Indiana Tribüne, Volume 29, Number 162, Indianapolis, Marion County, 3 March 1906 — Page 4
Jndiana Tribüne, 3 März 1006
Jndiana Tribüne. Heraulgegeiea von der Stntdg VB. JndianapoliZ, Ind. Larry 0. Thudium Vräftdeut. cSeschöftSloealt tlo, 31 Süd Delaware Straße. -TELEPHONE 269.
k. tcred ai the Pott Office ot Indianapolis as sccond dass matter. Reformen nöthig. ' ES ist die höchste Zeit, daß daS große Publikum zu der uackten Thatsache aufwacht, daß eS selbst reformiren muss'und sich nicht länger als Versuchs kaniöel für sogenannte Reormbeamte brauchen läßt. DaS Civildienftgesetz. obwohl eS immer noch lückenhaft ist, weil die De partement-chefs demselben nicht auch unterworfen find, giebt den Bewohnern der Staaten und Städte den besten Fingerzeig wie die öffentlichen Aemter von Part'lherrschaft und FavoritiZmuS zu reinigen find. Was fich für die Nation gut erweift, dürfte'.auch in Staa. ten und Städten zum Nutzen gereichen. Wie sich da? riefige Poftdepartement unseres Landes zu einem muftergiltigen System emporgeschwungen hat, so können auch Staats und StädteVer waltungen durch das Verdienft'Syftem treffliche Verwaltung erlangen. Wo Eemeinschäden und Korruption in den öffentlichen Aemtern der Nation dlo-geftellt wurden, da war jedesmal ersichtlich, daß die Unehrlichkeiten von durch ParteifavoritismuS auf hohe Plätze geftelltenBeamten ausgeübt wur den. Dieselbe Erscheinung macht sich in den Staaten überall bemerkbar, in In diana sowohl als nun auch in Ohio. Ein tüchtiges, geschultes und U währteS Beamtenthum ift für die In tereffen der Bürger ebenso wichtig wie die Anstellung tüchtiger und erprobter Gehilfen für Vertrauensstellungen im Privatgeschäft. Der Geschäftsinhaber besetzt die Posten in seinen Geschäften nur mit Leuten, von denen er weiß, daß sie fähig und erprobt ehrlich sind. Der Bürger aber überläßt eS einer Parteimaschine, die Beamten der Stadt, in welcher alle seine Interessen wur zeln, ohne Rückficht auf Befähigung nur als Gegenleistung für geleistete Campagnedienste zu ernennen. Auf dieses unsinnige System sind all' die Uebel, unter welchen die Städ ter zu leiden haben, zurückzuführen. Die Reformen durch Beamte nützen keinen Deut. Das Volk muß das Beamtenthum reformiren. Ein Beamter, möge er Chef eines Departements oder nur gewöhnlicher Polizist sein, muß die Aussicht haben, durch treue Dienstleistungen besörde rungSberechtigt zu werden. Geht ihm diese Hoffnung verloren, so muß der Dienst darunter leiden. Der Beamte thut dann seine Pflicht nur mechanisch, und nie mehr, als er gerade muß. Weiß aber ein Unterbeamter, daß ihm langjährige treue Hingebung im Dienste der Oeffentlichkeit auch Beför derung dringen, so wird dies feinen Ehrgeiz anspornen durch gute Dienste Berechtigung zum Vorwärtskommen zu erringen. DaS Volk muß den Politikern klar machen, daß eS nicht reformirt zu wer den braucht, sondern selbst reformiren will. Denl Farmer gefällt der feuchte März. Anfang jedenfalls vorzüglich. Nur Stehraum sollte beim Fulda Vortrag am Montag übrig bleiben. Von überall hört man begeisterte Be richte über den Enthusiasmus, den die Vortrüge dieses trefflichen modernen Dichters entfachen. Fünf republikanische Senatoren haben erklärt, daß sie in der Fracht ratenVorlage mit der Administration durch Dick und Dünn gehen würden aber erst nachdem Tillman die Gevatter schaft übernahm. Weil Theodore Noosevelt einmal Polizeicommissär von New Dork gewe sen ist, glauben Viele, daß er fich auch als Präsident der Ver. Staaten beru fen fühlt, als eine Art internationaler Büttel w jedem Weltwinkel, wo eS Ruhestörung giebt, einzugreifen. Der New Yorker deutsS-amerika .nifche Pastor Paul Mehlhorn, der als Delegat dem Centralkomite der dortigen
Vereinigten Deutschen Gesellschaften angehört, sprach sich in den letzten Ta. gen in einem Interview über deutsch amerikanische Kulturbestrebungen so interessant aus, daß seine gutgemein ten Worte weitere Verbreitung verdie nen. Herr Pastor Mehlhorn ift der Vorsitzende des KomiteS für deutsche Sprache in jener Vereinigung. Ich habe ' ganz bestimmte Pläne, wie mein Ausschuß seiner Aufgabe gerecht werden könnte", sagte der Pastor. Zunächst befürworte ich, kleine Pam phlete zu drucken, in denen ausgeführt wird, daß man ein guter Amerikaner fein kann und doch ein echter Deutscher bleiben muß. Die Regierungsform und das Land haben mit dem Volks thum nichts zu thun. ES ift unsere Pflicht, die Verdienste, welche fich Deutsche in der amerikanischen Ge schichte erworben haben, gebührend hervorzuheben. Dieses Land verdankt den Deutschen alle seine Kultursort schritte, vom ersten Buche, daS hier ge druckt wurde, bis zur Brooklyner Brücke. Ja, es verdankt den Deut schen seine Freiheit. Wo wären Wash ington und Lincoln ohne die Deutschen geblieben ?" Wird in ihrer Kirche nur Deutsch gesprochen?- fragte der ZeitungS mann. Ganz entschieden-, erwiderte der Pastor. Wir haben in der Verfas sung unserer Gemeinde eine Bestimmung, daß der Gottesdienst auSschließ' lich deutsch sein muß, so lange min bestens fünf Mitglieder darauf de stehen. KonfirmandeN'Unterricht und Sonntagsschule werden hier nur deutsch geführt. Wenn man den festen Willen hat, geht eS sehr gut." WaS meine Betheiligung an den Ver. Deutschen Gesellschaften anbe langt, so glaube ich, daß dieselben eine große Mission zu erfüllen haben.' Ich habe mich auS kulturellen Grün den angeschlossen und bereue eS nicht. Noch nie habe ich mir etwas vergeben müssen und stets bin ich fest auf mei' nem Standpunkt beharrt. Die Ver. Deutschen Gesellschaften wollen nur das Beste. Die Delegaten find vom besten Willen beseelt. Natürlich haben fie kein leichtes Spiel. Jc? vergleiche fie mit Baumeistern, die mit Material arbeiten müssen, das nicht Widerstands fähig genug ift. Das Deutschthum ift nicht eisern genug: ES ift "zu wenig bewußter Wille vorhanden. Wenn eS besser werden soll, muß der Einfluß vom Mutterlande kommen. Auf den Schlachtfeldern wird die Entscheidung fallen. Wenn der nächste Krieg er folgreich verläuft, wird daS Ansehen Deutschlands im Auslande so mächtig steigen, daß Jeder stolz darauf sein muß, ein Deutscher zu sein." Der Pastor erklärte seine für einen Geistlichen etwas kriegerische Gefin nung damit, daß er einer Offiziers familie entstamme und er selbst ur sprünglich ' beabsichtigt habe, diese Karriere zu wählen. Er wurde vor Kurzem vom deutschen Kaiser mit einer Bibel beschenkt.
Die Gartenlaube", das treube. währte deutsche Familienblatt, daS wie keine andere Zeitschrift feit bald zwei Menfchenaltern als ein Hort echten Familiensinnes feine Stätte im deut fchen Helme hat, tritt wiederum in einen neuen Jahrgang ein. Und über reich wie die Fülle dessen, was fie im abgelaufenen Jahre ihren Lesern zeigte, ift auch die Menge jener Gaben, die fie im neuen Jahr darbieten will. Un terhaltend und belehrend" Ernst Keil hat diese Worte einst als ein Pro gramm sür seine Gartenlaube" in enger Kerkerzelle niedergeschrieben ift all das, was heute, weit über ein Halb jahrhundert nach jenen Tagen, den In halt und das Wesen des Blattes aus macht: Romane und Erzählungen aus der Feder hervorragender Männer, Artikel, die das ganze Wissen unserer Zelt umspannen und deren Verfasser die tüchtigsten auS allen Gebieten im fereS ForschungSlebenS find! Von den Romanen, die im neuen Jahrgange den Lesern geboten werden sollen, nen nen wir hier: Paul Oskar HöckerS Paradiesvogel". Karl RosnerS Georg BsngS Liebe-, Luise WeftkirchS KainS Entführung." Alle drei Werke verdienen zweifellos eine hervorragende , Stellung in der jüngeren deutschen Erzählungöliteratur, und zweifellos wird auch die gelungene Zufammenftellung gerade dieser Weike von den Lesern mit besonderer Freude aufgenommen werden. Denn während Höcker" uns in seinem Werke daS aufregende Treiben deö
großen Sportlebens vor Augen führt
und bunte .Bilder aus dem Berliner Gefellschaftötreiden entrollt, zeigt Ros ner nS in seinem schlichten Liebes romane das ftille und von herzlichster Gemüthlichkeit erfüllte Dasein beschei dener Wiener . Bürgerkreise. Luise Westkkrch aber führt unS in die ge heimnißvollen Weiten des Teufels moorS und läßt in wuchtiger Schilde rung das Drama deö Brudermordes und seiner Sühne an unsern Augen vorüberziehen. Äanz besonders ober dürfte die Nachricht interesfiren, daß die nach langwieriger Krankheit wieder genesene gefeierte Schriftstellerin W. Heimburg fich mit einem neuen Werke für diesen neuen Jahrgang angemeldet hat. k ' Die Menge berühmter Gelehrter, die mit Artikeln im neuen Jahrgange ver treten sein werden, ift so reich, daß eS nicht möglich ist, die glänzenden N? men hier einzeln anzuführen. Nur auf das Frauenblatt der Garten laube", das fich rasch so besondere Be liebtheit errungen hat. auf Die Welt der Frau" sei noch hingewiesen, die gleich dem Hauptblatte selbst in Wort und Bild eine Fülle deS Guten im neuen Jahre bieten wtrd. Besser als alle Worte das vermöchten, überzeugt davon ein Blick in das soeben zur Aus. gäbe gelangte erste Heft, das sowohl durch die Buchhandlungen wie durch den Verlag (Ernst KeilS Nachfolger G. m.b. H. in Leipzig) Kostenlos be zogen werden kann. Behörde für öffentliche Arbeiten. Vorläufige Entschlüsse wurden gutgeheißen: - Für Kanalifirung deS nördlichen Ufers der Fall Creek, von der Meridian Straße bis zu einem Punkte östlich von der Central Ave. Petitionen wurden abge schlagen: Für Rinnsteine in der 22. Straße, von der Pennsylvania Straße bis zu der Talbott Ave. Endgültige Entschlüsse wurden gutgeheißen: Für Kanalifirung in der Maryland Str.. von der Blackford Str. bis zu einem Punkt westlich von der Califor nia Straße. ' r. Beschlüsse wurden a n g e n o m m t n : ;' Für Freilegung der Hoyt Ave., von der Henry Coburn Subdivifion der I'. & C. Elsenbabn-Gesellschaft bis zu den Schienen der Big Four Eisenbahn. Für Frellegung der ersten Alley öst. lich der New Jersey Str., von einem Punkt 30 Fuß nördlich der Louifiana Str. bis zu der ersten Alley nördlich der Louifiana Str. Für Frellegung der Alley nördlich von English Ave. und einem Theil der Alley westlich der Nelson Str., von d Nelson bis zu der Deloß Str. Für Hauptkanalifirung in der Har ding, Everett und Bloomington Str. und Bank Ave., vom White River bis zu der Calvelage Str. Für Cement.Seiienwege und Rand steine in der 31. Straße an der Nord seile, von der Clifton Straße bis zu dem Kanal. Für Cement.Seiienwege in der Con greß Ave., von der Clifton bis zu der Buckeye Straße. Für Cement.Seiienwege in der Mc Pherfon Straße, von der 23. bis zu der 29. Straße. Für Cement.Seiienwege in der Bee cher Straße, von der Sheldy bis zu der Linden Straße. Spanien. Konferenz. AlgeciraS, 2. März. ES macht fich hier mehr Hoffnung geltend. Der Plan einer marokkanischen Staatsbank der von dem Komite ausgearbeitet wurde,' enthalt 25 Artikel, von denen 20 bereits angenommen find. Die deutschen Delegaten sagen, daß sie auf Instruktionen warten, die viel leicht früh genug kommen, um die VerHandlungen morgen günstig zu beein flussen. Schisssnachrichten. New. York: Algeria" nach Leghorn. Boston: Mongolian" von Glasgow, Saxonla" von Liverpool. Glasgow: Carthaganian" nach Phi ladelphka über St. JohnS. N. F.. und Halifax. Neapel: .König Albert" von New York über Fayal, Massilia" nach New Zlork, .Jtalla" nach New York. Gmua: Nord .Amerika" nach New
Nachrichten aus Jndiana. CrawfordSville, 2. März. Frau Rachel Newton reichte gegen die Loge Ben Hur Klage auf Zahlung von Ll 100 VerficherungS. Geldern ein. Ihr Mann war bei der Loge versichert, starb jedoch bevor ihm die Versiche rungS Police ausgehändigt wurde. Die Loge zahlte an die Wittwe S500 freiwillig, um einen Prozeß zu vermei den. weigerte fich jedoch den vollen Be trag zu bezahlen, da ihre Regeln vor schreiben, daß ein Versicherter sich zur Zeit der Aushändigung der Police in demselben GesundheitS.Zustand befin den muß als zur Zeit der Versiche rung. Carmel, 2. Mürz. Herr und Frau Henry Henley, 65 resp. 60 Jahre alt, wurden heute Morgen 7.25 Uhr von dem südlich fahrenden Schnell zuge der Monon.Bahn überfahren und sofort getödtet. Die Verunglückten wollten zum Besuch ihres Sohnes, welcher einige Meilen östlich von hier auf einer Farm wohnt, fahren und sahen den herankommenden Zug erst, als fie mitten auf dem Geleise waren. DaS vor den Wagen gespannte Pferd wurde ebenfalls getödtet. Dr. Frank Hearfey, der den Unfall mit ansah und sofort hinzueilte, kam mit seiner Hülfe bereit? zu spät. Herr und Frau Hcn ley hinterlassen drei erwachsene Kinder und gehörten zu den angesehendften Bürgern der Stadt.
S c o t t S b u r g , 2. März. Earl Deal und Irwin Anderson, welche der Entführung deS Fräulcin Jessie JoneS angeklagt waren, mußten freizesprochen werden, da fich die Geschworenen über die Schuld der Angeklagten nicht eint gen konnten. Vor mehreren Monaten versuchte Fräulein JoneS mit einem Angestellten der Straßenbahn in IndianapoliS, John Gray, fich heimlich trauen zu lassen. Der Vater der Braut bekam Wind von der Sache und verhinderte die Trauung. Einem zweiten Versuch Gray's, in den Hafen der Ehe einzu laufen, widersetzte fich dann daS junge Mädchen und Gray überredete die bei den Angeklagten, dasselbe zu entführen. um eS zu zwingen, ihn zu beirathen. Ein zweiter Prozeß gegen Deal und Anderfon wurde sofort angeordnet und wird derselbe am 10. d. MtS. zur Ver Handlung kommen. ' Rassenkamvf. S p r i n g f i e l d , O., 2. Mürz. Vom gestrigen Abende find zwei Brandftiftungen zu rezistriren, im Uebrigen verlief die Nacht ohne wichtigere Zwi schenfülle. Die Truppen werden nicht vor Samstag zurückgezogen werden. Der Bremser DaviS ist noch am Leben, doch kann der Tod stündlich ein treten. P a y n e B i l l a b g e.t h a n. Washington, 2. März. Die Payne.Bill, welche eine Reduction der Zölle auf Zucker, Tabak und Reis auS den Philippinen bestimmt und vom Haufe mit 258 gegen,71 Stimmen an genommen wurde, erlitt heute im Se natS.Comite eine gründliche Niederlage. Die Bill wird dem Senate überhaupt nicht vorgelegt werden. Weberftreik. 'D u n d e e. Schottland, 2. März. Der Weberftreik hat zur Folge, daß die Spinnereien am 8. März schließen. 35,000 Arbeiter werden brotlos. Ein altes bewährtes Mittel, Srlbersachen zu reinigen, welche vom langen Liegen angelaufen sind. ist. dieselben mit einem kochenden Kartoffel - Abgußwasser zu überaieken. sie 810 Minuten darin liegen zu lassen und sie dann recht gründlich mit einem wollenen Lappen abzurnben. Das Bkauwerden de'r Milch beruht auf die Einwanderung eines BazilluZ, nämlich deS Bacillus cya nogenes. Die früher gültige Ansicht, daß dieselbe auf Erkrankung der Kuh, welche die betreffende Milch liefere, be ruhe, ist ebenso falsch, wie die U'n nähme, daß Mangel an frischer Luft die Ursache sei. In Milchkellern, in denen sich der Bazillus eingenistet hat. roiro meor ooer weniger jcoc okuuj blau. Selbstverständlich wird ein oU ches Einnisten des Bacillus cyanoge nes durch Unreinltchkeit und dumpfe, feuchte Luft befördert. Das einzige Mittel zur Vertreibung des Vazillus ist gründliche Desinfektion des Milchkellerö und aller Milchgefäße. Die Keller müssen gründlich ausgeschwefelt, das Holzwerk mit kochender Lauge ausgewaschen und dann alles mit Kalkmilch geweißt werden. Die Milchgefäße müssen längere Zeit ausgekocht werden. . l . . cm 1 je
.Durch Zufall von einem
Spielkameraden angeschossen wurde in Fergus Falls, Minn., der 14jährige George Turchin; er erlitt eine Wunde im Kopf, dürfte aber genesen. Ein Junge spielte mit emem Revolver und ein älterer forderte ihn auf, diesen beiseite zu legen; da jener nicht folgen wollte, trachtete dieser, ihm den Revolver zu entwinden. Dabei ging ein Schuß los, die Kugel prallte von einem Nagel im Boden ab und traf Geo. Turchin in den Kopf. Für die Pariser Weltausstellung von 1889 wurde seiner Zeit von patriotischen Amerikanern eine Bildsäule Lafayette's gestiftet. Da sie nicht rechtzeitig in Bronze fertig wurde, stellte man in Paris vorerst das Gipsmodell auf. Jetzt aber ist Staatsminister Root darauf aufmerksam gemacht worden, daß statt der BronzeStatue Lafayette's in Paris, für welche hierzulande eine bedeutende Summe Geldes gesammelt worden war. noch immer der Gipsabguß stehe, welcher anläßlich jener Pariser Weltausstellung provisorisch auf das Piedestal gestellt worden war. Root hat jetzt eine Untersuchung eingeleitet. Auch die Töchter der Revolution interessiren sich für diese Sache.' Einem traurigen, aber zum Theil selbstverschuldeten Schicksale sieht der 62 Jahre alte Charles Rorain entgegen, dessen Entlassung aus dem Deutschen Hospital in N e wa r k,"N. I., in nächster Zeit bevorsteht. Rorain ist in den letzten vierzehn Iahren ungefähr dreißig Mal operirt worden. Bei einem Elevator - Unfall in einer Brauerei hatte er sich seiner Zeit eine schwere Quetschung des linken Beines zugezogen und es wurden ihm im Lause der Jahre mehrere Zehen,, dann der Unterschenkel und schließlich das ganze Bein amputirt. Diese Operationen wurden von Rorain zum Theil selbst .verschuldet, da er es im Hospital nie lange aushalten konnte und dasselbe gewöhnlich verließ, bevor die Wunden vollständig verheilt waren. In der Zwischenzeit übertrug er sein ganzes Vermögen im Betrage von ca $14,000 an seine Frau, die dann mit den Kindern 'verschwand. Der alte Mann ist jetzt soweit hergestellt, daß er mit einem künstlichen Bein ganz gut gehen kann, wenn er aber das Hospital verläßt, steht er vollständig mittellos da,, zumal die EntschA)igung. die er für die Verletzung erhielt, in jener Summe, die er seiner Frau übertrug, einbegriffen ist. Ihre Treue zu ihrer Herrin hat in New York ein farbiges Mädchen mit dem Leben bezahlt. In einem Hause an 4. Avenue brach Abends auf unaufgeklärte Weise ein Feuer aus, das von der 25jährigen Elisabeth Virginia entdeckt wurde. Sie rannte die Treppen nach dem dritten Stock empor, in der Absicht, ihre Herrin, Frau Talafario, zu warnen. Letztere wurde durch die , Schreie des Mädchens geweckt, doch waren die Treppen schon durch die Flammen versperrt, so daß, während die übrigen Bewohner des Hauses sich hatten in Sicherheit bringen können, Frau Talafario und das Mädchen die einzigen waren, die sich in- dem brennenden Hause befanden, als die Feuerwehr an der Brandstätte eintraf. Frau Talafario stand an ihrem Fenster, unschlüssig, ob sie hinunter 'springen sollte oder nicht, als der erste Wagen der Feuerwehr in die 4. Ave. einbog. Die Feuerwehrleute setzten sofort Leitern an, und es gelang ihnen, Frau Talafario zu retten, die durch d'en Rauch ihr Bewußtsein verloren hatte und nach dem Hospital gebracht werden mußte. Als die Feuerwehrleute dann nach schwerem Kampfe des Feuers Herr geworden waren und das Zimmer, aus dem sie die Frau Talasario gerettet hatten, wieder betraten, fanden sie in einer Ecke die verkohlte Leiche der treuen Dienerin. Folgende lustige Gansgeschichte wird aus Newark. N. I., erzählt: Eine erfolgreiche Gänsejagd machten neulich Sonntags mehrere Skatbrüder, welche sich in Leeman's Hotel eingefunden hatten, um dort einen gemüthlichen Skat zu dreschen. Da einigen Herren der Magen schon bedenklich schief hing, lud ein sehr bekannter Bürger von Vailsburg die Herren ein. mit ihm in seinem Hause ein Stückchen Gänsebraten zu genießen. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen, und die nächste Car. entführte die Herren nach den Gefilden Vailsburg's. Im Haufe . des gastfreundlichen Herrn wurden die Gäste in das Eßzimmer geführt, und nach dem ersten kühlen Trunke machte sich der Hausherr auf die Suche nach der schon Mittags schön knusperig gebratenen Gans. Doch mit dem besten Willen konnte er den Gansvogel nicht finden, und seine would-b" - Gäste, von' denen sich bereits einer dünne gemacht hatte, mußten mit hungrigem Magen wieder abziehen, nachdem sie dem Freunde ihre Meinung in ziemlich unzweideutiger Weise gesagt hatten. In einem unbewachten Moment hatte sich nämlich eine: der Herren in die Küche geschlichen, die Gans erwischt und war mit dieser durch den Garten entschlüpft. Die Gesellschaft traf, sich eine halbe Stunde später in' Leeman's Hotel wieder, und, mit einigen Flaschen Rheinwein beaossen. wurde der ' äußerst zarte , Vogel Mit dem allerbesten i Appetit ohne den freundlichen GasigeI ber verzehrt.
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nropäislhcS DepartroesZ Wechsel. . Creditbrlcfe, Postanweisunge, auf alle Städte Europas, SchiffsschetnS von und nach Europa. An und Verkauf ausZäM!; scheu Geldes. No. 35 Süd Meridian Str. Marchants National Bank. Umgezogen ! Das Mehl- und Fnttergeschäsi von . . FAHBI0X, 7 wurde verlegt von 701 Süd Delaware Etr. nach .1257 Madison Ave. Einen vollständigen Vorratd der besten Sorten Mehl, sowie Kutter jeder Art stet an Haud Sin Vesuch meiner vielen Fieunde und Snnrrn wird vxvc in meinem neuen Platz yochwMlomnien lein. E. E. FAHRIOX, 1257 Okdison Ave. . Neuer Telephon 9289. Allerlei fiir's HauS. Die kleinen rothen AmeZsen, die oft eine große Plage der Hausfrau sind, werden aus dem Küchenschrank vertrieben, wenn man ein Stück Cedernholz in diesen legt. Der Ccruch treibt die Ameisen in die FluO. Einen feuer- und Wasserf e st e n K i t t für Metall Porzellan und irdenes Geschirr bereitet man wie folgt: Man läßt 2 Pfund süße Milch über dem Feuer durch Hinzufügung von Weinessig dünn gerinnen. Sobald die Milch abgekühlt ist, nimmt man die Mölke davon und quirlt das Weiße von 4 Eiern hinein. Hierauf mischt man fein gepulverten, ungelöschten Kalk hinzu und arbeitet die Mischung mit einem Spatel gut durch. ' An der Luft und dann in starker Wärme getrocknet, hält dieser Kitt Feuer und Wasser aus. Nagelpflege. Bei jeder fleißigen Arbeit im Haushalt ist es unvermeidlich, daß die Spitzen der Finger-, nägel unsauber werden. Wohl giebt es mancherlei Mittel zur Nagelpflege, aber doch keines, welches die Spitzen stets schön weiß erhält. Da hilft nur immer erneute Reinigung mit warmem Wasser und Seife und tüchtiger Gebrauch der Nagelbürste, wie eines vorn abgerundenen Stäbchens aus Bein oder weichem Holz. Glätte, Glanz und Farbe werden durch Abreiben mit Zinnoxyd erhöht, das man mit ein wenig Karmin mischt und mit einem wohlriechenden Oele anduftet. Man wendet es mit weichem Leder oder dem Nagelpolirer an. Auch ein völlig unschädliches Mittel zum Bleichen, resp. Säubern ist eine frische Citrone oder der Citronensaft, welche nach dem Waschen angewendet wird. Man läßt ihn 1 2 Minuten wirken und spült dann mit klarem Wasser ab. Reinigung deK LederS von Schimmelpilzen. Es kommt sehr häufig vor, daß Leder, welches mit Schmieröl eingerieden wurde, wenn es an feuchten Orten aufbewahrt wird, Pilze und Schimmel ansetzt. Durch Abwäschen oder Abwischen wird die Sache nicht gebessert, eö gilt, den Pilzen gründlich zu Leibe zu gehen. Da giebt es ein vorzüglich Mittel, durch das man die Schimmelbildungen gründlich entfernen kann, es ist dies Carbolsäure, die man verdünnt und mit einem .Wollenlappen auf das Lederzeug aufreibt. Man kann dies Mittel sowobl bei Schuhzeug, Stiefel, Pferdegeschirren und Riemen jeglicher Art mit bestem Erfolge anwenden. Wäscheleinen reinigen. Man zieht die Leine fest nebeneinander um das Waschfaß herum, befestigt ihr Ende und bürstet sie dann mit der Scheuerbürste mit Soda- und Seifenwasser recht tüchtig ab. Hat sich der Schmutz aufgelost, so wird sie noch gründlich mit reinem reichlichen Wasser durchgebürstet und entweder im Freien oder auf dem Bo-den getrocknet. DaS Aufspannen der Leine muß sehr fest geschehen. Auf diese Art gereinigt, wird sie ganz schon. Zum Reinigen von Bierfla schen nehme man starkes, warmes Sodawasser und Marmorschrot, mit welchem . man sie durchrüttelt. Das ledtere vertritt vollkommen ebenbürtig das übliche Bleischrot, nur ist es weniger gesundheitsschädlich. Die Flaschen sind mit klarem Wasser nachzuspülen. .
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