Indiana Tribüne, Volume 29, Number 159, Indianapolis, Marion County, 28 February 1906 — Page 3

Jndiana Tibune, SS. Februar isas.

IHDIAIIAPOLIS BREWIHG CD. Düsseldorfer. . 2aZ Bier, elches auf der Weltausstellung zu St. LouiS den Preis erhielt als Der Welt Standard Für Vollkommenheit.

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Zubcl in Berlin. " S, Die Hochzcitsscicrlichkciten unter allgemeiner Vcgcistcrung vollzogen. .

Der Zar giebt Anzeichen von Selbstständigkcit. Rußland sucht in Berlin in

der Marokko-Fraqe zu vermitteln. Kämpse in Das Hochze its'Ban kett. Berlin, 27. Feb. Das Hoch. zeitSbankett am Abend war eine giftn zende Affaire. Goldfchimmernde Uni formen, prachtvolle Damentoiletten eilbeten ein farbenreiches Bild, einen würdigen Abschluß der dreitägigen Festlichkeiten, die für manchen Bethei ligten, besonders aber für das Braut, paar wohl recht anstrengend waren. Daß die Bevölkerung Berlins an htm Ereignlß im kaiserlichen Hause den regsten und freudigsten An theil nahm, ist selbstverständlich. Die Straßen besonders Unter den Linden waren den ganzen Tag von dicht gedrängten Menschen erfüllt. Wo sich nur Gkwnhkit bt ctam RJiSm.... k. AMsvtaS I .nAliTttn I Schimmer des Hofglanzeö zu erhäschen späten Tausende von neugierigen Augen. Und diese Berliner find mit Hoffestlichkeiten wohl vertraut. Sie kennen zahlreiche der fungirenden Personen und Jeder sucht den Anderen an Sachkenntniß zu überbieten. Daß es dabei am nöthigen Humor nicht fehlt, ist selbstverständlich. Marokkottonferenz. Karlsruhe, 27. Febr. Die Süddeutsche ReichZkorrespondenz. welche angeblich vom Reichskanzler häufig als Sprachrohr in seiner auSwär tigen Politik benutzt wird', scheint fce züglich der Konferenz zu AlgeciraS hoffnungsvoller wie die französische Presse. Die Korrespondenz macht die Annahme lächerlich, daß die Konferenz im Begriffe stehe, in die Brüche zu . . T 99 t - a C & 1 gegen, wm leine tfonnung. auj eine Vereinbarung sei. Zu einer eiligen Auno.un er n0uzu mcyr rommen, es ,el oenn, oav m flüffe die Oberhand gewinnen, welche die Marokko Frage zum Spielzeug politischer Leidenschaften machen. W a h l r e ch t. Hamburg, 27. Februar. Die ndgültige Entscheidung in dem Kampf um die viel erörterte Wahlrechtsände. rung durch welche der Einfluß der So zialdemokratie auf die Gesetzgebung der Hansestadt hinangehalten werden soll, wird nunmehr morgen erfolgen. Der zuständige Ausschuß, an welchen das Wahlgesetz von der Bürgerschaft über wiesen war, hat die Vorlage an die ektere zurückverwiesen, mit dem An rag. die geplante Abänderung en bloe anzunehmen und zwar unter Beran ftaltung einer geheimen Adfitmmung.

Matrosensckinder verur.und daS amerikanische Kanonenboot

t h t t. k? , , l 27. ttekr. Da Wflarlm. gericht hat den Obermaat Schmidt. welcher der Mißhandlung von Unter. gebenen angek.agt war, zu einer Ge füngnißstrafe von drei Monaten Dauer verurtheilt. In der umfangreichen Verhandlung wurden dem Angeklagten nicht weniger als 137 Straftharen nachgewiesen. Irrsinniger als prakti. z i r e n der Arzt. Köln. z7. ffedr. Ueber emen ungewöhnlichen Vorfall weiß ein hiesi ges Blatt folgende Einzelheiten aus Biebrich zu berichten: Vor längerer Zeit war gegen einige dortige Villen besitzer von einem Arzt, dem Inhaber eines Sanatoriums für Morphinisten und Alkoholiker, eine Anzeige wegen Kuppelei erstattet worden. Nachdem die gerichtliche Untersuchung die völlige Haltlosigkeit der Beschuldigungen er geben hatte, stellten die Betreffenden gegen den Arzt Strasanträge wegen wissentlich falscher Beschuldigung uud Beleidigung. Die zuständige Staats anwaltschaft in Wiesbaden hat nun die Erhebung der öffentlichen Anklage ab gelehnt, da der Arzt strafrechtlich nicht dafür verantwortlich zu machen fei. Nach den übereinstimmenden Gutachten zweier psychiatrischer Sachverständigen war der Mann, obgleich er seine ürzt liche Praxis ausübte, zu jener Zeit' geisteskrank. - Rußland. Der Zar wird sel.bft. ständig. S t. P e t e r s b u r g. 27. Februar. ES heißt, daß der Kaiser sich von dem Einflüsse der reaktionären Partei frei

Das Wahlrecht m Hamburg. Marokko.

macht habe. So soll er gegen deren Wunsch darauf bestanden habcn, daß die Nationalversammlung auf den 10. Mai einberufen werde. Auch ist er da gegen, daß noch weiter politische Bei gehen vor Kriegsgerichten verhandelt werden. e Vergebliche V ermittlung in Berlin. St. Petersburg. 27. Febr. Rußland gebraucht angeblich seinen ganzen Einfluß in Berlin, um einen Bruch zwischen Deutschland und Frankich zu verhindern. Vermuthlich han delt Rußland auf Anregung von Paris gus. Die Rouvier.Regierung ist offenbar überzutgt, daß Deutschland in sei 6 lWtal Wimm ein Krieg dadurch herbeigeführt werden würde. Deutschland hat Rußland erklärt, eZ wünsche keinen Krieg, aber gleichzeitig sagt eS Nichts davon, daß eS feine Hal. tung ändern will. Nach den letzten Nachrichten, welche Rußland aus AlgeciraS erhielt, ist thatsächlich alle Hoffnung auf eine 33er elnbaraung aufgegeben worden. Trotzdem glaubt der russische Delc gat, Graf Casfini. nicht, daß Feindse ligkelten folgen werden. Gegen Waffenschmuggel. H e l s i n g f o r S. 27. Februar. n h fortmäbrenden ckmuaael Waffen und Munition ein Ende tt möf fiflt ht fi 4f atmna 2 kleine Dampfer als Wachtschiffe zu chartern und die Posten stn tn mt gU mehren. ES heißt. bafclO.000 Gewehre auf dem Wege ft iifth m. 40 Frankreich. Herabsetzung des Brief p o r t o S. Paris, 27. Febr. . Senat und Kammer stimmten heute dafür, daß das internationale Briefporto von 15 auf 10 Centimes herabgesetzt werde. China. Kriegsschiffe nach dem Orte der Unruhen. Shanghai. 27. Febr. Die dem Massacre zu Nanchang entrönne. nen Missionäre find glücklich in Kiu kiang angelangt. Der französische Kreuzer DeöcarteS , - - QuiroS' stno heute nach Klukiang ad I m?, imIC K.r. vi. cu""u 4UU üuö eng otie 6Uo-unbba anonen 0Ml -cul rnder des

r Kf&V Wm-tf A - M OX KM mtr': " r jz$,s dzmm fflmX, - l' '.-t?-4 " tt .Ty-w.i'v a ' ' Jr...-. & ' f : ':" v & st ' ä " . Ja - "- .'.. t i WMP T , - - s - , M 0ffiJ "iÄ O f : -" M5 n s .i V- & vy ,yr-Z' a , 5 i" ff- - - A' i 'V i f I.', V i'" " (2"' - ?A' 1v p ' l lt S -Vv. t? ' !, I L K; 5 -i 1 V::''' i X ' ' "''"''jit1 '' ' ' X l ,Cu - , " vsir I v'C' i rv v M V V : m m - hz i ' " m M v i - , v M w - d??i - -J' L r - Wj Y t VjM I : -:X-'. - - ' I 4 ' i Jffl j I ' " r" WYfi "1 " 1 -"''5 ' ffö täyfr 4 M ZM " Wj M. ' .. : l i V) C2 r p ,v tJ- t yf-' ' " -: ' - -

Spanien.

Kämpfe in Marokko. Malaga, 27. Febr. Depeschen von Melilla melden, daß die Marokko ner zu Wasser und zu Lande dett Prü tendenten und die französischen Fkibu. ftierZ.' die ihn unterstützen, angreifen. Das Kanonenboot Cidi el Turki" bombardirte die Küftendörfer und die Landtruppen sammeln sich zu einem Angriffe auf das Lager des Prätenden. ten bei Zelwan. Französische Concession. AlgeciraS. 27. Febr. Ueber, raschung hat die Eröffnung deS zweiten marokkanischen Delegaten. Sidi Mo hammed el Mokkey, hervorgerufen, daß Concessionen für Verbesserungen an den atlantischen Säken Marokkos. Bianca und Soffi, an die französische Creuzot Co. zu derselben Zeit vergeben wurden, als Deutsche eine Concession für Verbesserungen zu Tanger er langten. San Doiningo. Patriotische Feier. San Domingo, 27. Febr. Heute wurde die Unabhängigkeit der Republik gefeiert. Im Palast fand ein Empfang für das diplomatische Korps und die Offiziere des amerikani schm Kriegsschiffes Duöuque" statt. Präsident CarcereS richtete an den Congreß eine Botschaft, in der er aller lei schöne Vorschlüge im Interesse deS Verkehrs, deS Handels, der Landwlrth, schaft :c. macht. Oesterreich Ungarn. Ungarische Agitation. Budapest, 27. Feb. Ein neues Schlagwort loll in die Massen geworfen werden. Es scheint, daß die nationa len Forderungen" nicht mehr ziehen, daß eS stärkerer Reize bedarf, um die Volksleidenschaft auf dem Status der Erregung, auf welchen sie durch fort dauernde Anfachung gebracht worden ist. zu erhalten. Der deutsche Kaiser mischt sich in die ungarischen internen Verhältnisse ein! Dies ist das neueste Schlaawort. und nun wird der alte ungarische Gott und daS alte National' gefühl deS MagyarenthumS aufgeru fen, solchen Frevel nicht zu dulden. Auch Graf JuliuS Andrassy, welcher sich bis vor Kurzem noch vermaß, Berge von Vorurtheilen, Schwierigkeiten, Hemmungen aller Art verletzen zu können, ist augenscheinlich ganz an der Grenze seiner politischen Weisheit an gelangt. Und nun ist auch er der De maaoale verfallen. Der Führer der Koalition, welcher die letzten vergebli chen Verhandlungen mit der Krone ge fübrt hat, glaubt mit dem deutschen Kaiser daS Magyarenthum gruselig machen zu können. Er hat daS alte AmmenmürlM von dir Einmischung Kaiser Wilhelms wieder aufgetischt. Schadenfeuer. Bridgeport. Conn., 27. Feb. Fünf Minuten nachdem 500 Arbeiterin nen das Gebäude der Star Shirt Co. . rr . i n w w - rr . f t . Y nrnnnrn nanen. nana üanrioc ddu. ftänöig in Flammen. Eine der Ar beiterinnen starb vor Schrecken. Der Schaden ist S75.000. saiserpaares.

Bankräuber

Erbeuten 8600. Lincoln, Jll.. 27. Feb. Die People's Bank in dem nahen Kenny wurde heute Nacht von Einbrechern heimgesucht. Um 2 Uhr sprengten 5 Banditen den Kassenschrc.nk und erbeuteten L600. Sie machten sich wahrscheinlich auf einem Frachtzuge der JllinoiS Central davon. DaS Bankgebäude ist stark beschädigt. Eine Posse rerfolgte die fliehenden Räuber, verlor sie aber in der Dunkel. heit aus den Augen. Besitzer der Bank find Richter G. Kingham und Richard Snell von hier. Raffen krieg. S prin gfi eld, O., 27. Febr. Heute Morgen wurdeder Bremser M. M. DaviS von zwei Negern, Prefton Ladd und Ed. Dean, im Bahnhofe ge schössen. Ladd, der ebenfalls verwun det ist, wurde in'S Hospital gebracht. Dean aber zu seiner Sicherheit schleu nigft nach Dayton geschafft. Gegen Abend sammelten sich große Menschenmassen an mit der offenbaren Absicht, das Negerviertel zu demoliren. Mayor Todd ließ dasselbe von Poli zei besetzen und ersuchte um Unter ftützung der Miliz. Die Polizei hatte einen harten Stand. Ein Negerhaus wurde zertrümmert. Die Menge plünderte eine Wirthschaft und nur mit Mühe konntenPolizei und Feuerwehr 3 Kinder auS dem Hause holen, daS der Mob in Brand gesetzt hatte. BlS um 11 Uhr Abends waren noch keine Truppen zur Stelle. Springfield. O.. 23. Febr. Kurz nach Mitternacht gelang cZ den Behörden, etwa 75 Mann der Com pagnien ö und L des 3. Regiments zus ammenzutrommeln. ES scheint nun möglich, die Ordnung herzustellen. Verrückter richtet Un. h e i l a n. St. LouiS, Mo.. 27. Febr. Unter einem plötzlichen kAnfalle von Geistesstörung, warf der 26jührige P. T. Hughes von Lincoln, Neb., die Möbel in seinem Zimmer im 3. Stocke deS Comfort.HotelS umher und stürzte schließlich die Lampe um. ES' brach ein Feuer auS. HugheS und I. A. Courtney, der in demselben Stockwerke wohnte, sprangen aus den Fenstern und erlitten Schädel brüche. Clerk R. B. Dyckmann, R. B. Dymann, R. B. Dodson und ChaS. Reinz zogen sich Brandwunden zu. Prof. L a n g l e y. Washington, 27. Feb. Zu Aiken, S. C., ist Prof. Samuel P. Langley gestorben. Schon am 22. November hatte er einen leichten Schlag anfall und war nach dem Süden ge gangen um der rauhen Jahreszeiten ent gehen. Langley war von Haus au? In genieur und Architekt, widmetet? sich später aber der Astronomie. Kanal Unter suchung. Washington. D C., 27. Februar. DaS Verhör Wm. Nelson Cromwell'S wurde heute vor dem Se natS.Comite für interoceanifche Ka näle fortgesetzt. Auf Drängen Senator Morgan'S gab Cromwell zu, daß er für seine Vermittelung im Panamahandel eine Vergütung erhalten habe, die S200.000 nicht überstieg. Auf Näheres ließ er sich nickt ein. Cromwell zog während deS Verhörs eine scharfe Linie zwischen den Perioden, ehe daS Kanaleigenthum verkauft war, und nachdem eS in den Besitz der Ver Ptaaten übergegangen war. Ueber letztere Periode gab er bereitwillig AuS kunft, erstere erklärte er als Privatan gelegenheit eines AnwalteS. Lampe explodirt. L a w t o n , 27. Febr. ' Durch die Explosion einer Gafollnlampe im Ge füngnisse erlitten John Jamifon, An drew Filzwater, Sheriff C. C. Ham mond, vllföfheriff Home? Hammond und Hilfssheriff S. A. Elsod schwere Brandwunden. Cuba. Räuberbande. H a v a n a, 27. Feb. Der Se!re iär des Innern Frvre erhielt heute Abend einen Bericht, daß eine Abthei lung Landpolizei eine Bande getroffen habe, welche wahrscheinlich am Freitag bei dem Ueberfall auf das Quartier der Polizei zu GuanabacoS betheilig war. ES wurden Schüsse gevechsel und die Bande zerstreute sich.

Biet Lärm um nilkkS.

Zu den Tiobstählen im großhcrzog' lichen Schloß zu Weimar wird gc schrieben: Die noch im vollen Gange befindliche, seitens der Staatsanwalt schaft geführte Untersuchung wird al ler Voraussicht' nach nicht zu den von vornherein erwarteten Ergebnissen führen. In den meisten Fällen chdnt es sich thatsächlich um Geschenke seitens der Fürstlichkeiten an Personen, die ihnen bei ihren Lebzeiten nahesta:: den, namentlich in ihrem persönlichen Dienst beschäftigt waren, zu handeln. Bei den Objekten kommen nicht allein Gemälde, sondern bornehmlich auch Gegenstände von vielfach recht erheblich materiellem und künstlerischem Werth in Betracht. Man nahm anfangs an. daß bei der Verschleierung der Diebstähle" der Name des verstorbenen Hof. küchenmeisters König seitens der Diebe oder Hehler mißbraucht werde, da c r r-- r on.-i.-e. oieier infolge i einer engen zezieyun-' gen zumHof und im speziellen zum ver- . storbenen Großherzog Karl Alexander aus naheliegenden Gründen die geeignetste Person erschien. Doch bis zur Stunde hat sich w.ohl wesentlich Velastendes gegen den Verstorbenen nicht ergeben. Unter anderem wurde ein größeres werthvolles Gemälde bei dem Schwiegersohn Königs, einem Geraer Professor, als aus dem Weimarer Schlosse stammend entdeckt, aber von dem Eigenthümer sofort zur Verfüaunq gestellt. Schließlich stellte sich heraus, daß das Bild ein Geschnk d?s Großherzoas Karl Alexander an Konia war, und der verstorbene Fürst das Bild in der Wohnung seines Küchen Meisters, den er zuweilen mit seinem Besuche beehrte, hatte hängen sehen. König hatte später seinem Schwieger söhne das Bild geschenkt. Wie mitgc theilt wird, gingen dem verstorbene:! König bei seinen Lebzeiten so vi?le thcilwcise für ihn sogar ganz unver wendbare Geschenke seitens seirer Gönner zu. daß er die Sachen oft wch einiger Zeit verschenkte oder vielleicht auch veräußerte. Was den imnie: noch in Untersuchungshaft befindlichen Antiquitätenhändler Bach a langt, den man von Anfang an für den Hauptübelthater hielt, so wird allcm Anschein nach das Verfahren gs gen ihn resultatlos verlaufen. Er wä re auch schon aus der UntcrsuchungS baft entlassen worden, wenn von seiten des Untersuchungsrichters nicht die Kollusionsaefahr befürchtet wurde. Bach, dem bislang eigentlich weder Hehlerei noch sonst etwas Strafbares nachgewiesen werden kann, tragt sich nach Aussagen seinerFamilienmitglie der nicht nur mit dein Gedanken der vollkommenen Freisprechung, sondern erwägt sogar die Möglichkeit einer Schadenersatzklage. Immerhin darf man gelpannl sem, wie oie gan.e. o viel Staub aufwirbelnde Angeleaen heit ausgehen wird. Zu dem 23il derdiebstahl ist übrigens weiter zu melden, daß jetzt zwei weitere Bilder: Schlachtenbild" von Gcwel uud Landschaft" von Kamecke rm Bach sckM Antiquariat beschlagnahmt wor zen sind. Bach bevaupter, auaz oieze Bilder von dem verstorbenen Küchelt mcistor König erworben zu habcn. Dreistigkeit eines Hühnerhabichts. Eine beispiellose Dreistigkeit legte vor einigen TQgen ein Hühnerhabicht auf einem Forsthause in Grandfon taine an den Tag. Die Geschichte bie. tct gleichzeitig einm intcrcnantcn Äei traa zur Psvcholoaie der Thiere. Äie Bewohner des genannten Hauses hat ten sich, wie die Ttradb. Pot" mel det, gerade zum Mittagsmayt yingesetzt, als unmittelbar vor dem Fenster ein Raubvogel ein Huhn schlug. Um dies noch zu retten, sprang man ciiigic hinaus und verscheuchte den frechen Räuber; seinem Opfer war jedoch nicht mehr zu helfen. Huhn ruhig liegen lassen, der kommt wieder" sagte der Förster, und richtig: mail hatte sich kaum wieder hingesetzt und weiter gegessen, als die dein Fenster zunächst sitzende Försterin den Hühnerhabicht wieder auf dem geschlagenen Huhiie sah, das er eifrigst rupfte. Der For ster konnte eines 1.30 Meter hohen Zaunes wegen erst schießen, als die Entfernung, schon ziemlich weit ge worden war. So kam es, daß toc Raubvogel zwar aus seiner Flugbahn gerieth und Federn fallen ließ, im übrigen aberoch weiterstrich. Man setzte sich wieder zum verlassenen Mit tagstisch nieder, das halbgerupfte Huhn ruhig liegen lassend. BZenn die Schrote ihn nicht zu sehr gekitzelt haben, kommt er wieder," war jedermanns Empfinden. Der Drilling wurde in unmittelbare Nähe des Ti sches gestellt. Keine fünf Minuten dauerte es, da meldete die Försterin leise: Er ist wieder da und rupft, guckt aber sehr nach' Fenster 'und Thür " Der Förster avaneirte dies mal im Marsch. Marsch" bis zum Zaun und holt? nun mit Leichtigkeit den abstreichenden Hühnerdieb mit Nummer 4 herunter. Ueber das jähe Ende des gefährlichen 3?aubvogels' empfand die Förstenn eine große Freude, denn sie behauptet und nicht mit Unrecht, daß er noch 'öfters ans billigen Hühnerbraten reagirt hätte. . ; i E i n KonstitutronsVerein" hat sich in England organisirt, der die Förderung der Personlichen Freiheit," und dementsprechend die Einschränkung der Funktionen regierender Körperschaften auf sein Panier geschrieben hat.