Kronbrinzen Konstantin von Griechenland ' eine besondere Ehr.g zutheil geworden. Als Präsident dcZ Comites sur dze in Athen geplanten Olympischen Spiele hat er die Berliner Turner Alfred ttlatow. Hermann Weingärtner, Karl Schumann (jetzt urnlegrer des deutschen urnverems in London) und iVrife ßofmann ein geladen, dem Fest als Ehrengäste beizumoynen. ):e vier Herren gmgen bei den ersten olympischen Spielen in Atben 1896 aus den turneriscken Wettkämpfen als Sieger hervor. Bemerkt sel noch, daß die Herren Fiatom und , Schumann bei dem Hamburger Turnfest im 5kabre 1898 als Mitalieder des Vereins Berliner Turnerschaft die beiden ersten Preise errange'n.
Die Mörderinnen aus dem Naxen Thal. Die beiden Schwestern Zeller. die im Nazenthal die Köchin Maier ermordeten, wurden an den Ort des scheußlichen Verbrechens geführt. Ueber den Lokaltermin und sein Er- . ... .c - vn- m.
scoiuß iviro aus AcurzzuiHlag ge-, meldet: Die Erwartung, daß Friederike und Marie Zeller, zur Stätte .des Ver brechens geführt, vielleicht ein reumüthiges Geständniß abl-gen würden, hat sich nicht erfüllt. Die beiden Mädchen schritten mit geradezu unheimlicher Ruhe zum Hohlwege, un) ohne ihre Miene zu verändern, betraten sie die Mulde, in der der Leichnam der Maier aufgefunden worden war. Von Kapellen aus führt der Weg eine ziemlich steile Gebirgsstraße entlang zu dem in der Höhe befindlichen Friedhof. Marie Maier, die hier begraben liegt, wurde in aller Frühe ekhumirt und der Leichnam im Sarge in die Todtentammer gebracht. Der Leiter der Kommisston richtete an Friederike Zeller die Ausforderung, öi: Leiche genau zu besichtigen und zu sagen, ob sie die .Todte erkenne. Friederike Zeller blickte einige Sekunden in den Sarg, betrachtete die Ermordete und sagte dann ohne Zeichen irgend einer Aufregilüg: Ich erkenne. sie nicht." Dann trat man die Fahrt zum Thatorte an. Inmitten der prächtigen- Schneelandschaft zieht sich der Weg am Fuße der Rar kängs der Mürz nach Stoju. Etwa fünfzehn Schlitten fuhren in starkem Schneegestöber die Straße entlang. Im ersten Schlitten befand sich Friederike Zeller, dann folgte die Kommission, und erst nach längerer Pause Marie Zeller. Die Fahrt mitdem Schlitten hatte beim Gasthofe Zum Krampus" ihr Ende. Von hier geht es über den steilen, fast einen halben Meter hoch mit Schnee bedeckten Weg zum Thatorte. Der , Wind trieb den Schnee ins Gesicht, und nur mühsam bahnt man sich den Weg durch die Schncemassen. Die Funktionäre des Gerichts sind touristisch ausgerüstet und tragen Rucksäcke, die Akten, aber auch Proviant bergen. Nach halbstündigem starken Marsche ist' man am Holzwege angelangt, und zwar an jener Stelle, wo sick die Mulde befindet, in der Marie Maier ermorbei aufgefunden rourde. Als Fricderike Zeller in die Nähe des Thatortes kam, entfernte sie die Tücher, mit denen sie bisher ihr Gesicht verhüllt hatt?. Während sie früher geleugnet hatte, an der Mordstelle überhaupt vorübergegangen zu sein, gab sie dies jetzt zu. sie erzählte, .ihre Schwester Marie sei bereits am Fuße des Hohlweges zurückgeblieben; während sie in V:gleitung .der Marie Maier vorausgegangen sei. In der Nähe der Mulde habe sich die Marie unter einem Vorwände, von ihr getrennt und gesagt, daß sie ihr bald folgen werde. Sie schritt nun, wie sie erzählt, allein des Weges weiter. Als die Maier lange nicht kam, ging sie wieder zurück, um zu sehen, wo das Mädchen bleibe. Da habe sie nun die Maier in der Mulde gefunden mit einem tiefen Schnitt im Halse. Sie eilte ihr rasch zu Hilfe und suchte mit dem Schnee die offene Wunde zu reinigen. Marie Maier bat noch, sie sterben zu lassen, denn sie sei lebensüberdrüssig. Der Untersuchungsrichter forderte sie auf. sich zur Mulde zu begeben. Sie näherte sich der Steigung, plötzlich aber wich der Schnee ubnter ihren Füßen, und der Schnee unier ihren Füßen, - und wärts. Gendarmen hielten sie' noch rechtzeitig auf und halfen sie sodann in die Mulde. Die Angaben der Schwestern zeigen zahlreiche Widersprüche. Friederike Zeller wurde infolgedessen dreimal, Marie Zeller zweimal auf den Thatort gefllbrt. Um 5 Uhr Nachmittags war der Lokalaugenschein beendet, und nun erfolgte die Rückkehr in das Thal. Von der Hcnnig'Jagd wird aus dem Schleswigsehen ein ergötzliches .Quiproquo berichtet. In einer Wirthschaft traf ein Fremder ein und begann mit einigen Gästen ein Gespräch. Er erzählte, daß er direkt von Berlin komme, wo. er längere Zeit beschäftigt gewesen sei. Da die Furcht vor Hennig selbst im höchsten Norden des Reiches Platz gegriffen hat, stützten die Gäste und es regte sich der Verdacht, daß der Fremde der vielgesuchte Mörder sei. Dieser Argwohn steigerte sich zur positiven Gewißheit", als der Fremde fragte, ob man hier von Hennig etwas gehört und fein Porträt gesehen habe. - Einer der Gaste entfernte sich heimlich aus dem Gauzimmer, verständigte den Wirth, und bald erschien ein Sicherheitsbeamier.' Er machte kurzen Prozeß und nahm den Hennig" fest. Als er sich mit dem vermeintlichen Raubmörder auf dem Wege nach dem Arrestlokal befand, begegnete den'lFweien ein alter Mann, bereden Festgenommenen mtf den Worten anredete: Wie kommst du denn plötzlich hierher?" !.Der Beamte fragte erstaunt: . Kennen Sie den Mann?" .Ja," erwiderte der Alle, da is ja min Sahn". ' Der russische Justiz minister Akimow hat dem früheren Stadthauvtmann von'.Odessa Baron Neidthart angekündigt, daß er ihn wegen seines passiven Verhaltens während der Judenverfolgung im Oktober v. I.' dem Gericht übergeben werde.
SfkuropaistZeS ZJeparttrrkÄ f ML Wechsel, Crcditbricsc, PostantveisuugeV auf alle Städte Europas,
chtffsscheins von und nach Europa. Ätt- und Verkauf auSlönSZt schen Geldes. n ? No. 35 Süd Meridian Str. aiercliants National Bank. -rjn einem Konstantinopler Vlatteist unter der Reihe der neuesten Mittheilungen wörtlich folgendes zu lesen: .Der Staatsrath hat entschieden, daß die Schweine die Mililär - Nachsteuer nicht bezahlen werden. Die Steuereinehmer des FiskuS werden sich damit begnügen, für Rechnung des Staatsfatzes nur fünf Piaster pro Kopf zu verlangen." Gemeint ist natürlich, daß' die Besitzer von Schweinen nicht eine Nachsteuer zu zahlen brauchen, sondern nur eine jährliche Abgabe, von 5 Piaster pro Schwein. Auf $200.000 5 d&std intr saß verklagt hat Frau Durell, die Gattin des vor kurzem ermordeten Besitzers des Kursaales in Genf, die Gesellschaft der Paris Lyon Mittelmeer - Eisenbahn. Der Wagen, in dem der Mord verübt, worden ist, soll in seiner Bauart nicht den Anforderungen der französischen Gesetze entsprochen haben; auf diesen Umstand gründet die Wittwe ihre Ansprüche. In dem Cordp 2 SnV-rtr2 fi.ftnK ffrfc ttt twv.vv jwvktt; Wjuikv vuiv Thür mit einer Klinke, die, wenn sie geschlossen war. das Abtheil in dem Durel saß. völlig isolirt' hätte, so daß seine Hilferufe nicht zu hören waren. Nach dem Morde fand man diese Thür verschlossen. In Sheffie-ld. Eng. land, kam es bei der Beerdigung eines Unternehmers, der Selbstmord beganaen halie an heHinrrt &ctrtert sFine ü" 1 O I " " D " " w-..-unruhige Volksmenge tumultuirte zunächst vor dem Hause des Selbstmörders. Die Wuth erreichte ihren HöhePunkt, als die Wittwe in Begleitung eines Mannes, den das Volk in Verdacht zu haben scheint, den Selbstmord veranlaßt zu haben, in dem Leichenzuge gesehen wurde. Ann'ährend 1000 Frauen stürmten den polizeilich besetzten Kirchhof. D Polizei war dem Andränge gegenüber dollständig ohnmächtig und konnte nur mit Mühe den Eingang zur Kirchhofskapelle vertheidigen. Als die Leidtragenden die Kapelle verließen, stürzten sich die Frauen unter wildem (Geschrei auf den Mann, um ihn zu dem Sarge in das Grab zu werfen. Die Polizei mußte den Bedrohten 'zwischen sich nehmen, und es gelang ihr nach heftigen Kämpfen, ihn in Sicherheit zu bringen. Die Wittwe des Verstorbenen wurde nicht thätlich angegriffen, aber am Grabe ihres Mannes mit Schmähungen und Vorwürfen, überhäuft. Kurz vor Vollendung seines 90. Lebensjahres ist in Frie-, drichshagen der namhafte Ornithologe Jean Louis Cabanis gestorben. Der Gelehrte wurde am 8. März 1816 zu Berlin geboren und ging nach Veendigung semer Stuoien nach Amerna, wo er 1 Jahre hindurcb in Nord- uns Süd-Caroltna zoologische Forschungen anstellte. Mit werthvollen Sammlungen kehrte der Forscher nach Berlin zuruck. 1849 erhielt er beim Zoologischen Museum die Stelle eines KustoS der ' ornithologischen Sammlungen. Seme Untersuchungen, die für die natürliche Systematik der " Vogel von durchgreifender Bedeutung wurden, hat der Verstorbene zuerst m Wichmamts Archiv für Naturgeschichte- und dann eingehender im Museum Heineanum veröffentlicht. Im .Jahre 1833 begründete er das Journal für Orni-thologie-, das seitdem das Centralorgan für die gesammte Ornithologie bildete und das seit 1863 zugleich als n m 7 Organ für d von aoams oegrunoeie DeutsSe Ornrthologlsche Gesellschaft" ZU Berlin diente. Seit mehreren Iahren lebte Pros. Cabanis im Ruhe stand. ' ' DerrnexikanischeSchootzhund ist der kleinste Zwerg der HundeFamilie. ' , An derBank von England gehen täglich etwa 250,000 Fußgänger vorüber. DasWhistspiel soll auö der Zeit Königs Heinrich VHI. von England stammen.-r Der. sogenannte Manche n ' ent L jt v er , v in 1-1.1 lici -soiaa anu -tanun i jcgi m London Modehund. .
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