Indiana Tribüne, Volume 29, Number 161, Indianapolis, Marion County, 2 March 1906 — Page 6
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Europaische Nachrichten.
Fz-ovinz 'Mrandenburg. Berlin. Professor Dr'. Gustav Bolze, der frühere Direktor des Andreas - Realgymnasiums, ist im 84. Lebensjahre gestorben. Er hat wähtend der Jahre 1876 bis 1895 an der der Spitze der genannten Anstalt gestanden. Professor der Geographie an der Wiener Universität Hofrath Penck hat die Berufung nach hier als Nachfolger Richthofens angenommen und wird nach Schluß des Wintersemesters Wien verlassen. Ein doppeltes Jubiläum feierte die Zeitungsspedition und Annoncen - Expedition Willibald Binder, Bellealliancestraße 83. Bor kurzem konnte die Firma, die von dem Schwiegervater des jetzigen Inhabers 1836 gegründet wurde, auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken, während gleichzeitig Amder sein Lojähriges Jnhaberjubiläum beging. In der Friedcichstraße wurde der 24jährige Bäckergeselle Max Zobel aus der Bergstraße 3 von einem Droschken automobil überfahren. Er erlitt einen komplizirten Schädelbruch und wurde in das Krankenhaus in Moabit eingeliefert. Der Verunglückte erlag bald der schweren Verletzung. Letztens stürzte sich der Regierungsbaumeister Georg Lieber in einem Anfall von Geistesstörung aus der in der viertm Etage des Hauses Passauerstraße 18 gelegenen Wohnung seiner Schwester auf die Straße hinab. Der Tod trat auf der Stelle ein. An der Ecke der Boyen- und Chausseestraße wollte die 53jährige Wittwe Karoline Thim, Friedrichsgracht 3, kurz vor tu nem herannahenden Straßenbahnwagen den Fahrdamm überschreiten. Sie wurde von dem Wagen erfaßt, umgerissen und mit solcher Gewalt auf das Pflaster geschleudert, daß sie einen schweren Schädelbruch erlitt. ' Die Verunglückte wurde nach dem Krankenhause in Moabit gebracht, tob sie bald nach ihrer Einlieferung starb. Unlängst ist auf einem Neubau an der Humboldt - Mühle der 41jährige Arbeiter Lothar Gläsemann aus der Reinickendorferstraße 43 von der dritten Etage aus auf die Straße gestürzt. Gläsemann hatte beimAbrüsten mitgeholsen. Schwerverletzt wurde der Verunglückte in das Moabiter Krankenhaus eingeliefert. Willy Schlesinger, Mitglied des Aeltesten - Collegiums der hiesigen Kaufmannschaft, hat kürzlich das fünfundzwanzigjährige Jubiläum als Mitinhaber der hiesigen altrenommirten Firma Her mann Schlesinger & Co., deren Seniorchef er jetzt ist, begangen. V e l z i g. Eine blutige Neujahrsnacht hatte diesmal unsere Stadt zu verzeichnen. Der als Wilddieb bekannte Arbeiter Franke, der Arbeiter Aillep und noch einige andere Arbeiter gedeihen auf .der Straße mit dem Gendarmen Schaumann zusammen. Der Gendarm zog im Verlaufe des Streites seinen Revolver und gab auf den Arbeiter Villep einen Schuß ab. Die Kugel drang dem Getroffenen in den Oberschenkel und verwundete ihn so schwer, daß er nach dem Krankenhaus gebracht werden mußte. Charlottenburg. Kürzlich ereignete sich hier ein Mord und Selbstmord in der Nettelbeckstr. 12. Der 30jährige ehemalige sächsische Offizier Alfred Hertzger tödtete seine gleichaltrige Ehefrau Margarethe, aeb. Foska, durch Nevolverschüsse in den Kopf und dann sich selbst durch einen Revolverschuß in's Herz. Beide waren sofort todt. Frankfurt In der Junkerstraße 21 wohnte mit einem gewissen Recke zusammen eine Frau Simmank. Diese fand man vor Kurzem in da: Wohnung todt auf. Recke, der in der letzten Zeit nicht mehr gesehen wurde, soll an den Vater der Frau Simmank geschrieben haben, er beabsichtige, Selbstmord zu verüben. K ö p e n i k. Letztens hat sich der Prokurist Mentzel der Firma W. Spindler, Berlin und dem nahen Spindlerfeld, der über vierzig Jahre in diesem Hause thätig war und auch in nahem verwandtlichen Verhältniß zu letzterem steht, aus dem Geschäftsleben zurückgezogen. Aus diesem Anlatz erschienen die jetzigen Inhaber der Firma in der Wohnung des Herrn Mentzel Hierselbst, um ihm ihren Dank für die Thätigkeit, die er drei Generationen gewidmet hat, auszusprechen. Sie übergaben ihm zur Erinnerung eine kostbare silberne Ehrensäule. Eine Abordnung der Angestellten das Hauses brachte ihm ein Album von Bildern aus den Reihen des Personals. Der Mentzel vom Kaiser verliehene Rothe Adlerorden ist ihm durch den hiesigen Bürgermeister Dr. LangerHans überreicht worden. Frovinz Ostpreußen. Königsberg. Vor kurzem ist der Kammerherr, Rittmeister a. D. Graf Karl v. Finckenstein Jaeskendorf, Rechtsritter des Johanniterordens, im 82. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene war auf Präsentation des Grafenverbandes der Provinzen Ost- und Westpreußen durch Erlaß vom 30. Juni 1894 auf Lebenszeit in das Herrenhaus berufen - worden. Jn.der Lizentstraße wurde der Arbeiter Karl Rung von einem mächtigen Block Steinkohle so . unglücklich gequetscht, daß er schwere innere Vttletzuns?n erlitt und nach dem siädtischen Krankenhause gebracht werden mußte. .
Christbura. Vor einiger Zeit
war Holzmeister Zimbehl aus Buchwalde den Holzschlägern in der nahen Forst beimHerausnehmen eines Stubbens behilflich. Gleich darauf klagte er über Unwohlsein. Man brachte ihn sofort nach Hause. Der herbeigerufene Arzt stellte eine Zerreißung eines Blutgefäßes im Gehirn fest, hervorgerufen durch Ueberanstrengung. Bald darauf starb Zimbehl infolge Blutergüsses im Gehirn. Groß-Friedrichsgraben. Den Wohlgemuth'schen und den Radofskischen Eheleuten ist aus Anlaß ihrer goldenen Hochzeit das Gnadengeschenk von je 50 Mark bewilligt worden. Lasdehnen. Letztens brach der Besitzer Buttchereit von hier beim Passiren der Jäge ein und ertrank. Die Leiche konnte alsbald geborgen werden. Memel. Ein Unfall mit todtlichem Ausgange hat sich auf der Kurischen Nehrung zugetragen. Ein Fischerwirth aus Preil fuhr in schnellem Tempo mit seinem Fuhrwerk von der hohen Düne herab. Dabei schlenkerte der Wagen an einer scharfen Biegung und der Altsitzer Michel Bastick, der von dem Kutscher mitgenommen worden war, wurde aus dem Wagen geworfen. Der telephonisch herbeigerufene Arzt aus Nidden stellte fest, daß mehrere Rippen gebrochen und deren Enden in die Lunge gedrungen waren. Bastick ist bald darauf seinen schweren Verletzungen erlegen. P r o st k e n. In tiefe' Trauer ist die Familie des Gutsbesitzers Ulrich versetzt worden. Die einzige 16 Jahre alte Tochter wurde in ihrer Schlafstube cm Kohlendunst erstickt leblos im Bette aufgefunden. Plautzkehmen. Der 5jährige Sohn des Losmanns Pfeifer ging auf das Eis. In beträchtlicher Entfernung vom Ufer brach der Kleine ein und konnte von herbeieilenden Männern nur noch als Leiche heimgebracht werden. S e e b u r g. Ein betrübender Unfall ereignete sich auf dem hiesigen Bahnhofe. Molkereibesitzer Topolinski und der Knecht F. Schwark des Gastwirths Skirde aus Lautern waren mit dem Abladen von Molkereiutensilien beschäftigt. Bei dem Herannahen eines Zuges wurden die Pferde scheu. Schwark wollte die Pferde halten, kam aber zu Fall und wurde von den Wagenrädern so übel zugerichtet, daß ihm ärztlicherseits die erhaltenen Wunden zugenäht werden mußten. Frovinz Westprcußen. D a n z i g. Dem Ober - Regierungsrath Dr. v. Lieres und Wilkau hier, Stellvertreter des hiesigen Regierungs - Präsidenten, ist der nachcesuchte Abschied unter Verleihung des Rothen Adlerordens dritter Klasse bewilligt. Zum Nachfolger ist OberRegierungsrath Kamcke aus Stettin, der v. Lieres vertrat, endgültig ernannt worden. Äönhof. Unlängst fischteFischer Jahnke in der Nogat unweit von hier eine weibliche Leiche auf, welche als die der Frieda Liebowski, die vor längerer Zeit aus dem Schulhause in Schweingrübe spurlos verschwunden war, erkannt wurde. Man kann annehmen, daß das Mädchen, welches bis spät in die Nacht Bücher las, in einem Anfalle von Schwermuth den Tod im Wasser gesucht und gefunden hat. Briefen. 'Vor kurzem wurde Hausbesitzer Scharnweber auf 'dem Wege, der von der Technau'schen Gärtnerei zur Stadt führt, von drei Männern überfallen, übel zugerichtet und seiner Baarschaft in Höhe von 800 Mark beraubt. Zwei der Burschen wurden bald darauf verhaftet; von dem Gelde wurde nichts bei ihnen gefunden. Flatow. Der Glasermeister Gutmann legte sich zu einem Mittagsschlaf nieder. Als er erwachte, konnte er das Tageslicht nicht sehen; er war während des Schlafes blind geworden. G raudenz. Dieser Tage konnte die bekannte Saunier'sche Buch- und Kunsthandlung (jetzigerJnhaber BuchHändler Horn) auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Kraffohlsdorf. Die 100jährige Frgu Waczinski ist gestorben. Sie stammte aus der Gegend von Nassenheim und wohnte seit 15 Jahren bei ihrer Großtochter. Bei der Feiet ihres 100. Geburtstages am 6. October v. I. hatte der Kaiser ihr 200 Mark als Geburtstagsgeschenk ge. sandt. P a s e w a l t. Der Arbeiter Hoge wurde auf dem Hofe des Försters Luthard, bei dem er als Knecht in Dienst stand, todt aufgefunden. Anscheinend hat. er sich ermüdet niedergesetzt, ist eingeschlafen und erfroren. R u d a k. In der Jerusalem'schen Ziegelei ereignete sich ein schwerer Unfall. Zwei Knechte deö Ziegeleibesitzers, der 17jährige Franz Zittlau und der 23jährige Johann Ko'plewski, welche den eisernen Ofen in ihrer Schlafkammer stark mit Kohlen geheizt hatten, wurden todt in ihren Bet, ten gefunden, sie waren an Kohlendunst erstickt. Stuba. Im Alter von 103 Jahren ist die Dorfarme Frau Hupke gestorben. Bis in ihre letzten Tage war die Frau recht rüstig gewesen. T h o r n. Kammereikass enrendant Kopelke schied auS dem städtischen Dienst und trat in .den Ruhestand.
AuS diesem Anlaß ist ihm.der Kronen
orden 4. Klasse verliehen worden, der ihm durc Oberbürgermeister .Dr. Kersten mit einer herzlichen Ansprache überreicht wurde. ' Z o p p o t. Superintendent a. D. Christian Klapp ist hier, wo er feinen Ruyejltz hatte, im Alter von 72 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Klapp war vom 1. Mai 1879 bis 1. Juli 1891 als Superintendent thätig und entfaltet eine überaus segens reiche Thätigkeit. Frovlnz sommern. Stettin. Verliehen wurde: Dem herrschaftlichen Kutscher Franz zu Schmoldow, dem Gutsjäger Ruth, dem Gutsgärtner Groth, beide zu Quatzow, dem bisherigen Eisenbahnlokomotivschlosser Ohneffeit zu Stargard und. dem Gemeindevorsteher Trees zuFähre das Allgemeine Ehrenzeichen. feminin. Im Dienste den Tod gefunden hat der Telephon - Hilfsbote Beyer, eine stadtbekannte Persönlichkeit. Auf einem Dienstgange ist er vom Wege abgekommen und in den Graben zwischen dem Devener und Wolkower Holz gerathen, der die Grenze zwischen Preußen und Mecklenburg andeutet. Dort fand man seine Leiche. Grimmen. Vor kurzem hat sich hier ein Liebespaar im Hotel Preußischer Hof" ' erschossen. Die Persönlichkeiten wurden als die deö 23 Jahre alten Katasteramtsassistenten Hans Bauer aus Demmin und der 18jähriaen Trudchen Mau, der Tochter des Ackerbürgers Mau aus Prentzlin in Mecklenburg, festgestellt. Unglückliche Liebe scheint das Motiv zur That gewesen zu sein. ; Heinrichsfelde. Infolge einer geringfügigen Wunde am Arm, die anfangs gar nicht auffiel, zog sich der Arbeiter Mews eine Blutvergistung zu,' an deren Folgen er starb. . Hohen-Selchow. Der in weiten Kreisen bekannte Pastor Sauberzweig Hierselbst trat in den Wohlverdienten Ruhestand. Pastor Sauberzweig hat 47 Jahr als Geistlicher gewirkt, davon 27 Jahre in der hiesigen Parochie. Als Feldprediger machte er die Kriege von 1366 und 187071 mit. wobei er sich neben anderen AusZeichnungen auch da Eiserne Kreuz erwarb. L a s s a u. Jnr hiesigen Herberge von Beck sind der Arbeiter Kluß von hier und zwei reisende HandWerksgesellen eines plötzlichen Todes gestorben. Schon vor einiger Zeit war auch die Wittwe Fehlow, die dort im Hause wohnte, unter ähnlichen Erscheinungen plötzlich gestorben. Man glaubt, daß die Todesursache dieser vier Personen im Genusse von eingesalzenem verdorbenem Pferdefleische zu suchen sei. Es ist darüber Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet worden. P a s e w a l k. In einem Torfloche vor dem Prenzlauer Thor wurde die Leiche des Kürassiers Marks von der zweiten Schwadron des hiesigen Regiments gefunden, der sich aus der Kaserne h2imlich entfernt hatte. Ter Kürassier war aus dem Lazarett entlassen, in dem er sich wegen einer Verletzung an der Hand längere Zeit befunden hatte. Jedenfalls ist er von hier direkt m's Wasser gegangen. S t o l p. Kaufmann Max Freymuth von hier hat .sich im Zustande geistiger Ueberreizung mit einem Revolver in seiner Wohnung erschossen. Stralsund. Der Droschkenbesitzer Fr. Asmuß fuhr nach Prohn, um einen Fahrgast abzuholen. Er schlief auf dem Bock ein und verlor fo die Leitung der Pferde. Diese fuhren mit dem Wagen gegen einen Pfahl und Asmuß wurde so unglücklich in einen Graben geschleudert, daß er sich nicht helfen konnte und seinen Tod fand. - W o e d t k e. Einen traurigen Abschluß nahm die auf dem hiesigen Gu:e in der Schule veranstaltete Bescherrung. Zwei Lehrmädchen geriethen auf dem Rückwege von der Schule nach dem Gutshause in der DunkelheU iu den morastigen Teich des Parks. Während die eine gerettet werden konnte, fand die andere, Anna Baumann aus Zimmerhausen, die ihre Lehrzeit beendet und eine Stelle !n Kiel angenommen hatte, im Wasser ihren Tod. Azalien können aucy tm Jimm mit Erfolg kultivirt werden. Abgeblühte alte Azalien, ' die im nächsten Jahre wieder blühen sollen, müssen nach der Blüthe unter Berücksichtigung der Kronenform zurückgeschnitten und dann, unter Verwendung mäßig großer Töpfe, in sandige Heideerde verpflanzt werden.- Frost vertragen die Azalien nicht. Trockene Luft tödtet die Pflanze langsam, aber sicher. Dies muß durch Besprengen der' yrünen Blätter mittels des Zerstäubers verHindert werden. Nach der Winterblüthe müssen sie in's kühle Zimmer, aber nicht, um sie vertrocknen zu lassen, sondern um sie hier in einem größeren Topf umzusetzen und dann recht zu pflanzen. Aprelirnenicyalen sollten nicht achtlos weggeworfen werden; sie geben, wenn sie über Nacht im gefüllten Waschbecken liegen, ein ungemein aromatisches Waschwasser, das erfrischend auf die Haut wirkt. Die Schale einer Apfelsine genügt für einen Krug oder ein Waschbecken voll Wasser. Der liebliche Duft der ' Schale erfüllt das aan.e immtr.
Hit Schwester. Von I. Loemenberg.. Sie war um drei Jahre älter als er Als der Vater starb, waren sie beiU noch so jung, daß sie sich über das schöne Leichenbegängntß freuten. Und es that so gut, wenn die vielen fremden Menschen sie so mitleidsvoll anguckten und mit sanfter Stimme sagten: Arme Kinder'.- Freilich wußten die Kleinen noch nicht, was das zu bedeuten hatte. Von jene? Zeit an war die Mutter, die sonst so lustig lachen konnte, immer
traurig. Sie hatte auch keine Zeit , mehr, mit ihnen zu spielen, sie mußte ! arbeiten. Die Pension des Steuerbeamten war nur klein, so groß auch die ! Einkommen waren, die er 'berechnet hatte. Sie arbeitete daher Tag und Nacht. Und. als sie meinte, jetzt werde es ohne sie gehen, starb sie. Wieder kamen die vielen fremden Menschen ins Haus, und wieder sagten sie mit sanfter Stimme: Arme Kinder!" Und jetzt wußten sie, was das zu bedeuten hatte. Aber Franzchen ließ den Kopf nicht sinken. Sie war ja schon vierzehn Jahre alt und Ostern konfirmirt worden. Sie setzte es durch, daß man sie mit ihrem Heinz beisammen ließ, trat in alle Rechte und Pflichten der Mutter ein und besorgt den kleinen Hausstand gerade so, wie ihn die Mutter besorgt hatte. Tapfer hielt sie alles beisammen, vermuthete noch ein Zimmer an eine Lehrerin, strickte und stickte und nähte und bestellte selber den Garten hinter dem Hause. Trotz allem Abreden der klugen Leute ließ sie den Bru&r auch ferner aus dem Gymnasium. Unser Junge soll studiren", das hatte erst der Vater und dann die Mutter gesagt, und das sagte sie nun selbstmstänvlich auch: Unser Junge soll studiren." Und der Junge siudirte und sie mit ihm. Sie ließ sich -von ihm die Weltgeschichte erzählen - und die Gedichte vordeklamiren, sie ging mit ihm den Aufsatz durch und hörte ihm die latei Nischen und französischen Vokabeln ab. Als er aber ans Griechische kam, sagte sie nach kurzem Bemühen: Jetzt wird es zu schwer, dazu hab' ich keine Zeit. Nun hilf Dir selber." Und er half sich auch selber. Bald war er Primus der Klasse. Da wollte er schwächeren Schülern Nachhilfe geden, aber die Schwester duldete es nicht. Die hat's hoch im Kopf", spotteten die Leute, 'das hat sie vom Vater." Sie ertrug den Hohn geduldig und labte sich an der Freude, daß ihr Heinz während der ganzen Schulzeit seine rothen Backen behielt und immer der erste blieb. Und eh' die Leut' es sich versahen, hieß es: Störmers Heinz hat oas Abitur gemacht und das Mündliche ist ihm geschenkt worden." Das hat er der Schwester zu verdanken," setzte wohl einer hinzu, die hat ja nicht einmal gelitten.datz er Privatstunden gab." In der Muluszeit war die Schwester ausgelassen und lustig wie noch nie. Es war. als ob sie selber zur Universität gehen wollte und sich schon im voraus auf die fröhliche Burschenzeit freue. Sie fühlte nichts als Freude und Stolz über ihren Jungen, ihren Studenten. Nicht eine einzige Lehre gab sie ihm; das überließ sie dem Vormund. Und wenn der vor den Gefahren 'des Studentenlebens warnte, dann sagte ihr Blick nur: Mag er doch, er kommt schon durch! Bei seinem Abschied war sie so heiter und ruhig, daß er überhaupt nicht merkte, daß es ein Abschied war. Aber während er weiter fuhr in die schöne, weite Welt hinein und mit seinen Kommilitonen lustige Burschenlieder sang, saß sie daheim vor , seinen leeren Bücherbrett und weinte bitterlich. Heinz studirte viel und vielerlei. Zwei Semester Jura, ein Semester Nationalökonomie, dann Altphilologie, und zuletzt wandte er seine Neigung dem Vibliothekfache zu. Seine Wechsel kamen pünktlich und nicht zu karg bemessen. Meine Schwester ist ein Tausendsassa, wo sie das nur herbekommen mag?" dachte er und nahm alles fröhlichen und sorglosen Herzens hin. Daß sie nach und nach das kleine großvaterliche Erbtheil, das für ihre Mitgift bestimmt war, für ihn verwandte, brauchte er nicht zu wissen. Auch nicht, daß sie eines Tages einen Freier abgewiesen hatte, den Bruder der Lehrerin, die bei ihr wohnte: Erst muß der Junge versorgt sein!" und dafi blieb sie trotz allem Bitten und Werben. Es dauerte freilich noch einige Iahre, aber aus dem Studenten Störmer wurde ein Doktor Störmer und dann ein Hilfsbibliothekar an einer kleinen süddeutschen Universität. Nun war er versorgt.- Aber sie meinte, es schickt sich nicht, daß er in seiner Stellung bei anderen Leuten wohne, und wer konnte ihm den Haushalt besser führen als sie? Kurz entschlossen gab sie ihr Helm auf. um dem Bruder ein neues zu gründen. Bald hatte sie sich in seine Interessen hineingelebt, und die glückliche Jugendzeit fand eine fröhliche Fortsetzung. So vergingen einige schöne Jahre. Da wurde Heinz Oberbibliothekar, und nun konnte er sich die lanaersehnte große Ferienreise gestatten. Erst tvollte sie ihn bealeiten, aber da er ans seinem Wege verschiedene Univer.jitätsfteunde besuchen wollt, fürchtete
lie, lästig zu fallen und blieb zu Hause. Als ein andern kam er aus den Ferien zurück. Er, der Mittheilsame, wußte fast nichts zu erzählen. Zuweilen leuchtete es fröhlich in seinem Auge auf, aber dann zog es plötzlich wieder finster über sein Antlitz, und die Lippen preßten sich zusammen, als ob sie ein Geheimniß zu verbergen hätten. Am dritten Tage rückte er damit heraus: Fränzchen,' ich .habe mich derlobt!" Sie sah ihn mit starrem Auge an und wurde todtenbleich. Dann stürzte sie auf ihn zu und umhalste und küßte ihn mit leidenschaftlicher Gluth, als ob sie auf immer von ihm Abschied nehmen sollte. Vergebens wartete er auf ihren Glückwunsch; er war wohl mit dem Schluchzen erstick!, das sie krampfhaft niederzuwürgen suchte. Nun folgte eine arbeitsvolle Zeit für sie. Mit peinlicher Gewissenhaftigkeit besorgte sie seine Einrichtung, und als alles fertig war, erklärte sie ihm, daß nun ihre Aufgabe hier zu Ende sei und sie sich eine andere suchen wolle. Umsonst wollte er-sie überreden, bei ihm zu bleiben. Es thut nicht gut, wenn zwei Frauen .in einem Hause regieren," war ihre Antwort, und als er mit der jungen Frau von der Hochzeitsreise zurückkehrte, zog sie, die alte Jungfer, aus, um fern in der alten Heimath eine Stelle 'als Haushälterin anzunehmen. Alle zwei Jahre kam sie auf einige Tage zum Besuch, freute sich über die in gleicher Regelmäßigkeit kommenden Sprößlinge, drei prächtige Buben, sah aber auch mit bekümmertem'Vlicke, daß dem Bruder manches fehlte, was ihm bei der rechten Frau nicht hätte fehlen sollen. Aber sie sagte kein Wort. Eines Tages, der Kleinste war schon fünf Jahre alt, erhielt sie ein Telegramm. daß das ersehnte Töchterchen geboren sei, und einige Stunden spater kam eine zweite Nachricht, die Mutter sei gestorben. Unverzüglich reiste sie zu dem , Bruder, übernahm ohne weiteres die Pflege und Erziehung der 'Kinder, sowie alle Sorgen und Mühen des schweren Haushaltes. Das ging alles so ruhig, so leicht, fo selbstverständlich, daß der Bruder wie im Traume über die. schwere Zeit hinwegkam. Im bangte vor dem Erwachen. Was soll ich beginnen, wenn ich wieder allein bin?" Sie las ihm die Frage vom Antlitz: Heinz, wenn. Du mich behalten willst, bleibe ich bei Dir." Und Deine Stelle?" Habe ich längst aufgegeben." Er drückte ihr die Hand und ging schweigend in sein Zimmer. Und die Knaben wuchsen heran und zogen in die Welt, und das Mädchen wuchs heran und verheirathete sich an enem fremden Ort, und die beiden Alten blieben allein. Sie waren wieder ganz Bruder und Schwester, und doch wiederum nicht ganz Bruder und Schwester. Sie ergingen sich in den glückseligen Erinnerungen der Kindheit, und sie sprachen von ihren Kindern", von deren Plänen und Hoffnungen. Nun wieder ganz auf sich allein angewiesen, heraus aus dem bunten Sommcrtreiben der Welt, lernten sie erst sich recht kennen, thaten tiefe Blicke in die geheimsten Seelengründe des anderen, wie man im Herbst, wenn die Blätter schon fällen, weitere Ausblicke in den Wald gewinnt. Die Schwester war die Rüstigere. Sie las ihm vor, sie schrieb, was er diktirte, sie führte ihn. wenn sie spazieren gingen. Und wenn ein Fremder die beiden sah, wenn er bemerkte, wie das Mütterchen dem Greis das Halstuch zurechtrückte, ihn sorgsam die unebenen Wege führte, ihm ein Blümchen am Wege pflückte und in das Knopfloch steckte, und wie der Alte ihr mit zärtlich warmen Blicken dankte, dann dachte er wohl: Ein glückliches altes Paar, bei dem hat die Liebe für ein ganzes Leben vorgehalten, ein glückliches altes Paar! . .
Künstlerscherze. Nicht nur Architekten lassen ihrer Neigung zu Scherzen häufig freiea Lauf. Auch andere Künstler haben sich des Lstern ihre Scherze erlaubt, und namentlich Componistenscherze sind von jeher sehr beliebt gewesen. So hat einst der französische Tonkünstlec Jean Philippe Rameau. der 1764 als KammercomponistLudwigs XV. starb, die ganze Nummer einer holländischen Zeitung selbst mit ihren Zwiebel- und. Käseanzeigen in Scherzmusik gesetzt. Und von dem Deutschen Gustav Albert Lortzing. dem Componisten von Undine" und Waffenschmied", sieht ti fest, daß er einen Walzer compomrt hat. worin die Trompete jenen eigenartigen Ruf der alten Frauen in Leipzig, mit dem diese ihre warmen, weechen Brezeln" unermüdlich ausboten, täuschend nachahmte. , MSilbersachen kann man Zehr gut reinigen, ohne viel zu putzen, wenn, man sie in saure Milch legt und einige Zeit darin liegen läßt. Dann wäscht man sie in' sehr heißem Seifenwasser, dem etwas Ammonia zugesetzt 'wurde, spült sie mit reinem, heißem Wasser und trocknet mit weichen Tüchern nach. Das Silber erhält dadurch einen brilkanten Glanz. In den Schrank, wo S.illxrsachen aufbewabrt werden, legt man cw islua ampser, woourch verhindert wird,, daß das Silber schwarz und fleckig wird.
