Indiana Tribüne, Volume 29, Number 161, Indianapolis, Marion County, 2 March 1906 — Page 3
Jndiana Tibüne, 2. März 1906.
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Die
Für eine Vereinbarung
zu mehren.
Neue Handelsverträge Oesterreich'Ungarns in Kraft. 8500,000 für eine
Hamburger Universität.' Lage der deuttchen Arbeiter gebeüert. Der Aufnlhr zu Nanchang. Diesjährige Kaisermanöver in Schlesien.
Spanien. Konferenz. Algeciras, 1. Mä.rz. Die Verhandlungen der Konferenz sind in den letzten 43 Stunden nicht sortgeschritten, im Gegentheil ist ein neues Hinderniß ausgetaucht. Deutschland wünscht, daß daZ diplomalische KorpS zu Tanger die Aussicht über die Staatsbank führe damit die Benutzung derselben für französische Zwecke verhütet werde. Die Franzosen opponiren dem Plane. Sie behaupten, daß Deutschland Haupt. sächlich darauf ausgehe, den Einfluß Frankreichs in Marokko zu schwachen. Die Delegaten sind auf eine Ver. längerung der Konferenz bis Ende März gefaßt. Oesterreich'Ungarn. Neue Handelsverträge. W i e n, 1. März. Die neuen Handelsvertrüge Oesterreich'Ungarns mit Deutschland, Italien, Rußland und Belgien treten heute in Kraft. Die Vertrüge bezwecken sowohl den lndu ftriellen wie den landwirtschaftlichen Produkten der Monarchie größeren Schutz zu gewähren. Die Bcsriedigung über den Abschluß derselben ift allgemein, doch behaupten Manche, daß die Kosten des Lebensunterhaltes mehr erhöht werden, als der Verdienst. Man nimmt als sicher an, daß die Verträge Oesterreich Ungarn zusammenhalten werden, wenigstens ökonomisch. Die Vertrüge haben nicht dem ungarischen Parlamente vorgelegen, sie wurden ein fach von den Ministern als nothwendige StaatSgeschäfte unterzeichnet. Der Straßenverkauf von Zeitungen ist verboten; ein früherer Deputirter der eine Rede in einem Club hielt, wurde wegen Hochverraths verhaftet. Neues Serum. Wien. 1. März. Das therapeu tische Institut kündigt die Entdeckung eines Serums an, welches Dyssenterie mildert. Das Serum wird von Pferden ge Wonnen und den Vatienten unter die Haut gespritzt. Deutschland. Für Hamburger Uni v e r s i t ü t. Hamburg, 1. März. Alfred Veit, der bekannte Londoner Kaufmann, der in Hamburg geboren ist, bat 8500,000 gestiftet, um hier eine Universität zu gründen. Besserung der Lage der deutschen Arbeiter. Berlin, 1. März. Der so. zialistische Führer Calwer veröffentlicht einen Bericht für das Wirthfchkftsjahr 1905, welcher weiteste Beachtung sinden dürfte. Er legt auf Grund des ge fammten Materials an Daten und Ziffern dar, daß ein allgemeines Stei gen der Arbeitslöhne in Deutschland stattgefunden und die Lage der Arbei ter eine Besserung erfahren hat. ttaisermanöverfest gesetzt. Berlin. 1. März. Hinsichtlich der Kaisermanöver, welche im Sep. tember in Schlesien stattfinden werden. ist eine bestimmte Verfügung getroffen. Das dritte (brandenburgische) und fünfte iniederschlesisch.posensche) Ar meekorps werden dem sechsten (schlesi schen) und Theilen des zwölften (1. sächsischen) Armeekorps gegenüberstehen. Professor Pickering geehrt. Berlin. 1. März. Die hiesige Akademie der Wissenschaften, hat den Direktor der Sternwarte der Harvard Universität in Cambridge, Professor Edward Charles Pickering, zum korrefpondirenden Mitglied gewählt. Kriegsfurcht in Frank-' reich. Berlin, 1. März. Der Crnv fectlonalr", das Haupt Organ für Schnittwaaren, sagt heute: Die deutschen Firmm beklagen sich bitter über schlechte Geschäfte in Frank reich. Geschäftsreisende stob in Folge der Politik nicht im Stande Aufträge zu erlangen.
mdernisse
scheinen sich zn Algeciras Vertreter eines wohlbekannten Ber liner Hauses, die seit 20 Jahren im südlichen Frankreich reisten, haben trotz der freundlichen Beziehungen, die zaischen ihnen und den Kunden bestehen, keine'Austräge erlangt. Die französischen Kaufleute sagen. eS sei nicht klug, kurz' vor dem Ausbruche eines Krieges Waaren aufzuspeichern. Handelsprovisorium mit Amerika. Berlin, . Mürz. Der Reichs Anzeiger" veröffentlicht beute das Gesetz, welches die provisorische Handels' Vereinbarung mit den Ver. Staaten umsaßt, und den Beschluß des Bunde? ratheS, durch welchen den Ver. Staaten bis auf Weiteres die Zollsätze der an deren Vertragsländer bewilligt werden. Die neue Ordnung der Dinge tritt am ersten März in Kraft, an welchem Tage der neue Zolltarif Rechtsgültig' keit erlangt. Professor Sombart berufen. Berlin, 1. März. Der Na tionalökonom Werner Sombart, Professor der Staatswissenschaften an der Universität Breslau, hat eine Professur an der neuen hiesigengandelShochschule, welche von der Korporation der Aelte ften der Berliner Kaufmannschaft ge gründet worden ist, angenommen. Die Lehranstalt wird übrigens erst im Oktober eröffnet. Als ihr erster Rektor hat bekanntlich unlängst Pro fessor Dr. Jaftrow die ministerielle Be ftätigung erhalten. Rubland. Beamte bestraft. Charkow, 1. März. Der Chef der Polizei und der der Gendarmerie wurden wegen Mißhandlung politischer Gefangener zu je einem Monat Gefüng niß verurtheilt. Verschwörer zum Tod ver urtheilt. M i n S k, 1. Mürz, Anna Jzmal. lovich und Iwan Kulikoff, die Häupter einer Verschwörung zur Ermordung deS Gouverneurs, Präfekten und anderer Beamten wurden vom Militärgerichte zum Tode verurtheilt, obgleich das Attentat mißglückt war. ES wurde bei demselben eine Bombe geschleudert und vier Schüsse abgefeuert. Anna Jzmailovich isi die Tochter eines bekannten Generals. Banditen gefangen, s e l u n g k o r s. Finland. 1. März. Zwei der Banditen, welche die hiesige Staatsbank plünderten, wurden zu TammeröforS dingfestgemacht, nach dem sie noch 4 Leute erschossen hatten. WollenBahnenkaufen. S t.PeterSb urg. 1. März. Um das Land aus feinen finanziellen Schwierigkeiten zu befreien hat eine Gruppe von Russen, die ausländische Beziehungen haben, dem Kabinette vorgeschlagen, die Reglerungsbahnen sür S750.000.000 zu übernehmen und sie unter ausländischer Leitung privat zu deneiben. Die Regierung hat den Plan bis jetzt abgelehnt. Finanzmlnifter Schipoff sagt. Rußland sei noch nicht zu solch extremen Schritten getrieben. Die Bahnen werden bis jetzt mit Verlust betrieben, aber die Freunde je neS Planes glauben, unter geeigneter Leitung wurden sie sich bezahlen. Raub. Epidemie. St. Petersburg. 1. März Das Zentralkomite der sozialen Revo lutlonäre beftreitet in einer Erklärung daß die Partei in irgendeiner Weise für die zahlreichen Räubereien verantwort lich sei, die im ganzen Reiche vorkom men. DaS Komite behauptet, es sei gegen die gewaltsame Wegnahme von Privateigenthum zu revolutionären Zweckm. Arabien. Grenzverletzung. Kairo, I.März. Die türkischen Truppen haben Tabah noch nicht ge räumt, welches angeblich ägyptisches Gebiet ist.
China.
Der Aufruhr zu Nanchang. Shanghai. 1. März. Fol gender Bericht über den Angriff auf auslanotge Mljftonare zu Nanchang einer Stadt von 1.000.000 Einwoh. nern, ist hier eingelaufen: Fünfzehn methodische, 12 englische protestantische und 14 französische katb Iische Missionare befanden sich letzten Donnerstag Abend in der Stadt, als die französtscken Missionar tmn V I " - ) jfw Streit mit einem Beamten bezüglich eines Prozesses über Grundeigenthum hatten. Groke Aukrecuna berrickte am Freitag. Am Samstag wurde eine Massenver. fammlung abgehalten und am Sonn tag kam es zu einem Aufruhre, bei dem das Anwesen der französischen Missionäre niedergebrannt wurde. Die Protestanten suchten in dem anstoßen den Hause eines Herrn Kingman Zu. flucht. DsS Haus wurde derbrannt. 6 Priester und 2 Mitglieder der King. manFamilie wurden getö'dtet. Der chinesische Gouverneur versuchte dem Wüthen der Menge Einhalt zu thun und die Missionäre zu retten. Die Männer von der Methodisten Mission brachten mit Hilfe chinesischer Soldaten ihre Schulmädchen nach chine fischen Familien und holten Frl. Hoyt und Kahn von einem Hospital. Alle flüchteten auf einem großen Boote, das von chinesischen Beamten geliefert worden war. mitten auf den Strom. Das Boot wartete, bis chine sische Soldaten am Montag bei TageS andruch die übrigen Missionäre brach ten, und erreichte am Dienstag Kiu. kiang. Unterwegs starb das verwun bete Töchterchen Kingman'S. Chinesen hätten während der 12 ständigen Fahrt den Fluß hinab dem Boote den Weg verlegen können, aber sie zeigten sich freundlich. Der Metho dift Quirmbach blieb zu Nanchang, um auf daL Eigenthum zu achten. Er steht unter dem Schutze des"Gouver neurS und ist wahrscheinlich sicher. LewiS telegraphirte am Sonntag demGeneralconsul RogerS nach Shang Hai und warnte ihn; am Montag theilte er die Ereignisse telegraphisch Bischof Bashford mit. Capltain Fletcher, welcher die ame rikanischen Schiffe commandirt, war über die Lage aller Missionen im VangtseThale unterrichtet. Er beor derte das Kanonenboot El Cano" nach Kiukiang, um die Flüchtlinge zu schützen. Die Ursache deS AusrudrS war lo kal. Die französischen Missionäre sind ernstlich zu tadeln. Auch Chinesen, welche den Missionären freundlich ge sinnt sind, sind dagegen, daß dieselben Cioilümter bekleiden. Grokbritannien. Missionäre anmaßend. L o n d o n, 1. März. Der TimeS. Korrespondent in Shanghai vermag mitzutheileu. daß die Einmischung der Missionare in die chinesische Lokal Politik und die Beschützung eingebore. ner Konvertiten eine der Hauptursach n für die fremdmfeindlkche Stimmung unter den chinesischen Beamten bildet. Die Nanchang'Affaire werde zweifellos die gegenseitige Erbitterung schüren. Nach Berichten der einheimischen Presse gab der Angriff ans einen Mag!' ftrat in Nanchang am letzten Donnerstag den Anlaß zu dem Massacre. Der Magistrat soll von einem Priester durch eine Stichwunde verletzt worden sein, als er Gast war bei einem Diner, um mit den Priestern über einige von Konvertiten erhobene Ent. schädigungsansprüche zu verhandeln. Der verwundete Magistrat soll durch' die weitgehenden Forderungen der Missionäre derart in Wuth versetzt worden sein, daß er sich mit eigener Hand die Kehle durchschnitt. Frankreich. Caftellane. Schlamassel. Paris, 11. März. Ein Geld verleibe? stellte im Äivilgerichte den An trag, die SauSbaltungSgegenftände in der Wohnung deS Grafen Castellane als Deckung für ein Dahrlehen mit Be fchlaa u bel'aen. Die Anwälte der Gräfin machten geltend, daß die Einrichtung ihr per fönlicheS Eigenthum sei. Die Entscheidung ist noch nicht ge. M. Brasilien. NeuerPräsident. R i o d e I a n a i r o. 1. März. Dr. Alsonfo Moraira Penna, Vize Präsident der Nepudlik, wurde heute zum Präsidenten gewählt.
AuS den Moskauer Revolution Tagen . erzählt ein unschuldig Arretirter über seine Erlebnisse folgendes: Während mich Soldaten durch die Straßen führten, wurde ich vor den Blicken aller Vorübergehenden ununterbrochen mit Nagaikenhieben traktirt. Als ich endlich in das sogenannte Gefängniß, eine Rahmenfabrik bei der Gorbatibrücke, eintraf, fand ich dort schon eine ganze Anzahl Verhafteter vor: einen Studenten Moiffejew (sein Bruder war tags zuvor erschossen), einen Einjährig-Freiwilligen vom Pernowschen Regiment in Civil, Filaretow, einen Deputaten der Fabrik
Schtscherbakow, zwei Studenten, einen jüdischn Zahnarzt, einige Arbeiter u. s. w. Keiner dürfte mit dem andern ein Gespräch beginnen, die Soldaten drohten, von den Bajonetten Gebrauch zu maen. Bei furchtbarer Kalte legte wir uns hungrig zur Nacht auf die kahle Diele nieder. Morgens um 4 Uhr trat ein Offizier ein: Vorwärts. aufstehen! Moiffejew. bitte." Aus den Fenstern konnten wir den Hof überblicken, der infolge der Feuersbrunst ' eines Nebenhauses erhellt war.' Eine Salve ertönte Moiffejew war nicht mehr! Nach einigen Minunten trat der Ofsizler wieder zu uns em. Diesmal kam Jilaretow an die 'Reihe er theilte das Schicksal Moissejews. Der Osnzler kam wieder 'zurück. Wir wurden alle auf die Strafe führt. überzeugt, daß nun die Reihe an uns sei. Schrecklicher Auaenblick! Sofort umzingelte uns das Militär. Kosaken mit Nagalken, tretet vor!" ertönte das Kommando des Offiziers. Zuerst wurde der Einzahrig-Freiwil-lige erfaßt, der Beinkleider entledigt. mit dem Kops m den Schnee gelegt. worauf die schreckliche Prozedur loscung. Sonaten hielten den Unglücklichen, während die Kosaken auf seinen entblößten Körper loshieben. Wir übrigen wurden unterdessen in eine nahegelegene Gasiwirthschaft geführt. Entsetzlich waren die seellichen Qualen. die wir durchmachten, die Angst und Ungewißheit über unser Schicksal. Die Soldaten machten rohe Spaße. Endlich erschien jener Offizier wieder, wetterte, daß man uns an einen warmen Ort geführt hatte, und befahl uns. sofort ins Freie hinauszutreten. Wir wurden in ein anderes Quartier gebracht. Dort wurden wir aufgeschrieben und durch eine Reihe von Höfen und Korridoren in eine enge Kammer abgeführt. Bis dahin hatten wir ein wahres Spießruthenlaüfen zu überstehen. Polizisten schlugen auf uns los mit allem, was ihnen unter die Finger kam. In der Polizeikammer fanden wir schon Arrestanten vor. Die Luft war entsetzlich, ein Schmutz und Gestank, der jeder Beschreibung spottet.' Die meisten Arrestanten waren so entsetzlich verprügelt, daß sie weder sitzen noch liegen konnten. Andere hatten den Kopf fest verbunden. da ihnen Wangen und Unterkiefer furchtbar zerschlagen waren. Zwer Tage verbrachten wir in diesem von Ungeziefer wimmelnden Raum, bis wir endlich unter starker Mmtarb:wachung zur Procherowschen Fabrik geführt wurden. Hier wurden mit uns noch 150 Arbeiter verewig?. Endlich begann ein Verhör, und zwar cei einer Gruppe durch den oben genannten Leutnant, bei den anderen durch eine Oöerst. Alle Arrestanten wurden darauf in drei Gruppen klassifiZirt: 1. zum Tode Verurthellte, 2. Unbestimmte, 3. zur Prügelstrafe. Wer weiß wie viele Unschuldige unter den Arrehrien gewesen sem mögen! Falsche Denunziationen haben Mährend der Moskauer Schreaenstag: Manchen ins Unglück gestürzt. Da wurden Leute erschossen oder Prügelstrafe über sie verhängt, die man arretirt hatte, weil man in einem Arbeiier mit langen Haaren einen Studenten vermuthete, oder in einem Menschen mit dunklem 'Teint einen Juden. Ein alterer Kasslrer einer Eisenbahn, der semen Tabak, m rothes Papier gewickelt hatte, wurde Halbtod geschlagen. Ein Student wurde erschössen, bei dem in einer Tasche ein rothes Tuch, in der anderen ein revolutionäres Lied gefunden wurde. Wahrhaft schauerlich gestaltete sich die Prozedur der Prügelstrafe. Mit Ausnahme von sechs Personen wurde ihr unsere ganze Gruppe unterzogen. Ich sah die Hände zweier Studenten die dazu verurtheilt waren, sie glichen gehackten Koteletten! Während un-sere-Gruppe in dieser Weise exekutirt wurde, ertönten- nebenan ununterbrochen Salven. Die zum Tode Bern:theilten ereilte ihr Schicksal. Auf einfachen Lastwagen wurden sie stapelweise fortgefahren." . . In dem dänischen Landstädtchen Stevnstrup ist' in einem Bauernhof ein junger Knecht Namens Christian Bundgaard in Diensten, der in seinen Mußestunden mit großer Gewandtheit die Fder führt. .Er hat dem großen Gyldendals-Verläg eine Sammlung Erzählungen eingesandt, die einen Volksschilderer ersten Ranges erkennen lassen und dem Verlag den Wunsch nahe gelegt habenmit dem vielversprechenden jungen Mülrnin dauernde Verbindung zu treter?Äls Sohn ganz armer Leute hat 'er nur einen sehr mäßigen Schulunterricht erhalten, dessen Lücken jedoch seine glänzende Begabung, die Wage halt. Er ist im Uebrigen in seiner . Arbeit sehr tüchtig und pslegt sie mit seinem hellen Gesang zu begleiten.
Allerlei sur'ö .anö.
Ein einfaches Desinfektionsmittel. Es, ist eine im allgemeinen ungenügend beachtete Thatsache, wahrscheinlich weil jie vielen noch unbekannt geblieben, daß reines, frisches, kaltes Wasser nicht nur ein großes Aufsaugungsvermögen (für Gase) hat, sondern auch ein werthvol des Desinfektionsmittel bildet. In jedem Krankenzimmer sollte ein dreites Gefäß mit Wasser stehen, daS öfters erneuert wird. Das Gefäß sollte nahe bei dem Krankenbett oder unter diesem aufgestellt werden. ES saugt da nicht allein viele schädlichen Dünste auf, sondern mildet durch die Verdunstung des Wassers auch die Temperatur der Luft, die dadurch gleichmäßiger erhalten wird; es hindert ferner zu große Trockenheit der Luft, die jedem Kranken, ja auch ganz Gesunden, oft so lästig ist. Vielfach Versuche haben außerdem gezeigt, daß gestörter Schlaf und die gefürchtete Schlaflosigkeit durch das so- einfache Mittel bekämpft werden, daß man ein offenes Gefäß mit Wasser an oder unter das Bett des Kranken stellt. Wegen der Aufsaugung von Gasen sollie aber auch Wasser, das in einem Schlaf- oder Krankenzimmer gestan den hat, unter keiner Bedingung zum Trinken benutzt werden, sowie man andererseits kein Getränk in einem solchen Raum offen stehen lassen sollte, da es sonst in kurzer Zeit arg verschlechtes werden könnte. R i n d s c a l l e. Will man zum Waschen mancher Zeuge und zum Fleckausmachen Rindsgalle. aufbewahren, so muß eZ im eingedickten Zustände geschehen. Man läßt sie eine Nacht im Wasser stehen, gießt dann das Klare ab und läßt die Galle auf gelindem Kohlenfeuer eindicken. DerRege verursacht mei stens nur dann Flecke, wenn er Unreimgkeüen, namentlich Ruß, enthalt. Dann wäscht man einfach die verunreinigten Stellen mit reinem Wasser aus und benutzt nothlgenfalls Benzin oder Fleckwasser. Auf manchen Stoffen stehen aber Regenflecke durch Entfernung der Appretur; solche Stellen muß man mit kaltem Wasser befeuchten und mit einem warmen Plätteisen darüber fahren. Bisweilen genügt auch ein Ueberstreichen mit Gummiwasser, um den Stoss wieder glanzend zu machen. Um Fische im besten Zustände aufzubewahren natürlich immer nur sür kürzere Zeit denke man daran, daß solche niemals unmittelbar aufeinander gelegt werden dürfen. Am besten feuchtet man reine Stücken Leinen mit Salzwasser an, wickelt jeden Fisch einzeln in einem solchen ein und le!;t sie dann m eme mittelst Els kalt erhaltene Schüssel. Daö Bitterwerden der Käse ist in seiner Ursache auf die ren, die man vonAnfang an sernzuhalren, die man von Anfang an ferzuhalten suchen muß. In dieser Beziehung wird größtmögliche Reinlichkeit schon bnm Melken und m den Stallunaen die besten Dienste leisten. Hat sich trotzdem diese Bakterie einmal emgenistet, so wird man zur Desinfektion des Stalles durch Verbrennen von Schwefel oder Uebertünchen der Wände, der Decken .. und des BodenS
mit öOprozentiger Kalkmilch zum Ziele gelangen. Mefsingketten zu rein igen. Man legt die Ketten in SodaWasser und bürstet sie unter Anwendung von Seife. Sind sie sehr schwarz, so bereitet man eine Mischung von Salz, Mehl und Essig und bürstet sie damit aus. Mehrmaliges sorgfältiges Spülen ist nothwendig, sonst wird Grünspan erzeugt. Die Ketten müssen mit einem weichen Tuch gut getrocknet werden. Will man Häkelarbeit waschen, um ein neues Aussehen zu erzielen, so wird dieselbe sorgfältig auf ein Tuch geheftet, nicht gerieben, nur geschwenkt und leicht gedrückt. Sind die Sachen trocken, macht man eine schwache Lösung von weißem pulverisirten Gummiarabikum, legt die gut ausgezupften Häkelspitzen auf ein zusammengefalteteS Tuch, taucht, damit in die Lösung, tupft mit einem trockenen Tuche darauf, bis alles wieder trocken ist. Silber gegen Einwirkung der Atmosphäre zu . stützen. Silberne Gegenstände laufen leicht an und werden in verhältnißm'aßig kurzer Zeit trübe, wenn sie der ' Luft ausgesetzt sind. -DaS Trübwerden wird nun leicht verhütet, wenn man Silberartikel mit einem dünnen Anstrich von Collodium versieht. Das Collodium ist in Alkohol zu . lösen. Der Anstrich trocknet sofort und bildet ein dünnes, durcksichtiaes Häirtchen, welches jeder Zeit entftrnt werden kann, wenn man den Geaenstand in .. heißes Wasser eintaucht. Einen guten Schutz gewährt auch das Uebeniehen der .Silbersachen mit Zaponlack. Das Verfahren ist bei Sllbersachen, die nicht regelmäßig ge braucht werden, zu empfehlen. Braun gestrichene Fuß- , böden, die matt sind, werden wie ne. -durch Einreiben mit. Eiweiß und Leinöl. Ein Teller voll Leinöl wird
mit zwei Eiweiß gut gemischt und der ... , l . 1 .1
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Angerieben. Mit einem andere leinenen Lappen reibt man dann tüchtig nach, damit alles gleichmäßig trocken wird. ' -
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