Indiana Tribüne, Volume 29, Number 162, Indianapolis, Marion County, 3 March 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, S. März iooo

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Durch Leid zur Liebe R m et it von Id a P c i s l: c r (Fortsetzung folgt.) f.ifiVn mtm rtpf iip nftfr vor Erregung . . . Es thut nicht gut. mich immer wieder zum geduldigen Prüfstein Ihrer Launen zu machen. Viel zu lange schon hat mein Schicksal in lieblosen Händen gelegen, durch das ehrlich gehaltene Versprechen an die sterbende Mutter. Nur eine Verbindüng mit einem Manne kann es lösen ste wird mir uneigennützig angetragen, und mit dem Bewußtsein der Befreiung greife ich darnach. Ob es gut, ob es schlimm wird schlimmer als das bisherige Leben kann es nicht werden." Sie biß die Zähne zusammen und verließ rasch die beiden Frauen. Frau Klein schob die volle Unterlippe vor. Sie war ein wenig betroffen. doch nicht klarer in ihrem Urtheil und auch nicht wohlwollender. Lächerlich! ... Als wären wir Ungeheuer. Wenn man nicht wüßte, wie empfindlich ste ist, wie nachtragend und ringe bildet, man könnte wirklich meinen ihr geschähe Unrecht . . Elisabeth May war nicht in der Heimath ihrer Tante geboren und erzogen worden. Die letzte Bitte der Mutter hatte die gänzlich Verwaiste hierher gezwungen und einer Art Sklaverei anheim gegeben. 'Die Verscheidende gedachte, ihrem Kinde dem sie an Geld und Gut so gut wie nichts hinterließ, die Gefahren und Lieblosigkeiten der Fremde zu ersparen und überantwortete es durch sein abgenommenes Versprechen der Gnade jener entfernten und fernen Anverwandten, von denen .ste wußte, daß ste vermögend genug waren, ihre? Lisa einen Platz an ihrem Tische und in ihrem Hause zu gönnen. Frau Klein empfing die Waise mit der Voreingenommenheit gedankenlosen Wohllebens gegenüber der Besitzlosigkeit und mit einer verstimmenden Enttäufchung. Sie hatte ein anschmiegendes, vor Dankbarkeit und Demuth ersterbendes Wesen erwartet, und sie fand in der Achtzehnjährigen ein zurückhaltendes. wortkarges Geschöpf, voll Ruhe, Sc5eu und verstecktem Stolz. Das einzige, was sie an dem ihr bald unsympathischen Mädchen schätzen lernte, war dessen umsichtiger, energischer Fleiß, der die Leistungen des Dienstmädchens überflüssig machte. Naturgemäß begann ste darnach die Stellung Elisabeths von der der Entlassenen nicht mehr viel zu unterscheiden. 5)ätte nun Elisabeth Geschmeidigkeit genug besessen, sich die mancherlei Schwächen ihrer Umgebung zu nutze zu machen, ihre Lage wäre keine allzu schwierige geworden. Doch auch im Besitz jener ihr gänzlich fehlenden Gabe wäre sie wahrscheinlich zu stolz und verbittert gewesen, stch durch ste vor unverdienten Kränkungen u schützen. Tr alte Weding hatte währenddem auf seinem warmen Platze, mit dem Stricken von Strümpfen beschäftigt, in Gedanken verloren dagesessen. Sein treuer Freund, ein prächtiger schwarzer Kater, rieb sich schnurrend an seinen Füßen das glänzende Fell. Plötzlich traf ein liebliches Kni derlachen das Ohr Wedings. Er sah .O r '"I I - " I -' nach der offenstehenden Hinterthür des Haukes, von wo aus die lusugen, perlenden Töne herkamen. Tort stand neben einem. Herrn ein etwa fünfjähriges Geschcpfchen in zartgrünem Spitzenkleid und Mullhütchen. Die kleine, vornehm herausstaffirte Gestalt war von auffallendem süßen Liebreiz umflossen. Ei Du " staunte der Alte unter überraschtem Kopfschütteln. nh das ein liebes Bild! . . . Gerade wie von oben herunter gefallen wenn's nicht fo be spitzelt wäre." Bist Tu eine Frau?" rief die Kleine hell zu ihm hinüber, indem ste die Lachmustk ihres weichen Stimmchens einstellte. Weding merkte nun, worauf ihn auch die Richtung ihrer großen Augen auf merksam machte, daß ihre Heiterkeit seinem Strickstrumpf galt. Wart'. Du Puppe," drohte er 12 chelnd. Und dann winkte er und lockte mit der aufgehobenen Katze. . Geh. Ophelia. Gib dem freundlichen Mann die Hand." befahl der Herr mit einer klanglosen, kranken Stimme. Aber er ließ sein Kind nicht von stch. und sie kamen zusammen an den wunderlichen Sitzplatz des Alten heran. Wedina riß sich, während ihres un beeilten Vorwärtsschreitens, von dem herzerquickenden Anblick der Kleinen los und sah auf ihren Begleiter. Der bartlose Kunstlerkops des mittelgrotzen. geschmeidig schlanken, etwa vierzigzah rigen Herrn war ein dunkles Räthsel. Seine wie von tiefem Leid durchgeisngten und gealterten Züge drückten zugleich Energie. Leidenschaft und trübe Resignation aus. Die, wie zu unmerk lickem. feinem Svott Geformten Livven zuckten leise beim Sprechen. Er hob das Kind unter einem stummen Gruß zu dem Alten auf das Dach. Ophelia knixte anmuthig, gab ih?e Rechte an Weding und griff mit der Linken nach der ' schnurrenden Katze, das willige, sanfte Thier behutsam an

sich zZehen5.' LLohnsi Du' und die

hübsche Miez hier?" fragte ihr Glockenstimmchen. .Ja, Kind. .Wir werden auch bier wohnen . . . unsere Sachen sind bald da ... Ich heiße Ophelia. Und das ist mein lieber Papa," stellte sie mit großer Zärtlichkeit vor. Dieser sah prüfend über den Greis hin und ergänzte die mangelhafte Vorstelluna m schlichter, anaenehmer Art. Mein Name ist Arno Voß." Ophelia sah erwartungsvoll auf den Alten. Jetzt mußt Du sagen, wie Tu heißt-" Weding, liebe Kleine." , Sie prüfte einen Augenblick, mit ernsthaftem Ergründen, den Ausdruck seiner Augen und entschied dann, offenbar durch seine Bewunderung berückt. Ich bin Dir gut. Warum strickst Tu denn?" fiel ihr gleich daraus wieder ein, da diese weibliche Beschäftigung ste an ihm stören mochte. Sieh. Kind, meine ftufce sind krank. da müssen die Hände desto fleißiqer sein. Und dadurch verschaffen ste mir den Zucker zum Kaffee und manchmal sogar ein gutes Buch." Er lächelte ste munter an. Ist das Nicht schon,Kleine?" Ophelia schwieg verlegen. Sie ließ sachte die Katze auS den Armen, nicht ohne ihr einen raschen Kuß auf die zurückzuckenden Ohren zu hauchen. Ophelia!" rief ste da ihr Vater. Die Kleine, die im Begriff gewesen, sich auf die Kniee des Alten zu setzen, sprang augenblicklich dem Rufenden zu, eine bestürzte Frage in dem sammtnen Blau der Märchenaugen. Die leise, peinliche Sorge v. dem Ge sicht des Herrn wich einem beschwichtigenden Ausdruck. Nicht zudringlich sein, Liebling," verwies er halblaut und hob sie zu sich herab. Komm, ich werde Dir unser Heim zeigen. Er verabschiedete sich von Weding durch flüchtiges, freundliches Kopfneigen. Der nachdenkliche Blick des Zurückbleibenden verfolgte die beiden Gesialten, bis ste die Dämmerung des Hausflurs verschlang. Das Kind . . . Das Kind! Wie ein leibbaftiaer Weibnacütsenael kommt's unter uns tölpische Menschen geschneit . . . Und er dem sitzt gewiß in irgend einem Herzenswmkel das wunde Leid zu Gast; und die liebe Kleine? die er so eng an stch halt und so eigen beobachtet, hat's ihm noch nicht weglächeln können . . . Ei, ei, und die zwei werden hier wohnen. Möge Euch Segen kommen in di:sem Hause!" o . Herr Voß erschien in dem Wohnzimmer seiner Wirthin. Die liebliche, vornehme Schönheit seines Kindes rief auch hier wahre VerblUffung hervor. Frau Klein gab dieser, der kleinen Ophelia gegenüber, in sehr unverständiger Weise Ausdruck, in welcher ihr Frau von Salden rn etwas zurückhaltender Art sekundirte. Die zunge Wittwe hatte den Herrn noch nicht gesehen und seine in's Auge fallende. melancholische Erscheiung machte ihn ihr sehr anziehend. Sie kauerte sich kosend vor der Kleinen nieder und sprach ihr allerhand Gutes über den abwesenden Ulrich vor. Doch Ophelia war hier aus einer gewissen vorsichtigen Zurückhaltung nicht heraus zu schmeicheln vielleicht die Nachwirkung des noch nicht ganz verschmerzten Verweises ihrer Zutraulicykelt gegen Weomg. Herr Voß machte der wortreichen Zärtlichkeit der beiden Frauen rasch ein Ende, indem er nach einigen beschleunigten nothwendigen Fragen betreffs seiner Bedienung um den Schlüssel sei ner Wohnung bat. Da ihm Bescheid ward, daß diese eben geöffnet stehe, emPfahl er stch mit semcm Tochterchen. 'Seine Art der Verabschiedung war. trotz höflicher Form, so kurz, fremd und ablehnend, daß Frau Klein stch nicht verpflichtet fühlte, ihm das Geleit bis m lerne Raume zu geben. Pah ein Sonderling," meinte sie. Hast Tu bemerkt, wie eigenthümlich er sekundenlang aus den Augen schaut? Als hatte man stch an ihm versündigt. Vielleicht hat dies eine unseres Geschlechts gethan!" Frau Agnes' Lippen umspielte bei diesen Worten ein sarkastijches Lächeln. Voll tiefen Ernstes betrat Herr Voß sein neues Heim. Auch Ophelias Ge sicht beschattete Beklommenheit vor der kahlen Oede der leeren Zimmerflucht. Ohne Laut schritten sie vorwärts? bis sie beide plötzlich erschraken. An der Fensierwand eines leeren Raumes lehnte eine Frauengesialt. beide Arme mit krampfhaft ineinander reisenden Händen an die Mauer gepreßt und den Kopf, wre in sturipfem Jammer, dage gen lehnend. Ter betroffene Blick des Herrn streifte scheu die Halbabgewandte. Dann zog er unhorbar sem Kind nach dem ersten Zimmer zurück. Wird es Dir hier gefallen, Lia? fragte er dort ab sichtlich laut. Äeinte sie?" gab die Kleine flüsternd zurück. Ist. Kind. Wir wollen Sie nicht fragen. Ein klirrender Laut nebenan bewies ihm, daß die Ueberraschte sich aufqerich tet und die Nähe Fremder bemerkt hatte. Vernehmbareren Ganges als vorhin schritt er :hr mit seinem verstummten Kind zu.,. Er war weder überrascht. jr r r i . 1 m nocy enilaui.a)r uoer oas vor lym auf tauchende Antlitz. Unbefangen grü ßend ichrttt er an, ihr vorüber, ßs

war, als ducke sich die trotzig gleichmü

thige Haltung des Mädchens ein wenig. Elisabeth strich sich über Augen und Schläfe und dann beeilte sie sich, ihre unterbrochene Arbeit zu beenden. Das Ueberwischen mit dem weichen Tuch machte wenig Geräusch, und sie konnte. da sämmtliche Thuren offen standen, jedes Wort der beiden hinter ihr verstehen. Die süße, volltönige Kinderstimme bot zu der heiseren, kranken des Mannes einen seltsamen Gegensatz. Sie besprachen die Einrichtung der Wohnung, und dab:i war der Kleinen Wunsch und Wille vielfach bestimmend. Ach, wie haßlich und dunkel," klagte Ophelia mit einem Male, und Elisabeth wußte, was das Kind abstieß. Sie waren in dasjenige der Hinterzimmer getreten, in welchem, auf Anordnung des Herrn, anstatt der freundlichen Blumenmuster, wie m den anderen Gelassen, eine Tapete düsterer, schwarze? Ornamennruna auf Silberaruno die Wände deckte. Noch dazu versperrte von außen eine üppig belaubte Linde jedem Sonnenstrahl den Einlaß. Das ist von dem Baume. Kind . . . Dafür ist es hier erquickend kühl." sagte Herr Voß. Komm weiter. Liebling." Ub. der große Baum!" Dann bat ue, auf das Fenlterfims geyooen zu werden, um ganz nahe in das Zweiggewirr sehen und es fassen zu können. Nun plauderte ste allerhand Unnnn in die grüne, blühende Wirrniß hinein. den Elisabeth nicht vernehmen konnte. Doch plötzlich mußte stch das sonnige Geschöpfchen wieder seinem stillen Vate? zugewandt haben. Papa." klang es stockend und bedrückt, was kommt denn hier herein?" Nichts von Deinen hübschen Sachen, Lia," beruhigte er ste. Komm weiter!" Nein, nein!" wehrte das jäh verwandelte Kind heftig ab; es mochte das Gestchtchen an ihn schmiegen, denn die leidenschaftlich flehenden Laute waren halb erstickt. Bitte, lieber Papa. keine dunkle Stube mehr für DichJ Elisabeth ließ in unwillkürlichem Auflauschen unthätia die Arme ünken. ' Lia! Nicht weinen!" hörte ste jetzt den Herrn sagen. Gleich darauf er mochte aufgeregt ein Stück in das Zimmer vorgeschritten sein scholl der dumpfe Fall eines weichen, ausgeglittenen Körpers und unmittelbar darauf einen Aufschrei. Elisabeth eilte zu den beiden. Sie traf den Herrn knieend. Ophelia stand schon wieder vor ihm. den Kopf fest an seine Schulter pressend. Sie weinte nicht mehr, aber ihr kleiner Körper zitterte vor Schmerz. Das Kind hat stch verletzt?" fragte Elisabeth mit einem Anflug von Schüchternheit. Das Gesicht des Mannes wandte sich ihr einen Augenblick zu. Helfen Sie, forderte er ungestüm, während seine fmnfcc sckion d:n schleierdünnen, seidenen Stoss über dzm blutenden, zerschlagenen Aermchen vorsichtig abstreiften. Im Nu war Elisabeth ,bei ihrem Eimer, füllt: ihn in der Küche mit frischem Wasser und brachte ihn dem vor Ungeduld Bebenden. Ihre Hilfeleistung war geschickt, doch hatte ste kein Wort des Bedauerns über den Unfall. Gleichwohl blieb ste eingedenk, was seinem leise wimmernden Töchterchen noth that. Ich hole Leinen." rief sie und eilte nach unten, von wo sie bald mit dem. Nothwendigen zurückkam. Herr Voß erhob sich und nahm ihr die karroldurchtrankte Wickel ab. Dabei zuckten ihre Hände leicht zurück vor der plastischen Schone der seinen, Das qewahrte nicht er, doch Ophelia. Magst Du uns gar nicht leiden?" forschte sie naiv entrüstet. Lia !" verwies ihr Vater. Ich bin nicht befähigt, Gefühle auszudrücken, die ich nicht kenne," erwiderte Elisabeth ur ihrer unliebenswürdiaen Offenheit. Und da sie sich nun übrig fühlte, nahm sie das Eimerchen, um sich zu entfernen. Gestatten Sie einen Augenblick noch. Ich möchte wissen, wem ich für die Hilfeleistung zu Dank verpflichtet bin. bat Herr Voß um ihren Namen. Ich heiße Elisabeth May." antwortete sie, ohne stch ihm wieder zuzuwcnden. Etwas belebter, m ironisch erläuternder Klangfärbung, setzte ste noch hinzu: Mein Beruf ist der eines Mädchens für alles' bei meiner Tante Frau Klein." Darnach glitt ste hinaus. Arno Voß sah ihr betroffen nach, und Ophelia hielt einen bestraften, nachdenklichen Zug um den feinen, weichen Mund fest. Sie fühlte ein unbewußtes Sehnen, das eben entschwundene Antlitz einmal in lächelnder Güte zu sehen. x Nun kamen ein paar Stunden regen, ablenkenden Treibens für Vater und Kind. Ophelia flatterte, trotz ihres flügellahmen Zustandes, wie ein unstätes Vögelchen von Zimmer zu Zimmer, brachte durch ihr elfenhaftes Wesen und das Geltendmachen ihrer wechselnden Bestimmungen die schwerfälligen Köpfe rauher Männer in Verwirrung, hinderte in ungetadeltem Dazwischenhuschen dies, und förderte durch liebliches Aneifern jenes, bis sie stch ermüdet in ihr eingedecktes Polstersiühlchen schmiegte und die Unruhe um sich vallends allein Weg und Ende finden ließ. Arno Voß athmete wie von einer unerträglichen Belästigung auf, als die Trager verschwanden. Mit starkem Widerwillen sah er in das ordnungslose Durcheinander seines neuen Heims. Er verließ es auch alsbald mit Ophelia, um es erst noch einige Tage den Händen eines gut instruirten Dekorateurs an-

züvertrauen.' Ohne sich noch einmal

verladen und fremd, wie sie sich doch hier noch fühlen mußten dem Wohl--s wollen und der Fürsorge ihrer Wirthin zu empfehlen, kehrten sie in das Hotel zurück, in welchem sie bereits die eine Nacht logirt hatten. Frau Agnes, die für Theestunde oder Abendbrot vergebens auf zwei anziehende Gäste gewartet' hatte, beschloß diesen Tag mit Verstimmtheit und Enttäuschung. 2. Kapitel. n der neunten Stunde ging Elisabeth nach frischem Brunnenwasser in den Hof. Diesmal ward ; ihr dabei eine beklemmende Ueberraschung zu Theil ... am Eingang der Laube stand, ihrer harrend, eine große Männergestalt. Grüßend löste sie sich bei ihrem Erblicken aus ihrer Unbeweglichkeit und trat ihr entgegen. Nun. Lisa so erschrocken?" Konrad Treu ergriff ihre schlaff herabhängende Rechte. Setztest Du nicht voraus. daß ich versuchen würde. Dich ungestört zu sehen und zu sprechen?" Es ist schon spät, und ich bin müd?." erwiderte Elisabeth ausweichend und befangen. Das Ungewohnte ver Situation peinigte ste. Sie fühlte sich beinahe verletzt und wußte doch nicht, ob sie dazu ein Recht habe. Wann anders als zu solcher Stunde bot sich ihm wohl Gelegenheit zu einer Annäherung? Halb öelusiigt, halb empfindlich lächelte er zu ihrem unbräutlichen Einwand und wies auf eine d:r seitlich unter dem Weingerank stehenden, Bänke.. Gönne mir Deine Gegenwart wenigstens eine bescheidene Stunde lang." Elisabeth entzog stch ihm. Ich werde kommen." Ihr Athem klang geprcßt. MitzusammengeschobenenSchultern und einer fast fluchtartigen Bewegunz glitt sie neben ihm die Stufen hinab. Erst den Nachttrunk besorgen . . . und möchte doch auch vorher Tante fraqen " Ich bitte Dich. Lisa! Tu wirst doch das nicht für nöthig halten?" Er war ihr nachgeeilt. Stumm stellte Elisabeth die blitzende Karaffe unter das Vrunnenrohr. Nervös fröstelnd richtete sie sich auf. Ihr Blick fuhr in einer unbewußten, scheuen Zerstreutheit über die Fensterreihees ersten Stockwerkes. Leer und unwobnlich blinkten die gardinenlosen Scheiben sie an; hinter ihnen wohnte ja noch die blinde Einsamkeit. 1 Ich komme gewiß." versicherte sie noch einmal hastig mit demselben eingeengten Stimmklang. Sie nahm das gefüllte Gesäß und eilte in's Haus. Sprödes Geschöpf!" Aeußerlich gelassen, schlenderte er ihr nach. Ein unduldsames Zürnen flimmerte in seinen tief liegenden Augen. Er nahm wieder seinen vorigen Platz am Laubenpfeiler ein und sah in die stille, träumende Mondnacht. Drüben auf dem Kirchhof schrie ein Käuzchen. Es klang rasch ersterbend und kläglich, wie das ferne Wimmern eines jungen Kätzchens und gemahnte doch auch an menschlichen Ton. Der Hinüberschauende ließ die Arme sinken. Geisterhaft hoben sich einzelne hohe Marmorkreuze aus Cypressen und Rosengebüsch. Ausleben!" sagte Konrad Treu mit einem dürstenden Ausdruck. Ein halb unterdrückter Naturlaut hob seine Hünenbrust. Da näherte stch ihm abermals der müde Schritt Elisabeth hielt Wort. Sie trua den Kopf hoch, und ihre feingeschwungenen Lippen waren trotzig gerundet. Irgend ern unbedachtes, hartes Wort saß ihr schon wieder im Herzen. Ihre Hände hielt sie hinter den schlanken Rücken aeschoben' Konrad Treu ließ sich diese Pose mit ihrem stumm bedeutenden Rührmichnichtan" jedoch nicht anfechten und zog sie leidenschaftlich an sich. Keine Spur von Hingebung in Elisabeth. Ich kann nicht! schrie ihre suchende, verlassene Seele. Bedenken Sie. daß ich " .Tu " verbesserte er beleidigt. Bedenke, daß ich mein Wort ohne Zuneiauna aab. Sie wird, kommen." bedeutete er zwingend . . . Du bist nur verbittert. Kind, weil Du im Schatten blut) t. Ich will Dich ja dem Lebensgenuß erziehen! Ich will Dein Lehrmeister sein. Du sollst an die Liebe glauben, sollst ihre Macht verstehen. .Das kann ich nicht," gestand sie unui veryoyien. lcocn renne icg vsic mu, .Tu." mannte er aurn zweitenmal. Nachsicht." bat Elisabeth bedrängt und lehnte sich durch ein Zurückbeugen des Kopses ven neuem gegen tm verwirrendes, rücksichtsloses Nahesein auf, nacke eine klamme an. Mädchen; schütte stündlich Oel hinein ... und dann stelle Dich vor sie hin. bittend vorstellend: lodere nicht! Sieh zu, ob Du üe damit eindämmst. v. i . ..Ll 5aC vm mir man oewuiji, vu iu, ratblos hielt sie inne. (Fortsetzung folgt.) Der Bürgermeister Kohls von Vallendar wurde ZnGegenwart der Beigeordneten und von Vertretern der Behörde wegen Unregelmäßigkeiten in der Verwaltung vom Amte suspendirt. Die sd)lcdjti? Cigarre. Richter: Das war doch ein Be stechungsversuch. als Sie dem Nacht tnnrfrtfr sTWrr anboten!" A N geklagter: Bewahn; die konnte . W m M

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