Indiana Tribüne, Volume 29, Number 160, Indianapolis, Marion County, 1 March 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, 1 März 1900.

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Es ist nicht wahr...

von p. Sothis. Lang ist's vorbei doch tief im H?rzen Zuckt wild mir oft ein Strahl empor . . . Es ist nicht toahr, bafe wir verschmerzen, Was unser Innerste? verlor. Was Wurzel schlug in deinem Grunde, Und n?as aus ihm dann jäh man riß, Tas länt auf immer eine kirnte, Wie sich die Zeit auch Trosts befliß. Nicht es allein hast du verloren, (rin Stück ging von dir selber mit, Tas wird dir nimmer neu geboren. Wie auch dich führ' des Lebens Schritt. Tu bist nicht der. der du gewesen, (rin Volles einst, es ward dir leer: Und ob du's selbst nicht weißt, dein Wesen Es hat ei (zigenftes nicht mehr. Und was du baust in deinem 5erzen, Nie wird's dir wieder wie zuvor Es ist nicht wahr, daß wir verschmerzen, Was unser Innerstes verlor. Der ICiGonsics. Skizze von- Ct. Dünte. Dämmerung eines Dezemberabends Draußen wiröelt der Schnee in dichten Flocken zur Erde. Im trauten Stübchen sitzt Fräulein Wingerath am einfachen Schreibtisch. Sie hat die Hefte, deren Korrektur sie eben vollendet, zur Seite geschoben. Jetzt stützt sie sinnend den müden Kovf. und ihre Gedaüken schweifen zurück in die Vergangenheit. Weilen sie bei den Jahren harten Ringen, den Nächten, in ernstem Studium durchwacht, die sie endlich an das heißersehnte Ziel führten und ihr eine gesicherte Lebensstellung gaben? Oder klagt einmal wieder das störrische Herz gar so vernehmlich, daß all sein heißes Sehnen nach Jugendlust und Lebensfreude stets übertönt wurde von der gebieterischen Forderung der Vernunft, zu streben, immer zu streben? Das thörichte Ding! Wiegt nicht die feste Anstellung als wohlbestallte Lehrerin in B. das kleine Opfer an Jugendfreude doppelt auf? Ein hastiges Klorftn entreißt Frau!ein Kläre ihren gefährlichen Träumen. Ach, Du, Franz?! - Und so erregt! Was brinast Tu Neues?" Denk Dir, Kläre, Hansens Onkel hat sich angemeldet. Am Samstag mit dem Fünfuhr-Zuge wird er eintreffen und, falls es ihm bei uns gefällt, einige . Tage verweilen." Da bedauerst Du wohl, daß nun aus Eurer für Sonntag in Aussicht genommenen Fahrt nach D. nichts werden kann? Der Besuch kommt recht ungelegen, wie?" Was Du nicht denkst. Kläre! Auf die Schlitienpartie verzichte ich unter diesen Umständen gern. Onkelchens Besuch macht' mir eine große Freude. Es kommt alles darauf an. es ihm recht gemüthlich zu machen und ihn lange bei uns zu fesseln." Sieh da. welch Muster einer liebenden Nichte und gastfreundlichen Hausfrai: meine kleine Fränze ist! Was sagt denn Dein gestrenger Herr und Gebieter zu dieser Störung Eures trauten te!e-a-tete?" Ec que femme veut. Dieu !e veut! (Was eine Frau will, das will Gott.) Hans ist ganz meiner Ansicht. Aber sag. Kläre, bist Du meine theure Freundin?" Närrchen Tu! Bezweifelst Du das etwa? Wünschest Du Beweise?" Herzensschatz! Du mußt mir helfen!" Das Fremdenzimmer in Ordnung bringen? Gemüse putzen? Kuchenteia rühren? Geflügel rupfen? Ich stehe zur Verfügung." Ach. Kläre, laß den Unsinn! Die Sees,? ist ernster, als Du denkst. Ich habe Dir schon gesagt, daß mir viel daran liegt, uns bei Onkel Wernau in Gunst zu setzen. Er ist der einzige Bruder von Hansens verstorbenerMutUz. Eine bittere Enttäuschung in seiner Jugend veranlaßte ihn. wie Hans mir erzählte, ehelos zu bleiben. Zwar ist sein Waldheim, auf dem er wie ein kleiner König haust, ein ganz reizendes Besitztum. Doch was ist das schönste Gut ohne eine sorgliche Hausfrau? Ich meine, der Onkel entbehrt trotz seines Reichthums viel, und ich will ihn deshalb während seines Aufenthaltes bei uns recht verhätscheln und mit Liebe umgeben, um ihn so zu bewegen, häufig bei uns einzukehren, und ihn einigermaßen für sein einsames Leben schadlos zu halten." Ach! und um Euch ein kleines Plätzchen oder gar ein großes in Onkelchens dereinstigem Testamente zu sichern? Ich beginne zu verstehen, kleine Diplomatin." Geh. Kläre, Du kränkst mich. Höre lieber auf meine Bitte: Du kommst während Onkels Anwesenheit recht oft herüber und trägst durch Deine Unterhaliungsgab?, durch Deine vortreffliche Manier, auf die Ideen und Gedankengange anderer einzugehen. Dein vollendetes Klavierspiel, überhaupt durch Deine liebenswürdigen Eigenschaften als angenehme Gesellschafterin zur allgemeinen Gemüthlichkeit bei. Willst Tu, Liebste?" Gern bin ich Dir behilflich, kleine Schmeichlerin; doch traust Du mir wirklich zuviel zu!" Kläre, laß Dich küssen für Deine Zusage! Jetzt geht alles gut. Seit zwei Tagen weilte Bernhard Wernau in der jungen Häuslichkeit seines Neffen, des prakt. Arztes Hans Mohr, und hatte allen Grund, mit der Aufnahme, die ihm zutheil geworden, zufrieden zu hin. ftrau fttämt übn-

vot iiH in Ausmerliamttlt uno ursorge für das geliebte Onkelchen," und Kläre stand ihrer Freundin, so oft es ihr die Zeit erlaubte, treu zur Seite. Sie hatte einigermaßen erstaunt aufgeschaut, als ihr statt eines gebrechlichen, pflegebedürftigen Greises, den sie nack Fränzes Erklärung erwartet hatte, ein Herr in rüstigem Mannesalter entgegentrat. Und Wernau hatte bald sichtlich Gefallen gefunden an dem stillen, freundlichen Mädchen mit den klugen, ernsten Augen, das fo gut zuzuhören verstand und seinen Lieblingserörterunaen über Ja; d, Pferde, selbst über Obstzucht und Moorbodenkultur mit so liebenswürdiger Geduld folgte. Fränze war fehr zufrieden, daß ihr diese lästige Aufgabe" erspart blieb. Gerade eben hatte sie in ihrer drolligledhaften Art der Freundin für ihre aufopfernde Selbstlosigkeit" gedankt. Kläre lehnte Lob und Dank lächelnd ab und versicherte, daß die Unterhaltung mit dem klugen, freundlichen Herrn für sie nur eine angenehme Anregung bedeute. Währenddessen kehrte - der, um den sich das Gespräch der beiden Damen drehte, in Begleitung seines Neffen von einem längeren Spaziergang zurück. Mein lieber Junge," hub Wernau nach einigem Schweigen an, Du hast, wie man zu sagen pflegt, das große Loos gezogen. Deine Fränze ist ein Prachtweibchen! Wie werde ich alter Knabe nach diesen Tagen des Behagens mich wieder zurechtfinden auf meiner einsamen Malepartusburg?" Bedarf es erst einer Versicherung, Onkel, daß Du einen Herzenswunsch Franzens und Deines Nesfen erfüllst. wenn Du zunächst diesen Deinen ersten Besuch recht lange ausdehnst und fernerhin unser bescheidenes Heim häufig mit Deiner Gegenwart beehrst?" Ja. ja. ich glaube wirklich, daß Ihr beiden liebenswürdigen Leutchen es fertig brächtet, mir das Alleinsein auf Waldheim gründlich zu verleiden. Wer ist übrigens Eure angenehme Hausfreundin, die soviel dazu beiträgt, mir den Aufenthalt bei Euch gemüthlich zu machen? Fränzchens Vorstellung .Fräulein Wingerath, meine liebste Freundin.' besagte wenig genug." Fräulein Wingerath ist Lehrerin an der Volksschule. Ihre freie Zeit bringt sie gern bei meiner Frau zu, die in ihr das Muster aller weiblichen Vollkommenheiten sieht. Und Fräulein Kläre verdien ihre Bewunderung. Sie hat eine traurige Jugend hinter sich. Früh verwaist, wurde sie bei fremden Leuten großgezogen. Elternliebe hat sie nie gekannt, aber sie hat der Mutter sinniges Gemüth, des Vaters Energie geerbt. Herangewachsen, hat sie ihre ganze Krast darangesetzt, sich selbstständig einen Weg durch's Leben zu bahnen. Wieviel harte Kämpfe und Anstrengung es sie gekostet hat. einzig durch Privatstudium sich die Lehrbefähigung zu erringen, kann wohl nur sie ermessen. Der Lohn jst nicht ausgeblieben: zwar nicht die Arbeit, doch die Sorge hat für sie ihr Ende erreicht. Aus den Jahren der Entbehrung und des ernsten Strebens hat. sie sich ein kindlich frohes Herz und einen heiteren Sinn gerettet, der wohlthuend auf alle überstrahlt, die mit ihr in Berührung kommen." Frau Fränze konnte mit dem Erfolg ihrer gastfreundlichen Bemühungen zufrieden sein. Auf acht Tage hatte der Onkel seinen Besuch ausgedehnt, viel länger, als anfänglich in seiner Absicht gelegen hatte. Zum letztenmal war heute.die kleine Gesellschaft um die Abendtafel versammelt. Fräulein Kläre yahm ebenfalls daran theil; den vereinten Bitten hatte sie sich nicht entziehen können, obfchon sie sich heute abgespannt und nervös erregt fühlte. Fränze war in ihrem Elemente. Sie neckte sich mit Hans, dessen Untugenden sie die vortrefflichen Eigenschaften ihrer Freundin gegenüberstellte. Dabei vergaß sie jedoch nicht, ihrem goldigen Herzensonkelchen" in drolliger Weise zu schmeicheln. Wernau überbot sich im Erzählen von Jagdabenteuern; die angeregte Stimmung hatte sein Antlitz mit einem Hauch von Jugendlichkeit Übergossen, der auch Fränze nicht entging. Weißt Du. Onkelchen." rief sie mnuter aus. daß Tu diesen Abend ganz ungemein vortheilhaft aussiehst? Ist's vorwitzig, wenn ich wissen möchte, wie alt Du eigentlich bist?" Durchaus' nicht, Töchterchen! Ich war der jüngste Bruder meiner versiordenen Schwester, Deiner zehn Jahre ältern Mutter. Hans." Mithin erst zweiundvierzig Jahre alt." ergänzte Doktor Mohr. Na. da finde ich von mir einunddreißigjährigen Medikus die Respektstitulatur zum mindesten spaßhaft. Unter Umständen könnten wir ja Brüder sein!" Da hast Du recht. Hans!" warf Fränze eifrig dazwischen. Kläre sagte auch erst gestern: Die Bezeichnung Onkel für Herrn Wernau kommt mir gerade so komisch vor, als wenn Du mich .Tante' anreden würdest." Kläre wurde abwechselnd bleich und roth bei diesen im Uebermuth hervorgesprudelten Worten.' Einen Augenblick schaute Herr Wernau forschend auf das erglühende Gesichtchen. Da ertönte die Nachtglocke, und Doktor Mohr wurde . zu einem Kranken gerufen ein glücklicher Umstand für Kläre, unbemerkt, wie. sie glaubte, ihrer Verlegenheit Herr zu werden. Nach Hanfenö Weggang bat Fränze ihre Freundin, ein Lied zu singen. Bereitwillig ließ sich Kläre am Klavier

nieder, und bald ertönte ihre herrlich! Altstimme durch den Raum: Ich will die lauten Frenden nicht. Mein stilles Hauö fei meine Welt! Bom Stern der treu erfüllten Pflicht Sei einzig nur mein Herz erhell:.Sanft verhallten die letzten Akkord?. Kläre erhob sich. Was war es doch, das sie heute so erregte? Mit Mühe hatte sie beim Singen das aufsteigende Schluchzen unterdrückt. Ich muß mich in der nächsten Zeit etwas zurückhalten, nahm sie sich tapfer vor. Der Anblick eines glücklichen Familienlebens macht mich launisch und unzufrieden und erfchwert mir den selbstgewählten Weg der Pflicht. Da nahm ein angenehmer Bariton ihre Weise auf mit den Worten: , Ich null drauf sinnen Xaq und Nacht, Wie ich nur dir 'was Liebes thll. Wag ist doch aller Feste Pracht Een meines Herzens Liebesruh!" Wernau hatte zu Kläres Lied den Schluß gesungen. Jetzt sah er ihr mit einem seltsamen, eigenen Ausdruck tief in die feuchtschimmernden Augen. Frau Fränze verstand die elegische Stimmung nicht, die sich, wie sie scherzend sagte, König Artus' Tafelrunde bemächtigt hatte. Sie schlug vor, bis zu Hansens Wiederkehr einen gemüthlichen Skat zu dreschen." Kläre bat jedoch, sich empfehlen zu dürfen, um am nächsten Morgen wieder frisch auf ihrem Posten sein zu können. Der Onkel ließ es sich nicht nehmen, ihr bis zu ihrer Wohnung das Geleit zu geben. Erregt schritt Kläre des Weges; stumm ihr zur Seite Wernau. In ihrem Herzen klang noch das durch seine Einfachheit so rührend wirkende Liedchen nach. Er dachte an Kläres Verlegenheit bei Fränzens Ausruf. Kamen ihre Wünsche seinem heißen Sehnen, das geliebte Mädchen als Herrin in Waldheim einzuführen, entgegen? Sie waren am Ziel. Kläre wollte sich verabschieden. Da ergriff Wernau plötzlich ihre Hand. Fräulein Wingerath, könnten Sie sich als Fränzes Tantchen denken? O, werden Sie nicht böse ob meines Ungestüms! Nein, ziehen Sie Ihre Hand nicht zurück! Ihre Verwirrung bei Tisch hat mir Muth gemacht. Ihnen zu sagen, was a'lein mich so lange hier gefesselt hat. Die Worte, die ich gesungen, waren mein Geständniß an Sie. Bitte. Fräulein, liebe Kläre! Stoßen Sie mich nicht zurück in mein einsames Leben! Jetzt könnte ich's nicht mehr ertragen!" Kläre schluchzte auf; ein heißes Wonnegefühl machte sie erzittern. So hatte auch zu ihr. der Einsamen, das Glück noch seinen Weg gefunden! Ihr Auge mochte verratben, was der Mund noch zögerte, auszusprechen. Da fühlte sie sich von lieben Armen umschlungen und an einer starkenBrust geborgen. Mein süßes, tapferes Lieb! Jetzt ist's genug der Kämpfe! Fortan soll meine Liebe Dich umhegen, soll mein stilles Haus Deine unsere Welt sein, eine Welt voll Glück und Seligkeit! " Hans und Fränze glaubten zu träumen, als bald nachher der Onkel mit strahlendem Lächeln eintrat und mit bewegter Stimme sprach: Kinder, ich habe wohl etwas auf mich warten lassen Tantchen läßt Euch grüßen. Sie hat soeben Eurem alten Onkel versprochen, ihm recht bald nach Waldheim zu folgen, damit auch sein Haus fürderhin nicht mebr einsam sei." Die Glückwünsche, die sie dem Onkel darbrachten, nachdem sie sich von ihrem Staunen erholt hatten, kamen aus aufrichtigem Herzen. In Fränze aber stiegen an diesem Abend ernste Zweifel auf an der Wahrheit der noch vor einigen Tagen 'so zuversichtlich angewandten Redensart: Ee que femme veut, Dieu le veut."

ranzöjtschc Araber." Ueber einen merkwürdigen Mischungsprozeß französischer und arabischer Kultur wird aus Algerien berichtet. Eine große Anzahl eingewanderter Franzosen verwandelt sich hier nämlich im Laufe der Jahre in Araber. Diese französischen Renegaten unter denen sich viele pensionirte Offiziere befinden nennen sich M'tournis, die Zurückgekehrten," und das Wort ist von dem auf arabische Weise konjugirten Zeitwort tourner" abzuleiten. Sie nehmen die arabische Kleidung, den Burnus, an, sprechen nur noch arabisch und geben sich völlig den trägen Reizen des mohammedänischen Lebens hin. In der Nähe der Hauptstadt Algier selbst wird das große Dorf Vesoul-Benyan fast ausschließlich von solchen französischenArabern bewohnt. Dieses Dorf, das einst von Einwanderern aus der Franche Eomte gegründet wurde, gehörte unter dem Kaiserreiche noch zu den französischen Musterdörfern Algiers.. Man trieb hier eine vorbildliche Ackerwirthfchaft und Viehzucht und namentlich auch den Weinbau, das Heil Algeriens." Die Abkömmlinge der ersten Kolonisten verloren aber unter der Republik allmälig jedes Stammesgesühl und wurden M'tournis." Sie gaben Acker- und Weinbau auf und sind heute von den eingeborenen Arabern kaum noch zu unterscheiden. Nur der weibliche Theil widersteht dem Arabisirungsprozesse, indem er sich 'fast ausschließlich mit französischen Kolonialoeamten verheirathet. Auch im Süden Algeriens sind heute zahlreiche M'tournl-Dörfer anzutreffen.

Ldunrciristisek.es

Kplittor. Die Schwächen der Männer kennt am besten das schwache Geschlecht. Aus bsv Grannnatilrltnnde. Lehrer: Nennt mir einen Satz, in welchem das Wort .analog' enthalten ist!" S ch ü l e r : Anna log mir wat vor!" Vorschlag. Onkel: Hier schenke ich Dir ein neues Portemonnaie! Hoffentlich ist 'es dauerhaft!" N e f f e : Mach' doch 'mal 'ne Belastungsprobe!" I,nnrer Neschätts!?,,!N. Mein Sohn, der Leutnant, liebt Ihre Tochter leidenschaftlich. Herr Kommerzienrath!" Schon gut! Und der Kostenpunkt?" Der Zroiz. Kommerzienrath (zum Zimmermädchen): Anna, ziehen Sie den Tisch aus, ich möchte meinem Schwiegersohn die Mitgift auszahlen!" fassender Auodrncii. Bekannter: In den nächsten Tagen findet also die Scheidung von Ihrer Frau statt?" E h e m a n n : Ja, übermorgen werde ich freigesprochen." TlttgekUltrttch. Junge Frau: Darf ich auch einmal ein Gericht für Ihren Soldaten zubereiten. Köchin?" K ö chin: O gewiß, gnädige Frau!... Ich kriege doch wieder einen!" Selbstbcmuszt. Gast (die Weinkarte siudirend): .1890' ist das ein guter Jahrgang?" P i c c o l o : Vorzüglich in diesem Jahr bin ich auch geboren!" ajiau. Freundin (zur Professorsgattin): Warum machst Du denn Deinem Mann einen Knoten in's Taschentuch?" P rofessorsgattin: O, ganz einfach! Wenn er ihn dann findet und kann absolut nicht darauf kommen,' was er zu bedeuten hat, rede ich ihm ein, er habe versprochen, mir ein neues Kleid zu kaufen, und er kauft mir eins." ?io rechte Mestentasche. Protz: Und dann machen Sie mir bitte die rechte Westentasche recht tief und solid da kommt nämlich mein Geld hinein!" gcliv ängstlich. Bankier: Auf meinen Kassirer muß ich acht geben der Mensch hat heute Morgen das Lied .Hinaus, in die Ferne' vor sich hingepfiffen." Ein Erlebnis. Was dem Studiosus Bummel mit seinem Bozl passirte. als er in der Frühe vom Lumpenball heimkehrte. (Gixx Vpti,nist. Studiosus: Ihre Rechnung ist mir verloren gegangen, Meister!... Ist vielleicht schon jemand dagewesen, der sie bezahlt hat?"

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Polycikaplane.

Vwe in Greater New Fork eingeführte be mcrkknswcrthe Neuerung. Eine bemerkenswerthe Neuerung in Greater New Iork hat der zu Beginn dieses Jahres zum Polizeikommissär der Stadt ernannte Brigadegeneral Bingham dieser Tage insofern eingeführt, als er für die Polizeiforce zwei Kapläne erkor, eine Einrichtung, die schon seit langer Zeit für die Feuerwehr in Gotham" besieht. Die beiden Kapläne, von denen der eine Pastor an einer dortigen Kirche, der andere Kaplan des Tombsgefängnisses ist. haben in der Polizei den höchsten Rang, den Jnspeltorenrang, dienen aber ohne BeZahlung. In einem von d:m Polizeikommissär erlassenen Generalbefehl mit der Ankündigung von der Ernennung der KaPläne setzte Bingham seinem Departement die Rechte und Pflichten der neuen Beamten auseinander. Sie haben ihre Berichte und Meldungen unmittelbar dem Kommissär zu erstatten und halten auch nur direkt von ihm ihre Weisungen. Sie sind berechtigt, irgend ein Mitglied des Polizeikorps, sei es in dessen Wohnung oder auf der Revierwache, zu besuchen und mit ihm zu sprechen. Sie sollen kranken und sterbenden Polizcibeamten Hilfe und Trost spenden und im Ganzen dieselben Diensie thun, wie ihre Kollegen von der Feuerwehr. Die Polizeikapläne werden. just wie die Kapläne der Feuerwehr, zur Stelle sein, wo die Mannen des Departements gefährlichen Dienst haben und für sie die Wahrscheinlichkeit lebensgefährlicher Verletzungen nahe liegt. Wenn sie auch, wie Binghams Generalbefehl erklärt, selbst keine Befehle zu ertheilen haben, sollen sie doch von allen Mitgliedern des Departements mit der äußersten Höflichkeit und Ehrerbietung behandelt werden. Uniform tragen sie nicht, wohl aber ein Jnspektorsschild, und es soll ihnen, wie Offizieren vom höchsten Rang, Gehorsam und Respekt erwiesen werden. AlkoholiSmuS der Kinder. Ueber den Genuß alkoholischer Getränke seitens der 'Kinder im schulpflichtigen Alter wurden jüngst in Nordhausen, Provinz Sachsen, der Stadt der Kornbranntweinbrennereien, Erhebungen angestellt. Hierbei ergab sich folgendes traurige Resultat: Ji: der siebenten Klasse einer Volksschule hatten von 49 Kindern 38 schon Wein, 40 schon Schnaps und alle, zum Theil regelmäßig, schon Vier getrunken. In einer vierten Klasse hatten von 28 Mädchen bereits 27 Wein, 14 Schnaps bekommen; 21 gaben an. daß sie gern Bier trinken, 14 trinken regelmäßig Vier, weil man davon stark wird." wie ihre Eltern gesagt hatten; 16 gaben an, schon leicht betrunken gewesen zu sein. In einer Dorfschule bei Orielsburg wurden kürzlich bei einer Anzahl Schüler Flaschen mit Branntwein vorgefunden, die sie- von den Eltern zur Erfrischung"' mitbekommen hatten. Einige erst 9jährige Knaben mußten vor Beginn des Unterrichts in trunkenem Zustande nach Hause gebracht werden. Zwanzigtansend Empfehlungsbriefe Welch' ein vielgeplagter Mann ein italienischer Unterrichtsminister ' ist, geht aus der folgenden dem Massaggero" entnommenen Schilderung hervor: Zu Beginn des Schuljahres sind Seiner Excellenz" 20.000 Empfehlungsbriefe auf den Tisch geflattert, in denen Abgeordnete' und Senatoren 6000 Professoren und Lehrer jeden Grades, die einen Ortswechsel wünschen, dem Minister zur Versetzung empfehlen! Jeder einzelne Brief muß beantwortet werden, was natürlich eine enorme Arbeitsmasse darstellt und ein zahlreiches Beamtenpersonal erfordert. Ebenso geht es übrigens auch in den anderen Ministerien zu, denn wer immer in Italien etwas zu erreichen wünscht, wendet sich an seinen Abge ordneten, weil er so des Erfolges am sichersten ist. Die Abgeordneten. Messaggero," müßten einen heroischen Muth besitzen, diese Gefuche abzulehnen und der Minister einen ebenso heroischen Muth, die Briefe der Abgeordneten in den Papierkorb zu werfen. Merkwürdiger Begnad i g u n g s g r u n d. Gouverneur Folk von Missouri wandelte neulich da3 über den Mörder Louis Eaton in Kennett, Mo., verhängte Todesurtheil in 99jährige Zuchthausstrafe, um. Den Anlaß zu dem Begnadigungsakte gab ein Schreiben des Anwaltes des Morders an den Gouverneur des Inhalts, daß er (der Anwalt), zur Zeit, als der Fall verhandelt wurde, erst zwei Wochen seine Praxis ausgeübt hatte, und daß. wenn Eaton angemessen vertreten worden wäre, er nicht des Mordes im ersten Grade überführt worden wäre. Nach 20 Jahren ist dieser Tage ein Brief, der am 16. April 1886 in Richmond, Ind., aufgegeben worden war. in die Hände des Adressaten in Knight. Jll.. gelangt. Der Brief trug den Stempel der dead letter office" in Washington, aber kein anderes Zeichen, welches erklären könnte, woher es kommt, daß er so lange aufgehalten worden ist. Auch die Postbeamten konnten" keine Aufklärung betreffs dieser Verzögerung geben. Der Vrief enthielt eine geringe Geldsumme.

Dsndll mit Italien.

Sin nd VuSfuhr halten sich bezüglich des EtiefeUandeS die Waage. Der Gesammtwerth des Handelsverkehrs zwischen den Ver. Staten und Italien belief sich im Fiskaljahre 1905 auf Z77.500.000 und Einfuhr und Ausfuhr standen einander ziemlich gleich. Als ein Absatzmarkt für amerikanische Produkte übertrifft Italien Belgien. Kuba, Australien und Argentinien und überragt um mehr als 100 Prozent die Absatzgelegenheiten, welche der ganze afrikanische Kontinent uns bietet. Die Ausfuhr aus den Ver. Staaten nach Italien wurde für das letzte Fiskaljahr auf Z38.740.067 gefchätzt,, während unsere Einfuhr aus dem genannten Lande während desselben Jahres Z38.628.579 betrug. In den 30 Jahren des Bestehens unserer Handelsverbindungen mit Jtalien hat sich der Gesammtwerth auf' weit über Z1.000.000.000 gestellt und dackn waren auf die Einfuhr etwa Z486.000.000 und auf die Ausfuhr etwa Z530.000.000 zu rechnen.. Rohseide macht die Hälfte unserer ganzen Einfuhr aus Italien aus und die. andere Hälfte fet sich hauptsächlich aus Nüssen, Olivenöl. Makkaroni,' Käse. Wein, Schwefel, Weinstein. Hüten, Marmor- und Steinfabrikaten, Seidenfabrikaten. Kunstwerken, Flachs, Hanf. Holz und daraus hergestellten Fabrikaten zusammen. Unter den Ausfuhrartikeln, welche wir nach Italien senden,, nimmt Rohbaumwolle die erste Stelle mit zwei Dritteln des Gesammtwerthes ein und Kupfer. Mineralöl, Vaumwollsamenöl, Tabak, Wolle und daraus hergestellte Fabrikate, künstliche Düngemittel und Paraffin theilen sich während des letzten Fiskaljahres in die verbleibenden Z12.000.000. Im Vergleich gegen das Jahr 1895 hat sich unsere Ausfuhr nach Italien im Jahre 1905 verdoppelt. Die überraschten Ticbe. In der Pariser Vorstadt Passy wohnt ein reicher, sehr origineller Herr in einer Villa, die mitten in einem großen Parke gelegen ist und die er mit allen Erfindungen der modernen Zeit ausgestattet hat. In einer Nacht drangen Einbrecher in den Park und suchten in die von ihnen unbewohnt geglaubte Villa zu gelangen. Dabei stießen sie etwas heftig gegen eine Thür, was sofort eine sehr lärmende elektrische Glocke in Bewegung setzte. Der Villenbesitzer, der noch in später Nachtstunde in seinem Laboratorium arbeitete er ist nämlich ein Forscher auf elektrischem Gebiete erkennte sofort, um was es sich handelte aid griff nach einem Umschalte?. Durch einen Druck wurde plötzlich der ganze Garten taghell erleuchtet. Tausende leuchtende Blumen erstrahlten an den Bäumen und auf den Beeten, und die. Einbrecher waren über dieses unerwartete Schauspiel dermaßen erschreckt, daß sie 'in aller Eile die Flucht ergriffen. Dabei scheinen sie gleichfalls vor den elektrisch erleuchteten Statuen sich besonders entsetzt zu haben, da man Blutspuren bemerkte, als ob sie dagegen gestoßen seien. Sie ließen sogar ihre Verbrechervorsicht fallen und fchrien vor Entfetzen so laut, daß die ganze Nachbarschaft sie hörte. Trotzdem gelang es ihnen, vor der Ankunft der Polizei zu flüchten, aber mit Hinterlassung ihres sehr kompletten Arbeitsmaterials." DaS Parfüm als Verrather. Eine junge Dame in Genf, Schweiz. die sich verheirathen wollte, hatte ihre intimsten Freundinnen eingeladen, sich die Hochzeitsgeschenke anzusehen. Als sie fort waren, merkte sie. daß ein werthvolles goldenes Armband, das Geschenk ihreZ zukünftigen Gatten fehlte. Da niemand als ihre Freundinnen in dem Raum gewesen waren, so konnte nur eine von diesen den, Diebstahl begangen haben. Während die junge Braut unter Thränen das leere Kästchen emporhebt, fühlt sie auf einmal ein starkes Veilchenparfllm demselben entströmen, von dem sie weiß, daß es das Lieblingsparfüm einer ihrer Freundinnen ist. Nun weiß sie auch, wer der Dieb gewesen ist; die stark parfümirte Hand hat zu deutliche Spuren hinterlassen, als sie den diebischen Griff ausführte. Die Schuld des Mädchens war durch diesen merkwürdigen Sclbstverrath so augenscheinlich, daß es nicht leugnen konnte. Die Braut aber ist mit einer Brautjungfer weniger zum Altar getreten. Eine hessische Sultan i n. Heute, da Marokko im Vordergründe des Interesses steht, dürfte es interessant sein, zu erfahren, daß unter den Stammmüttern des gegenwärtigen Sultans von Marokko auch eine Hessin sich befindet. Es ist die Mutter des Sultans Jnsid' (17901792), die vierte Frau des Sultans Mulai Abdullah. Wie der schmählich bei Fez ermordete Dr. Genthe in seinen Reiseschilderungen erzählt, berichtete der österreichische Hauptmann Segur. de? acht Jahre lang in Marokko weilte die' Mutter Jnsids sei ein aus Hessen gebärtiges, in Sklaverei verkauftes MÄdchen Namens Sagitta gewesen. Durch Unfälle u m g e -k o m m e n sind im letzten Jahre auf den Eisenbahnen des Staates New Fork 903 Personen, verletzt wurden 1961.