Indiana Tribüne, Volume 29, Number 163, Indianapolis, Marion County, 5 March 1906 — Page 6
Jndiana Tribüne 5. März 1906. G
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ewe FaschingZgeschichte von Frarz Wichmann. - Freudestrahlend trat Leo FalKc auf die JÄgerstraße hinaus, denn Geld hatte er schon lange nicht mehr in Händen gehabt. Früher freilich war es anders gewesen. Da hatte mit dem großen, vom Vater ererbten Vermögen seine Jugend genossen. Dieser Kampf gegen das Geld war leicht, dann aber begann der schwerere um's Geld. Ein auf den Ruf seines Reichthums gestützte?, unbegrenzter Kredit ermöglichte es ihm, längere Zeit mit leeren Taschen Häuser zu bauen. Schließlich aber sah sich das Gericht die Manipulati.ien des Herrn Ingenieurs und Architekten näher an.- Mit der erfolg reichen Spekulantenthätigkeit war es NUN zu Ende. Von Schulden gedrückt, arbeitete Herr Falter für einige dunkle Kapitalisten auf dem Gebiete des Bauschwindels weiter. Seine Aufgabe bestand darin, die Dummen zu machen", und ein glücklicher Erfolg hatte ihm' soeben eine Gratifikation von hundert Mark eingetragen. Das Gewissen drückte Leo Falter nicht, nur das Geld. Die fünf Doppelkronen in seiner Tasche zogen ihn förmlich zu Boden, doch da konnte geholfen werden. Aus finanziellen Gründen hatte er bisher den Karneval ungenutzt verstreichen lassen müssen. Heute, am letzten Tage, wollte er nach holen, was noch möglich war. Unter tauchen in den dichteten Strudel! Da fühlte er sich zugleich am sichersten vor seinen Verfolgern. Noch einmal schmunzelnd sein Geld zählend, wollte er eben in die Hauptstraße einbiegen, als er einen Mann rasch in dem engen Durchgang zwischen zwei Häusern verschwinden sah. War er beobachtet wovden? Mißtrauisch blickte er dem elegant gekleideten Herrn nach, den er schon öfter in seiner Nähe bemerkt zu haben glaubte. Vielleicht ein Privatdetektiv? Doch schnell beruhigte er sich wieder. Diesmal sollten sie ihm die gierige Hand nicht auf den so schwer erschnappten goldenen Bissen leaen. Seit er seine Wobnung beständig wechselte, schien man die Spur des Vielqesuchten wirklich verloren zu haben. Obne 3öaem schlug er den Weg zu dem nächstgelegenen seiner drei abwechselnd benükten Garconlogis ein. Dort hatte er feinen )qon mehrfach gefährdeten letzten m sellschaftsanzug geborgen. Die Toilette war rasch beendiat. In Frack und weißer Weste, den Ehapeau claque aus dem Kopse, das Monocle ins Auge geklemmt, verließ er nach einer Viertelstunde als fertiger. Redoutenlöwe sein Zimmer mieder. Es ist einer dagewesen, Herr In-genieur.-Erschrocken blickte er sich um. Die feiste Hauswirthin, aus einer Nebenthür tretend, stand iiu Gange hinter ihm. Der veränderte Ausdruck ihres Gesichtes entging ihm nicht. An Stelle der bisherigen Devotion dem feinen Miether gegenüber war etwas wie mißtrauische Verwunderung getreten. So hat er seinen Namen genannt?" fragte er mit erzwungener Gleichgültigkeit. ' Nein, aber er wollte nicht glauben, daß Sie nicht da sind; er wird wieder kommen." Verdammt." murmelte Falter vor sich hin. Dann fügte er laut, in möalichst geringschätzigem . Tone hinzu: Ah, ich weiß schon einer mit blauer Mütze." Ja, der der " das Wort steckte der guten Frau im Munde. Er wartete nicht, bis sie es heraus brachte. Ist schon recht, Frau Heller." Damit stürmte er die Treppe hinab. Erwürgen hätte er diesen Menschen können, den er wie einen Todfeind haßte und fürchtete, ohne ihn recht zu kennen. Nirgends war man sicher vor ihm. In seiner Erregung bemerkte er nicht, daß der Verdächtige von vorhin ihm im Dunkel des frühen Abends wiederum bis an den Eingang des Orpheums folgte, um sich dann rasch in entgegengesetzter Richtung zu entfernen. Einmal in dem bunten Faschingstrubel untergetaucht, lebte Falter nur noch dem Augenblick. Das tolle Zauberreich. ,das ihn umgab, schloß jeden Gedanken an die nüchterne Wirklichkeit aus. Guirlanden von farbigen Glühlampen überströmten den Saal mit blendender Lichtfülle, über dem flimmernden Gewoge glänzender Toiletten und weißen Schultern schwebten leickte, zierliche Vlumenketten, schlangen sich um Pfeiler und Säulen bis hinauf zu den Gallerten, von denen festliche Fähnchen niederflatterten. Der heiße Athem der Tänzer, der Duft des Parfums, perlendes Lachen und Gläserklang, das alles stieg, auf den weichen Tonwellen träumerischer Walzer gewiegt, rn einer Gluthwelle bis zur Deae empor und hielt diese aus allen Elementen gemischte vom Vergnügen entfesselte Gesellschaft wie in einem heißen, bestrickenden Banne. Falt:r nippte an all den frischen Frauenblüthen, ohne an einer sich festzusauaen. Keine der immer wieder gewechselten Tänzerinnen konnte ihn länger fesseln. Wohl zwei Stunden hatte er'S so getrieben, als endlich auch ihn ein zündender Blitz traf. Eben wollte er wieder den Sektpavillon aufsuchen. Da sprang ein fescher neckisch in Spitzen und Pailetten gehüllter Domino iso nab an ihm vorüber, dak sein
Lackschuh leicht auf die Spitze ihreZ Fllßchens trat. Au, au, was bist denn Du für ein grober Klotz!" Pardon, Domino er stockte, als er die reizende Erscheinung der Aufschreienden näher betrachtete. Alle Wetter, das war ia. was er suchte! Eine birkenschlanke Gestalt, feine, gra ziöse Händchen, weiche, volle Arme und runde Schultern, ein entzückendes Menschenbild, in dem. sich die Lieblichkeit einer Elfe mit dem anmuthigen
Stolz einer Königin einte. Die for- i melle Entschuldigung, die schon aus seinen Lippen gelegen, wandelte sich in eine galante Schmeichelei um: Pardon. Domino, aber Dein Füßchen ist so klein, daß ich es unmöglich sehen j kannte ". Voll im Lichte des straylenden Lüstres blieb sie mit dem rosig erglühten Gesicht vor ihm stehen. Unter der schmalen, schwarzen, mit matten Perlen besetzten Sammetlarve blitzten ein paar dunkle Schelmenaugen mit verführerischer Liebenswürdigkeit auf: Ei, Du weißt Dir zu helfen. Aber Strafe muß sein!" Ein leichter, tändelnder Schlag mit dem Fächer traf seinen Arm. Ich danke. Nimm das zurVelohnuna." Er reichte ihr aus dem Knopfloch seines Fracks die dort gelöste Gardenia. Merci. Ich sehe Du bist brav." Und Du so schön wie keine andere. Wie ist es möglich, daß ich Dich nicht früher gesehen habe?" Bin gerade gekommen und zum ersten Male auf einer Redoute." Ach, das ist reizend! Du kennst hier Niemand?" Nur die Freundin, die mich mitnahm und Dich " Mich?" lachte er stutzend. Schwindel, man kennt das." Soll ich Dir Deinen Namen sagen? Leo heißt Du " Wahrhaftig. Und Du?" Rathe." Nach der Farbe Deines Dominos mochte ich Dich brauner Schelm" nennen. Aber vielleicht bist Du, was Du bist: Rose." -Meinetwegen nenne mich so. Aber fürchtest Du die Dornen nicht?" j rTK . t r t ' ' p jl as wm ia gleicy oewei'en. Er faßte sie schnell um die Taille und drehte sich mit ihr zu den schmetternden Klängen der Polka durch dn Saal. Rosen brauchen der Pflege, wenn sie blühen und duften sollen," sagte er, als der Tanz zu Ende war, was meinst Du zu einem kleinen Souper?" Du bist ein guter Gärtner, der für' seine Blumen sorgt," lächelte sie schel misch. Er führte sie an einen, in lauschigem Winkel gedeckt siehenden Tisch. Zuerst begießen wir ein wenig. He, Oberkellner!" Der Herr Baron befehlen?" Earte Manche und etwas zu beißen!" Sie saßen einander gegenüber in leichtem neckischen Geplauder. Ihr Anblick machte ihn immer verliebter. Wie war es nur möglich, daß sie seinen Namen wußte? Die Pastete, die er ihr reichte, entglitt ihrer Hand und fiel auf ihren Schoß. Sie zog'das Taschentuch, um die beschmutzte Stelle abzuputzen. Dabei klirrte etwas an den Boden. Schnell sich bückend, hielt er einen feinen Goldreif in der Hand. Aber das ist ja ein Ehering!" rief er betroffen. Sie lwa? glühettd roth geworden. O bitte, gib " Erst mußt Du beichten. Du bist verheirathet?" 'Verlegen blickte sie auf ihren Teller. Kaum ein halbes Jahr." So ist auch Dem Gatte hier?" inquirirte er weiter. Hier nein, das heißt in der Stadt, ja er hatte Geschäfte um 12 Uhr erwartet er mich unten an der Straßenecke, wir müssen mit 'dem letzten Zuge fort." Ein wenig enttäuscht wog er 'den Ring in ver Hauid. So 'bald müssen wir uns trennen?" Doch tos Abenteuer reizte ihn. Vielleicht ein griesgrämiger, alte? Brummbär, !der sich ein lebensfrohes, junges Weib genommen. Es war ja Fasching und noch nicht aller Tage Abend. Den Reif an ihren schlanken Finger streifend, drückte er einen Kuh auf den blendend weißeü Arm. . , Sie zuckte leicht zusammen. Du bist eine Wespe!" Warum?" Weil Du an verbotenen Früchten naschst." Sie sind die süßesten. Du brauner Schelm." Sie blickte besorgt auf die Uhr. Bald wird es sich ausgenascht haben. Es geht auf y212 Uhr. Höchstens zum nächsten-Walzer reicht es noch." Als der Tanz zu. Ende -war, wollte er noch immer nicht an ihren Aufbruch glauben. Aber sie machte ernst und er mußte sich entschließen, zu zahlen. Willst Du denn auch schon fort?" fragte sce, während ihre Blicke den Inbalt seines Portemonnaies überflogen. J5 begleite Dich." ' . Aber Du weißt doch, mein Mann Wartet an der Ecke. So bealeite ich Dich wenigstens hinab an die Thür." Meinetwegen," sagte sie scheinbar Widerwille doch ein seltsam tnumvwl
renoes schein glitt über tyr Gesicht.
'untcn angekommen Meden sie noch einen Augenblick stehen. Falter konnte sich nicht trennen. Ich werde Dich immer 'lieben," flüsterte er heiß. Richt einmal bis morgen," sagte sie bestimmt. Er that beleidigt. .Du kennst m5ch eben mcht. Ich labe Dir schon gesagt, daß ich Dich sehr gut kenne. Du hast mehrere Wohnungen und noch mehr Schulden." Teufel," prallte er erblassend zurück, woher weißt Du izas?" Von meinem Manne da kommt er eben." Em kleiner untersetzter Herr in dunklem Ueberzieber. einen weiten Schlapphut auf dem Kopfe, war rasch in die Thür getreten, hinter der das Paar im Schatten stand. Tas auch noch," murmelte Falter, NUN kann es aut werden. Aber ick schütze Dich und bin zu jeder Genugtyuung oerett. Ah. endlich treffe ich Sie!" Falter starrte betroffen den Serangetretenen an. Sie kennen mich?" Leider hatte ich immer noch nicht das Vergnügen, ihre persönliche Velannljchast zu machen, trotz wiederholter Besuche. Wie ist es, Fanny?" er braune Schelm neigte sich an ein Ohr und flüsterte ibm etwas zu. Falter glaubte einen Geldbetrag nennen zu hören. Eine fürchterlich: Ahnung stieg in ihm auf. Mein 5err Sie sind " Der neue Gerichtsvollzieher." Er riß den öut berab. Die blaue Mühe des Beamten war darunter' sichtbar. Holle und Teufel! Und dieser braune Domino ist wirklich bre Frau?" Gewiß meine Frau, die mir foeben mittheilt, daß sie noch im Besitze von 80 Mark sind. Sie begreifen, daß ich dasGeld mit Befchlaa nehmen mufc. Ein Privatdetektiv, durch den Ihr Hauptgläubiger Sie schon lange dersolaen ließ, machte mir beute Abend die Mittheilung, daß Sie bei Kasse sind. Um Sie zu stellen, nahm ich d Hilfe meiner Frau in Anspruch. Also bitte, machen Sie keine Umstände. wenn Sie unnöthiges Aufsehen dermeiden wollen. Walter blickte auf den aallonirte Portier, der bereits neugierig herüberhorchte. Mit saurer Miene zog er sein Portemonnaie. Nehmen Sie. es ist alles, was ich habe. Ihre Frau ist eine Hexe! Aber gut unterhalten habe ich mich doch mit ihr!" fügte er bos haft hinzu. Meine? Fanny bin ich sicher, sagte der Gerichtsvollzieher, seelenruhig das Geld einsteckend, und das svöttisckie Lacken der Beiden tönte dem Gefoppten noch auf die Straße nach. Diesmal waren sie scklauer als ich," sagte Falter zu sich selbst. Der Teufel traue den Weibern!" fröstelnd vertiefte er die Hände in die Taschen . 3 it .t . tj...- :: u. , Wittes ucyrticvcta. viuuuri, uuum. ner Schmutz bedeckte die Straßen, ein naßkalter Wind wehte ihm ins Gesicht. Echte Aschermittwochsstimmung. Nur Galgenhumor konnte dagegen helfen. Ach. Du lieber Augustin. alles ist hin " pfiff er mit dem Winde um tte Wette. Ei origineller Streik. Eine der eigenartigsten Lohnbewegungen dürfte jener Streik sein, der vor einer ziemlichen Reihe von Jahren einmal an einem Londoner Theater ins Werk gesetzt wurde. Man führte eine Oper auf, zu deren Attraktionen die Scenerie des einen Aktes gehörte, in dem die Bühne ein gewaltiges wogendes Meer darstellte, das heißt: un!er einer mächtigen blauen Decke hatte eine Sckaar kleiner Knaben emsig hin und her zu laufen und durch ihre Bewegungen das Woaen der Wellen zu marki ren. Die junge Gesellschaft hatte ihre Aufgabe zunächst mit wahrem Feuereifer erfüllt, dann allmählich denDienst etwas beschwerlich und die Gage zu niedrig befunden, und schließlich wurde eine Revolte in aller Form verabredet. An dem Ab:nde, für den der St?eik angesetzt wa?, ging zu Anfang alles wie gewöhnlich und die See wogte ganz 'nach Wunsch. Plötzlich abe? lag de? b?ausende Ocean spiegelglatt da, de? heulende Sturm vermochte nichts mehr über das widerspenstige Element, keine Welle rührte sich mehr. Die kleinen Verschwörer lagen regungslos platt auf dem Meeresboden" ausge streckt und sahen gelassen der Vermittlungsaktion des Direktors entgegen, der denn auch alsbald unter der Deck: erschien und nach einer kurzen, im Flüsierton geführten Verhandlung wohl oder übel die verlangte Gagezulage bewilligte. Und nun wogte" das Meer unter nicht endenwollendem Beifall des Publikums stürmischer denn ic. nen ähnlichen Streik setzten vor mehreren Jahren an einem Berliner Thea ter die Chorknaben in Wildenbruchs Kaiser Heinrich" in Scene. Der au ßere Effekt blieb freilich hinter dem des Londoner Ausstandes erheblich zurück; immerhin kam hier ebenfalls die ganze Vorsellung in Wanken, und wie dort wurden auch hier die Schwierig teilen durch eine' gelinde Gehaltsauf. besserung rasch und glücklich Lberwun den. Widerspruch. Onkel: Na, geht's Dir gut, Werner?" Student: Danke wenn nur die ewige mornentane Geldverlegenheit nicht wäre!"
Europäische Aachrichten.
Vöeinprovinz. Köln. Vor einiger Zeit hatten Oberbürgermeister Becker. Justizrath Trimborn und Geh. Commercienrath Michels eine Audienz beim Reichskanzler im Auftrage der Vereinigung für rechts- und staatswissenschaftlichs Fortbildung. Diese Vereinigung bezweckt die Errichtung einer besonderen Akademie für rechts- und staatswissenschaftliche Fortbildung in unserer Stadt, ein Gegenstück zu der Akademie für praktische Medizin. Aus diesen beiden Akademien werde, so hofft man, für die Stadt einst eine Universität erblühen. Nachdem bereits vor längerer Zeit 100,000 Mark für die Errichtung einer Rechts-Akademie gespendet worden sind, stehen weitere besondere Zuwendungen in beträchtlicher Höhe in Aussicht. Die Antwort des rrv.i i ir . -A iaciu.siuu3ici uu uic -ücfrniaiion iuut für das Projekt durchaus günstig. Aachen. In dem Hause am Hubertusplatz No. 2 stürzte der 40jährige Kirchenmaler Wilhelm Schuhmacher mit einem seiner Kinder, das er aus dem Arm trug, die Treppe hinunter und erlitt einen schweren Schädelbruch. Er wurde nach dem Luisenhospital gebracht und erlag dort nach kurzer Zeit seinen Verletzungen. Das Kind war unversehrt geblieben. Der Verunglückte hinterläßt Frau mit 4 Kindern. Bonn. Der Professor der klassischen Philologie Geh. Reg.-Rath Dr. Franz Büchler an der hiesigen Univer sität ist von Ostern 1906 ab von den Vorlesungen und von der Leitung des philologischen Seminars entbunden worden. Er sieht im 69. Lebensjahre. Friedrichsthal. Der Tagelöhner Schneider unternahm auf seine eigene Tochter einen Raubanfall. Als das Mädchen sich weigerte, das seiner Herrschaft gehörige Geld herauszugeben. feuerte er drei Schüsse auf seine Tochter ab und verletzte sie lebensgefährlich; darauf tödtete er sich selbst. Heb des he im (Nahe). Die 1905er Weine des hiesigen Winzerbundes sind durch Kauf in den Besitz der Exportfirma Nohn & Söhne in New Fork (Waldhilbersheim) übergegangen. Koblenz. Die Firma Deinhard & Co. stiftete 10,000 Mark zu Gunsten ihrer Arbeiter. S i e g b u r g. Der frühere Direktor der Wach- und 'Schießgesellschaft hierselbst, Kämpe, wurde wegen Unredlichkeit in größerem Stile verhaftet. U. a. soll er die von den Wächtern hinterlegten Cautionen unterschlagen haben. U e r d Z n g e n. 200.000 Mark stiftete die hiesige Zuckerfabrik Schwaengers für eine Alters- und RuhegeHaltskasse ihrer Arbeiter. Provinz Kosscn-?lassau. Kassel. Vor einiger Zeit feierten Eduard und Gustav Katzenstein ihr 25jähriges Jubiläum als Inhaber der Firma L. I. Katzensicin, Tapetenfabrik. Dieselbe wurde vor mehr als 60 Jahren vom Vater der Jubilare gegründet. Vaumbach. Letztens starb nach kurzem Krankenlager unser hochgeschätztes Gemeindeoberhaupt, Bürgermeister Limmeroth. Seit dem Jahre 1874 hat er ununterbrochen daS Amt eines Bürgermeisters versehen und sich um die Wohlfahrt unseres Dorfes und seiner Bewohner sehr verdient gemacht. Seiner Umsicht und Thatkraft hat unser Dorf die Wasserleitung zu danken; auch als Kreistagsabgeordneter hatte der Verstorbene Ersprießliches geleistet. Das ihm entgegengebrachte Vertrauen hat sich nach seinem Tode bei der neuen Vürgermeisterwahl auf seinen Schwiegersohn, den Schreinermeister Witzel,. übertragen, den die Gemeindevertretung zum Büraermeister wählte. Röhr da. Der Sattlergehttse nvberich, der von dem Arbeiter Adam Fay durch einen Stich in den Unterleib schwer ve?letzt worden war, ist jetzt gestlrben. Fay wu?de da?aufhin verhaftet und nach Netra als Untersuchungsgefangener gebracht. Trubenhausen. Ein t?au?ige? Unglücksfall hat die Familie des Schneide?meisters Pflüge? hier betraffen. Die beiden Eltern hatten, nachdem sie ihre Kinder zur Ruhe gebracht hatten und diese schliefen, noch einen Befuch bei ihnen gegenüber wohnenden Nachbarsleuten gemacht. Sie waren noch nicht llnge dort, als sie durch Kindergeschrei aufgeschreckt wurden und nun sofort nach Hause eilten. Hier bot sich ihnen ein schrecklicher Anblick. Eines ihrer Kinder, ein fünfjähriges Mädchen, hatte wahrscheinlich die Lampe anstecken wollen, hierbei war das Nacktkittelchen in Flammen gerathen, wodurch das arme Kind so furchtbar verbrannt wurde, daß cö alsbald unter schrecklichen Schmerzen verstarb. Wiesbaden. Hier starb im Alter von 65 Jahren an den Folgen der Gehirnerweichung Hofrath Otto Dornewaß. Er war Bureauchef und Oberregisseur der Oper am hiesigen Hoftheater. . Mitterdeutsche Staate. Altenburg. Geheimer Regierurrgsrath Oßwald feierte sein silbernes Amtsjubiläum als Oberbürgermeister und Polizeidirektor unserer adt. Namens der Stcvdt ist eine
Oßwald - Stiftung mit einem Vermögen von 10.000 Mark errichtet worden, aus 'deren Erträgnissen städtische Un terbecrmte eine Beihilfe zu einer BadeZur oder Erholungsreise erhalten sollen. Berel. Letztens erschoß sich der Landwirth Christian Oelker von hier. . Er lebte in geordneten Verhältnissen und itte sein Land verpachtet. Der GrunD der That ist nicht bekannte E o b u r g. Einen schnellen Tod erlitt der H!eschZftsbücherfabrikunt Richard W.Iuchs von hier. Er war mit seiner Gattin zu Besuch bei einem Verwandten in Wutha bei Eisenach und hatte dort an einer Kindtaufe theilgenommen. Als er 'sich zum Bahnhof begeben wollte, wurde er plötzlich unwohl und mußte in die Wohnung seines Schwagers zurückgebracht werden, wo er nach kurzer Zeit verschied. Eine Herzlähmung hatte dem Leben des noch jungen, schasfens freudigen Mannes ein Ende bereitet. Gera. Hir verschied im 79. Lebensjahre Renwe: Karl Albin Metzner. Der Verstorbene hat schon bei Lebzeiten der Ttadt zwei Stiftungen vermacht: am 15. Februar 1896 zum Andenken an seinen verstorbenen Sohn 10,000 Mark, deren Zinsen alljährlich am 2. Januar hilfsbedürftigen Knaben zugute kommen, und am 8. Februar 1902 1000 Mark aus Anlaß .seines goldenen Vürgerjubiläums. Die Zinsen dieser 'Stiftung erhalten alljährlich vier arme unbescholtene Bürger. G ö l l i n g e n. Vor einiger Zeit verunglückten im Schachte der Gewerkschast 'Günthershall die Bergleute Krause aus Rottleben und Müller von hier dadurch tödtlich, daß sie von einem in den Schacht falleuden Drahtkabel getroffen wurden. Beide sind Familienväter. Heudach. Hie? ist die Griebe!'sche Gastwirthschaft niedergebrannt. Der Besitzer erleidet großen Schaden, da er nicht versichert hatte. Schmolln. Der früher hier ansässigeSchneidermeister Gustav Sproth ' ist auf der Straße von Wernsdorf nach Hirschfeld erfroren aufgefunden worden. Weimar. Schulinspektor a. D. Kregler ist hier im 76. Lebensjahre gestorbenw Eduard Kregler war früher Bürgerschuldirektor in Eisenach und wurde später zum Schulinspektor des 4. wermarischen Verwalwngsbezirkes in Dermbach ernannt, wo e? bis zu seinee im vorigen Jahre erfolgten Pensionirung eine segensreiche Tätigkeit entfaltete. Sachsen. Dresden. Ein allgemein beliebter, in Künstlerkreisen hochgeschätzter Beamter. , der Sekretär im Hausmarschallamte, Hermann Schubert, beging sein 25jähriges Beamtenjubiläum. B u ch h o l z. Durch die Entschlafsenheit eines jetzt 13 Jahre alten Knaben. Namens Paul Münch, sind im Juli v. I. aus dem Sehmafluß zwei Kinder, ein 7jähriges Mädchen und ein 4jähriger Knabe. vomTode des Ertrinkens gerettet worden. Der König hat dem Knaben die Rettungsmedaille verliehen, die ihm an Rathsstelle überreicht worden ist. C o l m n i tz. Hier brannte das Anwesen des Wirthschaftsbesttzers Böhme vollständig nieder. C h e m n i tz. Letztens ist auf dem hiesigen Bahnhöfe der Wagenrücker Fuchs dadurch verunglückt, daß er beim Ueberschreiten der Geleise von einem Wagen erfaßt, in das Geleise geworfen und überfahren wurde. Der Unglückliche erlitt hierbei erhebliche Verletzungen am rechten Unterschenkel und am linken Oberschenkel. E r l a u. Hier erhängte sich wegen andauernder Krankheit der Wirthschaftsbesitzer Lange. Großschweidnitz. Das Wohnhaus und ein Schuppen des Wirthfchaftsbesitzers Lißke ist niedergebrannt. Hohenwussen. Beim Abbruch der kürzlich durch Feuer beschädigten Gutsscheune verunglückte der Baumster Fischer jr. von hier dadurch, daß er mit einer Giebelwand abstürzte und einen Oberschenkel brach,' sowie an der Kinnlade schwer verletzt wurde. Er wurde zur Operation in die Dr. Schmidt'sche Klinik in Döbeln geFracht. Königsbrück. JnseinerWohnung erhängte sich der 43 Jahre alte Hilfsfeuermann an er Staatseisenbahn, Heinrich Gärtnc?. Leipzig. Der Oberkellner Stenzel schoß in seiner Wohnung dreimal auf seine Frau, die aber nicht allzuschwer verletzt wurde. Stenzel richtete dann den Revolver gegen sich selbst und verletzte sich durch drei Schüsse in den Kopf so schwer, daß er auf demTransPort nach dem Krankenhause starb. Eheliche Differenzen sollen das Motiv der That sein. R o ß w e i n. Im-Tode vereint ist das hier wohnende g?eise Ehepaar Kästner. Die alten Eheleute, welche nächstes Iah? die goldene Hochzeit feiein wollten, e?k?ankten plötzlich und starben beide nach kurze? Zeit. S o b r i g a u. De? ledige 26 Jahre alte Dienstknecht Franz Burisch wurde auf dem Heuboden seines Dienstherrn an einem Balken erhängt aufgefunden. Ziitau. Infolge der Glätte stü?zte de? hiesige 34jäh?ige Bäcke?meiste? Vanne?t mit dem Rade und schlug mit dem Kopfe so heftig auf, daß er einen Schädelbruch erlitt und sofort starb.
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