Indiana Tribüne, Volume 29, Number 158, Indianapolis, Marion County, 27 February 1906 — Page 7

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tt Vl xve öfyne ff 4 4f v! TV TV TV TV TV TT f TV f (Schluß.) 1 Mutier nickte und horchte dabei aufgeregt auf das hastige Thürenschlagen im Hause, auf d!e allgemeine plötzliche Unruhe um sie her. Und dann verlor sie ganz und gar die Fassung. Durch eine Portiere war ein Mann in's Zimmer getreten, schlank, hochgewachsen, mit blondem Haar und blauen Augen. Er sah blaß und verstimmt aus, hatte aber doch beide Hände ausgestreckt und umarmte die alten Leute. Nein so eine Ueberraschung!" sagte er. Aber warum schriebt Ihr denn vorher nicht? Was ist denn passirt, Vater? Wen habt Ihr denn nun in Eurem Geschäft?" fragte er unnatürlich laut. Vater Schmidt konnte aber nicht antworten. Er hielt den ohn noch immer fest, weil er wohl sonst in der ersten Wiedersehensfreude sich nicht auf den Beinen hätte halten können. Mfo doch 'nen Stuhl, Fritze," meinte die Mutter besorgt, als sie das Zittern ihres Mannes sah. Aber selbstverständlich! Setzt Euch, bitte alle beide. Ihr bleibt doch gewiß ein paar Tage hier nach der langen Reise?" Der Rechtsanwalt drückte die beiden Alten, in ein Sofa hinein und fuhr sich dann wiederholt mit gespreizten Fingern aufgeregt durch den Bart. Warum habt Ihr nur nicht vorher geschrieben? Wir hätten doch vorbereiten können. So müßt Ihr eben die große Giebelstube oben bekommen, da wird noch ein Bett hineingestellt. Wollt Ihr jetzt was essen? Meine Frau wird gleich kommen, sie zieht sich gerade an. Wir haben nämlich Gäste heute Abend Geburtstagsfeier!" Natürlich deswegen kämen wir ja. Fritze, um Dich zu überraschen.'! Da. das oberste Packet auf dem Tisch, sieh mal nach! Ist Geburtstagskuchen drin selbstgebackener, mein Junge." Danke danke. Mutter!" Der elegante Mann rührte aber keinen Finger, um die Papierhiillen zu lockern. Er lief unruhig im Zimmer hin und her, und sprach und fragte fortwährend. Der alte Mann saß gedrückt in seiner Sofaecke und verfolgte mit bangen Augen jede Bewegung des ihm so fremd gewordenen Sohnes. Wo bleiben denn blos die Kinderchen?" meinte die Großmutter eifrig. Hol sie doch her. Fritze! Ich hab' ihnen ja doch auch was mitgebracht noch aus unserem Geschäft!" Ein Weilchen zögerte der Rechtsanwalt. Dann ging er aus dem Zimmer, um bald darauf mit den furchtsam um sich blickenden Kleinen wiederzukommen. So, gebt hübsch die" Hand! Das da ist Euer Großpapa und das Eure Großmama." Der Knabe schüttelte den Kopf. Unsere Großmama und unser Großpapa sehen doch aber ganz anders aus!" Und das kleine Mädchen hielt beide Hände auf den Rücken versteckt und nickte dazu. Ja viel schöner sehen ' sie aus!" Der Rechtsanwalt biß sich auf die Lippen. Sie meinen die Eltern meiner Frau, die hier in der Stadt woh'nen," erklärte er den alten Leuten. Gebt jetzt sofort die Hand!" schrie er plötzlich die Kinder aufgeregt an. Sie gehorchten sofort, wandten aber den Kopf zur Seite, als sie geküßt wurden. Laßt nur,". ' begütigte Vater Schmidt, indem er. den Stärkekarton vor die Kinder setzte. Da hat Euch Euer Großvater was mitgebracht Schokolade und Pfeffernüsse!" Beide Kinder fielen sofort über die Süßigkeiten her, hatten aber kaum den ersten Bissen im Mund, als eine schlanke, seh? elegante Dame das Zimmer betrat. Sie sireckte nachlässig die Fingerspitzen gegen die alten Leute aus und sagte dazu ein paar Worte des Bedauerns, nicht auf den Besuch vorbereitet zu sein. Dann bückte sie sich hastig, nahm den Kindern. den Karton fort und schüttelte den Kopf.Halb zu ihrem Mann gewandt, sagte sie: Nein, diese Unvernunft, Fritz! Sie sollen doch keine Vonbons essen! Und Mandeln gar und Backpflaumen! . So etwas vertragen die Kinder ja keinenfalls. Geht sofort zum Fräulein, hört Ihr!" herrschte sie die Kinder an. Und dann geht's gleich in's Bett, es ist sieben Uhr vorüber!" f Mutter Schmidt wollte etwas sagen. sie konnte aberor den strengen Äugen der vornehmen . Schwiegertochter keine Worte finden. Sie fühlte sich plötzlich sehr schwach auf den Füßen, als sie so auf dem weichen Teppich in dem fremden Zimmer stand, das doch ihrem Sohn gehörte. Auch drückte sie das enge Kleid am Halse, und sie war hungrig und durstig. . . Die Hausfrau schien das zu fühlen. Sie flüsterte ihrem Manne ein paar Worte in'SOhr und ging, um ' das Zimmer für den Besuch Herrichten zu lassen. . .ES ist Euch doch recht, wenn Jh Euer Abendessen hinauf bekommt? meinte der zurückbleibende Soön im

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0 0 t 1 1 t 1 1 f von (ßsfc brasst m ' fV T TT ' Vf TT ff :s tt liebenswürdigsten Tone. Im Speisezimmer ist bereits die Tafel für die Gäste gedeckt, und Ihr seid von der Reise gewiß so abqespannt und müde, daß Ihr bald zur Ruhe qehen wollt.". Ja freilich!" bestätigte Vater Schmidt. ?ioer tuam die Mutter, ote v:sher so redeeifrige und vor Freude bewegliche, sagte gar nichts. Sie stand in dem engen grauen Kleide wie verloren zwiscken Mann und Sohn. -Ein paar 'jjnmnen valie it nocy aus Lie Kinderstimmen gelauscht, die von irgendwo in den stillen Raum herein drangen. Nun, da auch diese verstumm t, griff sie wie im Fieber nach ihren Packeten, Tüchern und Täschchen und wollte hinausgehen. Laß nur liegen," meinte der Sohn zuvorkommend.- Das bringt Dir nachher gleich das Zimmermädchen hinauf, Mutter. Meine Frau wird Euch wohl oben in Eurer Stube erwarten. Ich komme später auch noch einmal. Augenblicklich muß ich noch die Tischordnung machen im Speisezimmer. Ihr entschuldigt mich wohl." Er hatte dem Mädchen geklingelt, das die Herrschaften" hinauf in ihr Zrmmer fuhren sollte, wahrend er seiber zuruckblieb. Als er kurze Zelt darauf das Speisezimmer betrat, kam ihm seine Frau bereits aufgeregt entgegen. Aber das ist ja gräßlich. Fritz! so eine Möglich keit habe ich ja nicht im Traume gedacht. Du warst so sicher in Deinen Behauptungen, sie würden nicht mehr reisen, die alten Leute! Was machen wir nun? Die beiden wollen sich offenbar hier bei uns häuslich niederlassen. Hast Du die große Reisetasche gesehen und die vielen Packete? Das geht a aber gar nicht. Da mußt Du irgend einen Ausweg finden, daß sie wieder abreisen! Man blamirt sich ja! Hast Du bemerkt, wie sie reden, wie sie sich bewegen! Wenn das die Kinder lernen! Und heute Abend dürfen sie auf keinen Fall herunterkommen! Ich schämte mich ja todt vor meinen Eltern, vor Geheimraths! Nein das ist ja gräßlich, solche Ueberraschung!"' Der Hausherr lockerte sich den Kragen, der ihm anscheinend zu eng wurde. Ra, na beruhige Dich nur! In Ohnmacht brauchst Du deshalb nicht gleich zu fallen. Jeder kann ja nicht aus so hochwohlgeborenem Hause sein, wie Du als Kommerzienrathstochtcr!" stichelte er ärgerlich. Warum, bleibst Tu nicht oben, bis ich komme? Etwas Rücksicht könntest Du wohl auf die alten Leute nehmen. Ist ja nicht g?rade angenehm, aber na nun sind sie mal hier, und wir müssen sehen, wie wir sie auf anständige Art und Weise wieder los werden. Wegen heute Abend hab' nur keine Angst! Ich habe schon gesorgt, daß sie gleich zu Bett gehen und ihr Abendessen vorher hinaufbekommen." Gott sei Dank!" Die junge Frau athmete erleichtert auf und steckte sich aus einer Vase ein paar Rosen in den Gürtel. Deine Eltern! Wie sich das anhört! Aber was schickst Du auch noch Bilder und Geschenke, wenn Du weißt, sie könnten sich dadurch veranlaßt sehen, hcrzureisen. Schon das Kleid der Hut! Man genirt sich wirklich vor den Dienstboten!" Der Rechtsanwalt zuckte die Achseln. Das thue, wie Dir's.paßt! Jedenfalls will ich nicht, daß d'ie Eltern irgend etwas merken, wie ungelegen sie uns sind hörst Du? Schlimmstenfalls reisen wir alle zusammen in irgend ein Bad, wo uns niemand kennt, wenn sie länger als ein paar Tage bleiben wollen. So. alten Leuten kann man schon mal was vormachen, ohne daß sie die Absicht merken. Rette GeburtstagsÜberraschung na. ich danke!" Und er ging, um noch einmal nach dem Besuch zu sehen, und nahm sogar eine Flasche Wein mit hinauf. S' cranken aber nichts davon, und das ?.lchlich aufgetragene Mahl mundete ihnen ebenfalls nicht. Der Sohn war aucb bald wieder fortgegangen, nachdem er den Eltern schon zu so früher Abendstunde gute Nacht" gewünscht hatte. Und so saßen sie dann beide in dem mit allerhand in der Eile bunt zusammengestellten Möbeln ausstaffirten en gen Raum, starrten- ein Weilchzn wortlos in das düstere Licht der kleinen Petroleumlampe und dachten noch gar nicht daran, in's Bett zu gehen. Sie froren, die Alten. Vater Schmidt sprach zuerst. Er schob den nur halb geleerten Teller weit von sich und meinte langsam: Es ist doch, gerade so. als job wir hier bei fremden Leuten wären was, Mutter?" , . ' Huerik antwortete !ym ein Laut, öer wie unterdrücktes Schluchzen war. Dem folgte heftiges Kopfschütteln. Man muß 'sich blos erst wieder aneinander gewöhnen. Ja, in so vielen Jahren , wird man sich eben fremd," sagte sie, als wollene sich dadurch selber beruhtgen. Und und Fritze ist ja auch ganz nett. : Blos die Frau, die " sie stockte und putzte vor 'innerer Aufregung wohl zwanzigmal hintereman der ihre Brillengläser mit einem Tisch htäxiüUl blank. -

Am Ende war' eine arme Schwiegerechter besser zu uns gewesen, Mutter," sagte Vater Schmidt plötzlich, indem er gedankenvls vor sich hinstarrte. Die alte Frau wurde dunkelroth. Lauschend hob sie den Kopf. Unten im Hause wurden Stimmen laut. Lachen,' Rufen und Gläferklingen. Sie war von ihrem Stuhl aufgestanden und fchritt unruhig von der Thür zum Tisch, und vom lisd) zur Thür. Sie hatte sich eine buntge-M"-'e. Umitrt Nach!??? cm;oaen. nachdem t vas enge Hochzeiisgewand über das Bett ausgebreitet. Hörst Du's.. Vater?" flüsterte sie. Da unten wird unserem Sohn sein Geburtstag gefeiert hörst Du's?" Der alte Mann nickte. - Laß gut sein. Mutter." meinte er Verständnißvoll, als er ihre trostlosen Augen sah. Laß gut sein! Wir alten einfachen Leute passen wohl auch wirklich nicht zu den feinen da unten." - Frau Schmidt sah einen Moment ganz überrascht auf ihren Mann? Sie hatte geglaubt, er fühle gar nicht, was heute Abend in ihr vorgegangen. Ihr ganzer Jammer wurde plötzlich wach bei seinem Versuch, sie zu trösten. Sie brach in Thränen aus und schluchzte zum Herzbrechen.. Der alte Mann war schwerfällig aufgestanden und legte sachte die Hand auf den gebeugten Rücken seiner Frau. Wir fahren bald wieder heim, Mutter , -ja?" Sie antwortete nicht. Nur das Weinin wurde stiller und hörte endlich ganz auf. als sie ihren 'Kopf an die Schulter ihres Mannes legte. - Noch zwei Tage hielten die beiden Alten aus. Sie fühlten aus jedem freundlichen Wort, daß es nicht vom Herzen kam. sie merkten an jedem Gefchrei der Kinder, daß ihnen die Großeltern fremd blieben, und sahen an jeder Hilfeleistung der Dienstboten, daß ihr Besuch im Hause als lästig und unbequem empfunden wurde. Was nun? Sie hatten sich das so schön gedacht, in der Nähe des Sohnes, der sich doch in der Ferne allezeit so anhänglich bewiesen, ihren Lebensabend zubringen zu können. Nun aber packten sie ihre Sachen wieder und ließcn sich von Sohn und Schwiegertochter vergeblich bitten, doch wenigstens noch einen Tag länger zu bleiben. Nein sie wollten nicht. In Frau Schmidt war so viel gekränktes Ehrgefühl und verletzte Mutterliebe, daß sie am liebsten dem Sohn ihren ganzen Zorn in's Gesicht gesagt hätte. Aber sie konnte nicht. Sie fühlte sich seltsam alt und schwach plötzlich. Sie regte sich auch nicht über den Abschied auf und vergaß sogar die Kinder zu küs-

sen, die so freudig lachend herbeigesprungen kamen. Sie saß schließlich ganz starr und still in dem Abtheil neben ihrem Mann und sah müde zum Fenster hinaus, als die Fahrt begann. Ja, wenn sie noch in ihr altes klnizes Häuschen zurückkönnte, in deft Laden, in dem vertraute Menschen ein und aus gingen und aus jedem Winkel liebe Erinnerungen hervorsahen. Aber so! In die neue, ungemüthliche, enge Wohnung. die sie eigentlich nur zum vorläufigen Unterstellen der Möbel gemiethet hatte. Sie fürchtete sich förmlich vor diesem Heimkommen. Vater Schmidt hantirte währenddessen unruhig an dem Gepäck herum. Dann rückte er plötzlich nahe an die alte Frau heran, die da so ungewohnt blaß in ihrer Ecke saß. Wir wir haben ja noch 'nen anderen Sohn, Mutter," sagte er ganz unvermittelt und muthig. Sie antwortete nicht. Doch ging ein Zucken über das gefurchte Gesicht, und die verschlungenen Hände im Schooß lösten sich. Wir fahren ja wieder vorbei, Mutter. Was meinst Du, wenn wir da einmal aussteigen, wo der Heinrich wohnt?" Sie schüttelte matt den Kopf. Er hat seit Weihnachten nicht geschrieben." Doch," beharrte Vater Schmidt.' Als der kleine Junge im Mai kam weißt Du's nicht. Mutter?" Sie nickte. Und dann sprang sie plötzlich von ihrem Sitz empor, knöpfte sich die Hutbänder auf und zu und meinte: Er ist ja nicht schlecht gewesen, der Heinrich blos so 'nen Trotz hatte er immer!" Er wollte eben nicht in's Geschäft! Vielleicht war's so ganz gut. Mutter!" Darauf sagten alle beide nichts mehr. Als aber der Ort. der so freundlich in' Blumen und Bäumen lag, als nächste Station kommen sollte, bemächtigte sich ihrer doch eine große Aufregung. Sie suchten wie in schweigender Verabredung ihr Gepäck zusammen und standen bald darauf wirklich auf dem fremden Bahnsteig. Als sie dem Stationsvorsteher den Namen ihres Sohnes -nannten, nickte der. Jawohl Gärtner Schmidt wohnt gc:r nicht weit , von hier. Drüben. wo die Wiesen anfangen und die zwei kleinen Glashäuschen hinter dem Holzzaun stehen das ijt sein Anwesen So gingen sie. . Ihnen klopfte allen beiden da? Herz vor Angst, was sie nun finden würden. Aber als sie so nebeneinander durch die Sonne schritteng verschwand allmalig diese dunkle Furcht. Ja. eS kam sogar wie ein Heimathsgefühl über sie, als sieVhor dem bezeichneten Garten standen, mit dem niedrigen Holzgitter und den Zlei-

nen bescheidenen Gewächshäusern dahinter. - Wie das blühte, grünte und duftete! Und da. seitwärts, unter den Blüihen ein schlichtes, niedriges Häuschen, die Thür kaum groß genug, um erhöbenen Hauptes hindurchzugehen. Aber schneeige Gardinen an den Fenstern, und überall Rosen davor das ganze Häuschen schien von diesen weißen, rankenden Rosen umgeben zu sein. Gerade als Vater Schmidt mit'zogernder Hand die kleine Thür des Gartcns aufklinken wollte, lief ihm ein kleiner Bube in den Weg. Blond, blauaugig. mit geflickten Höschen und bloßen Füßen stand er da und lachte die alten Leute an. Hinter ihm trippelte ein Mädchen, ebenso blond und ebenso lachend in die Welt schauend. Mutter Schmidt zitterte Plötzlich, als

sie dieses Kind sah. So, gerade so hatte ihr verstorbenes Lieschen ausgesehen. und es konnten nur ihres Sohnes Kinder sem, die da so oicht bor ihr standen. Wie heißt Du?" fragte sie den Buben, der sie aufmerksam betrachtete. Heinrich. Und Du?" Sie beugte sich zu dem kleinen Mädchen nieder, das zutraulich ihres Mannes Hand genommen hatte, die dieser in jähem Verlangen ausgestreckt. Lieschen heiß' ich!" Wollt Ihr uns wohl zu Vater und Mutter führen. Kinder?" fragte sie weiter. Beide Kinder nickten eifrig. Der Bube nahm die alte Frau bei d:r Hand, und das kleine Mädchen führte tapfer den fremden Mann. Und so gingen sie durch die Blumen, durch den Sonnenschein bis zum Haus. Dort stand ein Mann mit einem Spaten in der Hand und grub. Daneben, unter Busch und Baum, saß ein junges Weib und wiegte ein Kind auf den Armen. Sie hatte ein blaues, verwaschenes Kattunkleid an, und in, dem hübschen, blassen Gesicht lagen die Augen tief, wie nach kurz überstanden Krankheit. Als sie emporblickte, wäre ihr beinahe der Kleine vom Schooß gefallen, so überrascht war sie. . Da hatte ihr Mann schon den Spaten mitten in das soeben sorgsam bepflanzte Beet geworfen, hielt ein paar alte Leute mit beiden Armen umfangen und war ganz außer sich vor Freude. . Vater Mutier! Daß Ihr nun doch zu mir kommt ach, daß Ihr nun doch zu mir kommt!" Hurrah der Großvater!"' schrie der Aelteste plötzlich, der mit großen Augen dabei gestanden und sofort den Zusammenhang ahnte. Vater Schmidt nahm unwillkürlich die Mütze vom Kops, die er bisher vor lauter Rührung noch ausbehalten hatte, als er dicken jubelnden Ruf vernahm. Und er sah das Lächeln der jungen Frau mit dem Säugling im Arm und fühlt: den warmen Händedruck der Schwiegertochter. Sie soll bald wieder rothe Backen kriegen," dachte er. als er ihr blasses Gesicht über dem dürftigen Kleide sah und dabei an sein Erspartes dachte, das Heinrich gewiß gut brauchen konnte in seinem Geschäft. Mutter Schmidt aber hatte den Kleinsten, den strampelnden Buben, plötzlich im Arm und fühlte, wie ihr das Herz weit wurde vor so viel Liebe ringsum. Gottlob, daß wir hier sind!" flüsterte sie unter Weinen und Lachen. Und sie neigte sich und küßte den blonden Enkel, als hätte sie ihm etwas abzubitten. In den 5adi stccken." Der Ursprung dieser Redensart ist ein kleiner Roman aus der Zeit des deutschen Kaisers Maximilian des Zweiten (1564 bis 1578). Der Hofkriegsrath des Kaisers. Andreas Eberhardt Rauber. hatte seine Augen zu einer Tochter seines Herrn erhoben. Allerdings handelte es sich nur um eine Tochter Maximilians aus seiner Verbindung mit einer Bürgerlichen. Aber immerhin, auch Helena Schaarseg war eine gute Partie, und als Maximilian von der Geschichte, die sich da angesponnen hatte, erfuhr, schüttelte er in wenig aussichtsvollcr Weise den Kopf. Vielleicht beeinflußte ihn auch der stolze, ahnenreiche Spanier, dem Helena eigentlich schon zugedacht war. Aber Maximilian hatte selbst eme romantische Ader, und in dem Widerstreit, in den er jetzt gerathen war, fand sein Humor einen Ausweg. Die beiden Männer, sollten kämpfen um Helena. Das war ja eine würdige, edle, althergebrachte Art. einen soschwierigen Fall zu entscheiden. Nur Blut sollte dabei nicht fließen. Sie sollten . kämpfen, ohne sich .dabei etwas zuleide zu thun.' Jeder von ihnen sollte einen 'Sack erhalten, und wem es gelänge, dem Gegner diesen Sack über den Kopf zu werfen und ihn dann völlig hineinzuschieben. der sollte die schöne Kaiserstochter bekommen. . ' Der Kampf fand auch wirklich statt, und dem Hofkriegsratls-Andreas Eberhardt Rauber gelang es, den Spanier in den Sack zu stecken." Helena Schaarseg wurde seine Gemahlin, und da der Kaiser gerade be: Kasse' war, gab es auch eine schöne Mitgift in Baar. ; y ' . Jln.VUe.PonI02 Jahren starb' ln'Nonnnweiler in Baden Herr M, Moch. der bis an sein Ende sichjci ner seltenen Rüstigkeit erfreute. ' -

Sie kennt ihn.

Sonntagsjäger: Oh verdammt, ein altes Weib! Da treff ich heute g'wiß nix." Frau: San S' froh, daß ich Ihnen begegnet bin und geben S' a schönes Trinkgeld her; heut haben S' wenigstens a feine Ausred'.

Immer der Gleiche. 72 Sie haben den Dieb also gesehen, Herr Professor, wie er aus-Ihrem Hause kam? Wie sah er denn aus?" Er hatte eine kolossale Ähnlichkeit mit Ramses I. aus der 16. Dynastie der Pharaonen." Zur Rechtfertigung. Onkel (seinen siudirenden Neffen besuchend): Na, höre 'mal, in einem Vierteljahre acht Flaschen Likör zu consumiren. das ist aber stark!" Student: Ich bitt' Dich, Onkel, ich habe selbst noch gar keinen getrunken, sondern nur immer jedem Gerichtsvollzieher ein Gläschen kredenzt!" Der zerstreute Artist. -Nein, nein, ist das ein Leid mit meines Mannes Gedächtniß! Schaun's, da kommt er wieder aus der Vorstellung heim und hat vergessen, sich auf seine Füße zu stellen.Der Protz. EommerzieNrath (zum Zimmermädchen): Anna, ziehen Sie den Tisch aus, ich möchte meinem Schwiegersohn die Mitgift auszahlen. Frech. Richter: Wie kamen Sie dazu, das Haus Ihres Nachbars, den Sie selbst als Ihren Freund bezeichnen, anzuzünden?" Angeklagter: Ich wollte ihm dadurch nur die Wärme meiner Freundschaft beweisen!" Ter verfteht's. ' Verschuldeter Freier (zur Millionärsgattin) : . . Und wissen Gnädigste, warum ich gar so gerne das Fräulein Tochter heirathen möchte?.. Weil ich an Ihnen sehe, wie reizend schön sie einmal als Frau sein wirdSpott. Bauer (zur Herrschaft, deren Automobil unterwegs zerbrochen ist): Fahren S' mit mir, nnine Herrschaften, mei' Wag'n stinkt aa!" ".Fortschritt. Wir haben uns auf einem Spaziergang kennen gelernt, beim Radfahren verlobt und sind im , Automobil zum Standesamt gefahren." ; ; . Sehr ang ft l i ch. .Bankier: Auf meinen Kassirn muß ich acht geben, der Mensch hat heute morgen das Lied Hinaus in hie Ferne" vor sich hingtpsisstn." - ' - -

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E i n moderner Dichter. Lieber Freund, wollen Sie mein Liebesgedicht auf Fräulein Rosa Meier hören? ... Ich habe es gedichtet, nachdem ich mich über sie im Auskunftsbureau erkundigt' hatte . . Schlagfertig. Oberkellner: Der Herr (Photograph) auf Nummer fünfzehn will die fünfzig Centimes fürs elektrische Licht nicht bezahlen. Er sagt, es habe gar nicht funktionirt und er sei im Finstern zu Bett gegangen." Hotelier: Gut, dann rechnen Sie inen Franken eztra für Benutzung der Dunkelkammer." Gott sei Tank. 's is schrecklich, was ma so hört über die Reblaus in die Weingärten . . Gott sei Dank, daß 's wenigstens koa Bierlaus giebt!" I m Droguengeschäft. Karlchen (welcher Benzin holen soll und nicht auf den Namen kommt, zum Drogisten): Ich möchte für'n Groschen na, solch AutomobUfutter!" Die schlechte Cigarre. Richter: Das war doch ein Bestechungsoersuch, als Sie dem NachtWächter die Cigarre anboten!" Angeklagter: Bewahre, die konnte kein Mensch rauchen!" Stoßfenfzer. Ich kann wirklich von mir nicht mehr sagen, daß ich Ohren hab';. das sind eigentlich weiter nichts als Ober-kellner-Handgriffe!-Der schöne Leutnant. Leutnant: Sag' Ihnen, Photographien von mir gelten allen jungen Damen als Heiligenbilder." Passender Ausdruck. In den nächsten Tagen findet also die Scheidung von Ihrer Frau statt?" Ehemann: Ja, übermorgen werde ich freigesprochen." Zustimmung. . G ff ft: Da s&toirnml tt tin mlh blondes Haar in der Suppe" , Oberkellner: Nicht wahr, bei, uns ist alles hochmodern?"