Indiana Tribüne, Volume 29, Number 163, Indianapolis, Marion County, 5 March 1906 — Page 5
Jndiana Tribüne, S. März IS6.
S
K' k.
Der Mio.
Erzählung au Brasilien, vzn K. örth. (Schluß.) Ganz recht, nur handelt es sich bei dem Boto. den mein Indianer im Sinne hat, nicht um den isch, sondern um ein übermenschliches Wesen, eine Art von Wassermann, der es ausschließ lich auf junge Indianerinnen abgesehen hat. Will es das Unglück, daß er sich in eines dieser bejubelnden Geschöpfe verliebt, so ist es nach dem unerschütterlichen Aberglauben dieser Veuie auch so gut wie verloren. Eine geheimnißvollc unwiderstehliche Gewalt zieht das bethörte Mäochen immer wieder auf's Neue an den Fluß, und wenn sie dabei die Unvorsichtigkeit begeht, sich die Wellen auch nur bis an die Knöchel über die Füße spielen zu lassen, ist sie dem Boto rettungslos verfallen. Er reißt sie zu sich nieder in das nasse Grab, und nur ihren entseelten Körper treiben die Fluthen nach so und so viel Tagen wieder an das Vanb. Und warum hat man dem gefährlichen Unholde gerade den Namen jenes unschuldigen Delvhins gegeben?Vermuthlich weil der runde Kopf des Boto. wenn er sich spielend mit halbem Veibe aus dem Wasser hebt, eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Menschenhaupte aufweist. Uebrigens hat es mit den Beiden, die Sie eben aesehen haben, eine besondere Bewandtniß. Unser rothhäutiger Freund ist ein Tapuyo, ein Abkömmling des ältesten Jndianerstammes, und wie er. selbst auf diese vornehme Herkunft nicht wenig stolz ist, sieht er wohl auch in feinem Kinde etwas Besseres als ein gewöhnliches Jndianermädchen. Er mißhandelt sie niemals und legt ihr keine jener harten Arbeiten auf, die ihre Altersgenossen verrichten müssen." Und was hat ihn auf die Vermuthung gebracht, daß sie das verhäng nißvolle Wohlgefallen de? Boto erregt habe?" Er will den Wassermann zweimal, zuletzt erst cn diesem Nachmittage, an abgelegenen Stellen deö StromuferS im vertraulichen Gespräch mit ihr gesehen haben. Außerdem wimmle es vor seiner Hütte im Amazonas seit einigen Tagen von Delphinen, und dies sei ein untrügliches Zeichen, daß der Boto das Mädchen durch seine dienstbaren Geister beobachten lasse." Ich war nahe daran, der Gesellschaft den Irrthum des abergläubischen Indianers, der offenbar ein Wesen von Fleisch und Blut für den unheimlichen Wassermann gehalten hatte, auf Grund meiner heutigen Wahrnehmung zu erklären. Aber ich erinnerte mich noch zu rechter Zeit, daß man fremde Geheimnisse achten muß. auch wenn eö nur die Geheimnisse eines armen Indianer--mädckens sind, , Von einer eigenthümlichen Mattrgkeit befallen, zog ich mich früher als die Anderem aus mein Zimmer zurück, und nur halb im Traume hörte ich noch, wie mir Jgnatio eine Stunde später fröhlich zurief, daß er mit Maria verabredet habe, morgen bei ihrem Vater um sie zu werben. Dann legte sich der Schlummer schwer auf meine Lider. 3 Ein bohrender Schmerz in den Schläfen ließ mich erwachen. Ich fühlte mich sehr unwohl, aber ich hielt meinen Zustand für eine einfache Erkällung und hoffte, ein tüchtiger Spazierritl würde mich wieder herstellen, Für einen solchen fand sich dann später noch eine andere triftige Veranlassung, Mein braver Hektor hatte, wie ich beim Frühstück von dem etwas verdrießlichen Senhor Silva erfuhr, schneller, als es zu erwarten gewesen war, bewiesen, wie wohl verdient das schlechte Zeugniß seines bisherigen Herrn gewesen war. Er war in der Nacht von einem Aufseher bei dem Versuche eines Diebstahls ertappt worden, hatte sich obendrein zur Wehr ge setzt und den Beamten' mit seinem Messer leichtverwundet. Daö war nach dem für die Sklaven giltigen Gesetz ein todeswürdiges Verbrechen, und Niemand würde meinen Gastfreund zur Rechenschaft gezogen haben, wenn er den unbotmäßigen Schwarzen einfach hätte aufhängen lassen. Davon war aber natürlich nicht die Rede, und Senhor Furtado sagte mir, daß er den Neger zu fünfundzwanzig Peitschenhieben veruitheilt habe. Die Strafe sollte alsbald volloqen werden, und ich machte mich so schnell als möglich davon, um ihr nicht beiwohnen zu mü ' ' " ' ,en !ie erhoffte Seilwirkuna brachte mir der weite Spazierritt freilich nicht, Als ich um die Mittagszeit auf die fazenda zurückkehrte, fühlte ich mich noch schlechter als am Morgen, und der NeZt.r, der mich empfing, mußte mich ' . r ' . ' . '. . ' . safl uuS dem Sattel heben. AN ver Mittagstafel konnte ich in einem solchen Zustande natürlich nicht theilnehmen. 'Zch chickte Senhor Mrt.ido meine Entschuldiauna. und weniae
Minuten später erschien er selbst in bar daraus laut um Hilfe, und wir vermeinem Zimmer, um sich nach mei- nahmen deutlich ein dumpfes Geräusch . . . T . ' . . . v .! ?
nem Befinden zu erkundigen. Erzeigte sich Einigermaßen bestürzt über mein Aus'ehen und schüttelte bedenklich den Kovf. als er mir den Dulö aeiühlt hatte. .Das Jiebe? hat Sie aevackt. -daran ist leider nicht zu zweifeln. Aber ich denke, daß wir dem Anfall mit einer tüchtigen Dosis Chinin wirksam begegnen werden. Ich werde Ihnen . . r m t m - ' ICRlCiq cacen imiaeiU
Ich dankte ihm und besann mich nidu
lange, seine Anweisung zu befolgen. Bald darnach verfiel ich in einen fieberhaften Halbschlafin'dem sich allerlei phantastische Bilder in die Wahrnehmung der mich umgebenden Wirklich Zeit, xinhrlnaien. p diesem. hii' u u . say ich ptclich mei nen freund 5qnalio mit KochrotKem (Äeslcht und rollenden Augen u nur in's Zimmer stürzen. Cr befand sich in einer Erregung, die ihn, sonst den zart fühlendsten Menschen von der Welt, jede Rücksicht auf meinen Zustand vergessen ließ. Verzweifelt warf er sich in den nächsten Stuhl und theilte mir mit hastig hervorgestoßenen, abgerissenen Worten mit, daß er der Unglücklichste aller Sterblichen sei. Seine Werbung um Maria war von dem Oheim rundweg zurückgewiesen morden, und mit so nüchterner Bestimmtheit kalte Senhor Jnrtado i''M seine Gründe für diese Ablehnung auseinander gesetzt, daß eS nach der Ueberzeugung des jungen MSnnes thöricht gewesen wäre. jetzt noch' irgend welche Hoffnung zu hegen. Ich habe meinem Oheim denn auch bereits erklärt, daß ich die Fazenda morgen früh auf Nimmerwiedersehen verlassen werde," schlofe er. Und ob auch Maria und mir das Herz darüber brechen mag, bin ich es doch meiner Selbstachtung schuldig, so zu handeln." Ich wollte versuchen, ihn zu trösten. so weit ich cö vermochte, aber er hörte nicht auf mich, sondern stürzte wieder hinaus, und bald nach seinem Weggange befiel mich eine Betäubung, die mich von den Vorgängen in meiner Umgebung nichts mehr wahrnehmen ließ. Als ich niieder zu halbroegS klarem Bewußtsein erwachte, war es dunkel um mich her; mein Kopsschmerz hatte sich nicht vermindert, und in meinen Pulsen hämmerte daö Blut so ungestüm, als ob es die Adern sprengen wollte. Ein schwerer Truck lag auf meiner Brust, und obwohl mich jede kleine Bewegung die gewaltigste Anstrengung kostete, zwang mich doch daö unwiderstehlichste Bedürfniß nach ein! gen Athemzügen frischer Luft, mich von meinem Lager zu erheben und an das auf die Veranda hinausführende Fenster zu treten. Ich öffnete beide Flügel und schaute in die stille, mondlose Nacht hinaus, Obwohl eS nur eine sehr matte Helligkeit war, die der südliche Ster-. nenhimmel über den Hof der Fazenda und die ihn umgebenden Gebäude verbreitete, hatten meine Augen sich doch bald soweit an das Dämmerlicht gewohnt, daß ich wenigstens die Gegenstände in meiner näheren Umgebung unterscheiden konnte. Und ich gewahrte da etwa?, das wohl geeignet war, meine Aufmerksamkeit zu fesseln. Eine dunkle, schattenhafte Gestalt huschte lautlos eine der zu der Veranda emporführenden Treppen hinauf. Gft als sie oben angelangt war, richtete sie sich auf, und nun sah ich, daß es die Gestalt eines Negers war. Wohl eine Minute lang blieb der Mann regungs' les stehen, wie wenn er sich, durch angespanntes Lauschen überzeugen wolle, daß er unbemerkt geblieben sei. Dann bewegte er sich mit leisen, katzenartigen Schritten auf der Veranda werter auf die Stelle zu, auf der ich mich befand. In einer Entfernung von kaum zwei Metern schlich er an mir vorüber, und ich glaubte jetzt meinen Sklaven Hektor zu erkennen, In diesem Augenblick wurde es mir klar, daß der Mann da draußen irgend etwas Schlimmes gegen die Bewohner des Hauses im Schilde führe, und daß eö meine Pflicht sei, ihn daran zu hindern. Ich wollte ihn anrufen, aber in der halben 'Betäubung, in der ich mich noch immer befand, fehlte mir selbst die geringe Energie, die zu der Ausführung dieses Entschlusses erforderlich gewesen wä.re. Ich machte einen Versuch, mich zu der auf die Veranda hinausführenden Thür zu wenden, aber die gelähmten Glieder versagten mir völlig den Dienst, und ich sah in stummer Bewegungslosigkeit zu, wie der Neger sich jenem Theil des Hauses näherte, in dem die Schlafzimmer der Familie Furtado Zagen, Aber, als ich nun wahrnahm, wie er zuletzt auf allen Vieren weiterkr'och, um dann nach abermaligem längerem Lauschen plötzlich in einer der Thüren zu verschwinden, raffte ich mit geroalttßer Anstrengung meine ganze Kraft zusynmen, um die wenigen Schritte bis an das Bett meines im Nebengemache schlummernden Freundes Jgnatio zurückzulegen. Er lag, seines Herzenskummers ungeachtet, rn tiefem Schlaf, aber als ? f t f l"V ' ... er meine fieberheißen Finger an seinem Handgelenk spürte, fuhr er sogleich vollständig ermuntert empor. Auf, Senhor Jgnatio!" rief ich ihm zu, .Ihrem Oheim droht Gefahr! I r . ... r- , rn cnwarzer, oen im für erior halte, hat sich eben in sein Zimmer I c rr t . t . m. voer in oas ver tarnen eingcicyiicyen. ' Ein Aufschrei aus weiblichem Munde gellte in diesem Au?:nblick durch die I inic oer viaau viin; anecre, juaeno lich helle Frauenstimme lies unmittel mre von oem aiie eines gewailfam zu Boden geworfenen menschlichen Körpers. as war Marias stimme!' rief Jgnatio entfetzl. sprang blltzfchnell von seinem vagerauf, ergriff ven Revolver, der neben ihm auf dem Nachttischchen lag und stürzte davon. Unfähig, ihm zu folge)., und voll, heißen Ingrimms über meine unglückselige Schwäche'sah j .r. " i v : . cn V . 1 k. rq lUli uoei vie zcrllnoa eilen uno am
Ende derselben im Innern deö Hauses
verschwinden. Ich vernahm Senhor Silvas Stimme, die laut um Hilfe rief; ich hörte den Knall eines SchusseS und gewahrte, , wie sich dieselbe dunkle Gestalt, die vorhin an mir vorübergeschlichen war, plöLlich aus einem der Fenster aus die Veranda hinausschwang und 'von dort in den Hof hinunter, wo ! sie rasch in der Finsterniß verschwand.
nher rnirb NNt?N Fackeln und Windlichtern erhellt. Aus den Arm eines Negers gestützt, schleppte ich mich bis zu Senhor Silvas Zimmer und erfuhr den Hergang der Ereignisse, die sich innerhalb weniger Minuten dort abgespielt hatten. Es war kein Zweifel, daß Hektor, in dem Verlangen nach Rache für die erlit' tene Züchtigung. Senhor Furtado im Schlag halte ermorden wollen. Die unverschlossenenThürenhatten ihm die Ausfübruna. seines Vorhabens leicht gemackt. Aber er war über die Lage der Zimmer noch nicht hinlänglich unterrichtet, um sogleich das rechte zu finden. Statt in das Schlafgemach FurtadoS war er in das unmittelbar benachbarte seiner Tochter gelangt, wo außer ihr auf einer Matte am Boden auch die junge Indianerin schlief, die sie zu ihrer persönlichen Bedienung bestimm! hatte. Hektor war in der Dunkelheit über den Körper der Tapuya gestraurk.lt. und sie hatt ienen ickrillen Schrei ausgestoßen, den wir zuerst gehört hatten. Der Neger aber hatte ihr blitzschnell eine mitoeführte Bastschnur über den Kopf geworfen rnid die Schlinge zugezogen, so daß die Halberwürgte keinen Laut mehr hervorzubringen vermochte. Durch den Hilferuf der erwachten Maria aufgeschreckt, war Senhor Silva in der ersten Verwirrung völlig wasfenlos zu ihrem Beistände herzugeeilt. Der Schwarze hatte sich ohne Weiteres auf ihn geworfen, und. da er dem alten Herrn an Körperkräften weit überlegen war, hätte der ungleiche Kampf wohl ein schlimmes Ende nehmen müssen, wenn nicht Jgnatio noch zu rechter J?it prirturnen trnn Qn dein yl,m?n. blick, wo sich Rektor von einem zweiten a r::i.i- tn. " . CgilCt Helul IIJIIC, IjUUC Cl vvll Senhor Furtado abgelassen und sich mit leidenschaftlicher Wuth dem gefslhrlisfipreti feinde nmemendpf. Um, sonst hatte Jgnatio versucht, den riesenhaften Neger zu Boden zu zwingen. Als es unten im Hofe von durcheinander schwirrenden Stimmen laut wurde, hatte sich der Sklave losgerissen und nir eni't.her. -nnffidem pä ifrni tinrf im letzten Augenblick gelungen war. den jungen Brasilianer durch einen Messer. stich zu verwunden. Ich fand meinen tapferen Freund mit fakiem 9inMift Anf pZnem ?,bl sZn'pn unk skiven rihexm eben damit beschäftigt, die Verletzung, einen ziemlich tiefen. Stich, unmittelbar unter dem linken Schlüsselbein, zu unter- . ' ' " suchen. Die bedenkliche Miene Senhor Furtados ließ erkennen, daß er von ernsten Befürchtungen erfüllt war. Er ertheilt? Qemslnh an der llrnnpfirnm einen Befehl, aber ich hörte den Klang r sm-i- r ... . . feiner vorre nur noin wie aus weller Ferne und habe keine Erinnerung mehr an da, was in dieser Wnrfit weiter mit mir aeickan. ck wein nur. da e helle? ag war und daß die Sonne fast schon ihre Mittagshöhe erreicht hatte, als ich erwachte. Ich fühlte mich zwar noch sehr matt, aber vollständig fieberfrei, und war eben im Begriff, mich anzukleiden, als Senhor Furtado zu mir in das Zimmer trat. Meine erste Frage galt natürlich dem Befinden meines armen Freundes, und eö setzte mich nicht wenig in Erstaunen, als Senhor Silva antwortete, der Tapuyo habe die Wunde für nicht lebensgefährlich erklärt. Thatsächlich hatte man die Behandlung des Verwundeten ganz in die Hände deS alten Indianers gelegt, zu dessen ärztlicher ökunst man offenbar großes Ver. trauen hatte. Da auch Jgnatio selbst damit durchaus einverstanden war, so hielt ich eö nicht für angebracht, meinen Bedenklichkeiten Ausdruck zu geben, um so weniger, als ich bei meinem ersten Besuche den jungen Helden bei leidlichem Wohlbefinden und in bester Stimmung fand. LeötereS erklärte sich freilick bin. langlllli aus um umflame, oay mt ä aÄrÄ 7"""--,- -w- m-'i i -w vv war b'i Senh" gmdS gu.em H. nnfit tiirfif in,i,n?sirn?n rtta pr tfcf 8Vi ivvV ..z.".,...-.., vmP v jvj, nur ein grausames Spiel mit den bei. den jungen Leuten treiben und seiner Tochter gefallen wuroe, fiunoemang mit dem Geliebten allein zu bleiben. wenn es nicht seine Absicht war, sie durch seine Einwilligung glücklich zu macheu w cx ... ZUijlcnv iu) iutuj tiuuj um zuii!"iv unterhielt, sah ich draußen auf der Veranda den alten Tapuyo vorüber. ntfien. Er trua ein Gewebr au! dem Riicken und war auch sonst höchst phan. lastisch nnd lricgcrifch ,aufgeput' Wissen ... S d.ese AuSruMng 2 . i ft litt Sah 1 1 tiiM S UnV wit Seine U . rednnaskunst der Welt würde im Staude !&J5 r. i.l.,.Z. d . i,, m,alli "rr.': Einzig 1ein7T
VIVlUIfVIklu .V. " " .,' 4s . . - lebendig, und bald war der Schauplatz W sein wurde, den Aur,chen ausder unheimlichen nächtlichen Szene mit ngcn p laen, wenn er ihm ,n die
sein Oheim noch .nicht von dem zurück- 7e7un das Mädchen hat biölzer nichts gethan, ihm diese Meinung zu seme Werbung geantwortet, aber eö , " ' ;i rrA4Pt
fff ä1 e7 ss flilt ausschließlich dem B,. den er t?'" ? i2
habe. -Er hat ihm fürchterliche Rache geschworen, und er wird wahrscheinlich mit' seinem Schießgewehr nächstens Irgend ein Unheil anrichten. Aber es ist eben unmöglich, diesen Starrköpfen etwas auszureden, und gerade in die sem Augenblick dürfen wir es am wenigsten mit ihm verderben." Einen Versuch, den flüchtigen Hektor zu verfolgen, hatte Senhor Furtado
nicht unternommen. Als Grund dafür gab er mir an, daß er letzt doch ge 4 Unü ma1 c,e V r,ng!le Neigung zur Vornahme einer lolchen Hinrichtung verspüre. Er war überzeugt, da der Flüchtling sich nie mehr ,n die Nahe von Santa Anna wagen wurde und hielt es deshalb für das i Beste, ihn einfach seinem Schicksal !U überladen, .Ob es nun die Kunst eineSlndla1 Arztes ober die kräftige Natur meines jungm reundeö war, d.e ,o glucklichen Verlaus herliei-fuhrte-iedensallö machte die Heilung von. Jgnatlos Wunde überraschend ffllc fortschritte, und ich konnte j nach Verlaur einer Woche, da dringende Geschaste meine Anwesenheit " Manaoö nothwendig machten, zum Uisbrurf, nijien mit der beruhigenden GewiLheit. daß sur das Leben meines Freundes nichts mehr zu furchten sei. verbrachten den letzten Abend meiner Anwesenheit auf der Fazenda " Jgnatios Krankenzimmer, und ,ch war den vortrefflichen Menschen trotz Kurze unserer Bekanntschaft so m getreten, daß Mir das Herz ein Zrenig schwer war bei dem Gedanken, sie morgen wieder verlassen zu sollen, die anderen zeigten sich viel ernstWer und schweigsamer als sonst, und senhor ,;urtado ging gegen seine Gewoijntierttmt aus den Rucken gelegten Handen in tiefem Nachdenken aus und niej;?F.' 4 . plötzlich wandte er sich an mich und mtmit ciiw uelerlichkeit, aus der deutlich seine tiefe Bewegung klang : Ich kann Sie nicht von hier scheiden lancn, Senhor, ohne Ihnen ein kleines Gailgefchcnk zu maazen. Jch wellz, dan -le der rcund meines Neffen sind, und so sollen Sie nun auch Zeuge der erlnbizna denelben nnt meiner om . 'a "ii 1 " V , c k. , e ... - Mit lautem Jubel warf sich Maria, noch ehe er weiterfvrechen konnte, an die Äru,t ihres Vaters, und Jgnatio kute ' nberftromendcm Dankgefuhl die Kud ihrer Mutter d.e neben seinem Lagcr sa. Auch ich schüttelte mit einem herzlichen Dankeswott die Rechte melNC wackere N Eastfreundcs. senhor Furtado selvft führte Maria seinem Neffen zu, und die Lippen der Liebenden fanden sich rn einem langen, seligen ujjc . rt, f1. , ... , In demfelbcn Augenblick ertönte zu unserer gewaltigen Ueberraschung aus einem Winkel des Zimmers lauteö ujiueu uuv ,u w,c uyu, auf deren Anwefenheit bis dahm Nie V . f.i Q . I C U K,an0 fleaajiei ijauuu uji uu. oen Zeitung auifpringen, um in na stcr Flucht das Gemach zu verlassen. Was bedeutet denn das lies Senhor Furtado erstaunt, ist das MädI rfion fRli4t iern'tr?t nVNnrhfTl V1" ..w... Maria war es, die ihm Antwort gab. Nein.- sagte sie, aber das arme Geschöpf ist sehr unglücklich. Sie hat sich vor einigen .llgcil uuuuum, uu ich wünschte wohl, datz man etwas sur sie thun könnte. Sie hat ihr Herz an einen jungen Indianer verloren, der auf einer Ansiedelung ,n der Nahe von Manaos lebt. Nach ihrer Schilderung ruß er ein Ausbund an Schönheit und männlicher Tugend fein, aber er ist em Tupi. und bei tx uralten Feindschaft, die zwischen seinem Stamm und dem der Tapuyos besteht, wagt er eö nicht, um die Hand deS Mädchens anzuhalten, in der Ueberzeugung, da es ihm doch nicht gelingen würde, die ElNwilligung ihres Vaters zu erlangen, Ohne diese väterliche Zustlmnrung aber ist nach den unverbrüchlichen slttengesctzen der Indianer eine Heirath unmöglich. Trotz der beträchtlichen Entfernung ihrer Wohnsitze haben sich die beiden Liebenden wiederholt in heimlichem Stelldichein getroffen, und als sie dabei einmal von dem tapuyo überrascht wurden, wußte sich der junge Marn nicht anders zu helfen, als damit, daft er in den Amazonas ?? ' M- wurde dadurch zu ' - ÄÄ - . . ; ; o- ...v i A,(M4i0fi k s- f. tipr oniier nam .tvk.vti niv - " , - I IV .v)w.' bfcöt vv ' 1 i ,,,kasiXp JUT Das also ist deö Räthsels Lösung." rief Senhor Furtado. Nun, das Parchen wird gut thun, seinen Liebestraum bei Zeiten zu begraben, denn es müssen sich schon außerordentliche Dinge ereignen, um den Eigenflnn eines zndiaNers zu brechen." m)rtn i,;nr.ifsirfir 5i!lf Feilte .5? "s' ? si ne m I 'VTSla u be 4ä dem Slvc!,l der Tapuya zu bescha,. I f" , e S in aliUf bcn ver ,ef n gwck , " MIIV 4IWiitltWl fr;,'Ä,1,Ieief3e,CU"' 'ÄMk !i :.:. muXk Durcheinander rufender Stimmen. Ohne Besinnen satt ich in meine fllti.
I UUlvtil; UIV UUUj Uti CilUU Wliwv 41
war es, der mir als der Erste auf der Veranda entgegenkam. - '
Dieser- verrückte Tapuyo hat e;ne heillose Dummheit gemacht rief er, es scheint,, daß der Kerl ohne unser Wissen hier allnächtlich auf der Lauer gestanden hat, um den Boto zu erwarten. In der Meinung, ihn zu sehen, hat er soeben auf e;n menschliches Wesen geschaffen. Es lfl em Neger, und er wurde allem Anscheine nach tödtlich' verwundet. Aber ich hatte kein Licht, und es war nicht hell genug, als daß ich sein Mficht hatte erkennen lonnen. Einige Schwarze kamen jetzt mit Windlichtern herbei und Senhor Fürtado führte uns zu der Stelle, wo der Getroffene lag. Wir fanden, was eine dunkle Ahnung mich sogleich hatte vermuthen lassen, was der Gutsherr aber, nach seinem Erstaunen zu urtheilen, für ganz unmöglich gehalten hatte. Der Verwundete oder Sterbende, auf den der Schein unserer Fackeln siel, war kein Anderer, als mein Sklave Hektor. Ter wohlgezielte Schuß des Indianers hatte ihn in den Hals getroffen, und als wir uns bemühten, dem Aechzenden eine bequemere Vage zu geben, that er, fich in allen Gliedern reckend, seinen letzten Athemzug. Die Gegenstände, die er in einem im Gürtel befestigten Beutel mit sich geführt hatte, bewiesen unzweideutig, daß es seine Absicht gewesen war. die Fazenda in Brand zu stecken. Der Aberglaube des Tapuyo hatte meinem Gastfreunde also einen unschätzbaren Dienst geleistet. Der alle Indianer selbst hatte sich in dem Augenblick, wo er seinen Irrthum er kannt hatte, schleunigst aus dem Staube gemacht. Der kleinen Intrigantin Wi. hatte er es zu danken, wenn er in der Folge sür seinen Dienst sehr schlecht belohnt wurde. Auf ihr Betreiben geschah es, daß ihn Senhor Furtado am nächsten Tage durch die Drohung, ihn für den Verlust eines werthvollen Sklaven verantwortlich zu machen, zwang, seine Einwilligung zur Verhelrathung seiner Tochter mit dem Tupi zu geben. Die glückliche junge Braut hatte eö sich nun einmal in den Kopf gesetzt, auch der armen Tapuya zur Erfüllung ihrer Wünsche zu verhelsen, und das Ereigniß dieser Nacht hatte ihr eine willkommene Handhabe gzbolen, ihren Willen dmchzusetzen. Ciugcgangcn. Mit hochgeschwollener Wange hastet ein Mann durch, eine der Hauptstraßen Bostons, als ein Schild an einem Hause seine Aufmerksamkeit erregte. ES enthielt die Inschrift: Schmerzlofeö Zahnausziehen unentgeltlich. Der Mann betrat das Haus und begab sich nach dem Krankenzimmer des Zabnkünstlers. Ist eS hier, wo man Zähne schmerzlos und unentgeltlich auszlehti' frugte er. (Nenn, mein erri' er hielt er zur Antwort. Ich habe hier einen Backenzahn, der mich schon entsetzlich gepeinigt hat. Würden Sie mir den ausziehen?" Mit Vergnügen. Der Leidende nahm in einem Lehnstuhle Platz und öffnete den Mund. Der Operateur benetzte dessen Zahnfleisch mit irgend einer scharfen Jlüs sigkeit und zatte den Quälgeist bald herausgeholt. Ich danke bestens. sagte der .Patient, während er aufstand und nach seinem Hute griff. Ich bitte um einen halben Dollar,- ließ sich da der Zahnarzt vernehmen. Einen hal ben Dollar?" wiederholte der Kunde. Ich glaubte, man würde hier unentgeltlich bedient, denn das hatten Sie mir. erst vor zwei Minuten bestätigt und unten auf Ihrem Schilde steht es ja ebenfalls zu lesen." Ganz recht; doch sagen Sie, hatten Sie Schmerz beim Ausziehen des Zahnes?" Ja freilich, mit der Schmerzlosigkelt war es auch nichts." Ja, sehen ie, schmerzloses Zahnau?ziehen besorger wir hier unentgeltlich, ganz wie wir c ankündigen. Macht es Schmerzen, si verlangen wir ein Honorar. Sie haben Schmerz dabei empfunden, also bitte ich um einen halben Dollar!" ' Druckfehler. Eine Velldogge ist zu verkaufen. Ter Reichstagsabgeordnete M. siel auf der Straße hin und verlor dader die Gefinnung. Wmt und wohnstättr. In manchen Gegenden Westfalei IlVl besieht noch die Sitte, daß de: Erwerbe? eine: bäuerlichen Stätte oder der auf eine solche Heirathende Ehemann seinen Familiennamen mit dem der Stätte vertauscht. Nach einer erlassenen Be siimmung ist dieses seit Karl dem Großen bestehende Gewohnheitsrecht that sächlich aufgehoben, und man hat damit wenigstens so viel erreicht, daß ein Bauer, der die Erbtochter eines anderen Bauernhosts heirathct, nicht mehr einfach seinen Namen mit dem seines neuen. Besitzes oder seiner Frau vertauscht, sondern daß er den letzteren Namen mit dem Worte genannt" anhangt. Heißt also der runge Ehemann Wortmann, sein Schwiegervater aber Scaulte. so nennt er sich Wortmann genannt Schulte" und wird so auch in amtlichen Urkunden, zum Verspiel tm Grundbuche, aufgeführt: im gewöhnlichen Leben aber nennt er sich und wlrd er von allen Gememdegenossen nur Schulte genannt. Seine Kinder lernen den eigentlichen Namen ihres
Vaters kaum kennen, rn der dritten Ge neration geht er, wie man ruhig be Häupten kann, fast immer verloren. . ,:-.. .. :
Nachdem? zweZ Meilen von .seinem Pferd über den gefrorenen . Boden geschleift worden war, wurde Hülfssheriff Peterson von Marinette, Wis., von einem Farmer aus der üblen Lage errettet, und war zum groß- -ten Staunen Aller Unverletzt. Seine Hände waren ihm von der Kälte erstarrt und deswegen hatte er die Zügel über seinen Kopf gethan und unter den Achseln durchgeführt. Sein Pferd wurde von einem Hunde erschreckt, warf ihn aus dem Schlitten und brannte durch. Der eine halbe Meile ö stlich' von Clear Lake, Minn., wohnende Farmer Henry Gohmann wurde aus seiner Heimfahrt von zwei Leuten gebeten, sie auf seinem Schlitten mitzunehmen. Er erfüllte ihre Bitte; nachdem sie so ein Stück Weges zurückgelegt hatten rief ihm plötzlich der eine der beiden Männer zu. er solle seine
Hände hoch halten, und bedrohte ihn gleichzeitig mit einem Revolver. Der Farmer folgte der Aufforderung,, und der andere Mann durchsuchte nun seine Taschen. Die zwei Räuber fanden einen Check zum Betrage von $45 und vier Dollars rn Silber. Nach kurzer Berathung gaben sie den Check zurück, da sie meinten, sie könnten bei der Einwechselung leicht erwischt werden, und bedankten sich bei dem Farmer lachend sür das Vaargeld, das ihnen ein paar vergnügte Stunden verschaffen solle. . Ein Untersuchungscomite der Universität Madison. Wis., welches beauftragt wurde, die Angelegenheiten des immer weiter um sich greifenden Fraternity - Systems" unter den Studenten zu untersuchen, fördert interessante Zustände zu Tage. Man findet, daß die Beschwerden berechtigt sind, wie diese Verbindungen immer mehr zu einem Klassensystem sich herausbilden, m welchen sich die reichen, sich zur aristokratischen Klasse zählenden jungen Leute scharf von den ärmeren abtrennen. Die Untersuchung hat soweit ergeben, daß auf den östlichen Universitäten diese abgesonderten Verbindungen noch schärfer hervortreten. .In letzter Zelt ist erne Barb"- oder Stachel - Society" gegründet worden, die bereits- mehrere hundert Mitglieder zahlt und diesen .aristokratischen Gelüsten" zu Leibe gehen will.
Unter zwei Strafurtheilen wegen Großdiebstahls traf kürzlich aus Anderson. Ind., Bert Hall auf ein bis vierzehn Jahre in der Reformanstalt zu Jeffersonville ein. und sieben Jahre wird der Mann wohl sitzen müs-. sen. Hall's Spezialität ist der Pferdediebstahl. Seine Verhaftung geschah unter ungewöhnlichen Umstände!?, indem die Polizei am 7. Februar durch ein unbekannt gebliebenes, junges -Frauenzimmer auf den Thäter aufmerksam gemacht wurde, und zwar telephonisch. Der' Polizeisuperintendent von Anderson wurde aufgefordert, an einer bestimmten Bahnkreuzung zwischen Anderson und Middletown eine junge Dame zu erwarten. Er folgte dem Ruf und traf in der That die Person, die jedoch dicht verschleiert war. Sie erklärte. - Hall habe zwei ' Pferde und Wägen gestohlen. In Cambridge City wurde er dann auch bald gefaßt. In Hagerstown, Md.. haben die Methodistenprediger eine , Aufforderung an die Bürgerschaft erlassen, im nächsten Frühjahr keine Applikationen um Wirthschaftslicenzen zu unterzeichnen, um die Zahl der Wirthe schaften zu reduziren. Es wurde in einer Prediger - Versammlung berichtet,, daß in Hagerstown eine Wirthschaft auf jede 268 Personen komme. Ein anderer Prediger stellte die Behauptung auf, daß in Washington County in den letzten sechs Jahren mehr Morde begangen worden seien, als im ganzen Staate Kentucky, wo jeder Junge mit einem Revolver in der Tasche herumlaufe. Er behauptete, daß alle diese Morde auf den Genuß von Spirituosen zurückzuführen seien. Ein anderer Prediger, hitisirte den Staatssenator Betts, weil derselbe erklärt haben soll daß er jede Bill für eine Aenderung der. jetzigen Spirituosengesetze in Washington County in feinem Tische eingeschlossen halten wolle. ' In der texa Nischen Ortschaft Macdona in Medina County ist eine größere Anzahl kleiner Jungen und halbwüchsiger Burschen im Alter von zwölf bis fünfzehn Jahren verhaftet worden, welche eine regelmäßige Raubbande mit Anführern bildeten und Monate lang ihr Unwesen trieben, ohne daß man ihnen auf die Spur kam. Bei der Station Macdona wurde kürzlich ein Güterwagen der Südlichen Pcific-Bahn erbrochen und um eine größere Quantität von Seidenstoffen beraubt und auch Einbr.uchsdiebstähle in Lacoste und an anderen Orten von Medina County kamen vor. Die endlich verhafteten jugendlichen Uebelthäter benahmen sich nach ihrer Festnahme unglaublich frech. " Sie rühmten sich ihrer Schandthaten, bei denen ihnen der Räuber Jesse James von Missouri, der Held der elenden Dime-Novel-. len", als Ideal vorzuschweben, schien. Im County-Gefängnisse machten diese unerwachsenen .Strolche bei Tag und bei Nacht einen solchen Lärm, daß die anderen Gefangenen steh über sie beschwerten und man. die schlimmsten .. unter ihnen schließlich in .Dunkelzellen bei Wasser und Brod unterbrin'-' gm mußte.
