Indiana Tribüne, Volume 29, Number 163, Indianapolis, Marion County, 5 March 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, S März 19O0.

Durch Leid zur Licuc

31 o m a x von Id a P c i s l: e r nw-wv (Fortsetzung folgt.) Wehre Tich doch nicht gegen ein so!ch:Z Geständniß, das jede andere beglückte, und gälte eZ vielleicht auch nur dazu, mit iljn zu spielen . . . Nein. Lisa, willentlich brachtest Tu mich nicht dahin, Dir wie Dein Schatten zu folgen. Du bist weder berechnend, noch kokett. Und ob Du Liebesfähigkeit besitzest das frage ich mi) manchmal in finsteren Stunden." Er zog sie zur Bank nieder; ihr schlanker, kräftiger Arm schmerzte sie unter seinem festen Griff. Laß Dir fagen. daß ich Dich eine Zeit lang gehaßt habe, gehaßt wie jeden Zwang, der auf meine Jndividualität einwirkt, er nenne sich nun. wie er wolle. . . Ich stehe nicht mehr im Alter der Illusionen. Ich mied Dein Geschlecht gerade nicht ... ich suchte es aber auch nicht mehr und nie mehr beabsichtigte ich. ohne irgend welchen Vortheil, ein Weib an mich zu fesseln. Das war, ehe ich hierher kam und nun " er verlor für einen Augenblick die Herrschaft über sich selbst. Abgott meiner Sinne, Du!" Sein Gesicht vergrub sich in ihr kühles, bauschiges Rothhaar. Nein, nein." Elisabeth sprang auf. hilflos flehende Unruhe um Aug' und Lippen. Ihre Hände sireckten sich abwehrend gegen ihn aus. Das thut so weh," stammelte sie, das will ich nicht hören." Alle sonstige herbe Selbstvertheidigung schien wie erloschen in ihr vor einer unbesieglichen Bangigkeit. Und dies machte sie geradezu berückend für den mühsam sich Zügelnden. Mache mich nicht toll. Lisa! Ist es ein Verbrechen. Dein Haar zu küssen, noch dazu, wo ich solches Recht habe " Das Wort " murmelte sie verschüchtert durch seine Heftigkeit.. Welches? . . . Ach so." sagte er gleich darauf verstehend und lachte spöttisch. Du sollst eZ nicht mehr hören, keuscbe Rottraut. Aber ich bitte Dich um eines: verlange nicht, daß ich meine Empfindung also vergeistige. Dich auf drei Schritt per Distanz anzubeten. Das kann ich nicht." Elisabeths Athem kämpfte. Lasse mir Zeit." Gewiß. Vergib meine Ungeduld." bat er halb versöhnt. Komm! Stehe nicht so fremd vor mir ... ich' will mich a bemühen, gesetzt zu sein." Sie mqm ihren jäh verlassenen Platz wieder ein und zog eine niederhängende Weinranke zwischen sich und ihn herab. Ihr verblichenes Gesicht leuchtete weiß wie das einer Kranken durch die Dämmerung. Tich fröstelt. Elisabeth?" Sie verneinte. Und dann erwiderte sie mit einer gedrückten und dennoch leidenschaftlichen Stimme aus ihrem friedlosen Inneren heraus: Mich friert an meinem Unglauben an Dir, an meinem Unglauben an mir! Nein, lassen Sie laß mich. Werthlos, unsympathisch Dir, wie jedermann meine Art" sie sprach noch hastiger, verwirrter und meine Fähigkeiten, mein Pflichtwille, das einzige, das ich aus meiner Armuth zu vergeben hätte, mit ganzer Seele. Was gelten sie? Deine Sinne suchen in mir ja nur das Geschöpf!" Sie schloß die Lider wie in Scham und Gram und drückte sich die thaukühle Ranke dagegen. Wie soll uns Segen kommen ?" flüsterte ste. Lächerlich. Lisa!" schalt Konrad Treu. Tu scheinst ja köstliches Vertrauen in unsere Zukunft zu hegen und hast von meiner Liebe einen höchst beglückenden Begriff." Wie eine schöne Silhouette hob sich Elisabeths Profil gegen das Mondlicht ab. Die tiefe, in die wunde Stirn gezogene Haarwelle flimmerte an den Spitzen metallisch, dunkelte in ihrer Fülle schembar in ein sattes Kastanien braun über und gab dem nachdenklichen, jungen Kopf ein anmuthizes Gepräge. Mein und doch nicht mein," flü sierte der in ihren Anblick Versunkene unhoroar. Konrad Treu zog die schlanke, feste Hand an seine heißen Lippen, als wollte er ihr Wärme und Empfindung übertragen. Trotzdem warnte er sich besonnen: vorsichtig sein! Nicht wieder abschrecken! Seme glatteren, ae schonten Finger fuhren zärtlich bedauernd über die rauhe Innenfläche öer ihren. Merkmal der dienstbar seit, wie ich Tich hasse an dieser Hand." Elisabeth schloß sie langsam. Meine Mitgift." scherzte sie trübe. Eine solche soll ja höher stehen, als klingender Werth." Wohl wahr. Und ich freue rnx& auf den Segen Teiner Hände, auf den zusammenhaltenden, schaffenden. Da rum bin ich auch neidisch auf jede ihrer Leistungen für andere. O. wäre der Tag schon da, wo Deine Kraft, Deine Pflicht. Deine Gedanken nur mir geboren! Vorgeneigt horchend sah sie in seine funkelnden. umschatteten . Augen. Wuroe er tefct sagen, wann? Er bog sich ihr noch naher. Grauet Dir nicht. Lisa, in der Atmosphäre von Kalte. Unverstand und Zwlshgkelten, die Dich täglich umgibt? Hast Du nicht Stunden, in denen Du herausflüchten möchtest aus ihr. in Wärme

und Frieden?... Ist Dein Herz schon

so fruhalt, daß es mcht manchmal ausschrie nach der Liebe und ihrem Glück?" Tonende Worte, aus dem Innersten kommend, ihr Innerstes beleuchtend und es sich doch nicht zuzwingend. Um keine Spanne kam :hm die regungslose. begehrte Gestalt näher. Er nahm ihr erwlderungsloses Stillhalten für ein halbes Zugeständniß. Gestehe doch, daß Du eine Darbende. eine Dürstende bist, Lisa." drängte er stürmisch. Ach und, Mädchen, Träume machen doch nicht aUl" Ich gestatte mir auch keine," wich sie herb aus. Aber sie erröthete an ihrer raschen, unschuldigen Lüge. Jawohl, Du thust es, Lisa. Sonst stündest Tu dem, was Deine Welt ausmacht. Dein Temperament in Fessein halt, mcht so fremd gegenüber. Sonst wärest Du nicht die, die Du bist, die Kampferin, die Suchende. O. ich habe Tich studirt so viel es mir möglich war. Deine Augen verrathen Dich manchmal . . . Verhülle sie daraufhin doch mcht so geflissentlich sein beschwörender Ton wurde bitter, ich lese rn sowieso nicht in ihnen, was ich mir glühend wünsche." Gehe lieber." rieth Elisabeth leise in einem ihr fremden Zustand moralischer Hilflosigkeit. Nem. Lisa. Schicke mich Nicht schon wieder fort in meine Einsamkeit; sie thut mir nicht gut. Vielleicht weißt Du bereits, daß ich niemand habe als Dick." Elisabeth gab einem unwillkürlich sie übermannenden Mitleid nach und lehnte, wie vertröstend, den Kopf an den Arm des hörbar schwer athmenden Mannes. Er störte sie durch keine Bewegung, durch kein Wort. Sacht löste sich Elisabeth von ihm. Er neigte sich und küßte sie auf die Stirn. Doch Elisabeth zuckte zurück auch vor dieser Berührung, diesmal sogar mit einem deutlichen Klageton. Gereizt wollte er aufbrausen, da gewahrte cr noch rechtzeitig an ihrer Gebeide, daß es körperlicher Schmerz geweien sein mukte. den seine Verübrunii yerl?orgerufen hatte. Was ist, Lisa?" Rüsch und behutsam strich er ihr die tiefe Haarwelle aus der Stirn. Na nun welche verwünschte Thür- oder Möbelkante hat Dir so übel mitgespielt?" Ach, laß doch." wehrte sie ausweichend. Warum?" Sein Mißtrauen wurde wach. Gesteh', der Satansjunge hat nach Dir geworfen " Nein doch." Oder Dich gestoßen, geschlagen?" forschte er unerbittlich. Es ist ja mcht schlimm. Hätte ich ihn hier " seine Zähne knirschten aufeinander. Verfluchte Brüt des Müßiggangs und der Willkür! Ich bitte" forderte Elisabeth Einhalt. Wie leise Furcht und Abneigung glitt es um ihren Mund. Ein Schwachkopf, wer da zahm bliebe." vertheidigte er seine getadelte Ausdrucksweise. Aber bitte " Wie anders. Lisa?" Es klingt so übertrieben, so häßlich. so " sie stockte kopfschüttelnd, als ver-. neme sie sich etwas. Nein, das bist Du nicht " sagte sie leise. Was bin ich nicht?" forschte er einigermaßen scharf. So sprich Dich doch aus." Verzeih" sie lächelte, wie über eigne Thorheit ich sah den Neid " Nun. und ?" Ihr Lächeln erlosch unter dem leicht spöttelnden, überlegen nachsichtigen Frageton. Nein. Tu hast ihn nicht," es klang wie eine verhohlene Bitte. JÄ boffe. ich habe ihn stark. Er ist ein sehr gesundes, berechtigtes Gefühl mitunter; er lernt abschätzen, lernt erkennen, kämpfen." So nenne es, bitte. Sehnsucht." ..Kind, wie weit käme durch sie die ringende Menschheit! Die Sehnsucht sei den Frommen und liebekranken Madchen überlassen; sie duldet und träumt. Der Neid ist reeller er treibt, er streitet . . ." halb lachend unterbrach er sich. Ei. Mädchen, das klingt Dir wohl plebejisch?" .Ich beklage solche Anschauung." erwidnte Elisabeth in schlecht verheb!tem Gereiztsein. Ich kann sie weder verstehen, noch theilen. Sie steht wie eine Schranke zwischen uns. Und ach! ich suche Dich im gemeinsamen Verstehen ich kann darin nur zu Dir finden." .Und ich habe die glückliche Zuversicht. daß Du mich darin und dadurch so gewiß findest, wie die Quelle das Meer... Dein Denken und Fühlen steht sicherlich nicht unter dem Pantoffel des Vorurtheils, ist aber noch zu mädchenhast beeinflußt, zu unklar und unfertig. Ich bin erbötig. Dir jeden Abend einige Lektionen in zeitgemäßer Aufklärung zu ertheilen." Danke!" Schroff und feindlich kam das von ihren Lippen. Lisa - dieser Ton!" .Ich habe dafür keinen anderen." Oppositionsgeist. Schatz." behauptete er mühsam gelassen. Frage Dich, ob Du auch so denkst in Stunden, in denen Deine zärtlichen Verwandten Dich knöcheln." Dann verachte ich sie, oder belächle sie je nachdem." gab sie aufrichtig zu. Nun und kommst zu keinem Vergleich?" , Zu dem niederen des neidischen Vegehrenö nicht."

Aergerlich zwängte er die Lippen zwischen die weißen festen Zähne. Ein heißes, finsteres Funkeln wetterleuchtete momentan in den sie beobachtenden Augen. Pah!" machte er dann erleichtert. Du hast noch viel zu lernen, ich mich noch viel zu gedulden das ist alles!" Sie wurde noch widerspenstiger an der Mißstimmung ihrer Verzagtheit. In dem Sinne werde ich nicht lernen." Elisabeth!" Der ungestüme, nahezu harte und

herrische Anruf schrillte in ihrer Seele nach. Sie erhob sich. Ich fühle mich abaespannt " Gut, ich werde gehen." Unlustig sprang er auf. Und morgen ?" Ich kann nicht immer... man macht es mir schwer." Drinnen, in Anwesenheit Deiner Tante und Kousine, will ich Dich nicht besuchen, das gäbe mehr Pein, wie Lust und brächte Dich mir schwerlich näher. Also ?" Unter müde zitternden Lidern hervor schaute Elisabeth an ihm vorüber in die köstliche Juninacht hinein, leblos. unjugendlich im Ausdruck. Ich werde da sein, allzeit, wenn ich darf und wann es sich schickt." Wann es sich schickt puh! Mich überläuft es... Lisa! Lisa! Sei nicht engherzig." Ich will mir Mühe geben, mich zu bessern," versprach sie flüchtig. Halb abgewandt bot sie ihm die Hand. Gute Nacht!" So fremd, so prüde? Ei wo." Er zog sie an sich mit einer rasch zu fassenden, selbstverständlichen Sicherheit, die keinen Widerstand duldete. Keine Furcht, ich schone 'Deine Stirn..." Ihr unwillkürliches Zurückbeöen vor seinem brennenden, ra schen Athem, vor seinen heißen, versuchenden Worten ließ ihn schließen. Gute Nacht, Lisa!" Es klang noch einmal an sie heran, als er im Dunkel der Hausflur nach der Entreethür tastete. Es lag etwas so heimlich Besitzfrohes in dem vertraulichen Gruy, das nichts ähnliches in ihr weckte. Im Gegentheil. Wie verfolgt, hastete sie sich in ihr Zimmer. Oöne sich erst ein Licht anzuzünden, zerrte sie das Handluch von seinem Halter, übergoß es am Toilettentischchen mit Wasser und rieb sich energisch Gesicht und Nacken ab, als fühle sie sich beschmutzt. Als ihr die Haut zu brennen begann, hielt sie inne in ihrem zwecklosen Thun. Das schützt doch nicht," flüsterte sie leise stöhnend. Mit beiden Fäusten drückte sie das feuchte Tuch an die Augen, in denen ein hilfloses, bitterliches Weinen aufquellen wollte. ' In den luxuriösen Räumen des Oberstocks huschten schon seit einigen Wochen die flüchtigen Fllßchen Ophelias umher, zirpte der Cllberglöckchenklingklang kostbarer Spielwerke, pisperten zahme Vögelchen ihre hellen, sehnsüchtigen Locktöne und scholl ab und an Sprechen und Lachen letzteres immer nur von der vornehmen, holden Kinderstimme. Arno Voß machte sich höchstens einmal durch die weiche, volle Sprache seines Flügels vernehmbar. Doch sein seltenes Spiel, so gehalten und technisch fertig es im Beginn stets war, verlor sich allemal in die Unruhe wild beredter Phantasien, bis es in jähem Stocken abbrach, als risse ihm ein ernüchterndes Aufsichselbstbesinnen, oder nervenerdrllckend: Unlust die Hände von den Tasten. Um sich zu einem täglichen Ausgehen zu zwingen, pflegte er mit seinem Töchterchen das Mittagsmahl in einem zu bestimmter Zeit stets für ihn reservirten Erkerzimmer eines Restaurants einzunehmen. Dagegen beanspruchte er, dem flüchtig besprochenen Uebereinkommen gemäß, von seiner Wirthin die Beköstigung für Thee und Abendbrot. Und er fühlte sich für diese sehr gui bezahlte Mübewaltung nicht zu den geringsten Annäherungsversuchen gegenüber den Inwohnern des Parterres verpflichtet. Seine Bedienung, Frau Lenz, die arme, ältliche Wittwe, die unten m Kellergeschoß neben des alten Wedinq Wohnung iore Behausung hatte, besorgte des Morgens das Frühstück. Thee und Abendbrot brachte Elisabeth, da alsdann die Frau sich auswärts befand. Das erste Mal hatte sich, nach einigem Bedenken, Frau Agnes diesem Dienst unterzogen und war, nachdem ihr Herr Voß die Platt? abgenommen hatte, bemuht gewesen. ihn zu einem Gang durch die reich und eigenartig eingerichteten Räume seiner Behausung mit ihr zu veranlassen, oder zum mindesten zu einer freundlichen Unterhaltung. Statt dessen hatte cr ihr deutlich zu verstehen gegeben, dasi ihm eine derartige Aufmerksamkeit von einer der Damen des HauseS peinlich sei. Er bat um völliges Jgnoriren semer Person. Frau Agnes erschien nicht mehr bei ihm. Des anderen Tages brachte Elisabeth May den cachmlttagsimbiß. Herr Voß war bei ihrem Erbliaen be treten, da er nicht angenommen hatte, daß man unten um diese Zeit sonst niemand zur Verfügung habe. Dc; indeß an der Sache nichts zu anotnT war. willigte er schließlich ein. Er würde nach wenigen Tagen schon auch nichts mehr daran geändert haben wollen so zurückhaltend in Blick, Wort und Wesen war das Madchen. Nach kurzer Zeit war es ihm ebenso .unbequem wie widerstrebend, die Vielbeschäftigte jedesmal auf sein Oeffnen

harren zu lassen. Er bat sie bei ibrem

nächsten Kommen in das Wohnzimmer und übergab ihr dort den zweiten Schlüssel seines Entrees mit der Aufforderung, ihn stets bei ihrem Heraufkommen ohne weiteres Anmeldezeichen zu benutzen. Elisabeth war überrascht, doch hatte sie bei Entgegennahme des Angebotenen nur das leichte Kopfneigen knappen, stummen Dankes. Was galt ihre Person dem reichen Einsamen, der gegen Frauenunnähcrung und Frauenthun fast feindselige Abneigung zur Schau trug? Sein Anerbieten entsprang sicherlich weit mehr seiner gestörten Bequemlichkeit. denn einem Beweis unmotivirtcn und unerprobten Bertrauens in ihren Charakter. Die kleine Ophelia, die sich im seidenen Netz eine? Hängematte wiegte, über das eine Palme ihre schlanken Wedel bog. begegnete den Augen des wortlosen Gastes mit einer stumm beredten Erwartung. Elisabeth gewahrte dies und fand doch keine Aeußerung ihres Wohlgefallens für das anmuthige Kind. Da richtete sich Ophelia auf. Nein, nein, noch nicht gehen!" sie winkte ihr und fügte ihre grübchenbesäeten, schimmernd hellen Händchen mit einer so reizend bittenden Geste ineinander, daß Elisabeth willenlos zu ihr hintrat. .Was wünschest Du, Kind?" Sei einmal gut zu mir," kam es halb scheu, halb schelmisch über den kleinen Mund. Elisabeth, betroffen und gerührt durch dieses verwöhnten Geschöpfchens wiederholte Werbung um Freundlichkeit, wo nicht Zuneigung, beugte sich bezwungen ein wenig über das liebliche Gesicht. Man kann jemand auch ohne Kuß und Worte liebhaben," sprach sie mit beklommener Sanftheit. Hast Du mich da so lieb?" forschte Ophelia mit großer Spannung. Elisabeth nickte unmerklich. Das Kind lächelte mit triumphirend sonniger Befriedigung. Und als fühle es. daß ein Mehr über dieses Thema, dem lierenswürdiaen Sie nur Xiirn viaqttjtn dienen :onne, i prang es unvermittelt zu anderem über, das schon tagelang das viel einsame Köpfchen beschäftigt hatte. Fräulein Lisa itfj Ulrich gut?" Nein, kleine Ophelia." Lia. Du wirft niöt mehr mit dem Knaöen spielen." befahl Herr Voß. Er sah mit nervozer Aufmerksamkeit zu den beiden hin. Da Elisabeth halb von ihm abgewandt stand, hatte er nur das angenehme, keusche Profil ihres Gesichtes und ihrer schlanken Gestalt vor Auaen. Ulrich hat gesagt, daß er Käsern manchmal ihre Beinchen nimmt." erzählte Ophelia mit Schaudern. Ich will nichts mehr von ihm wissen." Sie gab, sich einen leichten Schwung und glitt mit gleichen Füßchen auf den Teppich. Sieh. Papa, wenn ich in den Hof gehe und der böse' Junge kommt, mache ich es so so" und sie streckte ihr Körperchen, warf mit hochmüthiger Bewegung die goldbraune Lockenfluth zurück, verhüllte ihre sammtnen Augensterne durch halb gesenkte Wimpern und gab den kindlichen Zügen eine überraschend ausdrucksvolle Verächtlichleit. Ist es so richtig, Papa?" .Liebling!" rief seine kranke Stimme hingerissen. Echt! Echt! ...Und wie weiter, wenn er Dich anspricht?" Die Kleine bog sich ein wenig vor. markirte mit den längst geheilten Aermchen ein unnahbares: Sieh Tu mich nicht! nach einem unsichtbaren Partner hin und zog mit der linken . ' r ; : -in: "Vf. Hano oie vergiT3ineiniua;iucuuicu pulten ihres milchweißen Hängekleidchens enger an sich. Einen Augenblick in dieser abweisenden Haltung verharrend, schüttelte sie diese dann mit einer flüchtig aufschnellenden Grazie förmlich von sich und flog, die alte, herzenerobernde Liebenswürdigkeit im Gesichtchen, ihrem Vater stürmisch in die ausgebreiteten Arme. Das ist Erbe meines Blutes ... das ist Pein und Seligkeit " hörte Elisabeth den bewegten Mann murmeln, und sie sah am Zucken seiner Lippen und der jäh vertieften Blässe seiner farblosen Haut, daß trotz des Lächelns und der Koseworte eine dumpfe Qual auf ihm lastete. Sie verneigte sich bedrückt und ging. Von nun an hatte Ophelia bei Elisabeths Kommen stets irgend ein Anliegen an sie und wußte die Scheue. Wortkarge allemal auf einige Minuten wenigstens an sich zu fesseln. Und wenn auch Elisabeth darum ihre Zurückhaltung nicht qanz ablegte, so erwärmte sich ihre verbitterte Natur doch so nachhaltig an dem Zauber des außergewohnlichen Kindes, daß die kurze Zeit des taglichm Beisammenseins mit ihm sie für die übrigen Stunden geduldig und widerstandfähig gegen die vielerlei kleinlichen Nöthe ihrer Stellung wandelte. Eine streitvermeidende, erwartungsvolle Weichheit war jetzt beständia ihr' innerer Schutz. Sie wich Ulrichs gelegentlichen Bosheiten aus. anstatt sie, wie früher so oft. durch Härte heraus zu fordern. Sie fand für das ermüdende Einerlei ihrer Pflichten, wenn auch nicht mehr Lust, so doch mehr Muth. (Fortsetzung folgt.) Die Duisburger Strafkammer verurtheile den Prokuristen Weber der Chemischen Fabrik .Lindenhsff" wegen Unterschlagung - von 11.800 Mark zu sechs Monaten Ge. fangniß.

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