Indiana Tribüne, Volume 29, Number 158, Indianapolis, Marion County, 27 February 1906 — Page 4
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Jndiana Tribüne. Hauge,de v btt GMO - Indianapolis, Ind. vsrrH O. Thudiu Präsident. SeschäftSloeal: lo, 31 Süd Delaware Straße. TELßPHONE ssv.
, tteä T, ihe Post Office ot Indi&ntpolii ccond cl&s matter. Spät kommt er, doch er kommt. Der Winter nämlich. Die einzige Chance für rentablen Fremdenverkehr in Indianapolis liegt in den 5?onventionen,"rvelche nach hier gezogen werden ein Kollöffeum würde die richtige Zugkraft sein. ' Der Stadtrath hat die Tanzhallen Ordinanz angenommen und der knap. pen Polizeimannschaft noch mehr Ar beit aufgebürdet. Wir sind überzeugt. daß Polizeichef Metzger wie wir ihn kennen die Bestimmungen der Ordi nanz in vernünftiger Weise durchführen und lebensluftige junge Leuten, so lange sie sich harmlos beim Tanze er gehen, nicht in ihrem Vergnügen flören wird. Senator Reveridge scheint im zwei ten Theile seiner Rede bei .der Sonn tagS'Versammlung in der Tomlinson Halle ganz vergessen zu haben, .waS er im ersten Theile sagte. In begeifter. ten Worten erklärte er erft, daß eS der christliche Geist sei. durch welchen unsere Republik die einschneidendste christliche Krast unter allen Nationen der Erde wurde, und daß unsere amerikanische Civilisation für Gerechtigkeit daheim und in fremden Ländern wirkt. Dann, nachdem er einige Worte enthusiastischen Tributs Washington. Grant und Roose velt gezollt hatte, fuhr er fort: .Der Geist der Habgier ist seit dem Bürgerkriege über unser Land gekom men. Ruchlose Hände berauben die Forsten, damit ein Dutzend ooer 20 Männer vulgär und enorm reich wer den. Wir haben die Erglebsgkelt des Landes beraubt, wie der Einbrecher eine Bank und die Ergebnisse', mit' dem Leichtsinn des Verbrechers vergeudet. Aber Herr Senator ! ..Was nennt sich heute nicht alles modern! Die hysterische Verschrobenheit und die lüsterne Sprache, die katzen jämmerliche Blafirtheit und der oben teuernde Müßiggang, die Unersätt lichkeit und die Uebersättigung kurz alles, was Grund hat, unter falscher Flagge zu segeln. Und je würdiger, je beiliger die Flagg? ist, desto besser. Insbesondere tritt selbst selbstherrlich dem sozialen Gewissen die indivituelle Gewissenlosigkeit gegenüber. Gestützt auf mehr oder minder tiefsinnige Theo reme prahlt sie nicht - nur mit ihrer frischfröhlichen Selbstsucht, sondern auch mit ihrer blitzblanken Modernität. Als wäre nicht gerade die vorgebliche Pflicht der kraftvollen Persönlichkeit, ihre Individualität rücksichtslos durch zusetzen, die Sllttültefte, welche von Menschen geübt wurde! Schon Kain erfüllte sie, als er den Bruder erschlug. schon Helena, als sie dem.Gatten durch ging. Modern an dieser zum roheften Urzustände zurückkehrenden Moral ist nur die schöngeistige oder Wissenschaft liche Maske, hinter der sie sich zu der? stecken, gelernt hat. Solcher angemaß ten Modernität wollte ich mit den Waf. fen der Satire entgegentreten (Aus Ludwig Fulda'S Einleitung zu einem Luftspiel.) t .' Qus der SuKdeshauptstadt. Der Beschluß deS KriegSsekretärS Tast, General Franklin I. Bell zum GeneralstabSchef zu ernennen, wenn der jetzige honoris causa ernannte In 'Haber dieses wichtigen Postens, Gene ral BateS, am 14. April in den Ruhe stand tritt-, hat ganz erkleckliche Oppo sition in gewissen Kreisen hervorgeru fen, speziell in Kougreßkreisen, und um sich nun an dem Kriegssekretär zu revanchlren, hat das HauSkomlte be schlössen, 'dem ' Militär.Budget eine Bestimmung einzufügen, welche den Rang deS General.LieutenantS ab schafft, fo daß verschiedene Offiziere, denen die Generl'LiutenantSCpäulet ten zugedacht find, der Ehre und deS höheren EehaltS nicht theilhaftig wer den können. Auf diese Weise will . man dem Präsidenten und dem Kriegs sekretär etvaS am Zeuge flicken. Epe zlell scheint, sich diese Revanche.Bewe. gung den General Corbln und General Leonard Wood als Opfer' auserlesen zu haben. ES wird behauptet, eS liege in der Absicht deS Präsident und
des KriegSsekretärS. General Wooo
zum General.Lieul'enattzu erheben. ' Die Angabe, daß in. Armeekreisen eine nachhaltige Opposition gegen die Ernennung deS Generals Bell zum GeneralftabSchef sich geltend mache, ist nicht richtig. ES find allerdings einige höhere Offiziere, Generalmajors- wel che nicht zur Beförderung zum General Lieutenant auf dem Programm der Administration'. standen, höchst aufge bracht darüber, daß sie übergangen werden sollen, und diese haben allen Einfluß, welchen sie bei Kongreßmit. gliedern besitzen, aufgeboten, um nun auch Anderen den höheren Rang und das höhere Gehalt (was ja eine ganz bedeutende Rolle spielt) zu verderben. Ob daS ReprüsentanIenhauS nun der Abschaffung der höchsten Rangstufe in der Armee, die erst vor einigen Jahren von neuem inS Leben gerufen wurde, zustimmen wi'.d, muß abgewartet wer. den. Im Ganzen genommen tfl es schließlich ziemlich einerlei, ob der söge nannte kommandirende General der Armee ein Generalmajor oder ein GeneraMeutenant ift. Er hat deshalb doch nicht mehr zu sagen im letzteren Falle alS im ersteren, wenigstens in ZriedenSttlten. Ehedem war eS der Generaladjutant, und jetzt ift eS der GeneralftabSchef, welche? das Komman diren besorgt. Aber komisch erscheint diese ganze Intrigue im Lichte der vielen hoch trabenden Reden, welche seinerzeit ge balten wurden, als - eS sich um die Wiedereinführung dcS Generallieut nantS.RangeS handelte, gelegentlich der Reorganisation der Armee nach dem spanischen Kriege. Der Rang war mit General Schofield, dem letzten Ueberbleibsel aus der Periode deS Bür gerkriegeS erloschen, und ein besindereS Gesetz mußte ihn wieder beleben. WaS ward da nicht alles geredet, über die Würde des Landes und die Würde der Armee, 'welche europäischen Ländern zum Gespött dienen müsse, wenn man eine Armee von hunderttausend Sol daten von einem Generalmajor wolle kommandiren lassen. In den Kreisen der Armee Offiziere hatte speziell Miß muth geherrscht, daß die Flotte einen Admiral haben sollte und die Armee nur Generalmajors. Und jetzt ? Man wird nun glücklich ein halbes Dutzend GenerallkeutenantS auf der PenfionSliste haben,- aber keinen aktiven, wenn Hull von Iowa fein Amendement durchsetzt, und darin liegt die beste Demonstration für die Motive, welche maßgebend waren, als man den Gene rallieutenantS Rang wieder kreirte: nicht weil die Armee den Rang brauchte. sondern weil die Herren Generalmajors eine höhere Pension' brauchten. Da liegt der Hund begraben. Das ftatiftifje Bureau des Ackerbau Departements schätzt die- Zahl der Farm.Thiere in den Ver. Staaten aus 191.718.6Z7 und den Werth derselben am 1. Januar dieses Jahres auf über 3675 Millionen Dollars. Den höchsten Werth haben die nahezu 19 Millionen Pferde des Landes, mit über 1510 Millionen Dollars. Die dreieinhalb Millionen Maulesel reprüsentiren einen Werth von 334z Millionen Dollars 19,794,000 Milchkühe find auf an nähernd 533 Millionen gewerthet. 47 Millionen anderes Rindvieh 'hat einen Werth von 747 Millionen. In Scha fen war ein Bestand von über 50 Mil Konen im Werthe von 179 Millionen; die Zahl der Schweine bezifferte' fich auf über 52 Millionen im Werthe von an nähernd 222 Millionen Dollars. Am höchsten im Preise stehen die Maulesel, deren Durchschnittspreis 93 Dollars bt trügt. Der Durchschnittspreis der Pferde ist $80.72, der der Milchkühe $29.44; des übrigen Rindviehs L15 85. Schafe kosten im Durchschnitt $3.54, Schweine 6.18. Vom Forstbureau de5 Ackerbau. De partementö ift eine Broschüre über die natürliche Wiederaufforstung der Weiß fichten Lündereien in Neu England herausgegeben worden. ES wird darin auSgesührt, wie der Baum von selbst für Nachwuchs sorgt, wenn ihm nur die nöthigen Bedingungen - geftayet werden, Licht, Luft, guter Waldböden und freies Feld, in dem die den Tan nenzapfen entfallenen Körner wurzeln können. Die Holzfäller haben bisher bei ihren Arbeiten das Waldland glatte weg' abgeholzt und wo das Feuer darüber weg gegangen ift, bleibt keine Spur von Samen übrig. Wo man aber da oder dort einen Baum in der Lichtung stehen läßt, da bringt er Sa men hervor und das Wind trügt diesen daven, um ibn ringum in vertheilen. So foryet sich der Wald selbst wieder auf. ES nimmt Jahre, bis aus den Sprößlingen junge Büumchen werden, aber wo sie wurzeln, da kann man auf zukünftigen Bestand derselbe Holzart rechnen. Wenn dann noch systematische Forftkultur hinzukommt, stehen dauernd gute Erfolge in Aussicht.
yolizeMöeS,
Die Sergeanten Schäfer und BateS verhafteten gestern LewlS Fysse von BincenneS. Ind. Fyffe hatte feine Frau verlassen und lebte in Jnd'iana. poliS mit einer anderen Frau zufam. men. Seine Frau machte seinen Ausenthaltöort ausfindig und ließ ' ihn gestern in, Haft nehmen. Fyffe hatte erst vor einigen Tagen eine Strafe, zu welcher er für ein gleiches Vergehen verdonnert wurde,' abgesessen. Die Radmarder Herman Newby 14 Jahre alt, 844 BateS Str.. JameS Carr 15 Jahre, 959 West 33. Str. und Paul MayorS 14 Jahre, 610 Black Str., wurden gestern von den Geheimpolizisten Holtz und Man ning zur Polizeiftatlon gebracht. Die jugendlichen Gauner haben in den ver fchiedenften Gegenden der Stadt Rüder von den Straßen entwendet. Newby wurde, gestern mit einem von seinen gestohlen Rüdern gesehen. Der Eigenthümer deS RadeS kannte zufällig den Knaben und.benachrichtigte die Polizei, die die Verhaftung vornahmen. Bei dem Verhör gab Newby seine Helfer an, die 'ebenfalls dingfest gemacht wurden. D e r 34 jührige Wm. Parish' 625 Wabash Straße, kam gestern in be trunkenem Zustande nach Hause und fing Lündel mit seiner Frau an. Die Beamten Hull und Shine brachten den selben hinter Schloß und Riegel, wo er nun seinen Rausch und seine Wuth ausschlafen kann. Neue. Inkorporationen, Folgende Gesellschaften reichten beim Staatssekretär ihre JncorporationS Papiere ein: Die Henry W. Luhring Company-, Haudftadt, Gibfon County; Capital $20,000; Direktoren: Henry W. Luh ring, John F. Halbig und Martha Luhring. Die C. G. Folsom Manufacturing Company-, South Bend; Capital $20. 000; Direktoren: Charles G. Folfom Jonathan F. Folsom, Charles R. Fol som, Emma L. Folsom und Nadine Folsom. Die Automobile Maintenance Co.", Läporte; Capital $5,000; Direktoren: John Wolf. Alex Llndgren und Mar tin Weber. " Die DukeS'Rose-Shirmeyer Co.", Ft. Wayne; Capital $20.000; Direk foren: Marx DukeS. Margaret DukeS und Maurice H. DukeS. Abner F. McAllifter, Präsident der Stendal Home Telephone Co.,, Sten del reichte einen Zusatz zu den Jncor porationS Actikeln ein, nach welchen das Actien. Capital der Gesellschaft von 81,000 auf $2,500 erhöht wurde. Grundeigenthums - Uebertragungen. WeSley S. Jordan an William H. Dillmann. .Lot 474, Stout'S Jndiana Anenue.Addition. 40 bei 125 Fuß, verbessert. Ostseite von Montcalm Str., südlich von 16. Straße, $2000. Luvina I. Abbott an Fred Wittee it., Theil deö nordöstlichen Viertel von Section 23, Township 10, Range 4. ?z Acres, Warren Township, $1700. Sarah M. Morris an Louisa R. Hollway, Lot 11, Square 5. Fletcher's South Brockstde Addition, 40 bei 152 Fuß, verbessert, Oftseite von Tuxedo Straße, südlich von 13. Str.-, $1500. Blanche B. Blanchard an John T. Braöler. Lot 133, Armftrong'S Key stone Park Add., vacant, Nordseite Congreß Ave., westlich von North Western Ave. $600. Sheriff an GrocerS Baking Co., Theil Lot 1. Martin'S New York Add. verbessert, Südweftecke Mill Race Ave. und New York Str. $1521.80. State Vla,a Co. an öenry Vauli. Lot 136, State glaza Addition. 40 bei 100 Fuß, vacant Oftseite der Ran dolph Str., südlich von New York Str. $350. Patrick Graney an-Sophia Link, 2ol40, Spann ck Co.'S erße Wood. lawn Addition. 30 bei 125 Fuß, verb.. Nordseite der Spann Ave., östlich, von Shelby Str. $1600. William R. Carlin an Jacob Haas, Lots 81 und 102, Floral Park Add., 35 bei 103 Fuß, verbessert, Pansy und Carlin Str., westlich von Brighton Boulevard, Theil LotS 55 und 56, die selbe Add., 36 bei 103 Fuß. verbessert, Südseite 21. Str., westlich von Brigh ton Boulevard und Theil Lot 97. Jen ningö Subd., Theil dieselbe Add., ver bessert, Cairo Str- und Brkghtvood Boulevard. $3,500. '
Der Nord-deutsche Lloyd I
in Bremen anfb-die ideutschc LevanteLinie in Hamburg werden gemeinHaftllch zwischen Marseille Genua Neapel und Messina Piräus Smyrna Mytrlene, Konstantinopel ' Odessa und Batum eine regelmäßige wöchentliche Passagier- und Frachtbampferlinie errichten. Die Eröffnung 'des neuen Dienstes, m 'den erstlamae Passagierdampfer eingestellt werden sollen, wird im Mai dieses Jahre erfolgen. Zwei Schiffe riin Emdener Hafen, die in einem Boot zu ilsrem Schiff gelangen wollten, verloren kürzlich nach Einbruch der Nacht die Niemen und wurden vom Elbstrom rasch zum Hafen hinausgetrieben. Obwohl man von der Mole aus ihre Hilserufe hörtr, konnte man doch wegen derDunkelbeit keine Rettungsversuche untern'hmen; ein Dampfer, der am nächsten Morgen früh hinausfuhr und Umschau hielt, kehrte unverrichteter Sache zurück. Am zweiten Tage wurde das Boot mit einem der beiden Männer an der holländischen Küste angetrieben; der Insasse berichtete, dass sein Gefährte bei Ebbe an der Geirespitze das Boot verlassen habe, um auf dem Leitoamm nach Pogum zu laufen. . Da bald darauf wieder Fluth eintrat, ist er wahrscheinlich dabet ertrunken. Die (deutsche Teleqraphie ohne Draht bat nach dem jekraen Stande eine Reihe von 518 Stationen. Davon entfallen 169 auf das Deutsche Reich. Am meisten Verbreitung hat sie nächst Deutschland in Nußland gefunden, wo 112 Stationen errichtet worden stnd.' In 'btn Ver. Staaten befinden sich 65 .deutsche Stationen, Schweden und Oesterreich zahlen ie 24 ideutsche 'Stationen, Holland 23. Eine größere Zahl von Stationen ist außerdem in Dänemark mit 14, Norwegen mit 12, Spanien und Portugal mit 10 thätig. Bis zu 9 deutschen Stationen befinden sich außerdem in Argentimen, Bosnien, Brasilien, China, Cuba, England, Wnnland, Frankreich, Niederl. - Indien. Britifch - Indien. Mexiko, Peru, Siam, der Schweiz, Tongking, der Türkei und Uruguay. 3n)fe - Berlin zählt 7 drahtlose Stationen, Schiffbauerdamm, Lindenstraße, Oranienburgerstraße, Schöneberg, Oberschönewerde, Trepww und Tegel. Die übrigen deutschen Stationen befinden sich meist an der Küste, abgeschen von Dresden- und dem Starnberger See. , Ueber eine sardinische Bluthochzeit" wird aus Rom berichtet: Ein großer "Zug von Freunden und Verwandten begleitete den Bauern Ruin in -Sassari und seine Braut Antonia Sanna zur 'Kirche, wo die Trauung stattfinden sollte. Plötzlich drängte sich eine zunge Frau durch die Menge, stieß mit einem wilden Aufschrei dem Bräutigam einen Dolch in die Brust und entfloh. Ruin brach blutüberströmt zusammen. Carabinieri verhafteten die Mörderin, die keinen Wi derstand leistete, sondern laut mit flammenden Augen dem entsetzt 'herbelgelaufenen Volke zurief: Daß ihr's wißt!. Ich bin Sanna Delogu; jenen hat sein Loos ereilt, das r verdient, er hat mich betrogen und mich und mein 'Kind verlassen!" Inzwischen wurde der schwer Verwundete aufge hoben- und auf eine Bahre gelegt. Da fein letztes Stündlein gekommen schien. und auch feine Braut Mutterfreuden entgegensah, so bat diese herz beweglich den Priester, er möge die Trauung an der Bahre vollziehen. So geschah es. daß Ruin Antonia Sanna an der Bahre heirathete. aber anstatt des Weines, der zu Hause wartete, floß sein Herzbluts und statt des Hochzeitszu bels und der Böllerschusse erscholl Wei nen und Wehklagen. Wenige Minuten nach seiner Trauunq war Rum todt Sanna Delogu aber jauchzte laut auf, als ste das hörte, denn sie hatte ihre Rache gesattiat. In dem gefährliche nKrie ge, den die Pariser Polizisten mit den Mordbanden der Apachen fuhren, er eignete sich dieser Tage eine nicht alltägliche Episode. Am Boulevard Ri-chard-Lenoir wurden größere Erdardenen ausgeführt. In den ausgegra benen Höhlen pflegte sich des Nachts eine Bande zu versammeln, um neue Streiche zu besprechen. Eben waren die Apachen mit ihren Genossinnen vollzählig zusammengekommen, als die Polizei ste überraschte. Eine wilde Flucht begann. Die -Mehrzahl de Raubgesindels entkam durch einen versteckten Ausaana. Die .Polizisten ent schlosen sich jedoch, die Entflohenen energi,'chu verfolgen. Sie wagten sich in den direkten unterirdis "?enGana hinein und aelanaten' durch diesen bald an das Ufer eines Seine-Kaals. Auch hier wollten sich die Apachen i.W ergeben, sie sprangen vielmehr in d:n Kanal, um ans andere Ufer zu schwimmen. Ihrer Instruktion gehorchend, stürzten sich auch die Polzisten'ins Wasser. Sei es jedoch, daß sie weniger gute Schwimmer waren, sei es. daß die schwere Uniform und Bewaff nung sie herabzog, zwei Polizisten sanfen sofort und waren in Gefahr zu ertrinken. Auf die Hilferufe kehrten nun drei Apachen, die beinahe gerettet waren, um und zogen ihre Verfolger aus dem Wasser. ' Ueberzeugt, daß man ihre Aufopferung zu belohnen wissen werde, ließen sie sich hierauf ruhig verhaften, während ihre Genossen und deren Amazonen ein besser' geschütztes Versteck aufsuchten.
' Eine neue und eigenart i g e Diebesspezialität hatte sich in Paris ein gewisser Genniaux ausgesucht und längere Zeit mit Erfolg betrieben. Er fuhr in einem Automobil zu irgend einer Bank oder einem gro ßen Kaufhause, ließ sich zum Chef führen und stellte sich als Chauffeur einer bekannten Sportgröße vor. Dann erzählte er..daß sein Kraftwagen einen Schaden erlitten habe und daß die Re-
paratur 100 Francs koste. Er. habedas Geld nicht bei sich und bäte, es für seinen Herrn auszulegen, der umgehend den Betrag mit Dank zuruckerstatten werde. Infolge des sicheren und aewandten Auftretens des Schwindlers erhielt er- in den meisten Fällen das Geld.' Als ihm der Boden in Paris zu heiß wurde, führte er denselben Trick mit Erfolg.in der Provinz aus. Dieser Tage gelang es der Polizei, den Gauner festzunehmen. Das Automobil, hatte er gleichfalls gestöhlen. , " In 'der Äiineburaer Heide bestehen" über 2.400 Fischteiche. die eine Gefammtfläche von 6,820 Morgen einnehmen. Davon fallen 6,220 Morgen auf Karpfen- und 600 Morgen auf Forellenteiche. Trok der hohen Fleischpreise sind' die Preise für. Karpfen dieselben geblieben; sie betragen 7080, höchstens 90 Pf. für das Pfund. Karpfen, die nicht unter zwei Pfund das Stück wiegen, bringen dem Züchter 65 70 und 75 Pf. für das Pfund ein. Die Erträge der zum ersten Mal unter Wasser qesetzten Teiche haben sogar auf dem schlechtesten Boden nn erstaunliches Ergebniß gellefert, indem der Morgen durchschnittlich 50 Mark im Jahr bracht hat. wäh rend die Pacht eines folchen Morgens als Ackerland höchstens-18 20 Mark jährlich einbringt. - Durch die feit einer Reihe von Jahren immer mehr zunehmende. Fischzucht in der Lüneburger Herde ist auch die Lebenshaltung der Bauern gestiegen,' da nunmehr auch die Ernährung durch Fische einen großen Umfang angenommen hat, die man in früheren Zeiten in den Gegenden, die nicht un fischreichen Flüssen gelegen sind, gar nicht kannte. Der deutsche Kaiser benutzt jetzt zu seinen Spazierfahrten im Thiergarten und den sonstigen Ausfahrten in die Stadt und Umgebung fast ausschließlich . das Automobil. Eine wachsende Menge erwartet ihn Nachmittags im Thiergarten bei der Ausfahrt oder bei der Rückkehr. Das Automobil ist ein verhältnißmäßig kleines Fahrzeug das nur für zwei Personen bequem Platz bietet. Es ist ein Geschenk des Königs von Italien, und in dessen Lande gebaut. Während dieses Automobil den rothbraunen Anstrich der königlichen Wagen zeigt, haben die .übrigen ..Automobile des Kaisers eine hellgelbe Farbe. Sie sind deutschen Ursprungs,' werden abwechselnd von der Begleitung des Kaisers benutzt, sind viel größer und bieten für vier Personen Platz. Es sind drei dieser Fahrzeuge vorhanden, so daß der ganze Automobilpark des Kaisers bis jetzt aus vier Wagen bestehe eine verschwindend kleine Zahl, wenn . man bedenkt, daß der kaiserliche Marstall 350 Pferde und fast eben so viele Wagen zählt. Das Automobil des Monarchen wird in der Regel von Wagenmeiste? Schröder gefahren, euerdings ist ein zweiter Chauffeur angestellt worden in der Person des Rennfahrers Werner, eines . geborenen WUrttembergers, der bisher in Diensten eines Amerikaners stand. Die beiden Chauffeure, wechseln in der Führung des Kaiserlichen Automobils ab. I n oer franzoi lt cyen Hauptstadt spielte sich dieser Tage ein Prozeß ab, der in den Salons und den Gesellschaften der oberen Zehntausend viel besprochen wurde. Eine der schönsten und elegantesten Damen der Pariser oberen Zehntaufend, die Marquise de la Rochefouteuille, stand im Mittelpunkte des Prozesses. In? Alter von achtzehn Jahren heirathete -sie; eine geborene de la Perche, den Marquis. Das Paar lebte äußerst verschwenderisch und gab auf Rennplätzen und in Monte Carlo Unsummen aus. So mußten die Eltern der Marquise in einem Jahre 500.000 Francs Schulden bezahlen. Auf deren Antrag wurden der Marquis und feine Frau wegen Verschwendung unter Kuratel gestellt. Zwei Jahre später wurde die Ehe geschieden, und die Marquise bezog eine jährliche Rente von 30,000 Francs. Bald nachdem sie sich von ihrem Manne getrennt, betrieb die Dame die Aufhebung der Kuratel. Sie stieß aber bei ihren Verwandten auf einen so großen Widerstand, daß sie damals von dem Plane abstand, um jetzt die Gerichte mit diesem Antrage zu beschäftigen.' Ihr Anwalt legte vor Gericht dar. daß feine Klientin ein einfaches und zurückgezogenes Leben führe. Allein die Verwandten der Marquise wiesen nuch, daß die schöne Frau auch heute, noch mit den 30.000 Francs nicht auskomme, es vielmehr trotz der Kuratel möglich gemacht habe, im verflossenen ' Jahre über 75.000 Francs auszugeben. Zudem habe sie Schmucksachen im Werthe von 15,000 Francs versetzt und bei Putzmacherinnen und Schneidern sehr hohe Rechnungen stehen, die noch nicht bezahlt seien. Unter diesen Umständen mußte der Gerichtshof daö Gesuch der Marquise auf Aufhebung der 'Kuratel . v . . .,jt.t ... - . ßDianaaia onaxioen.
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