Indiana Tribüne, Volume 29, Number 161, Indianapolis, Marion County, 2 March 1906 — Page 5
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Der tüdjliQflc Cicutcirauf. Tjumcrcslif 33.t Jrcüjrrm v. Schlicht.
Guten Morgen!" Guten Morgen, Herr Oberst!" Der 3!egimentadju!ant, der in dem Ameau bei der Arbeit sß, hatte das Eintreten des Kommandeurs überhört und sprang nun schnell von seinen: Stuhl aus, um seinem Chef" die pflichtschuldige Verbeugung zu machen und ihm bei dem Ausziehen des Paletots zu helfen. Aber der Herr Oberst lehnte dankend ab: Bitte, bitte, lassen Sie sich nicht stören, machen Sie nur ruhig weiter. Ist etlras Äesonderes vorgekommen?" Nein, Herr Oberst, nur unwichtige Sä'reiben." Tcr Adjutant hatte seinen Plalz wieder eingenommen und wartete darauf, dajz der Kommandeur sich ebenfalls an seinen Schreibtisch setzen sollte, damit er ihm einige Unterschuß ten vorlegen könnte. Aber das geschah nicht. Der Herr Oberst trat an's Fenster, sah auf hen Kasernenhof hinunter und trommelte mit den Fingern auf das Fensterbrett. Neugierig las der Adjutant in den Mienen seines Vorgesetzten ; da mußte irgend etwas nicht in Ordnung sein, der Herr Oberst war schlechter Laune, das war klar wer täglich mit einem Anderen zusammenarbeitet, weiß bald, was bei dem eine jede Bewegung zu bedeuten hat. Tag Trommeln auf dem Tisch bedeutete nichts Gutes es war das das zweithöchste Stadium oberstlicher Erregung, das höchste Stadium war, wenn der Kommandeur pfiff dann machte sich der Adjutant stets so schnell wie möglich dünne und hatte plötzlich nothwendig mit dem im Nebenzimmer sitzenden Schreiber zu thun. Ah, da ist er ja," sagte in diesem Augenblick der Kommandeur. Wer?" wollte der Adjutant unwill. kürlich fragen, aber zur rechten Zeit schluckte er daö Wort noch hinunter, denn Untergebene dürfen nie fragen, sondern sich nur fragen lassen. Und jetzt pfiff der Herr Oberst. Mit einem Aktenbündel verschwand der Adjutant im Nebenzimmer, um erst nach einigen Minuten zurückzukeh ren. . Der Herr Oberst pfiff noch. Abermals verschwand der Adjutant und dieses Mal blieb er ungefähr fünf Minuten fort. Endlich trat er wieder ein. Der Herr Oberst pfiff immer noch. Ta gab der Adjutant das Verschwin den auf, setzte sich an seinen Platz und wartete der Dinge, die da kommen wurden. Lorher aber warf er noch einen neu gierigen Älick auf den Kasernenhof. Der wimmelte von Rekruten, UnterOffizieren, Offizieren, Hauptleuten undStabsosslueren. Wer war er,- von dem der Herr Oberst gesprochen hatte wer hatte ihn zu diesem selfcn-olo veranlaßt? Der Adjutant mit seinem Unterthanvcrstande wute eS nicht, und das war sehr traurig, denn ein Adjutant muzz Alles wissen. Der Herr Oberst trat an den Schrank, in dem die geheimen Akten liegen, schloß denselben auf und entnahm ihm ein Aktenbündel. Personal!," las der Adjutant auf dem Umschlag; Personal! heißt auf gut deutsch die Kondulte" das be deutete nichts Gutes. ' Endlich schien der Herr Oberst den gesunden zu haben, den er suchte, aus merksam las er den QualifikationSbericht, schüttelte den Kopf, stieß ein verächtliches Pah" hervor und pfiff wieder ein gar lustig vteö.. Dem Adjutanten wurde unheimlich zu Muthe. Bitte, schicken Sie doch die Ordon nan; auf den Kasernenhof hinunter. ich wünsche den Lieutenant von Pelow sofort hier auf dem Bureau zu sprechen. Nanu, was hat denn der verbrochen?" dachte der Adjutant, sprach dann sein: Zu Befehl, Herr Oberst" und ging, um die Ordonnanz zu lnstrrnren. ' Einen Augenblick später stand der Gerufene vor dem Kommandeur. Diskret wollte sich der Adjutant zu rückziehen. Bitte, bleiben Sie nur, ich habe mit dem Herrn Lieutenant keine Ge heimnisse zu besprechen." Der Herr Oberst ging mit großen Schritten im Zimmer auf und ab, und der arme Lieutenant von Pelow, der ln seiner ganzen männlichen Schönheit hochaufgenchtet in tadellosester, stram mer Haltung dastand, schielte heimlich nach dem Adjutanten hinüber, um Aus klärung zu erbitten. Der aber zuckte nur mit den Achseln. Zwar heiße ich nicht Hase, doch weiß ich von Nichts.' Endlich blieb der Kommandeur vor dem Schlachtopfer stehen und sagte mit donnernder Stimme: Sie also sind der tüchtigste Lieutenant meines Reg: i?t?" Verwundert blickte Herr von Pelow seinen Borgesetzten an, der höhnisch ZI Ji . . . fr c uusluqie: ie wunoern lim oaruoerr Das freut mich, denn auch ich habe Mich darüber gewundert, als ich dieses Urtheil über Sie in der mir von mei nem Herrn Vorgänger hinterlasseuen Kondurte las' 'Ich selbst kenne Sie ja noch zu wenig, ich habe das Regt ment noch zu kurze Zeit, um. ein festtteyendes urtheil über Sie zu kabm. Das aber kann ich Ihnen sagen: Von meinem tüchtigsten Lieutenant erwarte ich andere Leistungen, als ich sie gestern
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lcgenheit hatte." Dunkelroth färbten sich die Wangen des Offiziers; allmalig begann es ihm klar zu werden, warum augenblicklich statt seiner der Haupimann unten auf dem Kasernenhof die 'Nekiuten exerzirte. Sie sollten sich schämen, Herr Lieutenant." Weißt Du denn so genau, daß ich das nicht schon thue," dachte der Licutc nant im Stillen, roth bin ich doch schon und röther als roth kann doch selbst ein Rothkehlchen nicht werden, geschweige denn ein Lieutenant," laut aber sagte der Lieutenant gar nichts. Das ist nicht zuweilen, sondern fast immer die beste Antwort, die man als Untergebener seinen Vorgesetzten geben kann. Wie kommen Sie dazu, nuf offener traße in voller Uniform ein Mädchen zu küssen? Ich bitte um Antwort.T?sr:?m IftfTcn sich die pniihon? Ist cs ?iflf, ist es 5rc;t!rtjd)a;t? So ähnlich hat ja schon der Kate? Hiddigeigei über diese ernste Frage mcditirt und Hiddigeigei war klug, viel klüger als der arme Lieutenant, der vergebens über eine Antwort nachsann, die er schließlich auch iu diesem Falle schuldig blieb eö war a auch dicht vor dem Ersten. Davon, dan ie mich gestern Abend nicht begrüßt haben, will ich gar nicht sprechen, obgleich es nicht nur mein Recht, sondern auch meine Pflicht ist, von Ihnen einen Gruß zu verlangen Sie hätten mich erkennen können, denn Sie standen unter der hellbrennenden Laterne. Das hätten sie aber als tüchtigster Lieutenant des Regiments eigentlich wissen können, daß man sich in solchen Situationen, wie die, in der Sie sich befanden, nicht gerade nnter einen Kronleuchter stellt. Nicht wahr, oder ist das zu viel verlangt?" Dieier Kronleuchter" war nun eine ganz gewaltige militärische Hyperbel, denn, dem Ausgclsen nahe, hätte eine schwache Gasflamme im Abendwinde gezittert ; trotzdem stimmte der Herr Lieutenant seinem Kommandeur bei: geeignet war der Platz gerade nicht gewesen. Und nicht einmal betrunken waren le, fuhr der v)crr vcrn fort, wenigstens habe ich Ihnen nicht das Geringste angemerkt und mich außerdem im Kasino durch einen Einblick in Ihr Tischbuch davon überzeugt, . dav ie gestern Mittag nur eine halbe Flasche Mosel getrunken haben. Davon pflegen erwachsene Menschen in der Regel nicht benommen zu werdenoder können Sie keinen Wein vertragen?" Zu Befehl, Herr Oberst." Trotz des Ernstes der Situation konnte der Lieutenant ein leises Lächeln nicht unterdrücken, zumal ihm in diesem Augenblick der Adjutant einen ver ständnißinnigen Blick zuwarf: Beide gedachten einer vor Kurzem stattgehab ten langen und schweren Sitzung. Wer war denn, die Dame, die Sie gestern in Ihre Arme schlössen? Ken ncn Sie dieselbe?" Es lag ein unendlich wegwerfender Ton in dem Ausdruck, mit dem der Herr Oberst daö Wort Dame" sprach. Das reizte den Offizier. Ich bitte seh? um Verzeihung, Herr Oberst, eö ist keine Dame. Das klang sehr kurz und energisch. trotzdem lachte der Herr Oberst spöt tisch auf: Gewiß, gewiß, was man leichthin ,Dame' nennt wohl gar Ihr sogenanntes Fräulein Braut? Was? Zu Befehl, Herr Oberst, meine Braut, meine wirkliche Braut. Der Mensch kann viel vertragen. ehe er in Ohnmacht fällt, sonst hätten in diesem Augenblick alle Drei aus der Erde gelegen. Der Herr Oberst, sein Adjutant und Lieutenant von Pelow Der Kommandeur war starr, daß er nichts von der Verlobung seines Unter thans wußte, der Adjutant ließ vor Verwunderung die Feder fallen am erstauntesten von Allen aber war der gute Lieutenant selbst über seine Ver lobung, von der er bis zu diesem Augen blick gar nichts gewußt hatte. Aber das ist mir ja. ganz neu sagte schließlich der Herr Oberst, davon haben Sie mir a noch gar keine Mit theilung gemacht!" Zu Befehl, Herr Oberst, die Sache ist auch vorläufig noch geheim aus Gründen, die anzuführen ich mir zu erlassen bitte, haben wir an eine Ver?fsentl,chung noch nicht denken können. tch hoffe, daß dies aber in den nächsten Wochen möglich sein wird. Ich bitte ganz gehorsamst, bis dahin über meine Worte geneigtest Stillschweigen be wahren zu wollen." Da'3 ist ja ganz selbstverständlich nun, dann Nimmt die ganze Angelegen heit ja ein völlig anderes Gesicht an, bann steht es mir natürlich nicht zu, Ihr Verhallen zu kritisiren. Den Rath mochte ich Ihnen als älterer Ka merad denn doch geben: stellen' Sie sich nie wieder unter die Gasflamme. wenn Sie wollen, daß die Verlobung . r. 0 - vorläufig nom geneim vlelven soll. Nun, dann danke ich Ihnen sehr. Wenige Minuten später meldete Lieutenant von Pelow sich wieder zur T- i - f - m lene. .Nun, was wollte der Oberst denn von Hnen.''- fragte neugierig der haupimann. 'ie yaven doch Hossent lich nichts angefressen?'.Aber, Herr Hauptmann!" . Das klang so vorwurfsvoll, daß der Häuptling sich beeikle, seine Worte zurückzunehmen. Nun ja, seien Sie nur nicht böse, ich meime ja nur Sie
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dem mau vor'Thorheiten sicher ist, aber unser Jüngster wissen Sie, der macht nichts wie Dummheiten, den sollten Sie nur etwas in die Lehre nehmen." Ach, uud dabei war der tüchtigste Lieutenant" augenblicklich der größte Sündenbock im Regiment. Gestern Nachmittag, als er aus dem Kasino gekommen war, hatte er seine Schritte noch nicht gleich nach Hauö gelenkt, sondern halte einen Kameraden besucht, der mit einem schlimmen Fuß krank darnieder lag. In fröhlicher Gesellschaft war da stark gezecht worden, sehr stark, und alö der gute Pelow. der gar manchen Tropfen vertragen konnte, sich endlich auf den Heimweg machte, war er in der seligsten, ausgelassensten Stimmung ge wesen und heiter hatte er vor ui) d:e schöne Melodie hergebrummt: Das kommt vom Sekt, der macht so heiter." Da war ihm seiner Wirthin holdes Töchterchen begegnet, jung und hübsch. Drei Jahrs wohnte er nun schon in demselben Hause. Es hatte sich allmälig ein freundschaftliches Verhältniß zwischen ihnen entsponnen und eingedenk des Wortes: Einen Kuß in Ehren kann Niemand verwehren," hatte er ihr zuweilen an hohen Festoder Feiertagen einen unschuldigen Kuß aus die frischen Lippen gedruckt. Er hatte Röschen gestern angesprochen und auf seine Bitte hin war sie ein paar Schritte mit ihm gegangen, nur ein paar Schritte, dann hatte sie umkehren wollen, er aber hatte wider sprechen und dann endlich erklärt: Nun, wenn es sein iiiup, kann ich Sie natürlich nicht länger aufhalten. vorher aber, Röschen, einen Kuß." Und ehe sie es hatte verhindern können, hatte er sie in die Arme geschlossen, mit der Linken ihr Gesicht zu sich emporgehoben und ihr nicht einen, sondern schnell mehrere Küsse gegeben. Die Strafe war ganz leer gewesen Beide hatten sich hinterher ängstlich umgesehen lein Mensch war in der Nähe. Und dennoch war der Herr Oberst vorbeigegangen. Nun san er schön drin rn der Tinte. Er hatte sich in der Unterredung über seinen Kommandeur und dessen spöttisches, höhnisches Wesen geärgert und schließlich hatte er sich als verlobt ausgegeben, clrne eö zu sein. Ganz osfen und ehrlich aber war der gute Pelow doch nicht, sich selbst gegenüber, wenn er sich vorlog, er hätte daö nur aus Wuth und Zorn über den Kommandeur, von diesem gereizt, gethan. Ach nein. Pelow wußte, daß er den 3!uf eines hervorragend tüchtigen, soliden Offiziers, der er auch wirklich war, b:faß, und auf diesen Ruf war er so stolz, wie nur immer ein Mensch auf sein Renommee sein kann, er hütete und pflegte es und sorgte dafür, daß kein Fleck den hellen Schein trübe. Und nun sollte dieser Knß ihm den Nimbus der Tüchtigkeit" rauben? Nie und nimmermehr. Sollte er sich bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit und der letzteren gibt es mehr als der ersteren sagen lassen, daß er in keiner Art und Weise die Hoffnungen erfüllt habe, die man in ihn gesetzt, und ähnliche schöne Redensarten mehr? Daö gab es nicht. So hatte er gelogen, um für den ersten Augenblick groß und rein dazustehen, und der Neid mußte eö ihm lassen, er hatte sich mit Anstand und Geschick aus der Patsche gezogen. Nun aber kam der Tragödie zweiter und letzter Theil, und nicht nur beim Faust" ist der zweite Theil nicht der leichteste." An demselben Abend saß Lieutenant von Pelow einsam in seinem Zimmer und dachte ernsthaft über sich und seine Zukunft nach. Was sollte aus der Geschichte werden? Er mußte sich verloben, das war ja klar, zu übereilen brauchte er den Schritt nicht, denn er halte ja davon gesprochen, daß in den nächsten Wochen die Angelegenheit zur Entscheidung kommen würde. Die nächsten Wochen" sind ein sehr dehnbarer Begriff, aber einmal mußten auch sie ein Ende nehmen. - Was dann, wenn er bis dahin keine Braut hatte? Dann war er blamirt, und blamiren darf sich der tüchtigste Lieutenant des Regiments nicht. Also auf zur Braulschau, das war das Resultat mehrstündigen Nachdenkens. Was man thut, soll man ordentlich thun," sagte schon Agamemnon auf einem Nachmittag-Spaziergang zu seiner Frau, und der gute Lieutenant nahm dies Wort fortan noch mehr als sonst zur'goldenen Lebensrege!. Aber eine Braut fand er deshalb doch nicht, er gab sich auf den zahllosen Bällen und Gesellschaften die größte Mühe,' er war die Liebenswürdigkeit selbst, er tanzte für Sechs und verschenkte Kotillon-BouketS für Zwölf,' er war unermüdlich für Achtzehn und machte den Hof für Vierundzwanzig. . Aber es half AlleS nichts, bei keinem der jungen Mädchen glaubte er auch nur eine Spur von Interesse für sich entdecken zu können, und sein eigenes Herz war, wohl weil er sich zu Vielen auf ein Mal gewidmet und daher 'Keine näher, kennen gelernt hatte, kalt und gefühllos geblieben. . Mit dem Verloben war eö nichts, und nach einer durchwachten Nacht faßte, der tüchtigste Lieutenant einen wahrhaft männlichen Entschluß, den er am nächsten Mittag zur Ausführung brachte. Pünktlich um zwölf Uhr ließ er sieb
tm R?gimentsvureau bei dem Herrn Oberst melden. Huldvollst empfing ihn dieser, denn in der Zwischenzeit hatte er sich eingehend nach ihm erkundigt und überall nur das Beste von ihm gehört. Nun, wie stehen Ihre. Sachen, mein Lieber? Darf ich Ihnen gratuliren?" Herr von Pelow legte sein Gesicht ta tief ernste Falten. Ich komme, um dem Herrn Oberst zu melden, dff theils aus pekuniären, theils aus anderen Gründen meine Verlobung zurückgegangen ist." .Das thut mir aber aufrichtig leid, mein Lieber, ich hätte gerade Ihnen, meinem tüchtigsten Offizier, von ganzem Herzen alles Glück gewünscht." .Der , Her? Oberst sind sehr gütig, der Herr Oberst werden es begreiflich finden, daß ich gerne für einige Zeit von hier fort möchte, und ich möchte eben den Herrn Oberst ganz gehorsamst bitten, wenn demnächst vielleicht einmal ein Kommando frei weiden sollte, meiner freundlichst gedenken zu wollen. .Aber gewiß, ganz selbstverständlich, ich werde mir die Sache nachher überlegen, ich hoffe bestimmt, schon in der allernächsten Zeit Ihren Wunsch, den ich vollständig begreiflich finde, erfüllen zu können."
Vierzehn Tage später war Lieutenant von Pelow auf bxei Jahre zu den technischen Instituten in Spandau kommandirt.' Spandau liegt dicht bei Berlin, und Berlin ist ein schönes Städtchen. Am Tage vor seiner Abreise gab Pelow in lustigem Kameradenkreise die wahre Geschichte zum Besten, er hatte doch ein etwas schuldbeladenes Gewissen. Alle schwuren strengste Diskretion, dennoch erfuhr sie eines Tages der Herr Oberst. Zuerst wollte er zornig werden, dann aber lachte er laut auf: Daß Pelow mein tüchtig' ster Offizier war, habe ich ja gewußt, für so tüchtig hätte ich ihn aber doch nicht gehalten ; das soll ihm erst 'mal einer nachmachen. Eine Lehre will ich mir aber doch daraus ziehen: Nie werde ich mich darum kümmern, wenn meine Lieutenants küssen." Und daß der Herr Oberst hielt, was er versprochen daran war der tüchtigste Lieutenant" schuld. Dir Franzolkn auf dem Uuckmgk. , , i Der Schriftsteller Heinrich König betrachtete den Rückzug der Franzosen nach der Schlacht bei Leipzig vom Frauenberge bei Fulda aus: Husaren ohne Pferde, Fußgänger ohne-Schuhe wandelten und hinkten durcheinander fort. Jene tragen am Pallasche ein Vündelchen, diese auf dem Rücken einen welken Tornister. Die Waffengattungen, die Regimentsfarben haben sich vermischt. Angst und Hunger mal ten sich auf allen Gesichtern. Einer um den Anderen hat schon seine Uni form mit einem Bauernwams vertauscht. Einzelne tragen ein Tuch um den Kopf gewunden, etliche den Arm in den Binden. Der Tambour hat seine Trommel weggeworfen :keln Wunder, daK oie Mannschaft nicht im Schritt ist, det rüstigste Fußgänger ist der vorderste Mann. Am Abend drängt sich die Hauptmasse deö geschlagenen Feindes durch die Strafen von ulöa. man stolpert im Dunkel über Erkrankte und Sterbende oder rennt .herrenlose, abgemagerte Gäule um. Fluch und Zuruf aus allen Ecken: Hilferuf der Bürger gellt dazwischen, Wimmern der Erschöpften tönt in den stilleren Zwischenpausen. Erst nach Mitternacht finden wir ungestörten Schlaf. Am Morgen weckt uns ein Schuß auf der Straße. Die Nachbarn haben einen-plündern-den Franzosen vertrieben, der Wüthende schießt im Zorn zurück. Aber nun stürzen die Bürger ihm nach : er rennt die Gasse entlang, dem Waffenplatze zu. Im Laufe deö Tages brachen, wäh rend die Hauptarmee durch die Stadt zieht, einzelne Rotten in unsere ent legenen Gassen ein, um zu plündettu Ein junger, hübscher Offizier dringt mit gezücktem Degen in die Häuser, reißt die Plündernden heraus und schlägt blindlings auf sie ein. Sie wehren sich nickt, aber sie kehren immer wieder zum Plündern zurück. t Der Offizier geberdet sich wie ein' Verzweifelnder über die Schmach und Un- . .? gebunoenhett der Kompagnie, cie seinem Wort und seinem Äegen nicht niehr gehorcht. Ich sehe von Weitem seine heftigen Bewegungen, aber die Worte verschlingt daö unaufhörliche Tosen des kriegerischen Sturmes. Wohin man blickt, fallen ungewöhn liche Auftritte vor. Szenen eines großen Schauspiels, das man nicht übersehen, dessen Zusammenhang man nicht finden kann."' SißvcrstadkNks Leiden. Dame: Meine Nerven sind in letzter Zeit miserabel, Herr Doktor, und das Gehen fällt mir von Tag zu Tag schwerer, meinen Sie nicht, daß ich bei Zeiten etwas dagegen thun müßte?" Doktor: Allerdings, ich' werde Ihnen halt einen Aadausenthalt verordnen" Dame: Bitte, thäte eö nicht auch gn Velociped?" Im Juni soll in Paris cilre Konferenz deutscher,- englischer, franzosischer und italienischer Vertre. ter zur Ausarbeitung des endgültigen Neformprogramms für den Kongo staat und zur Regelung der Frage der Handelsfreiheit abgehalten werden. i' :
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