Indiana Tribüne, Volume 29, Number 166, Indianapolis, Marion County, 8 March 1906 — Page 6
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Die fKCctnc Hochzcll. TragZ-komischc Ehrstandsgcschichte.
von Alr?in v.5:ncr. Kunibald Nadecke wurde so total nüchtern, als oö er den ganzen fidelen Abend auf dem Ball Der sldelen Junggesellen" statt Kupferbcrg Gerolstein für seinen Durst verwendet hätte! Soll aber auch einer nicht nlichtern werden, wenn er von solch rcrgnügter Suite im seligen Vollgefühl ungefährdeten Strohwittw'thums in seine Klause heimkommt und statt der deiligen Stille der dunklen Nacht ein unheimlich Helles Schlafzimmer vorfindet und mitten darin mit schrecllia) großen Augen und unheilverkündzr.de Stirnfalten die Gattin, die theure, die von Rechts wegen in Marienbad sein sollte. Guten Abend, Pauline!" stotterte er und versuchte, seiner Ueöcrraschung eine freudige Note zu geben, fühlte aber wohl, wie krampfhaft das ausfiel. Guten Abend!" erwiderte st: rr.it einem lick. der ganze Llbzründe ton Verachtung ahnen ließ. Und als er min. näher trat, um ihr den Willkommsgrus; zu geben, hob sie ordentlich theatralisch die wohlgepflegte schlanke Hand, ehe sie sagte: Bitte, keine heuchlerische Komödie! Wo kommst Du jetzt her in Frack und weißer Weste? Tu warst auf irgend einem Fest: Und zwar auf einem anrüchigen!" In einer solchen Klemme war Kunibald seit undenklichen Zeiten nicht gewcsen. Herrgott, schick' mir eine Ausrede, aber keine gar zu dumme!" stöhnte er innerlich, und krabbelte dabei in der Westentasche nach dem Trauring herum, da er vergessen hatte, ihn wieder über den Goldfinger zu streifen. Und wie er die goldene Fessel endlich gefunden und glücklich an den ihm gebührenden Platz befördert hatte, ohne bei dieser heiklen Prozedur gefaßt" zu werden, überkam ihn auch seine alte sieg gewohnte Sclbstsichcrheit wieder, und er endete sein stummes aus Seufzern und Achselzucken bestehendes Spiel, indem er gekränkt erklärte: Wenn die Feier der silbernen Hochzeit eines in Ehren altgewordenen EhePaares em anrüchiges Fest m Deinen Augen ist gut, so war ich allerdings auf einem solchen! Die Wirkung dieser Worte war ausgezeichnet. Höchst verblüfft starrte die soeben noch finster zürnende Pauline den kaltblütigen Lügner an. dem es im letzten rettenden Moment durch's GeHirn geblitzt war. daß Kliebenbachs heute silberne Hochzeit gefeiert hatten. Zwar hatte zwischen ihnen immer ein nicht einmal lauwarmes Verhältniß bestanden, obgleich sie auf der Bank Spezialkollegen waren und in einem Zimmer zusammen arbeiteten. Kliebenbach war ihm zu spießbürgerlich, er diesem viel zu flott gewesen. Und die Frauen hatten sich erst recht nicht ausstehen können. Aber gerade darum hatte er diesen Trumpf um so verwegener ausspielen können; denn es war so gut wie ausgeschlossen, daß seine Frau Mit den Kliebenbachs in näheren Verkehr kam. Hatte sie doch der Frau Kliebenbach wegen noch vor sechs Wochen eine Einladung abgesagt, die ihr sonst hochwillkommen gewesen wäre Der Einfall 'war kühn, aber unbezahlbar. Er war ordentlich stolz darauf. Bei Kliebenbachs?" stammelte si? nach einer Pause, immer noch nicht ganz überzeugt. Und ba bist Du ge wesen? Und schreibst mir vorher keine Silbe davon?" Weil ich es gestern selber noch nicht ahnte!" entgegnete er kühl. Heute Morgen erst wurde es auf der Bank bekannt. Die Direktoren veranlaßten eine gemeinschaftliche Gratulation und wählten schließlich Sendling, Zinke und mich zur Ueberreichuna eines Ge schenkes. Selbstverständlich mußten wir als Vertreter der geiammten Kol legenschaft dort bleiben und an der Feier theilnehmen, die anfänglich blöd sinnig langweilig war. Erst gegen Mitternacht, als ich mich mit einem Dezernenten aus dem JmanzmiNisterium ein bischen angefreundet hatte. kam ich auf meine Rechnung. Der Mann ebnet mir vielleicht den Weg zur Reichsbank!" Da es Paulinens schwache Seite war. ihn in einer solchen Stellung zu wissen, so verschob diese schnell wieder hervorgezauberte Perspektive das Spiel ganz und qar zu semen Gunsten. Das wäre ja wunderbar!" meinte sie nachdenklich. Na und wie wa ren Kliebenbachs gegen Dich?" O, überaus liebenswürdig! Ich soll Dich natürlich vielmals qrußen! Sie lächelte ein wenig süßsäuerlich und sagte, em Gähnen unterdruckend: Danke! Haben sie viel geschenkt bekommen? Donnerwetter!" .dachte er. Jetz wird's gut!" Laut aber erklärte er, noch immer höchst reservirt: Allerdinas! Aber so sehr Dich das auch interessiren ma?l, liebe Paulme, zunächst meine ich, hättest Du mir gegenüber erst mal . . . hm . . . denn Dein Empfang vorhin war geradezu ... hm . . . na, mindestens kränkend!" Du hast Recht. Kunibald," entgegnete sie und ging zu.ihm, ihre Arme um seine Schultern legend. Aber als ich Dich nicht zu Hause fand und das Mädchen mir erzählte, in welcher Toi
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ch nicht anders, als Du wärest wieder einmal in Deine alten Junggesellenhorhciten zurutfc.cp.ucn und hatest ..." Pauline, wie konntest Du das denen?'' murmelte er. schmerzlich bewegt. Und dann küßten sie sich in einem lanaen. inniaen Versöbnunaskusse . . . utn wenig renommen war ocm erindungsreichen Nachtschwärmer dennoch zu Muthe, so glatt er sich auch auS der brenzllchen Asfare gezogen hatte. als er am anderen Morgen seinen Weg zur Bank antrat. Zwar wollte Paulin: nur einen einzigen ag in der Stao. bleiben und schon am Abend wieder nach Marienbad zurückkehren. Aber konnte ein boshafter Zufall hr nicht just an diesem Tage einen der Kliebenbachs in den Weg fuyren. über deren Geschenke er nach der feierlichen Versöhnung die wa5ehalsigsten Angaben gemacht hatte? Aber wie tröstlich wurden seine Vefürchtungen zerstreut, als er im Bureau von seinen Kollegen erfuhr, daß die Direktion dem Jubilar einen vierwöchigen Urlaub bewilligt yabe und das Ehepaar in aller Herrgottsfrühe nach Norderney abgedampft sei. Sein Schutzengel war ein ganz tadelloser Kerl: daran war nicht zu rütteln. Und mit Behagen verzehrte er die.pikanten Avpetitsbrotchen, die ihm cm Bankbote zum Frühstück hatte holen müssen . . . Fast um oieieire Stunde schrillte oz Wohnungsglocke bei ihm daheim. Frau Pauline hatte sich just gerüstet, ein paar Einkäufe zu erledigen und öffnete daher selbst die Korridorthür. Draußen stand cm etwas geschniegelt erscheinender, nach Parfüm und Tabak duftender Herr mit langem schwarzen Schnurrbart, übermäßig hohem Kraaen und einer Krawattennadel, die ein fürstliches Vermögen gekostet hätte, wenn sie echt gewesen wäre. Ah, Pardon, meine Gnadigste, sagte er in stark österreichischem Dialest, wohnt hier bei Ihnen nicht ein Herr von Radecke?" Pauline maß den Bemcher mit nicht just vertrauensseligen Blicken. Herr Radecke xit nicht zu Hause! entgegnete sie kurz. Soll ich ihm etwas bestellen?" Wenn Sie mir die Lieb' erweisen möchten! Oder vielleicht könnten Sie selber gleich ! Wir hab'n nämlich unsere Cylinderhüt' gestern vertauscht in der Nacht! Seh'n Sie" dabei zog er eine Visitenkarte aus dem Hut. den er in der Hand trug das ist die Karte vom Herrn von Radecke! Und wenn Sie vielleicht nachseh'n wollten, würden Sie wohl bei ihm die meinige finden: ,Strobl, Ferdinand Strobl. Impresario der Damenkapelle Wiener Käferl'n'! Bitt' schön, hier haben Sie's gedruckt!" Ein Griff in seine Paletottasche brachte auch diese Karte zum Vorschein, die Pauline mit steigendem Erstaunen m Empfang nahm. Wo kann denn dieVerwechslung geschehen sein?" fragte sie, so harmlos wie möglich lächelnd. O natürlich nur bei uns im Lokal. Ich bin gestern nicht einmal mehr in's Kaffeehaus gekommen! Und wo ist dieses Lokal? Ferdinand Strobl wiegte den Kopf hm und her und lächelte. Wollen 's Ihrem Zimmerherrn mal in's Gewissen reden, Gnädigste?" fragte er. Verfängt halt doch nicht bei so an flotten Einspänner, ehe er mt vorm Traualtar gestanden ist! Aber sag'n kann ich's Ihnen schon: wir spülen in den Champagnersälen, nicht weit vom Tönhoffsplatz! . . . Nit wahr ünd nun schaun's, bitte, mal nach, wenn der Hut daheim is! Dieser hier rutscht mir nämlich beinah' über die Ohrwaschein! Frau Vauline ging wortlos zum Garderobenständer, faßte mit spitzen Fingern den dort hängenden Cylinder und überreichte ihn Ferdinand Strobl. der mit sichtlicher Genugthuung da Duplikat der Wiener Kaferl'n"-Karte aus dem Futter holte, dann mit dem Aermel ein paar ebenso geschickte wie erfolgreiche Glattungsversuche vor nahm und alsbald mit einer höflichen Verbeugung und einem süßlichen Küß d' Hand, meine Gnädigste und eine schone Empfehlung an den lustigen Herrn Baron von Raoecke!" ver schwand. Gleich nach ein Uhr kam bewußter lustiger Herr Baron" von der Bank nach Hause. Sem Gewissen war ge rade von einer himmlischen Ruhe. Ungefähr hatte er mit seinen Phantasien über Kliebenbachs Geschenke das Rich tige getroffen. Theilnehmer der Feier, die er vorsichtig ausgefragt, hatten e? ihm verrathen. Kliebenbachs selbst mußten etwa ln Hannover sein. Pau linchen gondelte am Abend wieder nach Mariebad. Es war eine Lust zu le ben! Als er das Wohnzimmer betrat, ging er sogleich auf die so genial beruhigte Eyeyalste zu, küßte sie auf die Stirn tatschelte ihr die Wangen und fragte: Nun, mein Mäuschen, .bist Du schon wieder zurück von Temen Wegen? Ich war noch gar nicht fort. Kunibald!" Um so besser!" dachte er veranüat. Nun, wie gab sich denn Kliebenbach heute?" fragte sie. krampfhaft ihre freundliche Haltung wahrend. Ach. der Glückspilz! Urlaub ha er. Mit der Alten schwimmt er vier Wochen nach Norderney! Denke nur! .Sie müssen's doch haben dazu!"
Via . . . es kann auch nur mäßig
em: Die Feier gestern war doch aewiß nicht billig! Essen . . . Wein . . . Mulk ! Oder war keine Musik?" ragte sie lauernd. Ja . . . das Zieißt " Nun, es war sicher Musik!" behaupete sie. Ich weiß nur nicht, ob es aerade für eine solche Feier die passendste war!" Ich ... ich verstehe Dich nicht,Pauine!" Und daß sie die Feier nicht zu 5)ause abgehalten haben, hast Du mir auch noch nicht erzählt! Waö ist das eigentich für ein Etabnement, wo sie stattand. Kunibald?" O . . . ich . . .'ja. ein aarn hübsches. kleines Lokal, weißt Du! Da in der na. wie heißt doch gleich die Straße? . . Hinter m Potsdamer Platz lieg! !" Hinter'm Potsdamer?" fragte Pauine. Ich meinte, hinter'm TönhoffSplatz liegen die .Ekampagncrzäle.' in denen die .Wiener Käferl'n' Musik machen?" Allmächtiger!" stöhnte er und sank in einen Polstersessel, daß alle Federn darin kragten. Jetzt bin ich gehefcrt!" Der Herr Kapellmeister war hier. m seinen Hut einzutauschen! Du bist ja ein Prachtstück von einem Ehemann!" Und nach dieser vielversprechenden Einleitung ließ Frau Pauline der Ccrechtigkeit und ihrem Mundwerk ein? gehörige Weile freien Lauf . . . Herr Baron von Radeae sagte aar nichts. Und sogar auch der Schutzengel streikte . . . :vcic?lci. Ein "M a x et) e n. Es war wieder einmal eine unendlich schöne Prinzessin, welche trotz aller Bitten ihres Vaters keinen der Freier erhörte, die in unzähligen Schaaren an den Hof kamen. Denn sie war sehr slolz und eigenwillig. Endlich jedoch ging ihr die Sorge des Königs zu Herzen und sie erklärte sich bereit, einen Gatten zu wählen unter einer Bedingung. Zwei Wochen schon saMetterten die Trompeten im ganzen Land und in allen Nachbarreichen, und Herolde verkündeten es laut: Dem wollte Prlnzcssin Hilde zu eigen sein, der bei ihrem Anblick das nämliche dächte wie sie. Da machten Nch die Fürsten und Herren, die Ritter und Junker, die Dichter und Minnesänger aus allen Gauen auf, um zu Hofe zu reisen; denn sie meinten, die Lösung der Aufgabe könne so schwer nicht sein. Viele von ihnen aber wendeten absonderliche Mittel an, um die Gedanken der Schonen an sich 'zu fesseln und auf einen bestimmten Punkt zu lenken. Dieser erschlug unterwegs einen wilden Leu'n und hängte sein Fell über das Streitroß, damit er so den Sinn der Vielumworbenen auf seine Tapferkeit richte. Ein Anderer kleidete sich düster in schwarzen Harnisch und färbte die Wanaen bleich, um möglichst gedanken voll auszusehen und die liönigstochter auf seinen Reichthum an Geist hinzuweisen. Der Dritte ging gebeugt unter der Last schwerer eiserner Ketten, weil er glaubte, das wurde besonders ausfallen und sie zu dem Thema führen. wie sehr er in ihren Fesseln schmachte. Das seltsame Turnei begann t doch einer um den anderen von den Helden unterlag. Immer wieder, wenn em Freier seinen Spruch gethan, den er für den Abgrund aller Gedankentiefe hielt, schüttelte Hilde das Lockcnlöpfchen und sagte: Das habe ich nicht gedacht!" . Der König blickte unmuthig darein, die Weisen des Landes schauten sorgenvoll und die Abaewiesenen murrten. Da plötzlich kam ein schmucker junaer Fant aezoaen. trat keck in den Kreis der Herren, warf den Kopf zurück und schaute trutzig zu der Prinzessin empor. Wie er aber in ihr Auge sah. ging mit einemmal ein Leben durch seinen gan zen Körper und, befangen von so viel Anmuth, murmelte er blos: Ich denke wenn Du mich nur lieb hattest! Eine Sekunde herrschte Todtenstille. Dann hörte man Hilde flüstern: DaS denke ich auch!" Da brach heller Jubel los in den Armen lagen sich beide und der König gab vergnügt dem glücklichen Paare lei nen Seaen. Die abgewiesenen Freier indessen murrten und. riefen: Das geht nicht mit rechten Dingen zu! .Wenn Du mich nur lieb hättest!' hat er gedacht. Das haben wir alle ja auch gedacht, als wir Dir aeaenüberstanden! Aber ich nicht!" lächelte die Prin zessin leise. ßfn Untauglicher. Im Mainzer 'Anzeiger" liest man folgendes Geschichtchen: In einem Dorfchen des Ooenwaldes wurde un längst die GemeinderathsergänzungsWahl vollzogen. Das bisherige Gemeinderathsmitglied) Bauer N.. wurde von der Kandidatenliste gestrichen. Äer wundert fragte ein Freund einen älte ren Gemeinderath, ob sich denn VI. mch bewährt habe. Durchaus nicht." lautete prompt die Antwort, der hat bei den Gemeinderathssitzungen regelmäßig so geschnarcht, daß der Bürgermeister eufaewacht ist."
lI""I"."ti.I":,',"'"'2I'I'I"IMIwIl'I"I'j
Ans land tjtr..f ...... . .,-, . rvi-i,4"i,';,i,i,,i KaZserjäger als L e - b e n s r e t t e r. In Innsbruck. Tirol. rettete der dem 1. Kaiserjägerregimcnt angehörende Soldat Albert Deutschmann dem stellenlosen Kellner Paul Hlawatsch. der in den Fluthen des Jnn den od suchte, das Leben. Fali eine Viertelstunde kämpfte der Tapfere mit den Wellen; endlich gelang es ihm. den Seloumordkandidaten mrt heiler Haut an's ienseitige Ufer zu bringen. Durch den langcnArfenthalt im eiskalten Bade 50z sich Deutschmann eine Erkältung zu. so daß er schwerkrank das Bett hüten mußte. Am nächsten Morgen suchte ihn der Korpskommanoant Erzherzog Eugen am Krankenbette auf und belobte ihn wegen seiner wackeren That. Achtzigjähriger V r ci u - t i q a m. In Schwerin, Mecklenburg, fand die Trauung des 'Musikdirektors Georg Hepworth mit emer jungen ame statt. Der gluckliche Bräutigam vollendete am 22. Dezember v. I. sein 80. Lebensjahr, während seine Auscrwählte erst 20 Lenze zählt., Hepworth wurde im Jahre 1L64 von dem damals regierenden Großherzoz Friedrich Franz II. als Organist an die Schwenncr Domkirche berufen, an der er noch heute amtirt. Schlimme Folge einer Verdächtigung Ein Bureau - duner der Schweizer Bundesbahnen in St. Gallen, ein sonst kräftiger und gesunder Mann, nahm sich die nachdrücklich als irrig befundene Verdächtigung, einen 100.000 Franken- (.?20.000) Dzebstahl bedangen zu haben, so sehr zu Herzen, daß er erkrankte und starb. VerhängnißvolleS Schneeballwerfen. Mehrere Knaben in Ellefeld, Sachsen, vergnügten sich mit Schneeballwerfen, wobei der elfjährige Sohn des Christian Schonigcr so unglücklich an die Stirn getroffen wurde, daß er an einer GeHirnhautentzündung erkrankte und starb. Verspielte ein Vermög e n. An einem Abende um zehn Uhr setzten sich in einem Kafe zu Klausenbürg, Siebenbürgen, zwei ungarische Magnaten mit dem armenischen Kaufmanne Abej zu einer Spielpartie Nier, die bis 4 Uhr früh währte. Azbcj '-ann unausgesetzt, so daß sich um .e Stunde einer der beiden Magnaseiner ganzen Baarast entblößt, entfernte. Der andere Aristokrat, der frühere Reichstagsabgerodilete Graf Nikolaus Banffy, spielte jedoch weiter; als er nach 48 Stunden Spieldauer vom Kartentische aufstand, hatte er 250,000 Kronen (1 Krone gleich 20.3 Cents) verloren. Tags oarauf vereinbarte die Familie des Grafen mit dem vom Glück begünstigten Armenier folgende Zahlungsbedingungen: 100.000 Kronen bar, Ueberlassung eines Gutes im Werthe von 40.000 Kronen und Zahlung einer lebenslänglichen Monatsrente von 1000 Kronen. Die 100.000 Kronen sind bereits bezahlt, und auch die Umschreibung des Gutes auf Azbejs Namen ist schon erfolgt. Verbrecher zur Probe. In Paris verließ kürzlich um Mitiernacht eine Straßenschönheit eine Kneipe des Boulevard de Clichy. Zu gleicher Zeit brachen vier junge Leute aus dem Restaurant auf. Kaum aber hatte sie einige Schritte gethan, als einer der jungen Leute unversehens vier Revo!vcrschüsse auf sie abfeuerte, so daß sie schwer verletzt zusammenorach. Den Bemühungen der Polizei gelang es, des Thäters habhaft zu werden. Durch verhöre der Betheiligten wurde zunächst festgestellt, daß der Mörder fein Opfer nie zuvor aesehen batte. Das Räthsel löste sich endlich, als die Polizei entdeckte, daß er seit längerer Zeit mit einer Apachengesellschast in Beziehung stand, und daß diese Gesellschaft nur solche Herren" als volle Mitglieder annimmt, die schon ein Menschen!:ben auf dem Gewissen haben. Um diefcm Paragraphen der Statuten zu nügen, hatte der Kerl die Frevelthat verübt. Tödteten das Famil i en o b e r h a u p t. Die Pächtersehcleute Bauwcns , in Herinnes, BeZaien. hatten 14 Kinder; das Familien leben war sehr unglücklich, weil Bauwens Frau und Kinder unmenschlich tvrannisirte und mißhandelte. Schließ lich kam man gemeinsam übcrcin. den rohen Mann zu toöten. D:c That führte der älteste Sohn Karl, der Sol dat ist, aus. Nach dem 'Morde betete die Familie vor der Leiche für das Seelenheil des Todten. Die 50jährige Wittwe Bauwens und ihr älterer Sohn Karl wurden zum Tode verurtizeilt; der lojähriqe Sohn Leo wurde bis zu seinem zurückgelegten 22. Lebensjahre einer BesserungZanstalt überwiesen; die Tochter Justine und Lrnse waren we gen Schwachsinns außer Klage gestellt worden. t Lebensmüder ertränkte s i ch. In Centerville, einer Vorstadt von St. Louis. Mo., begab sich jüngst ein F. R. Avery nach einem klcinen Teich, wo er den Kopf so lange unter Wasser hielt, bis er ertrunken war. Er war krank und hatte emem Arzt er klärt, er werde sich tödten, weshalb man ihn unter Aufsicht hielt. Er ent lief jedoch seinen Wächtern und führte
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Hmlö, Hos und Knd t VWVä E i r ausgezeichnetes Desinfektionsmittel für Klosetts. Spülsteine, Ausgußrohre u. s. w. ist v-eifenwasser aus Schmierseife; dasselbe kalt oder noch besser heiß - anacwendet. nimmt jeden Geruch. M a k t a x o n t mit Käse. Nachdem die Makkaroni, in Salzwasser weichgekocht und abgekühlt sind, werden sie in einer Omelettenpfanne in heißer Butter noch etwa ehn Minuten unter öfterem Um.-renden gedünstet. Vor dem Anrichten wird feing.eriebener Käse darüber geschüttet, nochmals alles durcheinandergemengt und sofort servirt. Ein wenig bekanntesMittel zur Verbesserung des Rozgenbrotes besteht in dem Zusatz von abgerahmter Milch an Stelle des Wassers. Die Menge der zuzusetzenden Milch richtet sich nach der Quantität des Mehles. Der Geschmack eines solchen Brotes ist voller und kräftiger, das Brot ist reicher an Nährwerth und leichter verdaulich. Entfernung alter Anst r i ch e von Thüren und Fenstern. Man rührt 23 Theile Wasser mit 4 Theilen Mehl, 1 Theil Borar oder Alaun, 4, Theilen Schmierseife. 11 Theilen Aetznatron und 11 Theilen Aetzkali zusammen, bestreicht die gestrichenen Flachen mit diesem Gemcnae und läßt dajjelbe längere Zeit auf den Anstrich wirken. Schwanenpelz wäscht man durch leichtes Drücken und Reiben in lauwarmem Seifenwasser. Darauf wird mit lauwarmem Wasser gespült, leicht ausgedruckt, m klarem Wasser, dem man etwas Berliner Blau zusetzt, nochmals gespült und dann freihängend im Freien getrocknet. Ist der Pelz trocken, dann reibt man ihn ganz vorsichtig, stäubt ihn Deicht mit Talkum ein und klopft ihn mit einem Rohrstöckchen. Erhaltung der Farben in det Wäsche. Essig sogleich zur Waschbrühe gegeben, erhält blaß-rothe-und grüne, zum letzten Wasser gegeben, stellt er veränderte hochrothe Farben wieder her. Soda erhält purpurroth und bleiblau; reme Pottasche erhält und bessert Schwarz auf reiner Wolle. Ist Farbe durch Saucen verändert, so stellt Salmiakgeist mit zwölf Theilen Wasser verdünnt, iie-wieder her; ist sie durch Akalien verändert, so stellt sie Essig wieder her. Braten aufzuwärmen. Die beste Art, angeschnittenen Braten im ganzen Stück oder in Scheiben zu wärmen, besteht darin, denselben in eine glasirte Kasserolle oder in eine tiese Porzellanschüssel zu legen, die Bratensauce mit der Fettkruste darüber zu geben oder, falls die Sauce nicht fett ist, etwas frifche Butter auf den Boden der Schüssel zu legen, dieselbe fest zuzudecken und auf einem Topf mit kochendem Wasser eine halbe bis eine ganze Stunde in die Ofenröhre zu stellen; ebenso kann man den Braten und die Sauce in einer Kasserolle in einem bain marie" wärmen, doch muß das Fleisch häufig begossen werden und die Sauce darf keinesfalls zum Kochen kommen. Maultaschen in die Suppe. Fleischreste, sowohl von Braten, als auch von Kochfleisch, werden mit Sellerieblättern und .Petersilie fein verwiegt, zwei Milchbrötchen in Wasser eingeweicht, wieder fest ausgcdrückt und mit dem Fleisch in Butter gedünstet. Nach dem Erkalten wird Salz. Muskatnuß und so viele Eier daran gerührt, daß. wenn man ein Probeklößchen in kochendes Wasser legt, dieses weder zerfällt noch zu fest wird. Es werden nun dünn ausaewalkte Nudelflecke genommen und von der Fülle kleine Häufchen darauf gelegt, ringsum mittelst eines Pinselchens mit Eigelb angestrichen, der Nudelfleck überschlagen, und die Häufchen angedrückt und ausgeschnitten. Wenn alle gemacht sind, werden sie in Salzwasse: gekocht und dann in heißer Fleisch brühe nzcrichtet. Farbiger Bischof beschimpft amerikanische Flagge. Der farbige Bischof H. M. Turner in Macon. Ga.. nannte neulich in einer Versammlung, welche zur Besprechung des Rassenproblems einberufen worden war, die Flagge der Ver. Staaten einen zerfetzten, schmutzigen Lappen. Ferner meinte er. daß soweit der Farbige in Betracht komme, die Holle den Vorzug vor den Ver. Staaten verdiene. Er schloß mit den Worten: Wenn ein kleiner, unwissender weißer Mann, von dem man nie gehört hat und nie hören würde bis 10.000 Jahre nach dem Blasen der Auferstehungsposaune, nach Ruhm strebt, braucht er nur den Farbigen zu verlästern und beschimpfen, und wird auf der Stelle berühmt. Ich fordere sie alle heraus, mit mir in eine öffentliche Diskussion einzutreten, und ich werde ihnen zeigen, daß der Farbige be! weitem der bessere Mensch von beiden ist.' Kalkdüngung. Schwerer, thoniger Boden eignet sich erfahrungsgemäß 'zur Anwendung von gebranntem Kalk (Aetzkalk). Für Sandboden empfiehlt sich dagegen die Anwendung von kohlensaurem Kalk.
semen Vorsatz aus.
