Indiana Tribüne, Volume 29, Number 168, Indianapolis, Marion County, 10 March 1906 — Page 6
Jndiana Tribüue l0. März 1906.
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Die Schrift der Felövand.
Eine Cinsiedlergeschichte vom südroestlchen Ntah. Nicht viele Wochen sind es her, daß am Abhang der Pine - MountainGebirgskette, im südwestlichen Utah. eine merkwürdige Entdeckung gemacht wurde eine Entdeckung, die von einer düsteren Lebensromanze eines längst Verschollenen erzählt. Für die Welt ist er schon seit Jahrzehnten todt, und er führt nur noch ein BüßerDasein, geweiht dem Andenken seiner heißgeliebten Gattin, deren tragisches Ende er indirekt verschuldet hatte, und welcher er ein eigenthümliches Denkmal gesetzt hat. Dies Alles ist in einer Felsschrist zu lesen, wenn man sie lesen kann. Zwei Mitglieder einer VermessungsPartie, Namens John Henderson und Clark Malone waren auf zweitägiger Jagd von ihren Gefährten abgekomnun; sie verfolgten die Spuren eines Rocky Mountain Wildschafes heute ein so selten gewordenes Thier den östlichen Abhang des HawkinsBerges hinauf. Am Nachmittag des zweiten Tages entschlossen sie sich endlich, diese aussichtslose Verfolgung aufzugeben. Sie hatten eine kleine Hochebene erreicht und trafen VorkehHingen, hier für die Nacht ihr Lag:r pi machen. Gerade versank Kie Sonne hinter der westlichen Bergkette. Malone hatte schon Holz fgeschichtet und -machte ein Lagerfeuer, währeno Henderson, mit dem Feldstecher bewaffnet, die Blicke weit über das unmittelbar unter ihnen liegende Thal und nach dem oftlich gegenüberliegenden Höhenzug schweifen ließ, um vielleicht ein Zeichen von den Gefährten zu entdecken, die jetzt ebenfalls irgendwo ihr Lager aufgeschlagen haben mußten. Dieses Spähen blieb erfolglos, doch als der letzte Flammenblick des schwindenden Tagesgestirns das gegenüberliegende Hochland färbte, und Henderson sein Fernglas nach dem herrlichen Licht- und Schatten - Panorama richtete, da entfuhr ihm ein Ausruf des lebhaftestes Erstaunens! Nun, was ist denn da drüben los?" frug Malone, vom Lagerfeuer aufblickend. Ja, zum Teufel, wenn ich das wüßte!" erwiderte seinKamerad, vielleicht täuscht mich das Licht- und Schattenspiel doch nein, hier ist ganz deutlich ein riesiges M an der Bergwand zu sehen ja, iino rechts davon ein A, und da kommen noch mehr Buchstaben ich will verrückt sein, wenn das nicht der Name .Mary" ist!" Ich glaube fast. Du hast zu tief in die .Feldflasche geguckt," spöttelte Malone; aber zugleich war seine Neugier erregt, und hinzuspringend sagte er: Laß doch 'mal sehen." Henderson reichte ihm den Feldstecher. Da drüben, etwas rechts, zwischen jenem braunen Gipfel und den Fichtenwäldern ist's," fügte er hinzu, siehst Du nichts? Der Namenszug muß an die 200 Fuß .lana sein." Na, das ist aber wirklich zum Tollwerden!" rief Malone plötzlich aus, und das Lächeln aus seinem Gesicht war verschwunden. Durch Linien von rothem Felsstein und von Grün bezeichnet, war ünverkennbar jener Name in mächtiger Typenschrift zu lesen. Jetzt verdunkelten ihn die aussteigenden Schatten, da sich der letzte Widerschein der Sonne verloren hatte. Die beiden Männer sahen einander an. Wer sollte in diesem wilden Land hausen od:r gehaust haben? Vielleicht war der anscheinende Name ein bloßes Naturspiel; es giebt ja noch mehrere solcher in unserem großen Westen, deren einige sogar Gesichter und andere Figuren darstellen und mehr oder minder berühmt geworden sind. Doch die Buchstaben schienen zu scharf und regelmäßig dafür. Jedenfalls waren die Beiden einhellig der Meinung, daß die Sache einer ernsten Untersuchung werth sei. Am nächsten Morgen kehrten sie nach dem Hauptlager zurück, das sie ohne weiter Schwierigkeit fanden, und ließen sich eigens noch zwer Tage Urlaub geben, um diese Untersuchung mit aller Gründlichkeit betreiben zu können. Sie brachen unmittelbar .nach jenem östlichen Höhenzuge auf, mit fachgemäßer Sorgfältigkeit ihre Richtung nehmend. Der Weg wär aber ein recht langer. Manchmal setzten ste denFeldstecher wieder an das Auge und sahen den braunen Gipfel, der ihnen als Wahrzeichen diente, sonst aber nichts Auffälliges. Immer höher steigend, kamen sie spät Nachmittags bis zur Hochebene zwischen den Fichtenwäldern und dem braunen Gipfel. Doch noch immer konnten sie nichts von einer Felssteingruppe sehen, welche irgend einem jener Buchstaben glich; hier in der Nähe schien Alles anders auszuschauen. Nach fruchtlosem Umherlaufen sahen sie sich wieder genöthigt, für die Nacht ihr Lager aufzuschlagen. Am nächsten Morgen aber klommen sie den braunen Gipfel hinauf, um einen weiteren Ausblick zu gewinnen, und endlich wurde ihre Mübe belohnt: denn unter sich, kaum eine Meile nach Süden, ließen die Strahlen der Morgensonne die Umrisse des Vuchstabens 21 erkennen, wenn auch nicht ganz so deutlich, wie er durch den besonderen Lichteffelt der scheidenden Nachmit-
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i Sorgen Sie sich wegen nichts ? Erschrecken Sie vor Kleinigkeiten? Fühlen Sie reizbar, mißmuthig,! traurig und verstimmt? -Leiden Sie an Neuralgie, Migräne, Schwindel, Nückenschmerz, niederziehenden! Schmerzen? Falls dies der Fall ist, so sind Ihre Nerven bis aufs Aeußerste angespannt, wie die Seiten einer! verstimmten Violine, die bei der geringsten Berührung einen Mißton hören läßt. Sie befinden sich in einem' gefährlichen Gesundheitszustand und brauchen eine Medizin, um die Anspannung Ihrer Nerven zu beseitigen.! Wenn Sie eine Frau siud, so ist vielleicht die Ursache dieser Nerven-Ueberreizung gestörte-Menstruation,welches' bei Frauen mehr Beschwerden, Schmerzen und Nervenleiden hervorruft als irgend eine andere Ursache. Was! man an tun Ijat ist bem SÖetsptel 31t folQen, ta taglt(i von Tausenden von Frauen gegeben wird, und das' gute, alte, zuverlässige Heilmittel für weibliche Leiden -zu nehmen, welches einen Necord von 70 Jahren des! Erfolges in der Kur weiblicher Leiden hat, nämlich:
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tagSsonne hervorgehoben worden wcrr, als die Beiden auf der gegenüberliegenden Seite des Thales standen. Mit Hilfe eines Taschencompasse! stellten sie nunmehr die Richtung genau fest und bewegten sich dann nach der Stelle zu. Das war yar nicht leicht: denn der Weg ging durch Schluchten und schmale Felöpässe, in denen sich kaum Fuß fassen ließ. Schließlich jedoch, durch den letzten Engpaß kommend, sahen sie sich einem aufragenden Steingebilde gegenüber, welches, von grünem Strauchwerk gekrönt, offenbar den Buchstaben M darstellte. Dahinter bemerkten sie noch eine andere Reihe strauchüberwachsener Felssteine, und obwohl sie von hier aus nicht daS Ganze überschauen konnten, mußten sie es für gewiß halten, daß es den Namen Mary bildete. Zugleich aber sahen sie zu ihrer ferneren Verwunderung, daß der erstere Buchstabe offenbar eine roh gefügte Menschenwohnung enthielt; denn eö war ein Fenster und eine Thüre daran zu bemerken. Und während noch die Beiden neugierig den'Vau betrachteten, öffnete sich die Thüre, und ein großer, mächtig g bauter, aber schon sehr altersverwitierter Mann trat heraus. Sein eisengraues Haar fiel über den Kragen eines robinsonmäßigen Pelzrockes, sein weißer Bart bedeckte ganz die Brust, und die Rechte hielt eine lange Flinte. Der Alte war anscheinend kaum weniger erstaunt über das Erscheinen der. beiden jungen Leute vor seiner Thüre, als diese über sein Auftauchen. Indeß trat er rasch näher und sagte im Tone unverkennbarer Freundlichkeit: Guten Morgen, meine Herren!" Henderson und Malone erwiderten den Gruß von ganzem Herzen und erklärten dann dem Einsiedler, wie sie vom Hawkms - Bera aus mit dem Feldglas in den Strahlen der Nachmittagssonne die geheimnißvolle Namensschrift bemerkt hätten. Der Einsiedler lachte gutmüthig und lud die jungen Herren" ein, in seine Wohnung zu kommen, wo er ihnen seine Geschichte erzählen wollte, so-' weit es ihm passe, fügte er sogleich hinzu. Sogar von innen aus konnte man an den Umrissen der Wände deutlich den Buchstaben M verfolgen; vier Zimmer, scharfwinklig verbunden, füllten denselben aus. Das sind sozusagen nur meine äußeren Festungswerke," bemerkte der Alte. Heutzutage habe ich. Gott sei Dank, keine Feinde mehr; aber früher waren hierherum ganz andere Zeiten, und kein Fein' hätte an diesen Hindernisscn vorbeikommen können, die ich so eingerichtet hatte, daß ich se an jedem Winkel über ihn stürzen lassen konnte." " Malone und Henderson blickten ihn abermals überrascht an; sie wollten ihm dann auseinandersetzen, wer sie waren, und in welcher Eigenschaft sie in diese Gegend gekommen. Aber der Einsiedler unterbrach sie. Ich kenne Euch Beide schon sagte er; Sie sind . Herr Henderson. und Sie Herr Ma-' lone, ich glaube, gewöhnlich nennt man Sie Clark. Ich weiß, daß Ihr , zur Aermessungspartte geyort, welche jetzt die Gegend unsicher macht Aber woher wissen Sie daZ?" , fragten Beide wie aus einem Munde. ' Ich wußte nicht nur das," fuhr er fort, sondern ich erwartete auch Euren Besuch heute und habe daher schon ein Mahl für Euch zugerichtet. Ihr könnt Euch bei einer Schüssel Hammelsbrühe vielleicht darüber trösten, daß Ihr daö Bergschaf nicht zur Strecke gebracht!" Was, sogar das wissen Sie?" frug Henderson, dessen Verwunderung jetzt auf'L Höchste gestiegen war. ,-. Ja, Ihr habt die Fährte des Bergschafes aus dem guten Grunde verloren, well ich es selber geschossen habe," kam die unerwartete Antwort; und ich war Euch nahe genug, um Euch mit dem Feldstecher mein Heim entdecken ?u sehen und weiterhin von Euren Plänen sprechen zu hören. Völlig zum Naturmenschen geworden, habe ich ar
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scharfe Sinne. Nun, die Hammelsbrühe steht auf dem Feuer. Ich habe aber noch Zeit, Euch ein wenig in meinem Heim herumzuführen." Er zog einen Vorhang, welcher aus einem Schafsfell bestand, beiseite und aing durch einen dunklen, halb unterirdischen Gang voran. 'Jetzt sind wir im A," sagte er; das ist mein eigentliches Wohnzimmer, und hier seht Ihr auch meine Flinten und Fallen und meine Bücher." An den Wänden hingen allerhand Jagdtrophäen, und" zu beiden Seiten eines riesigen steinernen Herdes standen große Armstühle, aus Hirschgeweih zusammengestellt und mit Hirschhaut ausgepolstert. Mein Schlafzimmer ist in R", sagte der Einsiedler weiter, und Y ist mein Lagerhaus. Auch in diese Räu me führte er die Besucher, deren Stau nen sich immer wieder erneuerte. Das ganze Wohngelaß war wirklich gut 200 Fuß lang. Aber wie in aller Welt sind Sie dazu gekommen, eine so merkwürdigi Wohnung hier auszulegen, und wer hat Ihnen dabei geholfen?" fragte Henderson. ' Davon wollen wir beim Essen reden." erwiderte der Alte. Die Dreie setzten sich zum Mahle nieder, und die Besucher fanden die Hammelsbrühe, den Rehbraten, die Forellen, daö warme Maisbrot und den Kaffee aller Ehren werky; sie brachten freilich einen so gesunden ApPetit mit, daß sie ohnedies ein ziemlich dankbares Publikum gebildet hätten. Als der Haupttheil des Mahles erledigt war, hub der Alte ohne weiteres Zureden an: Es ist eine lange Geschichte, die ich Euch erzählen könnte; aber ich will sie kurz machen. Bin ich doch für dieWelt schon lange todt und will eö auch sein. Die Liebe war der Stern meines Le benö, und die Eifersucht sein dämoniscbes Verbänanik! Im Jahre 1853 kamen meine unvergeßliche Gattin Mary und ich nach diesem Thal. Wir waren erst wenige Tage verheiratet und hätten die Flitterwochen und die Zeit darnach viel besser anwenden können. Warum wir so weit von der großen Welt geflohen? Ach, weil ich ein dickköpfiger, unvernünftiger, brutaler Patron war! Ich liebte Mary unendlich so dachte ich aber ich war so rasend eifersüchtig, daß ich es nicht ertragen konnte, wenn irgend ein anderer Mann meine Mary auch nur anblickte! So schlugen wir unser Heim in dem Thal da unten auf. Die Trümmer davon könnt Ihr noch jetzt finden. Vier Jahre lebten wir dort; es war eine glückliche Zeit für mich denn ich brauchte nicht eifersüchiz zu sein. Eines Abends kehrte ich wieder von einem Jagdausflug zurück und das Blut erstarrte mir in den Adern: denn ich fand mein Blockhaus in Trümmern, und über der geschwärzten Thürschwelle des niedergebrannten Heims lag die Seiche meiner geliebten Mary! Wilde Indianer, wie sie damals diese Lieaion noch häufig unsicher machte, hatten daS gräßliche Werk vollbracht. Gewohnlich griffen sie Emig?anten oder nach Südwesten ziehende Goldsucherpartien an, welche in der Nahe vorbeikamen; um mich hatten sie sich bis jetzt nicht gekümmert, und ich Thor hatte das Heim nicht einmal befestigt, was freilich unter den Umständen auch nicht lange genügt haben würde. Mein Schmerz und meine SelbstZerknirschung, waren unbeschreiblich. Mußte ich mir doch sagen, daß meine sinnlose Eisersucht die Alles verschuldet hatte! Ich bin schwer dafür bestraft worden alle diese Jahre her, aber ich murre nicht, ich habe es verdient. ' AIS ich einigermaßen wieder zu Sinnen gekommen war, brachte ich die Leiche meiner Gattin den Berg hinauf und bestattete sie hier. Ich schwur, daß ich mich niemals weiter als eine Taaeöwanderung von dieser Stätte tnijrxmn und ganz dem. Andenken mei
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ner Mary leben würde. Denn ich fühlte in nsiner Seele, daß dies das Mindste sei, was ich den Manen des herzlichen Mädchens schuldete, das für mich die Welt aufgegeben und um meinetvillen starb! Und ich habe mein Gelööniß gehalten und werde, ihm treu bleiben, bis auch mein letztes Erdenstündchen scbläat. ÄUnölM baute ich hier oben auch em Blockhäuschen;, aber obwohl die Umgebung schwer zugänglich war, fand ich mich doch balddurch Jndianer-Streif-züge gefährdet. So entschloß ich mich denn, eine Steinfestung in die Felsen hinein zu bauen. Und sie sollte zuqleich ein Denkmal meiner verewigten Marv werden. ein Denkmal, vielleickt nickt dauernder als Erz", aber. doch für viele Jahrzehnte haltbar, und wer weiß, ob nicht für Jahrhunderte?! Erst dachte ich nur daran, mein Fctungshelm m der Gestalt des Buchtabens )I zu bauen. Aber als ich endich damit fertig war, gefiel es mir so gut, daß ich mich nicht mit dem Anfangsbuchstaben begnügen wollte. Ich konnte ohnedies noch mehr Raum gebrauchen, und so baute ich schließlich den ganzen Vornamen meiner himmlisehen Gattin in dem Heim aus. Die steinernen Außenwände der Gemächer wurden mit der Zeit auch durch grüne Sträucher gekrönt. Wäret Ihr hierher gekommen, meine jungen Herren, während ich an diese.n Heim baute, ich glaube, ich hätte Euch Beide getödtet. Aber die Bitterkeitin meinem Herzen ist dahin, und nur Trauer blieb zurück. Ihr seid die Ersten, mit denen ich in allen diesen Jahren gesprochen habe. Dock manchmal in der Dunkelheit habe lch mich in die Nähe von Emigranten - Lagerfeuern geschlichen, um menschliche Stimmen, das Lachen von Frauen und das Weinen von Kindern zu hören. Ihr habt nun mein Heim entdeckt, und ich habe Euch willkommen geheitzen; aber die Welt soll mich nicht mehr kennen, außer dieser Stätte, in der ich vor der schweigenden Natur mein Büßgelübde erfülle." Der Alte schwieg, und Thränen bethauten seine Augen. Einige Minuten herrschte feierliche Stille in dem weltfernen Felsgemach. Aber verzeihen Sie," nahm Henderson endlich wieder das Wort; Sie haben uns noch nicht gesagt, wer Ihnen bei der Erbauung dieses gewaltigen Verließes geholfen hat. Es müssen doch Viele mitgeholfen haben, ei, in dem Buchstoben M allein sind reichlich 100 Fuß Steinmauer von 2 Fuß Dicke und 10 Fuß Höhe." Gut sagt für einen Vermesser." versetzte der Einsiedler; aber That fache ilt, daß ick dies Alles allein gebaut habe. Ich brauchte auch lange genug dazu, 23 Jahre, meine Herren! Daß M allein erforderte ZeckS zzayre. MN Hilfe hölzerner Heve: brachte ich die großen Geröllsteine hierher, und ich baute auf schiefe Ebenen, um jeden Stein an seine Stelle in den Mauern herauf zu rollen. Ferner schlug ich .Bäume und verwendete die Stämme z.u Dachbalken; die Dächer bedeckte ich mit Erdreich, welches ich herauf trug, und in dieses pflanzte ich ausdauernde Sträucher. Die Natur that das Uebrige zur Festigung der Bauten." Mit dieser Auskunft war die Mitiheilsamkeit des Einsiedlers versiegt. Gern hätten die Gäste seinen Namen erfahren. Ich habe längst keinen Namen mehr." saate er kopfschüttelnd, und sie fühlten, daß eö pietätlos gewesen wäre, weiter in ihn' zu dringen. Tief bewegt, sagte sie ihm Lebewohl, nachdem sie versprochen, den Weg zu seinemöeime Niemandem zu verrathen. Wachstuchstoffe zu reinigen .Aus ein wollenes Fleckchen träuseit man etwas Petroleum und reibt die Stoffe damit ab. Sie werden davon sehr schon nm und glänzend, wahrend sie bei Anwendung anderer Flüssigkeiten meist fleckig und streifig-
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Fünf Jahre lang war ich so krank, daß ich kaum über das Zimmer gehen konnte, und sehr schwach und nervös," schreibt Frl. Mattie Slusher von Cambria, Va., aber nach, dem ich Cardui gmommen, fühlte ich sehr er-leichtert."
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Der fivamu Heilmittel. JU VordemBezirksge riet) te zu Tetschen, Oesterreich, hatte sich die 18jährige Kellnerin Martha Knebel aus Dresden zu verantworten. Sie hatte in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar auf dem Perron des Bodenbaeher Bahnhofes in übermüthiger Laune einem fremden Manne einen Kuß gegeben. Der betreffende Herr ließ das Mädchen durch die Banhosspolizei verhaften. Der Richter verurtheilte die Kußräuberin zu vierzehn Tagen Arrest, verschärft durch vier Fasttage, und nach verbüßter Strafe wurde die Knebel - nach Dresden abgeschoben. Ein italienischer Erdarbeiter hatte sich eines Abends trotz der zahlreichen Bahnwächter in den Simplon-Tunnel eingeschlichen, um sich darin in der Nacht nach Jselle zu begeben. Wahrscheinlich aber hatte er die darin herrschende intensive Hitze nicht ertragen können. An einer etwas holprigen Stelle war er dann ohnmächtig auf den Schienen zusammengebrochen. Als er wieder zu sich kam, hatte ihm eine von Jselle kommende Maschine den rechten Arm abgefahren. Halb verblutet hat man ihn in's Spital nach Brieg geschafft. Jnfole eines Scherzes starb kürzlich nach monatelangem Siechthum in Schilleningken, Ostpreußen. die einzige Tochter des Besitzers S. Anläßlich einer Begräbnißfeier im Dorfe hatte sich die Jugend im harten u. a. mit Ringkämpsen vergnügt. Hierbei kam ein junger Mann unversehens zu Fall und traf Fräulein S., die zu spät zurückwich, mit dem Kopfe gegen - die Brust. Das jungeMädchen trug dabei eine schmerz'hafte Verletzung des Brustkorbes bezw. der Lunge davon, erlitt einen Blutstürz und konnte durch ärztliche Kunst nicht vor dem Tode bewahrt werden." Verdeutsche Fischerkutter H. F. 140" aus Finkenwärder lag auf hoher See in der Nähe der Austernbänke dem Fischfänge ob, als ein englischer Fischdampfer auftauchte, dem Kutter durch die Netze fuhr und den Kutter selbst anrannte. Dann bekümmerte er sich nicht weiter um den schwer Getroffenen, sondern fuhr so schnell davon, daß man an Bord des Kutters nicht mehr rechtzeitig den Namen des Dampfers feststellen konnte. Es gelang dem Fischkutter nur mit genauer Noth, sich durch angestrengtes Pumpen so lange über Wasser zu hal- ' ten, bis er Kuzhaven als Nothhafen anlaufen konnte. Ueber einen To desmarsch russischer Rekruten wird aus Petersburg berichtet, daß nach einer Meldung aus Bugulma im Gouvernement Ssamara der dortige Militärchef an 425 Rekruten den Befehl ertheilte, nach Bugurußlan einen Marsch zu unternehmen. Wegen eines furchtbaren Schneesturms baten die Rekruten um Aufschub des Abmarsches, doch vergeblich. In leichter Kleidung begann der Abmarsch. Unterwegs sind 25 Rekruten erfroren liegen geblieben, ein großer Theil erreichte das Ziel mit Frostwunden im Gesicht. Die Bevölkerung hat Beschwerde an den Kriegsminister eingereicht. Ueber den Selbstmord versuch eines Elfjährigen wird aus Berlin berichtet: Der elf -Jahre alte Sohn Alfred des Arbeiters Rauch aus der Wolliner Straße sollte von der Muttez eine Züchtigung erhalten, weil er ohne Wissen der Eltern die Schule versäumt hatte. - Als Frau R. ihn anfassen wollte, entsprang er, riß ein Fenster der im dritten Stock gelegenen Wohnung auf und .stürzte sich auf den Hof hinab, wo er mit schweren Ver- , letzungen liegen blieb. Nachdem er von dem Arzt der Rettungswache in der Kastanienallee einen Verband erhalten hatte, wurde der Knabe nach dem Laaruskrankenhause gebracht. , Deutschland importirte im Jahre 1905 für 544.885.000 Gold, gegen Z97,205,000 im Jahre 1904. Eine eingeborene Familie auf Sumatra kann mit 20 Cents taglich ihren Lebensunterhalt bestreiten.
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